Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1980 (19.8.1924)
- Date
- 1924-08-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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(Polen 20groszyl ^IDWWGK J7i en: Zum Abholen in der Expedition, II. Taborstr, 1*3, »der ineinerVerschleisstelle jTra filc) monatl. K 40.000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der firma Goldschmied, 1. Bez., Wollzeile li Mit Bostversand kür Wien u. Oesterr. monatl. K 40.000 lYch enbo'Slowakei;- Mon. K 18. Jugoslawien: Mon. DinarM). Bo len.Mon. 3V» Zlotv, Deutschland: Mon. Goldmark 4, Frank r^, Belgien: Mon. Frei. 12 W Nm «h s«h I ti b;eii 7WW b«i PreiierhSWnjen Vorbehalt«« lPretaK14Öol England: Mon,4 Schilling, ftalien: Monaitk 12 Lire, R um a n! e n Mein. 150 Lei, BulffarienMon. 80 Lewa. S e h w ei Z. unddasübrige Ausland monatlich Frei. 4 Redaktion u. Administration Wien, 1L, T aborstr asse 1 —3 Telephone: 44-0-.38,43-3-19, •b 6 Uhr abds. 21-102,25-282 IX. Universltat&str. 6—8 (Druckerei Sieiiimann) Nr. 1980 Mck. Limriag. 19. MM 1994 Oeaterreichisches Postsparkassen - Konto Nr* 150.698 6. Fahrgong Me deutsche Parlamentsmehrheit fit dasDakm-Gutachten. AugrW auf Herriot — Äe NebeuahumWusen. Re TV w, 18.. August. Die deutsche Delegation, welche' $euie fiV) in Berlin eingetroffen iist, wurde - noch vormitlags vom R eVch s Pr ä s i d e n t« n . züyr Bort vag empfangen. Der Reichs'analer hat heute die Führer der KoüUl-wnsparteien, der bayrischen Vokkspavtei und der Wirtschastsipartei, dann die Führer her.SchlvMemokrvten und . der dettlschn-atronÄ-len' BoMpartei empfangen, um sie Ger die Ergebnisse , der Londoner Konferenz' zu unterrichten. Für morgen vormittags sind die Ministe ^Präsidenten der Länder vom Reichsikantzler nach Berlin gebeten worden. Am Mittwoch tritt voraussichtlich der auswärtige Ausschuß und am Donnerstag'-das ^Plenum des Reichstages Mammen. Der Empfang durch die Presse aller Parteien ist n i ch t b e s onder's f re u ndbi ch. Daß die D4utschnatioMen Lärmschlagen würden, war Mlbstiver-. stündlich. Sie und. die ihnen nahestehenden Parteien wer- ' den die Lc-ndoner ' Bsschlüsse im Reichstag ablehnen. .. Du d e m ok r a tisch e Presse spricht sich Wer 'das, was in.'Hnhvn ’.tjpljv^.v ,1 :Mch/H^Hip t, hertiföc 1 . abeüds mit den fMltzWchen/HKltza.Mt M Paris eÄche- Eraffen ist und im -BvHrchöf. von einer: Unfchnlichsn Men»».'- schenmenge mit dem Rufe: „Es leibe der Friede!" begrüßt ^w>uM,'«ivir-keinen leich-ten-Shändseknsm >Parlament htzben. , . . ' . .Morgen vormittags um 10 Uhr, tritt - im Elhsee ein Mmlshexrat: unter Vorsitz des Presidenten' der '.RchMiik, D oumergu e, zusammen, in Welchem Herriot Ger die Erge'bmsie der Londoner Kvnfeventz Bericht erstatten und mit. den übrigen Kabin-ettsmitgliedern, über -die - bevorstehende. P.arla me nta riische' Aktion der Regne- - rung schlüssig'werden wird. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) ' Die'Rechte, welche als ihren Hauptredner Po i nc Ur e ins Treffen schicken 'wird/ ist'entschlossM, 'die' Situation zu einer : . . , •. . J . ■ Generaloffensive gegM Herriot auszunÄtzen. Wenn, auch . der franMiischen Ministerpräsident dawu-f hinüveffen kann, daß-die' AbMchnngen.rn London .dem frantzölsrschen Staatssäckel. jährlich Einnahmen von mindHens 90() Milli o ne-n.Franke n.garantieren, so. herrscht in Frankreich,'dem Laude der Rentner'und Sparer, dochstarkesM i \ t r a u e si g e g.e n h i e Siche rhf i t dr es.e r Ei n nah men.. - ‘‘ ’! Auch in N ew-V-ork scheint die Stimmung, nicht altzu ibegeistert zu.sein. Mau ist sich dort nach den heulten, smanyiellen- Berichten darüber, im Ngren^. daß das : ReParatümAproMkew «och nicht endgültig: gÄWst ist, tröstet sich alleMntzs mit der Hoffnung, daß eine st ä x* lere Beausprüchung der Geschäfte auch für A -m e r i k a zu erwarten