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Wiener Morgenzeitung · 1924-09-05 · Heft 1997 (5.9.1924) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1997 (5.9.1924)
Date
1924-09-05
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seile 4 Wien, tzreikas Wiener MorrMzettu«G. 8. SchbemKer 1924 Nr. Ml! Ire jüdischen Geschäftsfreunde des Zudenmörders Hejjas. Der Mann, die Frau, der Fremd, Las Werkzeug Anfttftimg,um Sattemnord. Budapest hat abermals sviire Skandallaffäre. Diesmal /eht uns die Sache etwas näher, als die landesüblichen, altgewohnten Skandalaffären der verkrachten ungarischen Gentry. Tenn dieser schmutzige Fall betrifft das alte Judenleiö vom jüdischen Antisemitismus. Ivan Hejjas ist der in der ganzen Welt bekannte, hundertfach überführte In den Mörder von Horthys Gnaden; Ivan Hejjas ist gelichtsownungsgemäß alS Massenmörder an Inden, Arbeitern und fortschkittlichen Politikern gebrandm-arkt; Ivan HejjaS brüstet sich frank Ntid frei dieser Judemnorde sowohl als auch seiner Unantastbarkeit, weil sein Freund und Gönner, sein Komplice in all den Molldvcrbrechen, der ungarische Reichsvevweser Nikolaus v. Horchy, ihm die Amnestie verliehen und ihn doS Schuhes für alle Heilen versichert hat; von Zeiten Feit läht Ivan HejjaS auch jetzt noch seine drohende Stimme ertönen. Und dieser Ivan Hejjas hat aus dem bei seinen Raub- und Mordzügen erbeuteten Vermögen seiner Opfer in seiner Haupte und Residenzstadt Kecskemet eine garrze Anzahl von Familie n-A kt ieng esells cha ft e n gegründet, die ihn ■ auch zum wirtschaftlichen Beherrscher der ganze:: Gegend machen. Daß die Familie Hejjas ohne Gewissensbisse von diesem blutigen Geld ein fürstliches Leben führt, ist in der Betyarenavt und in der Bcmditemnoral begründet, die auch die legeiwären Vanditen der magyarischen Urwälder ausgezeichnet haben. Eine Schau des ür das Judentum jedoch ist es, das; an diesen Geschäften des berüchtigtesten aller Massenmörder nicht nur die ermordeten Juden mit den ihnen geraubten Vermögen, sondern auch lebendige Juden, u-itö zwar solche, die irr Kecskemet und in Budapest führende politische Rollen spielen, beteiligt sind und so zu den Ges ch ä f t s k om p agn o n s der blutbefleckten Familie, Hejjas zcchlen. So zum Beispiel sitzt in der Direktion der vorr der Hejjas-Familie beherrschten Kecskemeter Zentralsparkasse neben dem Exponenten der Hejjas' ein Führer der Kecskemeter Jrldenschaft, namens.Bernhard Kohn. In der Jmpvrtaktiengesellschaft arbeitet mit dem Vertreter der Hejjas-Familie zusammen ein nicht minder angesehenes Mitglied der Kecskemeter Jüdengemeinde, Desider Feldstein. Und so geht es der Reihe nach in allen Kecskemeter Aktiemmicrnehmungen, in denen die Hejjas-Familie den größten Einfluß hat: Neben den Juvenmörfoemsitzt und arbeitet der Abschaum des Judentums, die Hausjuden der Mörder. Das Schmählichste vielleicht an dieser Schmutzgeschichte ist, daß auch einer der jüdischen Führer der ungarländischeu demokratischen Partei, Doktor Eugen Gal, zu den Mitarbeitern und Direktionskollegen der Hejjas' in Kecskemet zählt. Diese vom „Bilag" mitgeteilten Enthüllungen führten more hungavieo nicht etwa dazu, daß die Juden, nachdem sie ertappt wurden, sich beschämt zurückzogen, sondern zu gegenseitigen Verleumdungsklagen, weil das Blatt mit Recht an diese Feststellungen die von Entrüstung diktierte Erklärung knüpfte, daß es dem Massenmörder Hejjas recht geben müsie, wenn er sich eines schönen Tages feiner jüdischen Kompagnons aus dieselbe Mise entledigen wollte, wie der vielen unglücklichen Juden, mit deren Geld er seine großen Geschäftsgründungen ins Leben rufen konnte! - —■ - > Das judaiftifche Znftitut in Fernsalem. An das neu zu gründende jüdisch-wissenschaftliche