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Wiener Morgenzeitung · 1924-08-16 · Heft 1977 (16.8.1924) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1977 (16.8.1924)
Date
1924-08-16
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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m. im Men, TamStag Wiener Morgenzeitung. 16. August 1924 Seite 3 Zagesbericht. Von S. Msifels. 1. Diesen Sommer hat die Spielwut, wie man aus verschiedenen Berichten erfährt, falst epidemischen Charakter angenommen; sie hat sich wie eine Krankheit aus den Groß- und Mittelstädten in die Kurorte und Sommerfrischen fortgepflanzt. Vielleicht ist auch früher in Kurorten und Sommerfrischen von den Leuten, die dort zur Erholung weilen und eigentlich die Zerstreuung suchen, mit Leidenschaft gespielt worden; man hörte nur nichts davon. Fetzt hört man darüber so mancherlei. Man hört vor allem, daß sich in den Kurorten des SalMmmergutes und auch sonst in vielen Sommerfrischen Kahleiche SpieMulbs ausgetan haben. Im Case Schopf und im Kurhaus in Baden, im Hotel Bellevue in Vöslau sind letzthin viele Glücksspieler verhaftet worden. Man sicht: es gibt noch immer Leute, die, um zu gewinnen, es wagen können, zp verlieren. Das Hasardieren ist eine Art Spieltviebentartung. Beim Hasard wandelt sich der Spieltrieb im Menschen zu einer Spielwut, die die Gewinngier bis zur Raserei treibt. Die Spielwut hat man von jeher durch obrigkeitliche Verbote zu bekämpfen gesucht. Schon im alten Rom durfte ein Haus, in dem Glücksspieler aus frischer Tat ertappt wurden, in welchem also, wie man >heute sagen würde, eine SpieHöhle ausgehoben wurde, ohne weiteres vom Staate konfisziert werden. Aber selten je zuvor wurde so viel und von so vielen glückgespielt wie in unseren Tagen; selten je zuvor hat die Spielleidenschast solche Orgien gefeiert wie heute. Wir sangen allmählich >an zu begreifen, warum man die Spielklubs „Spielhöllen" nennt: hier werden die Menschen in der Tat von den Flammenruten der Spielwut bis zur BöstnnungslosigLeit gepeitscht. 2. Man kennt die Beschaffenheit des Hasards und die Seelenverfassung des Hasardeurs. Man kennt die Launenhaftigkeit des Glücksspieles und alle jene tragikomischen Zufälligkeiten, die seltsamerweise mit einer gewissen Regelmäßigkeit beim Hasardspiel austreten. Den Seelenzuftand des Spielers, den Wonnerausch des Gelwinners, das mit Schmerz untermischte Lustgefühl des Verlierers hat D ostojewski, selbst ein leidenschaftlicher Spieler, in seiner Erzählung „Der Spieler" mit gewohnter Meisterschaft geschildert. Wenn der Spielteufel die Müschen am Schopfe hat, so läßt er vor ihren Augen in schwindligem Tempo das Glücksrad kreisen. 'Das Spiel hört auf, Zerstreuung und Unterhaltung zu sein und wird zu einer Leidenschaft, die die Nerven auspeitfcht, das Blut erhitzt und jegliche Besinnung raubt. Der vom ^nelteusel Besessene taumelt von Verlust zu Gewinn und wieder zurück. Beim. Hasard wird die Entartung des menschlichen Spieltriebes sichtbar, und deshalb wirkt der Hasardeur ganz unästhetisch. Wo Mnschen gemütlich beim Spiel sitzen, da kannst du eine Stunde Zerstreuung genießen; unter Glücksspielern ist nicht gut weilen, da bedeutet schon das Zusehen eine starke Nervenprobe. 