Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2002 (11.9.1924)
- Date
- 1924-09-11
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Wiener Morgenzeiturig. 11. SsPteMer IdÄk M. «D Oer Bericht von Professor Mrad an die zionistische fgetattoe.) Gortschu-Ng.) Uhl II Stttze - Wien, DonnerStey 11 Ställe m Gedera, 6 Häuser, 3 Ställe in Kfar Uria, Wafferverfovgung der Mädchensiedlu-ng in Kfar Urin, Reparation von Ställe»: und Gebäuden in Kfar Saba, 180 Baracken in verschiedenen Siedlungen und Kolonien. Städtische Kolonisation und Arbeit. Der Keren Hwjessod ist in hohem Mätze am Solel Bo neh beA-iligt. Mit Hilfe der vom Keren Hajessod begvimdeten -und unterhaltenen Allgemeinen Hypothekenbank von Palästina ist es ermöglicht worden, -Bautätigkeit, arrf welchem Gebier der Solei Bonch die erste Stelle etnnimmt, in ziemlichem Umfang auszuüben. Antzerdenr hat der Solei Bonch an der AusbilÄung von jüdische!: Bauarbeitern mitgeüMckt. Der Keren Hajessod erwarb Vorzugsaktien des Solei Bonch zum Nennwert von 8000 Pfund. Auf diese Vorzugsaktien steht ein bestimmter Teil aus dem Gewinn des Solel Bonch bis zu einem Höchstwert von sechs Prozent zugute. Es stcht zu hopfen, daß der Solel Bonch auf diese Weise m ider Lage sein wird, seinen Betrieb auf eine gesunde Grundlage zu stellen und sich zu einem glänzervden Bauunterne-hmen zu entwickeln. Außer dieser Beteiligrmg am ^Aktienkapital wurde dem Solel Bonch noch ein Darlehe n dom' Koren Hajessod gewährt, zwecks Ermöglichung -der ZueNdefühmng der Liquidierung seiner früheren Tätigkeit als Misra-d Laawodoth Zibunoth. Dieses Darlehen ist rüchahlbar -in jährlichen Zahlungen von 2000 Pfund. Int Juli -sind mittels Keren Hajesfod-Gelder die verschiedensten öffentlichen Arbeiten ausgchührt worden, wie zum Beispiel Drainag<^rbeiten in Hadar Hakavmel, dem neuen Viertel von Haifa, die Erbauung einer Kraftstali-on des Ruthenberg-Werks bei Haifa, an dessen Kapital der Keren Häjessod iw beträchtlicher Höhe beteiligt ist. Im neuen Misrachi-Viertel nördlich von Jerusalem wurden zehn Häuser gebaut, während gleichzeitig ihn Siiden don Jerusalem eine andere Misrachi-Kolonie, Nckor Chaim, mit 18 -Häusern arrf Keren-Kvjemeth-l'Jsrael-Boi^n angelegt wird. Das Arbeitsdepartement hat im Monat Jul: 530 Pfu n d aus Geldern des Keren Hajessod dem blühenden Viertel Beth. Hake rem bei Jerusalem als Darlehen gewährt für Zwecke der Straßenanlogung, bei welcher drei Monate hindurch 50 Arbeiter beschäftigt werden. Auch der S t e i n b r u ch a b t e i l u n g des. Solel Bowch, die derzeit gegen 100 jüdische Steinhauer und Steinmetzer zu gelernten Arbeitem ausbildet, wurde om kleines Darlehen gewährt. Ungefähr 725 Pfund wurden an verschiedene G es ch ä f t s'fli r m e n ausgelichen, darunter 400 P f u n d an die Be g al e l - W er k stät t e,n für Herstellung von Waren Mr den Püläinapavillon auf der Ausstellung in Wembley sowie 200 Pfund für e>E Weberei. Die Palastinaarbeiterbank im ersten Halbjnhr 1924. Das Komitee für das arbeitende Palästina in B e r l i n tettt.mit.r .. -Sitt Laufe des ersten Halbjahres 1924 (1. Jänner bis 1. Juli) ist eine große Entwicklung der Palästinaarbeiterbank festzustellen. Ihr Aktivum erreichte die Summe von 16 8.311 ä g h p tisch e n P f n n d. Die Summe der v o l l b e zahlte nA kt i-e n beträgt 6 3.7 6 0 ägyptische Pfund; davon gingen im Verlaufe des letzten halben Jahres 9300 ägyptische Pfund ein. Außerdem verfügt die Bank über einen Darlehensfonds der Zionistischen Organisation auf Rechnung von Verzugsaktien über 16.860 ägyptische Pfund und einen Reservefonds von 2100 ägyptische Pfund. An Depositen stoßen neu ein 9000 ägyptische