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Wiener Morgenzeitung · 1924-09-14 · Heft 2005 (14.9.1924) · p. Seite 13

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2005 (14.9.1924)
Date
1924-09-14
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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— -T i7 *.i'i’i ■ x-TfT^S-, ’ > wmrir^rwWTW^ ^'E"TAMRM /Kv^schrn AveÜ AtabtsartLn-ungMiert M RchÄvagen' und in ‘ VetzttUvpvt des WHutantelr WftWiMe. . KtopMckde iSt oo «i (ft ia it t >i« ipptelt die historische Jose» ' Wtt« KW Pr sich ab gsstev» LeAeir -anfoetfS voristellen tfamt. Mn HLns «chUkttveS, MischMig chebtechendes, hsi-der-Mfäl- ^Ogl^'Uck #» Aaluikeva we>Wfthev WeHHvuchsLunst m die < WÄt yeis«tzV verdutzt, vmrnühr ©tesn plötz- I Vch beMcht, der bv Mitt M M ZM»8PM Mängelte \yMk NchoLeon Plötzkkh Herr der Sitzration Md und sie )Mr Mischer DPiichewg. JÄkob FeldhamMer Wapoleon) ' chdttmt die' AvHÄvgechÄt zu schwer. ES Mt denr SWMer Kr den M Ar EhavHchm SW der Mint zur Lrävestie. Weit! besser bsttstchen sich dir Hsrvs» Lackner, Jens m und BMiiet' davMf und die stets Ochtitze Frau Schl ein i tzi Das Stück G so «üttLsmü und der Diialotz so reich an Parnten> t daß M«r die svaKvürdige Pchetzulnig imancher fctt, aber; wichtigen Partie Wschchd. Etz pW m sycher Erfolg der KonstmM M, hetz MtorS.? - -!.- •$;!#;; O. A. - ~ . .w,r - -. .- ii & „Stau WrMn «öbletta.' GaWiek Werbezirk an der Neuen Mener Bühne. Man nehme eiuen Mnschen „israelitischer" Konfession, , garniere ihn' mit «Een und' neuen Wortwitzen, fette ihn mir Loscherem Gänseschmalz ein, serviere das Ganze in der Neuen i Wiener Bühne — und wenn dieser Mensch Gisela Werbezirk j heißt, dann ist der große Erfplg da. Das Resultat dieses Rezchts konnte -man gestern mit einem Lachenden und mit einem weinenden Auge genießen. Das lachende öffnete sich den Wsklichen Drolevien einer Künstlerin, die auS einer Figur einen Menschen macht, Dextdechheiten durch unnachahmliches Gebärdeniflpiel milderte, und das weinende verschätz sich vor «inym Mlieu, das Figuren beherbergt, mit'denen sich ei« Mensch von Geschmack nicht an einen Tisch setzt. M^DvümimMmr von Pointen prasselt Wer den gchnldige« Zuhörer, aktueller GschnaS wird zum Anlaß von nicht immer verständlichen Wortverdrchungen, ein Witz jagt dm anderen, die Autoren liegen aus der Kalauer. Mer das Rezept ist erpvopt, der Braten fett. Und doch, und doch — ein Lichtblick: die Szene, in der Frau Pick durch ein von den Hofschranzen glücklich zustande gebrachtes Mißverständnis die Ehre hat, vor Seiner Hoheit in Audienz zu erscheinen, mit Seiner Hoheit zu „gabelftühstücken" und schr hoheMches Taschentuch als Andenken cm diesen für % Weltgeschichte wichtigen Augenblick m-itzuu-chmen. Hierin liegt eine starke lhrisch^entimentale Kraft, auch im Stück. Zarte Andeutungen, .Aebenswüchige Hilflosigkeit.,. Verlegenheit -des Herzens, .eim Mmosphäre. von Weltfremdheil, die ftrnechalb der „ordinären Handlung" sympathisch-warm berührt. Zu betonen, daß Frau 'Werbezirk hier den Rahmen der Burleske mit eigenen Mitteln sprengte und beide Augen, das lachende und «das-weinende, -auf'.ihrer Seite hatte, hieße — ein Bonmot autz dem nächsten Gebrüder-Gohz-SKck — Gansftbevn.nach Ppeß» bürg tragen. Eugen Jens en hatte sich für die Figur des Serenissimus eine sympathische Maske und Haltung izurechtgelegi: es hat Mich sehr gefreut, es war' sehr schon! Irr Kleineren Episoden Emst Niberacker, Fritz Puchstein, Renee Gerbet, Einil Ritter, Fritz Sch re Le r und "Eduard Spieß flott durch das Stück huschend. Nicht zu vergessen Else Fr obel als -braves, ewig verlobtes Dienstmädchen. > Der Erfolg war über alles Erwarten groß. Das Stamur-.. publikünt konnte sich 'an Frau «Pick nicht sattschen, es rief die von Seiner Hoheit Beglückte unzähligonral vor die Ranrpe und daßkie auch den -Zwillingsbrüdern für den amüsanten Abend, "' '' ' . Oskar Rosen-seld. " Aus de« Aeatem. Bnrgtheater: Morigee: um 7 Uhr „Der Bauer als Millionär". DienSt-ag um 7 Uhr ,Mas Moe-nteuer' in China". SchönIbrniMnär GchllößHeate-r: Morgen um halb 9 Uhr Mn Tsetilsch". DieMag'um halb 8 Uhr ,,Die Maus". , Bo-lksoper'. Heute um halb 8 Uhr ,-Ter Freischütz". Morgen Montag „Hchsmanns Grtzäthluuigen". Dienstag den A3, d..findet in dev BoMoiper ein Dchrpelgasi« fpic'f tbcv KaiyMersänger Jois-c>f Schwartz und Diimitri. Smirnofl in Verdis ,Mgoletto" statt. , / _l'Er WörgUzeltuttü. ^ue^üerchungen per Geyer-Bühnen. Direktor Gev e hat ^ust--^^l.lirS neWetz Bühnenwerk „Der entfesselte Wotan" uchd Z ^Der /Krechekreis" °;nr österreichischen.Kraufsrchrung in dieser Sp-ielzeit angenommen. \ v I« der;Hölle" überrascht Alic^ Lach durch zündende BortrcigsEunst. Die Hand, die das Weinglas ergreifen wollte, ver.gtßtchre 'Absicht und jeder legt- -den Glimmstengel weg. So ^» M.chu . Packen und michureißen. Bon den Kennern als SchMsprÄerln längst.'geschätzt und Ms den Wiener Bühnen viel zu toettig beschäftigt, erweist sich Alice Lach auch im Rauchiileuter als Künstlerin -ersten Ranges. Auch sonst ein ausgegerchneies. streckenweise mnsAerisch wertvolles Eröfluungs- Progvamm. Cs genügt, zu vermerken, daß Josma Sei i m und Dr. RBph Benatzky eine ganze Serie von Liedern bringen. Frau ■ Selrms anmutige und geistreiche Kunst des Pointierens wachst noch immer. Die bewahrten Kabavettgrößen Farkas und Moser.waren diesmal inAer Wahl ihres Programmes besonders glücklich. Eins Masse für sich der teigen artige norddeutsche Conferencier Schip i nsky. Er mag'sich selbst vorftefflich amüsieren, -wenn er durch seine scharfen Brillen be- .merkt, daß das PMikum mitunter kra-mpfhaft lacht, weil eS furchiet. mau könnte meinen, es Wie Schipinsky nicht ver- It-anden. Und es versteht seine geistvollen Spässe bÄtimmt nrcht rmmer .... Der internationale Musikerkongreß geschlossen. Der gestrige --letzte-Tag des ersten intematDnalen Mnsikerkongresses. wurde mit -einer Huldigung für Arnold Schönberg anläßlich seines 5V. Geburtstages eingeleitet. Hierauf sprach Professor Dr. Max Gras über Musikkritik. Nach einem medizini- Ichen Referat von Professor Dr. I a g i c und einer eingehenden Aussprache - über verschiedene die Musiker i-nteressierenden Fragen wurde der -Kongreß vom Präsidenten' geschlossen. Musikwissenschaftlicher Kongreß in Basel. Am 25. d. beginnt-in Basel der für'vier Tage anberäumte müsiÄVisienschaftuche Kayigreß. mit dem gleichzeitig das 26jcibrige Jrchilnnm der Neuen schweizerischen Müsikgesellschaft gefeiert wird, mir einer Airfsühruug von Glucks „Pilgerin von Mekka". Borträge werden die Professoren Nes.