Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1992 (31.8.1924)
- Date
- 1924-08-31
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Mett, Sonntag Wiener Msvgenzeituns. Mhne und Kunst. Direttor Beers Streitkrafte, l%|1| Vvl Vvi JVIMIII Diese Bleistiftzeichnungen, die Pan glückten, dürften Nicht nur den Zeugen der bewegten Premiere von Franz Musils „Vingenz und d,e Freundin bedeut e n d e r Männer" willkommen sein. Auch der Autor kann seine Freude an ihnen haben; nicht minder das Quartett der Akteure, die aus ihrem Konsertei entnehmen werden, was ihnen gelang und — man ist ja nur ein Mensch — woran es fehlte; darüber hinaus aber jedermann ob der Begegnung mit einer Serie erquiMcher Typen. Also da ist E Ihr angetrauter trauter Gatte Willy S'ch in i'e d e r s, ,Milliardär", der KrafÜerl, dem es ein Kinderspiel war, die herrlichsten, fruchtbringendsten Transaktionen zu vollbringen, dem alle Weiber ge.- krochen kommen und der daran scheitert, daß man ihm die unerhörte Aufgabe stellte, über sich nachzudenken. Die es ihm antat, ist r ' \yV* Lore B u.sch Ml-pha). Das Papageieniveibchen plappert virtuos nach, was ihr der literarische (von Tisch und Bett geschiedene) Gatte einpaukt, und hält also eine Schar gut zahlender Aushälter, eine Auswahl ebenso dummer, wie eitler „bedeutender Männer" im Banne-. der Kunstschrifisteller Dr. Halm (Hans Ziegler), rotbackig, fett, ein süßer, blonder, ft>min'm-.r Literat, der alles, Jas Aktionsprogramm der Setzer-Aühne«. Direktor Siegfried Geyer, der ab 1. September neben den Kammerfpielen auch die Leitung der Neuen Wiener Bühne und des Modernen Theaters übernimmt, hat den Spielplan dieser Theater in Umriflm fertiggestellt. In der Neuen Wiener Bühne wird die Saison in den ersten Septemüevwochen mit der Burleske „Frau Pick in Audienz^ von Emil und Arnold Golz eröffnet, in der Gisela W erbezirk die Titelrolle darstellen wird. Die, erste Premiere der Wmterspielzeit in den Kammerspielen ist: Hermann Bahrs Spiel ,Oosephme". In der Titelvolle wird Leopoldine Konstantin ihre diesjährige Tätigkeit, die aus mehrere Monate berechnet ist, beginnen. Den Napoleon spielt Jakob Feldhammer. Die -zweite Rolle Leopoldine Konstantins ist die der Großfürstin in Alfred Savoirs Lustspiel „Die Großfürstin und der Zimmerkellner", dessen deutsche Uraufführung für Ende September angesetzt -ist. Ende Oktober wird Leopold Kramer in der Premiere des Lustspiels „Der Illusionist" von Sacha Guitry die Titelrolle spielen. Im Modernen Theater gelangt als nächste No-' tottat Berneüils Lustspiel „Meine Cousine aus Warschau", .übersetzt und bearbeitet von Robert Blum, zur deutschen Urauifführung. Maria O r s k a setzt in dieser Vorstellung ihr Gastspiel fort. Im Oktober folgt die deutsche Uraufführung der französischen Boulevardoperette „Ta Bauche" von Maurice Dvain. Paul Wegen er wird Ende Oktober mit Strindbevgs „Der Vater" sein Gastspiel eröffnen, in dessen Verlauf er sich'in Wien zum ersten Male in einer Salonvolle zeigen wird, und zwar als Armand Verton in Guitrys Schauspiel „Jacqueline" deutsch von Otto Eisenschitz. Mit Ralph Artur Roberts wird ein Vertrag geschlossen, der den Künstler den Jänner hindurch nach Wien verpflichtet. Neben seinem Maske in Sternhvrms „Hose" wird er den Kassier in Georg Kaisers ,Pon morgens bis mitternachts" spielen, schließlich die Hauptrolle in einem Lustspiel, das er gemeinsam mit Adolf Paul in diesen Tagen fertiggestellt, und das unter dem Titel „Die Galgenfrist" in Szene