5. Das Hasardspiel führt den ganzen Schopenhauer ad absurdum.. Hier M der Wille nichts, und vollends ein starker Wille zum Gewinn ist beim Spiel vom größten Nachteil. Wer justament gewinnen will, der verliert. In einem seiner Romane erzählt Charles Dickens von einem alten Mann, der sich dem Spiele ergibt um einer Enkelin willen, einer Waise, die er grenzenlos liebt und für die er einen hinreichenden Besitz erspielen möchte. Er selbst findet kein Vergnügen am Spiel und erwartet sich auch keins, aber er spielt um des Kindes willen. Bei jedem Einsatz flüstert er sich den Namen seiner Enkelin zu und ruft den Himmel an, das Wagnis zu. segnen, was der liebe Gott aber nimmer tut. Der alte Mann kann es nicht fassen, daß, er, der aus so lauteren Beweggründen spielt, immer verliert, und daß der liebe Gott Leute gewinnen läßt, die in Sans und Braus leben u>nd ihr Geld in schlimmen Taten und im Lästern vergeuden. Hätte er gewonnen, so wäre der Gewinn bis aus den letzten Heller einem jungen, engelreinen Kinde zugeflossen, er hätte mit dem Gewinn das Leben seiner Enkelin versüßt und glücklich gemacht. Mer der liebe Gott ließ den Gewilln in die Taschen der Verworfenen fallen. Der alte Mann verspielt sein ganzes Vermögen, richtet sich und das Kind zugrunde, und kann es dann nicht fassen, daß es so gekommen ist... Es dürfte heutzutage Wohl kaum einen geben, der aus solch edlen Motiven spielt. Aber sollte es ganz im Geheimen noch einen solchen armen Kauz geben, so wird wahrscheinlich wieder nur der gewinnen, der „sein Gold in schlimmen Taten und in Lastern vergeudet". Die Londoner Markthelser streike». Aus London wird uns gemeldet: 3000 Markthelfer haben gestern nachmittags in Covent Garden wegen Lohnforderungen die Arbeit niedergelegt. Die Arbeitgeber haben beschlossen, die Versorgung der Obst- und Gemüsemärkte selbst sortzusetzen. Sie weigern sich, mit deü Streikenden zU verhandeln, und erklärten, in eine Besprechung nur einzuwilligen, wenn das Arbeitsministerium sie Vorschläge. Die letzten Kurse. (Radiobienst der „Wiener Morgenzeitung*.) London, 16. August. Bauwolle: Liverpool Schluß August 16,15, September 16,93 Oktober 15,43, Jänner 15,13, März 15,07. New-Aork eröffnete 26 bis 27 Punkte Niedriger, New-Orleans 26 Punkte niedriger. Die günstigen Konseremauslsichten, da die Annahme der Bedingungen seitens Deutschlands erwartet wird, wirkten bremsend. Die Pariser Börse ist slowakische weiterhin steigend. Neue Emission 97,50. Deutsche bis Montag geschlossen. Heimische Anleihen befestigt, tschecho- Anleihe unregelmäßig. dreivrozentige 33, dreieinhalbprozentiae 22. vierprozentige 24. Preußische dveiprazen-tige 30, französische Renten unverändert. Brasilianer befestigt. Ungarn drei Achtel Disagio. Die Aktien zeigen minimalste Aenderungen nach oben und unten. AlliiertenMechselkurseHesestigt, die anderen entsprechend schwächer. Japan'32 Pence. Baumolle: Full Middling 16,84, Terminware 2 Punkte niedriger bis 6 Punkte höher, September 16,08, Oktober 16,59, Jänner 16,23, 11 Uhr: September 16,03, Oktober 16,54, Jänner 15,22. Mittags r September 16,16, Ottober 15,89, Jänner 15,08, März 15,01. 6000 Ballen Umsatz. 13 Uhr 16 Min. r 14 bis. 10 Punkte niedriger. 