Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1992 (31.8.1924)
- Date
- 1924-08-31
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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' He. 199(2i Wen, Sonntag Wfenev Morgen,Mtung. Das „Theater der Komiker in der RülandbLhne". ' Dke „Äudapestcr" sind wieder in die Rolandbühne ein-! gezogen. Von der alten Garde sind eigentlich nur mehr die Direktoren und die Hausdichter G l in gex und Taussig 'übrig geglichen, von der Künstlerschar Armin Berg und die Damen Walden, und Bastee. Ohne die zahlreichen Anhänger und ^Freunde ,-saftigen" Humors und eindeutiger ZweideutiAstten zu verkürzen, hat sich die Kompagnie Glinger und Taussig in der letzten Zeit aib und zu aus dem seichtschlüpfrigen Rahmen emporgchoben und eines höheren Niveaus -befleißigt. Der Einzug in die Leopoldstadt wurde mit einem neuen Genre gemacht, mit einer Schwankrevue: „Ohne Geld geht's auch!" Es scheint aber, daß es ohne Musil doch nicht geht; denn nach einem sehr flotten und vergnüglichen Anfang, der parodistisch und mit satirischen Lichtern einsetzt (aus diesem Wege liegt die Zukunft der Revue überhaupt), bewegen sich die Schlußbilder im Schablonengeleise und fallen ohne musikalische Stütze ziemlich ab, wobei das aus der „echten" Bndapester Schwanitechnik hervorgeholte Mittel der derben Zote wahrlich nicht veüfängt. Ein Paar kräftige Striche und eine straffere Konzerttration der Grundidee in der Richtung des Satirischen wären zu -empfehlen. ■ Gespielt wurde recht gut. Hervorzuheben ist die vielseitige Komik Hans Mosers, der in dem originellen Bild: die Nachibank, eure ausgezeichnete schauspielerische Leistung bot. Sigi Hofer gab den Mattersdovfer Würstelkönig, der sich zum Dheatermägen entwickelt hat, mit seiner trockenen CharakterisieMNgsknnst. Armin Bergs drastischer Humor wirkt wie immer, auch im Sols. Fräulein Evera entkleidet sich; entzückend und Glin g e r wirkte als Schauspieler durch seine Gestaltung als Heiratsbeamter diskreter denn als Autor des Bildes: der Liebeskontrollor. Muelle Anspielungen und mehr- oder minder neue Witze würzen die Bilder, bei denen sich das volle Haus sichtlich unterhielt. A. S. Die Düffeldorfer Kunstausstellung in Mn. (Bon unserem —a—-Berichterstatter.) ' Die diesjährige „G r o ß e Düsseldorfer Kunstausstellung", die durch die Beschlagnahme des Düsseildorfer Kunstpalastes heimatlos geworden war, hat im Kölner Messegebände eine Zufluchtsstätte gefunden. Ne'ben einer , mchr konservativen Abteilung, deren bessere Werke wegen ihrer hohen malerischen Kultur mit Recht ausgestellt worden sind, kommen auch die jüngeren Richtungen in großer Mannigfaltigkeit zur Geltung. Der verstorbene Düsseldorfer Meister Eugen Ducker ist mit einem großen JandschaftsgemÄde ver-! treten, das einen Kreidefelsen darstellt, der, von Sonnenstrahlen belichtet, aus einer Sumpfgegend emporragt. Christian Körners kleine Landschaftsstudien gefallen durch die Schönheit des Favbenttms. Erich, NikutowsTis Landschafien, auf trüben Ton gestimmt, sind sorgsam komponiert. Von Max Volkhardt gibt es Jninenbilder und Gobelinstudien zu seihen. Ein dankbares Dhema, Wiesengelände und Wasserläufe des Niederrheins, hat Fritz Köhler in mehreren Arbeiten festgchalten. Franz Delaforgue liebt Helle, im, Gegenstand sehr einfache Landschaften. Der impressionistischen Düpfeilmanier hat sich Fritz Westendorp mit einem Stadtbild