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Wiener Morgenzeitung · 1924-09-14 · Heft 2005 (14.9.1924) · p. Seite 14

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2005 (14.9.1924)
Date
1924-09-14
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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DKrW Wlenee ftfteifttttf» VL ®t$tto'kt Äm Ift. SÖOI "•rttfaarnffim-'-wi vv I ninn« N«N«I 'MTiMMV mr BUkiimhtu frc Pillik i Alte Arten von mm * » j (MnBognerg—t une | Iktnkgesckiftcn Wl®I%i I, S®fttlf98|H4 Wmö«fci«) Wßtenguekäfte I Vbiapfcoa: W440 Seria 104^ Telegrammadresw: iflplfc—* <wiwr««w»iwwwiw Kommanditi dar Kroaliachan E^omptebank, (Edce Bomerg mm Kredit- MM Lolkswitt. Licht und Schattin. Don De. Heinrich Schreiber. Das Finanz- und Wirtschaftsleben ist wie verhext: es wird die drückendsten Sorgen und BetKlimmmgen nicht los. Kaum ist eine kleine Atempause gekommen, flugs taucht ein neues dräuendes Schreckgespenst auf, das 'den Wirtschafts- ImPer wieder zurückwirst und ihm die Sparnckrast lähmt. jSeitte Ruhe - ist hin" man kommt aus der Unrast und der Ängewißheir nicht heraus, und aller Zuspruch, wn d^n ge- MÄenen Staat zu hebe» und die Schaffensfreude zu beleben, prallt <m .den AveffeLfüchtigen Gemütern ab, die aus einer Knttawfchung in die andere geschleudert, mit derlei wohlfeilen Trostfprüchlein zu lange gespeist wurden und endlich, überdrüssig mkd -unwillig jede Aufmunterung Mvückweisen und mit goÜttgcmr Humor, Ivenn nicht gar mit Gcckgenhrvmor verhöhnen. Wie harmonisch und melodisch möchte man die Saiten stimmen, um Lob und Preis der Herd ft-Messe zu singen, die den Geschäftsverkehr dieser Woche -beherrscht und — ein evsveulicher Gegensatz zur deutschen Herbstmesse, der nicht zu diel Gutes nachgesagt wird — fte mit den günstigsten Ergebnissen adFufchlietzen sich anschickr. Die Mener Messe loar wieder einmal ei-n hochbeachtenswerter wmschaMicher Erfolg, der die mancherlei konArrierenden Veranstaltungen in Nah und Fern erblassen machen dürste. Indessen wurde auch die Fremde und die Genugtuung über dieses Fest der friedlichen und Werktätigen Arbeit gemischt durch die Wevrmrtstrvtzßen der Lohn- .und Streikbewegung, die einen ausschlaggebenden Teil der österreichischen Arbeiterschaft ersaßt hat, und ihn von den großen Etablissements -der Metallindustrie fevnhält, die zu feiern gezwungen sind. Unschätzbar ist der Schaden, der diesen Betrieben, die auch jetzt ungeachtet der Ungunst der wirtschaftlichen Lage ausgiebig beschäftigt ftabt hierdurch erwächst; unabsehbar sind die Folgen, wenn dieser Ausstand der Metallarbeiter, die allem eine nach Hunderttausenden zählende Masse repräsentieren, auf dk anderen Gewerkschaften übergreifft und — es läuft einem bei dem fWxmfcn ein Grausen eiskalt über den Rücken — die Parole dom'Generalstreik, die ohnehin schon über Gebühr ge- Wschcklt und ausposaunt wird — aufgüsangen und in die «»che Wirklichstit umgesetzt wird. Dies fehlte uns noch, es wwe wieder einmal ein Dies ivae ein Tag, den die Unmenschkichheit in ihrem Zorn geschaffen hätte, weil er.einen Krieg entfacht, der sich, nicht allem geigen den wehrhaften Teil der Gyellischaft und fthre Eiiröichtungen kehrt, sondern auch die schwachen, loehr- und hilflosen Gemente in furchterregende MNsLenischaft zieht: Das wäre nicht mehr ein Kampf mit wückschaftlichen oder, wie es parteiprograminatrsch gelesen wird, mfc gewerkschaftlichen Mttelu, sondern mit Geschützen und