Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1985 (24.8.1924)
- Date
- 1924-08-24
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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jip-*? ° i h s "—,mVii' t r «K.WS! Men, Mae MLWP NÜWKMWüÄS. 24. 1924 GM 18 Jas Kleinauto wie es müh Konstruktion und Gebrauchsfähigkeit sein soll und Wie es tatsächlich schon ist. Bon Dipl.-Jng. Ernst WM. (Schlich.*) Hiebei kommt in erster Linie die kräftige Ausführung des ganzen Ralhmennntevgestells nebst Federn und Achsen, in Betracht. Dabei war aber auch zu bedenken, daß die schlechteren Straßen und vor allen Dingen die bergigen Verhältnisse in Oesterreich, Süddeutschland, Mitteldeutschland ülstv. einen kräftigen Motor verbürgen, so daß im allgemeinen die brauchbaren Kleinautos, welche sich nachdem Kriege in Oesterreich und Deutschland entwickelt haben, ' eine Leistung von 4 Steuevpfevde'kräfteu aufweisen, Ivas nach Hubvolumen berechnet (das -heißt Zyliuderzaht 4 mal Bohrung ntal Hub in Zentimeter gerechnet) 1047 KubHentimeter entspricht. Da die in Deutschland und Oesterreich übliche Steuerforme-l im übrigen Ausland nicht angewendet wird, so hat man bei der internationalen Festlegung des Zylinderinhaltes sich nicht auf diese Zahl 1047, sondern auf die abgerundete Zahl 1100 Kubikzentimeter!bei der Klasseneinteilung für Rennwagen feftgelegt, üvas jedoch gegenüber 4 Steuevpfevdekräiften (1047 Kub'chentimeter) keinen wösttttlichen Unterschied ausmacht. Für einen solchen Wagen gibt es keine schlechte Straße, und möge es ein unbefestigter WaMveg fein, und keine Steigung, die nicht zu bewältigen wäre. Im Gegenteil ist rs interessant, zu beobachten, wenn in bergigen Gegenden sogenannte große Kanonen von 60 und mehr Bremspferden >n Konkurrenz mit einem solchen 4-Steuer-Pferdekräfte- K'leinauto kommen. Fast immer wird man beobachten, daß das flinke und geschmeidige Kleinauto dem großen, schweren Wagen überlegen ist, weil es denr kleinen Wagen viel leichter ist, sich den Kurven anznpassen, vor den Kurven abzustoppen und sofort in der Kurve wieder auzuzieherr, während der schwere Wagen durch Abbremsen und Wiederanziehen außerordentlich viel Zeit -verliert. Wenn. man sich -klarmacht, welche Aufgabe das Kleine auto zu erfüllen hat und an welchem Abnehmerkreis es sich wenden muß, so wird man schnell zu der -Neberzeugung kommen, daß ein Kleinauto nur eine Existenzberechtigung hat, wenn es billig in der Anschaffung, billig im Betrieb und einfach in der Bedienung ist. Abgesehen von den Sportfahrern, die ja leider in Oesterreich und Deutschland verhältnismäßig dünn gesät sind, wird das Hauptkäuferpublü kum für das Kleinauto etwa aus folgenden Interessenten bestehen. Der Arzt, sowohl in der Großstadt, vor allen Dingen auf dem Lande. Wie viel frisier wird der Arzt zu seinem Patienten kommen, wenn er in dem leichten und gutgefederten Selbstfahrerwagen feine Krankenbesuche macht, Die erste Bedingung äst also zunächst ein einfacher Blockmotor.-He weniger Teile desto besser! Gute Zugänglichkeit! Wer es fertig bringt, wird seinen Motor -ohne Wasserpumpe, also mit Termosiphon, und wer noch tüchtiger ist, seinen Kühler ohne Bentilawr arbeiten lassen. Beide sind bekanntlich unscheinbare Nebenapparate, die aber im Betrieb viel Aerger und Verdruß bringen können. Motor und Getriebe müssen ein gemeinschaftliches Ganzes bilden. Wer .die vielen Konstruktionen von Zwischengelenken beim großen Wagen kennt, wird einsehen, daß der Selbstfahrer des Kleinautos an dipsen Komplikationen wenig Freude haben, wird. Die Schaltung -muß derartig konstruiert fein, -daß das übliche Nattern der Zähne beim Einfchalten eine 'Unbekannte Erscheinung wird. Der erfahrene