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Wiener Morgenzeitung · 1924-09-02 · Heft 1994 (2.9.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1994 (2.9.1924)
Date
1924-09-02
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 1994 Wkn, MnStag Wiener Movgenzeltung. 2. Septeniber 1924 Seite I Sie Lebensmittel. Mäßige Entspannung in der Vieh- und Fleischversorgnng. Der gestrige Rindermarkt wurde im Vergleiche zur Vorwoche um 600 Stück stärker beschickt, als am vorigen Dienstag. Angesichts des gesteigerten Angebotes haben sich die Preise für die für den Massenkonsum in Betracht kommenden Qualitäten bis zirka 1000 K. pro Kilogramm verbilligt. Da auch die Großmarkthalle günstigere Fleischimporte aüswies, so ist im Laufe der Woche mit einer mäßigen Entspannung der Fleischpreise zu rechnen. Gestern hielt sich der Verkehr trotz Monatbeginnes in Anbetracht der konstant sinkenden Kaufkraft in den bescheidensten Grenzen. Auch auf den G e m ü s e m ä r k 1 e n, die ungeachtet des Montages weit über Bedarf beliefert wurden, war die Nachfrage eine begrenzte. Mit Ausnahme von Kohl, der sich unwesentlich höher im Preise stellte, blieben die Preise aller andere Gcmüsesorten unverändert. Mit Kartoffeln, Gurken und Zwiebel sind die Märkte überfüllt. Auf denr Obstmarkte waren die Zwetschken- und Aepfelzufuhren tvesentlich günstiger. Die Eierprcise variierten zwischen 1750 bis 1850 K. pro Stück. Wien, 2. September. * Rabbiner Fischmann ln Men. Wie uns vom hiesigen Mis-rachi-Gmeau mitveteM -wird, 4rü;!ft RaiM-ner I. L. Fischmann, das Mitglied der Misrachi-Weltexekntive in Jerusalem und Redakteur des „Hator", morgen Mittwoch auf der Durchreise in Wien ein. Aus diesem Anlaß veranstaltet der Misrachi Donnerstag abends eine Versammlung, bei der außer Rabbiner Fischmann noch Universitätsprofessor Dr. A. Fraenkel aus Marburg sprechen wird. * Masseur, Journalist und Klavierstimmer. Ein Freund unseres Blattes schreibt uns: Au!f der Fcchvt nach Budapest hatte ich Gelegenheit, einige MiiWeder des vor kurzem in Wien ohgehaltenen GsPerantokongresses kennen zu lernen, die setzt eine Studien- ■ und , Pr cp Uganda reise in Milteleurcpa unternehmen. Der Interessanteste unter ihnen war jedenfalls «jener schlanke, brünette, junge Mamn Mit korrekter Gleyang, der, Obgleich volfftändiig blind, ein so sicheres Auftreten hat, wie nur wenige Sehende es halben. Es ist Arone I. Cohen .cms London. Als Blinder von Gclb'urt, absolvierte Cohen die MittÄlschnle mit Auszeichnung, wurde dann von dem berühmten Londoner Universitätsprosessor Courtland zum HeÄmafseur ausge>bil!det, worüber er auch ein Diplom besitzt. Sämtliche bedeutendem Aerzte Londons schicken ihre Patienten «" m, der heute Au den gesuchtesten HeilMasseuren der n Haupüsiadt zählt. Neibevlbei hat Cohen auch das KI«avierstimmen erlernt, Seine zweite Haupibe!schästigunig neben. der Maffalge iist jedoch die I o u r n a l i st i k. Er ist der ständige Noserent für MindenanigcklegenhHiten bei e>ine«m .der größten Londoner Blätter, der „Daily Mail", und er war auch der Berichterstatter dieses Mattes beim Wiener Gsiperautouud MmdenEongveß. In Ungarn will Cohen neben der GslpevMtoibvwegMg auch die MusÄknltnr der Umigarn studieren. * „Dreschgraf Pückler" gestorben. Der berüchtigte „Dreschgraf" Pückler von Klein-Tschirne., dessen antisemitische Dreschexzesse in Berlin aus früheren Jahren her in Erinnerung sind, ist im Alter von 64 Jahren