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Wiener Morgenzeitung · 1924-09-09 · Heft 2000 (9.9.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2000 (9.9.1924)
Date
1924-09-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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IPoien 20nroszyl j<MmaajuuufxnBiwrii»u»,Tiüaniriliiiii»«ii 'uurm&m* Wien: Zum Abölen in der Expedition, II. I aborstr. 1-3, oder in emerVerscHleisstelle (Trafik) monatl, K 40.000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1. Bez„ Wolkeile 11 Mit Postversaud für Wien u. Oesterr. monatl. K 40.000 Tscheeho-SIowakei: Mon. K18. Jugoslawien: Mon. DinaröO. Po len: Mon, 31/* Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark 4, F r a n k r., Belgien: Mon. Frcs. 12 mm «ST Naehz ahlimyen 1U bei PreüerhShunpen Vorbehalten Mr. 2000 Wien. Llrnstag, 9. Setztember 1924 |.Prei«i'K 1400! England: Mon.4Schilling, Italien: Monatl. 12 Lire. Rumänien Mon. 150 Lei, Bulgarien Mon. 80 Lewa, Schweiz and das übrige Ausland monatlich Frcs. 4 Redaktion u. Administration Wien, II., Taborstrasael—3 Telephone: 44-0-38,43-3-19, ab S Uhr abds.21-102,25-282 IX.Unlversitätsstr.6-8 (Druckerei Steinmann) Oesterr eichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 8. Jahrgang Samuels Amtrvttiode um fünf Fahre verlängert. Palästina Jerusalem, 4. September. (I. L. A.) Wie am 2. September amtlich verlautbart wurde, hat das britische Kolonialamt mit Sir Herbert S a m u e l wahrend seines Londoner Aufenthaltes vereinbart, daß er seine Stelle als Oberkommissär von Palästina weiteresünfJahre — vom Zeitpunkte des Ablaufes seiner gegenwärtigen Amts- Periode gerechnet — bekleiden wird. Sir Samuel ist von seinem Urlaub am 3. d. wieder in Jerusalem eingetroffen. Wie verlautet, wird er in der zweiten Hälfte September nach London reisen, um dort mit dem Kolonialamt über eine Reihe wichtiger, Palästina betreffender Fragen, vor allem über die. P a l ä ft i n a a n l e i h e zu verhandeln. Der neuerliche Lon doner An tha lt des High Comissioner ist für a ch t T a g e in Aussicht genommen. m Die Moutagssitzung. .. 8. - September. (Schweiz. Dep.-Agent.) In ber Kwtlgen - Ätzung der VMerbundversammlung drückte Ador (Schweiz) die Zustimmung der Schweiß zumSchieds-- gerichtsverfahren aus und.verlangte, daß sich ein Delegierter «ach Ar in euren begebe,- m die doUige Lage M prüfen, i i.:\ ■ 1 i::‘; . Der fchjtp.ed ische Minister 'LeS Aeuheren M ar k s ichliug «ne Resolution vor,' in der eine größere DatigAeit oes Völkerbundes auf dem Gebiete' des inte r- »ationalen Rechtes gefordert wird. Hofmeyr (SüdafrDa) richtet an alle einen warmen Appell zur Mitarbeit. Ja l^nf Wüßten die Grundlagen für dm Friedender Welt gelegt werden. Galvanauskas (Litauen) .sprach über die Wib narr und MemelerFrage und gab der Hofftrüng Ausdruck, daß eine gerechte Losunggefunden werde. Schluß dev Sitzung 1 Uhr nachmittags.' Nächste Sitzung Die Abvüstungskowmifsion. Heute nachmittags begann mit erfreulicher Beschleuikrgung die dritte Kommission des Völlerbundes die Beratung über die Frage der Abrüstung. Gie'WÄhlte drei Unterkommissi-nen, von dem« die erst die Frage der Kontrolle des internationale« Waffenhandels, der privaten Fabrikation von Waffen und Munition und der Zusammenarbeit der gemischten 'Wvüstungskommission mit der ständigen . MlitävkommUion des Völkerbundes behandeln wird, die gjweite die Frage der Garantie vertrüge, die dritte die Frage der Rüstungsbeschränkungen zur S ee. Es kam zu einem Zusammenstoß zwischen .dem Vertreter Englands, Lord Parmoor, und dem Vertreter des französischen Standpunktes, Boneonr, der die Beratung des Garantiepaktes durchsetzen wollte. Es wurde dann beschlossen, in eine Beratung des Garantiepaktes einzutreten. Dazu ergriff der italienische Vertreter Schanzer das Wort. Er bemängelte, daß der Garantiepakt sich zu weit vom Völkerbundpakt