Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1999 (7.9.1924)
- Date
- 1924-09-07
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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0k 1999 ' MM, Gonntag >-, -* .... gBiettet? Morgenzeitung. 7. September 1924 Serie S _ hi d e v a c v iQi'Wallensteiiistr. X'Rivoritenstv. X’favocitenslr VSthonbeuiuteftT XXI. Hauptstc. 16 * QB 130 * 105 * Nach eittct Meldung aus Moskau!hat sich die russischeRegieruug entschlossen, a-n die eng I ische Negierung eine Protestnote gegen die Haltung Englands und der Vereinigten Staaten gegenüber China zu Achten. Die Note wird sich auf die Schutzmaßnahmen in Schanghai beziehen. -m Wische MinoritStsdroblem in Polen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 6. September. WW bereits bekannt, hat die polnische Regierung durch die SP rach enge setze für die Randgebiete die Regelung der Verhältnisse der Minoritäten angebahnt. Die Erledigung der Forderungen der deutschen und jüdischen Minderheiten wurde für den Herbst in Aussicht genommen. Ihr Korrespondent hatte Gelegenheit, eine maßgebende Persönlichkeit der Regierung über die Absichten der Regierung bezüglich der j ü d i s ch e n M i n d e r h e i t s s o r d e r u ngen zu befragen. Die Antworten, die er erhielt, entsprechen, «wie ihm versichert wurde, den Anschauungen des Ministerpräsidenten Grabski. Es wurde erklärt, daK die Negierung entschlossen ist,-ihre angebahnte Minoritätenpolitik fortzusetzen. Die Erledigung der Verhältnisse der jüdischen Minderheiten soll im Einvernehmen mit dem j.ü d i s ch e n P a r l a m e n t s k l u b erfolgen und die Regierung erwartet von seiten des Jüdischer: Klubs Anträge, welche die Basis für die diesbezüglichen Beratungen bilden könnten. Ihr Korrespondent haste auch Gelegenheit, die erwähnte Persönlichkeit über die Stellung der Regierung zur jüdischen Auswanderung nach Palästina zu befragen und erfuhr, daß die Regierung in keiner Weise beabsichtigt, den Juden beim Palästinaaufbau Schwierigkeiten zu bereiten. Die Staatsbürgerschaft dtr Deutschen in Polen. Unter dem Titel „Ein bedeutsamer Schritt der polnischen Regierung zur Beilegung der nationalen Konflikte" berichtet die „Baltifche Presse", daß , polnische Ministerrat die Errichtung von beratenden, aus Vertretern der deutschen Min d e r h e i t e n buchenden Körperschaften bei den Wojwodschaftsä m t e r n beschlossen habe, die in enger Mitwirkung mit den Wchwoden die Möglichkeit der freien Meinungsäußerung in Sachen der polnischen Staatsbürgerschaft haben werden. Im Falle einer Meinungsverfchiedenheit zwischen dem Mchwoden und der erwähnten Körperschaft wird das Verfahren bezüglich der Staatsbürgerschaft bis zur Entscheidung durch die oberste Instanz sistiert. Durch die Berufung der Vertreter der deutschen Minderheiten zur Mitarbeit in Sachen der Staatsbürgerschaft im Sinne des Schiedsspruches des. Professors Kaekenbcek und der auf dieser Grundlage in Wien abgeschlossenen deutsch-polnischen Konvention will die polnische Regierung, schreibt das Blatt, eine Atmosphäre des Vertrauens schaffen und aus eigener Initiative sein Verhältnis zum deutschen Element in".Polen auf der sicheren Grundlage Rechtes und der Billigkeit aufbauen. Smfr Abdullah warnt vor Hetzern. Jerusalem, 1. September. (I. T. A.) Nach der Rückkehr von seinem Besuch in Jerusalem hielt Emir Abdullah von Transjordanien in seiner Hauptstadt A m m a n eine Parade ab. Er hielt vor den: Heer und dem versammelten Volk eine