14 Uhr 15 Min. r 16 bis 10 Punkte niedriger. August 16,12, September 15,89, Okwber 15,42, Jänner 15,12, März 15,04. Zucker: Gute Nachfrage in britischer und ausländischer Ware. Weiße Java 22.7, tschecho-slowakische granuliere greifbare Ware 37, kanadische 37, weiße Terminware sehr fest, August 23,1, September 22,4, November 20,4, Dezember 20,3. Metallmarktr Kupfer 63,16 bis 63,17,6, dreimonatig 84,15 bis 64,17,6, Elektrolyt 68,5 bis 68,15, Zinn 256,5 bis 256,10, dreimonatig 257 bis 257,5, englisches Blei 34,5, ausländisches 33 bis 32,5, Messing ausländisches 32,19,9 bis 32,10. Von-o«. 15. August. Effektenkurse: Oesterreichische Anleihe 91,75, Tschechische Anleihe 100,50, Prager Anleihe 90.—, Skoda 88,—, Bankverein 8,—, Bodenkredit 18.6, Central Mining 10,925. General Mining 11,6, Diamons 16,9, Debeers 11,75, Rio Tinto 34,75, Royal Dutch 29,375, Shell 4,—. AeW-DorK» 16. August. E f f e k t e n b ö r s e. Atchinson 105,25, Baltimore 64V,, Canadian Pacific 151,50, Cbeasepeacke 88, Eari 32V,, Greath Northern 66, Milwaukee 655/„ Northern Pacific 16,75, Union Pacific 140,50, Union SteelS 107,75, Royal Dutch 43,75, Southern Pacific 96'/,. Traum und geistiges Schaffen. Dr. W. Schweisheime r veröffentlicht in der „Prager Presse" einen bemerkenswerten Aufsatz über geistiges Schaffen im Traume, dem wir die nachfolgenden Stellen entnehmen: Der Traum gibt zuweilen dem geistigen Schaffen wertvollste Impulse. Während der fördernde Einfluß des Schlafes ganz im Unbewußten und Unterbewußten vor sich geht, besteht eine beschreitbare Brücke zwischen dem aufbauenden Bewußtsein im Wachen und den im Traum klar erschauten, vom Wachbewußtsein rechtzeitig festgehaltenen Bildern. Der bekannte Komponist und Violinvirtuose Tartini soll seinen ,Heu seist rill er". ein berühmtes Musikstück, im Traum empfangen haben. Voltaire berichtet, daß er Gedichte im Traum gemacht habe. Birnbaum führt in seinen aufschlußreichen psychopathologischen Dokumenten urkundliche Zeugnisse dafür an, daß, eine so weitgehend veränderte abwegige Bewußtseinslage wie der Traum den Untergrund für künstlerische Gestaltungen liefern kann. Goethe, dem beispielsweise der erste Gedanke zum „Prometheus" im Traum gekommen sein soll, sagt über seine Schaffenstatigkeit: „Was ich wachend am Tage gewahr wurde, bildete sich sogar öfters nachts in regelmäßige Träume und wie ich die Augen austat, erschien mir entweder ein wunderliches neues Ganze oder der Teil eines schon Dorhandenen." Wahrnehmungen und Mitteilungen Goethes sind immer besonders hoch einzuschätzen, weil er ein vorzüglicher und auch kenntnisreicher naturwissenschastl'cher Beobachter war. Paul Heyse schildert an einer Stelle ähnliche Erlebnisse: „Mehrmals aber, zumeist im morgentlichen Halbtraum, ist es mir begegnet, Motive zu erfinden, die ich dann nach dem Erwachen fortspann, und sofort zu einer runden Entwicklung brachte. So entstand' die Novelle „Kleopatra" aus einem unheimlichen Traumringen mit einem Phantastischen Getier, anderer Erlebnisse dieser Art zu geschweigen. Einmal aber begegnete es mir, daß mir eine ergreifende Novelle fast vollständig im Traum beschert wurde." Der Aegyptologe Heinrich Brugsch-Pascha war einmal längere Zeit angestrengt tätig, ägyptische Inschriften zu entziffern. Er berichtet über das Fortschreiten seiner Arbeit: ,$d) fand -aber trotz allen Grübelns und Nachdenkens die Lösung nicht, legte mich übermüdet in mein Bet-t, das sich in meinem Arbeitszimmer be'and, nachdem ich vorher