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Wiener Morgenzeitung · 1924-09-10 · Heft 2001 (10.9.1924) · p. [Seite]

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2001 (10.9.1924)
Date
1924-09-10
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Das Buch der zeit , * KW^rW EN mm ... Wta;Mr4en;#rigeh':Baraitot^efsfon^ii. A il b $c k; stellt’ die;.'f' Eifgebnisße4 “ Seiner imwischta ersohleneneH treffÜ6heüeiner schlecht verhüllten Tendenz 'Angegebenen ..Ergebnissen“ über höher-jjpd m^erwertägle Rass^; ./und jenen; wirklichen ForBcbuu^ibesuiMyn^. wie Äe hier,,/Wed Jer> miss und etwa von der Anthropologie her Felix von S u sc ha.nf andern, Nur Erkenntnisse,.v wie die Ueberzeu-. gurteleflem&sh daß „Wellen det.^ntl^e,hnun«!durch die ganze Welt gegangen sind, die irtt letzten Grunde auf' eine großartig einheitliche religiöse Weltanschauung zurückgehen“, daß, um zum Erweise dafür nur ein Beispielanauführen, das altorientalische Kalenderfestspiel in Puppeii-'und KaspeWspiülen nber^die ganze Welt gegang^ yii, i 'bis heute erhalten ist, daß Kulturniischung bei den j AnsiedluhgsverMItri'issb/dle'Zu-'ühd Abwähderung, die B-ewesentlichsten Kulturinstanzen vorliegt, so bei der Verbin- | völkerungsdichtigkeit, die Berufe der. Juden, .ihre Stellung „Unt e rs4i c‘hvung„en über die R-sdaKt!da...;de-i*■ 4M‘fs*c hJh'äu klalr MÄ übersiShtlioli'•zusammen. — Von den Vertretern der historischen Sektion gibt Fritz B,a e r in,, .seinem Artikel: „Ge m eiade un.d L an dj u d e n 4 c h a 1t‘\ Anen Beitrag, zur Gesohichte des jüdischen Organisationswesens, find Selma S t e r n in ihrem Aufsatz*. „Der Staat des Großen Kurfürsten und die J u d e n“, ein Beispiel-.ypn^der, geplanten mehrdän digem MÄWWoh üb er -den „P r M ß 1 s che Üi § t»a e t' und die Juden 1648-^1812". .Sie se.tzt„sich,das Ziel, das' Problem-der' Emdnzißatiöh von der staatlichen Seite Sehe bedeutende romane düng der sumerischen und semitischen oder der’Verschmelzung der; aHdndisdiem und arischen; Kultur,. können dem hohlen Kulturstölz einzelner Völker und der Allophobie oder gar der Verachtung einer andersgearteten Gedankenwelt den Boden entziehen. Der praktische Wert derartiger Erkenntnisse und ihrer Verbreitung für die menschliche Wohlfahrt darf füglich mit der Entdeckung noch so wirkungsvoller Giftgase in Konkurrenz treten. . Die Religionsgeschichte von Alfred Jeremias verbindet die Vorzüge einer selbständigen Forscherarbeit mit denen eines Lehrbuches im besten Sinne, des Wortes, das zusammenfassend zu tradieren, und Oberflächlichkeiten aufzuklären hat. Die zweite Auflage ist gegenüber der früheren durch die Aufnahme der mittlerweile gezeitigten Forschungsergebnisse und der Angaben über die jüngste Literatur, sowie durch’ die Beigabe von 22 geschickt gewählten und schön reproduzierten Bildern bereichert. Es -! scheint, daß technische Gründe, die der Verfasser in der Vorbemerkung erwähnt, es* verhinderten, daß alle Kapitel des Buches in gleicher Weise durch Beispiele aus den Quellen beleuchtet wurden. Und doch wäre es dem Ganzen sehr zustatten gekommen. Auch könnte eine synchronistische Tabelle der wichtigsten religionsgeschichtlichen Daten die Uebersiclitliohkeit und somit den Wert des Buches als Lehrbuch erhöhen. Denn als solches sollte es in keiner Bücherei eines Gebildeten fehlen. Dr. M. Rd. zif d6r‘Gesellschaft der Umwelt u. ä. LMaghchter werfen sollen. 7-7, Die Aufsätze sind zugleich ein , Ze.ugnls für .das hohe Niveau,: das unterscMedslös die PuiblMtiioneh der- „Akademie" kennzeio}inet; > .