Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1995 (3.9.1924)
- Date
- 1924-09-03
- Page
- Seite 6 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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---; <*' rv - Kette 6 Men, Mittwoch Wiener Morgenzeitun^. 3. September 1924 Nt. 1995 * VeHchollen. Samuel Hirsch Mann rette Adler, ge. äoren 1888 oder 1889 in Sosolowsk.a, Bezirk Czortkow, Galizien, ist bei der Mobilisierung als Infanterist zum'In» fanterieregiment Nr. ,95 in Czortkow eiugerückt. wurde Ende 1915 nach Sanok zur Sanität, später zum 6. Landwehrregiment, 5. Komp., nach Budweis transferiert und ging von dort im September 1916 an die rumänische Front ob. Um die Rösch« Haschana-Zeit desselben Fohres blieb er in Kißwardein zurück, wo ihn unter der Adresse des Abraham Sorger durch einige Monate Briefe erreichten. Als er seinem Bruder mitteme. daß er verfolgt werde und mqn ihm daher nicht schreiben möge, hörte der Briefwechsel auf und seither ist von dem Genannten jede Nachricht ansgeblieben. Die Verwandten bitten jeden, der über das weitere Schicksal des Verschollenen etwas wem. Nachricht an seinn Bruder Isaak Adler, Wien, 2. Bez., Pazmanitengasse 28. Tür 35. gelangen zu lassen. * Die Lebensmüden. Montag nachts hat sich der 22jährige Dachdecker Franz S. aus einem Revolver eine Kugel in die Unke Brustseite gejagt. Die Rettungsgesellschaft brachte ihn auf die Unfallstation. — Im Stadtpark hat sich vorgestern abends die Hausgehilfin Katharina Navrat'll durch Lt/Ä zu.ver- Mten versucht. Die Retduugspvsellschast überfühvte sie ms Spital — Gestern vormittags wurde der Mjähräge Beamte Otto Buchmüller mit einem Schuß in der linken Brustseite schwer verlebt aufgosnnden. Die RettungsgeseUchast brachte ihn ins Spital. Das Motiv der Tat ist unbekannt. * Die Autoraserei. Der Hilfsarbeiter Jcchcmn Dunkel wunde Montag abends auf dem Laüdstraßer Gürtel von einem «daiherrasenden Personenauto überfahren und verletzt. Er wurde ms Spital gebracht. — Der Zeitungsid'iener Josef O n>d r a f ek wurde vorgestern abends in der Pramergasse von einem Auto mit seinem Motorrvde uiedergestoßen und mußte auf die Ilnfallstatian gebracht werden. — In der Ausstellungsstraße wuvde gestern mittags der 7jÄhvige Hans Turek von einem Auto erfaßt und erlitt mehrfache Verletzungen. * Neue Lohnforderungen der Friseurgehilfen. Die Friseur, gchilfen verlangen eine löprozentiye Lohnerhöhung, über welche die Genossenschaft in den nächsten Tagen verhandeln wird. * Provisorische Sperrung des Nordwestbahnsteges. Wogen Durchrübrung von Anstreicheraribeiten wird der Nordwostbahnsteg ab Mittwoch,den 3. d. auf zirka vier Wochen gesperrt. * Der Londoner Zopfabschneidcr. Aus London wird uns berichtet: Die Fälle, daß hier offenbar krankhaft veranlagte Individuen sich an Mädchen heranschleichen und ihnen die Haare abschneiden, haben sich in letzter Zeit gehäuft. Es ist nunmehr gelungen, einen Täter in der Person des desertierten Marinesoldaten William W r i g h t zu verhaften. Durch Kon. frontation mit den Mädchen wurde er überführt. Wright wurde zu sechs Monaten Zwangsarbeit verurteilt. * Ein Blinder als Hochtourist. Bor Tagen machte der