Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2010 (19.9.1924)
- Date
- 1924-09-19
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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jplpp (F!!;!>- j:; t i?, ■? v ■ ) i1 \ it V( & / Gerte 6 , » »* l\ EWiett, ivvctf^ M. , jp-a-- Söiöuct Movgersz^unü/^ ' E Sepffr-mber 1904 Vortragssaal des Wiener Schriftstellervereines ,DIE SCHOLLE“ : H. Lilienbrunngasse la (im Diauabad-Gebäude) -»-- •••••;'■---r--^i-------:-:- Dienstag den 23. September 1924 V2S Uhr abends Mit wirkend: Die Damen: Hilda Dulitzkaja, Mirjam Hoeflich-Schnahel, Lina Hopenko, Hanna Schwarz, Zofia Spatz; die Herren: Kapellmeister Max Geiger, Samuel Ben*Levy, Oberkantor G. Margitlies, Robert Schwarz, Regisseur w. Silberberg, N. Tamari, S. Zucker Künstlerische Leitung: Bernhard Scharrer Einladungen erhältlich am Schalter der „Wiener Morgenzeitung" und an der Abendkasse Musik- «ud Theatertest der Stadt Men. Die Nraufftchrung „Sieben Jahre und ein Tag" von Hedwig Rossi, die gestern im Stadttheater hätte stattfiuden sollen, mußte auf Donnerstag den 25. September verschöben werben. Artfführung auf der Raumbühue. Im Rahmen des M u s,i k- und T h e a t e r f e st e s findet auf der Rau md ühne im mittleren Konzerthaltssaal die U rauf f ii h t u n g des dramatischen Spieles „I in D u n k e l" vorr Paul Frifchauer in der Inszenierung Renato Mordos statt. Neue Werke von Puccini, Hauptmann und Strauß. Puccini hat eine neue Oper „Turando t" 'beendet. Dw Uraufführung erlebt sie unter Toscanini im April an der Mailänder Scala. Unmittelbar nachher folgt die deutsche Uraufführung an unserer Staatsoper mit Frau Ieritza, Lotte Lehmann lind Piccader in den Hauptrollen. — Gerhart Haupt mann hat in Liebenstein 8i^ Korrekturen seines neuen Roman es beendet, der den Titel trägt: „D i e I n f e l d -e r Großen Mutter oder D a s W u n d e r vom Ile des D a ui e s". — Wie wir der „Meraner Zeitung" mit allem Vorbehalt entnehmen, beabsichtigt Richard Strauß. . Gutzkows „K önigsl en tuant" als komische Oper zu vertonen. Hugo von Hosfmannsthal soll bereits mit der Umarbeitung des Buches für musikalffche Zwecke' beschäftigt «sein. Kapellmeister Edgar Schiffmann, i>ec int vorigen Jahve' am Troppauer Stadttheater engagiert war. hat sich auch für die nächste Saison verpflichtet. Jüdische Abende. Dienstag den 23. September findet »er erste Jüdische Abend dieser Saison unter der bewahrten künstlerischen Leitung des Herrn Bernhardt S ch a rrfer im Saale der „Scholle" statt. Diese Veranstaltungen, welche sich stets großen Zuspruches erfreuen, werden -den Winter Wer mit stets wechselndem Programm wiederholt weiden. Mitwirkende des ersten Jüdischen Abends sind: Die Damen bilda Dulitzkaja, Mirjam, Ho flich--Sch nabel, Lina Hopenko,, Hanna Schwarz; die Herren: Kapellmeister Max Geiger, Samuel Ben Levy, Oberkantor G. M a r g u l i e 8, Robert Schwarz. Regisseur W. Silb e rh-erg, N. Timari, S. Zucker. Beginn -halb 9 Uhr lchends. Auf der Suche ltach einem Konzertmeister. Da der eiche Konzertmeister der S t a a t s o p e r. Arnold Rose, 6. ms 7 Monate in der Saison auf Reisen ist und Konzertmeister Prill am 1. Jänner in Pension gehen -wird, hat sich ffir die Leitung des Institutes die Notwendigkeit ergötzen, nach nemtz Kräften