Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2008 (17.9.1924)
- Date
- 1924-09-17
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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SK.ÄXK Wien, Mittwoch ../.. 17. Ssptsmiber •Zt'it 'i' Rach der Rede des Bundeskanzlers Dr. Seipel sipvachen «och die Delegierten deJouvenel -für Frank-- reich, Lord P a r nr o o r für. England, Dr. Benesch für die Dschecho-SloiwÄkei und Q u i n i n e s de Leon für .Spanien ihre Genugtuung Wer den von der österreichischen Regierung und dem Generalkommissär, beziehungsweise dom Fmanzkomitee erzielte Einigung ans. Hierauf wurde die von Salandra beantragte Resolution einstimmig angenommen. Der Präsident des Wlkerlbundrates Hhmans sprach das Schlußwort und stellte fest, daß eine wichtige Etappe des vom Völkerbund unternommenen Sanierungswerkes erreicht ist. Er sprach allen Faktoren, die zum Gelingen dieses Werkes beigetragen haben, seinen wärmsten Dank ans. Nach der Sitzung begaben sich Bundeskanzler Doktor Seipel sowie die Minister Dr. Grünberger und Dr. Kienböck und Generalkommissär Dr. Zimmer, man in den großen Pressesaal des Bölkev'bundsekretariats, wo sich die in Genf anwesenden Vertreter der Weltpresse versammelt hatten. Der Bundeskanzler, die beiden Minister und Generaltommissär Dr. Zimmerman gaben den Publizisten eine eingehende Darstellung der gegenwärtigen Lage Oesterreichs. Die Mitglieder der ö st e r r c i ch i s ch e n Reai erung dürften Donnerstag früh Genf lassen. __ Stresemaun gegen de« Müerbmd. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Der Genfer Sondeivbeviichtlerstatder des sozialdemokratischen Parilüimentsdi-enistes" hatte eine Unterredung mit dem emglischen Delegierten m Völkerbund Lord Parmoor. Lord Parmoor bedauerte, keine Erk.lärunigen mehr Aber den Eintritt Deutschlands in den BöAeribrvnd geben zu können, nachdem die Reichsrogiernng trotz der englischen Einladung auch jetzt noch eine widerßpmchsvolle Haltung eimtdjime. Der Korrespondent fvtig ferner, ob während der Londoner Konferenz tatsächlich niemand mit dem Außenminister Stresemaun Aber den Eintritt Deutschlands in den Böllikerbund gesprochen habe. Lord Parmoor er- Wrte: ,^J ch v e r st e h e diese Behauptung nicht. Herr Stresemaun hat in meinem eigenen Landhaus lauge Zeit mit dem jetzigen Führer der englischen Delegation in Gens, Pros. Murray, das "ganze Problem eingehend besprochen. Ebenso halbe i ch se lbst mit Dr. Stresemamr ome entsprechende Unterredung geihalbt, über die ich albex kenne Einzelheiten geben will, um Herrn Strestmann nicht eNtgegeutreten zu müssen. ' Ein deutsches Dementi. Berlin, 16. September. Das Wolfsische B-nreau erklärt, daß Lord ParMoor mit keinem der deutscheu Delegierten über den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund gesprochen habe. Dev Reichstag entscheidet. Ter Reich s t a g wird vor dorn 16. O k t o b e r nicht tzustmnwm treten, falls nicht Eve'iMüsse einireten, die einen früheren Zusammentritt erforderlich rrrachcn. Es ist nicht anzmrehrncn, daß die Reichsregieruirg in der Frage der Kriegsschu ldn ore und des Eintrittes Deutschlands inden Völkerbund irgend welche Entscheidungen trifft, bevor der Reichstag wieder Zusammentritt. Neue Zusammenstöße zwischen Hindus und Mohammedanern. (Eigendienst' der „Wiener Morgenzeitung".) London, 16. September. Nach einer Meldung aus Alahabad haben sich in Lucknow in den letzten Tagen blutige Zusammenstöße zwischen Hindus und Mohammedanern ereignet, bei