Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1997 (5.9.1924)
- Date
- 1924-09-05
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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WMMWMWWWWffW 91t. 1997 fiStett, Frei 1-M:' Wiener Morgenzeilrmg. 6. Gspttzmiber 1924 ApM O ■ ■ t. p Wien, 6. September. , *; Awf. Dr. SL, Porges gestorben. Der bÄannte deutsche Rabbinerulid Gvlchrte Prof. Dr. N. Porges ist in Würz« bürg, wo et im. Ruhestand lebte, gestotben. Dt.-Porges »Mrmt^ aüS P r o tz n i tz in Mährm atrtfc war ein»Schüler des Misch-ryWWschen ©emitwÄs in BreAäu, das er im Jahre 1800 mit. dem Rabbinerdiplonr verließ. Er war nacheinander Nckbbiner in'Rakel a. d. Netze. Mannheim, Pilsen, Karlsbad und — seit 1888 — t« Leipzig. Seine Schriften, die. zumeist inHer^Revu« des CtudeS Iuives", in der „Monätsfchvift für GWichte und Wissenschaft des. Judentums", in der „Zeitschrift für Wräifche Bibliographie" und. im „Zentralblatt für das^Wl^WOMü"' erWemn.lirid, Mandeln wissenschaftliche Fragen der verschiedensten Art. Besonders bekannt geworden sind?- feine beiden Arbeiten über die „V -e r b a l st a m mb.ildung in den semitischen Spr> ' -n" (Wien, 1876) und über ,^Vibelkunoe und 'lfunde" <LeWg, 1903). Dr. Porges war als Biblioph mt. Seine ungemein wertvolle Bibliothek ist vor ganz c Zeit erst in den Besitz des Verlages B. Harz übergeganaen. Von Mifchlwissenschcuftlicher Sette ist wiederholt der dringende Wunsch ausgesprochen worden, daß sie als Ganzes erhalten bleiben «möge. * Das Leichenbegängnis Leosters. Der Wiener Theaterkritiker und Publizist Dr. H. Leo st er wurde gestern unter zahlreicher Beteiligung von -BerufSgmossen und Freunden dieser wertvollen.Schriftstellers und Menschen bestattet. Die Äeichenfeierlichkeit fand im Krematorium der Stadt Wien statt. Der Chefredakteur des „Tag" und „Morgen", Maximilian Schreier, der mit dem Verblichenen auch durch langjährige persönliche Freundschaft verbunden war, nahm namens der Redakdionskollegen mit bewegten Worten Moschied und' würdigte insbesondere die hervorragenden Leistungen Leosters als DyeateÄritKer. Für die Ooaamfatiou der Wiener Presse, um deren Gründung und Entwicklung sich Dr. Leoster bekanntlich große Verdienste erworben hat,' sprach Redakteur Zappler und für den Verband der auswärtigen Presse Dr. S alkin d. Mit einem Orgelchoral schloß die stimmungsvolle Feier. * Der Oberrabbiner von Tunis — Mitglied der Ehrenlegion. Aus Veranlassung des Gmeralresidenten von Tunis hat die Regierung der französischen Republik dem Oberrabbiner von Tuni8, Mosche Sitruk, den Orden der Ehrenlegion verliehen. * Die Lebensmüden. Gestern nachts hat sich, im JnvalidenhauS in der Fafangartengasse 66 der Invalide Franz Litzelsberger «durch Lysol vergiftet — Am Franz-JofefS- Kai hat sich gestern nachts der ÄMrige Bureaudiewer Ioh. B.aringer in den DonaEanal gestürzt. Er wurde gerettet. — Gestern abends hat sich die 16fährige Bedienerin Leopoldine D. in den Donaubanal gestürzt. Sie wurde gerettet. — Der Kommis Franz Langer hat sich gestern durch Leuchtgas zu vergiften versucht. Die Rettungsgefellschaft brachte ihn in das Spital. — D^r Ingenieur Mbert W., der bei der A. E. G. Union beschäftigt war, bat sich wegen eines Nervenleidens erschossen. Den Sellbstmord hatte er seinem Bvuder angeWndigt. — Im Bad in der ClustuSgaK hat sich ein etwa ÄSfÄhriger, unbekannter Mann in einer Äadekabine erhängt. Nach Vorgefundenen Dokumenten dürste er mit einem gewissen Osias Goldsischer identisch-sein. * Ein