Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1974 (13.8.1924)
- Date
- 1924-08-13
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2980834-2981057--20053-3007250- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Bimev Morgen »eiÄnA."' W'.wWMen „Helotentums Wannt. Seine Gelt« rst ein Protest , des Duldens gegen diese Be- ^rndlüng. Erst im letzten Vierteljahrhundert ist es zu aktiver politischer Arbeit gelangt und will aus seiner men Kraft sich ein neues Zentrum seiner Kultur ' m. ES will den Willen der Diaspora vevein-heit- und auS ihm' die dynamischen Elemente für den rM«» Bcm seiner nationalen Zukunft gewinnen. Man sollte . glmBen daß,Am die Mtarlreit und das Wohlwollen aller Gutgesinnten sicher wäre in den BiMrn, die -sich zu seinem Gesetz bekennen. Aber das ist nicht ' 'KÄ.sie daSHtnsche Gesetz abgeschrieben haben, hasien sie seinen Träger. Auf ihr Bekenntnis fallt der Nutigit Schatten des Hakenkreuzes, das heute das inter- «attoMe Syrrckol »st für deü MM am Gtksr und am .. ___ Set Mrerbundrat. Di« Hauptversammlung in Gens. - . - Genf,- 1L. -August. Am 29. d. beginnt in Genf die M.--HMrhmkdM ' wird Wer die am 1. Septemibir*'EtkNendie fünifte Ha-u-ptversa mm-lung M' VSMrVuNdeS' hinaus dauern.. Für O «st er re i ch Hat diese Tagung wegen, der füx dies« Sefsichr gnMü-ndigteü EWschMung des Rates to den österreichischen SanierungSsragen besondere Bedeutung. Auch das Ungarische Wiederaufbcmwevk wird eingehend geprüft -werden. Von den vielen anderen DerhaMungsgegenständen sei vor allem di« AbrÜstungS- und Sichevungsfrage herdorgchoben, in der-nach mehrjähriger eingehender cheoretisther Beratung nunmehr 'desiMive Beschlüsse zustandetammettfoll«n; ebenso in der Frage, der Mrlitärßon trolle. - -''648^1^- * politische FraM, wie die des Saargebietes, der Gvenzregulierung zwischen Argosiawien und Albanien usw., ferner internationale sirlanz--ökvnomifche und huiulanitärt Fragen auf der Tagesordnung. Amerika und der VSlkerbuud. Die Demokraten für den Beitritt der Vereinigten Staaten. (Eigendienst der „Wiener Movgenzeitung".) - Rew-Dork, 12. August. Der demokratische Präsidentschaftskandidat John W. Davis entwickelte in Clark sburg sein Programm. In seiner Rede führte er unter anderem aus, die Demokraten seien für unbedingte Mitarbeit an jeder Wells riedensb e w e g u n g und damit für den Beitritt der Vereinigten Staaten zum Weltgerichts Hof und zum Völkerbund, über den die amerikanische Nation eventuell , iM) Wege eines Referendums entscheiden soll. Der Gang der Ereignisse habe gezeigt, daß der Völkerbund -schon it^seinSrwÜvspiling die Grundlage zu einem sicheren Fortbestehen getragen hat, und heute zeigt es sich bereits, daß er sich mehr und mehr zu einem Bollwerk des Friedens und der Ordnung für die gesamte Menschheit herausgebildet hat. Die Zeit kann nicht mehr fernliegen, wo Deutschland seinen berechtigten Platz im Völkerbund einnimmt. Der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund sollte dann erfolgen, wen» die allgemeine Meinung sich dafür ausspreche, was in Kürze zu erwarten ist. -Davis verlangt )veiter die Einfiihrung strenger Gesetze gegen die Monopole und eine höhere Besteuerung der „geschwollenen Einkommen". Im Zolltarif verlangt er eine radikale Aenderung. An die Stelle des jetzigen Zolltarifes müsse ein genau ausgearbeitetes Gesetz treten, das so aufgebaut ist, daß es in erster Linie das Einkommen des Staates erhöht und auf