Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1980 (19.8.1924)
- Date
- 1924-08-19
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Wen, Musläg V.” -—1—■«! 0i« Men däräus ganze Systeme gebildet, OrrrHattonen geschaffen,'Hre geistige und technische An- " arxa^rf eingestellt.. Pie Unterscheidung der mensch- Lebewefen ift nach der Farbe ihrer. Haut, ihrer -mck Hrer Augen erfolgt; diejenigen, die weiß, mch blauäugig sind, erheben den Anspruch auf die Herrschaft' über die anderen, die diese anszeichnenden Merkmale nicht besitzen. Und rvcil sich'diese anderen darauf steifen, daß wohl weiße Haut, nicht aber bldndes Sx das Anrecht auf die Herrschaft geben, Haben sich i Mmme mit Krieg überzogen und dem Gotte MarS eine Opferfest veranstaltet,- das nun schon zehn ecchre cmdanert und vorläufig ' noch an' der-' ren Stellen des Erdballs weitergeführt wird, dieser Mars-Gott wird allerdings nur inoffiziell ver- ' ' Oefferttlich bekennen sich die Stämme der weißen zum Gott des Frizens, der Liebe und des Fortschritts. Aber sie tun das nur höchst ungern, weil ihnen das Schädeleindreschen als die schönste menschliche AWKelt erscheint, und sie lieben es nicht, wenn irgend Hy.anderer Stamm anderer Meinung ist und den Frie- An,die Liebe und den Fortschrtt höher gestellt wissen Ml. Ein solcher Stamm besteht, er will vorn Kult des MgrSMrttes unser gar keinen Umständen etwas wissen.. Die anderen hassen und verfolgen ihn deshalb. Da'S. ^tben sie seit zweitausend Jahren und sind nicht müde, jf£ weiter zu treiben. Wenn also die Gelchrien der Erde M den Mars die Summe dessen telegraphieren, was hier erreicht wurde, so werden sie melden: Es war immer Krieg zu Ehren des Vtars, es. wird wieder Krieg Hm gegen alle, hauptsächlich gegen die, die den Mars .nicht anbeten, die sogenannten Juden. ßrnste Zusammenstöße in Mim. l London, 16. August. Das Reutersche Bureau meldet Ws Sikand.rabst (Indien), daß es dort zwischen A^ndus und Moslems zu Zusammenstößen Kernen fei, wobei der Polize i chef getötet und einige MMems verletzt wurden. Truppen und Polizei beherrschen'die Lage, die noch ernst fei. *, Paris, 18. August. (Havas.) Nach einer Meldung des Matin" aus Rangoon aus enMcher Quelle ist es in Mschiedenen Gebieten Indiens zu Z u f a m m e n ft ö tz e n Mischen Eingeborenen und der Polizei gekommen, wobei ff.beiden Seiten mehrere Personen gelotet oder verwurden. ..j .' Die Unruhen ipr Sudan. 16. August. (Reuter.) Manifestanten .Symdrrrrnan warfen Steine nach der Polizei. Es mehrere Verhaftungen vovgenommen. Ein W.'cher ^lunfmann wurde gelyncht. , DevMpkuns der Vvittschen Garnison im Sudan. ,>18. August. (Reuter.) Die britische Regierung äMrtffche Rchk^öung "in kategorischer Weist HeA daß Gwßbritanniey sich für die A u f- KevMkMÄg der Ruhe und Ordnung im rn^ßrr vewntwoMch erachte. Infolgedessen veres. die britische Garnison und ermächtige die Re- deL.Sudan, sämtliche unzufriedenen Elemente rvrEäen'ägyptischen Gruppen zu entlassen. Der Anglo.HedschüS'Bertrag. LvBvn, 17. August. (I. T. A.) Zu der (von uns be- ^s^xmeHeten. ,Die Rsb.) Weigerung des Königs H u s- Le)'« von Hedschas, das Abkommen mit England zu, unter-. KWen, schreibt der diplomatische Mitarbeiter des sonst mit dem Mischen Nationalheim in Palä- .s^^ympatWerenden „Manchester Guardian": Telegramm, wonach König Hussein von KjÄschas hie Unte^eichmkng des neuen Vertrages mit öei5ii>dtgert, ermangelt der