vermißter Kurgast. Nach einer Meldung aus Bad Gastein wird dort seit dem 18. August der Kuvackst Doktor Ignaz M u cha aus W a r s ch a u vermißt. Dr. Mucha soll eine Tour in das GonMickgelbiet unternommen haben. Es wird vermutet,' daß er verunglückt ist. Wiederholte Expeditionen «zur Auffindung des Vermißten sind bisher ergebnislos verlaufen. ... * Bier jüdische Emigranten bei der Ueberschreitung der Grenze ermordet. In der Nähe des Grenzortes Aswe deS Drftrckts Polozk fand man die Leichen von vier ermordeten Juden, dreier Frauen und eines Mannes. Cs handelt sich um Mische Emigranten, die an dieser Stelle die Grenze Mischen Rußland und Litauen überschreiten wollten, jedoch von ihren bezahlten Begleitern ermordet wordensind. ( I T. A.) ■ * Ein Raubanfall in der Schottenfckldgaffe. Klemens Ja s ch U ging gestern ckbends. Men 7 Uhr von der Arbeit heim. Er hatte seinen Rock über den Arm gehängt. Als er durch die menschenleere Schottenfebdgasse ging, verlangten z'wei halbwüchsige GuÄchen in brüskem Don seinen Rock. Gr erwiderte: ,^Den brauch' ich ja selber! Darauf begannen die Burschen' an seinem Rocke zu zerren, und als Iaschke nicht losließ, versetzte ihm einer der Burschen einen Stoß gegen den Arm,- worauf beide flohen. Erst als sie schon straßenweit weg waren,, bemerkte Iaschke, daß er aus dem Handgelenk blute und sah, daß er gestochen sei. Bon den Burschen hat man bisher kerne Spur. ' * Bodeneinbrecher in der Joffeffta-t. Gestern wurden in der Iosefstadt Me: Bodeneinbvüche verübt. Im Hause Floriauigässe 64 stalflen Einbrecher dem Dr. Pevik Wasche mit den Mävken ,M P.", ,O- W, ,L>- R." und ,K. P." im Wer. e von acht Mllionen, und im Hause Kupkaaast« 4 der Hausbesorgerin Mguste Kment Wäsche und Kleiber im Werte von 1l6 Millionen. * Ein Steckbrief gegen einen russischen Obersten« DaS Berliner Pol-izeipräisidrum hat die Wiener Polizeidirektion davon verständigt, daß der ruMche Oberst Theodor Skriniko fff, am 20. Juli 1679 zu Petersburg geboren, nach Betrug und Beruntreuung von Wertpapieren in der Höhe von 600.000 Goldmark flüchtig geworden ist. Er dürfte sich nach Osst-erreich gewendet halben. Auf.feine Ergreifung Meine hohe Belohnung ausgefetzi. * Meder ein Utchold. Der 88jährige Schlossermeister Wenzel Kölln er, 3. Bez.. Haidingergaüe 24 wohnhaft, hat in den letzten vierzehn Tagen unter verschiedenen Bovwänden gjwoi Knaben und ein Mädchen in sein GeschäistSlvkal gelockt und sich an ihnen vergangen. Er hat ihnen als Belohnung Schokolade versprochen. Er würde verhaftet. . * Vom MeUer Krematorium» Im ersten Halbjahr 1924 wurden im Wiener Krematorium, wie aus dem Bericht der Gemeinde Wien hervorgcht. 696 Leichen eingeäschert. Aus die einzelnen Konfessionen verteilen sich die Personen, die sich nach idem Tode verbrennen ließen, unter anderem wie sollst: 410 Katholiken, 77 Personen mosaischer Konfession, 95 Konfessionslose. * Großer Brand in einer LiWvfabrtt. Mittwoch nachtS hat in der Essig' und Likövfabrlk Johann Timmels Witwe, Wilhälmftraße 96a, ein großer Brand gewütet, dem der Dachstuhl und die Einrichtung der Fabviksräume zum Opfer fielen. Nach: zweisirchalbsEnbiger harter Arbeit gelang es -dann schließlich, das Feuer vollständig,, zu Schaden ist beträchtlich? Der? b« ©{0»«:;:^^» Das Grenlium der Wiener Kaüfmäünschaft teilt mit-,',daß.W Brr- Wfszert für den De'tastharM',':während, 'der-. MMige. der Wiendr Dresse, das ist also vom 8. b:s 13. d., um eine Stunde hiMtrsgeschobeu wuwe, sv'daß döt Verkauf von anderen Waren