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Wiener Morgenzeitung · 1924-09-16 · Heft 2007 (16.9.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2007 (16.9.1924)
Date
1924-09-16
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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WWW^^VAMÄWWWG^WMMtWEWWWWWWWM^WE'M^^MW^'^MMDWDVWM;s";m tum wr Wen, Dienstag Wkenep Morgenzeitung. ASdlscher Gemeindebnnd in Ungar». AU- UNS aus Budapest berichtet wird, soll der schon vor IfottiöWtt gchlante' Zusammensch lnß der jüdisch en^ Aultu Sg eine tu den zu einem Gemeindebnnd in allernächster Zeit verwirklicht werden. Bezeichnend für die Verhältnisse in Ungarn und für die Haltung der führenden jüdischen Kreise ist ein Brief des Präsidenten der Budap ester Kultus - gemeinde, Dr. Alexander Lederer, an den Präsidenten der Knltusgemeinde von Steinamanger, der die Schaffung des 'Gemeiwdevundes urgierte. Dr. Lederer, der Initiator der Gemeindebundidee, begründet die Verzögerung wie folgt: „Nur aus patriotischen Gründen wollten wir, solange die ausländischen Beratungen überdie Sanierung Un-! Harns im Zuge waren, diese nicht durch die Einberufung einer Landeskonferenz der jüdischen Kultusgemeinde stören, Es unterliegt keinem Zweifel, daß im Lause dieser Tagung alle die bekannten Rechtst) erkürzungen und Rechtsverletzungen 'gegen uns Juden in berechtigt scharfer Weise zur Sprache gekommen wären, was die Sanierungsverhandlungen im Ausland sicherlich ungünstig 'beeinflußt hätte. Nun ist dieses Hindernis beseitigt und es steht nunmehr der Schaffung des Verbandes der jüdischen Gemeinden und der konstituierenden Versammlung desselben nach den Feiertagen nichts mehr im WM. Die Kultus gemeinden haben meinen Entwurf zustimmend begrüßt und urgieren die Bildung des Gemeindeverbandes." Wien, 16. September. * Die Lebensmüden. Sonntag nachts hat sich die 21jährige Johanna Tomek in ihrer Wohnung durch Leuchtgas vergiftet. Die Ursache der Tat ist Lebensüberdruß gewesen. — Die Private Oga P. hat sich aus unbekannter Ursache in ihrer Wohnung durch Leuchtgas zu vrgiften versucht. Die Rettungsgesellschaft brachte sie ins Spital. — Gestern früh wurde die Obsthänolerin Barbara Beer in ihrem mit Leuchtgas erfüllten Wohnzimmer bewußtlos aufgefunden. Sie hat den Selbstnwrdversuch wegen eines Wohnungsstreites begangen. * Die Autoraserei. Sonntag nachmittags fuhr der Oberingemeur Ludwig B a l t e r aus St. Pölten mit seiner Frau und noch zwei Personen auf der Straße zwischen Lilienfeld und St. Pölten in seinem Auto. Er wurde von emem großen Auto überholt, das mit derartiger Wucht an ihn ansuhr, daß sein Wagen über die Böschung geschleudert wurde. Der Wagen ging in Trümmer, die Frau wurde lebensgefährlich verletzt. Das schuldtragende Auto fuhr rücksichtslos davon. * Der Zucker abermals teurer. Würfel- und Kristallzucker haben sich im Kleinhandel abermals verteuert. Würfelzucker Ästet jetzt im Kleinhandel pro Kilogramm schon überall über 14.0 0 0 Kronen, Kristallzucker wird zum Preise von 18.160 bis 12.600 Kronen verkauft. * Der Leuchtbrunnen während des Musikfestes. Bei schönem Wetter wird der Leuchtbrunnen auf dem Schwarzeu-- bevgplatz für die Dauer des Musik- und Theaterfestes jeden Donnerstag und Sonntag von 8 bis 9 Uhr ckbends in Betrieb gesetzt. * Aerztliche Seminarabende. Das Wiener medizinische Doktorenkolleaium hat zum Zwecke der ärztlichen Fortbildung Sominarabenoe einaeführt, in denen Professoren der medizinischen Fakultät den prMischen Aevgten einerseits über die Fortschritte auf medizinischem Gebiete, anderseits Met wichtige, den ausübenden Arzt interessierende -praktische Fragen in Form von zwanglosen Diskussionen referieren. Der erste dieser