seit einiger Zeit im R e i ch e nh a ll e r Kurlazarett befindliche Kriegsblinde Bach aus Nürnberg in Begleitung eines Lazarettinisassen einen Spaziergang auf die PMngernlP. Bach hatte einen Führerhund bei sich. Da siel es den beiden ein, den Staufen zu besteigen, übwclhl sie des Weges und der Berige unkundig waren. Ter Blinde stieg besser als sein Begleiter und wollte nicht mehr zurück. Bald aiber konnte der Hund Nicht mehr weiter und blieb an Ort und Stelle sitzen, die beiden stiegen weiter, sahen aiber bald die Unnrücflichteit des Weitevkommens ein und gelaii-gten bis zu den Katzen« kaihnern, von wo sie. zerschunden und mit zerfetzten Kleidern, sich lang'am wieder himmteraroeiteten. Es ist ein Wunder, daß keiner abgestürzt ist, denn der Weg ist exponiert und äußerst beschwerlich. Da die Kletterer an einer arideren Stelle aus. dem Felsnrassw Hermistraten, blich der Hund, fremden Lockungen un-zn^änglich, zwei volle Tage aus der ihm angewiesenen Stelle sitzen und heulte fürchterlich. Dann erst begab sich der Blinde in Begleitung abermals an die Stelle und holte den an ihn gewöhnten Hund zurück. * Eine Sladt auf Rädern. Im Staate Ohio hat die amerikanische Technik zum ersten Male das Kunststück fertig bekommen, eine Stadt mit zweihitndertfünJig Hä"sern um i ü n f K i l o m e l e r zu verlegen. Der Bau einer riesigen Talsperre erforderte diese Dislokation, bei der die Häuser in unzeriegtem Zustande abtransportiert wurden. Ter Umzug - ciuzepier .Häuser hat früher schon häufig stattgefunden. Aber das Experiment, eine ganze Stadt ohne Abbruch und Wiederaufbau zu verpflanzen, blieb den Amerikanern Vorbehalten. * Gründung einer zionistischen Organisation in Uganda. Tic Zionistische Exekutive teil: mit, daß sich in Nairobi, der Hauptstadt von Britisch-Ostasrika (Konya-Kolonie) eine ■,irn')li:d)e Vereinigung gebildet habe. Es ist dies die erstte zionistische Vereinigung, die in dem „Uganda" des sechsten Kongresses in.S Leben gerufen wurde. Um die Gründung der Bereinigung bat sich Tr. Alexander Goldstein bemüht, der vor kurzem im Aufträge des Keren Hajessod in Uganda geweilt hat. (I. T. A.) „Phantom.- Johann-Strauß-Theater. Da die Operettenprodnktion immer mehr in eine Flut von Sentimentalität und Banalität mündest atzS der ihr bis zur Stunde kein Retter erschienen ist, versucht es ein so ge» schickter Direktor, wie es Erich Müller ist, mit einer Komödie von Norbert Garai, zu der Max Niederberze r die Musik geschrieben hat. Auch wenn es nicht bekannt wäre, daß das Schauspiel „Phantom" ohne Musik gedacht war, als es noch „Lied des Cavaradossi" hi-eß, so müßte man auS der mangelnden organischen Durchdringung von Wort und Ton die Entstehungsgeschichte des Werkes rekonstruieren kennen. Sprechen wir also zuerst von der Dichtung Norb'rt Garais. Dieser junge Ungar hat im-Frühjahr auf dem Akademietheater mit -„Jolandas letztes Abenteuer" debattieren dürfen und schon bei diesem Anlaß die Aufmerksamkeit auf seine theatralische, technisch versierte Begabung gelenkt. Auch „Phantom", ein robust gezimmerter Sketch, der den Zuhörer dauernd in Spannung hält, bewr'st wiederum den -.stacken Thcatersinn des Autors. Ter Titel „Komödie" ist. wohl gewählt worden, um einige wärmere, nachdenkliche Worte über Leiben, Liebe und Frauen innerhalb des frostigen Belau.