von Paris verschrieben. Viktor Pucinskis BogMilder zeichnen sich durch gute Erfassung des Vorwurfes und geschmackvolle dekorative Anordnung aus. Ein kleiner Saal ist Walter Corde eingeräumt für den Zyklus Totentanz, der in festgeschlossener Komposition heroisch gewaltige Rosse und Menschen vereinigt. Unter den jungen Malern, die in «Köln vertreten sin), ist ein großer Prozentsatz Juden. Die starke Neigung der Juden zum Abstrakten, ihr für 'alles Neue sehr empfänglicher Geist prädestiniert sie für die moderne Kunst» gesinnung, die in der Abkehr von der konkreten, sinnlichen Erscheinung ein Ziel sieht. Jankel Adler zeichnet ferne abstrakten Naturistndien mit Eigenart. Artur Kaufmann hat ein großes, gut komponiertes Bild beigesteuert, auf dem drei Mädchengestalten sichtbar sind. Eine Reihe vortrefflicher, großer Blnmensttlleben stellt L. C. Wessel aus. Im Vordergründe der modernen Abteilung stehen Heinz Wollheim und H. B. Hundt. Die Allegorien, die das Hauptwerk Wollheims ausmachen, verraten starke Phantasie, gutes Können und dekorativen Sinn für Formep und Farben. Hundt, ein scharfer, witziger CharMer-istiker, besitzt ein dedeutendes koloristisches Feingefühl. Karl Schwesig fällt durch die gute Charakteristik und reizvolle Farbengeibung seine: Porträts auf. Lorenz 'Basken malt mit Vorliebe Wer' schlanke Jünglinge und Pferde. Josef Bell,zeigt <mf seinen Landschafts- und FrgurenbÜdern starkes farbiges Empfinden. Adalbert Trillhase hat eine Serie bunter Kindrrb'kder an gefertigt. Die Plastik ist durch Mlhrlm Martini mit seinen großen ausdrucksvollen Skulpturen und Porträtbüsten ausgezeichnet vertreten. Eine Anzahl junger Plastiker wicht teils u.nt Porträt'büsten, teils mit DierbronM um Anerkennung. In ‘ den 'reichbefchickten architekton i'lchen Mte.lun^n tritt die Vorliebe für das Kolossale, Ernste und Wüchsige b'.r, vor, orientalische AnMnge spielen eine große Rolle. , :v.. Aus de» Theatern. Im B u r g t h e a t e r wird morgen die neue Spielzeit mit einer Aufführung von Schillers Schauspiel „Wilhelm T e l I" eröffnet. Anfang 7 Uhr abends. Dienstag den 2. September wird das Melodram „D e r T e u f e l S s ch ü l e r" von Bernard S h a w gegeben. Anfang 7 Uhr abends. Als Vorstellrmg des Burgtheaters im Akademiet h e a t e r wird morgen das Schauspiel „Die Fr am v o,n vierzig Jahren" von Sil - Vqr gegeben. Anfang Uhr abends. Dienstag den 2. September geht ,,D i e L o k a l b a h n" von Ludwig Thoma i« Szene. Anfang V-6 Uhr abendL. Im S ch ö n n b r u n n e r S ch l o ß t h e a t e r, das gleichfalls morgen Wieder eröffnet wird, geht der Schwank „U n s, e r e k l e ine .Fr a u". von, Avery Hopwpod in Szene. Anfang W Uhr abends. Dienstag den 2. September gelangt die Komödie „Dt§ Kind er" von Hermann B ahr ' zur Aufführung. Anfang V-8 Uhr abends. V o l k s o p e r. Heute «L o h e n g r i n". Morgen ■ „Margarete" (Fällst). Im Raimund-Theater gelangt Dienstag den 2. September zum ersten Male der Schwank „Der Feldherr n h ü g e l" zur Darstellung. Die Operette „D i e t o ll e L ö l a" geht heute und morgen zum letzten Male in Szene. Im Neuen Wien er Stadttheater findet heute1 die letzte Ausführung der Poffe „Die Gigerln von Wien" statt. Morgen gelangt als Abschiedsvorstellung des Leiters der Sommerspielzeit, Oberregisseur Karl Kneidinger, die Burleske „Ein B o h m in A m eri! a" zur Aufführung. Von Dienstag den 2. September bis Freitag