denen sechs Personen getötet und 20 verletzt worden waren. Gestern haben sich die Unruhen in einer derartigen Ausdehnung wiederholt, daß Reg ierün'gstruppen eins ch reiten mußten. Dabei wurden ein Wachtmeister 'und zwei Soldaten getötet, 20 Soldaten verwundet. Auf Seite der Manifestanten sollen die Verluste sehr hoch sein. Belagerungszustand im MosiMUM. London» 16 September. Das Reutersche Bllvcair melbct ÄtaS Bagdad: Im Bezirk Z a k h o und in M a d i a, im Norden deS Wilajets Mossul, ist w e g e n des Einfalls von t ü r k i s ch e n I r r e fl u t ä r c it der BelagernngSzustand e r k l a r t w o r d e n. Flugzeuge habe« die Angreifer m i t M a s ch i it cit getvehren z e rstr ent. . MalienM'SgMWer GrenzlonWkt. ' London» 16. September. (Tel.-Komp.) Nach einer Meldung quS Kairo hat die ägyptische R e g i e r n n g eine Note der italienischen Regierung erhalten, worin diese fordert, daß Aegypten dieGo biete von Soll n m u n d I e>- r a b u b s o r a s ch a l s möglich rii u m e. Diese Gebiete liegen an der Grenze zwischen Tripolis und Aegypten und werden v o n b e t de «Ländern b e a n s p t n ch i . In politischen Kreisen von Kairo erklärt man, daß gegenwärtig die Beziehungen zwischen den Leiden Ländern L » ß e r sc gespannt^ eien. (Siche „Wiener Mors.ei'r-''-ung" r: gestern. Die Red.) »int, iin> i nriw ft»i wriwat* Zionistische Sektion Lan Heute Mittwoch den 17. September, präzise 8 Uhr abends Gemralversammlung Tagesordnung 1. Rechenschaftsbericht des Ausschusses 2. Berichte der Referenten 8. Neuwahlen 4. Wahlen zum Parteitag 3. Eventuelles j Durch die gestern abends erfolgte teilweise Ans« schattung der Lichtleitungen ist auch iw Betrieb der „Wiener Morgenzeitimg" eine längere Unterbrechung der. urfacht worden. Unser Blatt bringt ckshalb heute nur die wichtigsten Nachrichten, was unsere Leser fteundlichst zur Kenntnis nesMen wollen. ««j» Administration der Ae letzten Kurse. (Raidivdienst der „Wiener Morgenzeitimg".) London, 16. September. D e d i l e n i ch l n tz k u r > e Wien 316-800, Prag 148,80, New-York 4,48»/.., Paris 84,125 Brüssel 89,875. Rom 101,95, Zürich 23,675, Madrid 33,675, Amsterdam 11,62'/«, Kopenhagen 26,275, Christiania' 32,40,. Stockholm 16,745, Helsingsors 178,—, Berlin 18,85, Athen 247,50, Bukarest 845.-. Au rusM-mgarisches Abkommen. Berlin» 16. September. (Äolff.) Wie die Berliner Äer-- tretung der Russischen Telegrapben-Agentur mittöilt, ist zwischen dem Delegierten der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken in Deutschland K r e st i n s I i einerseits und den D e l e g i e rten Ungarns Minister von K a n y a und Legationsrat Z u n g e r t h andererseits ein A b k o m m e n über die 3luf nah meder diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen abgeschlossen worden. Düs Abkommen soll durch beide Regierungen bestätigt werden. TronMmvsertongreh. London» 16. September, (Tel.-Komp.) Gestern wurde hier der fünfte Kongreß des Internationalen Bundes rüherer Kriegsteilnehmer eröffnet. Mehr als hundert Delegierte wohnten den Äerhandlungen bei. An den König von England wurde ein S y m p a t h i e t e l e g r a m in gesandt. Die englischen Delegierten haben einen Antrag eilige bracht, wonach der deutsche Bund früherer Kriegsteilnehmer emgeladen werdensoll, d e m I n t e r n a t i o n a l e n Bund beizutreten. Die französische Delegation erklärte, daß fie gegen diesen Antrag nichts einzuwenden habe. . Zeutsch als Pftkchtgegenktand an Leu tschechischen Mittelschulen. Prag, 16. Sevtember, (Tel. der „Wiener Morgenzeitung".) Im nächsten Minifterrat wird die Einführung d es: deutschen Sprachunt errichtes a l s P f lichtst e ge n ft a n d an allen tschechischen Mittelschulen zur Sprache konnnen. _' Zer Prozeß gegen Steiger. Lemberg, 16. September. (Tschech. Preß.