(Basel). Abert Merlin) und Adler (Wien) halten. Ein iiberrealistisches Theater in Paris. In Paris ist von dem Dichter. Iwan GoII ein, üLerrealistisches Theater Mrüstdet'worden, dessen Ziele'sich mit den modernsten russischen und deutschen Ähea-terbLstvebungen berühren. Es will ein umfassendes internationales Programm verwirklichen. daß dadurchchäraki-eListert ist, daß von deutschen Dichtern Georg Kaiser („Boy. morgens. bis Mitternacht"), August Stramm („Sankta Susanna") und Arnold Bronnen („Die katalaunische Schlacht") aufgeführt werden sollen. Auch werden die fortgeschrittensten Berliner, Moskauer und italienischen Regisseure emMladen toerden. an dvm ^^euen Theater ihre Darstellungsmittel zu erproben. Die Vorstellungen, des überrealistischen Theaters fmden während der kommenden Spielzeir m ©ßften: jtatt. Ilpton Sinclair w.ll nach Moskau, Der berühmte ameri« kanssche Schriftsteller llpton S i n c lai r hat an fcn russischen VoMbildungskomMissar L nnat sch a r s k i einen Brief gerichtet, tu welchem er erklärt, er habe immer alle feine Buck- Honorare zür'Beröffentlichünq neuer Werke und flrr sosialiftlsche Propaganda verwendet. Für seinen -bekannten Ronian „The Inn igle" habe er 30.000 Dollar erhalten, die zur Gründung, enters.or<a>listin chem Kolomie: verbraucht wurden. Gegenwärtig beabsichtigt' SinolM, billige Volksausgaben seiner Bücher aus den ruHsischeU'Marrj zu bringen. Er will ein vertrustetes. Perlagsunwruchmen in Moskau münden^ wobei er ays )seme Autorenrechte., sowie aus sagliche Gewmnbeteiligüüg verzichret, unter der Ködingung. daß man ibn zum Direktor dieses' Berlages rnit einem Gchaft von 300 LwVar morraEch ernermt, die für' den Lebensunterhalt eittes Dichters Notwendig sind. 'ss'. Dchsember 'IM mm* Akademietheater. Wior»grn um halb 8 Uhr „£>et Schwan". Dienstag uim halb 8 Uhr „Gchpenstersonme". ' Fm Johann Strauß-Thealer!>Wd als nächste Novität „Dolly", Operette ftr drei Wien vmr Hugo Hii-rsth, novbercitet. Bis 30. d. galstiercn Raoül AÄan und Erika Wagner in der Komödie mit Muisiik „-Phantom".. Im Earl-Theater gelangt als nächste Novität die Operette .MascottüM" von Walter Bronrme %\tx Aufführung. Die PrenüereMt ffrr den!26. d. angefetzt. Das R arm und-Thea tvr bsME seme dvesMckge Wiutechpielzeit , morgen Moittaia .um 7 Uhrrnit der Neueinstudiemug' von Goethes ,Mtz von BerÄchinaen" (von Karlhei'lliz Martin in SyeNe Mahh, welche dre Reihe «der drantatiischen VorführmWNdes MiWu-nd Cheatepf-eftes der Stadt Wien eMnetj ___ >; ,4.;, Gastspiel Moissiö am Bolkscheater. Es ist der Direktion des Deutschen BoÄStheaters gelungen. Mexanoer MMi nach seiner Rückkehr ans MsxSo zu vevamassen, cm Awcn im Rahmen des Musik- und LheaterfesteS einzuwihenden Grillparzer- und Gechart-Hauptnvamr-Menden mitzuwirren. SanrSiaa den 20. d. geht „Die Jüdin von