Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1984 (23.8.1924)
- Date
- 1924-08-23
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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WAHß«W»IM tt^sf-^^-^-ipwrv* - ««rrfwsr««^?* «ette'4 Men, Samstag Wiener Moraemeitung. 23. Auguist 1924 Nr. IM Sie Ankunft der BRkerbnnddelrgierte«. f Unfere ge[tvige Mitteilung, daß die VMerbunddelegaÜon -Montag d-en 25. d. in Wien eintrifft, wird amtlich bestätigt. Sriweit gegenwärtig bekannt, werden Kr England Niema h e r, für Italien B i a n ch i n i, für die Schweiz Dubois und für die Tschecho-Sloivakei Pospischil an der Delegation teilnchmen. Der fran- OfiM Pertreter ist n o ch n i ch t e r n a n n t. , Sie österreichische» Sekkierten sör die Sedtembertagun» der Völkerbundes. Der Minifterrat hat für die diesjährige, am 1. September beginnende Hauptversammlung des Völkerbundes in Genf als Delegierte Oesterreichs wie in den letzten Achsen Botschaster a. D. A. Meusdorfs und den Gesandten E. P l ü g l -bestellt. Ferner wurden wieder Dr. A. Matsch vom Völterbundbureau als - erster Sekretär und Regierungsrat Bodo als Leiter der Kanzlei der Delegation zugeteili. Der Zeitpunkt der Abreise der Regierungsmitglieder nach Genf hängt vom Beginn der Beratungen über die österreichische Sanierungsfrage im VöAerbundrate ab. Tagesbericht. Reue vrabstötte« ögtzvtifcher Könige. Am ein Jahrtausend Wer als das Tutankhamen-Grab. . AuS Paris wird uns gemeldet: Der „New-Zork Herald" berichtet, daß es ägyptischen Archäologen gelungen ist, in der Nähe des Grabes Tu tank Hamens drei weitere Grabstätten ägyptischer Könige Pr entdecken. Inschriften im TutanVhamen-Grab brachten die Forscher auf die Spur dieser Königsgräber, die um ein IahStausend älter sind als das Tuntankhamen- Grab. Ein Bankier aus Chicago, Harald K e l s e y, hat im Einvernchmen mit der ägyptischen Regierung es übernommen, die nötigen Geldmittel für die Erforschung dieser drei Kömgsgräber aufzubvingen. Die Kosten der Ausgrabung werden auf 100.000 Dollar veranschlagt, welche der amerikanische.Bankherr in Chicago auszubringen plant. Ju den Kreisen der ägyptischen Altertümerverwa-ltung nimmt'man an, daß die drei neu entdeckten Königsgräber noch weitaus interessantere und reichhalt i g e r e Schätze aus dem ägyptischen Altertum bergen als.das Grab Tutankhamrns. Die ägyptische Regierung hat.sich im Vertrag mit dem Bankier Kelsey ausbedungen, daß'die archäologischen'Funde nach erfolgter Ausgrabung zum größten Teil' in deti Besitz des ägyptischen Staates übergeben. \ Lnsarifche stifenSahnräuSer. Aus D u d a p e st wird berichtet: „Pesti Naplo" meldet üuS,M':?o.lez: In der Nacht vom, Montag auf Dienstag - würde' im Miskolcz-Budapefter Personenzug der Budapest er, .Handlungsreisende Ladislaus Magyar von einem Mitreisenden, der ihm ein Gläschen Likör anbot. betäubt und sodann seiner wertvollen Für aus ksSöGN Feiertage S Y N Ä ß O G E N o'rVä T B undB'Ä’ftl'T Ti Preiswerte ri*e!(e Lieferung! Lieferant vieler inu, ausländischer Kultusgemeindetu Zahlreichebelobende AtterkcnnunRssohreiben! RUDOLF GOLD STEIN, Zivil- und Ufiiformiclineider. Wien, IL Taboistrasse 5d — Gegründet im Jahre 1S86 — Telenhon Nr. 45-ft-2E> «iniriiMiinimniin»i»iii'»«.wi»f mwi——«—mmmi ■—i»wii»iiii«if Auf dem von 300 Passagiere n besetzten Danipser entstand eine Panik, da durch die Explosionen ein Brand ausbrach. Nach dreistündiger Arbeit gelang es jedoch der Mannschaft und den Passagieren, das Feuer zu löschen. Es gab zahlreiche Verletzte an Bord, aber keine Toten. Bankbeamte dürfen nicht stzrkulieren. Das Kartenkomitee der Börsenkammer hat sich in seiner letzten Sitzung mit der Anzeige gegen den Angestellten einer Banksirma beschäftigt, der seinen Verpflichtungen ans Börsencngageinents