Ansprache, in der er erklärte, die arabischen Volker hoffen, die.Herren in ihren eigenen Ländern zu werden. Sie seien aber nicht imstande, sich den ausländischen Mächten etttgegenzustellen. „Aus diesem Grunde," schloß er, „muß. ich euch dringend vor. den a n t i b r i t is ch e n und a n t i f r a n z ö s i s ch e u I n t r i g a n t e n, die in Trausjordaniell A s Y l suchen, w a r.n e n." * Vierzig Palästinaemigraitten vor einem rumänischen Militärgericht. An: 2. d. hatten sich vor dem Czernowitzcr Militärgericht vierzig Palästinaemigranten aus Polen wegen Grenzuberschreitung zu verantworten. Die An geklagten rechtfertigten sich dahin, daß sie auS Polen nach Czeruowitz gekommen sind, da sie von hier ans niehr Möglichkeit hatten, nach Palästina zn gehen. Ter Gerichtshof iberücksichti-gte diese Umstände und verurteilte die Angeklagten zu je 2000 Lei Geldstrafe. Die vierzig jungen Leute haben bereits die Weiterreise nach Palästina an getreten. * Jüdische sanitäre Arbeit im europäischen Osten. Aus Berlin wird uns berichtet: Am 2. d. wurde hier die diesjährige Konferenz der Gesellschaft für jüdischen Gesundheitsschutz ,,O s c" unter zahlreicher Beteiligung eröffnet. Ans den: Bericht, den namens der Zentralverwältuirg Professor Doktor Rosenthal erstattete, ist hervorzuheben, daß in diesem Sin Rußland 400.000 jüdische Patienten M und 200.000 Rezepte, ausgegeben, wurden,- Einen großen Raum nahm die Arbeit zugunsten der Kinder ei'.:. Trotz großer finanzieller Schwierigkeiten formte das Arbeitsgebiet weiter ausgedehnt werden: Es wurden; Hauptfach! ich in Rußland.16-a-nsklävende, Schriften. in -msammm- 267.000 Exemplaren verbreitet sowie populäre medizinische Kutte abgehalten. welche von erfreulicher Wirkung waren. Auch die Verbreitung von Ausklarungsplakaten hat sich bewährt. ' Gegenwärtig werden 15 Serien von Lichtbildern für die Aufklärungsarbeit vorbereitet, ebenso ein medi'Zlnisch-hygienisches Wandermuseum. Auch in'.den ehemaligen russischen. Randstaaten erfährt die Tätigkeit dar „Oje" eine stete Msdchnur^. Garantiert echte schwere Maffersdorfer Läufer* neueste Dessins 67 breit, Tapeftryart. 5 7 farbig ..... K 84 90 ¥ Tapeftryart, 5-7 farbig.K 37 *90 „ sehr schwer, vielfarbig .K 56 *90 9 außerordentliche Qualität . , . . K 68 *90 , hochfein.K 74 *67 „ Velours, schwerft . ..K 188 *90 „ Velours, schwerft . . . « . . K195 Tischteppiche neueste Dessins Inland-Smyrna, 2 3 .. . . K 360 la Inland-Smyrna. 2 3. schwerft, mit Franse K 400 ia Bouclö. doppelseittg, ca. 2 3 . . . . .K 480 Schwere Velours-Teppiche, 2 3.K 050 Echte Schafwoll-Velours. 2 3.. K 1250 Deutsche Hochflor-Axminster, 2 2. . . . K 1850 Bettvorleser Schwerste Inland-Smyrna . . ..K 31 Boucle, beiderseitig verwendbar ...... K 30 Ia Tapestry, komplett . . . - . . . . . . K 68 Maffersdorfer Velours, herrliche Dessins . . K 188 I KOftKUMOLEUM Preise in Tausendern. Ne letzten Kurse. (Radiodienst der „Wiener Movgenzeitung".) London, 6. September. Deviienschlnßturse: Wien 314.500, Prag 148,25, New-York 4,435 Patt» 84.925, Brüssel 90,125, Nom 102,-, Zürich 23,706, Madrid 33,80, Lissabon 1,59, Amsterdam 11,6025, Kopenhagen 26,675, Christiania 32,425, Stockholm 16.675, Helsingfors 177,25. Berlin 18,75, Athen 246,50, Rio de Janeiro 5,28, Bukarest 860,-. . London. 