gestorben. Pückler konnte so lauge seine Wort- und Tabexzesse verüben, bis man ihn als geistig abnormal entmündigte. Die Ausschreitungen des tollen Rohlings erfolgten unter dem Beifall verschiedener junikerkicher Standesgenoffen, die ihn zu stets neuen,Iaten" ermunterten. * Das große Mundwerk. Adolf Hofsmann, der bekannte sozialistische Abgeordnete, über welchen zahlreiche Witzworte und Anekdoten kursieren, hat sich selbst zum 66. Geburtstag ein Heftchen, „Episoden und Zwischenrufe", beischert, welche Reminiszenzen aus seiner parlamentarischen Laufbahn sesthailten. Unter anderem erzählt Hoisstnann: Ich zog bei der Nachwahl für den am 4. November 1903 verstorbenen Franz Hofmann das erstemal in .den Reichstag ein. August Bebel hielt eine seiner glänzendsten Anklagereden gegen die heutige Gesellschaft und gegen den damaligen Reichskanzler v. B ulow insbesondere. Gereizt antwortete der Kanzler, und als ihn von links Zwischenrufe in die Enge trieben, wandte er sich nach links mit den Worten: „Das merken Sie sich mal, das große Mundwerk macht es nichts" Woraus ich ihm Mvief: ,,Sagen Sie doch das Ihrem Prinzipal." Eine Minute Totenstille im ganzen Hause; es war, als wenn alles den Atem anhielt, ob des Verwegenen, dein diese Worte über die Lippen gekommen. Bülow starrte entgeistert nach links. Es war eine Situation, als wenn eine Granate aufgeschlagen hätte und man im nächsten Moment die Explosion erwartete. * Eine Universität in Triest. Aus Triest wird gemeldet: Mit königlichem Dekret ist der hiesigen Handelshochschule der Titel einer Universität verliehen worden., * Der nackte Gast. Gestern nachts kam in ein Cafe im 7. Bezirk ein splitternackter Mann, der bloß einen Papiertschako, einen Papierkragen und papierene Manschetten angelegt hatte. Er wurde angchalten und zum ^Kommissariat Neubau gebracht. Er ist geisteskrank und hat schon öfter derartige Szenen ausgeführt. * Die Wiener Kinos ohne Musik. Gestern verweigerten in Verbindung mit neuen Lohnforderungen die Musiker im Zirkus-Busch-Kino und im Flotteukmo die Dienstleistung; daraus erklärten sich die übrigen Kinobcsitzer mit den ausgesperrten Betrieben solidarisch und verfügten die Einstellung der Musik in ihren Ki-nos. * Für die Rancher. In den ersten Tagen des September Mangt die Kanzlerzigarre in den allgemeinen Verschleiß. Die MaNzlerzigarre wird in Packungen zu 10 Stück zum Preise von 14.000 IK. und auch stückweise zum Preise von 1400 K. ab- .gegeben. Die bisher nur in beschränkten Mengen ausgegebenen Zigarrensorten Regal itas <3000 K.), Panetelas (2200 K.) und Operas <2200 K.) sind nunmehr wieder reichlich vorrätig. Die Sorte Landtabak, grob (früher Holländischer), welche bisher nur in Päckchen zu 50 Gramm <2800 K.) ausgegeben wurde, wird künftig auch in Päckchen zu 25 Gramm (1400 K> zu haben sein. * Die Tabak-Trafiken zur Messezeit. Aus Anlaß der diesjährigen Wiener Herbstmesse wird für die Dauer derselben die Verschleißzert in den selbständigen Wiener Tabak-Trafiken an Wochentagen bis 8 Uhr abends verlängert. * Für die Reinhaltung der Märkte. Die Marklamrsdirektion teilt mit, daß die Marktamtsorgane die strengste Weisung erhalten haben, aus die Reinhaltung der Märkte und der Verkehrswege ans den Märkten mit größtem Nachdruck zu dringen. Die Marktamtsdirektion ersucht die Besucher der Märkte, jede Verunreinigung der Märkte durch Wegwerfen von Abfällen ufw. zu unterlassen. * Vom Auto erfaßt. In der Schleisnuchlgaffe