Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1978 (17.8.1924)
- Date
- 1924-08-17
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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ttw. Pette 1'.," - Wen, SonMg > ' «9* v* 4nVWlv»IJ|« Zu feinem fünfundzwauMMizen SchrWellerMläim. Heute Zetert der bekannte jüdische Schriftsteller Eh. D. Nomberg sein fürAmdOvantzigjähriges Schvvfb stellerjubrläum. Nomlbevg, der 1876 in Anfchino gehören wurde, zahlt zum engsten Schülerkreis I. L. Perez', der ihn in die jüdische Literatur emführte. Seine schriftstellerische Tätigkeit begann, Nomberg i>n h.e b r ä i s ch e r Sprache und wählte hie Sujets für seine Erzählungen und Novellen aW dem Leven der jüdksHen Intelligenz die, enttäuscht von dsm Kamps um die allgemein menschlichen Ideale, den Weg zum Judentum zurückzusinden bestrebt -ist. Der jüdische Lehrer, der jüdische'Student Md der Intellektuelle mit seinen seelischen Kämpfen stnd die von Nomberg bevorzugten Hauptpersonen seiner Novellen. »Unter dem Einflüsse Dienesons begann Nomberg auch in jüdischer Sprache zu schreiben. Er gehörte zu dem literarischen Kreis, der sich in den NeuiNzigerjahren des verflossenen Jahrhunderts in Warschau um Perez gruppierte und zu den Vorkämpfern des Jiddischismus gehörte. Nomberg schrieb von nun an ausschließlich jiddisch — außer Novellen auch Dramen,' vo denen die Komödie „Die Mischpoche" mehrfach ausgeführt wurde — und bekämpfte die hebräische Renafisaneebewegung. Auf der im Jahre 1909 in Czernowitz tagenden efiten Konferenz der Jiddischisten gehörte er zu den radikalsten Verfechtern des Jiddischismus. In den letzten Jahren widmet»' sich No-mberg ausschließlich der Tagesjournalistik Md Politik. Ms führendes Mitglied der von Prhlucki geschaffenen jüdischen Volkspartei wurde er in den konstituierenden Sejm der polnischen Republik gewählt, wo er bei jeder Gelegenheit die Forderungen des jiddrschistischen Schulwesens vertrat. Nach der Auflösung des konstituierenden Sejms zog er sich von der Politik zurück und widmete sich äusschließlich -literarischen Arbeiten. Nomberg bereitet gegenwärtig die .Herausgabe seiner sämtlichen Schriften vor. Bor einigen Wochen weilte er längere Zeit in E r e z I s r a e I, von wo er begeistert über die Arbeit der Chaluzim zurückkehrte. In einer Reihe von Vorlesungen, die er in mehreren polnischen Städten hielt, schilderte er seine Eindrücke über- Crez Israel, in denen er jedoch seiner MeinMg Ausdruck gab, daß er tu Palästina, iwenn er auch die bis nun geleisteten Aribetten der Ghaluzim beüvundevn Müsse, keineZwegs die Lösung der jüdischen Emigrationsfrage sehe. Auch. komme Erez Israel für die Entwicklung der jüdischen .Kulturb.ewegung nicht in Betracht, da dort die Zionisten- „gewaltsam den Hebraisierungsprozeß forcieren" und den Jiddischismus LekLmpftst. Gr dagegen ' sehe 'die.Zukunft der jüdischen Külturbewchmtz nur 'in der ' Mischen Sprache. Anläßlich seines Schriststellevjübiläums trifft der Verband der jüdischen Schriftsteller und Journalisten in Polen, zu dessen Begründern Nomberg zählt, große Vorberettuugen. Durch Veranstaltung einer großen Furier und Herausgabe einer Sammelschrift soll die Mische Oesfentlichkeit über die bisherige Schriftstellertätigkeit