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Wiener Morgenzeitung · 1924-08-18 · Heft 1979 (18.8.1924) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1979 (18.8.1924)
Date
1924-08-18
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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SBietH, MoiüagsX wu. }■ ml «VW* . Vi‘-u o r6/*. N . . . WE MSÜ M krksKm tvir ptnt ’7 ,'p1 dasToKalr: Wöllrrsdorfens leerer Rsäntt» DHWst W M^ tnurtfrrrr Tramtt. Mttd der Krohrrrrs Mer klirmnL. e» darmt Snei Inde-e WMm» gsk's um halber DM L e i n e Nutvrafrrri. Fünf Minuten fxäLrr dann Nuf drr Strrrke lag ein Mann Änd E übrrfshrnem Schenkel Stöhnt sein Neffe oder Enkel. Mnd tMl trank rinr gar» / HMHe noch ^nr -ungfeau lvar. * Wir Prognose lautet wieder: Nimm den Schirm mit zu »»Aida". Won den „Ländern" wird, bekannt: Rlles ist dort abgebrannt. plötzlich» ffrmlich ungewohnt Mandrrln" macht der Mann im Mond Gead jum neusten Vanklkandal Wird es finster und »,Lotal". Dir Gelehrten müffen platzen: Sichtbar waren nur die Glatzen. \ Weiter stch der Tag dann dreht: Insolvent und SLirrität. Schnell, weil Wollersdorf Phon leer» LoMMt der Staatsanwalt daher, Änd die Hoffnung dieses Iahr's» Änht wie immer auf dem Mars l Wiener Morgenzeitung? AüOMe'HWe Rufik. AH. ans dm SalrKmmergrtt. Rottatrsch-er, der Dichter der ..v... .... _._ achgvführten Kotttöbpe „Das Auüsovrieüch GichaM" hat tat Ber- . Lag EiM Stephenson OöiPWMtten) sine ta das Geiwland ernes taftigen RomcmS gÄleiildote HMsuisMKievmvg ,-Zepkp HöLzl aus den Milden" aus dem SÄztammMgut eöscheirven Lasten. Er evgangt sie durch eiinen Anhang, eine iDammtang von LeWüchien aus SaMvinmerigutzeDlmgen. Wi r taffen höör «ttÄge siÄgen; - -Warnung! ,.v Werde jeder», der gsgen taivch sowie mein Gelschäft Mche, ^sKmchige RÄdsuSarten Wrt und Wetter vevbrottÄ, mit der HHchÜttchen Antzettge wagen GeischGMvung, HcmSfvvodens- Hvuch und EhvölcheileMgung bckangen. Besonders tabe ich den jHerrn, dsr sich, in nveMer Abiwssenhstt .über mich Lvr der!MWeM >MW!geWert «in, zu mir gu kommen.; ' ,i; i ■; . 'v Mkl Mvttersteiner, Wrt. 4' ' 7' « /"•r' .GÄslsGes Mldchen ta dm Bergen lauscht auf den Wachr vif der Nachtz^jM! Ztöschröften nur von anständigen Herren er- ' dMt. Unter LM/7" an die. BevwÄtaing. : 4":;! >! * .? Au>f die gesMge NoOz dour KvieMvucheramte wegen i^veiStre'ilberör, Wunen wir, Kvautz imd Marie Reichtager, M, jüd^ beftLOgen, daß wir mentals für einen Mer Milch drei .Kronen vertangten. Gs -am Me .gewisse Frau Burger, die sMher ta der Irldengasse wohnt«, zu meiner Frau und bat auf das zudÄngLichste um Milch, sie war etaßach Nicht mehr loS- Fudv'mgen. Sie sagte immer: *SSa§ ich mchr Fahle, geht Sie .nichts an!" Sie ließ-noch einige Mer Hollen, die sie nicht mehr! Fühlte. Mo konnten daher keine MAch mchr verabretichen, weshalb sie WS WtzeWv, dann aber aus der Stadt verschwand. iv-’ '" ‘ Fvantz und Marie Reichinger. -r; ch 1 ■ -:fr. I 'Widerruf! " ->r Roch ,Mn MMcher Gatte", „Vokksblatt" dom I: Es ist vnKahr, baß' ich Gegenstände zertrümmert und metae Frau bei den Haaren .gezerrt habe. Der Nachbarschaft fft es lange fatawtf, um was es sich handelt.. Ich habe es .ÄiWhyllt ta Güte veriftWhk. Nähere AuWmng wird das Pu» >Mum schm echchren. '7 ’ ' ^! ' 1 '!■»■? ' - . I. Weiß. Habe die Mn, Herr Meyer. Daß man Sie wieder einmal " waren Sie so lange? t?WUW- Vaar.'W.nateMmist^ ' ^rüv''-.