wurde gestern der Medailleur Johann Schubert von einem Auto «iadeEftotze« «fr verletzt- Mitteilungen aus dem Publikum. / Fn der richtigen Lage ist der Fubs beim Gehen nur dann, wenn das Fersenbein durch den Berson-Gummlabsats vor Erschütterungen bewahrt und der Druck auf die Fussohle durch die elastischen Berson-Gummisohlen gemildert wird. Bestehen Sie darauf, dass Ihr Schumachermeister an Ihre Schuhe Berson-Gummiabsätze und Berson-Gummisohlen anbringt A die h®8t@n Feiertag©— bestellen Ste rechtzeitig Ihre weissen und schwarzen SYN AGOQGNÖRN AT E und BARETTS Preiswerte reelle Lieferung 1 Lieferant V’eler inu. ausländischer Kultusgemeinden! Zahlreiche belobende Anerkennungsschreibeni RUDOLF GOLDSTEIN, Zivil- und Uniforraschneider, Wien, II. Taborstrasse 54 — Gegründet im |ahre 1866 — Telephon Nr. 45-6-29 ■Maria Theretlen-Kino VI. Maria- >7ft hllfarstr. I w»i Ab heute Dienstag Re Statt ohne Mm ln den Hauptrollen: Neufeld, Berg, VVerbezirk Beginn der Vorstellungen : V.5 Uhr nachmittags * Tödlicher Unfall. Im Hause Schönbrunnerstraße 275 ist gestern nachmittags der lOjährige Spenglerlehrling Karl S h k o r a bei der Arbeit am Dache des Hauses, wo er unangeseilt hantierte, in die Tiefe gestürzt. Er stach im Spital. * Die Lebensmüden. Gestern nachmittags wurde der Schuhoberteilherrichter Anton Bohubkam in sÄner mit Leuchtgas gefüllten Wohnung leblos aufgefunden. — Von der Schlachthausbrücke hat fick) gestern der 17jährige Hilssarbeiter Franz F. in den Donankanal gestürzt. Wachebeamten gelang es, ihn ans Ufer zu bringen. * Ein ungarischer Republikaner im Flugzeuge aus Buda Pest entwichen. Der von den Horthy-Behövden seit längerer Zeit verfolgte ungarische Republikaner Beer, der in der Haft an einem Auge erblindet und entlassen worden war, um sich einer Augenoprration zu unterziehen, ist mittels Flugzeuges nach Wien geflüchtet, um nach Paris weiter zu reisen. * Zweiter internationaler Studentenkongretz ln Warschau. Vom 12. bis 23. September findet in Warschau der zweite Kongreß der Coufederation Internationale des Eindiants (C. I. E.) statt. * Eine wichtige prähistorische Entdecknng. Dem amerika« nffchen Professor G. Mae C u r d y von der Universität Aale, Leiter des Amerikanischen Instituts für prähistorische Forschungen in Europa, ist es gelungen, in So lut re bei Macon eine hochwichtige archäologische Entdeckung zu machen. Er fand bei Grabungen an dieser Stelle, die schon seit 60 Jahren nach vorgeschichtlichen Gräberstätten durchforscht wird, vier Menschenskelette aus der Aurignac-Zeit. Die Menschen dieser Periode dürften vor 15—2 0.0 0 0 Jahren gelebt haben, und gelten allgemein als die eigentlichen Ahnen der jetzigen Menschheit. In den Gräbern fand Professor Mae Curdy zahlreiche Zündsteine,, Pfeilspitzen, Gefäße und andere Gegenstände aus der Steinzeit. _ Vereine. BorttSge und Versammlungen. Das Kuratorium der vereinigten hebräischen Schulen in Wien eröffnet heuer in den Lokalitäten der hebräischen Schule, 2. Bez., Große Mohrengasse 16/22, Kurse sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene, Kinder und Erwachsene. In denselben wird Unterricht aus Literatur, Tanacs, Talmud und dergleichen erteilt werden. Die Einschreibungen finden ab Dienstag den 2. d. täglich zwischen 5 bis 7 Uhr in den genannten Lokalitäten statt, der Unterricht beginnt Sonntag den 8/ d. um 10 Mir vormittags. — Jugendgruppe der zionistischen Sektion Prater. Heute um 7 Uhr abends im Heim, 