die Lampe ausgedreht hatte, um in einen tiefen Schlaf zu verfallen. Im Traum setzte sich die unerledigt gebliebene Untersuchung fort, fand plötzlich die Lösung, verließ sofort meine Lagerstätte, setzte mich wie ein Nachtwandler mit geschlossenen Angen an den Tisch und schrieb des Ergebnis mM. Bleistift auf sin Stück Papier. Ich erheb mich, kehrte nach meiner Schlafstätte zurück und schief von neuem ftclter. Nach meinem Erwachen am Morgen mar ich jedesmal erstaunt, de Lösung des Rätsels in deutlichen Schchstzngcn vor mir zu sehen. Ich erinnerte mich tvohl des Traumes, aber fragte mich vergebens, wie ich imstande gewesen war, in der dicksten Finsternis deutlich lesbare ganze Zeilen medevzufchreiben." In diesem Falle handelte es sich also um eine merkwürdige Verbindung von Traum und Nachtwandeln, durch die d-as geistige Werk gefördert wurde. Auffallend daran ist vor allem auch die mehrmalige Wiederholung des gleichen Vorgangs. Das Nachtwandeln spricht dafür, daß die Wirkung des Traumes allein bei dem geschilderten Vorgang nicht entscheidend zur Geltung kant. Nenerllche Erdbeben in a&a«. Aus London wird gemeldet: In Tokio sind heute früh fünfzehn schwere Erdstöße verspürt worden, die in den nördlichen Stadtteilen am heftigsten waren. Es soll jedoch nur geringer Schaden angerichtet worden sein. Die Srzberger-Mörder in Ungar». Budapest, 15. August. Auf Grund der gestrigen Blättermeldungen hat die Polizeibehörde für Budapest-Umgebung Erhebungen bezüglich der angeblich in der Nähe von Budapest sich aufhaltenden Mörder Erzbergers, Schulz Und Til essen, eingeleitet. Im Laufe dieser Erhebungen ist in Budafok ein Mann deutscher Nation« lität verhaftet worden, der sich nicht legitimieren konnte. Er wurde der Staatsanwaltschaft übergeben. Was «die Mutter Gömbös' zu sagen weiß. Die Budapester Morgenbläiter veröffentlichen fpabtenlange Berichte über die Ergebnisse ihrer Nachforschungen nach der Identität der drei reich sdeutschen Herren, welche der gewesene Staatssekretär und rassenschützlerrsche Abgeordnete Julius G ö m b ö s in seinem Haus in Groß-Detting beheribergt und unter denen ein Mitarbeiter des ,Mti Kurier" die beiden Mörder Matthias Evzbergers, Schulz und Tillesen, erkannt haben will. Die Berichterstatter der Blätter begehen sich noch gestern abends nach Groß-Dotting, wo sie aber «weder den Abgeordneten Gömbös, der verreist ist, noch die drei deutschen Herren antrafen, die nach Budapest gefahren waren. Die Berichterstatter wurden von der Mutter des Abgeordneten Gömbös empfangen, die über die Meldung des Abendblattes, wcinach Julius Gömbös die Mörder Evzbergers versteckt halte, höchst überrascht lvar und immer wieder auAief: „Es ist doch unglaublich, was die Juden über meinen armen Sohn zusammenlschreiben". Die Blätter verzeichnen als besondere Pikanterie, daß die Mutter des großen ungarischen Nationalisten Gömbös in der Unterredung deutsch sprach, da sie die ungarische Sprache nur mangelhaft beherrscht. Nach der Aussage der Frau Gömbös 'heißen die drei reichsdeutschen Gäste der Familie Heinrich Fürst,^.Heinrich Mayer und Schneider. Fürst betätigt sich als Gutsidevwalter, die beiden anderen Deutschen sind Freunde des Fürst. _ Der größte Savßir der Welt. Ms Briefbeschwerer einles Steuerbeamten. Der indische Pavillon aus der britischen