Toledo" mit Moisii als Kömg Alphonso in Szene. Sonntag den LI. d. findet «ine WohltätigLeüsvor^ stellung statt. W gelangt ß>ti weiße Heiland" zur Auffüh rung. AlexaMr Motssi tmd Hans Marr spielen Vre hier von ihnen kreierten Rollen deS Monte-uma und Ferdinand Eortez. . „Dev blaue Vogel" in Men. Mftmgs Oktviber öoginnt die von einer: «roßen WÄÜmrruee Kumckkchrenda russische OÄgmaMnftlarLrv-M ,Mr blaue PM" üntck- . s.L,tnnH ihres Direktors JuGny >m «mr Reche van >Nacht6^stelluntzen ein GchffpiÄ im Denrschein Poir-Stheat r WeseWchtea. Kein ScheidungdgrSnd, wen» die Frau ihrer Schönheit nachhilst. D« Mva-tbeamde MMert K. brachte durch Dr. PläjschkeS gegen feine Gattin Hedwig eim Chescheidungs- Llajge ein»!in der « vor allem mWhrte, er seiam zweiten Tage wach der Ehaschließunig daraus gekommen, daß feine »Frau aui?StärAng ,ihwr Kürpevfüll« 'der Natur nachhalf, fttldem sie sich mit Tüchern ansstvpste. Die Tatsache, daß sie «tf Liefe Weise chvar SchbnM nachzuholfen sucht', sowie der weitere Nmlstand, daß sie an eiuem Fuße Hinte — vor der Ehe habe sie vier mit HÄHnr-vaugen erklärt, sie hinke ab« auch setzt noch — habe Me uchprüngliche 'NeiMug zu Mer Fvcar obgMytt Md deShaW m der letzten Zeit'zu einer unübMvivdlichen MinechHttz VMyandM. Fwne-r: Seine Frau laufe Mn AugenMck ohwe Gmnd auf die Polizei, mache Anzeigen, daß «De mißhandÄt» verletzt und gefährlich bedroht habe, Und habe Hn sogar zweimÄ verhaften lassen. Schließlich veusspot^ sie chn wkyett Mer jÄdiischen Abstammung und macht foMvShvKch antisemitisch^ beleidigende Aeuherungen. MlS er ihr M chvsm Namenstage Schokoladebonbon« schenkte, habe sie ihn ansgeif-ordevt, Zuevst von den Bonbons M essen, da sie vergiftet seien. Auch dieser Borwurff, daß.er chr' v«MÄrMchrmtz verabreicht habe, Wder eineü GcheDnngSgvund. Die GeKagte beantvagSe tztze E.Ww«rsung des EhescheiduUtzsbSgchvens. Sie habe sich nur während chr.es Sonuner ausenchalteS in ReÜchencm,-' woher sie selbst stamme,., mit Luchem MSgestopft, um bM OÜSbeWchMrn ihre frühere Körperfülle vorzuÄschen, wett sie von chven Landsleuten nicht bemitleidet werden wollte. KÄlreSwegS wollte sie ih rem Manne Äne Körparfüllr Vortäuschen, die sie nicht .besaß das wäre schon deshalb unmöglich gÄveftn, weil die Bekannt schuft mit ihm schm Vivke Monate vor dar Eheschließung , zu rückdatierte. Daß sie nicht htzü«, dvvon kmme sich der Gerichts Hof selbst überMgen. <D«k Senat nchm diesen Augenschein vor.) Bon den Bonbonhah« sie gewchnhsitsmäßig ihrem Manne ausgawartet, bevor sie selbst davon nahm, nicht weil sie dieselben für vergiftet hiM. Die Anzeigen bei der Polizei ^habe sie nicht mutwillig erftatwt, sie sti vielmehr durch das Verhalten ihres Mannes gezMMn worden, der sie eirnnal um 12 Uhr nachts, obwohlty»-. .rwÄlürfftN^.