2. Bez., Jungstraße 8, großer Heimabend. Jugendliche Gäste herzlichst willkommen. — Zionistische Jugendgruppe Leopol d st a d t. Heute, Dienstag, keine Plenarversammlung sondern Schwimmen im Beatrixbad im 3. Bez., Beatrixgasse um präzise 7 Uhr. Regiebeitrag 6000 Kronen. Die Plenarversammlung findet morgen Mittwoch um xJtS Uhr im Landeskomitee, 2. Bez., Taborstraße 20 a, statt. Um 8 Uhr spricht Herr Doktor Tartakower über seine Erfahrungen im Blau-Weiß- Lager in der Tschecho-Slowarei. Gäste willkommen. Rach 6 Uhr kein Einlaß. Karten verrechnen! Mann als Erster ans Ziel kommt, womit aber noch nicht 9* sagt ist, daß er obsiegt. Dein Enldsiag trägt nämlich die „schm« Seele" davon., Endsieg? Es ist einer der Vorzüge deS nachdeiMchm Spiels, daß die Frage offen bleibt, ob sich wicht auch nach dem dritten Akt die Tatkraft und die schön« Seele in die gelebte Fvau wenden teilen müssen und ob diese beiden Männer ebenso tauglich sind, sich in ein solches Dreieck zu fügen., wie es daS Weib zu fein scheint. Edthofer ist der gut erzogene und vornehme „Mann der Tal", sein Rivale, der Mann mit der schönen Seele, tatsächlich von 'der Muse geküßt, Herr Shall, der für das Ensemble des Deutschen BoWcheaters einen Gewinn bedeutet. Delikat spielt Frau S tein s teck, die weibliche Hauptrolle; nur daß ihr ein Schuß schillernder Koketterie und leichtbejschwmgter, zwangloser Heiterkeit zu wünschen wären, Qualitäten, die dieser trefflichen, ein wenig schwerblütigen Künstlerin n»m eiumal fehlen. Man merkt'8 besonders im Duett mit der grauhaarigen, durch geistige Anmut die jüngsten Kolloginnen Äbevstrahlenlden Fvau Förster. Meisterhaft Herr H omm-a als-Kammerdiener. Mit albgrundtiesem Humor fädelt er seinem.Herrn, eine Schäfevstunde ein. Für das überlaute Backsischgeischnatter des Fräulein Thiele (das alber dem PM'ikii'm sehr gefiel) haben wir wenig übrig. — Es w«* ein voller Erfolg. & Strindberss „Kameraden". Gastspiel Maria Orska im Modernen Theater. Strindbergs Genie erscheint in dicher vierakkigen Komödie verblaßt; denn hinter ihr taucht Wedekinds bitter« fuße Woishoit von der weMchen Bestie auf, allzu drohend, «allzu wahr uufo allzu gegenwärtig. Mann unid Wsilb — KameaMfcet! Eine These, die >ad absurdum geführr wird, .eiben weil es sich nm eiue These ha«ndelt. Und das Dolktrinäre wird in der Daistcllung noch vevschärft und noch ungenießbarer und veralteter gMlacht. Sieigjfried Gehers SpieMitung drohte sogar dort, wo es etwas wie Stimmunig gab, in Kittsch zu verfallen. Die Orska hatte wieder ihre Äulu-HaMöne, in denen chr zur Manier erstarrtes Pall-sntbergtum erstickt, war aber immerhin „inte-ressant", für die Jünglinge, bfte noch nicht «hinter di«e Kulissen der ehelichen Erotik geguckt haben. Si-e machte es ihrem Partner Kurt Lessen schwer, HaAung ms» Würde zu wahren. Ihm stand die Wedskind-Maske gut, er machte das Brutale erträglich, das Komische tragisch. Eugen Jenfen als Räfonneur schleppt« noch die Melodien >deS JargonmilieuS «mit sich. Malja Bering, ,Me geschieden« Frau", vollbWig, im Stil der srantzöstschen Konvevsationsschaufpiele, überraschend weich und senvimenbail Mi« Lach, die sonst d«r burschikosen Typ verkörpert. Das brillante Jahrespvolgvaimm GeherS, reich mit Gästen bespickt, läßt schönere Mende erhoffen. o. r. BUne md Kunst. „Sin schwaches Weib." Deutsches Volkstheater. Dieses Lustspiel von Jacques Deval, gute französische Marke, ist wirklich eine Bervicheruiig des