« baues zu rechtfertigen. Sie sind nicht besonders tief und können ihre Richtigkeit auch in der Umkehrung beweisen. Doch stammen sie aus guter ungarischer Familie, sind in der Nachbarschaft Molnars zu Hause und sanfte Ruhepunkte zwischen Revolverszenen. Max Niederberger hat zu dem Skc!ch eine Musik geschrieben, die sichtlich bemüht ist, dem Schlagertypus aus dem Wege zu gehen und in der Wärme einer süßen, schwä'mcrischen Musik die Nervenschwingungen des erregten Zuhör'- :s zu besänftigen. Sehr gut gelingt es dem Komponisten, eine traurige, wehmütige Stimmung cmszukosten. Aber auch der such, Shimmy, Tango und Blues zu entbarbarisieren und den Tänzen einen gesellschaftlichen Schliff zu verleihen, ist ihm fast gelungen. Raoul A s l a n und Erika Wagner haben das W"rk in der Darstellung auf eine Stufe gehoben, wie es nur einer bedeutenderen literarischen Arbeit zukommt. Die innere Kultur, die Vornehmheit der Gebärdensprache, das geistige Gewicht beider Künstler, die selbst das flüchtig hingeworfene Wort als Probe auf Gesinnung deklarieren, wirkten auf den Zuhörer ergreifend. Rührend wie die zwei erprobten Schöpfer drama t'scher Gestalten dem Tanze sich hinzugebrn bemüht waren und dc.bei gleichsam die Schritte zählten, die ihre Welt von der anderen trennt. Dore Aldor, eine temperamentvolle Tänzerin, und Kurt Köhler in einer gut profilierten Chargen« rolle machten sich angenehm bemerkbar. Der Beifall war stark, hoffentlich findet das Werk auch weiterhin die Aufnahme, die es als neuartiger, interessanter Versuch verdient. dt. Vereine, Vorträge und Versammlungen. Das Kuratorium der vereinigten hebräischen Schulen in Wien eröfsüet Heuer in den Loyalitäten der hebräischen Schule, 2. Bez., Große Mohrenaasse 16/22, Kurse sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene, Kinder und Erwachsene. In denselben wird Unterricht aus Literatur, Tanacs, Talmud und dergleichen erteilt werden. Die Einschreibungen finden ab Dienstag den 2. d. täglich zwischen 5 bis 7 Uhr in den genannten Lokalitäten statt, der Unterricht beginnt Montag den 8.' d. um 19 Uhr vormittags. — Zionistische Sektion Zwischenbrücken. Die Mit« glieder der Kwuzah treffen sich morgen um halb 8 Uhr abends im Cafe Perl. — M i s r a ch i - L a nd e sz e n. t r a l e, W i e n. Morgen Donnerstag um halb 8 Uhr abends findet im großen Saale des Hotel Continental. 2. Be;., Taborstraße 4. eine M i s r a ch i - Mais e nv erf a m m l u n'g statt. Redner: Rabbi I. L. Fischmann, Mitglied der Exekutive der misrachistischen Weltzentrale in Jerusalem und Chefredakteur des „Hator", und Universitätsprofessor Dr. A. Frankel, Marburg. Gäste willkommen. — Iung - Inda I u g e n d b u n d. Heute um viertel 7 Uhr Vollversammlung im Heime, 2. Bez., Große Schiffgasse 2. Anschließend, wichtige Bundesleitungssihung. Morgen Donnerstag Leichtachletiktraining. Treffpunkt um 9 Uhr beim W .A. C.