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Wiener Morgenzeitung · 1924-08-28 · Heft 1989 (28.8.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1989 (28.8.1924)
Date
1924-08-28
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite St Wien, Donnerstag Wiener Morgenzeitung. " _ 26. August IM Nr. 1989 Ser Poftmlgeftellte und der verschwundene Psundscheck des PMIinasahrers. Z« dem.Kaufmann Großmann in der Leopoldstadt kam dieser Tage'der Postangestellte Johann Bill, - und zeigte ihm einen Scheck mit der Frage, was' das für ein Papier sei. Ter.Kaufmann gab zur Antwort, es sei ein auf 50 Pfuud Sterling lautender Scheck aus Jaffa in Palästina und an die Order eines gewissen Simon Z ah av y ausgestellt. Bill sagte, er habe den Scheck gefunden. Großmaun riet ihni, zunächst bei der Durchwanderungsstelle des Vereines „A g u d a s I i s r o c I" nach dem Adressaten Simon Zahavy nachzufragcu -und, wenn er den gesuchten Zahavy dort nicht erfragen könne, den Scheck bei der Polizei zu deponieren. Bill tat aber keines von beiden. Großmann erkundigte sich selbst bei der „Agudas Jisroel", erfuhr zunächst, daß Bill dort überhaupt nicht gewesen sei und daß ein Simon Zahavy tatsächlich in der Rotensterngasse 23 gewohnt hat und sich derzeit in Pystian aufhält. Weitere Erhebungen ergaben, daß Zahavy, der Landwirt ist und selbst nach Palästina auswandern will, schon seit längerer Zeit von seinem Sohne aus Jaffa einen Brief mit einem Scheck auf 50 Pfund Sterling vergeblich erwartet hat. Die Sache kam auch zur Kenntnis des Sicherheitsbumaus, und Bill wurde einvernommeu. Er blieb bei seiner Angabe, daß er den Scheck am 23. d. in der Leopoldslasse gefunden hat. Er fügte hinzu, daß er das Wertpapier in der Befürchtung, „sonst Scherereien zu haben", in einen Kanal geworfen habe. Bemerkenswert ist, daß das Haus in der Rotensterngasse zum Bestellbezirk des Bill gehört. Auf dem Hochschneeberg verhaftet. Aus Wr.-Neustadt wird uns berichtet: Die Postmeisterin Marie Weninger des Stuudenpostamtes in Mutmannsdorf ist am 18. d., nachdem sie zum Schaden des dortigen Postamtes' einen Betrag von 50 Millionen Kronen defraudiert hatte, mittels Auto geflüchtet. Die Nachforschungen ergaben, daß die Weninger mit einem Komplicen gearbeitet -haben müsse, und dieser wurde auch tabsächlich am 20. d. gegen 4 Uhr früh in der Person des Schlvsfergehilfen Johann Weiß in Ncu-Mödling verhaftet und dem Bezirksgerichte in Mödling eingeliesert. Die Weninger wurde am 23. d. in der Fischer-Hütte am' Ho ch sch nee be r g ausgeforscht und verhaftet. Die Verhaftung, welche im Beisein von mehr als 25 Touristen erfolgte; . gestaltete sich sehr schwierig, da die Tefraudantin, als. sie der Gendarmerie ansichtig. wurde, sich erschießen wollte. . Die Eskorte vom Hochschnerberg, welche die Rayonsinspektoren Holewa und Leopold Maier Vornahmen, gestaltete sich ungemein aufregend, da die Weninger wiederholt' anszu reißen versuchte, um durch Abstürzen Selbstmord zu '^begehen. Sie wurde dem Kreisgerichte Wr.-Neustadt eingeliesert.' ' /' ' ■ Wien, W. August. zuführen, die infolge Ausbe sscvnngsabeiten am Bahnkörper unvermeidlich sind. — Zugsverfpätnngen in Oesterreich, -besonders au>f der -Südbahn, find feit Seiher efiyas Alltä-Mches. und bedürfen keiner Begründung. Der Weg nach Aegypten wäre ja nicht so'weit, nur bis Liesing zieht sich der Weg. * Keine Zustellungder Zeitmrgen ins Haus. . Entgegen -den in der letzten Zeit in die Öffentlichkeit gedrungenen Mitteilungen über die Möglichkeit des Bezuges der Wiener , Tageszeitungen weit der Zustellung, ms Haus, erklärt