sei, allerdings für F e r t i gsab r icka t e, - an 'deren Absatz .Amerika so ^viel liegt, erst für spater, ..Vorläufig nur für Rohprodukte. DeWlV sind auch die Aktien der Zuckerfabriken an der Bövse. gestiegen, da mit größeren deutschen Einkäufen' gerechnet wird, während IndustrieoLtien nicht anzogen. . Was ittt London erreicht' wuvde, ist zum größten Teil in Rebenabmachungen'.Mtgelegt Worden, in denen hie Augel-ögeWiten' üiedergeschrieben 'WuMn/ .bie nicht gnm eÜgentlicheu Bevatungsstoff gehörten. - Das Wesent- Kchste dieser' Nebenabmachungen ist die Bestimmung, daß spLL'estens am 15. Sepiiember zwischen ÄeuWchland eineM^, Englandi 'Fraukrei ch, .B elgteu und .I tM -e i .MeirexfestD'. -HeHyydAWey-.Gch'."hrn ' . heg-iünen sollen,:,sirqer Äß Nald.im Namen der englischen ReMEug und, - wsii ies HeiW chuch^ Mi J ust i m m u n g Ä me r i k a s.den-''ÄbrigeN/''Wievt^r W ZusicheritW gegeben habe, daß die- Frage - der3 lnteralliiHetett Schulde« in einem nicht fernemZ-eitpunkte in der Weise geprüft werden solle, daß zunächst eine Besprechung-der. .Alliiertenüber die Herabsetzung ihrer Rückzahlungen an WnWand erfolgen soll - und - dann- Verhandlungen. Englands - und der Alliierten mit Amerika Wer eine für den 15'. No v'em-be r i n L ondon angesetzte - - Schuldenkonferenz . über die 'BerMchtungen der- -AWertm,-a'u Amerika stattfinden soll. Es soll auch der V ö lkerhu nd ersucht werden, .die Frage einer allgemeinen Bermi'nderung der Rückzahlungen in Behandlung Zu nehmen. Ferner wuä>e beschlossen, daß die '- Mltärkontrolle in Deutschland sofort wieder ausgenommen wird. . Die - Frage , der . Goldmarkanleihe für D.e üt s ch la nd Wurde in der Weise. ' gersgelt,-' daß' die Alliierten ^beschlossen haben, an die JeniwlnötenMnken ihrer Länder heranzu-treten, um die guten Dienste.der Bankinstitute für die' Unterbringung der' deutschen Anleihe zu erlangen..Bon einer Verpflichtung, wie sie Deutschland verlangt, ist keine Rede. - . Matteattir Leiche. '• Rom, -18. August. (Stefani.) Auf dem Friedhofe zu Riano haben sich heute Vertreter her I u st i z L eh ö r d e, dii Deputierten T « r a t i, Tonello, Boeeoni und Gonzales, mehrere S a ch v erstand rg r, darunter der Zahnarzt Diu e a, der Matteotti behandelt hätte, und die E l Lern Matieottls^behufs Agn0szierung der aufgchmdenen Leiche eingefunden. Sie wurde u u z w e i f e l h af t als jene Matteottis erkannt. Der Anblick der Leichenüberrestc rief bei den Anwesenden t i e f st e B ewegung hervor. :, Beim Anblick der Leichenreste Matteottis siel die Witwe Matteottis in Ohnmacht und nmßte^entfernt werden. Die Nachricht von der Auffindung der Leiche hat die Oeffeutlichleit tief erschüttert. Zn b l u t i ge n Z w i,s ch e n f 8. l l en, ist eS. in Nchpel gekommen. Die Polizeibehövdeü haben noch -im Läsife des. gestrigen Tages -äs Ausrufen jeder Nachricht über Mütteosii streng verholen.. ßm englMMMer Wischeusall? ' - - (Eige'ndienstder „Wiener Morgen-zeitung"-). Konstantinopel, 18. August. An -der Jrakgrenze -wurde der.tüvtffche Generalg-ouverneur von Hakkari, Rifaat B.'e i, Non Räubern gefangen genommen'. Er -dürfte über die e tt gl is ch e Mlliiärgrenze gebracht, ' in' e itgli s ch e G e Walt gekommen und nach. B d g d a d. abtransportiert wordensein. Wegen Mes' Zwischenfalles beabsichtigt' die Türkei, hei der bvitrschsn Regierung diplomatische S ch r i t t e zu unternehmen. - Lrr Aafruhr InMorvtlo. Paris, 18. August. (Havas:) Wie der „Mat>'m" auS San S-e b.a st i a n' meldet, stehe der. g g n z'e. Weste n -von Spanlsch-MarMo-bis'w die Gegend von Te'tuan ht! Aüsivuh r.. .Dtzchye.ve' Stellungen der Spanier ..'seien u przinAel'tr T)e-R i v era halte sich ständig im Kriegs* min-lsterliun auf. - - - - : in allen Abteilungen des Warenhauses Mars als Regent bar. -7. W i e n,19. August. Der Mars kommt in Erdnähe. Die' Berufsastronomen. und . die Amateure rüsten.sich, den feierlichen Moment zu '.begehen, da der Stern' uns am Nächsten steht, urw ihn zu begrüßen, ehe er 'die Whrt in den Raum fortsetzt. Amerikanische Gelehrte, erinnern sich der von allen Romanschreibern geliebten Bermittlüng von- Signalen an den fernen Stern und-'sie'setzen viel Hoffnung darein,.daß er bewohnt ist, daß feine Bewohner in der körperlichen und geistigen Entwicklung den Erdmenschen voraus.sind und daß sie sich,auch schon irgendwie, mit der Erde beschäftigt haben wögen. Es werden also große Vorbereitungen getroffen, mit Hilfe von .optischen und Radioapparaten dem heraükommenden Nachbar Nachricht von dem Leben auf unserem Planeten zu geben und es wäre eigentlich, einesehr interessante Aufgabe, sich darüber zu einigen, was Man dem Mars als das.Bedeutsamste . von, der Eche'Mitteilen solle, eine Aufgabe, die an die geistig'e Käpazität die höchste Anforderung stellt, da ja die Anschauungen über das, was wichtig ist öder als wichtig zu gÄten hätte, sehr weit auseinander gehen. Da es sich janur üm einen sehr knapp bemessenen Zeitraum häMlt,- muß ' die Uebexmittlung des Wissenswerten' inder konzentriertesten Form geschehen. Was also könnte von der WdeWsMt^yMÄi?>>^-^^ .> v; Die zivilifierte Menschheithat es sich angewöhnt,' ihren cherehrtesten Götzen, den GÄt-hes'staHtlich ovgKtz sierten Motdes, mit ' dem 'Mmew ^ldes Pwneten Märs zu schmücken, aus keiner anderen Ursache als-der, daß dieser Stern sich ' der Erde - in einem, brennend roten Licht zeigt, das an^'den. Krieg erinnert. Das warfür den Stern eine große Ehre. Denn der Mars äst seit jeher der Herr der Menschen gewesen. Er gilt als das belebende Prinzip dieses Lebens, als der. Pater.'der. Dinge. Die Gräuel, die in seinem Namen begangen werden, kommen den Zeitgenossen kaum'zu Bewußtsein, und-die Nachkommen sehen sie im versöhnenden Lichte der gefälschten Geschichte. Vielleicht hätte sich die Welt des Mars, wenn sie von dieser Mrung hätte erfahren können, gegen sie gewehrt. Vielleicht aber gibt es auch dort drüben eine ähnliche^ Einrichtungi 'uttb es wäre von kaum, zu überbietender Ironie, westn'die Gelehrten des Mars uns in der-Erdnähe telegraphieren, würden, es sei eben im Namen der Marskultur ein großer Sieg errungen worden, der nächst Gotties. gnädiger Hilfe auch noch einem neuen wundervoll'wirkenden. Aetzgas zu verdanken sei. .Wir können ja immer nur von. uys auf andere sMießenstnd es sieht uns füt.die Beurteilung des geistigen Interesses anderer Lebewesen kein anderer Maßstab zur Verfügung. Daß die'Märsianer uns voraus sind, glauben wir wegen des höheren Alters ihrer Welt annehmen zu dürfen.' Aber unsere Erde ist'schon alt genug, einige tausend Jährwillionen und die lebendigen Wesen, -die sie hervorgÄracht hat, hätten immerhin sich schon vonder Troglodhtenart fortentwickeln Wnnen. Es tut sich da die MMichkeit eines bösartigen Parallelismus, aist, die zum Glück nur in der Vorstellung wirken kann. Es .ist von her -Natur gut verfügt, -daß die Gestirne ihre Bahn nicht verlassen können und daß auch i-hbe Lebewesen' an die Scholle gebunden sind. Sonst wäre es nicht ausgeschlossen, daß der franMsche'Generalstab - und' die deutschen Hitler-Leute ihren Streit, auf: den Mars übertragen würben .oder daß zwei Mars-Pärteien aus der' Erde zu landen versuchten, Dinge/ die in der Phantasie erdgeborener Rvinanschreiber sich schon ereignet haben. - - - r - , Aller menschlichen Voraussicht, nach bleiben wir von einer solchen Bereicherung -unseres Wissens verschont. Es sehnt sich wohl auch niemand danach. Denn die Menschen haben-mit einander.'genug zu.- tun. Sie haben ein paar Jahrtausende ihres Daseins darauf verwendet,. sich die Schädel einzuschlagen und diese nützliche Tätigkeit als Streben nach vorwätts zu er- II. Taborsträße 48 Telephon 47"l-79, En' gros En diela I