Geschoßen, welche die grausamsten Waffen und Vernichtu-ngsimittel des großen Krieges, übertrumpfen und in den Schotten stellen würde. Wird und darf es so. weit. kommen? Ist es nicht ein Hohn aus das Weltgeschehen und auf alle Rgcht, -die sich um seine Regelung bemüht,' wenn -in der gleichen ßsdoche, in der in Genf die' Gewaltigen dieser. Erde tagen, um dsm wahren Kriege durch Errichtung der Schiedsgerichtsbartert den Garaus zu machen, der Teufel des KenerÄstreiks an die Wand gemalt weiden kann, der wohl weniger die Politische WÜtordnung als die wirtschaftliche Ruhe stört und doch in ft'weu Wirkungen hinter der kriegerischen Zerstörung nicht zutlijj&Wbttt würde. Sollte nicht auch da ein Schiedsgericht oder ei» Schiedsrichter sich finden? -Und just in Genf vor dem feierlich versammelten B ö lberbund wird sich m den nämlichen Tagen eine andere Schicksalsfrage unseres Landes entscheiden, welche seine finan- $tiüt Wiedergeburt bestimmt, die unter den heftigsten Wehen erngrSeitet wurde -und nunmehr, wenn möglich, ohne gewalttätigen Eingriff — sozusagen ohne Zange — von den Geburtshelssrn des Sanierungswerkes gefördert und vollbracht werden M Da steht das Problem des gemäßigten Normalbudauf der Tagesordnung und die Lebensfrage wegen Verwendung der R.eliquate aus dem Bölkerbundkredite, auf welche gerade die Industrie mit umso größerer Schnsucht wartet, als von der Freilassung dieser Kreditreste ist« fühlbare Erlerchterun-g der finanziellen Beengung -der PmEmNonsmöglWeiten erhofft wird, in welche Handel und M«chel durch die Verknappung des Gelbes und die beträcht- Rchr Versteifung der Zinssätze geraten ist. In Genf wivd also Wicht bloß um die . größere Bewegungsfreiheit und GelenAg- - Zeit der staatsisinanziellen Mrtschaft gekämpft, sondern auch tzß» gewichtiges Postulat der p r iv a t w i r ts ch as tI i ch e n Tätigkeit verfochten, von dessen Erfüllung die Flott- Wachung der von dem Rückgang der Konjunktur gchemmten tzwduktiven Betriebfamkeit Ächän-gt, Die nächste» Tage, wenn nicht schon die nächsten Stunfallen offeübcrven, wie die Würfel fallen, ob es der heikischen Arbeit 'beschicken sein wird, den Fahrnissen, die M'ven dem AuSstaub brchen, -» «chgcha*, mb -b zugleich jene Entspannung in der finanziellen Lcrgä de« Landes eintreten wird, die mit einem Schlag die buchenden Wirrnisse lösen und auch der Industrie und dem Unternehmertum neue Zuversicht in die Besserung der Verhältnisse einflößen, sie befähigen würde, in dem Lohnkampf mit ihren Arbeitern eine nachgiebigere Stellung emzunchmeu und die ärgsten ReSbungsflächen zu glätten. In Genf wird das Wetter für unsere heimatlichen Gefilde gemacht; dort wivd Licht und Schatten verteilt, dort Än Rate der Volker wird beschloss«» werden, ich die im besten Fahrwasser steuernde Geftmdung unseres staatlichen und wirtschaftlichen Löbens nicht unversehens m die gefährliche Klippe eines schweren inneren ArbeiterkonflÄes ouffahren und drohend in ein neues verdeMicheS Mgrftchr Mück geschleudert werden soll. Neulahrsgratulaliontn ln der „Wiener Morflenxeltung'* Gratulieren Sie Ihren Verwandten, Freunden, Gästen, Kunden In dar der „Wiener Moreensettenf“ am Sonntag den 28. September (29. Eiul) Sie sparen Geld, Zelt u. Mühe I Die Neujihrsgmtulatioien der «Wiener Morgenzeitnng“ heben sich seit lehren beim }&diachea Publikum beite»« eingeführt. Um die grone Fülle der einleufende» Gratulationen «nterbringe» und fünitigit placier e h z n können, empfiehlt ea aie«, de» anlief enden Beiteilichein sofort a u s z u s c k n e i d e ■ und umgehend an die Verwaltung der »Wiener Morgenzeitung“ einxnsenden. Der Betrag iat am besten in Noten der entsprechenden Landeswährung gleichzeitig nrit dem Bestellschein in bar zu überweisen.