der anderen! Seite di« bolle Konkurrenzfähigkeit 'AmeriküS garantiert. Davis bekannte sich auch als Anhänger diw : strikten Durchführung des Alkoholverbot es. MWcherbot für Russen in der Schweiz. ^'Mgerchienst der „Wiener Movgenzeitung".) - Zürich, i IS. August. Der schweiKerische Bundesvat hat ein allgsme-ineS E i u r ei fever bot für russische Staatsangehörige erlassen. Ser deutsche Staatrnerichtskios schützt Hach. verrSter. München, 12. August. (S. K. B.) Das Staatsmini- .steMin des Innern hat den Polizeiobersten v. Seiffer, :dex am HUer-Putsch beteiligt war, entlassen. Oberst von! Geister hat gegen die Entscheidung des Mrvistevmms -beim iStaarsgeri chtshof Bersasisungsbeschwier-!d«. eingelegt. Dieser Beschwerde hat der Staatsgevichtshof!stattgegeben. In der Begründung wird u. a. aus-!geführt, . die PoliKeibeamten hätten, ein gesetzliches -Re cht darauf, so lang im Amt belassen zu werden, als - nicht einer der im Gesetz vorgesehenen Entlasstm-gSgründe it WM 1m Kt. IffM Nationales MW ««d nationale» Pecht. Horttztzs Kamtzf gegen- Memoire«. (Eigendienst der .Wiener Morgenzeitung".) Budapest, 12. August. Die Staatsanwaltschaft hat gSgfiu hen Grasen Michael K a r o l h i wegen seiner MemoivE die..unter dem Titel „Gegen eine ganze Welt" erschienen sind, das Strafverfahren eingeleitet. Dasselbe Schicksal widerfuhr dem ehemaligen Bolksbeauftragten Wilhelm Böhm wegen seines Werkes „Im Fester Weier Revolutionen". Reaktion ins Gefängnis!'gesetzt wurde, aber infolge -der. berechtigten Empörung, welche seine Verhaftung anslöste, . wieder entlassen werden mußte, sprach dieser Tage in D a n z i g in Wei Versammlungen der Danziger Liga für Menschenrechte. die zum Andenkerl an die Gefallenen des WeltrricMs abgchülten wurden.. Während , seines Danziger ÄnfenthaW gewährte PröWor Ouidde dch» dortigeü KodMpondentrn des War-, schauer Tagblattes, „Hajnt" «in Interview, saß hauptsächlich die Judenfrage btzvührt. Professvr Quidde äußerte sich unter anderem: „Die Jndenfrage und ihre Lösung ift einer der Hauptgrundsätze der pazifistischen Bewegung. Wir deutschen Pazifisten haben auch immer und überall Protest gegen die Verfolgungen der Juden in Rußland und anderen Ländern eingelegt. Auf unserem ersten internationalen Kongreß im Haag forderte ich bereits ' die Schaffung eines speziellen neutralen Schiedsgerichtes, vor das die verschiedenen nationalen Minderheiren im allgemeinen und die exterritorialen Jud en iwMondMm ihre Beschwerden gegen die Regierungen, durch welche sie verfolgt werden, Vorbringen könnten. Mein-Vorschlag wurde damals ab gelehnt, da er für utopisch' arigeschetr wurde. Doch unsere Betvegung nahm in ihre grundsätzlichen FoÄemngen den Kamps für die R e cht-e d er nationale n M inderheiten ckuf, welche heute eine SelbMerftändÜ^eit bilden. Waii die z i o n ist i f.ch * B t wegnng Und die 'B atfou r-D«kl aratio n anlangt, so will ich darauf Hinweisen, daß, selbst wenn die Juden kein traditionelles und 'historisches -Recht auf "Palästina besaßen, wir PaziMn a!S' Unruhe in Aestzvte«. Demonstrationen und Znsammenftötze. London, 12. August. Das Reutersche Bureau erfährt aus zuständiger Quelle: Am 9. d. durchzogen bewaffnete Schüler der Militärschule in C ha r tum, gefolgt von einer Menge, bewaffnet die Stadt. Die Polizei schritt ein und zerstreute die Menge. Die Kadetten, in die Schule zurückgelehrt, weigerten sich, die Massen abzuliefern. Eme Kontpagnie englischer Soldaten