-Dor. „Der Diener zweier Herren." Theater in der Josefstadt. Die neue Spielzeit bei Reinhards wurde mit Goldoms Fastnachtskomödie eimgeläutet: übernvütig, übenspvudelnd, überftilisiert — bis aus das TrifMunn Hugo, Hermann und Helene Th im i,g, das sich mehr an die Natur des lebendigen Humors als an die Atmosphäre des Renaissancestückes hielt und darum frisch war wie am ersten Tag. Als ewig dozierender Dottore skizzierte Egon Frieden (an Stelle Waldaus) einen nonchalanten Typ, der evgötzlich war, wenn auch mchr für den Rahmen eines Kalbareits, aktualisiert durch geistreiche Extempores, die beim geistreichen Friedell nicht ' überraschen. tanchino als Silvio gab eine interessante Mischung von Starrheit und dämonischer Leidenschaft. Die „holdselige" blonde Anmut verkörperte Dagny Servaes, den Wagemut einer stolzen Venezianerin Sibylle Binder. Mozarts Begleitmusik war mchr als Begleitmusik: der süße, dnrchhallende Mord einer romantischen Zeit. Sie machte alle Rogie-künste o. r. Bom Keren Kajemeth l'Israel (Jüdischer Nationalfonds). An alle Büchseninhaber des Bezirkes Alsergrund! Die Leerung aller Sammelbüchsen des K.. K. L. filmet diesmal in der Zeit vom 4. bis zum 18. September statt. — An alle Na« tionalsondskommissäre der Z. M. V.! Die Leerung der Sammelbüchsen des K. K. L. im 1. B ezixk findet in der Woche vom 7. d. statt. Wir ersuchen alle K. K. L.-Kommissäre, das Leerungsmaterial am Freitag den 5. d. im Laufe des Vormittags im Bureau, 2. De;., Zirkusgasse 33. zu holen. Jüdische Volksschule, 20. Bez., Dcmsgassi 33. eröffnet am 15. d. das neue Schulijahr. Einschreibungen in alle fünf Klassen täglich, mit Ausnahme von Samstag und Sonntag, von 10 bis 12 Uhr in der Sck)ul>kanzlci. Übertritte ans der öffentlichen Schule werden von der Schulleitung durchge- Mrt. Auto« Amon, der vornehme, charaktervolle Künstler, trat gestern nach allzu langer, durch KranlkhM errungener Paus« im Deutschen Bolkstheater zum ersten Male wieder auf. Er lipiolte den Steinlklopifechans außerordentlich, denn er gab dieser wertvollsten Figur Anzengrubers seine eigene, gütige, lächelnde Lebensweisheit. Amon, der vom dichigrfüllten Hause stürmisch begrüßt wurde, gehört zu jenen immer seltener werdenden Schanspielevu, die er nicht nötig haben, aus die Pointe lozzuigchen und chve ,^>zene" zu rmtevstreichen, weil sie aus dem Bollen gestallten und in vorbildlicher Hingabe an das Kunstwerk keinen AugeMick hat PulMum von der Dichtung auf sich selllbst abzulenken suchen. Die E Garde der Deutschen VÄ-kStheaters, K i r s ch n c r, Kutsck>era,Homma, feierte die Wiederkehr des geliebten, verehrten Kollegen durch ausgezeichnete Leistungen und u-'tter den jüngeren Künstler« tat. sich besonders Fräulein Mark i 8 hcwor. O. A. « ol k 8 o p e r. Heute »Der Barbier von Sevilla . Morgen Donnerstag M t k a d o". Sonntag den 7. d. gehen neu einstudiert „Die Meistersinger von N ü r n b e r g" in Szene. Diese Aufführung dirigiert der neuengagierte Kapellmeister Herr Dr. Heinrich I al o w e tz. - Die Direktion der VolkSoper hat Herrn Kammersänger Josef Schwarz' für ein dreiabendliches Gastspiel gewonnen, und zwar tritt der Künstler am 28. d. a!S .