als dpn Lebensmitteln bis 7 uhr abends und. r-m Lebensmittel- Handel bis-9 Uhr abends gestattet ist. | * Der Palästinafttm in Mödling. Die zionistische Ortsgruppe Mödling-veranstaltet Sonntag den 7.. o., torä^tfe , 10 Uhr . vormittags, .im, Saale her „Mödlinger PübnM, ^eMe AufführüNip des Palästrnäfilms. Herr "KchmneHialrät Max Klein, MMirvg, hat sich bereit erklärt, anschließerrd einen Vortrag über seine Palästinäkeise im Frühjahr dieses Jahres zu halten und die hierbei Mfgenommenen Lichtbilder vorzuführen. . ' ' * Tanzinstitrlt Hermann Brmm, 14. Bez., Re^rs^asie 42. Beredte, VortrSge und Berlammlungen. Das Winterhalbjahr an den Wiener Volkshochschulen. Am 16.,,beziehungsweise 29. September nehmen die Wiener Volkshochschulen ihre Tätigkeit wieder auf. Zu den bereits bestehenden Jnsmuten, 2. Bez., Zirkusgafse 48 (BundeSgymnasium), 8. Bez., Stövergasse 18/16 (VolksbildungShauSl, 10. Bez„ Jagdgasse 40 (BundeSrealschule), 11. Bez., Gottschalkgasie 21 (BundeSrealschule), 16. Bez., Koflerpark 7 (VolkSheim), wird sich in diesem Jahr eine neue Volkshochschule auf der Landstraße gesellen, die in den Räumen de» BundeSgymnasimns, 3. Bez., Kunbmanngasse 32. untergebracht sein wird. Einschreibungen werden m den Kanzleien während der Abendstunden von 6 bis 9 Uhr entgeaeugenommen. Dort sind auch ausführliche Kursprogramme erhälllich. Urania. Heute 8 Uhr (Großer Saal): Großwildjagd in Afrika. V28 Uhr (Großer Saal): Eine Fuchsjagd auf Skiern durchs Engadin. V-8 Uhr (Kleiner Saal) : Inspektor Raimund K n bas e k: Streifzüge ln Bosnien und an den Gestaden dev Adria. V,8 Uhr (Kms^aal): Kurs: Direktor Pius Für st: Unsere Spätsommer- und Herbstflora (H). Der Palästinafilm in Bald Ausser., Am «. Aususi fand, wie uns Ms Bad Aussee berichtet wird, im dortigen Kino eine Vorführung deS PalästinafilmS des Jüdischen Nattoualfonds statt, der ein zahlreiches Publikum aus Bad Anffee und Umgebung beiwohnte. Die Vorführung wurde beifällig ausgenommen und ergab ein schönes ReinerträguiS.__ Bühne und Kunst. Shmngen Anton Bruckners. (Enthüllung einer BMckner-GrdeMafel. — Gedenkfeier im ' österreichischen Nationalvat.) - Anläßlich deS gestrigen huubertsten Geburtstages Anton Bruckners wurde an dem Wohnhaus« deS großen Tonldichters in der Heßgaffe 7 eine Gedenktafel ewthM, welche öer Schubert-Bmpd gewidmet hat. Nebst den Brvtret-ern zahlreicher Gefcmgverstm -nahm auch die Gemeinde Men m dieser Feier teilt. Die von Bildhauer Ullmanm wngefertiM GedenktafÄ wurde in die Obhut der Gemeinde. Wien übernommen. Sbadtrat Richter gedachte in ferner Ansprache des 'bevvrstchLnden Mustüfestts, welches die Evvrttterwwg cktt die großen iKvmpomften, die in dieser StM lebten uüd wirkten, lebendig Machen wnde. ' : Auch in der Sitzung des Nat'iona-lraie-s wurde Bmckner gefeiert.,Präsident Mikla 8 .HM die Gedenkrede, welche von den' Nationalräten stehend M-gehört wurde. Tr sagte -unter anderem: diesem schlichten Oesterrsicher erstand der Musik ein fchöpfevkscher Geist von-einer Größe, wie die Erde nur ganz wenige geffragen hat. Strahlender detzu je leuchtet sein Name gerade in unseren Tagen. Die- Wucht und Gewalt seiner unsteMichen Werke beWt. Md besM heute Millionen von Menschen, bereitet ihnen Stunden hchrster Erhebung und wird sie ihnen immer., wieder bereiten. Auch, dem Nationalvat Oesterreichs ist es ziemlich, «n dem Dag, der in Heryen so vieler festlich begangen wird, nicht achtlos vovMerzugchen. Und so wollen auch wir in diesem Haufe uns rn.Berehvurvg neigen vor dem Andenken dieses großen >Sohnes umfeveS BoMS." - _.! Sas MaMnder Skala-Srchester kommt nach Me«. Wie wir erfahren, wird das Mailänder Scala- Orchester-Mt-er Leitung seines genialen Dirigenten Tvscanini im Frühjckhr 1925 eine MSgsdchnte Kouzertreife unternehmen. Cs wird in einer Reihe von Städten Oesterreichs und Deutschlands gastieren..