- R. Bodenstedts „Mirza Schalfy“. In diesen Tagen waren 50 Jahre verflossen, seit Mirza Schaf fy aus dem Leben geschieden ist. Es ist seinerzeit viel darüber geschrieben worden, ob Mirza S c h a f f y wirklich gelebt hat oder nur Bodenstedts Erfindung sei, ob dessen „Lieder des Mirza Schaffy“ demnach eine Nachdichtung der Originalpoesien darstellen. In Wirklichkeit hat Mirza Schaffy existiert und in Tiflis, der jetzigen Hauptstadt Georgiens, gelebt. In seinem bürgerlichen Berufe, Lehrer am Gymhasdum, hat er in der schönen orientalischen Stadt ein Gelehrten- und Dichterdasein geführt und in seinen Gedichten den Wein, die Liebe und das Alltagsleben mit philosophischer Ruhe besungen. Bodenstedt hat zwar nur diese Verse in die deutsche Sprache übertragen, die Uebersetztmg aber ist eine äußerst glückliche. : Sind Eckermanns Gespräche glaubwürdig? Die Bedeutung der Eckerriiannschen Gespräche mit Goethe steht außer, Zweifel, und tatsächlich ist aus diesen Aufzeichnungen flicht der unwichtigste Teil,von Goethes Leben und Schaflensweise rekonstruiert worden; aus der Anschauung heraus, daß hier ein einwandfreies Material vorliege, an dessen inneren Wert nicht gerüttelt werden könne. In den Abhandlungen der preußischem Akademie der Wissenschaft läßt mm Professor Julius Peters en soeben eine Studie, „Die Entstehung der Eckermannsohen. Gespräche und Ihre Glaubwürdigkeit“, erscheinen. Mit einer mühevollen und entsagungsreichen Kleinarbeit ist der Forscher dem Werdegang des.Eckermannschen Buches Stufe für Stufe'nachgeschritteh, in der kritischen Absicht, die subjektive Färbung von Berichten aufzuzeigen, die allzu' häufig als getreue phonographische Dokumente angesehen werden. Petersen hat dabei festgestellt, daß Eckermann rund 80 Prozent seiner Besuche bei Goethe nicht verwertet hat, daß er also nur eine kleine Auswahl danbietet, Treue und Unmittelbarkeit der Überlieferung ist, so' wird am Schlüsse der Untersuchung festgestellt, in den einzelnen Gesprächen ganz verschiedenen Grades. Kein Wort, Goethes, das Eckermann überliefert, darf als authentisch hingenommen werden, ohne eine Prüfung, welcher Ueberlieferungsschioht das Gespräch angehört. Sechs solcher Schichten vom unzuverlässigen. Hörensagen bis zum sicheren Protokoll gruppiert Petersen. Damit entzieht er Eckermanns Aussagen die strenge historische Glaubwürdigkeit und rückt sie ans der Sphäre des Kanzlers- Müller fort in Bettinas Nähe. Freilich bestreitet seine Kontrolle jene innere Glaubwürdigkeit rieht, die eine an Goethes Menschentum vollgfcsogene Person wie Eckermänn verbürgt, wenn Petersen auch der künstlerischen Kraft ih Eckermanns Redaktionstätigkeit nicht volle Gerechtigkeit widerfahren läßt. Houbens neue Funde aus Eckermanns Nachlaß, die Petersen noch nicht benutzen konnte, werden zur Nachprüfung der Resultate seiner wichtigen und in Zukunft unentbehrlichen Studie willkommen sein. DAS BUCH IM URTEIL DER ZEIT ELBEMOHL Papierfabriks- und Verlags-Gesellschaft Zentralbureaus Wien, I. GrUnangnrgasse Nr. 2 Erzeugen alle Papiersorten, holzfreie und mittelfeine KanzleI-> einseitig glatte Plakatpapiere, Pellüre, Löschpapiere, .einseitig glatte Superiorsorten ubw. usw. ‘John Keats, „Briefe an Fanny Brawne« 1819—1820.