ärztlichen Seminarabenoe findet Montag den 22. d. um halb 7 Ahr abens im Saale der Gesellschaft der Aerzte (Frankgasst) statt. Zn den Seminarabenden haben auch die Nichtmitalieder des Doktorenkollegiums Zutritt. * Die „Depeschenbahn" im Haupttelegraphenamt eingestellt. Im Gebäude des Haupttelographenamtes war bis vor kurzem eine noch vor dem Kriege hergestellte, äußerst sinnreich konstruierte „Depes chenb ahn" im Betriebe, deren Schlitten die in Mappen eingelegten Depeschen direkt in die vier im obersten Stockwerk befindlichen Apparatensäle derart beför- . beriet!, daß jede Depesche gleich m jenen Saal kam, in dem sich die betreffende Telegrammrelation befindet. Zur Bedienung der Bahn waren in redem Saale Mi Angestellte und im Parterre .ein Angestellter, zusammen neun Personen, zur Verfügung. Aus Ersparungsgvünden wurde nunmehr -der Betrieb der Bahn, deren Bedivnunig neun Personen erforderte, eingestellt Die Deipeschen werden aulf Pneumatischem Wege vom Parterre nur in einen der Apharatsnsäle befördert und dort von einem Angestellten in die emiMvw Säle getragen. * Elsenbahnermäßigung für die Sport- und Mnsikftfte i» Metan. Anläßlich der vom 12. d. bis zum 20. Oktober l. I. in Meran, stattfindenden musikalischen und sportlichen Veranstaltungen wurden von den italienischen Staatsbahuen Fahrkarten mit ZOprozentvger Ermäßigung von der Grenze bis Meran und znrückausgegeben. Die Gültigkeitsdauer dieser Tour- und Retourkarten nt 14 * Der unsichere Stadtpark. Der Vormeister Franz E. erstattete Sonntag nachts folgende Anzeige: Ms er ein fremdes Mädchen durch den Stadtpark begleitete, sprang plötzlich ein kräftiger Mann aus dem Dunkel hervor, bearbeitete ihn durch Faustschläge, so daß er zu Boden stürzte, und beraubte ihn seiner Uhr, und eines Betrages von 600.000 Kronen. Daraufhin ergriff das Paar, das offenbar im Einverständnis gehandelt Howe, die Flucht. * DaS Kleinauto. Unsere Beilage „Das Kleinauto" erscheint aus technischen Gründen diesmal in der morgigen (Mittwoch-) Nummer. * Ein Fenstereinsteiger. In die Wohnung -des Josef W e i ch s e l S e r g e r in der LÄPoldquerstraße 22 ist am 18. d. zwischen 1 und 5 Uhr nachmittags ein unbekannter Gauner ein gestiegen und hat aus einer versperrten Kassenlade IS Millionen Kronen bar und verschiedene Schmuckgegenstände gestohlen. * Ausgrabung einer römischen Billa am Attersee. Wie das ,Zinzer VolkMatt" meldet, schreiten die vor einiger Zeit begonnenen Ausgrabungen einer römischen Villa bei Weyregg unter der Leitung des Professors Schmidt rüstig fort. Es -ist in ganz Oesterrreich der erste Fall, daß eine römische Dillenanlage in solcher Vollständigkeit ausgegraben wurde. Es ist auch bereits eine Mache von altrömischen Mosaikfeldern entdeckt worden. , ’ * Eine Venusstatue. In Neapel wurde, wie berichtet, eine Venus st a tu e ausgegraben. Die Statue istgriechischer Herkunft und dürfte aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. stamwM. * Die Hechaluz-Konferenz ist Danzig geschlossen. Am 9. d. wurde diealttveltliche Hechaluz-Konferenz in Danzig geschlossen. Außer "den bereits mitgetettten Referaten erstattete Herr Boadanowski einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit ^r.Hechaluz-Weltzentrale. Herr Dobkin referierte über dse Fragen der OrganisievMg der. Chalnz-Einwaudernng nach Palästina. Ueber die Hachschara (Fachausbildung für Palä-! stina) referierte, Herr!M. Schapiro. ES wurde eine Protest- Mitteilungen aus dem Publikum. - nach Ma8 zu mäßigen Preisen und in tadelloser ' Ausführung // Grobes Lager stinster Stoffe 1L5 Schneidermeister Rudolf Goldstein «egr. iss« Wien, kl.» Tadorstrafze 84 Tel. »ssss IsTesduNer Marke USA MILCHINDUSTRIE A G. vorm. Erste steir. Molkerei Tel. 57-309 sos? Tel. 57-310 resolution gegen die Einwanderungsbeschränkung nach Palästina angenommen. Eine Reihe von Resolutionen befaßt sich mit der praktischen Organisierung der, Ausbildungstätigkeit. Der Sitz der Zentrale soll von Berlin nach Warschau verlegt werden, wobei ein besonderes Sekretariat für die. Länder Westeuropas in Berlin eingerichtet werden soll. (I. T. A>) * Eine tüchtige Sekretärin. Aus Budapest wird berichtet: Die 23jährige Sekretärin der Holzvevwertungs-A.