Nombergs 'unterrichtet werden. ersten Grundstock zur Gründung einer spaniolischen Gemeinde gelegt hat, die infolge der überwiegenden .Anzahl türkischer Juden „türkische Gemeinde" genannt wurde. Nach der in der sephardischen Gemeinde herrschenden Ueberlieferung soll durch seine Vermittlung im Jahre 1736 ein kaiserliches Patent erteilt worden sein, wonach die Rechte der sogenannten türkischen Kolonie in Wien zur Ausübung eines selbständigen Gottesdienstes verbrieft und garantiert wurden. Diese Urkunde soll nach Mitteilungen des Chronisten der sephardischen Gemeinde Adolf b. Zern» linszky*) im Jahre 1824 bei einer Feuersbrunst vernichtet worden sein. Trotz mühevollster Nachforschungen konnte ich dieses Patent, oder wenigstens seine Abschrift in keinem der in Frage kommenden staatlichen Archive ausfindig machen. Es ist daher anzunehmen, daß dieses Patent ebenfalls in das Reich der Legende gehört. Das erste authentische Dokument, das wir über die türkische Judenschaft als organisierte Gemeinde besitzen, sind die sogenannten „Punkten" aus dem Jahre 1778, von denen später die Rede sein wird. Die ersten Grundlagen einer spaniolischen Gemeinde, deren Gründer eben Moses Lopez Pereira gewesen ist, fallen somit in die Jahre 1730—1740, wo sich um Pereira ein Kreis von spanischen Familien bildete, die daS Bedürfnis zur Gründung einer Synagoge und eigenen Religiynsgenossenschast hatten. Die ersten spaniolischen Familien, denen wir begegnen, sind die Camopdo aus Konstantiuopel, Ahron Nissan, Naftali Eskenasy, Ahron Samuel Nissin, Juda Ämar, Mago und Benvenist.**) Sie hatten auch bald ein eigenes Bethaus gegründet, für welches Pereira die nötigen Ritualgegenstände spendete, darunter silberne Gerätschaften, die die Inschrift „Moses Lopez Pereira 5498 (1738)" tragen und sich noch heute im Besitze der türkischen Jsraelitengemeinde befinden. D'Aquilar war, wie bereits erwähnt, das führende Haupt der kleinen sephardischen Gemeinde. Interessant ist zu bemerken, daß in derselben Zeit auch in Temesvar eine kleine ftphä'rdische Gemeinde,entstand, mit der die Wiener Sephardim in lebhaften Beziehun- *) „Geschichte der türkisch-israelitischen Gemeinde zu Wien",'Wien 1888. **) Wiener Staatsarchiv: Staatsratsakten e. P. 1788,1786. LßkelW MMUzeWAG i rfi>i»n Bll . .)•(#> ft*. IMMMMMM- Entfettungstabletten ▼oh bester Wlrlcung, angenehmen Oeschmac^, vollständig unschädlich. Kein Dlätewang oder Aenderung der Lebensweise, prompte. ’OewichtMbtiahtne Keine Schilddrüse 703 Kein Abftthrmittol Vom SHM, der fein Mn der- Bon MÄsielS. Wahl kann ber Mensch, Lurch Pie' Not willensschwach oder durch die Leidenschcht 'tvillensstM geworden, fein Leben wegwerfen, preisgeben, von sich schleudern; Wohl kann er im Leichtsinn oder Uebermnt sein Leben vergeuden, verschwenden, bis zur Resttosigkeit auSgeben; abev sein Leben verschenken kann der -Menfch nicht. Hier «ist-der Punkt, wo die Natur 'dem menschlichen Willeneine Grenze gesetzt und das Gigentumsrecht des Menschen auf das ihm zu eigen gegebene Äe'ben wesentlich eingefchräE hat. ES ist, um es alltäglich auSzudvücken, eine streng behördliche Verordnung der Natur, daß das Leben MÄberkvaKar sei, und da die Verordnungen der 'Natni MmgMufvg befolgt werden, ist dem