Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2000 (9.9.1924)
- Date
- 1924-09-09
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seife 8 Wien. DlenSkag Wiener Morgenzeitung. swr^ m. Deutsch 'des Bnr.-m.ia.udrs ichch bjc Slowaken iunei '-cvö der Slowaksi, noch die Äuthenen in Karpathorußland, noch die Inden dieser Gebiete eine Sehnsucht nach einer Wieder- Lerrin'.g::^ niit dem jetzigen Ungarn haben. Charakteristifch für das frühere oligarchifche System. U>ar es. daß 5. Ungarn die Bildung von zionistischen Berein^'.nmen belördlich untersagt war, man auch in Kroc: :v. v.\it bn Begrüv.dung sie nicht gestattete, daß sie auch in Ungarn nicht genehmigt sei. Heute aber beginnt beiauders in der Slovxrkei und in KarPaLhornßland sich die N'id'.sche R-ym '.ssancebvwHgung immer fühlbarer zu äußern, in der Palastinciarbeit, im jüdischen Schulwerk und schließl'ch in der auftretenden zionistischen Jugendbewegung, die cn'.e:-: erfreulichen Beweis für die Erstarkung der nationaljüdischen Anschauungen der jüdischen Jugend und ihre Emanzipation von der magyarischen. Assimilationspolitik erbringt. ’ ... Aus all dem Gesagten kann also der objektive Bemachter ersehen, daß in der Tschecho-Slowakei — zum U nterschied von allen übrigen Nachfolgestaaten — sich deutliche Ansätze zur nationalen Verständigung zeigen. Die;it nicht -allzu ferner Zeit stättfindcnden Neuwahlen für die tschechische Nationalversammlung, bei demn hoffentlich auch nach Zusagen von kompetenter Seite,-durch eine entsprechende Revision des Wahlgesetzes das jüdische Volt in den Lefitz von Mandaten gelangen wird, dürften aller Voraussicht nach in allen Lagern die Gruppen der nationalen Verständigung auf der äußersten Rechten wie' aus der äußersten Linken sehr verstärken. Diese ist dringend notwendig im Interesse sämtlicher Bolksstämrnc der Tschecho- Slc'wakei. Das frsnMch-fugoflawMr Bündnis. (Eigendienst.der „Wiener Morgenzeitung") Belgrad, 8. September. Der Sonderberichterstatter der hochoffiziofen „Pratvda" meldet äus Genf, daß der französische Ministerpräsident H e r r i o t ihm gegenüber sich geäußert habe,, daß Frankreich und Jugos! a lu i e n durch langjährige Zusammenarbeit und die Harmonie der beiderseitigen Interessen einander , nahesrchen und daß die beiden Länder als Verbündete betrachtet werden können. —Außenminister Dr. Marint o v i c wird hei seiner Rückkehr aus Genf mit M u s s ot i u t eine Z «s a m nt c n f u n f t in Venedig haben. Herriot und Nac Donald. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 8. September. Nachdem Herriot und Mac DvrrütÄ die Reist von Genf mach Pavis gemeinsam zurückgelcgt hatten, reiste Mac Donald von der französircharchtstadö sofort ' nach L ö n.d. o n.. weiter, wo er Noä; gestern. abends cintraf. Heute hat sich der britische Premier nach S ch o t t l a n d begeben. Herriot bei der Marnefeier. Paris, 8. September. Ministerpräsident Herriot hat sich von Paris, wo er zusammen mit dem englischen Premierminister Mac Donald ankam, direkt nach M e a u x begeben, um der Feier des zehnten Jahrestages der Nt a r n e s ch l a ck> t bcizuwohneu. In der Rede, die er bei dieser Gedenkfeier, hielt, sprach er den Opfern des . Krieges den Dank der Nation aus; ihre Aufopferung — führte Herriot aus — hat Frankreich den herrlichsten Sieg gebracht, den der Geist der Freiheit gegen die A t t e u i a t c der B r utal! tät und der Gewalttat igkeit je davongetragen hat. Nach feiner Rückkehr von Meaux begann Herriot heute gemeinsam mit dem Finanzminister Elemente! und den Direktoren der verschiedenen Ministerien die Besprechungen über das B u d g e t d e s I a h r e s 1925 und die Drosselung der Ausgaben. Der &; a b i nett s r a t wird Mittwoch zusamntentreten und gemeinsam mii fccm Seinepräfekten. und dem Polizeipräsektcn die allgemeinen Maßnahmen zur Bekämpfung der Teuerung beraten. Die Aonferenz der ArbeitsmlnNr. Dcrn, 8. September. (Schweiz. Dep.