den b. September bleibt das Stadttheater geschloffen. Samstag den 6. September, Uraufführung des Schauspieles in sechs Bildern „D e r S o w j e t k o m m i s s a r" von Eugen T s ch i r i k o w, deutsche Bühnenbearbeitung von Maurice H i r s ch m a n n, mit Oskar B e r e g i und Magda Garden in den Hauptrollen. Im Bürgertheater gelangt Freitag den 5. September die Vaudeville-Operette „DerFürstvonPappenh e i m" von Hugo Hirsch zur Erstaufführung. Im Johann-Strauß-Theater beginnt die Nrorgen als Gastspiel Ra oul As-lan-ErikaWagner stattsind ende Erstaufführung der Komödie mit Musik „Phantom" um l/2S Uhr abends. Im L u ft s p i e l t h e a t e r wird der Schwank „Die KleinevomÄarie t e". heute, 4 Uhr nachmittags/ bei ermäßigten Preisen, und um 8 Uhr abends gespielt. Wochenspielplan der Volksoper vom Sonntag den 31. August bis Samstag den 6. September: Sonntag „L o h e n g t t n". Montag „Margaret e" (Faust). Dienstag „Der Troubadour". Mittwoch „D e r B a r b i e r von S e v i l l a". Donnerstag „Der M i k a d o". Freitag „L a T r a v i a t a". SmnStag „Cavalleria r u st i c a n a", «Der Bajazzo". W o ch e n s p i e l p l a n d es Deutsche n'V o l k stheaterS vom Sonntag den 81. August bis Samstag den 6. September: Sonntag „Ein schwaches Weib". Montag „D i e K r e u z e l s ch r e i b e r". Dienstag und Samstag „Ein s ch w a ch e s W i t L". Mittwoch „D i e Freie r". Donnerstag „T s ch a p e r l". Freitag (neu einstudiert) „D e s M e e r e s u n d d e r L i ech e W e l l e n". Wochenspiel p l a n de§ Theaters in der Josef st adt vom Sonntag den 31; August bis Samstag den 6. September: Sonntag „S o n § i n und der Haupttreffer". ' Montag, Dienstag, Donnerstag und SamStag „D i e D i e n e r z w e i e r H e r r e n". Mittwoch „Sonkin und der Haupttreffer". Freitag zum, erstenmal: „M y r t e n k r a n z",' Lustspiel in drei Akten von Biräbean und Dolley. Neue Dichtungen Ernst Tollers. Die Berliner Volksbühne veranstaltet im 'Schtemiber etrt^ Toll e r - M at' i n e e, bei der unter anderem noch unM-annte dramatische Szenen Tollers („Bordelle des Krieges") und das Puppenfipiel - „Die, Rach e - des verhöhnten Lieibh äb-ers" aufgeführt werden. Hamburgs literarische Bühne. Die Hamburger K a mmerspiele veranstalten ,.im ersten Vierteljahr der Spielzeit -an literarischen Matineen, b-ezichungsweife Notturnos: Mrabbe", „Kriminal- und Detektivgefchichten", „Diespanischen Meisterdrämatiker". „Abenieurer", >,Sektenstkster", „Die Stegreifkomödie", „Russische Philosophie, Mystik, Weltanschauung". Französische Lyrik", „Büchner". Euripides im Konzertsaal. Der „Hippolytos" des Euripid.es kommt in der Leipziger Albert-Halle mit der Musik von Hans S t a d le r zur Aufführung. Neue Kompositionen von James Simon. James Simon hat ein Bläsersextett geschrieben, das zu Beginn der nächsten Koirzertsaifon zur Uraufführung gelangt. Seine Motette, „S>cr Tod ist groß" (Rilke), wird von der Stuttgarter Madrigal Vereinigung gesungen werden. UrMfführungen an der Düsseldorfer Oper. Die Jntelrdanz der Düsseldorfer, Oper kündigt für die kommende Saison folgende Uraufführungen an: Zemlinsky: „Kleider m a ch en Leute" (ueue Fassung); Biebig: „Die Mo r a" und M alepiero: ,^'orfeide" (deutsche Uraufführung). Sie gellagte „Gräfin Mariza". .Der Münchener Direktor Kurt Olfers hat vom Musik- Verlag Karczag die Operette „Gräfin Mariza" zur Aufführung erworben. Er wollte mit