die Vereinigung der österreichischen Tageszeitungen, daß, sie den Zeitpunkt für eine Wiederaufnahme des . vorkriegszeitlichen Zustandes , der direkten Zustellung der Blätter ins Hans derzeit noch nicht für gegeben erachten kann. * Antisemitische Hetzer in österreichischen Kurorten. Vor einigen Tagen haben wir eine Zuschrift aus Leserkreisen veröffentlicht, in welcher das hakenkreuzlerffche Treiben eines gewissen Obcregger, des Besitzers der von Juden frequentierten Pension Germania in Hofgast-ein besprochen wird, der den Bemühungen der Hofgasteiner Kurverwaltung um das Wohlbefinden sämtlicher Kurgäste cntgegenzntreten sucht. Wie uns nun von nichtjüdischer Seite ans Hofgastein geschrieben wird, habe der Genannte gedroht, er werde mit zahlreichen Hakenkreuzlern erscheinen und den Kinosaal der Kurverwaltung mit Stinkbomben stürmen, wenn mau es wagen sollte, den Palästinafilm auszuführen. Dieser Herbergsvater veranstaltet Biergelage für junge Burschen, um sich auf solche Weise eine Hakenkreuzlergarde anzuwerben und sucht mittels Terrors Hakenkreuze in von Kurgästen besuchten Restaurants an'bvingen zu lassen. Charakteristischerweise werden wir in dieser Zuschrift im Interesse der ruhigen, bodenständigen Bevölkerung von Hofgastein gebeten, diesen Hetzer an den Pranger zu stellen. Jüdische Besucher Hofgasteins sind also nochmals auf die Pension Germania aufmerksam gemachtl- * Oberrabbiner Dr. Samuel Klein — Professor am Jerusalemer judaistischen Institut. Die im Juli in London stattgefundene UniversitätskonferenH hat beschlossen,,den in jüdischen GelchrteNkreisen bekannten derzeitigen OberräbbiNer in N eve- Z a m k y, Dr. Samuel K lei n, als Professor an das fudaistfsche Institut der hebräischen Universität in Jerusalem zü berufen. Tr. Klein hat bereits erklärt, daß er die Berufung annimmt. Das Spezialgebiet Dr. Kleins ist die P a l ä stin afors ch u n g. Er hat auf diesem Gebiet vielbeachtete Schriften veröffentlicht. Auch die „Wiener Morgenzeitung" konnte mehrmals Beiträge aus seiner Feder veröffentlichen. * Das Wunderhotel. Das neueste Riesenhotel, -in Wunderhotel geradezu, ist das amerikanische Hotel Biltmore in Los Angeles. Das im Zentrum der Stadt gelegene dreiteilige Gebäude hat rund 1000 Zimmer, 1000 Badezimmer und eine stattliche Zahl an großen SpeisesAen und Envpfaugsräumen. Das Grundstück wurde von dev Hotelgesellschast, deren Kapital sich ans 5 Millionen Dollar Mtien und 3,5 Millionen Obligationen beläuft, auf 26 Jahre gepachtet Mit dem Recht, die Pacht nach dem Ablauf dieser Zeit auf Grund einer neuen Abschätzung des Wertes zu erneuern. Es herrscht im allgemeinen das Bestreben, wertvolle.Grundstücke im Geschäfisvieriel der Stadt nicht zu verkaufen, sondern M verpachten. Die Pacht auf 99 Jahre fit hier eine häufige Erscheinung. Die Hotelge-selllchaft zcchlt für die ersten 26 Jahre die runde Summe von 15 Millionen Dollar, Angaben, die Hotel- und Baiunnternchmov interessieren dürften. Der Ban kostete 7/8 Millionen Dollar, mit Inventar. zirka 9,5 Millionen. Die Pracht der Ausstattung überbietet die meisten Londoner und Pariser Hotels. Das Verblüffendste im Hotel BMmore sind die Kellerräume. Von den 1500 Angestellten des Hotels ist die Mehrzahl dort unten tätig. Darunter 126 Köche unter einem Chef, der in der Mitte' seiiris Reiches mr einem Glashaus sitzt und vor dort aus die Zügel der Küche führt. . * Tranergottesdicnst. Sonntag den 31. d. findet im Bethause, des .Vereins zur Unterstützung jüdischer Kleingewerbeireibender, ■ Wien, 2. Bez., Malzgasse 1, im Anschlüsse an den Abeydgottesdienst eine feierliche Trauerandacht für das verewigte Fräulein Grete Barsch ak statt. . *■ Der Tod einer Tänzerin. In der Czarda der Junten Stgdt" im Volksprater wurde gestern-abends die 30jährige Tänzerin Marie Pollak in einem Nebenraum tot aufgefunden. Die Todesursache ließ sich nicht ermitteln. ' * Selbstmord im Krankenzimmer. Pus Wr.