-Ag.) Die Konferenz 5er Arbeitsminister Frankreichs, Englands, Deutschlands und Belgiens hat hier begonnen. Albert Thomas, der Präsident des Internationalen Arbeitsamtes, wohnt der Konferenz bei. Vom Schweizer Bundesrat wurden die Konferenzteilnehmer zu einem Dejeuner geladen. London, 8. September. (Havas.) Aus Berlin wird -er fra nzösifche Botschafter 'halbe bm Staawstkretär im Anßenamt v. Maltgalhn benachrichtigt, daß die Aösenduug einer deutschen Note, in der Verantwo rilichke-it für den Krieg in Abrede gestellt wivd, gegenwärtig einen schlechten E i ndruck in Frankreich machen würde und daß es i-m Interesse Deutschlands gelegen lväre, ans die Albisendung der Note zu verzichten. Der UnterstantLsekretär halbe erklärt, die Nckchsregierung sei gegen die Atbtstnduutz, sie jri jedoch durch das den Deutschnatronalein gegebene Versprechen gebunden. Man gllaulbt, daß dom ZdeichWa-n^ler Marx und vonr Außsnmi niste r S t r e s e m a n n, die gegenwärtig auf Urlaub Milen, Juftruaioitru erbeten worden seien. Das Wolfssche Bureau meldet dazu: Zn den widersprechenden Meldungen Wer die Notifizierung der C r i l ä x it it g der Reichs regiernng in der; Kr-iegSfchnldfrage. erfchrsn wir: In der Kund» da« Minderheit Aesbrrrmsen des Senators gouvenel, ftanzöMen ReprSseatanten beim Völkerbund. In einem Gespräch «mit dem Genfer Vertreter -betj I. T. A. äußerte sich Senator Henri de Iouv e neit, Mitglied der französischen Delegation ^beim Völkerbund, über das MitrderheitsProblem, wie folgt: Die Frage der nationalen Minderheiten ist trotz «der Tatsache, daß alle Mitglieder des Völkerbundes die bezüglichen Verträge unterzeichnet haben, eilte durchaus komplizde rLe, Das.WeseMiche dieser Verträge besteht darin, Laß diejenigen Staaten, in denen die nationalen Mindevheiten einen wichtigen Teilder BsvAkerung bilden, verpflichtet smd, ihre Minderheiten als gleichberechügte Glieder -des Staates zu behandeln, mb gewisse Rechte, die im Interesse der Minderheiten liegen, zu garantieren. Die Ausgabe des Völkerbundes ist es, die Durchführung der von seinen Mitgliedern Unterzeichneten Verträge zu kontrollieren. Es liegen Beschwerden vor, wonach in Wirklichkeit die Rechte der Minderheiten von den Regierungen derjenigen Staaten, die die Vertrüge unterzeichnet haben, häufig übertreten worden sind. Wir halben hiervon Kenntnis genommen und die Fälle amtlich protokolliert; unglücklicherweise ist jedoch 'der Völkerbund gegenwärtig nicht in der Lage, etwas in dieser Angelegenheit zu tun. Das einzige Mittel, über das wir verfügen, iväre eine öffentliche M i ß b i l l i g u u g, da dem Völkerbund materielle Machtmittel bisher nicht zur Verfügung-stehen. , gebung vom 29. Augutst ist angekündigt, daß die Reichsvetzieruug Anlaß nehmen werde, die Erklärung in der KviegSschuildfrage den fremden Regierungen zur Kenntnis zu br-ingen. Da es sowohl aus technischen, als auch aus diplomatischen Gründen nicht möglich war, die Notifizierung gleichzeitig mit der Mgaibe der Erklärung