Institut in Jerusalem haben die beiden Talmudisten, Prof. Dr. Michael Gutmann vom jüdisch-theologischen Seminar in Breslau und Pros. Dr. Aptv wi tzar von der jüdischtheologischen Lehranstalt in Wien, einen Ruf erhalten. Mb Prof. Aptowitzer dem Ruf wird Folge leisten können, kteht noch nicht fest'.) zwölf Srfterreicher an der tschechischen Grenze verhaftet. Aus Prag wird uns gemeldet: Wie der „Vecer" Meldet, wurden jüngst an der österveichisch-tschchoslo-ivcckischen Grenze zwölf Oesterreicher von den tschechoslowakischen.Behörden verhaftet, weil sie versuch j hatten, ohne Pässe nach Pveßiburg zu gelangen. Jas Brot wird billiger! Gestern vormittags erschienen die Vertreter der Ankerbrotjabrik mit Generaldirektor Fried bei Vizekanzler Doktor Frank und machten ihm die Mitteilung, daß infolge der günstigeren Lage auf den Getreidemürkten eine Ermäßigung des Brotpvestes um 100 Kronen ab nächster Woche vorgenommen werden wird. Die Herren gaben auf die Vorstellungen des Vizekanzlers weiters die Erklärung ab, daß sie in vollkommener Einsicht in die volkswirtschaftliche Wichtigkeit des Brotpreises auch weiterhin alles daransetzen werden, um die Bevölkerung mit möglichst billigem Brot zu versorgen. * Das Eingreifen der Behörden hat nun doch einen, lvenn auch materiell bescheidenen, so prinzipiell wichtigen Erfolg gebracht. Es ist zu erwarten, daß auch .die übrigen Brotfabriken ihre Preise heväbsetzen werden. Die kleinen Erzener dürfte der bchötdliche Druck vollends , im Sinne der freien Konkurrenz zur verbilligenden Tendenz veranlassen. Der MMiugvr Mechaniker Franz May heiratete im Jahre 1918 die Marie Hirsch b ock. Die Ehe gestaltete sich unglücklich. Die Frau behauptet, der Mann habe sie in den letzten Jahren in der ärgsten Weise beschimpft nitd mißhandelt. Sie wirft ihm auch vor, daß er Verhältnisse mit anderen Frauen eingogangen sei. Zn Beginn dieses Jahres machte er die Bekanntschaft des 28jährigen Uhrmachermeisters Hubert Hallacek, mit dem ihm bald innige Freundschaft verband. Hallacek kam wiederholt zu dem Ehepaar May aus Besuch. Nun behauptet Frau May, öaß ihr Gatte in sie gedrungen sei, sich gegen Hallacek nicht zu prüde zu benehmen und seine Zärtlichkeiten zu dulden. Den Galten soll — behauptet die Frau — die Hoffnung auf Entgelt zu dieser Duldsamkeit veranlaßt haben. Die Iran bchauptet weiter, daß sie dem Wunsche ihres Gatten gefolgt sei und das sich ihr Verkehr mit Hallacek geradezu vor den Augen des Gatten abgespielt habe. Dieses seltsame Verhältnis dauerte längere Zeit fort, und zwar so lauge, bis May, der seine Frau dem Hallacek förmlich zugesührt -haben soll, auf diesen seinen geduldeten Nebenbuhler geradezu eifersüchtig wurde. Unter diesen Umständen war d-ie Abneigung zwischen den beiden Ehegatten gegenseitig geworden und die Folge Ivar, daß sie sich am 7. Juli d. I. Linvrrständlich scheiden ließen. Trotzdem blieb die Frau, durch die Woharungsvechältnisje bestimmt, auch weiterhin in der Wohnung des May. Auch nach der Scheidung soll May die Bcschmrpfnngcn und Mißhandlungen fortgcisetzt haben. Kurze Zeit nach der Scheidung — vor etwa sechs Wochen — trat die Frau an Hallacek mit der Aufforderung heran, er solle-ihr Beihilfe gewähren, den Gatten aus dem Weg zu räumen, da sie es an seiner Seite nicht mehr aushalte. Die Frau riet ihm, mit May einer: Ausflug auf die Rax oder ans die Hohe Wand zu machen ur:d ihn dort in einen Abgrund zu stürzen. Kein Mensch werde an einen Mord glauben und Hallacek könne den Stur; leicht als alpinen Unfall darstellen. Hallacek ging auf diesen Vorschlag nicht ein. Dagegen verfielen die Frau und der Uhrmacher aus den Gedanken, einen bei May beschäftigten Wjährigen Mechanikergehilsen, der ihnen als Werkzeug geeignet