üm warück habeü Sie nicht Berufung ein-» „Also, wie war es gestern in der Oper %" schön; eS hatMr sehr gut gefallen.* '•. , gut ße$5riv$^;• „ Munderb . habe gehört, baß mein Konkurrent in- , solvent' gewötoeit Wund daß meinen Hauptgläubiger der Schlag gettöffta'hat." -? Eine schtM'erMe Geschichte Esn, abgesetzter Gerichtshaster irgendwo tat fernen Osten fragte die ÄMern,. wie siemit ihrem neuen Gerichtshalter zuftied'e» men/ »Ja,* sagte eilte«/ „neue Schuhe drücken immer!"- "Hub ein anderer Me hinzu t '^Dn - Rebe« ''Himmel, bie alten taten'S auch, ivenn wir sie Mt? schmierten." Die letzte Sorg«. 2, Eta SchnittwaretchSndler hat sein Leben lang seine beste Kraft, daran gesetzt, daS^ von chm geleitete GeschW in die Höhe m chringen. Nun liegt er-.tat Sterben. Seine Fra« und seine Ktader^stnd üm ihn versammest/ . ' Mit leiser Stimme.fragte er r ^Lüise bist du> da V " - ■ Tränenden Aüges antwortet die Gattin r „Ja, ich bin da, Emil." „Und Julius?" fraßt der Sterbende. „Auch ich bin da, Vater/ „Und Egon?" „Hier Lin ich ..." antwortete der Sohn mit erstickter Stimme. ..Wir find alle da 1" Aa richtet sich der Schnittwarenhändler mtt einem Ruck auf, sieht starren Auges um sich , und fragt t »find wer ist im Geschäfts" vrieHaftea. UKi» Buffalo» Eierschale« 10,, Roberl» Schipfel, Weiberlr Diesmal nichts. — Slehlamper Ein Scherz angenommen. — Barus r Versprochenen Beitrag nicht erhalten. Dank für Händedruck. ~ Tüftler r Selbstverständlich taug er heißen „Einleger^ und nicht „Hereingelegten"Versammlung. Nebenbei, glauben Sie, daß der Druckfehler wirklich sinttstörend ist r Bückermeifker: Daß Sie auch im Sport als Leichtgewichtler Erfolge haben, hängt wohl mit dem Brot zusammen. Verwendbare Beiträge werden honoriert. REDAKTION I M M E DEs LESE RS Vom Nah- und Fernverkehr. s Geehrte'RÄEE GestaMn Sie mir. sinem. Manne, der sehr häufig die österreichischen Nah- und MrMvkehrsmittÄ in Antaruch zu nehmen genötigt ist, zu dem diel erörterten Thema vmige Bemerkungen zu machen, die aus Ägene Erfahrung gegründet sind. Vor den Wahlen wurde uns neben vielen anderen schönen Dtagen auch veWrochen, daß im Mali dieses Jahves die elertrisizierte Stadtbahn ihren Betrieb ausnehmen werde. Es . ist inzwischeir August geworden, aber wie so diele andere Versprechungen hat sich auch diese nicht erfüllt. Um die Emtviftzierung der Stadtbahn herrscht das große Gchoimnis, welches an das sagenhafte altösterreichrsche Projekt des Donau- Oder-Kanals erinnert, das dann in Angriff genommen werden sollte, , bis der eine Arbeiter, der mit der Restaurierung des Stepyansturms beschäftigt war, diese zu Ende geführt hat. Jn- Awrschen Mt es eine Art rudimentären Madtbahnverkehrs, den ich mihzumachen leider nur zu oft in der Lage bin. Da <^abe ich nun seit den letzten Wochen eine Neuerung korrstatieren^ können, welche sehr großstädtisch aunmtet und wayrschnnlich als vorläuftger Erslütz für die Elektvifizieruna der Stadtbahn dienen soll. Es wird nämlich jetzt in den Stadt- , .." . ^assagn m sind oder nicht. Es spielen sich herMl-'Wißendc , rnen beti der Abfahrt von Stadtbahnzügen ab; Famrlier werden ausemander gerisien und der Vater fährt bereits ins ferne Broitenfee, während Mutter und Kind, des teuren Oberhauptes beraubt, in Oberdöbling jammernd und schimpfend bet unserer Stadtbahn doch gar nicht gibt) nur tanze Warte Mten rn den Haltestellen zulassen kann. In den anderen Groß stadten ist aber das Ern- und Aussteigen in die Stadtbahn wagen dadurch