Menschen jedwede MüglicMt genommen, ihnen zuwider zu handeln. Manche griechische Phllosophen Haben im Selbstmord, in der Möglichkeit, fveiWMig aus dem Leben zu scheiden, -den Beweis für die Willensfreiheit des Menschen gesehen; es wäre leicht, an der Unmöglichkeit, sein Leben zu verschenken, die Unfreiheit des menschlichen Willens zn beweisen. Denn in der Tat sind Fülle denkbar, wo der Mensch willig und bvdingnngÄl-os sein Leben für den andern hergeben, es dem andern schenken würde, wenn er es könnte; aber er kann es ganz einfach nicht. Das Leben ist unübertragbar. Und doch — in den -Bvkksfagen fast aller Nationen finden wir Geschichten von ,/geschenkten Leben". Am häufigsten finden wir solche Geschichten -in den j a p a- «nischen Märchen, die mit zu dem schönsten gehören, was je die freie Phantasie eines Volkes in Vindlich-gläMger Naivität gedichtet hat. So erzWt Äofoadvo Heam in seinem „Kwaidan" die seltsame Geschichte von der Amme O-Sode, die hex. schönen O-Dfuhu, als sie sterbenskrarÄ dcrrniederlag, ihr eigenes Leben zum Geschenk machte. Ein Samurai in Jyo hatte sogar einem stewendsn Baum, den er sehr liebte, sein Leben gescheulkt. Er verübte unter dem Bau-m das HaMrr- und fein' Leben ging in den. Baum . äiber; der Samurai war tot und der Baum stand verjüngt j in wunderbarster Blütenpvacht. Auch der deutschen Legende ' vom armen Heinrich scheint die Idee vom ,-gefchenAen Leben" zugrunde zu liegen. Bei all diesen Märchen und Legenden ihalben wir es mit bemerkenswerten Erzeugnissen der Volksphautasie zu-tun, die womvg!lich aus dem KUsÄRgen WÄnmentveffen zwe-ier Ereignisse ein rührend schönes, sinniges SageMld schuf. - Nun ist es ikuAtMtorifch livtevessan-k, daß der Chassidismus, die.durch den Baal-Schorn geschaffene mystisch-romanttfche Sekte im Judentum, den Gsdangen ständen und der Moses Lopez Pereira ebenfalls silberne Ritualgegenstände geschenkt , hatte. Da er befürchtete, daß die sephardische Gemeinde in 'Men wegen ihrer geringen Mftgliederzahl nicht werde fortbestehen können, hinterließ er ein Schreiben mit dem Ersuchen, daß man im Falle ihrer Auflösung die von ihm gespendeten Ritualgegenstände der Temesvarer sephardischen Gemeinde, an deren Fortbestand er wegen der Nähe der Türkei cher zu glauben schien, schenken solle.*) Dank den nach dem Friedensvertrag von Belgrad immer reger gewordenen österreichisch-türkischen Handelsbeziehungen wuchs die Zahl der spaniolischen Juden in Wien immer mehr. Vom Bestand einer Gemeinde als einer organisierten Körperschaft, die von Staats wegen garantiert worden wäre, kann in dieser Zeit noch nicht gesprochen werden. Es ist kein kaiserliches Patent oder Privilegium vor dem Jahre 1778 vorhanden, welches darauf Hinweisen könnte, daß den Juden die Zusammenfassung in eine Gemeinde gestattet worden wäre. Allerdings waren in den verschiedenen Verträgen Bestimmungen zugunsten der türttschen Untertanen, insbesondere ihrer *) Für Moses Lopez Pereira wird noch heute bei den Sephardim am Jom Kipvur-Vorabend ein Gebet verrichtet, da sie in ihm den Begründer der sephardischen Gemeinden in Wien und TemeZvar sehen. D'Aquilar hatte deshalb auch deL öfteren für seine aschkenafischen Brüder am Hose interveniert. So trat er im Jahre 1742 für