Auwmobilkonstrukteur wird vielleicht . bei den großen' Wagen stolz' fein, eine große Anzahl von Konstruktionen für das KardanMeE aufführen oder skizzieren zu können. Nichts von dem ist für das-Kleinauto das richtige. Es ist als ein besonderer Schritt anzuerkennen,! daß man sich bei dem Kleinauto, entschlossen hat, zum Beispiel von dem komplizierten, zu vielfachen Störungen Anlaß gebenden Differential abznfehen. - Es kommt also darauf an, nicht möglichst viele und komplizierte Teile vom großen Wagen auf den kleinen Wagen zu übertragen, sondern im Gegenteil, derjenige ist, der hefte Konstrukteur, der mit den einfachsten Mitteln, .das -heißt mit -Unterdrückung aller nicht notwendigen Teile, einen brauchbaren Wagen hinstellt. ' „ Der alte AutomobiWoststrukteur. und der lan-WhvW Zlutomobilfahrer werden natürlich bei all diesen Betrachtungen den Kopf schütteln. Aber das ist jadas Schöne für ' ^den richtigen Ingenieur, daß er nicht mit starren -Ansichten durch die Welt geht, sondern daß er in richtiger Anpassung Sonne, frische Täl-winde bringen dem Motor Erholung ustv. Dagegen muß bei 200 Kilometer Bahnrennen >der Motor in der heißesten Sonne bei stehender Luft unentwegt mit der höchsten Leistung arbeiten. Wenn also eine Firma wie Pluto (österreichische Zlmilcar) als einzige von sämtlichen beteiligten Firmen alle drei Wagen durch das Rennen bringt und außerdem noch den ersten Preis erringt, sv darf .wohl gesagt werden, daß die oben aufgestellten Konstruktionsforderungen von dieser Marke erfüllt worden sind. Uebrigens gibt der Erfolg dieses Rennens auch allen Zweiflern eine Belehrung, daß - die Konstruktion ohne .Differential bei dem Kleinauto nicht nur berechtigt, sondern geradezu erforderlich ist, denn gerade darauf basiert ja die Solidität der Hintevachsenkonftruktion. Der vorstehende Aufsatz soll zeigen, daß man nicht Mehr äbzuwarten braucht, bis ein Kleinauto geischaffen ist, das dem wirklich ernsthaften Verbraucher ein treuer Genosse in seiner Tätigkeit und-auf Evhokungsfahrien ist, sondern 'daß vielmehr tatsächlich solche Kleinautos unabhängig von dem Import aus dem Auslände, auch für den Mann mit beschränkten Geldmitteln vorhanden sind. . den Zweck seiner Maschine, durchdenkt. als wenn er in großer Sommerhitze selber auf feinem Fahrrad strampeln nruß. Das gleiche gilt natürlich auch vom Tierarzt, Fleischbeschauer und ähnlichen! Berufen. Der Einintb Verkäufer von Pferden, Vieh, Getreide uslw. wich f-chrnt Wirkungskreis auf dem Laude wesentlich a-usdehneu, wenn er ein Kleinauto bcmrtzt. Ebenso alle Geschäfte und Betriebe, die Außenstellen Wen, Mögen sie irr der Stadt liegen, in Vororten oder weiter im Lande zerstreut. Hierzu rechnen wir Elektrizitätswerke, Brauereien, Müllereien, Bankhäuser, Kaufhäuser nrit ihren Filialen und ähnliche Geschäftsbetrie'be. Ganz besonders io ich einen Vorteil aus dem Klem« autobetrieb der selbständige oder angestellte Agent ziehen. Mau denke an eine Großstadt, wie Berlin, Wien u. oder eirre Stadt im Industriegebiet, wo die einzelnen Irrte ressenten -oft irr einer Entfernung von eimr halben Stunde und mehr Straßenbahufahrt von einarrder entfernt sind. Wie bequem kann der Agent m wenigen Stunden am Vormittag feine Kundenbesuche machen, um dann am Nachmittag die betreffenden Bestellungen Lurchzuarbeiten, an fein Werk zu leiten, beziehungsweise den Kunden zu bestätigen. Die geringen Betriebskosten des Kleinauws werderr bald verschwinden hinter der. ungeheuren Zunahme des Umsatzes und der darin enthaltenen Provision. Diese Beispiele sind nur als. wenige hevausgegriffen ans der ungeheuren Menge von Verwendungsgebieten. Wenn man diese Interessentenkreise betrachtet, so wich die bereits