„R i g o l e t t o".' am 25. als Renee in BerdiS „Maskenball" und am 27. als Lindorf in „H o f f m a n n s E r z a h l u n g e n" auf. Im Deutsch en VolkStheater gelangt Freitag ofn 5. d. neu elnstudtert Grillparzers dramatisches Gedicht „D e S M e e r e 8 u n d der Liebe Wellen" zur Aufführung. Die neuen Bühnenbilder sind nach Entwürfe« Harry Täubers ausgeführt. ,, « ,.Esm Aa r l-Theater findet Freitag den 5. d>, abends V»8 Uhr, die 50. Aufführung der Operette „D i e K ö n i g i n d e r Nacht' mit Poldi B a u e r in der Titelrolle und der übrigen ersten Besetzung statt. Mo derneS Theater. Maria O r S k a spielt Freitag die Charlotte in „Karussell" Mittwoch den 10. findet die deutsche Uraufführung des dreiattigen Lustspiels „Di eine Cousine aus Warschau" von Louis V e r n e u i l, deutsch von Robert Blum, statt. Die Titelrolle spielt Maria OrSka. _______ Das Programm des Neuen Wiener Städttheaters. Nach viertägiger- Sperrung, die wegen Adaptierungsarbeiten erfolgen mußte, eröffnet bas Neue Wiener Stadttheater Samstag «den 6. d. die Winierspielzeit mit der Uraufführung von „D e r So w j e t k o m m iss ä r", Schauspiel in sechs Bindern von Eugen Tschiri'kow. Die JMenierung leitet Oberrcgisstur Ludwig Stärk. Am 18. 4>. gelangt als Feistvorstellung im Rahmen der Musik, und Thcalevwoche der Stadt Wien das Schauspiel „S t e be nIahre un dernTa g" von H. R o s s t znr UrausWruna. Anfangs Oktober folat dann „S s a n i n" von A rtz iba sch ew mit Magba -San ja, Oskar Ber-egi und Ludwig St är-k in den Hauptrollen. Von Direktor Herbert Tran wurde fcrn-er die SensatiouAkomödie „Die grüne G o t t h e i t" von William Archer, die seit zwei Jahren den Spielplan der englischen Bühnen beherrscht, zur Aufführung erworben. Für Liese Neuheit,ist ein Gastspiel von Kon. Bei dt geplant. Im Lause der Spielzeit wird ferner unter anderem „Ev an ge l ine" von L e n gy e l und B ir o, ,M er ca de t" nach dem Ronian von B M zac zur Darstellung gelangen. Das heitere Genre wird durch das neueste Werk von Ludwig Stärk und Adolf Eisler „S a n a t >o r i u m Gu. G." vertreten, das cm modernen Aerztemilien spielt. Für die Darstellung der Hauptrollen wird unter anderem Paul Morgan, Hans Moser und Ludwig Stärk in Aussicht genommen. „Gräfin Mariza". Kalmans Operette hat am Theater an der Wien die Sommerspielzeit überlebt und als Eröf'nungsvorstellung die Hauptsaison eingeleitet. Bei ausverkauftem Hause war der Erfolg sehr groß. In der Besetzung war nur Karl Bach m a n n als Gutsverwalter Török neu. Seine warmer Tenorstimme, sein sympathisches, unaufdringliches Sprel erwarben ihm auch an der neuen Stätte seiner Wirksamkeit viel Beifall. Die indischen Partnerinnen der Pawlowna. Zwei junge Jndierinnen aus hchem Stand werden bei dem Gastspiel, das Anna Pawlowna in der kommenden Saison im Londoner Coventgarden-Theater gibt, an der Seite der berühmten russischen Tänzerin erscheinen. Es ist das erste Mal, daß Frauen hoher indischer Kasten öffentlich als Tänzerinnen auftrrten. Nach der Anschauung der Inder ist der öffentliche Tanz nur den Bajaderen erlaubt, den aus unteren Kreisen stammenden Berufstänzermnen, die auch Natschni genannt werden. Die Spezialität dieser Natschni ist die Ausführung der bei den Indern beliebten Natschtänze, die bei allen feierlichen Anlässeic und auch bei Empfang hervorragender