nicht nachgekommen ist. Tc:n betreffenden Beamten wurde die Börsenkarte entzogen. Er ist dauernd vom Börsenbeftlche auögeschlossft'n worden. Wegen der Vorkommnisse in der letzten Zeit haben, wie verlautet, einzelne Bankleitungen ihren Angestellten neuerdings das Verbot, Geschäfte an der Börse zu machen, in Erinnerung gebracht. MrMrrr»« durchgehender Tarife im ttchechoslowakisch-österreichischen Güter- und Kahlenverkehr. Mit 1. September gelangm im ischecho-slowakischösterreichischen Güter- und Kohlenverkehre durchgehende Tarife zur Einführung. Dadurch werden nicht nur die vor dem Kriege bestandenen direkten Tarife wiederhergestellt, sondern auch den Verfrachtern große Vorteile gegenüber der heutigen Frachtberechnnng geboten. Die neuen Tarife lauten für die ganze Beförderungsstrecke aus t s ch e ch o - s l o w a k i s ch e Heller. Der durchgehende Gütertarif enthält Serienn n d Ansnahmetarife. Die Serientarife gelten für Güter, für die die normalen Tarifllaffen Anwendung finden Ivährend die Ausnahmstarife in .der Hauptsache für jene Güter, gelten, für die in den Lokalgütertarifen der beteiligten Bahnen oder im Berlautbarungswege besondere Frachtbegünstigungen zur Einführung gelangt sind. Tie durchgehenden Tarife, können auch für Durchzugsverkehr eines der beiden Staatsgebiete oder auch beider Staatsgebiete angewendet werden, da in diesen Tarifen — vor allem im Gütertarife — auch Frachtsätze für tschecho-slowakisch-deutsche, tschecho-slowakisch-polnische, beziehungsweise österreichisch-ungarische, österreichischjugoslawische und österreichisch-italienische Staatsgrenzem vorgesehen sind/ krhötzuns der Personentarife? Wie verlautet, beschäftigt sich die Generaldrrektion der österreichischen Bundesbahnen mit der Frage der Erhöhung der Petsonentarise. Da in kürzester Zeit die österreichische Eisenbahnverwaltung größere Investitionen wird durchführen müssen, müssen diese Ausgaben durch höhere Einnahmen hereingebracht werden. An eine Erhöhung der G ü t e r t a r i fe wird nicht gedacht. m*w »—nm» raubt. Als der Eisenbahnkontrottor in Hatvany den Magyar weckte, -bemerkte dieser sofort den an ihm verübten Raub. Bon dem Täter fehlt bisher jede Spur. s„, . Ädavester Sitten. . Aus Budapest wird uns gemeldet: Gesten kam es in der belobten und vornehmen Waitznergasse zu einer aufsehenerregenden Skandalszene. Ein b-e id e Männer in wütender Rauferei auf dein Pflaster. Es entstand ein riesiger Auflauf, so daß eine V i e r t e? st u n de la n g der W a g e nv e rke h r in der Waitznergasse unterbrochen war. Schließlich gelang es Polizisten, durch die Monge z-u den Raufenden vör;udring-en und beide Herren sowie auch die Dame seft- Ku nehmen. Alle drei wurden auf die Oberftadt'hanptmannschast geftichrt. Ursache des Rekonters war Eifersucht. Homosexuelle Lrgien in einer Moschee. Bukarest, 22. August. (Tel.-Komp.) Die Polizei in Lonstanza ist einer unglaublichen Prosanation auf die Dpür gekommen. Auf Grund eine anonymen Anzeige wurde, scstgestellt, daß die Räumlichkeiten der Moschee ,Iönig Carol" nachts von einem homosexuellen Klub benützt wurden, der dort große Orgien feierte * Der Aufseher der Moschee wurde verhaftet. Zahlreiche Persönlichkeiten von Rang sind i-n die Angelegenheit verwickelt. Hplosio« ans einem Sampfek. , , Ein Verbrecherischer Anschlag. Aus Ouenos Aires wird gemeldet, daß im Frachtraum des Dampfers ,Mturjno", kaum daß das Schiff den Hafen verlassen hatte,, zwei Bomben explodierten, die von verbrecherischer Hand im Frachtvauw verUeckt worden waren. Am 7. September v. I. hat die Bauernbank die Anzeige erstattet, daß der Beamte der Bank, der 21jährige Rudolf Kunst, zu Innsbruck geboren, seit dem 27. August v. I. vermißt werde und daß der Verdacht bestehe, daß er sich ■ als, Essektenkassier