schien, zu bestimmen, den May umzubringen, zumal sie wußten, daß Mischen ihm und dem Meister Feindschaft; bestand. t Ern Ultimatum bis Mittwoch. Gestern fand eine Borstandssitzung des Metallarbeiter- Verbandes ftaifct, welche sich mit der durch die Ablehnung der Lohnforderungen geschaffene Lage ^beschäftigte. Die Sitzung, die mehr als vier Stunden dauerte, nahm einen sehr bewegten Verlauf. Die Antwort des Jndustviellenverbandes löste große Erregung aus, und cs wurde beschlossen, den bestehenden Kollettivvertrag mit dem heutigen Tage (Freitag) zu kündigen. Gleichzeitig wurde beschlossen, an den Verband die Anfrage zu richten, ob er die von den Metallarbeitern überreichten Forderungen imch einem: neuen Kollektivvertrag annimmt, beziehungsweise in Verhandlungen über denselben emgehen und, wenn dies ans bestimmte:: Gründen jetzt nicht möglich sein sollte, vorläufig eine loprozenttge Lohnerhöhung eintneten lassen will. Sollte bis Mittwoch vormittags keine Antwort vorliegen, dann wird die MetaNarbeiterschast mit allen ihr zu Gebote stehenden gewerkschaftlichen Mitteln die Erreichung ihrer Forderungen zu traten suchen. * Wie der Wiener Jndulstrielle-nverbaNd mitteilt, ist gestern in allen Betrieben, in denen tags vorher Arbeitseinstellungen vorkamen, wieder die Arbeit ausgenommen worden, mit Ausnahme -im Werke Engerchstraße der Siemens- S chuckert-Werke, wo die Arbeiterschaft auch gestern keine Arbeit leistete nNd um halb 3 Uhr nachmittags durch den Betriebsrat der Be!rie!bsleitung offiziell den Streikbeschluß bekanntgab. Die Arbeiter verließen hierauf den Betrieb, ei-nzeine Trupps zwangen die Arbeiterschaft einiger benachbarter Betriebe zum.Verlassen der Betriebe. So wurden unter anderem die Arbeiter der Betriebe Donauwerk Kraus e, Alex. Friedman>n, Garvenswerke durch die Arbeiter der Siemens-Schuckert-Werke herausigcholt. Ile krSsfnung der Wiener Herbstmesse 1924. Die siebente Wiener internationale Messe (Herbstmesse) wird Sonntag den 7. d. um halb 9 Uhr früh >in allen Messehäusern eröffnet. Die Messe dauert vom 7. bis einschlieMich 14, d., die Kohlenmesse bis 20. d. Sämtliche Messchäuser sind Ms HM 7 Uhr abends geöffnet. Alle Auskünfte in Angelegen- ,heit von Wohnungen für Messobchucher werden im Wohnungsuachweis, Messepalast, Haupteingang, Schalter 18, erteilt. Auskünfte über Paß, Konsulate, bchördliche Bovschriisten, ebenda Schalter 19. Fahrkartenverkaus ebenda Schalter 14 und 16. Sämtliche Auskünfte über Stande (bestimmte Firmen) int MejsMslM. MDMm. Schalter 1. lieber Gin- Wd Ausfuhr» Marie May suchte den Gehilfen wiederholt in der Werk statte ihres Mannes auf und suchte ihn zur Tat zu überreden Sie stellte ihn: als Belohnung die Hälfte der W e r k> stätte in Aussicht und versprach ihm, wenn wider Erwarte: die Tat aufkomtnen und er verhaftet werden sollte, seine Frcw mit ihren: Kind« zu sich in die Wohnung zu nchmen und dauernd für sie zu sorgen. Die Frau wuvde immer dringlicher so daß der Gchilfe endlich, um von ihr Ruhe zu Haber:, enn bejahende Antwort gab. Inzwischen hatte sich's Fvau May mit der Todesart anders überlegt; der Gchilsc sollte de" Meister erschießen. Auch diese Art der Ermordung sollte mit möglichst grösster Wahrscheinlichreit der Straslosigke.it ausgesührt Werder:. Frau May vereinbarte.mit Hallacek, der im Besitze vor: zwei Revolvern war, daß Ä mit May einen Ausflug auf de» Tivoli unternehmen sollte, uud auS dem Hinterhalt würde daun, der Gehilfe der: Meister niederknallen uui> flüchten Tatsächlich übernahm der Gehilfe von Hallacek einen Revolver und brachte ihr: in seine Wohmmg. Ein Zufall wollte es aber, daß die Frar: des Gehilfer: die Masse fand, und so lange irr ihren Manr: drang, bis er die Waffe dem Hallacek wieder