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Wiener Morgenzeitung · 1924-09-09 · Heft 2000 (9.9.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2000 (9.9.1924)
Date
1924-09-09
Page
Seite 5 (sequence 7)
Language
German
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Wien» Didns-tag - Wiensv Morqenzeitungz MKkÄck. Das Auto A 462-fuhr mit einer Stnndengrschwindiri» 2c£4i0ti ,60, Kilometer, mit dem Perso-nenauto des General i^Lktors Ludwig Polgar, Wien, 19. Bez., Krottenbachgasse' 88, zusammen. Bei dem Zusammenstoß, der mit furcht- Laree WMterfolgte^ erlitten Generaldirektor Polgar und gewisser Josef S p e r n i tz, Wien, 19. Vez., Grinzinger- Eraße 75, schwere innere L^rletzungen und einen 11nter> fcherckelbruch. Auch der dritte Insasse Ludwig Scheller, Erlitt einen Oberschenkelbruch. Die Verletzten wurden nach V<>drn gebrachr, woselbst Polgar an seinen schweren Verlegungen starb. Schuld an dem Unfälle trifft den Lenker delk Autos A 462, welcher mit einer übermäßigen Ge- Wvindigkeit die Straßenkreuzung passieren wollte. Beide A-ltvS wurden erheblich beschädigt. Wien, 9. September. * Tchachmeister Blackburns gestorben. Ars London Jötfl» uns berichtet: Der englische Schachmeister I. H. Blackoirrn^ ist im hohen Alter von 88 Jahren verstorben. Er war einer der hervorragendsten Vertreter Englands im vorigen Jahrhundert und hat sich auch oft an internationalen Schachruinieren mit glänzendem Erfolg beteiligt. Blackbnrne war auw ein hervorragender Theoretiker der' älteren Schachschule und - ein ausgezeichneter Prob'leMkomponist. ' * Von einem Lastenauto getötet. Der 29jährige Hilfsar.bnt-r Franz Broach wurde Montag vormittags von einem Lastenautomovil niedergestoßen und überfahren. Er erlitt schwere Verletzungen und starb im Spital. * Unfall durch ein Auto. Der zwölfjährige August Ohrn«r wurde, Sonntag auf der Heiligenstädterstraße von einem Ao.tc mehrfach verletzt. Die RettungStzesellschaft brachte ihn m die elterliche Wohnung. ' Nicht aufspringen! Der 45jähriae Beamte Richard G?^ nran n sprang Sonntag vor dem Sudbahnhof auf einen fahrenden Stryßenbahnzug der Linie 4 auf, glitt ab und verletzte sich erheblich. Die Rettungsgesellschaft'brachte ihn ins Spital. * Die Lebensmüden. Die 16jährige Hilfsarbeiterin Amalig P. nahm in der Nacht zum 8. d. wegen Familienzwistes Lysf-l. Die Rettungsgesellschaft brachte sie ins.Spital. — Die 17jöhrige Hausgehilfin Hilda K. sprang Montag mittags in KMenbergevdovf in die Donau. Sie wurde aus dem Wasser gezogen. * Todesurteil gegen drei Pogrombandenführer. In uman fand dieser Tage der Prozeß gegen eine Pogrombande statt, vre unter dem Namen Dereschtschuk-Bande zahlreiche Juden ahgeschlachtet hat. Unter anderem hat die Bande auf emer Landstraße eineachtköpsige jüdische Reisegesellschaft erschau. Der dieser Mördergesellschaft angehövende Bandit Kalastuk pflegte sich einen Sport daraus zu machen, je zwei Juden hintereinander zu stellen und mit einem Schuß beide zu durchlEeu. Das Haupt per Bande, Tereschtschuik, und zwei' weitere Anführer„wurden zum Tode, die übrigen Mitglieder der Bande zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. (I T. A.) .4,* .Dir.Ueberfälle auf Juden in Pose». Aus Warschau berichtet I. T. A.: Auf die Interpellation