Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2000 (9.9.1924)
- Date
- 1924-09-09
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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4 2000 Wen, Wiener:,, Morgenzeitung. 9.Septem-ber'1924 Schach. Wll-e Zütschriften find' zu richten an Fvitz Mim,-2. Boz., Pvatevsivaß-e 41. Ausgabe Nr. 19. Paul Gräber» WeiSUrrgau. Schwarz: LS5, Le», eö. <3 6, <37, s4, e6 (7 Steine). d Weiß. WNtzr Ka8, VS8. Tel, Lai, hl, Sg6, Bb3, b», c 3, f 3 (10 Steine.) M-itt in drei Zjtgen. DD Zwei DoPpelverMstattunge«. Die Spiele auf, dem RaPid^Platz und auf. der Hohen Warte erfreuten sich eines sehr guten Besuches. Die Sensation war entschieden die Hcckoah, obwohl sie am ersten TM durch die SiMmering-er eine unglückliche Niederlage erlitt. Die jüdische Mannschaft .brachte aber auch einen Angriff chemus, 'der Mnz unglaubliche - Leistungen verbrauchte. Den Pokal gewann Simmering, während sich die Hakoah 'den Trostpreis holte. Aus der Hohen Warte hätten von Len AuSlaNderN nur die Spanier einen Erfolg zu verzeichnen, da sie die durch Ersatz geschwächten Amateure schlugen. In den übrigen Spielen blieben-die Mener'Vertreter siegreich. '• \ MrtrMur-PaMe Nr. 18. ' Weih: Ein Bürgerschüler. Schwarz r Ein. Volksschüler. Königsgambit. 1. s2— 6 4 e;-eB 9. Lc4X*7 Ke 8X*7 2. kS-54 S7-ä6 10. S f 3—g 5 Kf 7—e8 3. 8 gl—k8 «bxk 11. D dlXg4 Sh 5—f 6 4- Lll-ci Sg8—f 0 12. Dg4—c8 D d 6—d 8 5. o-s li c 8—gi 18. Tfl-el L f 8—e 7 e. d2—d4 c7~c6 14. TelXe7 K 6 8Xe 7 7. s4—eb s'fe-hö 15. Dc8-e6 Ke7-f8 8. e bXä 6 D¥8Xd6? 16. De6-f7# . Nachrichten, . Die VorstandSsitzutzg des Oesterreichischen Schachverbandes findet Dienstag den 9. d., im Klublokal der „Hakoah", Cafe Rabel, statt. Die Spielleitttsttzung ist Mittwoch den 10. d. im Caft Universal. Alke Vereine werden dringend ersucht, ihre Ver-> trettr zu entsenden, da es sich hiebei um die Nennungen zu den MeisterschWskämpfen hMdelt. Der „Äulatemschachklub" und der „Landstraßer Schachbund" haben sich zUsammengeMossen. Schachmeister Alexander T a k L c s gibt seine Simulantenvorstellung Mittwoch im Cafe Dänemark, 3. Bez., Praterstraße. u ''W-■ -' Briefkasten. ■ Salamoa R.» Gisna r Diesmal nicht, wenn ein Problem keine Varianten hat, so müßte es sonstwie hervorragen. — Salomort Gr.r Bisten Dank, wird verwendet. Paul G.: Die Varianten sind ganz hübsch, seien Sie aber künftighin Mit den schwarzen Bauern sparsamer, denn diese werben nicht als Vertetbigungssteine angesehen, ... Schiedsrichter Haber- Dumfer, Simmering—HaLoah 7 r tz (5 :3).. Unglückliche Niederlage des jüdischen Vereins. — Drei Spieler verletzt. — Hakoah spielt die zweite .Hälfte mit zehn Mann. Rapid-iPljatz. l&ÖOO Zuschauer, leiimr. Simmering: Waner; NiodI, MM; Vukeisch, Ehrlich; Urban, Dams, HoMrth. 'Zilllhrmvr, BiertÄ. Hakoäb: Fabian; Grünfeld Mewitus, Scheuer), Poft-ak; Fried, Guitmanu, Heß; Neufrld, Schwarz, Häusler, Eisenhöffer, Wortmanu. Der Mische Verein verlor zwar den Kampf gegen die Sirnmeringer durch 'eine Verkettung, Mglücklicher Ä-mstände, doch muß die Niederlage nicht allzu schwer genommen werden. Der zum ersten Male in seiner stärksten AwWelluUg antretende Angriff bewies nämliche ein so hervorragendes Können., daß es sicher ist, daß der jüdische Verein, wenn er vor Spielerverletzungeu bewahrt Aeiibt, in der Meisterschaft eine auLge- Aeichnete Rolle spielen wird. Weniger Günstiges muß leider von der ganzen Hintermannschaft, mit