entferne, und stellte sich aus die Seite der englischen Auffassung, die vor allem de« A u s b a u d e s S H i e d sgerichtsversahrens verlangt. Ae ftmfnigte irische AepubM. (Nvgendienst der „Wiener Movgenzeitrrng".) »onüon, 8. September. Nach einer Meldung a«8 D u b- <lia Mgt sich de Da!era mit dem Gedanken, da» vereinigte Nord- «nd Südirland zu einer Rep utzkik auszurufen und den König von England Mzuladen, der erstePräsident derRepubNk zu sein. Sollte der König ablehnvu, so würde die Präsidentschaft dem Prinzen .von Wales augeboten werden. De Lalera hofft, daß nach Ablauf des erste» PräsidsntenmandateS die Präfidentschast einemJrlLnder übergeben werden könnte. Benefch über die Richtlinien des Paris, 8. September. Der tschecho-slowakische Außenminister Dr. Benefch erklärte in einem Interview im „Petit Parisien", 'die Bilanz der Arbeiten des Völkerbundes in der letzten Woche lasse sich folgen-, dermaßen MammmfEM^ErsKrK-Habei .der Völkerbund! die ' Zusammenhänge' 'der'ores großen Prinzipien, der Sicherheit, des Schiedsspruches und der A b-! -rüstung, klar zum Ausdrucke gebracht. Zweitens habe der Völkerbund seine Arbeitsmethode festgelegt und werde zunächst.ein wirksames System zur Gewährleistung der Sicherheit.ausarbeiten. Auf dieser Grundlage könne dann der Völkerbund das System des Schiedsgerichtes sowie einen praktischen Plan zur Verminderung der Rüstungen aufbaueu. Sobald diese Arbeiten beendet seien, .könnte der Völkerbund eine i u t e r n a t i onale'Abrüstungskonserenz einberufen. Die Ergebnisse der ersten Arbeitswoche seien durchaus befriedigend. Benefch teile die Ansicht Herriots, daß der tote Punkt überwunden sei. Der Völkerbund hatte bisher keine Politik gehabt! nunmehr, nach den Reden der alliierten Regierungschefs, sei die politische Richtlinie des Völkerbundes vorgezeichnet. Nach Ablauf einer gewissen Zeit wird sich jedermann darüber Rechenschaft ablegen, daß kein Sicherheitssystem zugleich wirksam und lebensfähig sei, ohne sowohl die wirtschaftlichen und finanziellen, als auch die militärischen Maßnahmen gleichzeitig zu berücksichtigen. Es werde noch viel Mühe kosten, die Z uständigkeit des Internationalen Schiedsgerichtshofes festzusetzen. Er sei ein Anhänger einer soweit als möglich gehenden Schiedsgerichts- Iba r k ei t für alle Fragen. Ser internationale Stndentenvrrband für den BMerbnnd. Genf, 7. September. Der internationale Studentenverband für den Völkerbund hat seinen. Kongreß g erschlossen. In der Schlußsitzung führte der Präsident des Völkerbundrates, der belgische Außenminister Hymans, den Vorsitz. Nach der Sitzung wurden die Vertreter des Verbandes von Mac Donald und später von Herriot empfangen, die beide den Verband zu seinem Ziele, der Werbearbeit für den Völkerbund, beglückwünschten. Herriot unterhielt sich dabei auch mit den Vertretern der deutschen Studentengruppe. Unsrem «nd Pilot verbrannt. Au8 Berlin wird gemeldet: Bei den gestrigen Schauflügen in L i e gni tz schlug das Flugzeug des Piloten Gnädig auf den Erdboden auf, wodurch der Benzinbehälter explodierte und das Flugzeug . verbrannte. G n ädigwurde alsverkohlteLeiche unter den Trümmer u J!j rgez o g e n. Die Nationalitätenfrage in der Tschechoslowakei. Ks. Wien. S. September. Unter allen SuHesiionsstaaten ist die Nationalitätenfrage in der T,checho-SlowÄkei relativ am meisten der Lösung näher gerückt. Im tschechischen Lager gewinnen jene Gruppen immer mehr die Oberhand, die begreifen, daß die Tscheche-Slowakei kein zentralistischer Nationalstaat ist und es auch in Zukunft nicht werden kann. Aber auch im deutschen Lager bilden jene die überwiegende Mehrheit, welche eine aktivistische, auf dem Boden der Staatsidee fußende Politik fordern und jeden nationalen Jrvedentismus entschieden ablehnen. Dieser reprasent-iert^ aber auch unter den Slowaken, Ruthenen und selbst unter den Magyaren, besonders innerhalb ihrer