Umschau zu halten. Bisher sind nur Magen -eisgelaufen, so von Huberman it, Adolf B u s ch und Szi geil. Hoffentlich findet die Staatsoper bald den KonzerimeMkr, der Wner Vorgänger würdig -ist. Nerichtsfaal. yettauer und Wen vor dem Schwurgericht. f; Erotik und Geschäft. ,A%- Bor dvmiSchwaugerrcht begann gösbem unter Vorsitz des HGrates Dr. D ö rr die für zwei Tage artberMürte Verhandlung gegen die Herausgeber des Blattes ,M Mb Sie",. die Schriftsteller Hu-go Bet tan er und Riudvlf Olden, wegen Vergehens Men die öffentliche Sittlichksit nach. § 516 'big Straisigesetzes. Die .AriÄage ver tritt Sdaat^Mvalt Doßtpr Schwartz, als Verteidiger intervenieÄn für . Bettaiirer Dr. Valentin Rosenfeild, für Olden Dr. Br! aß. Die Vorgeschichte dieses Protestes «st noch m al^entwiüm Erinnerung. Die Redakteure Be-ttckuer und Olden hatten durch die Herausgaibe der Wochenschrift „Er und Sie" das trage*« /Kche Interesse bn Oeffe nt lichtet: auf sich Mögen. Sic Hachen kn ihrem Blatte den Kamps für die sexuelle SdövM-tton angekündM. Der Inhalt der AröKel^noch mehr Ätzer jener ddr -Irvsedate, war alles eher als eine fachliche BöhaMung dieses Problems, vielmehr eine arge KomPromiMsvu-ng^ aller Beftröbungen, -der Frage an der: L-svb zu rücken. QberbcMdt Stricke e zeichnete in der „Wiener MovgeniM-tM^ -den Iwrck d«5es auf die unreife Phan-tafie von Kindern ausgehenden Geschäftes und eri;ttta;tlg durch seinen ArKel die vksv-AÜWge Mn* stellung -dieser Druckschrift. Bocher hatte sich schon die Staiats- -anwaltschaift mi\ der AngelegenheÄ befaßt und die boiven Herausgöber unter Anklage gestellt. Die Anklageschrift, die gester-n vevWn wurde, führt -aus: .Dettaner un<o Olden waren Eigent-mner, Bevkeger umd HerMsgöber, Bstta-uer. «uch vercMwovMchvr Schrßlftleiter de* Wochenschrift für Vebenskttl:-nr tmd Erotik „Er u wd S.i>e", deren echte Nunrmer M?4. Föbruar d. I. e-rschien. Jn.ldycher ersten Nu'mmer hat BettEv.'die Enchochöbuinig der Be- Hichrmgen zwischerr Mann »tnb Wslb ans dem Sumpf öi-rter vevlogeuen Psendomobal zur Ifittl'iichen freiien..Höh^. als die Aufgabe der Schvift -özvichnei. 'SS wäre gst echücrrtest HÄvöseu, daß sich daß Blia.tt minder Beleuchtuatg der Mgmwtzrtig in der ü>bLrüviecfen>detf Mchrhött des BMeS wurzölnden fiMichen Ansichten und mA der Bglkämptsnstg doch Arvs cha.u u n g-e n nnd Gesetz esbestirnmungen, befafsen wiivde, Wie nach Ansicht des HevMSgebers Nicht mehr dsm Zeitgeist entsprechen. Aus den folgernden Npmmevn Ließ sich aber immer deutl-icher entnehmen, daß dies nach keiner R i ch tu ng hi u der Fa ll w. ar. Die ErMlunigen WiÜklerr n-ichts weniger als -belehrend und anfflävend, waren vielmehr ' chstiMmdig dartans angelegt, die MoraWögriffe zu erschüttern und Sinneslust zu erregen. Der Eüfo-lg der Wochenschrfft'war somit nicht dte Aujsdecküng einer „Pseudomorall", foirdern eine Erschütterung und Gefährdung der WnMchen SiMichkeit. Diese Gefahr mußte rftn so höher eingöschätzt werden, als dos Matt ge«ade iinde n Krexs en Ingendl ich er, die sich die Zeitung be i ihrem billigen Preise löicht veöschaififen konmerr, diele MnDnev gefunden hat. Daß sich Bettauer und Olden dieser Wirkung Nicht behorcht gewchen >wäven, liann n-icht nngenontmen werden. Wenn sie Ätzer tvotz dieser Erkennitnis ihre SchreilbÜvöise fortgesetzt, ja.