entwaffnete sie, worauf sie in den Arrest gebracht wurden.. In Atbara wurde.am 11. d. ein ägyptisches Genie- und Eisen'bahnbataillon nach einer Kundgebung in der Kaserne konsigniert. Es versuchte, zu enÄommen und beüvavf die TruMn, die 'die Kaserne bewachten, mit Ziegelsteine n. Die englischen Truppen gäben F t u e r und töteten 19 Aeghpter. Auch in P o r t S u d a n hat eine Demonstration stattgofunden. Ein entlassener Beamter und ungefähr 30 Mann der ägyptischeu Genie- und Elsenbahntruppe durchzogen, von einer Menschenmenge gefolgt, die Stadt. Die Polizei zerstreuten sie. Ein englisches Bataillon wrrrde zur Verstarkung nach Port Sudan geschickt. Ein Kamps zwischen ägyptischen und Sritischen Tvuppen. Kairo, 12. August. (Havas.) Ein Bataillon ägyptischer Soldaten, ^daS an der Eisenbahn von Mbar nach dem Sudan arbeitete, griff einen englischen Kavallerieposten an und bewarf ihn mit^ Steinen. Die Engländer gaben Feuer; zehn Aegypter würden getötet, neun verwundet. In Chrrium hat infolge des Zusammenstoßes in Atbara eine tzwße D e Nl o n st r a t i o n stattgefunden. Die Zrakgrenze vor dem BMerbund. Gens, 12. August. (Schweiz. Dep.-Ag.) Die britische -Regierung hat das Generalfekretariat «des WAkerbundes evsmcht, folgende Frage auf die Tageborduung der nächsten Session des Völbe-rbundrates zu stellen: „Grenz e d e s I ra k, Artikel 3, § 2 des Lausanner ' Vertrages vom 24. ,IM 1923." In ihrer MU-erlimtg an den Generalsekretär des Völkerbundes erinnert die britische Regierung daran, daß nach-Arükel 3, ß 2 des Lausanuer- - Vertrages die Grenze zwifchep der Tüäei und dem Irak ' innerhalb von neun Monaten auf f r e u n d s ch a f tl i ch e m Wege zwischen der Türkei und England festzu- ' fetzen sei. Sollten die beiden Regierungen bis A dem vorgesehenen Termin zu keiner Verständigung geladen, so müßte die Frage dem Völkerbund rat unterbreitet : werden. Die britische Regierung fügt hinzu, daß di« Verihandlungelr am 5. Oktober 1920 ihren Anfang nahmen -und dieselben trotz der Bemühungen ' auf. der Konferenz von Konstaniinopel (vom 19. Mai M 9. IM 1924) bei Ablauf der vertraglich festgesetzten Frist am 26. IM 1924 ergebnislos abgeschlossen wurden. Andererseits bemerkt die britische Regierung, daß die britische und die türkische Regierung hört Lausanner Vertrag verifiziert haben und daß die RatisiDrungsurkunden diefer -Tage beim Generalsekretaviat des Völkerbundes hinterlegt werden müssen, wodurch der Vertrag für beide Kontrahenten in Kraft treten werde. Kämpfer M die Menschenrechte ihnen das Recht auf ein «a» twnaleS Heim zugestehen würden. Jedes Volk hat das elementare Recht- W M Heim, ebeniowie der einzelne. Wir Pazifisten hegen/st arte Sympathien siir die Idee, auf rlvrmalen Grundlagen ein.Heim für das jüdische Voll' in Palästina zu schaffen, und begrüße« daher die Entstehung des jüdischen' Nationailheimr auf der GruMage der BalfMr-DÄlüratwn, wobei wir fclbstverständlich an dem Grundsätze fesH^ltech daß auch die, Rechte der Palästina bewohtiendey Arader garantiert,und geschützt werden. Ich möchte noch betonen, daß auf Grund deS internationalen Rechtes und d« Begriffe von Volk und Land für das jüdische Volk di« beiden Begrtffe-i>eS nationalen HeimS (besser gesagt des freien Mischen Gemeinwesens) und des nationalen MndechettSrechtes , in der Diaspora eng verbunden sildd. " Wenn die Juden ihr nationalpolitischeS Zentrum kn Palästina besitzen werden, dann wird ihr