vereinfacht, daß jedes Mteil Düren enthält Bei uns, wo man nur an zwei Stellen in die Wagen einstelget kann (und gewöhnlich ist eine Tür gsschlossen), muß diese Bäu art der Wagen, nalurgentäß den Anftnihalt verlängern. Wozi also Me Verkürzung der Wartezeit, tvenn die Grundlage hie -für, eine rasche Leerung und Füllung der Wagen, nicht gegeber tft? Eine so groteske Großstadt spielerei wirkt nicht nur lächer Iich, sondern auch ärgerlich und vermehrt die Verkehrsmiseve statt sie zu beheben. , Wie im Nahverkehr, so gibt es auch im Fernverkehr Ein -vtchtanigen, die das Reisen erschweren, statt es zn erleichtern u_v—„ _uch für die den Preis in Ori ginalvalntn evlegen muß, lvenn ma eS mcht vorzieht, die Fahrkarte in einean privaten Derkchrl bureau statt an einer staatlichen Fahvkavtenkasse zu kan fei waS ja bekanntlich nicht immer möglich ist. Die Nötigung, d fremde Originalvaluta zu erlegen, rauibt Zeit, da man fteml Valuta; sich erst beschaffen muß (die BeschaMng bei der Dl vi-sengentrale bildet ein Separatmartymmn). Angesichts tu Umstandes, daß unsere Valuta heute nahezu stabil Ist nr größere Kursischtvankungen nicht Vorkommen, könnte ohn Wärters der Betrag für die ausländischen Strecken von de bahnämttichen Kaffen in ö.sierr«ich,scher Valuta zu, Umrechnungskurse errtg'egengenommen werden. In allen m deren Sta-cüen kamt man Fahrkarten ins Anstand in ix Währung des Staates, wo Man sie kaust, bezahlen, nur b uns wicht. Die Bestimmung daß die Originalvaluta erle; werden muß, stammt aus der InslakionsMt, ivo sie gewiß en Berechtigung hatte; .heute ist dies. Mgst. nicht mchp. Üer.Fä Mbek' bk. Geschichta pmff deMssenen.Wachtposten svieft/sich h heute Lei un8 in Oesterreich immer wieder' u,tb in tallMät Oaviantert ab. I... S....r. "EL *> a 18. Wgufi IM GeW I Wir Oesterreicher können stolz sein: Wir haben die stabilste Währung und den höchsten Diskontsatz in Europa. Die stabilste Währung ist, seit sie besteht, mit einer unäbläffigen Steigerung der Preise verbunden und der Index steigt von Monat zu Monat, der europäische Rekorddiskontsatz macht die wenigen Mögliche leiten zur Hebung der Produktion, welche uns nach der Genfer Sanierung geblieben sind, völlig zunichte. Innerhalb zweier Aionate stieg bei uns der Diskontsatz von 9 auf 15 Prozent, die erste Erhöhung im Julv brachte 12, die vor wenigen Tagen vorgenommene 15 vom Hundert. Die Situation für die österrerchrsche Wirtschaft, welche zu einer Gesundung nur durch die produktive Arbeit von Handel und Industrie kommen! kann, stellt sich heui< folgendermaßen dar: Handel und Industrie, die auf laufende Kredite angewiesen sind, können von den zum Teil offiziell, zum Teil unoffiziell« verkrachten Banken, die nötigen Gelder nicht oder tutt1 zu sehr schweren Bedingungen erhalten und sind heute gezwungen, zur österreichischen Nationalbank zu gehen. Diese jedoch betreibt gerade mit der Erhöhung des Bankzinsfusses die unproduktivste Bankpolitik, die es gibt. Denn bei den Verhältnissen, wie sie sich durch den Bankenkrach in Oesterreich herauDgebildet haben, Verhältnissen, die, was die Privatbanken anlangt, sich in absehbarer Zeit nicht ändern werden, ist die Nationalbank nahezu der einzige feste Pol auf dem österreichischen Geldmärkte und sie darf sich heute nicht auf die reine Währungspolittk beschränken, die ohne Hebung der produktiven Kräfte des Landes, wie es bisher schon deutlich ersichtlich ist, Oesterreich keinen