znrückgcrb. Damit war auch dieser Plan gescheitert. Slber atlch jetzt ließ die Frau r:icht locker. Einige laß« nachher überredete sie den Gehilfen wieder, den Gatten, wenn er mit Hallacek cir:eu Äus'krtg auf den Tivoli mache, zu erschießen. ^Neuerlich war der Gehilfe schwankend geworden und erklärte sich zur Tat bereit. Er ging neuerlich zr: Hallacek rurd holte sich wieder von ihn: 'den Revolver. Er ging auch an dem Tag, da der Ansslug ftattsand, aus den Tivoli. E Im Lntscheidendrn Moment ließ er jedoch Vau s-eiuem Bovsatz ab, so daß das Paar vergeblich hoffte. Zlvei Tage nach!) :r biaditc der Gehilfe den Revolver wieder zurück. Nun aber war dem Hallacek selbst der Verkehr mit der mordlustigen Frau lästig geworden, und er bra.ch die Beziehungen ab. Der Gchilfe fuhr dann auf drei Wochen ins BurgeUlaud. In der Zwischenzeit hatte May voi: dem Anschlag erfahren, und als der Gchilfe zurüÄgckomn'.cn war, stellte er ihn wrgen des Mordplanes zur Rede, und der Gchilfe gestand dm Sachverhalt ein Auf Gmud der Allzüge Mays wurden Marie May und Hallacek wegen Versuchier Ansti ftun g zum Morde dem Landesgerichte eingöliefert. bedinigungen, ZollangslÄgenheiten gi'bt dev amtliche Messedienst Auskunst, der -in der Rotunde^ unter den Arkaden, links von: Südportal, Tür 18, in: Mcsscpalast beim Haupteinga-ng, Mezzanin, Tür 6, etabliert ist. 2er Lohnkoustift der Kiuomustker. Vermittlung des Bürgermeisters. Der Beriband der Kinobesitzer und der MusikervcrbanV haben Bürgermeister Seitz gebeten, in ihrem Konflikt die vermittelnde Rolle zu übernchms::. Diesem Ersuchen entsprechend, hat der Bürgermeister die Vertreter büider Gruppen gestern zu einer Konferenz berufen. Nach eingehender Darlognng der Streitpunkte durch die Sprecher beider Parteien gab der Bürgermeister den Herren bekannt, worin er in den wichtigsten Punkten sine geevMete Lösung erblicken könnte. In der weiteren Debatte.traten aber so große Gegensätze zutage, daß keiner der Streitterle sich dazu verstehen lvoll.te, auf einen VermMungsvorschlag einzugchen; beide erklärten vielmehr, neue Jnstrukttoncn -oinholcn zu müssen. Zu diesem Zweck wurden die Vechandlungen nach dreistündiger Dauer vertagt. Sie werden heute fortgesetzt. Sollte es dabei nicht gelin-gLlr, e:ne Vevelinbarnng zn erzielen, so wird der Bürgermeister seine Bemühungen als zwecklos und seine Aufgabe als erfüllt erklären. Me Lebensmittel. Weitere Entspannung aus den Viehmärkten und iß der Größt Markthalle. Die bereits bei Wochenbeginn zum Vorschein gelangte Eirtspaimung auf dem Vieh- und Fleischmarkte machte gestern weitete Fortschritte. Auf den Viehmär^u in St. Marx erlitten Rinder einen neuerlichen PreisrÜckgantz von 500 bis 1000 K., Kälber von 2000 bis 4000 K. pro Kilogramm. Auch in der Großmarkthalle hat sich Rindfleisch je nach Qualität um 1000 bis 2000 K. pro Kilogramm verbilligt. Mbev haben sich gleichfalls um 1000 bis 2000 K. pro Kilogramn: in der Notiz ermäßigt. Im Detailverkehre dürsten bk Auslvirkungeu sich erst am Samstag fühlbar machen. Der Naschmarkt verfügte über bedarfsdeckende Gemüsezufuhrei:, und' namentlich Kartoffeln einheimischer Herkunft langteu in großen Mengen ein. Die Preislage zeigte keine neitnenswerte Veränderung. Hingegen ist bei Obst, trotz konstant günstiger Zufuhren; eine steigende Tendenz zu berzeichnei:, da, wie verlautet, deutsche Händler in den Produkt:« nsgebieteu höhere Preise offerieren. Sm Wetter. Gestern gab es einen schönen warmen Herbsttag ohm Regen. Eine längere Dauer des besseren Wetters ist der Voraussage zufolge nicht gesichert. Es wirb wechselnd wo l N g e s Wetter mit tagsüber wärmerenTemparaturen ängekündigst Ler Lohtlkamtzf in der Wiener Netavndnftrie.

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