früher gestellte Aufgabe als gerechtfertigt angesehen werden, den Wagen so einfach wie möglichzu Machen. Es darf also keineswegs der Fehler genracht werden, der in Oesterreich und Deutschland vor dem. Kriege gemacht wuche, das Kleinauto dadurch zu erzeugen, daß nian einen großen Wagen verkleinert, oder, wie man humoristisch sagt, daß man dey großen Wagen durch das Opernglas verkehrt herum ansieht. Das Kleinauto muß also als Kleinauto konstruiert werden und gerade hierin haben wir aus dem Ausland viel lernen können. Mancher Leser wird vielleicht glauben, daß das, was ich früher gesagt habe, lediglich ein Zukunststraum wäre, aber ein Mick auf die vielen in den letzten Monaten .stattgehabten Tourenfahr teu^ Hach- und Bergprüfungsfahrten, vor allen Dingen aber dasKleinauw.reunen der Deutschen Automobilindustrie . auf Avusbahn in Berlin. am 29. Hum 1924 zeigt, daß. solche Maschinen tatsächlich existieren. Es sind mcmche Fabriken hierbei auf dem Plan erschienen, die 'das Verdienst haben, schon in früheren Jahren Erfolge im Nennen erzielt zu haben. -Wer wenn man das Rennen nicht nur mit den Augen -des Rennfiebers verfolgt, sondern wenn -man Gelegenheit nimmt, objektiv das Für und Wider dev einzelnen Kronstruktionen gegeneinander ab zuwägen, so muß man sagen, daß der Erfolg der -Pluto- Kleinautos ein geradezu bahnbrechender gewesen ist. Es sei eÄvähnt, daß die Pluto-Wagen von den Ghr- Hardt-Älntonwbilwepken in' Zella-Mehlis in Thüringen hergestellt werden und ihren Ursprung aus dem fvanMschen Amilear-Wagen genommen haben, welcher jödvch für die deutscheil Straßenverhältuisse entsprechend umkonstruiert wurde. Eine Schwesterfabrik dieser 'Pluto-Kleinautos ist die Oesterreichische Amilcar A.-G. in Wien, welche auch bereits hei verschiedenen schweren Bergkonkurrenzen vorzüglich abgeschnitten hat. Die Ehrhardt-AutoanoWwerke hatten, wie die meisten anderen Firmen, drei ihrer Pluto-Kleinautos gemeldet, und es muß. hervorgehoben werden, daß sowohl in der 4-Steuer-Pserdokräfte, in welcher Pluto startete, wie in der ö-Gteuer-Pferdekräfte-Klasse, ^welche also größere und - stärkere Maschinen darstellte, die Pluto-Wagen die einzigen gewesen sind, welche zu dreien das große Rennen durchgehalten haben, während vor: den anderen Fabriken, auch solchen, die bereits im vorigen Jahre, allerdings unter wesentlich leichteren Bedingungen, sich- Plätze im Rennen errungen hatten, nicht eine einzige gewesen ist, die ihre sämtlichen Wagen -durchgebracht Hit. Und es muß hervorgehoben werden, daß eine Prüfung von 200 Kilometer ohne Unterbrechung auf einer Rennbahn etwas ganz anderes darstellt als meiuelj.vegen eine Tourenfahrt von 8000 Kilometer auf der Landstraße. Bei jeder Fährt auf der Landstraße hat. der Motor, sowohl wie Getriebe, Hinterachse, Lenkung ulfw. bei jeder Kurve, bei 'jeden: Fahrzeug, dem ausgewichen werden muß, bei jeder Steigung, bei jedem Gefälle Zeit, sich auszurnhett; Schalten wechselt ab mit rvEvs CORD CABLES VOLLGUMMIREIFEN zu den billigsten Tagespreisen! Sämtliche Marken und Grössen neu,Uftd gebraucht stets lagernd! Reparaturen prompt und billig! FRITZ REISMANN. WIEN, I. HEGELGASSE Nr, 7 3102 Telephon Nt 73-1-82 Kaufen f ie rechtzeitig vor der Zollerhöhung das preiswerteste aller amer. Autos mit allem Komfort, Dynamo, Anlasser etc., komplett fahrbereit, verzollt 85 Millionen General-Repräsentanz soes Auto - Verkaufs-G. m. b. h. Fkhttegasse 8 WIENS. Kolowratrlng6 ICH FAHRE NUR mit GOODRICH Soupl&Gord und Voligummi- Reifen Autozubehöre Reparaturen Voilgummfpresse Kaufmann & Eissler Wien, III. Ungargasse 12 a :: Tel. 7388 0.842/8 SröRNEHMSTECT VtfäöEM HEITMANN THAL. 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