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Wiener Morgenzeitung · 1924-08-11 · Heft 1972 (11.8.1924) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1972 (11.8.1924)
Date
1924-08-11
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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\ «ei« % Men, Montag Mene? Morgenzettung. 11. August 192ck mt io» msi >♦%£<< l*»*.***A**' ROMAN Machdmck Vorbehalten.. 42. Fortsetzung. Die Tabelle der Resultate in den Abendzeitungen ver- Lrndcte ein furchtbares Schlachten ' unter den ,-Großen". Die ersten zwei Runden sahen manche berühmte Teams -gegeneinander. The Wanderers, Midchester City, Clayton. Athletic mutzten geschlagen ansscheiden, -wahrend Lecke sunge.Mubs aus dem Süden noch immer eine -kurze Gnadenfrist m der Chance der nächsten Aun-de fanden. Die Erregung ebbte am Sonntag -nicht ab. Im Gegenteil. sie erhielt weitere Nahrung durch eine Bemerkung, welche David Mc. Killam, der berühmte Internationale und Manager der Swifts, zu einem Journalisten gemacht hatte. Gr sagte, er könne keine-Entschrüdigung fiwbejt für die Niederlage seiner Leute. Mit -der Ehrlichkeit des tvahren 'Dportsmannes, sagte er: „Die bessere Mannschaft hat gewonnen. Wenn ich könnte, würde ich die halbe Hollywood- Mannsck'ast engagieren!" Me diese Tatsachen zusamrnen mutzten ihre Wirkung zeitigen; und als .Jimmy Dunster um -Mb 4 Uhr am Montag nachmittags aus dem Fenster auf die Straße schaute, suhlte er sich bewogen, Sam Hollister ebenfalls zum Fettster zu rufen. „Die -warten auf das 'heutige Auslosungsr-esultat." sagte er -vergnügt, als sie auf die dichtgedrängten Meuschenmassen vor dem Redaktivnsg-ebäude hinabsahen. „Passen S:e auf, Sam, ich kriege noch eine Dividende auf meine 100 Pfund'." Eine halbe Stunde später hatte sich die Menge zerstreut. Mrlton Idlers- — am Bn-kton-Platz", teilten sie >en Leuten mit, die sie am Weg tmsen. „Ich rveiß nicht. tok unsere Iungens das fertig bringen sollen, aber -mi>- fahren rvrll ich auf jeden Fall, um ihnen -Mut zu machen!" Hollister-war inzwischen -in einem Autotaxi zum Spielplatz gefahren,, wo er üvioder eimnal Heerschau hielt. „Wieder eine harte Nutz, Iungens " sagte , er; „aber nach dem letzten Spiel zu schließen, vermute ich, -daß w'r den Herrschaften auch etwas zu knacken geben werden. Immerhin, es ist erfreulich zu schen, wie die Stadt jetzt.Mit' uns mitgcht! Während ich noch 'bei Jimmy Dunster war/ telephonieren einige Leute, die vorschl-ugen.' man.möchte' einen Extrazug für unsere Anhänger bestellen, die -mitsahren -wollen." „Anhänger!" grinste der große Bill Len-nie. „Das sind keine Anhänger, eher Peiniger! Tie müssen rein ihre ganze Begeisterung wahrend der Saison für letzten Samstag aufgespart haben. Ich bin an: ganzen -Körper -verbeult vor Anerkennung." „Gut ist das Lied, -daß sie sich gemracht haben, Bill." lachw Pa: Finnegan. ,/Set'enr alig-ht the Rvbins!" Das kling: wie -"in Schlachtgesang! " „Lange, bevor wir nach London fahren, um das Finale zu gewinnen, -wird dieses Lied berühmt sein!" prophezeite Walter Bell weise. „Nanu, -was schaust, du -mich so an?" fragte der Linksaußen -beleidigt. ,H-abe ich n'cht auch oorausgesagt, daß wir die Swifts 2:1 schlagen werden? Hab: rch es nicht die Nacht vorher geträumt? -.Jawohl mein Junge, ich bin ein Hellseher." „Du List ein Schwätzer!" sagte Bill Lonn-ie, -der offen, 'har nicht zu überzeugen -war. Marr, der eine Zeitlang dem scherzenden Geplänkel seiner Kameraden lächelnd gelauscht -hatte, stand auf-und ging in di- Stadt. Beim