landlwirtschaftlichen Bevölkerung, nur eine kleine Mehrheit. Was die überwiegende Mehrheit der Nationalitäten programmatisch fordert, ist die national-kulturelle Autonomie und die Teilnahme an der Regierung. Eina ansehnliche Anzahl von hervorragenden tschechischen Führern, Ministern und selbst der Präsident Masaryk haben das Recht der nichttschechischen Nationalitäten aus freie nationale Entwicklung anerkannt; allerdings wird von verschiedenen tschechischen Seiten die Teilnahme der deutschen Parlamentarier an der tschecho-stowakischen Regierung an die Bedingung der Zustimmung zum fetzigen Kurs der auswärtigen Politik geknüpft. Bei seiner jüngsten mährischen. Reise erklärte Präsident Masaryk, daß er' das Recht der Minderheiten auf Gleichberechtigung-und volle nationale Entwicklung anerkenne und achte. Seine Politik sei die Politik des Friedens im Innern und nach außen. Er : pevhorresziere jede Gewaltpolitik und am wenigsten könne er eine Politik der Revanche anerkennen, indem er die Politik der Rache als das Dümmste ansehe und überzeugt sei, daß anständige Menschen über alle Fragen sich aus dem Wege der Diskussion verständigen können. - Die Nationalität, die den größten Widerstand der netcen Ordnung entgegensetzt, sind die — Magyaren, beziehungsweise ihre oligarchischen Kreise, die ebensowenig auf ihre Klassenherrschaft als aus ihre nationale Hegemonie verzichten wollen. Bedauerlicherweise will dies noch im- . mer ein Teil der Juden nicht einsehen und erblickt in ieder Kritik dieser Herrschafsbestrobungen einen — „Ungarhaß".! Sie begreifen noch immer nicht, daß der heutige magyari- .sche Rassenantisermtismus bei anderen Nationalitäten — die logische Konsequenz des nationalen Chauvin!^' der jüdischen Assimilation ist. Auf der Tagung der interparlamentarischen Union in Bern hat der magyarische Delegierte, der ehemalige Minister Dr. Lukacs, eine große Rede über die Unterdrückung der magyarischen Minderheiten in -den Sukzessionsstaaten gehalten und eine Denkschrift darüber vorgelegt. Cs ist charakteristisch für die Auffassung der Gleichberechtigung der Nationalitäten, daß von magyarischer Seite diese für die ungarischen Deutschen, die Juden, Slowaken und übrigen nichtmagyarischen Minderheiten noch immer nicht existiert, obwohl Dr. Lukacs in .Bern behauptete, ^daß „schon seit dem Jahre 1868 die Nationalitäten im ehemaligen Ungarn die gleichen Rechte wie die herrschende Nasse genossen". TatsäoMch aber gelangte das Gesetz nie zur Durchführung und kein einziger Paragraph desselben tmirde verwirklicht, worüber die Vertreter der nichtmagyarischen Nationalitäten sich sch n in den Neunzigerjahren des vorigen Jahrhunderts in einem Memorandum an die Krone beklagten. Nur mit Hilfe der Magyarisierung aller n'.chimagyarischen Nationalitäten einschließlich der Inden sowie weiters eines ultrareaktionären Wahlgesetzes konnte die nmgvorische Oligarchenherrschaft und der reichszersetzende Dualismus sich bis znm Zusammenbruch behaupten. Aber selbst heute spürt man in Ungarn keine Aenderung des Kurses, vielmehr eine Verschärfung desselben. Tatsächlich bedürsen mindestens ebenso wie die inagyarischen Minderheiten m den Suhzessionsstaaten auch die Juden, Deutschen, Slowaken usw. in Ungarn der nationalen Gleichberechtigung. G3s fehlt ihnen die Vertretung in der ungarischen Natiouab versammlung; sie besitzen keine einzige Mittelschule und die Slowaken nicht einmal die Volksschule. Die Versanunlrutgssprache aber ist nur die magyarische. Unter solchen Umständen darf man sich nicht wundern, wenn ivcder die Jeder wähle mtmeam für den Einkauf von Stoffen für die Herbst- und Wintersaison Damen- und Herrenwäsche, Bett- und Hauswäsche, Strickwaren, Teppichen, Vorhängen usw. nur das bekannt verlässliche und billige Warenhaus II. TaborstraBs 84 Tu^en^o» 47-I-70 En gros En delaii

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