6. September. New-Uork verkaufte weiter «Mette Valuten infolge großer Getreidevettchiffungen nach Europa. Daher erfolgte ein Rückschlag der Wechselkurse. Silber stieg wegen amerikanischer Zurückhaltung und chinesischer und indischer Einkäufe. Baumwolle: Verkauft 3000 Ballen, eingefühtt 13.417, amerikanische 'Terminware zwei Punkte niedttger bis 12 Punkte höher. Full Middling 15 bis 8 Punkte höher, Brasilianer zwei Punkte höher, Ägyptische 25 Punkte niedttger. Ostindische unverändert, Amerika Schluß: Oktober 14,03, Jänner 13.87, März 13,9, Mai 13,9. Aegyptische Schluß r November 19,25, Jänner 18,85. Aew-Dorft,'6. September. (Radio.) Devisenschlußkurier Taggeld nominell, Wechsel auf London4.43V«, 60-Tagewechsel 4,407g, Paris 5,245, Amsterdam 38,16, Prag 2.995, Berlin 237«, Silber «8.625. Letzte Nachrichten. Balutenschmuggel an der tschechisch-österreichischen Grenze. Prag, 6. September. Dieser Tage wurde ein gewisser Abraham Goldstern verhaftet, der versuchte, 1 s ch echoslowakische Valuten über die österreichische Grenze zu schmuggeln, lieber die Art und Weise, wie die Gesellschaft, der Goldstern angehörte, die Schmuggelei betrieb, bringt das „Ceske Slovo" folgenden Bericht: In Wien habe sich Gold- .stein einen falschen Scheck auf einen Millionenbetrag bei einer Prager Bank sausstellen lassen. Zugleich ließ sich der beiressende Mann bestätigen, daß er in die tschecho-flowakische Republik einen Mrlliimenlbetrag emführe, welchen er ans einer Prager Bank zu entnehmen berechtigt sei. An der Grenze ließ er sich diese Bestätigung unterschreiben, was ihm ohneweiters gelang. Auf diese Weise wurden große Beträge über die Grenze gebracht. Die EntscheidinMkllmyse ia der ReMszskmttnrrear. Auf dem Rapid-Platz wurden gestern die Sieger in den einzelnen Gewichtsklassen in der Nenliugskonlnrrenz evmitteli. Die Ergebnisse waren: Fliegengewicht: Da Donkr (W. A. C.) übergewichlet war, wurde Zelniker (Hakoah) der Sieg zugesprochen. Äußer Konkurrenz besiegte der Hakoahner seinen Gegner dann noch Punkreii. —Bantamgewicht: Sailer (Rapid) schlägt Maprawa (W. A. C.) in der dritten Runde knock out. — Leichtgewicht: Berauet (W. A. C.) besiegt Lavka (Post) nach Punkten. — Federgewicht: Barioschek (W. A. C.) schlägt Zips (Rapid) nach einer Zutzrunde nach Punkten; ebenfalls nach Punkten und einer Zusatzrunde besiegte im Weltergewicht Wagschal (B. I. S. C.) Morawetz (W. A. C.). Um den^dritten Platz kämpften Vhbiral 2 (Hertha) und Kriegl (W. A. Ch. Vybiral siegt in der ersten Runde, -bn Kriegl den Kanrpf ansgibt. Eine ungerechtfertigte Punk!enik'derläge erlitt Im Mittelgewicht Zchn (U. I. S. C.) durch Nchak (Post). Stransky (W. A. B. .C.) besiegt mach/Punkten Haidy (Rapid). Im H a l b s ch Werg e wicht gibt Varga (W A. C.) in der ersten Runde gegen Pokorny (Transvaal) den Kanrpf auf; ebenso im Schwergewicht Jakohowitz gegen Häring (W. A. C.). Inland. Die Genfer Reise der Bundeskanzlers. Bundeskanzler Dr. Seipel verbrachte vorgestern und geistern mehrere Stunden im BundeskanZleramlt, wo er unteren anderen den polnischen Gesandten Grafen Las o cki und den Gesandten der Vereinigten Staate): von Amerika Washburn empfing und Besprechungen mit den: Vizekanzler, dem Außenminister und dem Finanzmimster hatte. Gestern nachmittags besuchte er den erkrankten Minister für Land- und Forstwirtschaft, B u ch i n e r, im Cottage- Sanatorium. . Der Flnanzminister ■ hatte im Laufe des Tages eine längere Unterredung mit dem noch in Wie:: weilenden Delegierten des Fu:anzkomitees des Völkerbundes. Diese reisten gleichzeitig mit dem Genera lkommissär Doktor Zimmerman gestern um halb 7 Uhr abends nach Gens ab. Der Bttndeskanzler und die Minister Doktor G r ü n b e r g e r und Dr. K