-Bur.) In dem fortgesetzten Zeugenverhör in dem Prozeß gegen Steiger sagte heute nachmittags der Lemberger Polizeikommandant L n k o m s k i ans, daß er bei der B e r- Haftung Steigers zugegen war, der jedoch l e n g n e t e, das Attentat Verübt zu haben. Andere Zengen behaupteten, zwei Individuen bemerkt zu haben, die die Petarde geschlendert hätten. Der Verteidiger des Angeklagten beantragte die Vorladung von Zeugen, die beweisen sollten, daß noch vor Verübung des Attentats in Lemberg das dortige Postamt von S a m b o r aus von einer u«bekannte n Persv n ielephonisch gefragt wurde, ob ein Attentat verübt worden sei. Der Gerichtshof lehnte den Antrag des Verteidigers ab. Die Verhandlung ist noch'nicht abgeschlosseni ' Ler SrstuLer des Gleitfluger. Gustav Lilienthal 75 Jahre alt. Im nächsten Monat begeht einer der Pioniere der Flugtechnik, dir Baumeister Gustav Lilienthal, in Berlin seinen 7ö? Geburtstag. Mit seinem Bruder Otto zustmdmen schuf er die wissenschaftlichen Grundlagen dieses jungen Zwerges der DechniE. Durch 'chre vor 35 Jahren ßegonneneir Gleitslüge wiesen die Brüder LiUenthal daun jenen entwicklungsfähigen Wog tu die Praxis, der später die Brüder Wright zu chren ersten Erfolgen führte. Diese Arbeiten wurden 1896 durch den T o id Ottos bei emem seiner kühnen Flüge, jäh unterbrochen. Weitere Versuche führten Gustav LrlieMhal rm Jahve 1910 zur Entdeckung der - günstigen Eigenschaften d i cke t Tragfläche n, die heute, die fri'cher allgemein üblichen dünnen Profile fast ganz verdrängt hüben. Gerne neueren Forschungsergebnisse beziehen sich auf den bisher noch nicht verwirklichten Segelflng ohne Motor über ebenem Gelände. Irr treuer Forchühvung der Arbeiterr feines Bruders verweist Gustav Lilienchat in seinen Büchern und Aufsätzen immer wieder auf die Natur als urcher flugtechnisches Vorbild. Eine fünfjährige Tätigkeit iur Dienst der australischen Staats-bahnen sowie ein zweijähriger Aufenthalt in Brasilien ivnd zahlreiche Reisen nach England boten ihnc reiche Gelegeiche.it zum Studium des Vogelfluges. Eine Reihe von Erfindungen auf derr Gebieten des Bauwesens und der Spielzeug in d u st r i e vLWollstäudigt das Bild Dieses technisch hochbegabten, uneigennützigen undtrotz bescheidenster Lvbenssührung noch von. rüstiger Schüfsenssreud- «vjülldou jüdischen Mannes. .> " Gesunden oder nicht? Das Geheimnis des Livius-Fnndes.? Aus Rom wirH uns berichtet: Ein vom Unterrichts.) j Ministerium ausgegeLenes Commrmicsue,' das den F u n d der L i v i u s - B ü ch e r betrifft, hat in hiesigen, journalistischen Kreisen großes Aufsehen erregt. Das Comtttunique besagt, daß Professor F u s c o heute vormittags in der Neapler Präfektur erschienen sei und fügt hinzu, daß nach den elften Melduuigen geschlossen twerden tnüsie, Fusco habe nicht die Codices gesunden, er habe nur Nachricht über den Bestand der Livius-Bücher. - - So»» Rar- Aus N e a.p e h wird gemeldet Mittagsstunden ‘ AAllNk der dreWhrise« Brrröhrnngsfrist. Duvch dis BoHugsamiweisurig vorn "13. Ächember 1918 uinsd spätere BevorÄmrngen tv'üvde dir bretzährGe BcrjährrtmgKfMst für die sogenannten FordevunFen des täglichen Leben?! ndshvmalls crstr-ecki. zuletzt dirrch die Beroitdnung dran 