vorzunchmen, mußte der hierfür geeignet erscheinen^ Zeitpunkt zunächst w orb eh alten bleiben. In der Zwischen-zeit sind an die Reichsregieruug eine Reihe von Wünschen und Anregungen, insbetsondere aus wirtischaftlichen Kreisen, hinsichtlich der Form und Zeit der liebermittlung herangetreten. Das Reichskabmett - wird anfangs der nächsten Woche nach der RüÄWr des Rvichsikanzlers und des Außenministers zu einer Sitzung zuisamnrcntreten, um über Form und Zeitpunkt der Notifizierung schlüssig.zu iverden. ... . - Die bisher -vom Völkerbund geübte Methode besteht fal der Gtttsendung von Spezialrommissiven zur Erforschung der Lage in den bezüglichen Landern. Zwei, oder dreimal im Jahre, entsendet der Völkerbund lbesondere Unterfuchungslkommif sionen in die verschiedenen Länder, wo sich diese mit den Repräsentanten «der Mnderheiten in Verbindung setzen und die Lage gründlich untersuchen. Die Ergeibnifse werden jährlich iber Versammlung des Völkerbundes unterbreitet, die entsprechertde Beschlüsse faßt. Wenn irgend eine Mindevhe^, sagen wir die Jud e n, Beschwerde zu führen hat ,tut sie am besten, wenn sie sich an die das Land besuchende Kontrollkommission iwendek. Die' Kommission wird alsdann die Beschwerde in ihren Bericht aufnelftnen und sie-in der Versammlung des Völkerbundes Vorbringen. Wir hoffert, daß der Völkerbund in nächster Zükünft ein v olle n d e t e r O r g a u i s m u s werden und daß seine Maschinerie sowohl in lmoralischer als auch in anderer Beziehung gut funktionieren wird. Unser Ziel ist selbstverständlich, die Inte r e | s e n der Minderhei te n zu wahrem lieber das Mandatssystem äußerte sich Senator de Jouveuel 'dahin, daß zweifellos viele PunNe in dem gegenwärtigen Mandatsshste-nr reformbedürftig sind. Die Mandatsfrage ist aber eine ä-uß-rst heikle Frage, die eine gründliche Erwägung erfordert. Ordnung sowie zum Schutze der Stadt und des Eigen-, tums der Ausländer zu treffen. Die Interessen der Großmächte. London, 8. September. Gewisse Anzeichen bewoisen' ziemlich einwandfrei, daß sich um Schanghai gegenwärtig ein starker JnteresseuLaimPf der Gvoßmächtt; aMelt, Amerika, England und Japn«! sW Bsv-/ fechter der Jde^ der chinesischen Dage«t«alisa4^ tion. Ihr Werkzeug H der SchanM VMMgeM, General Layoungsiantz« der soeben zchMMM «H .tüj MMtärgouvevneur von -DeokiWg durch die AdegiemnA vo«! Peking abgesetzt worden ist. Der Widersacher Lcchö«»S»^ stangs, der Millitargouvernenr von KbM»Su kämpft S8fe>; die Einheit Chinas. HWev Gn reich und R u ß l a n d. SsiM MW« auch Mer frauzösffche MGen Und Flugzeuge. . , _. (Ei ge «dienst der „Wiener Morgenzritung".) ' Berlin, 8. September. Ein großer Stahlhelmtag, der rund 3000 Teilnehmer nach Braun schweig führte und tagsüber ruhig verlief, brachte in den Abendstunden des Sonntags Ruhestörungen. Den Anfang bildete ein Zusammenstoß mit einer Abteilung der kommunistischen Jugend, die der Aufforderung der Polizei, die roten Fahnen einzuziehen, nicht folgte. Die Fahnen wurden ihnen abgenommen und zur Polizei gebracht. Die Kommunisten sangen darauf Kampflieder und die Stahlhelmleute, die an den Kommunisten vorüberzogen, stimmten das Ehrhardt-Lied an. Das war für die Komnmnisten das Signal zum Angriff. Es kam zu Zusammen- ' stoßen und die Polizeibeamten mußten mit blanker Waffe Vorgehen. Einige Ruhestörer wurden verhaft e t. Kurze Zeit darauf. wurde ein mit Stahlhölmmitgliedern besetzter Lastkraftwagen beschoss e n,. wobei fünf