Ausnahme Fabians, gesagt -werden. Der Torhüter verrichtete trotz der -Men Treffer, die ihn: die Simmeringer schossen, ganz ausgezeichnete Arbeit und. hätte keinen einzigen oreser Seifte halten können. Um so, schwacher waren dafür die Verteidiger. Lewitus war beängstigend unbehilslich und Gvünfeld nicht viel besser^ Erst iDcheuer. der nach der Pause eintrat, verlich der Verteidigung etwas Hält. In der Deckung wurde G-utünann schon nach' drei Minuten verletzt. Er erlitt eine Mßg-ueWwünde auf 'der Stirn,. die genäht werden mußte' und konnte dadurch s-eWverstäMich nicht weiter spielen. Damit war auch die Deckung, trotzdem Grünfeld als iLäuser bedeutend besser war als in der Verteidigung, so .siembich k>ahmgelegt. Poftar spielte zuerst Verwidiger, versagte aber in dieser Verwendung nahezu vollkommen. Als Frie>d noch in der ersten Spie'chWte verletzt Wurde und au-sscheiden tMßte. nahm PoltM dann feinen Platz ein upd war m der DeckMg inMerlhM'''besser als in der Verteidigüng. Hetz Mv oHeiitlichnäch dem Uusschalten Gutt- -manns der beste Lällier, doch will-dies bei der mäßigen Form, die die Hi-nte-MaMschaft der Hakbcch in diesem Spiel bewies, nicht viel besagen. Um iso besser war der Angriff. Häusler ist der MittölstÜLmer großen FarMtes geworden, nur geht er in der UneiiaerrnMiMt' zu wM und MMU. auch pewr er gute .. ' " ''" P Schußgelegenhoiten hat, den Ball seinem Nachbar. Erfenhosier ist durch seine große Wucht uich Durchschlagskraft , für den! bisher weichen Hwkoah-Ängviff. eine äußerst lvertivolle Aqnij sition. Er besitzt großes SchußlvetmCgen, das ihn dazu derleitet, aus allen EnHernnugen, selbst wenn e>r freie Bahn 1 und vorle-ufen könnte, aufs Tor ^u feuern. Dadurch erleichtert! er dem gegnerischen GoaMter dre Arbeit. Schwarz übertrifft! seinen ehemaligen Vereinskoftegen fast »och än Schußkraft.- Solche Tore, wie er So-uartag erMte. waren in Wien schon lange nicht zu scheu. NeuM spielte, so lange er als Flügel- - sturmer tätig war, gläuizend. In der Verteidigung kam er' wenig zur Geltung. Der junge Worünrcmn Wyrte sich als Linksaußen fchr vorterlhaft ein. Er MÄt mit großer Äelberlegung und gleicht dadurch seinen Mangel an Schnelligkeit, aus. . . J Die Simmeringer spielten nicht schlecht und wenn eiWaS, ihren Erfolg als Verdienst erscheinen lassen baitn, so ist eS der! Umstand, daß ihre Mannschaft, trotzdem auch Sei ihnen der Angriff der stärkste Teil war, bester ausgeMchen war. In der WerteMMng war MuM, in der Deckung MMch der beste Mann. Im Angriff spielten Horvath und fSom« hervorragend. Trotzdem nran nicht bchaupteu Mute, daß roh aefpielt wurde, war -der Kampf durch die schwache Ieii-tung doch zeitweise allzu scharf. So wurden, wie erwähnt, bei der Hakoah' GuttM'ättn, Med und Lewitus außer Gpstcht gchetzi. Die Simmeringer wieder verloren durch VeMHungen Mlbau'w,' Riedl und Dumiser, die aber weiter spielten. ' Die Vereins« leitung ^der Simmeringer beging die grobe Llufportlichkeit, der Hakoah in derzweiten SpieWMe sie Evchtellnng eines Ersatzmannes für Fried zu verweigern. Als sie sich es dann mit ,zchn Mann. Dennoch hätte sie wahrscheinlich das Spiel ge-: Wonnen, wenn nicht der. Fehler begangen worden wäre. Neu«; seid in die Verteidigung zurMzunchmen, die dadurch wenig! gewann, während der AngM entpfmdlich geschwächt wuvbe.; Der .SpiolverLanf war folgeiüdvr: In der dviiten Minutewird Guttmann -verletzt, doch erzielt bald darauf die Hakoah