ihr den heurigen Sommer in München durchspielen. Der Verlag, dem dieses Geschäft ungefähr fünfzehn Millionen eingetragen hat, hat nachher die Operette nach .Berlin verkauft, unter der Bedingung, daß die Operette erst zwei Monate nach der Berliner Erstaufführung in Deutschland ' gespielt werden dürfe,, ein Vertrag, welcher dem Unternehmen zehn Milliarden eintrug. Der Verlag Karczag trachtete nun den Münchener Direktor an der Aufführung der Operette zu verhindern. Er schickte ihm ,weder das Buch noch die Noten. Der Koinponist Kalman soll ausgerufen haben: „Und wenn' Olfers selbst im Rechte ist, werde ich zu vereiteln wissen, daß ihm das Studienmaterial ansgesolgt wird." Gin Urteil' des Handelsgerichtes bestimmte den' Karozag-Berlag, dem Di- Industrie für Öval-,Rund-, Photographie- und Metall- Friedrich Nagier / Wien VIII. SchlösSelgasse Nr. 13 31. August 1924 'Seite 11 ——————— ---^ rektor Olfers binnen acht Tagen das gesamte Studiemnaterio für die Operette auszusolgen, ivelcher Verpflichtung der Verlaj sich durch Erlag von drei Milliarden.Kronen ent ziehen kann. Im Falle von Saumseligkeit wird Mer Fra; Lilly Marischka als Erbin nach Karczag das erstemal ein Geldstrafe' von einer halben - Million Kronen zugunsten de> Armen der Gemeinde Wien oder Haft in der Dauer eine Woche verhängt. Der Karczag-Verlag hat nun dem Direktor Olfers allev dings das Studienmaterial auf Grund dieser Verfügung zw gemittelt, jedoch ohne Orchestermaterial, worauf nut durch einen Sachverständigen, Direktor Fronz, unter Beweis gestellt wurde, daß d^e Orchesterstnnmen ein notwendiger, tm> erläßlicher Teil des Studienmaterials seien. Mit einem herab, gelangten Bescheide vom 27. August hat das Gericht nun übet Frau Lilly Marffchka zunächst die Geldstrafe von einer halben Million Kronen verhängt und ihr für dev Fall der weiteren Verweigerung des Studienmaterials durch Ausfolgung der notwendigen Orchesterstimmen die Verhän. gung der Arreststrafe von einer Woche angedrobt Ae antisemitischen kxzeffe in der Berliner Grenadierstraße. Das Urteil im Prozeß gegen die polizeilichen Pogromhelfeu Vor dem großen Schö>ffonger>ich!t Berlin-Mitte fand nach wiederholter Vertagung die Verhandlung gegen fünf Polize>ibeamte statt, die während der Pogromausschreitungen «in der Grenadievstraße und Umgebung am 6. November v. I. statt den angegriffenen JOen Ibeltzustchen, mchreve Angchöviige des Bundes jüdischer Frontsoldaten, die den Angegriffenen zu Hilfe eilten, vechaifteten und Ar Geifänguishche schwer mißhandelten. Die Anklage -richtet sich gegen den ' PoliizeiMteriwachtmeisier Leo Maroinkewitz, gegen den Polizeiunr>evwachttneifter Bunke, geigen den Obevwachtmeister Max Domei, geigen den Wachttneiilfter Hans Schreib e r,. der jedoch kraMMshalber nicht erschienen ist, und gegen den PoKzeihauptmann Gotthard Dnbbe. Ms am 5. November der Sturm der auifgchetzten Menge gegen dir jüdischen Geschäfte in der GrenadierstmHe und Um-, gebung oinsetzte, schickte der Fvontbund eine Streife aus, um den Angegriffenen beiznftchen. Es!ka>nr Kl Znsamrmenstößen mit der Menage, in deren Verlauf von nnlbelannter Soite ein Schuß fiel, der ein Menschenleben kostete. Der Schuß veranlaßte die Polizei, einzugreifen und Dr. Bernhard und seine Begleiter^ die die Streife bildeten, festzunehmen. Sie wurden auf ein Auto geladen n!nd nach der Mexander-Kcherne gelbracht-. Aus diesem Transport und bei der