-G. Rosa Tor nah ist, wie die Blätter melden, nach Unterschlagung von ungefähr 2 Milliarden Kronen flüchtig geworden. Rosa Tornay genoß das unbedingte Vertrauen des Generaldirektors Nemeth. Sie hat bei ihrer Flucht auch die Wertpa P i ere des Generaldirektors und seiner Familie mitgenommen. * Eine Erinnerungstaftl mt dem Geburtshause Goldzihers. Vor einigen Tagen fand in Stuhlweißenburg die Enthüllung der am Geburtshause des verstorbenen weltberühmten Orientalisten Dr. Ignaz Go I d z i h er angebrachten Gedenktafel statt. Die Tafel trägt folgende Inschrift: „In diesem Hause wurde am 22. Juli 1850 Dr. Ignaz Go ldzih e r, der gelehrte Forscher der Tiefen des Orients, aus dessen Werken «die gesamte gebildete Welt die Kulturkraft des. Magyarentums kennnen und schätzen lernte, geboren." Die Festrede hielt der Direktor des katholischen Obergymnasiums, Rudolf Matrai, der die Bedeutung Goldzihers würdigte und feinen Patriotismus hervorhob, der sich auch darin ku-ndgab, daß er alle Berufungen ins Ausland ablehnte, weil er nur Ungar sein und Ungar bleiben wollte. Im selben Fahrwasser bewegten sich auch die übrigen Redner, Vertreter der ungarischen Akademie der Wissenschaften, der.-.Budapester Universität und anderer wissenschaftlicher Körperschaften. Armer Dr. Goldziher! Noch nie ist das Andenken eines Mischen Gelehrten in abstoßenderer Werse ge-; schändet worden als durch die Anwesenheit und die Reden dieser Vertreter des Numerus clausus. Der lebende Ignaz Goldziher. konnte wegen des Numerus clausus nicht seine Professur ausüben. Seme jüdischen Kollegen, dre noch am Leben, sind, wurden brotlos gemacht. Ihre Kinder hungern an ausländischen Hochschulen. Und diese magyarischen Dickhäuter haben die Stirne, diesen bedeutenden Juden, der fast in Not ilÄte, jetzt als das Sinnbild magyarischer Kultur und magyarischer Wissenschaft zu feiern. Und noch bedauernswerter sind die ungarischen Juden, daß sie diese Schmähung eines ihrer Besten ruhig hinnehmen müssen. * Ei« agudistischer Rabbiner. Ans Großwavdein wird uns berichtet: Unter der gesamten Jndenschaft Siebenbürgens herrscht wegen eines unerhörten Vorgehens des hiesigen a g udrstischen Oberrabbiners Benjamin Fuchs große Empörung. Wie bereits berichtet fand hier eine Ko n ferenz des Jüdischen Nationalverb an des für Siebenbürgen und das Banat statt. Vor Eröffnung der Konferenz gingen die zionistischen Delegierten, zum größten Teil strenggläubige Misrachrsten, in den Tempel und verrichteten dort das Minchagebet. Ms Oberrabbiner Benjamin Fuchs hievon Kenntnis erhielt, erklärte er, daß der Tempel durch diesen Gottesdient der M'israchisten entweiht worden sei, und daß er, bis die .Wiederweihe stattgefunden hat, die Schwelle des Tempels nicht übertreten werde. Als der Rabbiner die Entrüstung der Gemeindemitglieder merkte, erklärte er, man habe ihm hinterbracht, daß die Zionisten am Schluffe des Gebetes die Hatikw a h gesungen hätten. Abgesehen davon, daß diese Behauptung unwahr ist. ist es auch, eines Rabbiners unwürdig, das hebräische Lieo, das Gebet für Zion, den Ausdruck der Hoffnung auf den Aufbau Zions, als eine Entweihung zu bezeichnen. Bemerkt sei noch, daß anläßlich der letzten Wahlen tri