Unterschlagungen habe zuschulden kommen ^'lassen. Später wurde festgestellt, daß Kunst verschiedene Aktien im damaligen Kurswert von 80 Millionen Kronen teils gestohlen, teils veruntreut hat. Ter Mann wurde seither verfolgt, doch konnte eine Svur nicht gefunden werden. Nun hat am 20. d. abends ein junger Mann ein Hotelrestaurant im 1. Bezirke ausgesucht und eine Zeche gemacht, für die er 33.000 K. hätte zahlen sollen. Er hatte aber lein Geld. Es stellte sich heraus, daß ex der gesuchte Bankbeamte war. Er wurde verhaftet. Eine Knndöednng der Bank- und Sparkassen- . gehilfen. In der Vvlkshalle fand gestern eine Versammlung des Bundes der Bank- und Sparkassengehilfen statt, welche, hauptsächlich gegen die Abbaumaßnahmen im Bankgewerbe und gegen die mangelhafte Durchführung der Maßnahmen, welche den Abgebanten den siebergang zu einer neuen Existenz ermöglichen sötten, Stellung nahm. Es wurde «ine Resolütiott beschlossen, in der gefordert wird, die Banke nverbönde mögen dazu, .verhalten werdenden weiteren katastrophalen Abbau einzustcllen. Gleichzeitig wird die unverzügliche Finanzierung und Inangriffnahme der geforderten Umschnlungskurse verlangt. Pas Wette/. Gestern gab es zeitweise in der Sonne hohe Temperaturen. Die Voraussage meldet: Bei.Airdguern des herrschenden veränderlichen' Wettercharakters zunächst etwas besseres Wetter. Kälte und Schnee in GteiermarE. Aus vielen Orten Steierinarks wird ungewöhnlicho Kälte gemeldet Im Oberland sank die Temprratnr in den letzten Tagen in einzelnen Dftat bis 4'Grad Rcanmitr. Die Voralpe und Saualpe. zriaen. Neuschnee- Sie Lebensmittel. Steigende Gemüftprsise. Da die Gemüsezufuhren, die bisher andanern günstig waren, währeird der letzte;: Tage einen merllichci Ausfall aufweisen, so daß sie knapp für dei: Bedarf ans langen, so verfolgen die Preise Tag für Tag die ans steigende Richtung. Kohl, Kohlrüben, Schnittunj Spargelbohnen habei: sich neuerlich verteuert. In den selb mäßig gebauten Geinüsesorten, für die die Nachfrage loenige. lebhaft istsind nennensiverte Preisveränderullgen nicht zi verzeichnen. In Obst hielten die Anbote der regen Nachfrage stand. Die Zwetschkenzufuhreil nehmen fortgesetzt at Umfang zu. In der Großmarkthalle war der Verkehr blas im Großhandel lebhaft, .während das Detailgeschüft lyi« gewöhnlich an einem Freitag sich in bescheidenen Grenzet! hielt. Eier larrgten in genügenden Mengen ein. In Bu ttc; besserer Qualität machte sich eine Knappheit fühlbar. F i s ch * die während der ganzen Woche unbeachtet blieben, wurdet gcstem mehr gekauft. Wien, 23. Juli. ' * Die Lebensmüden. Domterstag abends hat sich vrt 19jährige Bankbeamte Franz Jaschke durch einen Schuf; in die rechte Schläfe getötet. Die Ursache der Tat ist nn.ftückdche Liöbc. — Am 21. d. hat sich der Hilfsarbeiter Alois K o-- v a r i k im Keller seines Wohnhartses erhängt. — An: 13, d. wurde bei Orth a. d. Donau die Leiche eines jungen Mannes aus der Donau gezogen. Sie wurde nun als die des sei: dem 7. d. aus seiner Wohnung vermißten 22fährigen Hilfsarbeiters Karl Singer erkannt. Er hat aus, unbekannter Ursache Selbstmovd verübt, — In einem Hotel aus der Wieden hat sich gestern vormittags der Reiselcke Artur P. mit einem Revolverschuß schwer verletzt. Er hat die Tat seiner Angcebe nach deshalb begangen, weil er die Unmöglichkeit ei^sah, sich eine Existenz zu gründen. * Tödlicher Unfall. Der Drehevgehilfe Michael Singer wurde am 15. d. an seinem Arbeitsorte in den Siemens- Schnckert-Werkcn von einer nur 16 Dekagramm schweren Maschincnalbstettschranbe am Kopf getrossstl und staöb an den Folgen seiner Verletzung. ' * * Todesfall. Das Leichenbegängnis der Frau Gisela Stuvp findet aus mworhergeschener Ursache erst Sonntag den 24. d um 10 Uhr vormittags vom