— w ie die A nn. o n c e n e r k t n n e n -I a. s s ö n — svgab verschärft hohen, so P hiöuans zu. ersehen, daß sie um anderer Zwecke wirk len 'den schädigende ir Erfolg nicht gescheut halben, daß sie vielmehr sich ans der Ausnützüug der m BE schlnmmevMn simtl'ichen Tvksbe mir ein erträgsiches Einkontmeni fchaGcn wo lüen. . Ir der Wocheiffchvift wurden -auch homüsexrveüö Vorgänge als absolute Priidatanselözenhevt bezeichnet, die -den St«at, die Böhvrlden, die Pvligci effreri Schmarre»- affgche.- Die BöftvcchMg abnoourialer Adenschen sei bavbavffch. Es sei lächsribich, blöd, tierisch, -wenn die Siaats-anwaltschaft gegen einen BiuchhäMm borgche, weil er pornagraphische Bücher verkaufe öder herstelle. Der -Paragraph 128 Si.-G. sei der frechste EvngM in das Pr-ivatleben des-Menschen. In allen diösen MvMhrungen er- IbMt die Staa-tsaMvcrHchaft die Anprpüffmg nnd einen Beüsuch der 'Rechtsertögniüg von unsittlichen und durch Wie Gesetze der- bckeiren HaMnmgen. Bettauer deraiMvortete sich in der Nintechuchung dahin, daß er die Annonven üböüh«.np t nicht zu Gaslicht be« komm e n habe. Wer der Verfasser svi, gab erl nicht ibökannt. Olden^bkihaulptete, daß jföi,ne Tätvgkcht n>ur in d-tzr ObevleHtulng d.er AdminHst-rö-t-ion itzöftanden hÄbe. . Die. Bor dem LmgamgSwr gmn Schwutrlgevicht stand fchvü um 8 Uhr morgens «eine Ikwfige Reihe MM LtzÄs; Vid Mauen, überwogsn. Nur PuvKküm von.29 Jahren auPoavtS dlürf.te Sn - den Schwuvgövichtsßaal etmtwtön.. Der große GM tax» «Lslbald bis aus das letzte Plätzchen Whff lbesetzt„ ÄesMchen Vie Galsrck.- In 'der Mehrzahl waren' d4e MÄdchen mid hieiFratuen. ‘ Der Dorsitzende. Hqfvat Dr. D är r Ävfftwte dltz Böv« handlÄ-nig -gegen' 1V Whtz, Die AngeLagven haben an Köetk kleÄre« LHchchAz, die vor der ÄMagptzcvnr stehen, Platz gemrmmeu. Rach dsm Aufms dler . Sache,. Ahgabe des Rativivales und der BerlöidßMlg dsr Gsschwyvenen veMost der Vorsitzende die MVageschrM. Rach der Berlchung M .ÄstMrgeschyP wurde M echtör AügMogtvv Hugo B ettawel r vorgerchen. Erisagüez.^ wenn der MaatSattwalt chn öffren .Mtsittlichen lSchdcMteller «ettrve, so-«äche er imÄ.-Scher Behauptung nm «Wich zehn Jahve spät. ^ninwlS fvi er, Bettauer, beji gvo-ßen DagesWüingm der sageMnnte „Pla-udere^ ,gewesen daS heißt, hcchr' plkk.Lnte Sachen!g«ifchirlA.eb-en,,Mev-GhöbrÄche, WopLe Füatdsüibecne und Spi-tzenhöschen, und dMmch habe er sicher die Sinnlichkeit^ smMv Meschen erregt. . Mvmand, ober, M damals eftrgöfallen, ihn - eiiawri PvÄrogväphen zw" neunen' Ws uHer ‘ AMoge zn stellen. Was die -mtter AarWatze MteWeN, WmtSinifsMte betvöfft, lfo habe « mit chmrr Mcht.s' %vi, t »x,n gehalbt, sie «W gelesen, uu>v Ävmer da» .MrchkG»Mi»n Personal siugchchärst, «nstößiige Jchevcrteftniicht auijtzMtchmieil. Dennoch nbemchme er dSe momHche BermvÄvopÄwg, auch für sie. ■ - , - .... : 'Dör tfoetäk tottgtitoagte, OijBjeüa, nÄchtschuLdii-g. * - . Auf -di» Frage des Bochitzende«, fft* wölchie Wmc M° vüirmdrten ArKköl er die BerairtwoWiirvg Äibqvuchnrm könne, eutzgchvet Olden: ,>Jch halbe Ismen vinOgen MvWöt vWW usdftkMntie daher, auch kömen zöichaen." Es -werden hieraus mchwve Zeugen vlöchbvt, -davn«ndsr mrch die 20(jäBjtiige Beamtin Mavie Luug, die früher'>in ^der- Mum.iftvation der >ZeitschvM unbestellt wur. IWn das Jnsevatwvgeschäft itzefvagt, gibt sie an, daß der MamM MnllW an Annoncen -einer PMfuny «rvteVleigen söi. Botant Hdfrut Dr. FvUueufeld: Wer hat.denn die Zensur über die emgellcrUfenen Annancen göülbt? ..' Zeugtn: Das wa-r mEr überlassen. - Votant: Tra,uten Sie sich denn die Fähig.'