Festnahme sowie bei der Abführung zum BernehmungsiZilmmor ist es zu schweren -M ißhandlungen gekonWen, wolbdr dem Artzt Dr.B-ernh ard ein Mittelhandknochen entzwei geschlagen wurde: Dr. Bernhard und die naderen Zeugen, durchwegs Mitglieder des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten,' bekrtnden ' sämtlich, daß sie 'selbst durch F a u st s ch l 8 g e, K o l b e n st ö ß e und Fußtritte mißhandelt worden sind, beziehungsweise gchchen haben, wie Hre Kameraden von Schutzpoltzeibeamten geschlagen und beschimpft würden.. Als aus dem Publikum gerufen wurde: ,-Schlagt die Juden tot!" rief einer der Beamten vom Wagen zurück: „Haut zu! Ich sehe nichts!" . Dem Zeugen Wach Nahm Mer der Böamten die Brieftasche wog und eignete sich daraus einen Betrag an. In der Wachstube nahm ihm ein anderer Be>amt-er die Uhr wog. Der Zeuge Müller hat von einem Offizier die Aeußerung gehört, man müßte die Judenbande aufhäng-eu. Uuterwachtmeister Bu>nke wurde FN drei Monat e n Gefängnis veruvtM, Mßerdem wurde ihm für drei Jahre das Recht aberkannt, M öslfontliches Amt zu bekleiden. Oberwachtmeister, Dome it wurde zu einer Geld st rase von 200 GoDmark verurteilt PolitzoHauptMann. Dubbe und Unterwachtmeister M a r o i n k e w i tz wurden f r e i g e s p r och e n. Gegen den Mvesenden Wachtmeister Schreiber wird in omem späteren Zeitpunkt veHandeA: werden. Der Zeitvertreib am Lusthauswaffer. Der Oberwachmann, Viktor Hofsmann vertrielb sich am 24. Juli einen freien: Tag mit Fischfang beim Lusthauswasser. Während er die Angel, auswarf, hörte er Plötzlich mehrere- Schüsse, die rasch auf-l einander folgten. Der Schütze wurde vom Wachmann in der, Person des 25jährigen Privatbeamten Adolf Jokl eruiert,: der gleichfalls zum ZeiivertreUb vom Ufer aus auf mchrere imsi Schilf sitzeirde Spatzen Schüsse abgegeben hatte. Gestern war: Jokl beim Strafbezirksgericht 1 wegen Gefährdung der körper-; lichen Sicherheit und Uebertretnng des Waffenpatents an- , geklagt. Er wurde zu einer Geldstrafe von 100.000 Kronen verurteilt. Die lungenkranken Autotaxr. Vor dem Strafbezirksgericht 1 war gestern der Chanfseur Josef L oh in ger angeklagt, in zwei Fällen durch unvoHchttges Fahren mit seinem' Autotaxi die körperliche Sicherheit von Personen -gefährdet zu haben- Einmal war der Angeklagte nach Meldung eines Wachmannes in der Mariahilserstraße durch unvorsichttges Lenken feines Wagens mit der Elektrischen zusammengestoßen, ein an- 'deresmal war er so heftig an einen Güskandeläber angefahren, daß der Kandelaber zerbrach und umkippte. Der Angeklagte, der seiner Angäbe nach eigentlich Hausbesorger ist und den Chans- - seürberuf nur als Nebenbeschäfli'gung ausübt, stellte ein Verschulden seinerseits, in Abrede. Mit der Elektrischen sei er, als er den Wagen eben ankurbelte, deshalb zusammengestoßen, weil- -der Motor des Autos Plötzlich „gestorben" ist. Aus die Frage. des Richters, wie der Motor sterben könne, erwiderte der Angeklagte: „Die Kisten, die wir, Herr Richter, als Autotaxi bekommen, ssnd meiste-ns schon sehr lu n-genlr a nt." Bezüglich des Anfahrens an den Gaskandelaber erklärte der Angeklagte, daß der Unfall darauf zurückzu- - führen sei, daß bsi dem lungenkranken Kasten solvohl die Handals auch die Fußbremse versagt habe. Der Richter verurteilte. den Angeklagten unter Anwendung äußerster Milde zu einer - Geldstrafe tM 100.009 Kronen> eventuell zu .24 .Stunden Arrest.