- Dar Preis flr dii f!nh»l!sliiserat (90 mm) batrlgk Für Wien und Oesterreich . K 70.000 Für P«l«n ..... «»«st 9.— Für alle übrigen Länder D»ll»r 1.— beziehungsweise dessen Gegenwert in der Landeswährung Mustert J. M. Frost und Frau I ll. Grome Mohrengasse Nr. 47 gratulieren allen Verwandten, Freunden und Bekannten zum Neuen Jahre! H i Bestellschein An die Verwaltung der „ Wiener Morgenzeitung1* Wi^n, ll* Täborstrasse 1—3 der Ick bestelle für die Zloseh-EetBchanäh-Mwmmer ^Wiener Morgenzeitung“ t ...Neujdhregratulktion(en) zum Preise von Ae Lage der deatsche« Lel«e«»ederei. In Fachkreisen wird die Sa^> der Fckbmhn der deutsches Lemenwebeveien wenig gü^'tig bourteSt. Schon i« der Periode 1V82Ä3 waren fiir die fta'&rrletr bk’ vechältmfte fn einem großen Teil sehr schwierig, während die dann, folgende Zeitspanne vom 1. Oktober 1088 bis 81. Viärg 1W4 zunächst eine etwas bessere Entwicklung zeigte. Gegen- Ende desersten Quartals 1904 waren indessen die den Febrilen. zur Verfügung stehenden Mittel -um großen Teilnicht ausreichend, - u-m etne erhöhte Produktion. zu-ulassen. Gegenüber der . FviedenA-vit war -damals die Arbeitszeit um etwa 20 Prozent, vermindert. Ende 1636 standen die Notiemngen für, Fertigfabrikaie. im allgemeinen um 60 Prozent Wer den Friedenspreisen, während gleichzeitig der Umsatz, zum^ lveijpiel in der.Kasseler Lkmen- Weberei, teilweise nur etwa 40 bis 50 Prozent des Friedens- Umsatzes erreichte. Immerhin konntedann allmählich die Produktion wick>er auf stvei Drittel der Friedenshöhe gchvacht werden. Die Ausfuhr, di« anfangs 1633 noch erträgliche Ziffern zeigte und einen regulären Verdienst ermöglichte, hat sich, besonders seit Juni bis Juli 1803 sehr ungünstig gestaltet. War zunächst die Preise anbetraf, so ständen diese seit ^Oktvber 1063 für das Auslandsgeschäft unter den Jnländperkanfspreisen, eine Entwicklung, zu der sich tot Fabriken verstehen mußten, um ihre Auslandsverbindungen nicht ganz, zu verlieren. Die Anfang 1904 in größerem Umfange -hereiustenommenen Exportaufträge belasteten durch diese Preisgestcckkmg.' derart, .daß damals das Auslandsgeschäft tatsächlich auf Kosten des JnlandSgeschäfts aufrecht erhalten wurde. Zu Ende^ des letzten Jahves machte sich für das Auslandsgeschäft der Leinenweberei eine kaum |u überwindende Konkurrenz der belgischen, franzoftschen, böhmischen und englischen Industr ie - geltend, speziell die belgische Konkurrenz unterbot die deutschen Preist infolge des damaligen Wertrückganges der belgischen Währunng um 35 bis 40 Prozent. Allerdings behalf sich die deutsche Leinen- Weberei zum Ausgleich d<nnit, daß sie ihren Rohmaterialedarf iu größerem Umfange in Belgien eindeckte. In dem ersten Quartal 1604 belebte sich danu .daS Geschäft für die deutschen LeinOewebere-ien; die Fabriken hätten davo» wesentlich höheren Vorteil ziehen können, wenn die ihnen -ur Verfügung stehenden Mittel reichlicher gelvosen wären. In der Folge, ün weiteren VeÄaust des Jahres 1804 gestalteten sich die Arbeitsverhältnisse in der deutschen Leinenweberei wieder fortdauernd ungünstiger, die Aufträge und der Umsatz gingen zurück, speziell das Exportgeschäft verschlechterte sich