Zentralfriedhof (3. Tor) statt. * 70. Geburtstag des Hofrates Prof. Grybben. Am 27. d, feiert der Professor der Zoologie an der Wiener Unwersität Hofrat Karl G r o v b e n seinen 70. Geburtstag. * Ein Ehrenjahr für Prof. Dr. Wlassak. Der akademische Senat der Wiener Univevsität hat dem Professor für römisches Recht Dr. Wlassak die Absolvierung eines iHrenjahres auch nach dem erreichten .70. Lebensjahre bewilligt.. * Von der Wiener Universität. Der Bundeshräsident hat den Privatdozenten Gymnasialprofessvt,Dr. Alfred Kappe lmache: und den Privatdozenten Gvmnasialprofessor Doktor Karl Kunst zu außerordentlichen Professoren für--klassische. Philologie all der Universität in Wien ernannt. . * Die Mitglieder des Instituts für internationalss Recht auf dem Kobenzl. Gestern nachmittags waren di« Mitglieder des Instituts für internationales Recht ans den Kobenzl geladen. Es waren fast alle Teilnehmer des gegenwärtig in Wien tagenden Kongresses, an ihrer, Spitze Senator L i tton i und Pros. S t r l s o w e r erschienen. Vizabüvgermeister Emmerling hielt die Begrüßumsansprache- Im Namen des Instituts erwiderte Pros. S t r i s o w e r deutsch und franzosisch. * Konkurs. Mit 1. Oktober d. I. gelangt im Wiener Palästinaamte die Stelle eines Beamten zur Belsetzung. Bewerber, dis der zionistischen Organisation angehören und der hebräischen Sprache mächtig sindwollen bis spätestens 31. d. ihre Bewerkmimsschreiben beim Palästinaamü, Wien, 1. Bez., Bauernmarkt 24, .einreichen. * Der verschwundene Kompagnon. Der 26jährige Karl Weszelh betrieb gemeinsam Mit dem Rudolf Wawerka einen Kohlenhandel. Am 16. d. war Weszely aus seiner Wohnung verschwunden, ohne bisher aufzntauchen. Ans, der eisernen Kasse des Geschäftes fehlten, wie fern KoMpügnott konstaArte, 245 Millionen Kronen. * Das Bier wird teurer. In der nächsten Zeit soll wieder eine Erhöhung des Bierpreifcs eintreren. Zur Begründung der Steigerung wird die Erhöhlrng der Hopfellpreife qngogebeu. * Die Lage der Dienstmänner. Die Genossenschaft der konzessionierten Wienex Dienstmänner hat für heute üNi 6 Uhr abends in Tischlers Restauration. 1. Bez., Schaiftlevgasse 6, eirw GenbsseNschafts - P r 0 i est v e rs a m m l u n g - einhetreffend die ummitere Konkurrenz Unbefugter im Dieiistmann-, stände zur Erörterung. * Das jüdische Realgymnasium von Sttcsava. Wie I. T. A. aus Czernowitz meldet, ivurde deit Schülern des jüdi-' schen Realgymnasiums Yon Sucsova, welches^ gleich ollen anderen jüdischen Mittelschulen Rumäniens kein Oeffentlichkeitsvecht besitzt, vom Schnlinfpektorat das Recht entzogen, an, staatlichen Anstalten Prüfungen abzulegen. Infolge eines telcgraphischeit Appells der jüdischen Bcvölkernng völ: Sucsava ait den König von Rumänien und einer Intervention beim Unierrichtsminister Zlnghelescu. wurde die Verfügung des Czernowitzer Generalinspektors anfgohoben und angeordnet, daß.dw JahresschlußPrüfuMen am jüdischen Gymnasi'nm in Suosava abgehalteN werden sollen. * Das Ende gekrönter Häupter, Ein Histotiker hät sich ans die'etwas ungewöhnliche itatistische Liebhaberei. geworfen, dem Lebensende der bekannten . historischen Regenten nachzuforschen ünd ist in seinen Berechnungen auf bk stattliche Acht ri-i«« /lifnMfmtftf im Lanke der 92 Selbstmvw veganaenoo ven ajium,vtu.v ... 08 freiwillig dem Tyron entsagt. Ueber 140 sind im Kriege gefallen/183 beendigten ihr Leben in det Gesüngenschaft, 252 wurden ermordet, 168 aus gesetzmäßige Weise abgeufteilt und Hingerichtei, 540 wurden gswaltsam von ihrem Dhron Verjagt und 22 emeien im Wahnsinn. Ob die übrigen einöü friedlichen Tod äüf döM SterbMtte gefunden haben oder ob nicht eins, beträchtliche Anzahl davon im Halbdunkel der Vorzeit einfach verschwanden, wich in dieser '.rtnnrtnnfioit ^tdipvTjffi mich auch ein