i e n b ö ck treten in Begleitung des Sektionschess Dr. Schüller,-,-m>:d des Assistenzarztes Dr. Nyiri, wie bereits ge nieldet, die Reise nach Genf hellte abends an. Die Verhandlungen mit dem Plenum des Finanzkomitees in Genf sollen D i e u s t a g ausgenommen werden. Ueber Verlangen des sozialdemokratischen Abgeordnetenverbandes ,wird der Präsident des Nationalrates, Miklas, der zugleich Obmann des H au,pta ns s chusse s ist, diesen für Mittltvoch, 4 Uhr nachntittags, emberusen, Vizekanzler Dr. Frank,wird über den Stand der Beratungen mit den Delegierten des Völker^ bundes berichten. Bundesrat. Der Buudesrat hält seine nächste Sitzung Freitag um 3 Uhr nachmittags mit so>lgender Tagesovdnung ab: 1. Zolltarifgesetz. 2. Gesetz über die Regelung der Handel's- und Verkehrsbeziehungen. UMfriedeuhelt unter dm Bundesaugestellteu. .Im Lause dieser Woche fand eine mehrtägige Konferenz der Funktionäre des Bundes der öffentlichen Angestellten statt, die sich mit, der Durchführung «des neuen Gehaltsgesetzes befaßte. Es wurde festge- .stellt, daß die Art, Wiedas von Haus aus,für fast 90 Prozent der BundesangMllten ungünstige- Gesetz durchgeführt wird, die Beamtenschaft erbittere. Es zeige sich, daß alles das wieder z u n i ch t e gemacht werde, was durch die Verhandlungen im FünfundzwatizigeraUsschuß und in: Parlament an bescheidenen Verbesserungen in das Gesetz hineingobracht >wr:rde. Die schon während der Verhandlungen von den. Beanttenvertretern geäußerten Befiirchtungen, daß die Neuregelung vielen Beamten Minderbezüge bringen werde, bewahrheitet sich durch die vom Finanzministerium geübte Praxis Biel toleranter Und freigebiger sei man dort, wo es sich um die 'höheren Beamten in den Ministerien handelt. Die Konferenz - beschloß, die Bundesleitung zu beauftragen, sowohl im Fünfundzwanzigerausschuß als auch von der Regierung zu fordern, däß die Durchflihrung des Gehaltsgesetzes im Einvernehmen' mit dein Fünfundzwat^igerausschuß erfolge, wie es von der Regierung währetid der Verhandlungen wiederholt zugesagt wurde. Seneralftrekkgesahr in der Metallindustrie. Ausdehnung der wilden Streiks. — Bis Mittwoch Entscheidung. Die Lage in der Metallindustrie wird rnnner kritischer.. Der Umfang der wilden Streiks hat noch mehr zugenommen. Die Gesamtzahl der Streikenden beträgt bereits 12.0 00 bis 14.000. Die Bewegung hat vom 2. und 20. Bezirk auf den 19. Bezirk und Leopoldau übevgegriffen. In der gestrigen Obmännerver.sain:mlung der Betriebsräte wurde ein M a n i f c st beschlossen, in dem gegen den Ab bau des; A ch t st u n d e n t ü g e s und der . sozialpolitischen Laster:; protestiert wird. Ferner wurde einstirnnng eine Resolution angenommen, in der der Vierzig er au s sch ns; beauf-i tragt wird, die letzten notwendiger: Maßnahmen und Bor-, l. e r e i t rr n gen zun: ^Kampfe )\\ treffen und bis M i t ti to o ch den 10. d. die letzte A n t w o r t der XI u t c i n c ^' m e r abzuwarten. , ’! tzinftellung de» Lokalversonenverkehres auf der Wieuer AaWahn.. Amtlich wird mitgeteilt, daß mit der Uebergabe der Teil» strecke Hütteldorf-Hacking — Meidling Hauptstraß e —M i ch elbe ue ru von den österreichischen Bundesbahnen an die Gemeinde Wien-Städstsche Straßenbahnen zwecks Inangriffnahme der Elektrifiziernngsärbeiten am 10. d. begonnen wird. Als Folge dieser Maßnahme wird mit 80. d. aus dieser Strecke der gesamte Lokalpersonenverkehr eingestellt. Ab 1. Oktober wird-eine entsprechende Zqh'l von Lokatzügen von und nach Westibahnhas verkchre::.