Pfund, so daß diese die Höhe von 2 0.16 0 ä g y p t i-. s ch e P s u n d erreichten. ES wurden Darlehen in der Höhe von 59.000 ägyptischen Pfund zurückgezahlt und neue Darlehen in der Höhen von 71.000 ägyptischen Pfund gewährt. Davon cm die Landwirtschaft 27.000, für öffentliche Arbeistn 18.500, an Genossenschaften 18.600, verschiedene ordere Darlehen 7000 ägyptische Pfund. Der Staub des Debitorenkontos ist am 1. Juli 1924 94.730 ägyptische Pfund. Auswanderungrstebll unter den Araber». Palchme Preß Office melbet: Die Artikel der arabischen He^Mter, daß die Engländer und Zionisten den Arabern Grit und Geld weg nehmen und sie aus idem Lande drängen werden, kommen den Schiffsgesellschafts-Ägenttiren zustatten. Die Paß-zentrale ist täglich von ausw-anderun gslustigenArab ern überfüllt, die zumeist nach Mexiko oder Argentinien auswandern. Sie reifen mit jedem Dampfer in Gruppen, geführt von einem stamm-esverwandttz'n „Zutreiber" der betreffenden Schiffsge-sellschaften. Die Efendis kaufen den Grundbesitz -der Auswandernden zu Spottpreisen zusammen. Die jüdischen, mohammedanischen und christlichen Feiertage in Palästina anerkannt. Laut einer am 2. d. bekarmtgegelben Verordnung werden in Palästina am Freitag, Samstag und Sonntag, d. h. an den Ruhetagen der mohammedanischen. jüdischen und christlichen Gemeinschaften, keine Za'hlun- Die Kolonisation im Jordantale ist nicht so schnell vorgeschritten wie die der Täler Esdraelons und Jesr e e l s. Das liegt daran, daß das Klima der letzteren beiden Täler ein angenehmeres ist. SkS genießen die kühlen Nachmittagswinde, die vom Mittelmeer herüberwehen, und, obgleich die Zeit des Wachstums nicht so lange anda-uert wie im Jordantale, so besitzen sie doch andere Vorteile, die zur Begründung der sich schnell entwickelnden Kolonien in N a h a l a l, Balfouria und Nuris (letzterer ist der Kollektivname einer Gruppe von Siedlungen — Gewa, En Herod, Tel Joseph und Beth Alpha genannt) geführt hat. Die NnriS-Kolonie hat eine Ansiödlerzahl von über 600 Menschen. In diesen Kolonien ist für die Irrigation eines Teiles des Bodens durch Entwässerung der im Talgrunde befindlichen Sümpfe und Bloßlegung der Quellen Vorsorge getroffen worden, indem die auf diese Weise gewonnenen Wassermengen vermittelst der bereits bestehenden oder im.Baubegriffenen Irrig atronsanlagen nach den in Frage kommenden Punkten geleitet werden, wobei nach einem Plane verfahren wird, der die künstliche Jrrigierung eines Teiles der Farmen und die natürliche, durch Niederschlag besorgte des anderen Teiles vorsieht. Bon großem Nutzen für die Entwicklung der Kolonisation wäre es, wenn hier noch ein weiteres Terrain k ä:: f l i ch erworben würde, um so die bestehenden Kolonie:: miteinander zu verbinden und um über einen weiteren Teil des Tales, das ebenfalls der Entwässerung bedarf, die Kontrolle zu getvinnen .Dadurch wären die Möglichkeiten eines koordinierten Planes der Ent- und Betväfferung gegeben. Auch die sanitären Verhältnisse würden dadurch eine entschiedene Verbesserung erfahren, indem durch ar:danernde Entwässerung verhütet tverden würde, daß die Nachmittagswinde, welche vom Nittelmeer herüberwehen, die Mücken von >den Sumpfgeländen nach den Farmen hi übertreiben. Landwirtschaft ohne Irrigation. Beeinflußt von dem Fortschritt, der von ihren jüdischen Nachbarn in der wirtschaftlichen Kolonisation gemacht wird, irrigeren jetzt auch die arabischen Landwirte um Jaffa herum ihre Orcm-gerien und Garten; in den übrigen Teilen -des Landes jedoch betreiben sie ihren Ackerbau zumeist ohne Irrigation. Zwecks Anbaues von Getreide, ihres hauptsächlichen Bodenerzeugnisses, wird