des jüdischen Parlamentsklubs wegen der Ueberfälle des Posener Straßenbanditen S-eitretarczik erteilte der Justizmiurster folgende Antwort: Gagen Sekvetarczik werde die Anklage in 4 6 Fällen von, I u d e n m i ß h adl ungen erhoben. Inzwischen sind wertere Anklagen in Behandlung genommen worden. Svkretarczik wird jedoch -aus freiem Fuß belassen, weil er einständiger Einwohner Po-seus ist und keine Fluchtgefahr besteht. * Revision im Mordprozetz Linsker. Auf . die Interpellation des jüdischen Parlamcntsklubs.wegen.Befreiung des HauPtinännS Hanke, der den Juden Linsker im Eisenbahnzug nredergeschossen hat, gab der Kriegsminist-er, wie I. T. A. aus Warschau berichtet,, die Antwort, daß dir Rovmon anaemeldet wurde und daß der Prozeß zum zweiten Male vor dem O b e r st e n Mt litärger ich t dnrchgeführt werten wird. * Der Kampf gegen die Pornographie in Polen. Aus Warschau wird uns berichtet: Don großen Lesehunger dr iüdifchen Massen, dereii Lektüre nirr an? jüdischen Büchern desteht, uno auf der anderen - Saite die völlig: Unfruchtbar!-:'.' d:r indischen Literatur und tze.ion.bers der guten BEslitera^ic m den letzten Jahren, hat eu:e Anzahl von jüdischen Pseudolirerar-'n und Geschäftsjournolisten sich, zunutze gemacht und >.t brerten jüdischen Volksschichten mit der schmutzigen pornographischen Schundliteratur überschwemmt. Diese'die Volksseele vergiftenden Presseerze-ugnisse haben, mit Kunst nicht das geringste zu tun. Das Ueberhandnehmen dieser sogenannten Volksliteratur hat schließlich auch den Verband jüdischer Schriftsteller und Künstler in Polen in Bewegung gesetzt. In einer der letzten Sitzungen des Verbandes wurde beschlossen, gegen diese Strömung öffentlich Stellung zu nehmen. Ein bisheriges Mitglied des Vwbandes, das trotz mehrfacher Verwarnn.t^ni sein schmutziges Metier nicht aufgeben wollte, wurde amhcllia aus. dein Verband ausgeschlossen. Auch von anderer öffentlicher jüdischer Seite wurde eine. Aktion gegen die professionSmäßigen Bordelliteraten eingeleitet. * Der Magistrat von Bromberg lehnt ein jüdisches Legat ab. Aus Bwmberg .berichtet I. A. T.: Am 15. September 1021 starb in einer Stadt in Pennsylvanien (Amerika) eine Frau Lena C o h e it.' Sie hinterließ testamentarisch 10 0.0 0 0 Dollar für unbemittelte Juden in Vromberg (Distrikt Posen) und bestimmte, daß der Magistrat zu BroMberg Kurator der Stiftung "fem solle. Für seine Mühewaltung sollte der Magistrat die Bildergalerie der Verstorbenen erhalten. Nunmehr hat-der Magistrat die Uebernahme des Kuratoramtes Mit'der' Begründung abgelehNt, daß es in Bromiberg keine unburiit-telten Juden gäbe. In Wirklichkeit existierest in Bromberg trotz der starken jüdischen Abwanderung, eine Folge der .antisemitischen Schikanen, unterstützUngs- ‘ bedürftige Juden. Da' das Innenministerium den Beschluß les Brömberger Magistrats sanktionierte, beschloß die jüdische . Gemeinde Brombrrg, ihren Präsidenten nach Amerika zu entsenden, ^der dort die Angelegenheit klären soll. \ * Erst Weltverband der jüdischen Pfadfinder. Au8 D a n-; i a berichtet I. T. A.: Die hier tagende'Weltkonferenz der jüdischen Pfadfinderörganlsationen ist beendet. Aus den Berichten der Ländervertretungen ist zu entnehmen: In Polen c-xistirren. vier jüdnche