3. Dezember 1823 bis zum 31. Dezember 1924. Boi dicjenl. Zeitpuntt soll es nun für alle nach dem, 31. Dezember 1919 entstandenen Forderungen dieser Art vevWeiben. Nur hinstchttich -der ForderwnAen, die vor dem 1. Fänü er 1920 eukfranden sind, und der Fordernngen. deren Entsteihimg, Bestand oder Höhe von solchen, Forderungen abhängt, lvivd mit der Verordnung vom 30. Anguist 1924 der A>blau>s A'p Verjährnugsfrist noch einmal dis zum 31. Dezember 1926 hünausgeischoben. Für alle nach dem 31. Dezember 1919 entstandenen Forderungen läuft mmmchr die kurze dreijährige Herjä>hruuqp src ,iniissen be-i sonstigem Rell^sverlust vor Astlauf dieser dre,ijähri>g-cu Frist, die mit der Klagbarkeit der For-: dcrung beginnt, geltend gymacht werden. .. Küden! R e k l a m i e r e t euev Wahlrecht .inr KrittuSgemeiyde. bis zum Äfi. Lehtemberl Nel'met Einsicht htdie W ahl crl r jtcn, welche bereW in den Bezirkssimtslofalen ^.r jüdischen Gemeinde ansliegenl , daß in den heutigen Bormittagsstuuden Pros. Füsco der Vorladung des Neapler Präfekten endlich Folge geleistet Habe. Er überreichte vine kurze EOlärüng, 'iuder er mitteilt, es sei Hm nach langem Suchen gelungen, ein bisher gänzlich unbekanntes Doku m ent ans Tageslicht zu 'bringen, in dem zu lesen stehe, daß ein Schreiber beauftragt wurde, die Livius-Büchvr a.ü zu sch reiben. Fuseo fügt sodann hinzir, er habe seine Nachforschungen, fortgesetzt, sei 'auch n'ah e da ran'gewesen, mit einem positiven Resultat in die Oesisentlichkeit zu treten, sei aber dann infolge der großen PMizität, die er fand, daran, gehindert worden. I \ Fusoo veHpräch, über:5jt ganhe Affäre einen d e- % a i«l l ip r t e n B e r i ch t vorzulegen. * Kommendatore d'E l i a nahm diese ErKärustg zur Kenntnis. Es ist kaum tzu verkennen, daß diese Nachricht auf JtMetr und das 'ganze Ausland eüie d e r b l u ff e nb e Wirkung halben wird. Aus /der. Erklärung Professor Fuscos und dem Kommunique oes . Unterrichtsministeriums, tvivd man uicht recht Äug. Man .fragt sich hier immer wieder:^ hat Professor-'FuSro . die Lidius-Bücher gefunden oder nicht?. Diese Widersprüche. sind nicht danach angetan,, , das Geheimnis ■ über den angeblichen Livius-Fund auszuklären. . Ja« höchste Hotel Kuropas. Das Jungftauh-tel samt Observatorium — 3460 Meter über dem Meere. Sonntag, ist, wie aus B c ru . gemeldet wird, das Bergbaus I u n g f r a u j o ch, das höchstgol-egettte Hotel Europas, festlich eingeweiht - worden. Zur Feier hatten sich Zahlreiche Gäste, die Vertreter der obersten-schweizerischen Behörden sowie die Vertreter der Presse aus verschiedenen Ländern eingesunden. , Das neue Hotel, Las .gsmaß'"dem vor zwölf Jahren gefaßten Plan, dessen sofortige Ausführung der Krieg verhindert hat, am E ü h p u n k t d e r I u n g f r a u - B a h n erbaut wurde, .,e^ß«ht sich über dem.WEchMetscher am Fuße des HüngfraÜgvpfcls in 3460^Meter Höhe. Die Räunre des vierstöckigen Baues 'sind' zilm großen Teil in d i e F e ls w ä n d e g e b r o ch e N, die Süd- und Westfassade liegt gegen den Metscher hin frei. Das Hotel enthält 18 Fremdenzimmer mit 32 Betten. Daneben gibt cp große Halleii, Gesellschaftsrämm und'Veranden. Die H e i z u » gst die' in^diesen Hohen eine ausgiebige fein muß, erfolgt ele k tri sch-unter den Fußböden und in den Wänden. M, > Dem Neubau ist'Mich das '!stlewe internationale me te or o-logis che O'b'f'e rva'tv.r r u m mit aroßen .Teleskopen angegLiedert. "Es' spielte -bereits bei den letzten ' MarS'beobachtungen eine besondere Rolle.