Reichsausstellung in Wembley, der eine ungeheure Fülle wertvoller Gegenstände birgt, wird in den nächsten Tagen noch um eine S ens a 1 i o n bereichert werden. Es wird nämlich 'der größte Saphir, den die Welt kennt, gezeigt werden. Der Edelstein, der ein Gewicht von zehn englischen Unzen hat und^ dessen Wert aus mchr als 5500 englifche Pfund geschätzt wird, hat eine recht interessante Vergangenheit. Er gehörte ursprünglich zu einer Buddlhäfigur, die sich im Besitze südindischer Herrscher befand. Zahlreich waren die Besitzer des Saphirs, der bald von diesem, bald von jenem indischen Fürsten erobert wurde. Schließlich kam er auch in die Hände des Sultans von Maisur Tippu Sahib. Der lebte in der zweiten Halste des 18. Jahrhunderts, und gehörte zu den größten Feinden Englands. Im Jahre 1784 erzwang er von den Engländern die Räumung seines Reiches. 1789 erklärten ihm die Engländer wieder den Krieg. Drei Jahre'später erstürmten sie seine befestigte Residenz Seringapatam. Bei diesen Kämpfen fiel Tippu. Seine Familie erhielt eine Pension, die aber später ab gelöst wurde. Von dem großen Saphir hörte man seit dieser Zeit nichts mehr. Er ist erst vor kurzer Zeit wieder gefunden worden. Ein englischer Stenerbcamter entdeckte den wertvollen Stein im Besitze eines mohammedanischen Beamten, dem der Riesensaphir als Briefbeschwerer diente. Der Stein hat die Form eines Ohrgehänges und soll nach Aussage von Experten ursprünglich mindestens doppelt so groß gewesen sein als er heute ist. Der Israelitische Freundschaftsbund kn England. Aus London berichtet I. T. A.: Der große Orden des Israelitischen Freundschaftsbundes (Israel Friendly Society) hielt dieser Tage seine Jahreskonferenz in Glasg o w rv. Ungefähr 90 Delegierte waren anwesend. Der Jahresbericht wies 45.000 Pfund freiwillige und 200.000 Pfund Pflichtspenden aus. Die Mitglioderschaft setzt sich aus 9 000 freiwilligen und 12.000 Pslichtmitgliedern zusammen. In Großbritannien und Irland befinden sich gegenwärtig 108 Filialen der Gesellschaft. In London hat der Bund ein Gebäude errichtet, in welchem fast 40 Logen, untergebracht werden könnten. Die Gesellschaft nimmt lebhaftes Interesse an der Bewegung für das jüdische N a t i o n all h e i m. Der Orden hat in diesem Jahr eine bestimmte Schekel-Zahl geleistet, die ihn berechtigt, einen Vertreter in den Zionistischen Weltkongreß zu entsenden. Terente-Mchose in Rnmöa'e Ein Terente-Schwindler erschlagen. Aus Bukarest wird uns gemeldet: Die Blätter berichten in sensationeller Ausmachung über folgenden Vorfall, der für die Derente-Psychose der rumänischen Bevölkerung bezeichnend ist. Vorgestern abends erschien in der Hütte des Fischers Marinescu in der Nähe von Valaraschi sin fremder Mann und erklärte, er sei der Räuberhauptmann Terente und wünsche ein reichliches Abendbrot., Die erschrockenen Fischer bereiteten dem Gast ein Essen und. mußten ihm dazu auf der Flöte vorsp iele n. Der angebliche Terente legte sich sodann schlafen, nachdem er den Fischern zuvor gesagt hatte, daß auch feine beiden Komplizen bald in die Hütte Nachkommen würden. ■ « Als der vermeintliche Terente fest eingeschlafen war, versetzte ihm der Fischer Marinescu mit einer Axt vier gewaltige Hiebe auf den Kops, die den Mann sofort

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