wieder. Aus den Kreisen der Industrie wivd daher.die. zur Erwägung stehende. Aufhebung der Einfuhrverbote auf.Dextklien unid einer Verdoppelung der EinftlhrMe, auch aus Game, für die Weberei als nicht tragbar be-zeichnet. Di« Auflassung, man könnte -die Einfuhr von Leinengarn prozentual in Mcher Weife echöhen wie der Wert der Garne sich achoht hat, wird, in den Kreisen der Fabriken bestritten; es sei tatsächlich unmöglich, auch nur einen Teil des Prozentsatzes mehr in . der Fabrikation zu tragen. Auch der Friedenszoll von etwa 5 bis 8 Mark pro Dutzend auf die für den Export geeicyreten Garne M unerträglich. Gegenwärtig sei die ausländische Kvickurreng in den Fabrikaten noch um 20 Prozent billiger, besonders Italien und Böhmen. In neuester Zeit W die allgemeine GeDnck die Absatzvrrhällt nisse m der Leinenwckberei Deutschlands' besonders ungünstig beeinflußt.: Während die, Rohmaterialien auf . dir festen.Brftellungen hin von 'den Fabriken eingedeckt wer-' den mußten, verlangten 'die Mmehmerkveift zum-Teil in erheblichem Umfange eine Hinausschiebung der Mnehmertermme, wodurch der Umsatz verringert Und di« KchNaVbeanfPvuchung der Industrie vergrößert wurde. Die Zurückhaltung der Reich»- bank erschwerte die Usberwindung dieser schwierigen Berhältmsst außerordentlich; sie beeinflußte auch den Export ungünstig. Für diesen hatten sich die Fabriken eine erhebliche Erleichterung durch die Golddiskonibarck erhofft, indessen war deren Kreditgewährung zu kurzftistig, um den. Exportbcdürfnisse'n entsprechen zu können. Boi Exportaufträgen in der Textilindustrie wivd das Kapital jeweils mindestens 6 bis 6 Monate beansprucht; di« Herstellung der Ware dauert 8 bis - Wochen, .. der Transportweg. zum Kunden beansprucht 4 Wochen, endlich ist der MSländische Abn-chmvr durch die kapitalstarkke ausländische Konkurrenz^ in der Regulierung st verlrLhnt, daß er meistens erst in ein bis zwei Monaten befahlt. Go bleibt das für' die Erledigung von Exportaufträgen bei der deutschen Textilindustrie mmdeftens 6 Monat« festgelegt, «ine Tatsache, der die Art der Kreditgewährung der Golddiskontbank nicht angepaßt ist.. Die deutsche Textilindustrie mußte daher für die Finanzierung der Auslandsgeschäfte ünter ganß besonders schwierigen Verhältnissen Geld W Tage Zinsen beschaffen. Die dadurch »intrÄenden erheblichen ZmSverlnste bringen es mit sich, daß die Leinenweberei bei 'den i^porlgoschäften gegenwärtig nichts erübrigen kann, ja zum Dril effektive Verluste erleidet. und sende den Betrag gleichzeitig mit diesem Pesisßtektm ein Text: (deutMdh cmeftttlmf) »HIHIH »W Adresse: SetknetchWx Ratwn>!haiik. Mbrnchme tzes Xatenmultmstr Mw des WechselpOrtestuille^ Nach dem letzten Ausweis der Oesterreichifchen Nationälbaük dom 7.' d. hat der B a r s ch a tz eine E r b ö h u n g um 90,1 Milliarden erfahren und beträgt jetzt 3060/6 Milliarden Kronen. Das Wechselportefeuille weist eine Verminderung um 96,4 Milliarden Kronen arcf und stellt sich auf. 8189,7 Milliarden Kronen, Der Banknoten um lauf hat sich um 306-6 Milliarden Kronen - v e r «i n de 11 und beträgt 7796,ö Milliarden Kronen.^ Die G i r o v erb i« d l i ch»- k eite n haben eine um ahm e ' um LVSF.'MiMarde« ep-. fah'ven und betragen somit IMS^r Milttard« Shsmu. Die gestrige Versorgung, geftaltete sich Äbera-uSUbvicht, dd der Bedarf gering war. Der Zinssatz bewegte sich Mische« SM bis S,80 Prozent p« Woche. i

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