den Vorstand der orthodoxen Gemeinde, deren Rabbiner Herr Juchs ist, der Misrachist Samuel Nußbaum zum Präsidenten gewählt wurde, und daß dessen unparteiische Geschäftsführung auch von den agudiftffchen Gememdemitgliedern anerkannt wird, _■ Große TeMch-Skkaskoil bei Srendi. Eine große Anzahl von älter gemusterten Teppichen in praktischen, guten und feinsten Qualitäten, hat das Teppichhaus O r e n d i, Rotenturmstraße 20, aus seinem riesigen Warenlager ausgeschieden und bringt dieselben zu tief reduzierten Ausnahmspreisen in Verkauf. Diese Teppiche sind in den Maßen von 1,40 mal 2 Meter, 2 mal 3 Meter, 2,50 mal 8;60 Meter, 8 mal 4 Meter und größer und kosten je nach Qualität- und Größe von 290.000 bis 5,000.000 K. pro Stück und darüber. Auch Laufteppiche in den verHiedensten Breiten, geeignet für Vorzimmer, Bureau oder Wohnzimmer sind daselbst zu tief reduzierten Preisen erhältlich. Selten billige Kaufgelegenbeit auch für Hotels, Pensionen und Institute. In der Okrassions-Restenhalle (Zugang: Fleischmarkt 1, neben dem Kino) Hunderte von Lausteppichen unv Möbelstoffresten. - (Entgeltlich.) Vereine. Vorträge tmb Versammlungen. Verein Zukunft. Sonntag fand in dem Vereinsheim, 6.. Vez., Bennoplatz 1, die Generalversammlung des Vereines zur Förderung schulentlassener jüdischer Kinder Zukunft statt. In Vertretung des Präsidenten, Direktor Siegmund Epler,. erstattete Vizepräsident, Kommerzialrat Paul K a rv el es, den Rechenschaftsbericht. Er wies auf die triste Lage des Vereinest hin, der ohne ausreichende finanzielle Unterstützung fein Lehrlingöheim in Baumgarten nicht mehr erhalten könne. Der Verein richtet daher an alle warmfühlenden Menschen den Appell, Mitglieder zu werben, da sonst die arnlen Waisenkinder obdachlos werden. Hilferuf. Eine tu bittere Not geratene Frau, die mit Ihrem Sohne, einem vmr Arbeitslosigkeit. 1)ei.mgesnchten Musiker in verzweifelter Situation sich befindet, bittet um sofortige Hilfe. Die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitnng" m TeptMver 1924 _GM 8 ist bereit, Spenden entgegenzunehmen und ihrer Bestimmung zuzuführen. , . ■ Jüdische Mittelschüler und Mittelschülerinnen! In der Zeit, in welcher das jüdische Volk seinen Wiederaufstteg mit aller Kraft beginnt, muh auch die Wiener jüdische Mttelschuljugend Anschluß an iyr Volk suchen und fmden. Wer von euch Interesse für die jüdische Zukunft empfindet, komme Donnerstag den 18. o. p ü n k t l i ch 6 Uhr abends, 2. Bez., Taborstraße 20a, zu einer Aussprache. Wir wollen den Gedanken der jüdischen Renaiffance auch in di, Mittelschuljngend Wiens tragen. Esfektenlotterie des Verbandes der jüdischen Kriegs, invaliden, Witwen und Waisen. Der Verband der jüdischer Kriegsinvaliden schreibt uns: Infolge des schlechten Absatzes unserer Lose sind wir gezwungen, den Ziebungstermin unserer Lotterie in Uebereinstimmung mit dem Bundesministerium für Finanzen auf.den 29. Dezember^zu verschieben. Wir appellieren an die jüdische Oeffentlichkeit und bitten, uns durch Abnahme von Losen zu unterstützen. Sind wir doch Menschen, die der unselige Krieg zugrunve gerichtet hat! Mhne «ud Kunst. Me Mustkaurftellung im Ratdause. Anläßlich des Mener Musik- und Theaterfeftes Hai die Staadt Wien in den Räumen des Historischen Museums unter dom Motto,,E r n st e Kunst von Anton Bruckner bis zur jüngsten Gegenwart" ^'me. Mnsikausstelliung veranstaltet, in welcher man durch Hands-chrisMche Partituren, Dokumente, Bilder, Plastiketr und anderes Material in Leoben und Schaffen der Kmnponisten nnsever jüngsten Vergangenheit und der unnnttel« baren Gegenwart oi.ngeführt wird. Mit Rücksicht ans die hundertste Wiederkehr von Anton Bruckne r's Geburtstag hat Privatdozent Doktor