^ zu, zu beurteilen, was anstößig ist 'oder Nicht? ' Zeugi n: Achangs mcht^ später abeo 'ha-tte...sch doch ,schon - estre -Höwifs-e Echchvuin-g. . m, mo V o tia n t: Das spricht Bünde! W»r-ans -Macktdeu 'denn, daß der Inhalt der Aultoucen' >cvUstöß-ig Hst oder uW?/" Mtzz,Z eugftu: Das sagte mir meiin Gefühl. -- Die Zeugin, iecklürt Ms Gchaaigen weiter, es söttn vau W sehr viele -Annoncen zurüchgsmiiesen, wortben. Nach .GiUverttiHtne öilms AdmiiniistrationsbeaaMn, dsvLn äihnbichenr Sinne Wie die frühes 'Zeugin MSsagte, bvach der .Pra!slden«t rmr 1 Uhv 45 Min. -bitte Verhandlung ab atnd eMWe, daß sie nachntittags mn Z -Uhr 1-5 Mm. wieder Ms-genomimen werden tote. Der Präsident machte die Zuhörer aAftneMch», daß die .wcÄeve Veichamdlung unter Aüsschlü ß. btt Oeffsentlkiichireiit du-rchgeflührt wMden Md. Das Urteil tote heute -gefällt, werden. . Rücktritt der Gtaatsamimltfchaft von >dep Anklage gegen Olden. Nach Wiede Wltfnahnre der Wentlicherr BecharMmtz vövchindöte Borsitzender Hosvat Dr. Dörr Wer Rückt-M dör StiaiatsMiwaltschast von Iber Anklage den Ireffsprar ch 'des -AugMa-glten Rudohf Olden von iscimtlichen PuMten der.Anklage. Böztuglich des AuiMiaigten Hugo Bet-tu »rer .ist die StaatsautoMschast von der Anklage «nach § 396 St.-G. Wergehen gegen die öffentliche Ruhe und Ordnung) und von feetr AMage des Vergehens geigen Ae öffentliche - SiMchköit -m plvnöto der liNkrlimiiuierten Annoncen .jurtücEgetxetcn.';, , Die Bechiandlirmg,gegen Bet lauer tote heute um 16 lchr voirtmittags fortgesetzt. In der B-ögvün'd>n \t% stchrt Iber Sta-atsMriwa.lt Ms, -dotz das Bötoeisvepfahren zur Schlußsolgevung igeiftihvt halbe, daß n.air. Beittauer der Sp«irttus rector ursd der vemntworttiche Redciktenr geitoesen ^ei, während Olden nlur Leiter d e r A d m i n i st r a. t -io n war. Der AugeTlagte Olden wisse selbst. Uicht, welche A-rlM er gelegen halbe. . **T Der Prozeß Mleoch. Bei der gestrigen BeHcknd!tml> verlas der Vorsitzende eine Zuschrift des Wiener Magistrates, aus. der hervorgeht, daß das Haus, das Mleoch zum Geschenke gemacht toerderl sollte, siebeneinhalb Millionen Kronen wert war. Als Zeuge wurde dann Hvfrat i. P. Johann Strauß eiitvernonttnen. Er gab an, daß er im Jahre 1923 Mer Aufforderung At-lcochs in den Ausschuß eingetreten sei inch das Amt •eines Revisors 'bekleidet habe. Bei der Revision der Bücher fielen ihm die großen Zuwendungen an Mcoch auf. Er trat für die Rückzahliing der Beträge ein. Es wurde eine Sitzirng des Russchusies ernberufen, in der er seine Anträge aber nicht durchsetzen konnte. Mlcoch hat darauf versprochendaß er aus freien Stücken einige Beträge zurückzahlen werde, was er auch wirklich tat. Dem Zeugen war aber die Mrtschaft im Vereine nicht recht gewesen und er sei deshalb ausgetreten. Die Verhandlung dürfte am Samstag abends beendet werden. Der Mörder Preyer verurteilt. Gestern wurde wach dreitägiger Verhandlung durch das Jnnslbrucker Geschwornengeeicht Urteil gegen den im Jahre 1902 in Innsbruck