i durch Schwarz die Führung. In der neunten Minute gkht- -ein wahrer BoMbens-chuß EisenlMerS ins Netz, doch ist noch in! derselben Minute Dams nach einem Fehler PouakS erfolgreich. Es dauert nicht lange und Schwarz schießt nach guter! Vorarbeit Wordmanns ein weiteres Tor. (17. Minute). ' Die' iSimmeringer kommen nun stark auf. Die schwache Hakoäh-! Hintermannschaft hat schwer zu arbeiten, und es dauert nicht' lange, hat Horvath einen Treffer aufgcholt. Lewitus und! Fried werden verletzt und die Siimnerin-M schießen nuninnerhalb von fünf Minuten drei Tveffer. Zweimal war^ Danis. einmal Uvban der gNEche Schütze. Nach der Pausegelingt es beür nrit ungeheurer Begetsterung prellenden Ha-. koahMugrifs, trotzdem der Wische B-ersin, wie erlvähnt, Nur gchn Leute zur VevOgupg hat, iunechalb fünf Minuten nichterrmgen. In nur den AusMch. sonldevn sogar die Führuno der drrtten Minute schließt Wortmann eine schone Einzelaktion^ mit einem erfolgreichen Schuß ab und gleich darauf schießt' Schwarz Auen uMMaren Treffer. Die Hakoah begeht nun .* " - Mantel-Belom t42 cm breit in allen Farben bt&ft« Gopyttght Lesterhelb & (£o. Äcrlag, Beklin. fil« Fottsetzunz. tm Mdchm im Rebbl. Bon Josef GolloiM ' " ' ,Knf de-m Kamin sieht eine Photogräphie", sagte [te Au 'HaMey. Mollew Sie die Güte hahettr sie m ir zu bringen?^ - ' Der Juispektbr erfWe de-vwMderi De BWe Ach he- . trachtete die Photographie. . Es war eine Frau von aiemmMMr GHWM! " ' „Herr Hchobch" sMe M-oeu, ,/diese WoitüMphie ist nur eine kalte wimt im Vergleich zu Naidos früherer Schönheit. Wenn ich au ihren Ausdruck denke, aW sie Di-oline spielte! Jshre Technik Mr -vollendet; sie konnte M n-ebeiv Kreisler Höven lasserr! Wer das Ächm nnd etwas in Wer NWup W sie verbittert gegen die Mttschen. Si-e konnte düs nicht in ihvean -Spiel verbergen, Si-e gab die Ko-nzevte ans nnd wurde meine Lehr-emr. Mein Vater und ich fKMn, daß das Leben sie schlecht bc-häudÄt hatte, Md wir voolltÄN sie das vergessen utachelr. Wir «glaiNMn zuerlst es llägv Ehr nichts an uns. Dann eines Tages ... bitte. Liebste, gch* nicht weg . - . 'beit Naida, die bisher am Fenster gestanden hatte, ging jetzt zur TÜr. ,,-Eileen," sagte -sie, „w-as du hiev evzühlen willst, hat keinerlei Wert für Herrn Hawleh, nnd mir ist es sehr NM angen-chm, smern PriMtleben vor ihm Msgebreitet gu - „Nabda! Du hast so viel für -mich geitan, däsi ich nur bitt-eu kann, noch dies ivienige All tun. WM/WW"- Naida W-eb schweigend. „Eines, Tages", fuhr Meen meitfe fort, -Mbeilete ich allein iiUv 'Labovatorinnt nwimS' Vaters. Wir iwohnten damals in unserem Landhaus in Eoneo>vd bei Vostott. Der Bunsenbrenner brannte unter -einer Retorte, die ich -m-i-t einer WüssigM geWt hatte. ES «war eine nmrt-rWtche -Hitze, die mich einMaferte. Während ich s-chl-ies," fuhr sie wteimloS fort, „kochte die WissWeit über, eniMumte sich > amd setzte daS Labovackovillm in Brand. Rur Midw evav zu!vM M«s A SB s*& düs Keuer bmmTe. Sie stnrzte her^ ohne auf dis Gc-- fchr zu achten, während ich anscheinend drwch die Gase und den Rcmch betäubt war, versuchte sie vergebens!, mich aufMwecken. Dünn nahm sie >mrch in ihre Arme Md schleppte mich hrnäns. RMgKUM Mögen! die MemWiiien in die Lust.,? Eileett rang nach Atem, üM mr >M grPer Miihe konnte sie weiter sprechen. „M ste an Mev großen Flasche M Mure vorbei- -käm, expliomevte diese Und überschüttete -ihr Gesicht und Hände otit der brennenden NüsWe-it. Ich