^bMeivet war, aus Me WhnM HiMrSyMirftw-^^HM, weShaW sie die PoHei geholt hcche, um wicVer in die Wohnung zn ZÄ/angen Das zweite Mal habe sie die Anzeige erstattet, weil sie >mk Rücksicht auf seine wiederholten Drohu.nlgen, mit dem Umbrin« gen für ihr Leben fürchtete. Das Z-ivillandesgericht erkannt« aus A b w c i s u n g der E h e s ch e i d u ir g s k l a g e unt hob in -der Begründung hervor, das Ausstopfeu der Büste mi> Tüchern könne nicht als Scheidungsgrund m Betracht gezogen werden. Eine unüberwindliche AbneiWN'g konnte dies bei dem Manne nicht Hervorrufen, da er ihren Körperbau und ihre persönlichen Eigenschaften schon dveiviertel Jahve vor der Hochzeit kaeMte. Was er smflt seiner Gattin vorwerse, stellt sich als berechtigte Notwehr gegen -den Gatten dar, der mit allen Mtteln getrachtet habe, die Gattin löszu'.vcrd u. lieber die von dem Klüger emgebrachte Berufung fand gestern vor dem Oberland-esgerichte die Verhandlung statt. Nach Anhörung des Klagevertreiers Dr. PlaschkeS und des Gekla'g-tenvertvLters Dr. Spiel Voge l gab der Senat bekannt, daß das Urteil dem schriftlichen Wege Vorbehalten werde, Gr ohrfeigt die Gattin. Vor dem Strafbezirksigericht 1 hatte sich gestern der Schuhndachevmeister Jakob B. innerhalb Jahresfrist das dritte Mal wegen Mißhandlung seiner Frau zu verantworten. Diesmal lag ihm zur Last, daß er am 4. Juni im Verlaufe eines Wortwechsels seiner Frau mehrere heftige Ohrfeigen versetzt Md sie über die Stufen der Weukstätde hinabgestoßen hatte. Der Richter hielt dem Angeklagten vor, daß er bereits zwemial wegen Mißhandlung seiner Frau abgestrast sei, und daß es höchste Zeit-wäre, ioenn er -seiner Frau endlich'emma-l Ruhe Mnnen wurde. Der Angeklagte erwiderte, dc:ß er mit seiner Frau, mit der er 27 Jahre verheiratet sei, ein wahres Martyrium mitmache, daß seine Frau ihn mißhandle und ihn auS der Wshüung hinausbrmgen wolle. Richter: „Warum haben Sie das letzte Mal ihre Frau mißhandelt?" Angeklagter: „Nur wegen der ehelichen Pflichten." Richter: „Was wollen Sie damit sagen?" Angeklagter: „Ich habe, wie es natürlich ist, von meiner Frau eine Zärtlichkeit verlMgt, sie hat sich geweigert, und hat mir kaltes Wasser aus lden Kopf geschüttet. Dann hat sie mir noch einen Schlag gegeben, da bin ich auch wild worden und habe ihr halt rin paar Ohrfeigen gegeben." Die als Zeugin vrrnmnmew Ehegattin erklärte, es spotte jeder Beschreibung, wie ihr Mann sich ausführe und wie er seine Frau und seine Kinder bsh.'.noic. Si° ins'ehe aus Bestrafung ihres Mannes. Der Richter verurteilte den Beschuldigten im Sinne der Anklage zu drei Tagen Arveft, verschärft durch ein hartes Lager, jedoch bedingt unter Einräumung einer einjährigen Probezeit. Die BrtrSgereir» des PriiAdevtm Mkvch. . Morgen Montag findet vor dem Schöffengericht unter dem . Vorsitz des Hbfrates Barrasch der .Monsterprozeß Josef Ml c o.ch statt,, der unter der Anklage des Betruges steht, den - er an den StaatspensionistM -begangen haben soll. Mleoch war vmn Jahre 1919 bis 1928 Präsident dieise« Vereines und soll Vereinsgelder im Betrage von über 15 Millivnen für sich verwendet haben. Uoberdies hält ihm die Anklageschrift eine Reihe, anderer BetrugsfaAen zum Schadender Mitglieder des Staatspensioniftenvereines vor. Der Pro-' zeß wich durch acht Tage dauern, da über 80 Zeugen geladen' sind. Die Anklage wird von Staatsanwalt Dr. H ö l l r i e g l vertreten. Die Verteidigung führt-Dr. Gustav Smile. Mit dieser Verhandlung wird sich