Klar- W0L. Die Verweigerung König Husioins soll auf Grund Hy KbmsÄ» die die Balfour-Deklaration anerkennt, gei« Erfahrung gebracht habe, besteht l e in EhjMv urf eines Berttages zwischen England 'HÄschas. Es handelt sich um den be- Mnten.Wwurf, um den sechs bis acht Monate herumrstjM/Yurde.und der noch bis heute nicht unterzeichnet Minder wichtige AiMegenhetten. des Han- Er send a h n e n und des Pilgervevkehrs, «ß eine Klausel über Palästina. Auf wird stWvevständlich Nachdruck gelegt ßei-stg e h alten. Die^Botfchaft^aus Ka^o Ägevd eine neue. Betriebsamkeit seitens SN^.ArÄer.fchli-ßen,die vor kurzer "Zeit eine Delegation ^n^2mw0!n'''hatten » Sie krmordnns der Sem kvanr. r Mexiko, 17. August. (Haivas.) Drei der wegen des Mordes an Frau-Evans Angeklagten sind schuldig , die -beiden anderen freig esprochen Wörden. «ss-' ' «iwt, Sie Konferenz der interdarlamentarischen Union. Em Restrm über das Palästinamandat. (Eigendienst der „Wiener Morgenzcitung".) Warschau, 18. August. Der polnischen Delegation zur -machenden Genfer' Tagung der internationalen MenbarWen Union gehört als Vertreter des jüdi-?Kkchs Abgeordneter Dr. Leon Re ich an. Dr. Reich ' ^der>Tagung ein Nestrat über daö - Pa l ä st i n a- *' "'‘bnöas». , " - ' - Aus de« Reich des Hakenkreuzes. Ist Härieitas der Hüchverriittt. — Solch nnd Revoltzrr in Mermar. (Etzeudieustder ^Wiener Morgenzettüns".) Somit erscheint also nach Herrn Bartels Wilhelm der Zweite von den Juden gekauft zu sein! Der „Zwischenfall von Golgatha"» In hem Referat des Grafen R e v e u t l o w über „WelwokKk" auf dem Parteitag gab es folgende eroauliche Stelle: ,? „Sogar der Vatikan hat.nicht gezögert, Palästina mit Jerusalem und den heiligen Stätten an die Juden auszuliefern. Mit dieser vom christlichen'Stand-! Punkt unerhörten Tatsache ist d e P u n an g e n e h m e' Zwischenfall von Golgatha erledigt. Ein bayrischer Landtaßsabtzsordneter mitz- Htndelt einM JMen. j Wie die „Fränkische Tagespost" meldet, war t>er völkische Landtagsabgeordnete Miesenbach er an! einem vor kurzem erfolgten U e b e r s a l l auf einen jstdischen Bürger von München, der schwer! mihh and elf wurde, führend beteiligt und ist! wegen schwerer Körperverletzung zur Anzeige gebracht! worden. .. . . , , . Aufforderung zum Boykott jüdischer Rerzte. In der völkischen Tageszeitung „Jork" in Insterburg erschien vor eimger Zeit folgendes Inserate „Deutscher, rufe nur d e u t s ch b l ü t i g e A e r z t e.! Schände nicht Weib und Kind mit Berührung - durch artfremde Hände." Der/ Jnsterburger Aerzteverein, dessen' .Vorsitzender rin deutschvölkischer Stadtverordne- > ter ist, hat seine schärfste Mißbilligung gegen diese An-.! nonee Msgedrückt. Von einer Strafanzeige ist abge-! sehen ^worden, weil inzwischen der ,Hork" sein Erfchei-! nen eingestellt hat. Die bayrische Negierung gegen die Einbürgerung der Juden. .Berlin- 18. August'. (I. T. A.) Unter dem Vorsitzdes Neichßministers des Innern Dr. Jarres fcuchi ein^Sitzullg des Reichs rat e s statt, in welcher u. a. ,über Embürgayungsgesuche zweier ausländischer Judenverhandelt worden ist. Gegen die Einbürgerrrng des' un-- garkschen Chemikers Dr.. Gyemant und des hol-! Undisch'en. Arztes Jules S a.nstu e l s, die bei der preuhischen Regierung beantragt und von dieser geneh-. m i g t worden war, hat Bayer n auf Grürch. des § 9 des, Staatsangehörigkeitsgesetzes E i n s p ru ch er-! HÄktz, so dgß die beiden FW