^ Aus den Matern. Akadvmietheater. Morgen, V,8 Uhr, ^Quartett Oth mar". Im SchönbrunnerSchloßtheater, gelangt morgen Samstag, V,8 Uhr, das Lustspiel „D i e M a « S", in drei Aufzügen von E. P a i l l e r o n, neu einstudiert und in Szene gesetzt, zur Auffühnmg. BolkSoper. Heute „La Traviat a". Morgen „C a ▼ a 11 e i i a r u s t i c a n a“, „D e r Bajazz o". JmModernenTheater gelMgt heute uno täglich StrindbergS Komödie „Kameraden" mit Maria O r S k a zur Aufführung. Mittwoch bei: 10. d. findet die UrauMhrung des dreiaktigen Lustspiels „Mein e C o u s i n e auSWarschau" („Ma cousine de Varaoyie“) von LüUtS B e r n e u i l mit Maria O r 8 k a in der wMichett Hauptrolle statt. Im Carl-The ater findet heute Freitag die 60. Aufführung der Operette „D i e K 8 n i g i n d e r N a ch t* statt. Im zweiten Akt. wttd als Einlage das »P o l n i s ch e Ballett-Ensemble" ein einmaliges Gastspiel absob vieren. .. . ImBürgerth rater findet heute die Premiere der Vaudeville-Operettee r F ü r st v o » P a p p e n h e i m von Hugo Hirsch' mit Lea S eiol, H a « a l d - P a u l s e v und Fritz I m h o f f statt. Das Nonacher-Theater wivd in dichsr SpieMt U'ich i wieder erivffnet. Der Pächter, DireAar Weiber, erNävt, wegen der ungeheuren Steuerlast sei der Betrieb auch bei ausverkaufteu Häusern unrentalbeil. v . Hans' Rodenberg, -eines dev begalbtesten jüngeren Mir-- Mede>r deS Deutschen VolkUhsaterS. ist nicht unschMich erkrankt. Um die MN>Be Vorstellung von Gichen-dochfs „Freier" zu evmöMchsn, sprang der' Spielleiter des Abends, Herr Ronaito Mordo, für den plötzlich unpäßlich gewordenen Künstler ein und spielte seine Rolle. Internationale moderne Kunstausstellung in der Sezeffion. Am Donnerstag den 11. d. um 11 Uhr vormiitdaigs findet die Eröffnung der von der Geifelllschcht zur Förderung moderner Kunst in Wien veranstaltete internationale Kunstausstellung in der Sezesfion statt. Zum erstenmal wird hiev in Wien der Nachkriogstzeit der Derisuch unternommen', an etwa 18o Werken der Malerei und Plastik «die Woge und Ziele des euvopäilfchen KMsswollens der Gegenwart auffzüizvigen. In di^er Ausstellung sind die führenden Künstler aller nachMrprefsionUischen Kunstrichtungen durch charakteristische Proben ihres Schaffens vertreten. Gerichtssaal. Tödlicher Automobilunfall bei einer Probefchrt. Am 27. IM 1923 fuhr der Gesellschafter dev Firma Kurth und Tedesco, Otto Kurth, in Begleitung mehrerer Personen mi. einem der Frau Johann Sonnenschein gehörigen Automoibil, das wegen einiger Mängel zu reparieren war und aus diesem Anlaß eine Probefahrt machde. Diese eüdete mit der tödlichen BeruuMckung Otto KürHs. Die GigMüm-erin des AutomMIs klagte nun sowchl die Firma Kurth u. Tedesco als auch die Verlassenschast nach dem tödlich VerunWckten auif vollständige Herstellung des Wagens und Bezahlung von achtzig Mllionen Kronen für die Entwertung desselben. Der Klagevertveter Dr. Gold Hammer bchauptete, es halbe sich in Wirklichkeit gar nicht um eine Probefahrt, sondern um -eine unter dem Vorwand einer Probefahrt gemachten Geschäftsreise deS Herrn Kurth gchandelt, der daher ebenso wie die Firma selbst zum Ersatz des zertrü-mmeriten Wagens