Hauptpdstam-t 'schickte er ein Telegramm an Margery Kirkby ab/ die noch in Rockborough war. Das Tcügvamm informierte sie von de-m Resul'mt der dritten AuLllo-fung. ' Als er ans dem Postamt wieder auf die Straße trat, sah er mit grimmiger Befriedigung eine grotze gclbe Äirnonstne, die sich eben in Bewegung setzte. Er erkannte den Wagen als das Eigentum eines Mannes, dem er besonders gern-e begegnet wäre. Mn 7 Uhr abeüds -desselben Tages -drückte es , auf bt«' . Nocke des Hauitove's von Levern Croft, des großen schönrn Dauses auf der Anhöhe, welche die' Stadt .über- Nickte und wo Mr. Faivfax Stopford wohnt. -! ^Darf ich um die Karte bitten, mein -Herr?" fragte. ' der Diener, nachdem er dem Fntzballer mitge-teilt -hatte, datz Mr. SLopford zu Hause fei. „Ich brauche -keine Karte," antwortete Marr und. drängte -sich an dem überraschten Diener vorbei. „Sagen Sie Mr Mr. Stapford, : daß -ein Herr da M,.- der-ihn. MMEMifprWr wsinfcht. W-gche gleich MIhriew" „Das darf -ich nicht zugeben, mein Herr, das müssen Sie doch verstehen, Min Herr, daß ich -das -nicht, zuge'bcn lann," fühte der Mann. ,Ich 'werde Unannehmlichkeiten haben, Min Herr.. wirklich. /A^ySetW-'f$0.« -^asür Wochen, haß Si-e-deisie Mann-ehmtichM-en^haMl," anttvpMte der Hutzballer. „Führen Sie mich Mr zu Ihrem He.rvn.uud ich/tvevde ihm schon die Sache zufrieoenstelleM auMreÄ." - Zitternd, M oh er.es mit dem lMhaftigen Teufel'zu. tun ÄneK Zimmers, öffnete sie" sinh "'sagte:' „Ein Herr, der Sie zu sprechen wünscht, Sir." Dann verschwand'er-leise, und rasch. Einen Augenbli-ck stand Marr in der Türöffnung und blickte auf -die unförmige Fleischmasse, -die ihm aus den. Tiefen eines großen, 'beq-ue-yle-n Lederfau-teuils.-mit wüten-- -den Augen anglotzte. „Sie tvagen hier einzudringen?" . . . Fairfax Stopsord -war aufgestanden. Sc'.ne quallige Hand, fühlte hinter seinem.Rücken nach einer Glocke. . „Weg Mit der. Hand von dieser -Glocke, wenn Sie Unannehmlichkeiten vermeiden.,-wollen!" warnte sein Besucher und schloß die Türe sorgfältig hinter sich. „Ich bin -hier, -um mit Ihnen zu reden, und werde in meinem eigensten Interesse die Unter-Haltung möglichst abkürzen. Sie werden schon 'gemerkt haben-,' daß ich keine besondere Vorliebe -für Ihre Gesellschaft habe!" „Zmn Teufel!" schäumte Stopfovd. „Das sollen Sie mir bezahlen!" „Komisch, -daß Sie gerade ' vom Bezahlen-sprechen," antwortete der Fächballer mit 'harter, kalter Stimme, „es ist nämlich eine Zählungsan^legercheit, die mich h-rerherführt. Ich wünsche einen' Scheck auf 3000 Pfund, zahlbar an Miß Margery Kirtkby, und denke dieses .Haus nicht eher zu verlassen,. bisich ihn b-Äommen habe!" Drohend hob Stopsord die Hand. ' ' ' - „Ihr läppisches Drohen, ist mir gleichMig"- fuhr ' Marr mit derstlben ruhigen Stnnnve fort, „hingegen -würde ich de u Versuch von Tätlichkeiten Ihrerseits nur begrüßen^ : Sie sehen, ich -spreche ganz offenmit Ihnen. Seit langer ' Zeit lechze ich danach, mich an Ihnen zu vergreifen, Sie fette, häßliche Kröte! Gleichzeitig will ich aber die Affäre so ruhig und ohne Aüffehen zu erregen, erledigen, als es die - Umstände.gestatten. Ich ha-be eiqe schriftliche Erlnächtignng. - von Miß Kirkby, die mich berechtigt, einen Betrag 'von; 3000 Pfund, welcher Ihnen -von Mr's. Horrell anvertraut -w.urde urch von-dessen Verbleib sie bisnun nichts erfahren'. --konnte, .einzubaff-ieren!" . ' „Das ist ja Erpressung," zischte Stopsord - giftig. ,Ich lasse die Pchizei rufen." Der Fußballer trat einen Schritt vor und stand uun kaum um Armeslänge