-Neustadt wird uns berichtet: In' einem Krankenzimmer des hiesigen allgemeinen Krankenhauses hat sich in der Nacht von Montag auf Dienstag der Kutscher der hiesigen Daimler-Werke, Josef Pichler, wegen eines unheilbaren Krebsleidens mit einem Trommelrevower erschossen und war auf der Stelle tot. * Die Lebensmüden. Dienstag nachmittags wurde die 23jährigr Josefine Bayer erhängt anfgefuinden. Sie war eine starke' Morphinistin. — Am Ufer des Donankanals hat sich gestern ein etwa ZOjähriger Mann aus einer Pistole angeschossen und sich schwer verletzt. Die Rettungsgesellschaft brachte ihn ins Spital.' * Die Autorascrei. Gestern nachmittags wurde aus -dem Praterstern der Agent Heinrich Ebner von einem Auto schwer verletzt. —Die dreijährige Valerie Sw a l osch wurde gestern nachmittags von einem Autotaxi überfahren und schwer verletzt. -Das Kind wurde ins Spital geibracht. — Am 35. d., äbends, wurde die 63jährige Private Marie Posenicky auf der Lintzerstraße von einem Auto niedergestoßen und erheblich verletzt.'Sie wurde ins Spital gebracht. - ' * Auto und Straßenbahn. Dienstag abends erfolgte an der Kreuzung des Währinger Gürtels und der Währingerstraße ein Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnzug der Linie 41 und einem Auto. Ein auf der vorderen Plattform stehender Fcchrgast wurde leicht verletzt. * Schwerer Unfall durch einen Radfahrer. Aus Payerbach wird uns geschrieben: Vor wenigen Tagen wurde auf der neuen Automobilstraße,' die über den Kreuzberg führt, eine Dame aus Wien namens Regina Roth von einem Radfahrer niedergestoßen und überfahren. Sie erlitt einen Bruch des linken Schien- und Wadenbeines. Der Radfahrer ergriff nach dem. Unfälle in der Richtung gegen Payerbach die Flucht. * Lebensgefährliche Desinfektion eines Hotelzimmers. Aus Mailand wird .gemeldet: In einem Zimmer des Hotel Mailand wurde der 30jährige Ali S t r e t t i tot im Bette aufgesunden und als Todesursache Vergiftung festgestellt. Stretti hatte durch Einatmen von giftigen Gasen 'mit. denen die'benachbarten Hotelzimmer desinfiziert und von Ungeziefer gereinigt wurden, den.Tod .gefunden. Dies ist heuer schon der zweite derartige Ung'lücksfall - in den hiesigen Hotels. , * Eisenbcchn-Jahrhundettfeier. Am 7. September dieses Jahves wird die hundertjährige Wiederkehr des Tages gefeiert werben, .an dem die österreichische Regierung das Privileg der Errichtung der ersten öffentlichen Eisenibahn von Budwis nach Linz erteilte, die zugleich die erste öffentliche Eisenbahn des Festlandes war. Zur Feier des Gegenktages wird um 11 Uhr vormittags eine Festversammlung im Saale der Aakademie der Wissenschaften a'bgchalten und um 3 Ahr nachmittags eine Besichtigung. des. historischen Museums der Ersenibahnen veranstÄt^t werden. * Verspätungen der Schnellzüge auf den Südbahnlinien. Die Generalidivettion der österreichischen Bundesbahnen teiili mit: In der letzten Zeit -wurde mehrfach über die Verspätungen von Süd'bahnschnellzügen Klage geführt. Diese Beripähungen siK znyl gchßtM TM M MÄ-amMriM KurU? POLEN EXPORT BEILAGE DER Wiener MORGENZEITUNG Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Oesterreich und Polen stehen im Zeichen einer wachsenden Intensität. Immer mehr gravitieren die Bestrebungen von