das Land mit dem primitiven Pflug ihrer Vorfahren bearbeitet, das Korn unter Zuhilfenahme von Sicheln gemäht und in der biblischen Form mittels Haustieren gedroschen. Die Bergabhange worden mit Oliven, Mandeln, Feigen Md Reben bepflanzt. Die arabische Art des Ackerbaues hat während der Jahrhunderte keine Aenderung erfahren. Sie stellt eine Verschwendung an Arbeitskraft dar und untergrabt die Fruchtbarkeit des Bodens. Einzig und allein ihre anspruchslose und primitive Lebensart bedingt es, daß die Bevölkerung dieser Dörfer übscha-upt besteht. Der Kontrast zwischen der arabischen und jüdischen Axt der Bodenbewirlschastung ist höchst bemerkenswert. Die von beiden Völkern an geweideten Arbeitsmethoden sind um Jahrhunderte voneinander getrennt. Die von den Inden ohne Irrigation kultivierten Bodenerzeugnisse sind weit mannigfaltiger als die der Airaber. So bilden Frühjahrsgemüse, ägyptischer Klee und Rhodusgras wertvolle Futtermittel, die das Halten größerer Viehbestände ermöglichen und überdies den Boden fruchtbarer gestalten. Der Tabakbau ist vom finanziellen Standpunkt ans recht vielversprechend. Wie groß der Wert modernwissenschaftlicher Arbeitsmethoden sein kann, wird von den deutschen Farmern in Wilhelma bewiesen, deren TabaA» ernten drei - bis fünfmal so groß sind wie die in der Kelchen Gegend von den arabischen Pflanzern erzielten. Es steht außer Zweifel, daß, falls .es den zionistischen Kolonisten gelingen sollte, ihre Methoden der Trockenbewirtschastung zu verbessern, nicht allein der Ernteevtrag erheblich gesNgsrt, sondern gen fällig. Dasselbe gilt auch für die anderen religiösen Feiertage der drei Religionen. (I. T. A.) Kontingentverpflichiungm für die Landkampagne des jüdischen Nutionalsonds. Herr M. M. Ussischkin hat seine erfolgreiche Werbefahrt durch Europa fortgesetzt. Anläßlich seines Besuches in London sprach er auf einer Konferenz der aktiven Zionisten Englands und erzielte, daß dieser Land ein Jahreskontingent von 20.000 Pfund Sterling übernahm. Auch in Frankreich gelang es Herrn Ussischkin, eine Mion für die Sammlung von 800.000 Franken zu sichern. Amerika hat sich zur Aufbringung der imposanten Summe von 500.000 Dollar bis Ende Dezember 1924 verpflichtet. Ein neuer polnischer Konsul in Palästina. Der bisherige Leiter des polnischen Konsulats in Jerusalem, Legationsrat Dr. Adamki-ewicz, ist in das Außenministerium in Warschau berufen worden. Zum Leiter des Konsulats in Palästina-wurde Dr. Otto Huüicki ernannt. auch die Bebauung auf die weiter südlich gelegen«« Gegenden, in deinn der Niederschlag ein geringerer ist, ausgedehnt wevL-n kann. Die jüdischen Kolonie«. Bisher hat die ländliche Entwicklung noch unter dom Mangel des Faktors oder Einflusses gekitten, der in der Verwandlung der fruchtlosen Landstrecken Südkaliforniens eine so führende Rolle gespielt hat. Es ist dies der Mangel an Ansiedler» mit ausgiebigen eigenen Kapitalien, die imstande wären, mit ihren Farmen zu demonstrieren, was Kunst mtd Wissenschaft in der Form von geeigneten Arbeitsmitteln und Arbeitsmethoden zu leisten vermögen. Bisher ist den Zionisten daran gelogen göwosen, eine größtmögliche Anzahl von Farme» mit de« .geringstmöglichen Geldmitteln inS Leben ja rufen, anstatt -n beweisen, waS aus 'dem Boden und den klimatischen BerhSltniffen unter entsprechendem Kostenaufwand« herausgewirtschaftet werden könnte. BiS vor kurzen waren die politffchen Verhältnisse des Landes noch zu unstet, «m vermögende Männer zu veranlaffen, sich dauernd in Palästina. aidffiedeln. Das KolomsationSPvoblem bestand bisher darin, Leuten mit geringem oder gar keinem Kapital AnfiedttrngS- . Möglichkeiten