geborenen Kaufmannsgchilfen MHölm Preyer gesprochen, der am 4? AuMst d. I.. den Sekrmdararzt Dr. Anton S i g^l aus Saaz auf der Brermerstraße bei -Innsbruck meuchlings ermordet «nd seiner Barschaft beraubt hat. Preyer würde ohne Anwendung mildernder Gründe zu lebenslang- Liche-m schwerem Kerker verurteilt. Der Verteidiger meldete im Punkte Stvafausnraß die Berufung an. Schadenersatzklagen gegen die Gemeinde Wien für Verluste hei Delogierungen. Die Privat^ Marie Heumann brachte gegen die Gemeinde Wien beim Zivillarchesgerichte eine Mage -auf Echatz von 40,80 0.000 Kronen ein, weil anläßlich ihrer Delogierung ihre Möbel Md die sonstige Einrichtung im städtrschen Schlachthause in der SpitteWreiten- .gaffe in Meidung, wmit einen zur Aufbüwahrun'g üngeeigneten Orte ausbewohrt worden seien. Hierdurch sei eS göfchehen, daß -ihr Effekten im genannten Werte durch einen Einbruch tm Schlachthause abhanden gekommen feien. Der Klagedertreter Dr. Polturak erklärte, wenn man einer delogierten Partei die MöbÄ wegnrmmt, so müsse die Gemeinde Wien, die für dir unAauMchsten Dinge Geld hat, auch Geld genug Habens um die Sachen so aMubewahren tonjeder anständige Mensch sie.aufbewahrt. Ein Schl-achchaus sei aut -genug, um den- Schlachttieren das Entweichen unmöglich zu machen, und ein Ochs zum Beispiel könne sicher nicht über die Schlachthausmauer Netter». Für Einbrecher aber sei das ErKtnrmen der Mauer kein KunstsMck, da müssen schon andere BorsichtS- : maßregeln getroffen werden, llebviaens besitze die GsmeiMy Wien Lagerhäuser, in denen solche Sachen unterzubvingeüfeie«. Der Vertreter der Gemeinde Wien Dr. Georg Mayer erwiderte, die Bodenräume des Schlachthauses, idas mit einer gweiemhM Meter hohen Mauer umgöben -fei fmeu für AusdswahrunMwecke adaptiert jvorden. Die.städtische» LaMrhäuser müssen ganz anderen Zwecken dienen. Für Einbrecher biete 'bekanntlich auch ein Tvö^r, Läutewerk usw. köin^Hin^tznis, das fei eine Tatsache die nicht die- Gemeinde Wien z» . vertreten hat. Diese habe ihrer Verpflichtung Genüge geleistet, iUdsm sie versperrbare Bodenräume schaffte und. das ganze Oblj>eckt durch ^jwei Nachtwächter und zwei Wachthund« überwachen liefe. Der Gerichtshof Vorsitzender Hofrat Dr. Rappe r t) beschloß die Durchsüihrung eines Beweisesüber die von der Gemeinde getroffenen Sicherheitsmaßnahmen und vertagte p diesem Zwecke die VerbaMung.-Bor demselben Senat-gelangte ein zweiter Streitfall, in' welche«« . es sich um die Schaden-evs>atzklage einer Idelögterten Partei gegen die Gemeinde-Wien wegen des .Verlustes von Juwele» , handelt, zur Verhandlung, Auch diese VechaMurvg wuvde zum Zwecke von Beweiserhebungen vertagt. -- ' - ^' Der Mazzöthkrieg in der Leopolbstadt. Wir' echcktten folgende Erklärung mit dem Ersuchen um'Abdruck: J^h Dr. Emanuel Hirfchho rn, Verantwortlicher Redccktem der Zeitung „Die Re ii e Zei t", erkläre, - daß ich die in dent Artikel der genannten Zeitung Nummer 8 vom 9. Mai l. I- .unter dem Titel ,^Oeffentlich^ ErTärung", gegen die Herren' Israel Vo rt r effli ch. Mazzothfabrikant,- und ObevräWWr- M»L)er May ersah n gemachte» Vorwürfe - b-e^artre, diefelben als -haltlos zurü cktziehe. und . die Herren «m'.Entschuldiguug bitte. - für Kostüme 140 cm breit W1BN.I,AD».ER«A5«a“% w«ftvtN»7a5:oA. ■J 3i..i f- 8