Pfadsindergruppev. der.Haschomer- ^a?,a;r mit 6696, B-alsuria mit 180, der ostgalizische Ha- . schomer mit IM!, und TrumPÄdorf' mit 4000 Mitgliedern. In Litauen gibtes,1400, in Rumänien 1000, in Danzig 40, in -Lettland 1000 Pfadfinder. .Es wurde beschlossen, einen Wettverbaud unter dem. zusammenfassenden. Namen. Haschvmcr Hazair zu gründen., der organisatorisch von der Zionistischen Orgauisaliou unabhängig sein soll. * Eine blaue Grotte in Siebenbürgen. Eine Op algro lt c von' zehn Meter Länge, zwei Meter Höhe und drei . M Mer Breite. wurde int Harg i t't agebirge in Sieben- L7itteüAWen W dem PubMN. NUR BIS ENDE SEPTEMBER meiner bekennt erstklassigen PELZMÄNTEL PELZJACKLN CAPES STOLAS FÜCHSE vom einfachsten bis zum feinsten Genre Pelzhaus Max GRÄTZER WIEN, I. ROTENTURMSTR. 22, Mezzanin Verkaufsstunden: 8-7-12 und 2-8 Uhr In der Messewoche: 3—18 u. 2—7 Uhc —Für i 9t©li@si Feiertag®__ bestellen 5te r**chts:eltipr Ibr«? welssen und settwamn SYN AQOQENORN ATE und BARETTE Preiswerte reelle Lieferune! Lieferant vieler in* u. ausländlsclter Kultusgemeinden! Zahlreiche belobende Anerkennungsschreiben! RUDOLF QOLDSTEIN, Zivil- und Uniformschneider.Wien, 11. Taborstrasse M — Gegründet im Jahre 1SÖ6 — Teleohon Nr. 45-6-29 kTeypicke aus Raten! ®labra?«3rhfiine, Halbaor«?. 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Bez., Othmargasse 46.- Einchreibungen tägliw, außer Freitag und SamStag, von 2 b - 4 Uhr und Sonntag von 9 bis 12 Uhr vormittags. Die Tempelbaule» des Salomo und Herodes. Ueder dieses Thema wird morgen Mittwoch um ‘/,8 Uhr im Kleinen Saale der Urania' bet bekannte deutsche Gelehrte Dr. Ing. Alfred Grotte, Studienrat und Pfleger der Knnstdenkmäler Schlesiens in -Breslau, einen hochintereffanten, mit zahlreichen Lichtbildern ausgestatteten Vortrag halten. Copri ist der Widrrsck-e'm de» Meeres. füllte Md füitft. „2er Schöpfer/ Burgtheäter. ' Die Neueinstudierung von Hans Müllers ebrnso bühnenwirksamen, wie künstlerisch' wertlosen Schauspiels „Der Schöpfer" ist gleichwohl zu begrüßen. Eine sorgfältige Auf-' fi'chrung und vor allein: Litt Marberg spielt die weibliche Hauptrolle. Daß diese außerordentliche Frau jahrelang so gut wie unbeschäftigt blieb, war eine von den Direktorensünden, die sich bitter rächten. Es muß eine große Seele sein, die-selbst den gewitzigten und durch die verlogenen Rührseligkeiten der Handlung verärgerten Theaterbesucher hoch über die Niederungen de§ Stückes trägt. In einer Szene deL ersten Aktes' sagt der „Schöpfer" bei der Familienjause seiner Gattin auf den Kopf zu, er wisse, daß sie ihn mit dem Baron betrüge. Man muß Lili Marberg sich erheben, das Kind hinausgeleiten und sich dem Gatten „stellen", man muß sie Muttersörge, Frauenwürde, große Passion gestalten sehen. Ihre ungemeine Kunst läßt den Anlaß vergessen. Selbst dieser -Abend wird zmn Erlebnis, weil die ergreifende seelische Beteiligung dieser Schauspielerin einer Theaterpuppe Leben und Wesen-, heit. gibt. Und welche Sparsamkeit im, Gebrauch deö gehorsamen, herrlichen HrgauS, der Gesten, des Wtienenspiels!. Lili Marberg ist von jener Hii'.gabe an ihre Kunst (tnsbesoN'' Geptenchrr 1924 Seite 5 derv im Tragischen), die erst däS letzte Ergebnis gelten wenn alles Beiwerk durch Selbstzucht Wtigt ist. .. . ~ ' Hans