verpflichtet gewesen wäre, welche Verpflichtung jetzt auf deffen Nachlaß übergehe. NamsnS der geNagdm Vevlaflenschchtz Mch Otto Kurch wurde eingÄvendet, daß ein Gesellschafter für die Schuld einer Gesellschaft m. b. H. nicht persönlich hafte. Auch aus ,kim Titel des Schadenersatzes hatte jedoch Otto Kurth nicht geklagt werden Wckven, da er damals keine pvivate Geschvftsvvilse gemacht halbe uNd vorerst an der Fahrt, die isodne Todesfchrt wurde, übechaupt nicht teilnchmen wollte. Die Gesellschaft fekbst stellte sich auf den Standpunkt, daß die FHrt im Aufträge und Iuteresie der Klägerin vovgvnommen wuche und daß ein unKüMcher Zufall vorlisge, den sie nicht zn devtreten habe. Der Gerichtshof beschloß, die angebvtenen Beweise Wer den Charakter dieser Fcchrt (Probe- oder Geschaftsfahrt) zuLUussen und v-evtagte.Lie Bechandlung. lach'." Frau ,Lch soll den Advdkaien zahle»! Daß ich nit l< Marie T., SchnoiderGeistersgattm in Ottakring, eine 70j'älhvig-e, «noch rüstige Frau, wurde kürMch wegm Ghvenlbelsidigunia einer Frau zu 400.000 Kronen Geldstrafe v-erurt-M. — Richter: Nehmen Sie die Strafe an? — Frau T.: -Nein, ich bab' kein GeD, ich beruf', — Richter: Sie halben ja gestanden, Sie werden nichts richten, die Berufung kostet Sie viel Geld. — Frau T.: Wie so denn. ich .-nehme mir ja keimen Doktor. — Richter: Aber dm Advokaten der Gegnerin müffen Sie 'bezahlen, wenn Sie verlieren, und das werden- Sie zuvevsichtlich. — Frau T.: Sie nimmt sich einm Advoikaten und den soll ich tzahlen, daß sch nit lach', das göbts doch nicht, so was Hab' ich noch nicht gehört. Sie soll nur chren Advokaten seMt zchilen und der Advobat soll ihr nur wachrsnum, bis ev 's GeÄ) kriegt. Ich zchl'S nicht. — Gpvach's und ging ihrer Woge. 8 144. Gestern hat der Einzelrichter Hofrat Ramsauer Wer den Strafantrag gegen 18 Angeklagte wegen Vergehens gegen den § 144, bezrehungsweife Mitschuld an diesem Delikt verbandet. ES betreff Frauen, die von einer Hebamme „-behandelt" wUÄen. Unter sen Angeklagten befand sich auch ein Mann, dessen Lebensgefährtin an dem verpönten Eingriff zugrunde gegangen ist. Die Vechandlung wurde mit Äusfchlutz der Oeffentlichkeit durchgefühvt. Die Hebamme Pelzmann wurde ßu zehn Monaten schweren Kerkers, zwei det Frauen zu je zwei Monaten, Wer zu drei Wochen und eine zu 14 Tagen bedingt verurteilt, die übrigen wurden freigesprochen. Die geklagte „Gräfin Mariz^. Zwischen dem Münchener TheaterdirÄtor Ol fers und dem Karczag -Verlag ist, wie bereits berichtet» ein Streit über das Recht der. beutfdjeu UrauMhrung der „Gräfin Mariza" ausgebrochen. Eine einstweilige Verfügung hatte Olfers das Studienmaterial zugefprochen. Gegen wese Entscheidung wurde der Rekurs ergriffen. Der Oberste Gerichtshof entschied nun, daß diese einstweilige Verfügung nicht zu Recht bestehe, da sie den Gang des Vrozess-s präjudiziere. Olfers bekommt also kein Studienmaterial. Der Kamps um die „Gräfin Mariza" gebt weiter. Uebrigens wurde über Dr. Altmann, dem Vertreter des Karezak^Vevlages, vom Obersten Gerichtshof wegen einiger Stellen des Revisionsvekurses, welche die dem Gerichte schuldige Achtung verletzen und den Gegner-: beleidigen, eine Ordnungsstrafe von eins« halben Million Kronen verhängt. Graetz' „Geschichte der Sitten" in 3 eleganten Hatbleinenbänden der „Wiener Morgenzeitung^, der die Bezugsgebühr für 1 Jahr im voraus bezahlt, erhält Außer der Iah 11 s g e b ü h t s i n b für B < r fands p e f e n d' ei r a e tz^ noch b. K. 25.000 z u e n t r i ch 1 e n 18311734