Nutzen bringt. Einem Lande, dessen Preise stetig steigen, nützt der gute Ruf einer stabilen Währung sehr wenig. Freilich schließt eine auf die Währungspolitik eingeschränkte Tätigkeit der Nationalbank ein weit geringeres Risiko für das in diese arbeitende ausländische Kapital in. sich,- und man kann daher verstehen, wenn der ausländische- Berater der österreichischen Nationalbank, sich zunr Zwecke der Eindämmung ihrer Inanspruchnahme sehr energisch für eine Erhöhung des Zinsfußes eingesetzt hat. Aber dabei verdorren Handel und Industrie, welche die Grundlage einer produktiven Wirtschaft in Oesterreich bilden müssen. Der Einwand, daß Handel und Industrie Zinssätze von 30 Prozent'ohne Schaden ertragen haben, ist heute längst überholt. Denn der In-! flationszinsfuß, welcher eben angesichts der Geldent-^ Wertung nochimmer Rentabilität bot und sogar in seiner exorbitantesten Höhe noch Gewinne ermöglichte/ kann heute von der österreichischen Wirtschaft nicht mehr getragen werden. Die wirtschaftliche Einstellung auf die Inflation ist heute nicht mehr möglich, und daß die Banken in Oesterreich es nicht rechtzeitig verstanden haben, eine Ilmstellung vorzunehmen, das hat ihren Ruin zum großen Teil herbeigeführt. Es war nicht bloß die Frankenkatastrophe, die hier mitfpielte; das zu lange Verharren bei der geschäftlichen Inflations- Psychologie, von dem die Frankenspekulation eigentlich ein Moment war, hat hier verheerend gewirkt. Der österreichische Handel und die österreichische Industrie können heute mit den Jnflationßmethoden nicht, vorwärts kommen. Sie brauchen zu ihrer Produktivierung eine gesunde Kreditpolitik ,die daraus gerichtet ist, reale, nicht Inflationsgewinne, zu ermöglichen. Diese Kreditpolitik in die Wege zu leiten, wäre in erster Linie, die österreichische Nationalbank berufen. Sie versagt in diesem Punkte vollkommen. Ein zweiter Versager auf dem Gebiete der Kreditpolitik ist die Gemeinde Wien: Wien ist das Zentrum des österreichischen Handels und der österreichischen Industrie;die Gemeinde hätte bei den großen slüffigen Mitteln, welche sie besitzt, die Möglichkeit, auf den österreichischen Geldmarkt durch Gewährung billiger Kredite an Handel und Industrie starken Einfluß zu üben; statt dessen gibt sie Gelder in Kost und läßt denselben Handel und dieselbe Industrie, von der sie unerschwingliche Steuern herauspreßt, in den Geldnöten, welche einmal dazu führen müssen, daß diese Steuerquellen für die Gemeinde Wien versiegen müssen. Die Folgen solcher verfehlter Kreditpolitik sind schon heute sichtbar. Besonders in den kleinen und Mittleren Betrieben treibt die Unmöglichkeit, die laufenden Betriebsmittel zu erschwinglichen Betriebssätzen zu erlangen, zu Einschränkungen, vorübergehenden Einstellungen und im Gefolge davon zur Methode der unproduktiven Produktion, welche nicht auf den Wettbewerb der Weltmärkte gerichtet ist, sondern nach Krämerart auf den Bedarf der nächsten Umgebung. Die Vermehrung der Arbeitslosigkeit ist die natürliche Folge,-ein Zustand, der für das in Oesterreich bisher investierte ausländische Kapital und den ausländischen Kapitalszufluß, den man sich angeblich durch die Kreditpolitik der Nationalbank erhofft, weit größeren Schaden und damit ein weit größeres Risiko herbeiführen muß. als eine gesunde aus Hebung der. österreichischen Produktion gerichtete Diskontpolitik.

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