Marr gibt den „Schöpfer" entsprechend markig und kantig und barsch und edel. Was aber Frau Marberg mit ihrer Puppe gelingt, glÜät ihm mit der» feinen nicht. Er kommt über HanS Müller, den tüchtigen Techniker, nicht hinaus: Auffallend hie eindringliche Sprechkunst Julius Karstens, der sich im Burgtheater ausgezeichnet entwickelt, bemerkenswert die russische Medizinerin Margarete Hrnbvs und von guter Haltung Herr Peimers, der Jüngere. Ein schöner Burgtheaterabend — trotz des Stückes O. A. Ans de» Lheatern. B u r g t h e o t e r. Morgen. 7 Uhr abends. „M a r i a Stuart". A k a d e m i e t h e a t e r. Äiorgen, V$ Uhr abends. „DieLiebewa ch t". Schönbrunner S ch l o ß t h e a t e r. Morgen V»8 Uhr abends. „Am T d e t i s ch". VolkSoper. Heute „Der A i g e u n e r b a r o n". Morgen ,.M a d a m e B n t t e r f l y". Im Deutschen B o l k 8 t h e a t e r findet SamSwa den 13. d., die österreichische Uraufführung be@; dreiaktiaen LubspielS „D a s K am el gebt durch darNadelö hr" von Franz Langer statt. * In den K a m m e r s v t e l e n ist die Erstaufführung von Hermann B a h r S Komödie „I o s r v h i n e" für Fre tan hru 12. d-, 7 Uhr abends, angesetzt. Die Josetine Beautzarnai?- wiest Leopoldine K o n st a n t i n als erste Rolle ihrer dieSjabrigen Wiener Tätigkeit, den Bonaparte Jakob F e l d h a m m e r (Deutsches Volkstheater). Im Modernen Theater findet heute. 8 Uhr abends, die letzte Vorstellung von S t r i n d 8 b e r a s „Kameraden" mit Maria O r r k a statt. Möwen gebt zum ersten Male in deutscher Svrache das dreiaktigs Lnstipiel -Me i n e E o u s i n e a u 8 W a r s ch a u" (Mä « d- VaVnovie) boit Louis Ve r n e n i l in Szene. Die Rolle der . Sonja spielt Maria OrS ka. In der Neuen Wiener Bühne sind di: AdaptierungSarbeiten so weit fortgeschritten, daß Tonmrria« den 11 b., 7 Uhr abends, die Eröffnung der Winterspielzeit mit der Erstaufführung der drsiMgen Bur'eSke „Frau Pick in Audion z" von Emil und Arnold G o l z stattsinden kann.. Die Rolle der Frau Pick gibt Gisela Werbezirk. Die Jeritza-Kalamität. Frau Jeritza, dis gestern in der Staatsoper in „Lohengrin" zmn ersten dlkalr in dieser Saison hüte auftreten sollen, ist Plötzlich mit Ficbererschriumrgen erkrankt und mußte absagen.- An ihrer Stelle hatte sich Fräulein Vera Schwarz, obwohl sie Tags vscher die Aida sang, bereit erklärt, die Partie der Esia zu übernehmen. Das Publikum-zeichnete den in8 Jnstilnt znrückgekehrten K-ammer-sänger Oestvig als Löhengrin sowie Fräulein Schwarz und die übrigen Mitwirkenden wirdsrhast durch lebhaften Veifall ans. Das diesjährige Programm der tschechische« Ah'lharmonie. Die künstlerische Leituwg der tschechischen Ph i l h a r m o n i e will Heuer in repräsentativen Be'sprc-stn. vornehnüich drei Schöpfer Vorsichten, die für die Erkenntnis und.Beurteilung der zeiigenössi'chen Musik bedentem) sind, nämlich Ravrl, Schönbera und Siravi«skp.! Dadurch ist also die künftige, musi-kälistbe SpiÄzeit dar "tschechischen Dhi-iharmonie charaÄerisiert. Man wird der modernen Musik eine erhöhte AulfMerksam'keit widmen. Die Wiener Albertina ln Prag. Die Wiener Ai dert i n a hat ein»-Reihe von Faksimiles im Prager Kunswerein für Böhmen (Rudolsmnm) aukigestellt. Gleicheitia sind Aquarelle und Zeichnungen des