zu verschaffen. Vor der Erteilung deS britischen Mandates bedurfte eS der Gewalt, sollten neue Kolonien gegründet werden. Galt «S das Land zur Ansiedlnug vorzubereiten, so mußten gleich Bataillone entsandt werden. Nur so war eS möglich die Arbeiter gegen Raubübevfälle und Belästigungen von seiten nurherziehender Bedmnenbanden zu schützen. DaS erste diese« taillmie bestand aus 100 Arbeitern. Diese.wurden als eine Arbeitergruppe entsandt, und als solche bei Wegbauten, Dvainierungs- und Feldarbeiten, Häuserbau uffv. beschäftigt «M> bezahlt. Die Umstände, unter denen diese Entwicklung vor sich ging, haben zu einer me-Mvürdigen Erfcheimmg ttt der gegenwärtigen Kolonisation geführt, die in dem Mangel jeglichen Abkommens zwischen den Ansiedlern und dem Keren Hajessod besteht. Obgleich daS Land besiedelt, Häuser errichtet, Farmen mit BiehbestÄrden bestehen und ausgebaut worden sind, besteht zwischen der Organisatirm, aus denen Mitteln und unter deren Anleitung all dies geschehen ist »nd den Anistedlerm kein schriftlich ftstgelegter Vertrag. Die von den Siedlern zu «ttrichtenden Mieten, die vom Keren Hafesiod zu EwtwickluugS«^ zwecken vorzustreckenden Gelder, die Höhe und FälligkaitSternrine der Rückzahlungen bedürfen alle noch der Festsetzung. Die Leistungen, die in der kurzen Peviode jüdischer An- . siedliung bei Jaffa, und ganz besonders die schnellen Fortschritte, die sei-t dem Entstehen der zionistischen Bewegung gemacht worden sind, lassen darauf, schließen, daß das jüdische Volk die Fähigkeit besitzt, diesen fruchtbaren Tälern eine, eigene Landwirtschaft und Kultur auszuprägen, die den gü nstigen Zeiten der Vergangenheit in keiner Weis« nachzusteheu braucht. Bon den 90 jüdischen Siedlungen, die in den letzten Jahren m Palästina erttlstanden sind, wurden 38 von dar Zionistischen Organisation bogründot. Bodenkomplex und BodemrMgniffe. Das gesamte in den jüdffchen Siedlungen unter Bebauung befiiMiche Areal beträgt 163.163 Morgen, deren Ertrag im Jahre 1923 wie folgt angegeben wenden kann: 93.606 Dunam Pflanzungen, darunter Ovangvrien^ don insgesamt 11.171 Dunam MandeWamugärten von insgesamt 31.507 „ WLnrsolder von insgesamt 16.704 w Olivenhaine van -insgesamt 7.568 ., Oliven- -und Mandelbaumpfla nzuu-gen don insgesamt 8.626 „ Junge Forstanlagen, vornehmlich Eukälyptusbämm; alte Waldungen, vornehnttich mit Eichen bepflanzt 2.347 „ Fortsetzung folgt.) Vollbeschäftignng der Grands Moulins de Palestine in Haifa. DaS von den Grands Moulins de Palestine in Haifa produzierte Mchl hat nicht nur -in -PMstm-r große Verbreitung göftttcken, sondern wird in letzter Zeit -in beträchtlichen Mengen auch nach Beirut und Tr:polis epparttert, so daß diese Rothschilld-Mühlen jetzt mit drei Schi-chten z« je acht Stunden arbeiten und somit ohne Untebbrechun-g ttr Betrieb sind. Die Bezolel-Artikel in Wembley. Die wachsende Nachfrage, welche sich nach den künstlerischen Artikeln d-r B e z a l e l- Werkstätten auf der britischen Reichsausstellung^ in Wembley zeigte, hat zu einer vollständigen Räumung der L age r in Jerusalem geführt. Die Bezalel-Werfftätten mußten vom Handels- und Jndustriedepartement «der palästmensischzionisti'chen Exekutive eine Anleihe ansprechen/ Sie wurde in der Höhe von 432 Pfund Sterling aus K e r e n - H a j e s s o d- Mitteln gewährt, um den Warenvorrat im Palästina- Pavillon vor: Wembley wieder zu ergänzen. der »Wiener Morgenzeitung", der die Bezugsgebühr für 1 Jahr im voraus bezahlt, erhält Außer der Jahresgebühr sind für Versandspesen 44 letz' „Geschichte der Mn in 3 eleganten Halbleinenbänden d e s „G r a t tz* noch v. K. 25.000 z u e «Ir i ch t e n 63811784