die mährischen Juden ein, als sie einer angeblichen Unterstützung des Feindes (Preußen) beschuldigt wurden und zur Strafe 60.060 Gulden Kontribution leisten mußten, weil sie^sonst mit Plünderung und Niedermachung bedroht wurden. Ebenso wandten sich die Prager Juden, als sie im Jahre 1744 vertrieben wurden, an D'Aquilar mrt der Bitte, zu ihren Gunsten am Hose zu intervenieren. Im April 1748 wird der Lanorabbiner Berifch EskeleS von der Holleschauer Jndengemeinde ersucht, bei D'Aquilar um eine Intervention zu ihren Gunsten vora zu werden. D'Aquilar, der bei seinen Zeitgenossen sehr t war und dessen Haus allen offen stand, hatte auch als Mäzen von Gelehrten einen.guten Ruf und wird in den hebräischen Quellen als „Herr Baron D'Aquilar, der Spanier", bezeichnet. Sein Freiherrndiplom ist vom März 1726 datiert. Im Jahre 1749 verläßt er Wien — warum ist unbekannt rqnb zieht nach Londonwo er 1769 gestorben ist. Angeblich soll er befürchtet haben, von Oesterreich an Spamen ausgeliefert zu werden. Eine andere Version erzählt, daß er die von ihm verlangte allzu - hohe Toleranzgebuhr in der hnn 9fWl (ÄitThffn rrtifit zählen huifftn. . ' ■«' «n und len vom ,DscheMn Lebert BokksleMnve Vennit, souidM auch aÄ ÄW mWdkch^MUtischer Lchve. Mhrend .fmift in 'HMchen Ms-chichten «Uidewtig von Märchen iM .WkHgöMn die Me ist, werden in'Vm chafftdifchen SchrWp Ähnliche Geschichten M beylaiMgte Tätsachen mttHMtt. Die Hafsivjm bimsen sich h»vbsi auf den yvoUn Gebchvirn uuv Kab'balisten Josef Karo,, der «s abs Wäglich bezeichmt Wen M, die Dode'Zgefcchr Von emmr MenisEn auf den anderen hinüberzMÄen. Natürlich Mch dMHj vövÄS* gesetzt, daß sich einer findet, der ernsillich gewillt fit, fein Men dvm andem zu fchenkken, dm Dod des andern auf sich zu nehmen. Die Dhassidim haben dietsen Gedanken ausgebaut, indem sie das System der Tetlsche nikuintz eingeführt haben. Das^ heißt: «nta>n müsse M Notfälle nicht sein ganzes Leben in die Schanze Wagen, man könne auch kleinere Debensteile, Jahve, Monate, Wochen,' ja sogar Lage von fernem. Leben dem aMtm schrMn. Die Fälle -waren nicht selten, daß di« .GHasMm, toettn ihr Rabbi -in -Todesgefahr schwebte, eine Art Gesundbeten veranstalteten und bei dieser Gelegenheit Teile ihres Lebens, »der Me ebnen Monat, der andere eine Woche, der dritte einen Dag, dem schwerkranken RMj zur VeHbgung stellten. Es Mvd -Vevfichett, daß in vielen Fällen der Krame genaß. Ob aber auch die Schenkenden dadurch «einen Monat oder eine Woche weniger gelebt Haben, als -ihnen zu leÄn lhefDeden 'war, daß frÄittch ist schwer zu ermitteln. Die Geschichte von einem, der sein Leben verschenkt hat, erzählt der gelehrte Chüsiid Ahron Marcus in feinem Buch über den Chasstdismus. Ms der berühmte Rabbi Abvaham Jakob von Sadagow eims Tages so schwer erkrankt «war, daß die Aerzte sMMch seine Auflösung-erwarteten, trat sein jüngerer Bruder, Rabbi Ber von Leowa, vor di-e» Menge und sprach: „Chasiidim, ist keiner unter euch, «der das Gottesurteil meines Bruders auf sich nimmt?" Sofort meldete sich ein junger Ghafsid, namens Mischel aus Äi'sko, und erklärte sich bereit, es auf sich zu nehmen und das eigene junge Leben Mn atten -RE zu schenken. Und das Wunder geschah: der RaW genas, der junge Mann aber