“ 1924. M li s a r i o n - V e r 1 a g. München 1924. Literarische Briefsammluugen hat eigentlich erst dieletzte Zeit richtig zu werten gelernt: man hat erkannt, welche menschlichen Schätze in diesen Dokumenten ruhen, in denen rieh bedeutende Persönlichkeiten unbehindert.. von jedem literarischem Zwang aussprechen, Es mag fraglich sein, ob dies letzte auch bei den vielbekannten Briefen Keats’ an Fanny Brawne zu trifft. Ihr Wett bleibt von diesen Erwägungen unberührt: er liegt in dem Ausdruck der zehrenden Leidenschaft des selbstquälerischen Dichters, und selten wie hier empfindet man so stark den Wechsel zwischen ..himmelhoch jauchzend“ und „zu Tode betrübt“ in einem liebenden Dichter herzen,, das sich zu Schwach fühlt, um den -Ueberschwang des alles andere verdrängenden Gefühls zu ertragen. Todesfurcht, die sich bekanntlich als nicht unbegründet erwies, spielt in diese Liebe hinein, die eine Liebe zur Schönheit ist, und däs Bild des Geistes tritt uns aus diesen Briefen entgegen,, die die spätere Kunstajischauung der Viktorianischen Zeit entscheidend beeinflußt. So haben Keats’ Liebesbriefe stets ihr Publikum. Eine Neuausgabe ist soeben im Münchener MusarIon- Verlag erschienen, in sorgsamer Übersetzung von Dr. Adolf G;ir s<ch! c-k. Ausstattung und der schöne Druck verdienen . alle Anerkennung. - —eer. Das „Korrespondenzblatt des Vereines zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums“, dessen zweites und drittes Heft vorliegt, enthält'eine Reihe von Aufsätzen, .die, äus den Arbeiten dieses Forschungsinstituts hervorgewachsen, geeignet sind,. das Interesse der breiten Öffentlichkeit auf die Leistungen dieses Instituts zu lenken. Aus der talmudischen Sektion kommen Artur Spanier und Chanoch Alb eck zum Wort. Ersterer, der. Verfasser des Buches „Die Toseftaperiodejir der..tann|ii|sche.n Literatur“ behandelt in( seinem I AufsatzfP r ob-le«i e d er M i s ch n a,;- Kr it-1 k. Die?£e-. |j me^nsdiaftsarbeiti und * <üe individuelle söMift£tellerißche: *' Tätigkeit in der;Mischna, R. Akibas und R. Meirs Einwirkung!auf die Entwicklung der Mischna, die Redaktionsniethoden des R.- Jehüda-h%nasi,.. die Beziehungen zwischen, und Toseftä, und erörtert das Verhältnis der To-, SOEBEN -ERSCHIENENl, ERNST SP I T z Ein setisätiofteÜer Bericht über die Kette Oesterreichs Mit einer Erwiderung der Direktion des lande*« fl gerichtlichen Gefangenenhauftea ^len broschiert : K ö. 20.000 Halbleinen i Kö. 35.000 t-w.'r. t ' « f* * *? v SÜ / |..j . Dautsoh von Raoul Auerehelmer |:lj DeV berOhmte Dramatiker erstmalig als Erzähler Geheftet K 35.000 // Ganzleinen geb. K 68.000 fil " Walther Giblitz ' . Die Tsiufbahn brr jungen Clothildr '' l-Iteraturprels 6er Sta6t Wien 1924 Geheftet K 40.000 7/ Ganzleinen geb. K 60.000 Maurin Baring / Dir ... Deutaoh von RIehard Hoffmann 1 Ein durch originale Komposition einzigartig dastehendes Werk Geheftet K 4O.OOO j) Ganzleinen geb. K 60.000 I Unsere liebe Frsu von der WriLhrit Deutsch von Hans Jaoqb Der grosse Balzao-Prets 1924 Geheftet K 40.000 // Ganzleinen geb. K 80.000 m ALLEN BUCHHANDLUNGEN PAUL ÄSOUNAY VERUAG / WIEN KATALOGE £. AUKTIONEN , Karl W. Hiersemann, Vorlag Leipzig, Königstr. 29. Jüblläumskatalog. Zur 40. Wiederkehr des Grtindungstages übergibt der Verlag seinen Freunden einen Jubiläumskatalog, der, mit zahlreichen Bfldem geschmückt, die wesentlichsten Verlagswerke enthält und damit' zugleich auch einen historischen UeÜ erblick über, die küristierischeh und wissenschaftlichen: Leistungen bietet. Besonders Wertvolles hat der Verlag auf dem Gebiete des alten Buches geleistet' und dem Antiquariat wesentliche Impulse gegeben. Nicht uninteressant ist die Geschichte des Verlages Hiersemann, die in einem kurz gefassten Vorwort behandelt Wird, Stets hat -die Qualität und der innere Wert den Werken des genannten Verlages seinen Charakter gegeben. NEUERSCHEINUNGEN Paul B ekker: „Wagner, das Leben im Werke.