Alfred Orel, dessen U>msicht und Sachkenntnis die s-chenswerte Ausstellung gut ^danken ist, diese mit Bruckner eröffnet. Neben der lobendigen, schwerfälligen Handschrift des großen Shrnphonikers in feinen C'horwerke-n und Symphonien sieht man som>e Totenmaske -und ein Gesuch, mit dom sich Bruckner um das Lektorat für MusMheorie an der Wiener Universität bewarb, daneben das ablehnende Gutachten des allgewaltigen Eduard Hanslick. — Ein weiterer Raum ist Hugo Wolf und Johannes Brahm s gewidmet, dessen „deutsches Requiem" zu sehen ist. Außer einer Auswahl von Büchern aus Brahms' Privatbibliothek ist auch der berühmte Aufsatz ,Iie>ue Bahnen" ausgestellt, in ivelchöm Robert Schumann die Aufmerksamkeit der musikalischen Welt auf den noch MbÄcmnten Brahms lenkt. Es folgen Qpernkomponisten, wie Goldmark mit seiner ,/Königin von Saba" und der Symphonie .Ländliche Hochzeit" und Ignaz Brüll, dann die Akademie- Professoren Hermau. Graedener und Robert Fuch Josef Marx mit seinem „Romantischen Klavierkonzert" und seiner „Herbstsynrphonie", einem Meisterwerk der Polyphoni-e, 'weiters Franz Schmidt mit seiner ,Svedegundis", Karl Prohaska, Stöhr, Max Springer, die OpövnLomPonisten Hermann «Kienzl, Obevleithner, Julius Bitt ner, Felix Wei nga rtn e r und Franz Schreier. Voll Ehrfurcht verweilt man vor der Sanimlung Gustav Mahler, des Begründers der österreichischen Musikmoderne. Mma Maria Mahler hat hier mit Liebe und Pietät Erinnerungen an ihren Gatten gesaminiolt. Man liest gerührt em Gesuch des jungen Konservatoristen um Schnlgeldbefremng, man sicht ein ungedvucktes' Klavierquartett, die ,MndertotenIlieder", das ,^Lied von der Erde", die z>wsi Sätze der nachgelassenen Zehnten Symphonie, die beim MusiWst ihre Ilrauffnhrung erleben werden, und die Mahlerbüste von Rodin. Eine -Welt trennt Gustav Mahler vom frohen Diesfeitsmenschen Richard Strauß, dessen zierliche, wie gelstochene Handschrift die Bewunderung der Schrfftenliebhaber erregen wird. Auch der erfolg-reiche Erich Wolfgang Korngold ist mit der Partitur seiner „Toten Stadt" vertreten. Und nun die Welt des Radikalismus: Arnold Schönberg -mit Bildern von Schiele und Kokoschka und seinen komplizierten Partituren (darunter die monumentalen ,Mrvöli-eder" und JugeMieder, die noch ganz im Brahmsstile geihalten .sind), dann der Kreis um Schönberg;-er ist durch Alban B erg, der von Schönberg selbst, dilettantisch, aber psychologisch gelungen in Osl porträtiert ist, durch I. M. Hauer, Rudolf Reti, Egon Well.esz, Paul A. Pi'sk, Karl Horwitz und Heinrich Knödt vertreten. Und schließlich noch eine große Anzahl Juug-Wiener Ko>mpwisten verschiedenster Richtungen, so Karl Weigl, Egon Kornauih. Ha-ns Gal, Kau der, H. E. Heller, Wilhelm Grosz, Petyrek, Salmhofer nsw. . ' Eine gedrängte und doch überreiche Ausstellung, die nur auKuveuten vermag, welch reiche Kunstschätze der musikalische Wiener Boden immer wieder hevvorbvingt. Die Ausstellung bietet gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Schriftenpsy-chologie und Schviftenvergleichung im Wechsel de-r Generationen und weist — durch die gleichzeitig ausgestellten Werke der bildenden Kunst — aus die geheimnisvollen rnneven Zuisamntenhänge der Muistk mit den übrigen Künsten im Werden und Wandel des modernen Kunsffchaffens hin. flb „8ia Lotzpelleben." Lustspreltheaür. Die Phantastische Komödie der He>rren E. Morton und I. F. Gunniver ist ein gesprochener Film. Man kennt ihn unter dem Titel „Der iJanuskoPf" mit Konrad Boidt in der Rolle des Lords, dessen Ich sich unter der Wirkung eines Giftes in zwei Teile spaltet, die alz Der- Wrpe-rung des Guten und Bösen gesondert ihre Existenz

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