erkrankte am nächsten Dag, ließ die ,Hei«lige Bvüdevfcha^ rufen, verabschichete sich -frohen Mutes von seinen Freunden und starb. ,Mag Man das nun durch Autofuggeftiou oder sonstwie eMaren, das Faktum fit unverbrüchlich >wahr'^ fügt MareuS hinzu. So hat der Chassidismus den „märchenhaften" GedaMn vom ,geschenkten -Lebenk^ feines poetischen Gewandes und «legendären Charakters entanßert und zu einer pvEsWabbalfitischen Lehre umgesormt, wodurch bewiesen fit, daß die MhthenWdende Kraft -rm Chassidismus mitunter auch eine Cntwicklnng in umgÄchvier Richtung zeMgen kann.. . Saamann In dir SmnanstM srbracht. Aus Hannover wird uns verichtet: Der Massenmörder Haar mann ist auf Antrag von zwei medizinischen Sachvechandigen zur Untersuchung seiner Geisteszustandes in d» Irrenanstalt iu Götiiugen Überführt worden. Die gerichtliche Uutsfiuchung gegen Haarmann nimmt aber ihren Fortgang. Es sind alle erforderlichen Maßnahmen zur sicheren BewaMng Haavmannr getroffen worden. VerkchrSfteiheit fixiert, aber eS war keine Rede von einer sephardischen Jndengemeinde. Der Bestand -er sephardischen Gemeinschaft, als einer geschlossenen Körperschaft, wurde trotzdem stillschweigend von den Behörden anerkannt. Eine endgültige Regelung erfolgte erst im Jahre 1778. Die staatlichen Behörden hatten sich aber schon früher mit den türkischen Juden mehr als einmal beschäftigen müssen. So hatte ein StaatSratsgutachten aus dem Jahre 1767, wo ein Plan zur Gründüng einer neuen Judenstadt in Wien behandelt wurde, die Forderung aufgestellt, daß türkische Juden, sowie Türken überhaupt, außerhalb der Stadt an einin besonderen Ort verwiesen werden sollten.. Die kaiserliche Resolution vom 9. März 1767 übergab dieses Gutachten der Hof- und StaalDkanzlei, um ihre „Gutmeynung" einzuholen. Am 10. Juki 1767*) hatte der Regierungsrat Gaya die Erbauung einer eigenen „Raitzen- und Judenstadt" auf Kosten deS AerarS auf dem „Serbischen Grund" vorgeschlagen, um die türkische Judenheit von der deufichen Judenschaft abgesondert zu halten und in mit hinlänglichen Gewölben und Magazinen „zur Aufbehaltung ihrer Warenkoli" versehenen Gebäude zu unterbringen. Die Ausführung dieses Antrages wurde jedoch als untunlich abgelehnt und nur die „Absonderung der deutschen Juden von den Kristen wegen der besorglichen Ausschweiftmgen beangenehmet", da dev Staat keineswegs gewillt war, auf eigene Kosten eine spezielle türkische Judenstadt errichten zu lassem Im Jahre 1771 hatte der Kommerzienrat sich abermals mit dieser Frage beschäftigt und es für wünschenswert erachtet, wenn dis „Raitzen und die türkischen ähnlich wie die übrigen Juden" die vermischte Wohnung unter den Krfiten" einstellen würden. Aber auch dieses Mal wurde dieser Antrag abgelehnt und selbst die Anregung, den türkischen Inden zu gestatten, in ihren Gewölben zu essen und während der Marktzeit zu schlafen, negattv erledigt, da „der jüdischen Garkuchel verpachtet ist, folglich dem Pächter hierdurch ein Nachteil zugehen würde". Die eigentliche Regelung der Angelegenheiten der türkischen Judenschaft ist erst, wie bereits erwähnt, im Jahre 1778 erfolgt. (Ein zweiter Artikel folgt.) *) A. F. Pribram: Urkunden und Akten zur Geschichte der Juden in Wi-.n. Band 2. S. 393. 897. 408-U09,