Personen verletzt wurden. Der antisemttische Lozeut Ruse aus Bayern ausgewiesen. Aus München berichtet I. T. A.: Der frühere Heidelberger Privatdozeut, der bekannte Antisemit R u g e, echiolt ein vom StaotLikommissär München-Stadt und Land unter-' zeichnetes Aufeuthaltsverbot für Bahern. Rüge hat 'beim Obersten Landesgericht in München Beschwerde eingelegt. Ae Mmpse in Shina. Schanghai, 8. September. (Reuter.)' Lau-Ho ist gegenwärtig von Streitkräften von Kiang-Su u m z i n g e l t. Nur eine Meile beiderseits des Weges von Lau-Ho nach Schanghai find eilig Truppen abgesandt worden, die verhindern sollen, daß die Streitkräfte vou Kiang-Su den Weg erreichen und die Verbindungslinie äb-schneiden. Marschall Tfchaug-Tse-Lin (Mulden) hat der Pekinger Regierung und dom MMärdiktator Wu-Pei- F u den Krieg erklärt und wird feine Tvuppen nach dem Süden dirigieren. Generäl Wu-Pei-Fu soll in Nanking 6 OM Soldaten-gelandet!haben, um das Heer des Gouverneurs von Kiang-Su zu verstärken. Maßnahmen der Negierung. : Peking, 7. September. (Reuter.) Das Kabinett!hat dem MÄitärgouverneur von Tscheklang und den Koiumisiär für die Verteidigung Schanghais «'bgosetzt und den Mlitärgüuverueur von Kiang-Sn ^beauftragt, eine E xp editio n zu entsenden, um die Aufständischen zu zwingen^ sich der Zentralregioruug zu unlevwerfen und die notwendigen Maßnahmen zur Wiederherstellung der 1 r -: Inland. Ae Genfer Reife des Bmdi Genf, 8. SepkeiMev. (Gchjwoß ka^ntzler Dr. Seipel D UW Ü Uhr 10 Ww äbeM Genf angekvmimm und im HviPKß d-K kes DOW Wp stiegen. -!: 1 fovmätwEn von bsifondevor Soike Wo Reise Bunidesikantzlers Dr. Seipel:' VottmHHWH wW W das Plenum des FmanzikomiteeS bsMS ÄKÄlÄD M der Lsterreichilf-chöN Fratze befassen und daS gHWte Wirk» sangveiche Material, das die Delegation ÄestS Kvmrtetz» während ihves jüngsten Anfen'HÄtes m Wien gesarmnelt. hat, einer eingehenden Sichtung und Prüfung untevziehem Auls diese Weise werden die Grundlagen für die auf Grund, , des -Jwni-Be'schlusies des BöAeübundrates an dicheu zu er- Istattendön Bericht des FrnänAomitees gelwonueu werden. Die österreichische Delegation wird während der vorbereitenden Arbeiten des'FmauWomitees in Genf mit diesem in ständiger Fühlung stehen und dadurch in der Lage sein, auf den au den Völke'chuud zu erstattenden Bericht Cinisluß zu nchmM. . Die Auweseuheit des Bundeskanzlers in Genf wivd schon insofern vorteilhaft sein, als sich.ihm dadurch Gelegenheit 'bieten wird, mit der: Chefs der übrigen De'legatwnen, hie — wie besonders Herriot und Ri a c Donald — noch .in jüngster Zeit ihr Personl i ch c s Interesse für Oesterreich bekundet haben, in Fühlung zu treten. Ob es zu Äuer persönlichen Zufamuunlunf' nh Herriot uup Mac Donald selbst kommen wird, hängt a^crdings vollkommen davon.ab, ob diese beiden hervor'.-a-.-.-nden Staatsmäuuer während der Anwesenheit der österreichischen Regieru'Ugsdelegatwn in Genf ciecnfalls tue Ten werden. Ae StreWewegung in der «eraflivdrSrst'" Stellungnahme, der Gewerkschnftskommissi»«. Die Mitglieder.der GeivcrkschaftSkoinmisst'vn h'el'.u gestern unter dem Vorsitze ihres Sekretärs Abg. Hucber eine Sitzung ab, deren Tagesordnung die Lohnbewegung in der Metallindustrie: bildete. Die von den Vertretern des Metatlarbeiterverbandes erstatteten» Berichte jourben zur Kennttui's genommen. Die Beratungen über die Maßnahmen, zur Durchführung des Kampfes ergaben v o l l st ä n» big e N e L er einstim mu n'g der Anschauungen Die Korn-