Nationales M:nderhertSrecht in den anderen Ländern noch ganz anders.respektstrt und geschützt sein." , Auf di« Frage, ^var di« Po-isistifche Bewegung und ihre verwandten Organisationen an Positivem, für den Aufbau Palästinas leisten wollen, antwortete Profesior Quidde: „Diese Frage wird' jetzt gera^ in der Kommission für aktuelle Prvblome, die von der internationalen Friedensgesellschafl eingesetzt ist, behandelt. Diese Kommission bereitet evr- .sprechende Res olutionen für den 7 ' vor, d« LUfangs OEtobeir. iU Bevlitt staH«d^n wird. Dieser-Kongreß wird, den Willen des Internationalen Per» bandes der Friedensgesellschaften lbekunden,.den Aufbau des jüdischen HormS in Palästina moralisch zu unterstützen. Ae Kaution des Nombeu-MaM. (Eigendienst der ,Miener Morgenzeitung".) Budapest, 12. August. Wie „Az Est" mitteilt, hat Josef Marffh, der Bombenattentäter vom Elisabethstädrer Klub, sein Kautionsau gebot für seine Freilassimg gestern von 100 auf 500 Millionen Kronen erhöht. Diese 600 Millionen Kronen sollen, wie der Verteidiger Marffys in seiner Eingabe an den Untersuchungsrichter äusführt, entweder in mündelsicheren Papieren erlegt oder aus einer Realität Hypothekarisch sichergestellt werde«. Der Anklagesenat wird nächster Tage über den Kautionsantrag des Bombenattentäters Beschluß fassen. Eine wem Heldentat der Erwachenden. Mitglieder des Vereines der E r w a ch e n d e n N ngarn haben in Erlau auf offener Straße den Kolporteur deS „Az Gsl", eine« invalide» Soldaten, überfallen. Sie zerrisien sämtliche Exemplare des Blattes und verprügelten den Invaliden, als er sich wehrte. Der Werreichische Gesandte in Würschm deftohlen. Warschau, 12. August. (Tsch. P. B.) Heute früh wurde in der Wohnung des österreichischen Gesandten Post ein Einbr-uchsdiebstahl verM. die Dü'be entwendeten Wertgegenstände im Betrage von 5000 Zlotp Ser Bundeskanzler in Botarlberg. US Bregenz wird gemeldet: Bundesikanzler Dr. Seipel unternimmt fast täglich weitere AutomobAausfahrten. Gestern fuhr er nach Ravensburg und Weingarten (Württemberg). Die Ausfahrt dauerte vier Stunden. . - zionWcher Parteirat und Parteitag. Das Zionistische Landeskomttee für-Oesterreich! teilt mit: Sonntag den 7. September d. I. findet eine Sitz u Ng' des Parteirates statt. An die Parteiratsmitgllüder werden rechtzeitig Einladungen ergehen. Der diesjährige Parteitag wird voraussichtlich e im Monat Oktober stättsinden. Das nähere Datum wird noch Manntgegeben werden. Nach § 7 der Statuten hat da^L Landeskomitee ,^luf Grund der ihm spätestens zwei Monate vor dem Parteitag vorgelegten und seiner Prüfung unterliegenden Mitgliederverz eichnisse der einzelnen Organisationen die Zahl der von diesen zu wä h l end e u Del eg tert e n festz usetzen". Demgemäß werden sämtliche Sektionerr ausgefördert, biS zmn 6. S«pt«mbtr ihre Mitgliedervrrzeichnisfe Vvrzulegen. Später emlangende M-tgliederverz-eichnisse werden nicht berücksichtigt. Ebenso werden die Organisationen ausgefordert, das Inkasso der Part eist euer durchzuführen, da von der Entrichtung des Schekels und der Parteisteuer das aktive und passive Wahlrecht der Mitglieder abhängig ist. Die Ortsgruppen, Bezirksseküonen und Sonderveremigungen werden ebenfalls aufgefordert, bis 10. September Berichte über die Tätigkeit im.ver-?flosstnen Jahre eiuzuschicken. ' Das Präsidium des Zionistischen Landeskomitees für ' Oesterreich: Dr. N. M. Gelber m. p. Ing. Robert Stricker m. P.