Oesterreichs Industrie und Export nach dem Osten, und auch in Polen beginnt man die Bedeutung Wiens als wirtschaftliches Ausfalls' tor immer mehr anzuerkennen, wovon die zwischen den beiden Staaten getroffenen Wirtschaftsabmachungen Zeugnis ablegen. Die „Wiener Morgenzeitung“, welche speziell in Polen eine bedeutende Verbreitung hat und von den wichtigsten Faktoren der polnischen Geschäftswelt sehr beachtet wird, bringt in ihrer- Nummer vom Sonntag den 31. August 1.1. knapp vor der „Lemberger Ostmesse'* und der „VII. Internationalen Wiener Messe“ eine Polen-Export- Beilage in verstärkter Auflage. 1 Diese Beilage wird zum Teil auch in polnischer Sprache erscheinen und sämtlichen polnischen Handelsorganisationen, Handelskammern sowie allen bedeutenden Handels- und Industrie-Unternehmungen zugehen, die am Import aus Oesterreich, beziehungsweise Polen interessiert sind. ANKÜNDIGUNGEN in dieser Beilage können daher auf den besten. Erfolg, rechnen und faden wir alle Interessenten sur Insertion in unserer Polen-Export-Beilage ein. Mit Rücksicht auf die Kürze der Zeit empfiehlt es sich, umgehend die Insertionsaufträge zu überschreiben, resp. unverbindlichen Vertreterbesuch zu verlangen, damit Ausführung und Placieruqg des, Inserats wunschgemäss erfolgen können. Die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung11 «WWW * Schmetterlinge als Verkehrshindernis. Die Bewohner der umbrifchen Landschaft waren nicht wenig erstaunt, dieser Tage ganze- Wolken von weißen. Schmetterlingen den Himmel verdecken zu sehen, so daß die Automobile, welche die Besucher eines Kongresses von KriegSVerstümmelten nach Assisi führten, . nicht mehr weiterfahrenkonnten. Ebenso mußten zwei B ah n z ü ge stehen bleiben, weil die.Schienen durch die überfahrenen Insekten so schlüpfrig geworden waren, daß die Räder mwt mehr von der Stelle gingen. Auch konnte man keine Sr-- nale mehr wahrnehmen. GlnÄlicherwerse setzte ein Regende« ungewöhnlichen Treiben ein Ende. * Aerztliche Nachricht. Dentist Fr ich L S w i ist von seinem Urlaub zunickgekehrt und ordiniert von 9 bis 12 und 2 bis 6 Uhr 2. Bez., Leopoldsgaffe 22, Tel. 47-400. __ (Entgeltlich.) Vereine. Verträge und Versammlungen. Uraniai Heute: 6 Uhr (Großer Saal): Vo« Biktoriasee nach Aegypten. 7»8 Uhr (Großer Saal): Eine! Fuchsjagd auf Skiern durchs Engadin. 7*8 Uhr (Kleiner Saal) t Akad. Maler Em. Schaffran: Der' Gardasee. 7,8 Uhri (Kurs-Saal): Hoftat Dr. Ing. Rudolf P o z d e n a: Ueberden wahrscheinlichen Wert der Todesstrahlen. Bühne und Kunst. Kn Lheaterskandal in Dresden. Bon Hakenkreuzlern veranstaltet. Ans Dresden wird uns geschrieben: Im Staatlichen Schauspielhause haben die Ha kenkrenzler wieder einen Theaterskandal veranlaßt, der -an Roheit den mitwirkenden Schauspielern gegenüber nichts zu wünschen übrig ließ, wenn er auch nicht so weit gedich, wie der semerzeitige Hakenkreuzlerkrawall anläßlich der Erstaufführung von Tollers „Hinkemann". Anlaß für di« Dresdner Maffia, die von der Polizei ziemlich -unbehindert ihr Wesen treibt, bot die Premiere von Arnold Bronnens Stück „Anarchie in Sillian", das in Deutschland auf dem Spielplan zahlreicher Bühnen stcht. (In Wien wurde daS Drama allerdings nach einmaliger Aufführung abgesetzt und vom Premi-erenpMikum abgelehnt. Anm. d. Red.); Daß es sich um eine planmäßige Stö.rung des Kunstbetriebes handelt, gcht aus der ganzen Anlage der rüden Lärmszenen hervor, die sich steigerten, trotzdem die zum Krawall kommandierten Hakenkrenzler im Text kein politischer Stichwort fanden, an welchem sich ihre Entrüstung entzünde« konnte. Die mutigen