Wieners O. R. Schatz zu scheu. Nach Wiener Muster. Die weskdeuv'che Knnst'ans'stsllnng in.Darmstadt hat sich entschlossen, an bestimmten Sonntagen das besuchenlde Publikum felibft abstimmrn zu lass?:!, welche Werke es für die besten Wi. Jedem Besucher w'r'd am Ein'gMg ein Stinvmlzettel ülberreickt, worauf e-r gebeten w'>d. diejenigen sieben Werke nach her Kataloannmmer ohne seine U-nterschrift auszuwählen, welche er am höchsten schätzt. Ohrfeigen vom schwachen Geschlecht. Die 67s.hr •$. Karolme K. ist Besitzerin eines Haus.'s; eine armekrran. >;e einst bessere T^ge gesehen; sie ist die Tochter eines Arztes. L>e ist-gezwungen, da das HauS.nichts trägt, sich als B-el-ienerin ihr Brot zu verdienen. Eines Tages iratschten'mehrere usair't . vor ihrer Wohnungstür. Frau K. öffnete die Dür und rwi: „Weiber, habt's denn kan anderen Platz zum Tratschen?" Die Lohndicnetsgattin Albine M.,. eine sunae Frau mit. leichter > Hand, gab ihr eine sehr drastische Antwort, eine ftnmmo. abm eindrucksvolle Antwort: -eine schallende Ohrfeige. Das Parere . spricht von einer Schwellung und Rötung insv^ge des Schlages. Kürzlich fand - über die Thrfeigenafsäre die Verhandlung, r-or dem Bezirksgericht statt. Die Klägerin beschwerte sich über, das Benehmen ihrer Parteien gegen sie: »Ick habe von m>:n?m Parteien nichts als Grobheiten Und jetzt krieg' ich auch, noch Schläge." Die Zeugen, mehrere Frauen ans dem Hause: sagen gegen ihre Hausfrau auS. indem sie behaupten, die. Rötung und-Schwellung habe sie schon gehabt, als die Beschuldigte sie „a'Swehrie". Klägerin:. „Herr Richter'. Die halten, z'sam wie Kletten gegen mich. Glauben Sie mir." Der Richter glaubte ihr-und verurteilte die schlagfertige Mieterin *u 400:000 K. 7- Frau Erna T. ist 47 Jahr alt und Wiiw> nach einem. Gastwirt. Sie hat zwei verheiratete Töchter, Fran T. und /xran Marie Ch. Frau T. ist eine arme Frau, sie muß vermieten. Eines Tages kam ein Bekannter zu ihr, und bat sie. ihn als Untermieter in ihre Wohnung zu nehmen; Frau T., dse mit ihrem Galten bei ihrer Mutter, der Frau T. wohnte, wor iehr dagegen, Frau Ch. war dafür. Die beiden Schwestern aer.-ten hieMber in Streit. Franz T.» der Gatte der einen Schwest-'r. dam hinzu, mischte sich in den Streit und wurde tätlich. Er faßte seine Schwägerin am Hälse und würgte sie. In diesem Moment kam die Mutter ihrer bedrängten Tochter zu HL'ir und versuchte T. von ihrer Tochter loszureißen. Da ,äber T. nicht locker lassen wollte, versetzte sie ihm eine Ohrfeige, daß es nur so „knallte", Der Schwieaersoh-n , klagie nun die Schwiegermutter wegen dieser' Ohrfeige. Die Beichuldigte erklärte bei der kürzlich stattgchabten Verhandlung beim Bezirlksgericht Fünfhaus, sie habe ihren Schwiegersohn von der gefährdeten Tochter weggerissen; es sei möglich, daß.er-dabei einen Schlag ins Geisicht oryielt. Verdient hat er es gewiß. Die Aussagen der beiden Schwestern als Zeugen waren widersprechend. Der Richter sprach die Beschuldigte frei, weil e< gläubwürdig scheine, daß der Schlag als. Abwehr geführt ' wurde. Zudem sind auch die Auslagen Mander wid.'rsprcchend. Mi; einem triumphierenden Blick gegen den „geschlagenen^ - Schwiegersohn verließ Fran T. die Gcrichlsstäiir »

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