war zufällig durch meirm Kleidung geschützt. Sie trug MiH inZ Fvsie und siegte Mich ins Gras. Die Na-chbarn fanden mich dort Md brachten mich «wieder znm BeiwuWU Ach ftagte nach Raida. Siewar berschiMNdeN. Wir suchten isie We-ra-ll, konnten aber kolne 'GpurMn ihr-finden. Da wurden wir eines Tages aus BvockM van einem Arztz den wir kannten, aingarustn. Er teilte MZ -mit, daß die Dame, die er öfters bet uns Vioil'ine spielen Hörde, mit furchtbaren BraudwMden im Gesicht' und an den Händen bei ihm in Bchaudlung sei. Ä Hatte ihren Namen verschwiegen.. Vater Und ich beuchten sie. Sie wollte uiernaud mchr sehen, seit sie wußte, wie entstellt ihr Gesicht 'War. Mir ihr religiöses Gefühl hielt ste davon ab, SÄbstmord zu begehen. Mr hatten die größten Schwierig- Knten, sie zur Mckkehr zu bewegm .. Ween strebe die- 'Haud aus und schob zärtlich den» Schäl-von NaidüZ Gesicht. „Na-ida — rief sie keuchend „Me tu es für Mich . . . tHaE-h blickte in das 'einst so wünderbolle, setzt von schrecklichen bra-u-nen- Wecken entstellte Gesicht. Er -konnte den Anblick nicht Mtvüjgett. „Nein Wte,: sehen Sie sie an", sagte Eileen stehend. Als er noch einmal hinsah, hatte WM die Handschuhe von denlaugen, fö-i-Mr Händen der MMerin gestreift. ,^Schvn Sie diese -Hände Und Finger. tot,. Herr Hawley," fuhr sie erregt fori, „ich habe sie beoibachtet, als sie die Geige hielten. -Jetzt schmerzt es die M-nger, die Sa-ffen der Violine zu drücken." / Mit u-mnÄlcher Zärtlichkeit legte sie Naida's F-iuger auihre Wanyttt; zum evftennwl seit ihres Vaters Tod WlM WvGMn in M. Mögen. „Jc , stand auf. Gr war in großer VMegeMff. ' weißnicht, was ich davon denken soll", sagw er kopffchütbelnd. ^aUl-ein Sangree, ich verstehe die Gefühle, die .Ihnen Fräu-lern Goodrich entgegenbringt, und ich hoffe, daß es Ihnen gelingen witd, die MW, die sich in den letzten vievundzwanzig Stunden ereignet haben, aufzMären. Wenn Sie sich zu einer kllWn -Unterredung mit den beiden Männern, die draußen ^warten, bereit erklären würden, könnte die Sache in Mnigen Mmten erledigt Mn. Must wird es füp MS alle pemstch werden." , >• : Vevov ZWda sprechen konnte, sagte Eileeu: - „Ich fche, daß es Mvas Erstes fchr Muß, Her« Haiwleh. Ach glaube, ich' Habs das Recht zu entscheiden, ob ich Auhöven darf. MW, lassen Me vie Männer -hereinßomnwn.^ , Hawlch 'war uneEschlvsiech sch und heMst-däs Ammer. - O - c er etv DVaizehintss Kapitel. ,! Amchoüse Reach. Gleich darauf kam Inspektor Halwl-ch mit e-inevt kr-nmmbeinigjem Even Manne, dev den Eindruck eines SchiffSka-piOns machte, >i« das Zimmr zurück. Dieser dvehjjs verlegen Minis Mütze in der Ha-nd, und mau merkte ihm an, daß ihn «eine emste Angelegenheit Hiechergsführt haben mußte. ,-KapiM Hlgganove," stellte Hawley ihn vor, „frühem LO der Austvalien*Linie. Das ist Fräulein Goodrich." ©er, Kapitän verbeugte sich wüMg. \l ,/Und Fräulein Scmgree", fugte Hadvleh hinzu. '"- ' Der alte Seemainn dvehte sich z-U ihr mr, nickte uni wandte sich uckvMüMch ab.' „Wollen Sie den Damen erzMen, Kapitän, was sich in ihrmn Hanse ereignete, Mt Stveeter bei ihnen ei>n^og?" forderte dsv Mspektor ihn äuf. Dev Kapitän wandte sich ausschlWich au -Eileen, die Nai-da zu sich -heraugezogen hü'tte. „Seit ich meinen Dienst verließ, Fräulein Goodrich» führen metrve Frau Wb ich ein kleiueS Hotel für Seeleute in Redman-8 Road. Mit sieben Jahren wohnten wir da in Ruhe wnfc Mtzn invch Nie Wer unMe Gäste zrr klagen. 9499