zur Entscheidung des, Reichsrates gebrächt worden. sind. Dke Ausschüsse' des, ReichsrateS. haben den . Einspruch BaYerns .M b eg r ü n d e 1 Mlärl. Nametts der Preützischen RegierÜng qrsmhte Staatssekretär We i st ech M eine.namentliche Abstmmnmg; die preußische Regierung lege in beiden Fällen besoichere« Wert föf die Einbürgerung wegen der kulturellen.Stellung der Einzuoürgern^ den. Kqr der Abstimmung beantragte der Vertreter von Braünschweig die Vertagung, damit die Vertreter der Einzelländer noch „genauere Informationen" einziehen könnten. Die Vertagung wurde angenommen. - FasMeuangviffe auf die Synagoge von Ä^sfY* Me I. T. A. aus Jassy meldet, hat dieser Tage eine Gruppe von Faszisten sämtlich^ Fensterscheiben der Synagoge aus dem Holzpkatz in Jaffy eingeschlagen. -. Berlin, 18. August. Der seit dem 16. d. tagende Parteitag, bei" dem u. a. auch der Kriegsverlierer L ubcnböxff sich als Parteioberhaupt glorifizieren ließ und wieder einmal eine „neue Epoche" ankündigte, lvurdc gestern.mit einer Kundgebung im Freien besAossen^ die mit einem A u f m a r s ch aller ^vaterländischen" Verbände auf dew Weimarer Hugplatz endete. Die ganze Kunogebung, bei welcher die weist 14- bis 16jährigen Teilnehmer vor Ludendorff Paradeschritt marschierten, trug einen scharf ausgeprägten antirepublikanischen Charakter. Der völkische Abgeordnete Winter (Thüringen) leistete sich eine unerhörte Hetzrede. Ludendorff verlangte in seiner Schlußrede die Freilassung Hitlers. < Wie die „neue Epoche" Ludendorffs aussieht, ergibt sich , daraus, daß es im Verlaufe der Tagung mehrfach zu . . ' blutigen Zusammenstößen < kam. Am Samstag nachmittags überfiel eine R o t t e von 50 bis 60 bayr.is.chen Natio.na ls oziä* l i st e n s e ch s. auf einein Spaziergang bcsindliche R e i ch s b a n n e r l e u t e von denen einer so geschlagen wurde, daß er bewußtlos, liegen dlieb, während ein anderer eine Kopfwunde, davontrug. Ein zweiter Zwischenfall ereignete sich, am Ähend. im Volkshause. In der Nähe desselben hatten zwei bis drei jugendliche K o m m u n i st e n einen bayrischen Trupp geneckt. Die Bayern zogen nun, mit großen Dolchmessern und Revolvern ausgerüstet, 11 0 M ann stark, in das.Volkshaus ein und versetzten einem die . Hausflur überschreitenden 6 4jährigen Arbeiter fünf Messerstiche, wodurch dieser ernstlich verwundet - wurde. Sodann gaben sie .im Gastlokal auf die ahnungslosen Gäste z w e i s ch a r f e S ch ü s s e ab, die glücklicherweise fehl gingen. Bartels gesen Wilhelm. Auf dem Parteitag hielt der bekannte Literaturprofessor Bartels das. Referat über „Vertiefung der nationalsozialistischen Bewegung". Er verlangte „Vertiefung in alle großen Deutschen, besonders in Goethe", der ein Feind des Parlamentarismus, des jüdischen Gottes Jehova und der Juden im allgemeinen gewesen sei. (Was macht Bartels mit der Stelle in Goethes /,Wanderjahre": An Selbständigkeit, Festigkeit, Tapferkeit, und wenn.alles dgs. Nicht mehr gilt, an Zähigkeit sucht das jüdische Volk seinesgleichen!") Trotz Fichte sei das deutsche' Volk von der j ü d i s ch e n I n f e k t i o n erfaßt worden, die erste jüdische Welle habe mit Heine uv.d Börne begonnen, die zweite in den siebziger Jahren mit Lindau , und Blumenthal. Die dritte jüdische Jnfektionsperiode sei während der. Regierung Wilhelms des Zweiten inauguriert worden, damals habe das Judentum den Weltkrieg entfesselt und es darauf