“ 1924. Deutsche Verlagsanstält, Stuttgart, Berlin und Leipzig. 0. Bütow: „Der Zwiespalt des Abendlandes.“' 1924. Verlag: E. u. 0. Bütow, Braunschweig. „Hdrmann Cohens jüdische Schriften." (3 Bände.) 1924. Verlag: C. A. Schwetschke u. Sohn, Berlin. Wi Fabian: „Das Schöpfungswerk.“ (Moses I. Kap. 1—3.) 1924. Verlag „Menorah“, Wien II. A1 - G h a z a 1 i: ,J>ie kostbare Perle ini Wissen des Jenseits." 1924. - Orientbuohhandlung Heinz Lafaire, Hannover* M. D. Gross: „Hamilon Hasohalem,“ (1. Teil.) Hebräischdeutsch. 1924. Verlag „Menorah*4, Wien II. Artur Haas: „Das Naturbild der heuen Physik.“ 1924. Verlag: Walter de Gruyter u. Go.. Berlin. Heinrich Jürgens: „Coueismus und NeugeiStpfäris,“ (Praktischer Ratgeber für geistige Selbstheilung.) 1924. Verlag: Johannes Baum, Pfullingen in Württemberg; Karin Michaelis: „Die sieben Schwestern.“ 1924. Verlag: Gustav Kiepenheuer, Potsdam. Alfons,Paqu et: „Die neuen Ringe.“ (Reden und Aufsätze zur deutschen Gegenwart.) 1924. Frankfurter Societätsdruck-erei, G. m. b. H„ Frankfurt a. M. . Gerhart Pohl: „Deutscher Justizmord." 1924. Verlag: Ernst Oldenburg, Leipzig. Hans Graf von Pfeil und Klein-Elllgu th’c ■'■Jüdin Kaiser.“ (Der Fall Zedlitz-Trützschler und Wilhelm II. wahres Gesicht.) 1924. Leipziger Graphische Werke A.-G., Leipzig-Reudnitz. Franz Spunda: „Das ägyptische Totenbüch.“ 1924. Rikola-Verlag, Wien-Leipzlg-München. Adam Smith: „Der Reichtum der Nationen.“ (I. und II. Band.) 1924. Verlag: Alfred Kröner, Leipzig. Emil Szittya: „Klaps.“ 1924. Verlag: Gustav Kiepen-. heuer, Potsdam. - , Ernst, Wi e eher t: „Der Totenwolf.“ (Roman*) 1924. Verlag: Habbel u. Naumann, Regensburg und Leipzig. Prof. Dr. med. F. Winkler: „Gesuttdüng durch Erziehung.“ 1924. Verlag: Johannes Baum, Pfullingen in Württemberg. Die Größbubhbin^eret F. RoltliigeMr» Wien, XII., Niederhofstraße 37—39, empfiehlt ÄLh zur Anfertigung von modernen Verlagsbänden und Handbänden für Private und Verelnsbiblloiheken. (Entgritlich.), DER BÜCHERMARKT . Das Geschenk zu! Rosch-Haschana Der Jüdische illustrierte * Ab ral ss-Kalender fUr das Jahr 5685 AUS DEH INHALT! Kalendarium / Daten der Jüdischen a Geschichte bis zur Neuzeit / Bildniese berühmter luden / Reproduktionen jüdischer Kunstwerke / PalüsSnakunde in Wort und Bild. Preis'fflr Deutsch!. M. 2.50, für alle übrigen Lander 60 amerik. 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Auf 800 Selten erstehefi Bilder von tausend Menschen. Mit tausend Schicksalen — und in ihrer Mitte, durch ihre Gruppen wandelt, kämpft, strahlt ein einzelner. .. . nämlich aas Genie ... Ich kenne kein Buch, das er mit gleicher Kraft hundertfältig malte... Brandes packt alles das nicht, zusammen, sondern , breitet es aus;.. Er leuchtet.in alle Gänge... neben dem Sachwissen fühlt'man einen genialen Lästermund ,. . . Er schuf hier sein grösstes Buch. — „Ein Wunderwerk“ OEORO BRANDES MICHELANGELO Mit vielen Bildern. 3. Auflage. 450 Selten Lex.-Oktav r Halbleinen K 240.000 ... Der Künstler Michelangelo ist für Brandes nur der Mittelpunkt eines gewaltigen Zeitgemäldes, in dem . er fein lebendiges Bild Italiens fast während .zweier Jahrhunderte entwirft. Diese Schilderung ist Vön einer so packenden Lebendigkeit und, trotz allen Beiwerks, meist so aktiv entwickelt, dass das ganze Werk am besten,fast als ein Roman.von Michelangelo zu charakterisieren wäre. „BERLINER BÖRSEN-ZEITUKG“ Zu beziehen durch: IMi nJac«^a Bufciihftnöltmg und khtiifuftriat RÄtll Uttü "tägCI1. I, Flelfchmurkt 1. , Wien, II. Tabprstrasse 20a

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