Spieliplaues. In «den heiter beihaudelten, im Grunde recht ernsten Stoff, ist mancher Sibberfaden der Poesie verwoben. Eine schöne Witwe hätte die Wahl zwischen zwei Bewerbern. Alber sie hat sie nicht, denn sie liebt beide. Dabei gestcht die tapfere junge Frau, daß der übliche Eutschu!ldigun«gs- «grund der „Weisensähnlichleit" wegfällt. Sie liebt die beiden vortreGlichen Aiäu,ner im gleichen Maße, just weil sie höchst ungleich sind. Hie männliches Drauf,gäugertum, nicht rch, nicht wi«D, aber seiner Sache sicher — hie „schöne Seele", aber keineswegs butterweich und verrannst. Wenn sie mit der ,-schönen Seele" allein ist, wird ihr ivn-'/eudlich wohl, uud wenn ihr der sieghaste Mann gegenübertritt, bedenklich, heiß. Begreiflich, daß M diesem Wettlauf um daS Weib der stärkere Wiener KomSdienhans. An .Hermann Sndevmanns Schauspiel „Di% Ehr e'' kann man heute nur mehr die Techuik des Naturalis- ' mns studieren, nachdem die dramatische Kunst über die inneren Gesetze dieser mchr fazialen als künstlerischen Bewegung zu .neuen Zielen hinwvMschritten ist. Sudermanns Figuren werden nicht ,Ms denr Leben -gegriffen", wie eine der Grnndchescn dieser Kunstrichtung läutete, sondern dem Leibein aufgedrängt, das doch «über alle geometrischen Proportionen ausgÄlügell't'r Weltmaßstäbe einen Blutstrom immer neuer Man-' Mgfaltigkeit leitet. Die Schauspieler alter Schule fühlen sich unter diesen Wasiken wohl. Sie können alle Register einer verbrauchten Dheatmlik fpisleu lassen, die Micke rollen, di« Fäuste ballen, die Gesten lancham vorlbereiten, die Wertmellrdi«e -zerpflückan, das Tempo he'mmen und bloß sich in Szene setzen., Alfred Geras ch, Franz Schar wen8 a und DR Fabri taten dies mit einer Selbstv erständlichköit, die fast wie künstlerische AoberMlgunig ausfah. Eine An.zahl von Dilettanten wirkte a-n diesem Abend M. Das Pnb-'knm war sehr daMbar. dt. Aus de» Theatern. Burglheater. Mittwoch Calderons Schanfviel „D e * RichtervonZalamea". Anfang 7 Uhr. Akad emietheater. Mittwoch Thaddäu« NittnerS Komödie „WölfeinderNach t". Anfang l/t8 Uhr. Schönbrunner Schloßt heäter. Mittwoch „D i e I a v a n i s ch e V u p p e". Anfang ^/,8 Uhr. Volksoper. Heute „Troubadour". Morgen „Der Barbier von Sevilla". Rainrund-Theater. Heute Erstaufführung von „Der Felbherrnhügel" von Roda-Roda nud Karl Rößler. Beginn 7» 8 Uhr. Renaissaneebühne. Freitag den 5. d. übersiedelt die Operette «Die tolle Lola" vom Raimund-Tjeater in die Renaissancebühne. Direktor Feh er eröffnet die Spielzeit am 29. Oktober. Wiener Komödie» hau 8. Heute und morgen Sudermanns „Die E h r e" zu kleinen Preisen. Donnerstoa erste Auffühmng von „DaS G e st ä n d n i s". Richard Tauber an der Staatsoper. Kammersänger Richard Tauber tritt mit 1. Septem'ber 1924 in den B. band des Operntheaters. Busonis „Faust" vollendet. Entgegen den ursprünglich verbreiteten Nachrichten, wonach das letzte Werk Busonis sein „Faust", als Fragment hinterlassen sei, ist es Busoin noch vor seinem Tode vergönnt gewesen, diese Tondichtung zü vollenden. Es fehlt lediglich die Ausführung eines ganz geringen Bruchteiles. Da der Aufführunfl also nichts im Wege steht,, wäre es a»gezeigt, daß eine der Wiener Operubühnen für dieses Werk sich interessieren würde, dessen bereits gedruckte Dichtung durch ihre außerordentlichen, gedanklichen und sprachlichen Schönheiten aus der Reihe der üblichen Oprrnvüchrr üervorsticht.

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