Hofrat Bar rasch' von seiner richterlichen Laufbahn verabschieden, um Rechtsanivalt zn werden. m r Die beruhigende Auskunft vor der Jnsolvenzerklärung. Einei: unangenehmen Ausgang für den Privatkläger nahm gestern beim Stvasbezivksgerilhte 1 eine Ehrenheleidigungsklaae. welche der Buchhalter der im Ausgleichsverfahren besinolichen Firma Brüder Schiff, Karl W iel i c zker, gegen den Direktor der Alpenländischen Warewerkehrsgesellschaft, . Tlrtur Morgen, angestren'Ft hatte. Der Angeklagte, dessen Gesellschaft der Firma Schiff auf-Kredit Waren im Werte von mchreren hundert Millionen Kronen geliefert hatte, hatte in Erfahrung gelbracht, daß die Firma Brüder Schiff in ZahlungKschwieriPkeiten sich befinde. Er erkundigte sich, daher-im Bureau der BMer Schilfs, ob er für die Forderung seiner Gesellschaft zn fürchten habe. Der Buchhalter der Firma erklärte chm. er könne bezüglich der Forderung , seiner Gesellschaft Mrz'beruhigt sein, er kenne d:e Gebarnng der Firma Schiff schr gut und gebe sein Ehrenwort, daß kein Grund zur Beunruhigung vorliege und daß die Firma Schiff nach und -nach alles bezahlen werde. Zehn Tage nach dieser Auskunft hatte sich die Firma Brüder Schiff mit einer Schuldenlast von mehreren Milliarden Kronen insolvent erklärt und ivaic das Ausgleichsverfahren gegen di« Firma eingeleitet worden. Wenige.Tage später erschien ein N>ef der Firma Schiff in Begleitung des Buchhalters Wieliezker bei Direktor Morgen, um. wegen eines Ausgleiches zu unterhandeln. Als sich der Buchhalter in die Verhandlungen einmengte, soll ihm Direktor Morgen zugerufen haben: „Ich staune, daß Sie noch den Mut haben, hier zu reden. Sie haben mich bereits ctitmal betrogen, ein zweites Mal wird es Ihnen, nicht gelingen! Entweder, Sie sind ein Gauner oder kein Buchhalter!" . In. seiner Klage gibt der Kläger zu, daß er dem Direktor Morgen, kurz vor der Jnsolivenzeriklärung der Firma Schiff die beruh:-', gende Auskunft gegeben habe, weil er annehmen konnte, daß die Firma sich sameren werde und weil er überdies als Angestellter der Firma, bevor die Insolvenz deklariert war, keine andere Austuvft hält« geben -können. In der Verhandlung gab Direktor Morgen im wesentlichen zu, die in der Anklage i-nkvrminirrte -Aeußerung nrit Bezug auf den Kläger gemacht, zu haben, doch habe er sich hierzu für berechtigt gchalten, da er tatsächlich durch die erwähnte Auskunft des Klägers über feine Firma getäuscht, ja betrogen worden sei. Der Richter sprach den Beschuldigten frei. Der 'Kläger meldete gegen den Freispruch die Berufung -an. Aus der Suche nach einer Verwaltuügsratsstelle. Zu dem unter diesem Titel in unserem gestrigen Blatte ersch:euene>: Zivilprozetz P a l -l a v: c i n: ae-gen R u b: n st e i n werden wir ersucht, sestzustellen, daß die Berichte von einer' Verhaftung Rubinsteins vollständig unzutreffend sind, und es sich lediglich um. einen zivilrechtlichen Anspruch Handel), wobei nach der Darstellung RMnstems durch einen von ihn: bezahlten Betrag von 68 Millionen Kronen der Anspruch d-:S .Pall-Memi.vollkommen ^ettlot wurde.

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