Gäste getanzt werden. Dir beiden indischen Mädchen, die von der Pawlowna in der Tanztechnik ausgebildet wurden, werden mit Rücksicht auf ihre Kaste unter den Namen Sunita und Anita auftreten. Anita wird einen Eingeborenentanz aus Birma vorführen, ^während Sunita die Rolle der Braut in einem „Die Hinduhochzeit" betitelten Ballett darstellen wird. Ein Dante-Denkmal in Kopenhagen. Auf dem Platze vor der Glyptothek in Kopenhagen wurde ein Dante- Denkmal enthüllt, zu dem König Bittor Emauuel bei Gelegenheit seines Besuches in der Hauptstadt Dänc-inarks im Jahre 1922 den Grundstein gelegt hat. Auf einer von der Stadt Rom gestisteten^Säule erhebt sich die Gestalt der Beatrice und auf der linken Seite ist ein von der Stadt Florenz geschenktes Medaillon des Dichters der „Divina Comedia" angebracht. Rußlands Museen. Sir Martin Co.nw ay, der britische Kunstkenner und Schriftsteller, hat soeben die russischen Verhältnisse oingcheud studiert und behauptet, daß es dort nie besser um das. Museumwesen bestellt gewesen sei als unter dem gegenwärtigen Regime. Statt der früheren 52 Museen gibt es heute deren 250, die sich in bestem Zustande befinden und von Kennern geleitet sind. Die Petersburger Eremitage mit ihren Sälen, die sich insgesamt über 16 Kilometer erstrecken, hält der englische Gewährsmann für die größte Kunstsammlung der Welt. Die Aufsicht über diese Schätze der Eremitage ist eine sehr scharfe. Aus den Theatern. Burgtheater. Morgen. 7 Uhr, „F l a ck 8 m n n n als Erzieher". Montag den 8. d. „Der junge Medardu 8". A k a d e m i e t h e a t e r. Morgen. 7*8 Uhr. „D e r g u l e K 8 n i g"i Schönbrunner Schloßtheater. Njorgen, 7,8 Uhr, »D t e K i n d e r". Za» Vrzirtrgerkcht Leopoldstadt lehnt de» Grundsatz: „Krone ist Krone" ab. Auf der der Frau Gisela Löwenthal gehörigen Liegenschaft haftete ein Pfandrecht zugunsten einer Forderung deS Herrn Leo Schächter im Betrage von 68.268 K. aus dem Jahre 1912. Ta Schächter sich weigerte, das Pfandrecht zu Irschen, erlegte Frau Löwenthal den Betrag von 68.268 Papicrkrouen und klagte den Gläubiger auf Ausstellung einer Löschungsurlunde. Ter Beklagte wendete ein, daß ihm nicht zugemntet werden könne, für ein im Jahre 1912 gewähr:es? Darlehen, jetzige Kronen anzunehmen. Es müsse eine entsprechende Valorisierung erfolgen. Hofrat Dr. Neumann beim Be« zirkszericht Leopoldstadt wies die Klage mit folgender Begründung ab: Es ist unzweifelhast, daß die Krone des Jahres 1912 auch bis heute den Namen beibehalten hat, obwohl in den Jahren seit Kriegsbeendigung . wiederholt Gerüchte von einer ,Aendernng dieses Namens, in Donaumark oder ähnliche laut; wurden. Es ist auch klar, daß eine nngewöhnliche Entwertung der Krone erfolgt.ist und daß der Aufdvuck'auf den Noten der Oesterreichisch-ungarischen Bank, daß diese gegen die Banknote den^ Betrag in gesetzlichem Atetallgcld bezahle, der Wahrheit nicht meht entspricht. Wäre eine jAendcrnng der. Währungsbezeichnung erfolgt, so könnte e8 nicht zweifelhaft fein, daß die Krone aus dem Jahre 1912 und die jetzige Währungseinheit etwas ganz Verschiedenes ist. Mit Rücksicht auf die ganz ungcheure Entwertung der Kronen seit 1912 vermeint ,