Schauspieler veMieben auf ihrem Posten und das Stück wurde zu Ende gespielt. Das Dresdener Publikum ist über diese planmäßigen „Dheaterveranstaltungen" der Radaubrüder empört, die es darauf angelegt haben, Dresdm von allen Neuerscheinungen auf dem Gebiete des Theaters auszuschalten. Das passive Verhalten der Sicherheitsbchövde wird allgemein verurteilt. Aus den Theatern. V o l k 8 o p e r. Heute „H o f f m a'n n S E r z ä h l u w g e n". Morgen Freitag „R i g o l e t t o". Im Raimund-Theater gelangt Dienstag den 2. September zum erstenmal ^D erFeldherrnhügel" Schwank von Roda-Roda und Karl Rößler, zur Aufführung. Das Neue Wiener Stadttheater ötöffnet die Winterspielzeit Samstag den 6. September mit der Urans- Mrung von Eugen T s ch i r i k o w 8 Schauspiel „D e r S o wj e t k o m m i s s ä r" mit Oskar B e r e g i und Magda G a rd e n in den Hauptrollen. Inszenierung: Ludwig Stärk. Wochenspielplan derStaatsoper von, 1. bis inklusive 7. September 1924. Montag den 1. September: 1 aJ 0 6 e * s“' „S ch e h e r a a d Dienstag den 2.: »DaS Rosengärtlein"; Mittwoch den 3.: Don Juan"; Donnerstag den 4. d.: „C a r m e n"; Freitag den 5.: „M a n o n"; SamS-tag den 6.: „Die Z a u b e r f l ö t e"' Sonntag den 7.: „Aid a". Musikalische Notizen. Der bekannte Komponist Moritz Moszkowski, der Dichter eleganter Klavierstücke, von denen namentlich die „Spanischen Tärvze" populär wurden, vollendete am 23. August sein 70. Lebensjahr. Seine Oper »Boabdil" und sein Ballett „Laurin" ge-längten in Berlin, dessen Akademie der Künste ihn zum Mitglied wählte zur Auffichrung.. — Die D r e s d n e r S t a a t 8 o -p e r eröffnet ihre Spielzeit am 31. August mit einer teil-weisen Neuinszenierung der „Meistersrnger von Nürnberg" unter Leitung ihres Generalmusikdirektors Fritz Busch. Dann folgt eine NeuemstMerung von Lortzings „Wildschütz" und ais erste Novität der „Xerxes" von Händel. Im Oktober findet als Nachfeier zu Richard Strauß' 60. Geburtstag ein Richard- Strauß-iFest unter Mitwirkung des Meisters statt. Im Rahmen dieser Festlichkeiten erlebt Strauß' zweiaktige Oper „I n t e rmezzo" ihre Uraufführung. Bekanntlich sollte die Uraufführung beim Wiener Musik- und Dheaterfest stattfinden, doch zog Strauß das Werk wieder zurück, angeblich weil der nötige Garantivfonds nicht aufgebracht werden konnte. — Im N'a t i onaltheater in Mannheim findet die deutsche Uransführung der Barodinschen Oper „Fürst Jgo.r", aus welcher bisher nur Bruchstücke im Konzertsaal zn hören waren, statt. Auch die Uraufführung der Szantoschen Oper „Taifun" hat sich das Theater gesichert. — Das Berliner Deuts ch e Opernhaus hat an Neuaufführungen für - die kommende Spielzeit zunächst in Aussicht genommen: „Die heilige Ente" des Wieners Hans Gal, „Der arme Heinrich" von Hans Pfitzner,/ „Unholdohne Seele" von Ri ms kh-K-arsäk ow, „Salome" von Richard Strauß und „Rienzi" von Richard Wagner, ferner Verdis „La forz'a bei destino" in der Bühneneinrichtüng von' Werfel und Bizets „Djamileh". — Hans i P f,tzn e r hat di« Komposition von sechs Liebesliedern nach; Gedichten von Ricardo Hnch für eine Frauenstimme und Klavier vollendet.. . . , Eröffnung des Gastspieles Alfred Gerasch im Komödienhaus. Heute findet, anläßlich des 176. Geburtstages Goethes als Eröffnungsvorstellung des Gastspieles Alfred Gerasch im Komödienhaus eine Ausführung der Iphigenie auf Tauris" , statt. Gerasch spielt, den Orestes. Mittel- und Hochschüler erhalten gegen Vorweisung ihrer Legitimation «ine 50vro'entige Ermäßigung der Kassenpreise.

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