geht. Bass er mann wird Ende April in dem Lustspiel „Der Lowe und das Kätzchen" von Sacha Guitry gastieren. Das Gastspiel "wird durch einige Aufführungen von Sternheims „Snob" eingeiertet werden. Mit Jda Wüst wurde ein Vertrag geschlossen, der die Künstlerin für -längere Zeit nach Wien verpflichtet. Werner Kraus wird im Laufe dieser Spielzeit zum ersten Male in Wien auftreten. Das Gastspiel, das Mitte März an der Neuen Wiener Bühne beginnt, bringt neben einer klassischen Rolle Strindbergs „Karl der Zwölfte", Shaws ,Mebhaber", Ibsens „Bund der Jugend" mnd ein modernes französisches Stück, „Die ewig lächelnde Frau", von Obeh und Amiel. Ferner hat Direktor Geher für die kommende Spielzett noch nachstehende Werke unter anderem angenommen: „Das Tierchen" von Urwanzoff, „Simone est comme ca" von Yves Mirande und Alex Madis, „Leon Dreh" , von Juschkewrtsch, „Schwanenweiß" und „Samum" von Strmdberg. „Der Erste und der Letzte" von Galsworthy, „Phantasmagorie der Liebe" von Gwreinoff, „La Pomme" und ,/Fauteuil 47" von Berneuil, „Großmama" von Haus Müller, „Die Dame mit den zwei Herzen" von Ludwig Hirjchfeld, den abendfüllenden Einakterzyklus von Molnar ,^'acroche coeur" und' „Die Eroberung von Bevgozoom" van Sacha Guitry, „Der die Maulschellen kriegt" von Andrejew, „Die Lüge" von Wynnhtscheniko; geplant sind ferner: Shakespeares „Maß für Maß", „Timon von Athen", „Don Juan" von Moliere, das „Don Juan"-Zwifchenspiel aus Shaws „Mensch und Uebermensch", das in der Uebersetzung den Titel „Don Juan -in dev.Hölle" führt. Lukians „Hetärengespräche", neu bearbeitet und dramatisiert, schließlich „Jama" („Die Äastergrube") von Alexander Kupvm, übersetzt und bearbeitet von Poris Almasoff und Boris sslewolin. 81. August 1924 ° Skr. 1982 \ iwas er sagt, mit den Autoren belegen kann, von denen er's hat, sorgt dafür, daß sich //sein Wohlstand im Einklang, mit seinen Ueberzeugungen entwickelt" und Vevsteht es, ihtt , durch niedliche Erpressungen zu mehren. i Bemerkenswert, daß zu der Plejade „bebau lendet Männer" auch dieser Jüngling zählt, den Wolf K e r st e n auf die Beine stellt. (Es fehlt das Einglas, im linken Auge hinzuzudenlen.) Er ist der bedeutendste unter diesen bedeutenden Männer«,' Der Mann, dem die Mobilmachung dieses Aufgebotes, sichtlich die Physiognomie veränderte, ist Dr. Rudolf Beer, Direktor des Deutschen BolkstheaterS A. Jos Aktionsprogramm des Burgiheaters. - In der Eröffnungswoche findet, wie bereits gemeldet, die Premiere von Silvaras „Quartett O t h m a r" statt, und zwar im Akademietheater. Außerdem bringt da- Burgcheater neu einstudiert im großen Gebäude „Der Schöpfer" und „Wallensteins Tod", im Schönbrüner Schloßtheater „Die Maus". ' Gegenwärtig wird im BurgHeatcr an den fünf Abenden gearbeitet, mit welchen die Staatsbühne an dem .bevorstehenden Theater- und Musikfest beteiligt ist. Die Premieren dieser Stücke sind bereits festgelsetzt. Das Drama ,/Der Kaiser im Walde" von Karl Eidlitz geht am 27. September im Mademietheater in Szene, „Das Schwert ldes Atttla" von Ernst Fischer am 30. September im Burgcheater, ,/Der Bür< ger als Edelmann" (gemeinsam mit Kräften der Staatsoper) am 1. Oktober im Redoutensaol. Jin Laufe des Oktobers findet dann die UrauMchruns von Artur Schnitzlers neuer Dichtung Komödie der W e r führ u n >g" im Burgcheater statt, während für das Schönbrunner Schloßcheater für Mitte Oktober ,K)as Bolkssch a u fp iel von D r. F a u ll" in R ickavd K r a li I § Bearbeitung vorbereitet wird.