angelegt, Deutschland den Krieg verlietettzu lassen. (Wodurch also Ludendorff'das Werkzeug der Juden wird! Die Red.) Zur Bekämpfung des Judentums verlangte Bartels in jeder Stadt die Anlegung von I u d e n k a t a st e r n, um eine Vermischung mit Christen zu verhindem. MsMisch-MchisÄe SrenzübeMschnn». Paris, 18. August. (Wolfs.) Die Mättier <mMsn> aus Uthen, daß die gr'iechi-sche und die bulgarische Regierung beschlossen haben,.durch eine geimifchte M ilitärkommiisfi an die Grenze zu Liberlwachierr und eine starke U e b e r.w a ch u n g 'st r u p p e auGuslellen, um hen zahlreichen gr-iechis-ch-bulgarischen Zwi- 4chenfällen ein Ende zu machen.. /^ Einr mysteriöse Hmrdgeanate. ' ZW - Sofia, 18. August. Die builgarifche TeleMHeinageNtur teilt mit: In der Nacht vom 15. id. ist in Burgas im Hose eines dem Griechen Be.fi s gehörenden HaufeS.. eine Handgranate explodiert. Obwohl das Hans von Polizeiagenten und Soldaten'bewa cht war, hat niemand von..ihnen vor der Explosion jemanden hineängehen- oder nachher h e r äu s g e h e n (!) gesehen. Unmittelbar nach der Explosion, wurde das Haus und die Umgebung von Gendarmen umzingelt und im Beisein des DoPsrtementsPräMen eine genaue Unterfuchu.ng vorgenommen, die jedoch kein Ergebnis zeitigte noch auch einen Anhaltspunkt dafür ergab, daß eine fremde Person die Bombe in den Hof geworfen haben könnte. (Griechenland hat wegen, dieses 'Vorfalls einen' ene vgi- >schen Schritt in Sofia untewommen.),, Set polnische Srenzschntz. (Eigendienst dar „Wiener- MorgenzoitMrg".) Warschau, 18. August. Mimstevpräisid-ent Grabski ist-bereits-von seinem Urlaub zurückgekehrt, undhat mit dem Innenminister H ü b n e v die Frage - des Grenzis ch u tz'-e s amder polniisch-r-uMchen Gvonze im Zutsammen* mit dcü letzten Bande nüb erfäll-e-n, .bön. Ebenso hat er 'Mit ' dom!i awlAchtS der bevo,rstHtzMn tagupg.die außenpolitischen Probleme' unter BeSÄksichttgung der polnisch^sfifchen Zustände evörte^u WrWnWskonsetenz gegm Mlerhnnd. Cookidge Lobt sehr Werk. . > , WÄhingdm^ 18. - August. (WM;) Präsident Co-olioge erklärte, in sviner anläßlich der-Annahme der .P rL^sA) o'ch pff, ch a M s ik a n d i d a t u.r gehauenen An- ^pva<A Mtar andewm: die BbAer hatten noch nicht-die ^volle BkdesttüNg der Washingtoner Abrüstungskonferenz «Äannt. Sie habe ein positives A.-'bko mm t m WKeitigt, durch das die Großmächt-e sich ver- ^'pstichten, ihre Völker vondenungchAuxen Kosten der Seerüst-ungen zu Wvaiert. Er glänbe nicht, daß jemals, eins Konferenz für die Färdsrung des Friedens auf -der. .Wlt mehr getan habe. Was den' Völker b -u n d.v -e. r- -tuag iWvche, so habe AmeMl es zwar abgelchnt, ihn zu u»tevschveiben, denn es halbe feine UnabhängWeiit nicht auf- - geben wollen. AnmAa habe aber W der Einschränkung des Handvks mit narkoHchen Gmu-ßmittsln und Lei der Fördevuug der LftvEichen GestmIdhe>itLPstege. mitgearbeitet und «swüNsche, wo immer eS möglich seizu helfen, aber di- Zeit, den Ort nud. die Art zu helfen, müsse man sei ne ru e ig-e n« n. Entschluß überlassen. - - - - —^— ,»r Sk Bediniunoen für einen ftanzWschmUchen Vertrag. Zahlung der Schulden. Paris, 18. August. (Havas.) Wie die-Blätter aus London melden, erMÄe Ministerpräsident Hervio t gegenüber cimmr 'Bkirtirster des „Daily Expreß", die Russen würden, wenn sie dövnnnftig wären und in die Bezaihtung-ihrer Sch.Ulden' einwilligten, die UErzeich-'' NUM «MS s^antzö'ßiM-.vussHschsn Be rlrages