en-tfemt von dem Mann, den er so gerne niedergeboxt hätte. „Ich habe Sie schon eitt'Nral gewarnt, Mine Geduld zu erschöpfen," sagte er. ,Die sprechen von PoK-vi; ^lassen Sie sich gesagt.sein, daß ich selbst zur. Polizei .gehe, wenn ' ich nicht Mnerhal-b -fünf Minutenden Scheck habe! Ich glaube^ ich werde leicht in der Lage fein, zu -boiveisen,! daß Sie ein. Ko-nrplott in Szerw gefetzt halben, um sich , 'dieses Geldes für ähre eignen -Zwecke zu bemächtigen. Ich bin nur deshalib Pepfönl-ich hergekoMMN, statt zur -Polizei zu ge-hen, weil ich einen Mandat z:r -vermeiden wü-üsche. Jetzt stellen Sie sofort den Scheck ans!" wiederhole,. das ist Erpressung!" wand sich der ' andere. „Schreiben Sie den Scheck, Sie Hnn-d!" Marr, dessen Geduld zu Ervde war, hob die Hand, i aber. vor' Hiesir/ DvHu-ngwich St-opford. Gr--warf sich in einen StM vor -dem Schreibtisch und zog sein Scheckbuch aus der Äa.de. 1 „Danke," '.sagte der Fußballer zwei Mimrten später sirn-d steckte das '-Papivr. in die Bvieftasche. ,-Jetzt nur noch -ein , Wort, 'bevor ich gehe. Miß Kirkby -hat mich beauftragt, Sie zu ers-uchen> ihr in Zn-kunft Ihre Gesellifchast .nicht -mehr aufzudrängen. Ich erlaulbe mir hinzuzUfügen, ^daß -ich -mich bemüffich sehen würde, einzugreisen, wenn ■) Sie dieses Ersuchen Vicht -voll berücksichtigen-." , „Das sollen Sie mir Atter 'bezahlen bei Gott!" | brüllte Stopsord, dessen ganzer Körper vor Wut 'Mbte. I;„-©te sprechen. wie' ein schlechter GchcmsprÄer,"' antj wortete.Marr. ,Kbe-r. schl'reMch sind Sie ja'auch -siner!^ I . Wieviel: Nervenanspckn-Mrkg -der 'Besuch ihn gekostet \i-kasir Richard^evst. ßum- BLwu-ßtsem, als esi -iü?se-me! WöhWÄg.,qiMckMh^ Brief vM-'Margech 'vorfand. Seine Hand zitterte so,-heftig, daß er kaum die Feder halten kon-nte. 2lls er aber kurze -Zeit davauf -den Brief -mit dem' "heig^schlosselwu Scheck weg-geschickt. ..mp’ sich > o-n einer beruhigeitden Pfeife Tabak niedergelassen hatte, -dankte er, doch der Vorsehung, daß er den Wann nicht niedergeschla-M hatte. Ein Skandal war so verimioden -uÄ der Name des geliebten Mädchens nicht in die Oeffentlichkeit gezogen worden. " Noch -war'die Zukunft ungewiß, doch mit 3000 Pfund,- über die sie verfügen konnte, ivar Marge-ry -wenigstens. unabhängig vvn der Gaftfreundschast ä-hrer Tante, unddas 7 war schon sehr viel wert. : : ' 7. Kapitel. ' j 'Das' Attentat. Ta-ge, ^.gedräirgt.mit Ereignissen, folgten. HollDvood machte Fußball-gcschichte, rurd die Stadt, deren Narnen-öer Klub trug, war hr einem Taunrel der Begeisterung. Vom, Bürgerrn-eister bis zu den ZeitungAjnngen, -welche - 'hie „Eveniug Times" in den Straßen verkauften, blühte -sich ganz Hc-llyw'0Ld vor Stolz. Es war ein -merkwürdiger, Uw?..' schwung emgetreten, der merkwürdigste, den die Sport- ' geschichte kannte. '' ■ ' Die Männer, welche Hollywoods rote Dreß trugen, eilten -tom Erfolg zu.. Erfolg. Zum Erstaunen des gan^n- Landes brachten sie den gefürchteten Birltou - Mers eine unerhörts Niederlage bei. Dreimal durchbrach;M«r?^ziryt'. feinen Leuten die Verte-idigung der Idlers, wahrend-Wallisfein Tor reinhalten konnte! . . "f'; '. . Eine Fußballmannschaft konnte nicht in so unerhörtierF Weis.', fämü-iche- MWall-Prophet-en Mmieven, ohne d-e-'-ÄH--- merklaw-keit aller Weit auf sich zu lenken. A-Nd -es -geschah etwas: England entdeckte Hollywood! .... Würdige mit» alte Direktoren der ersten Ligamannschas-- ten rissen sich plöMch.Ms./fchMrE-^rgiettWa-f intdie Höhe, griffen nach den Morgenblättern u-nio''lasieNl"fM.'. Wtcrn und Bangen von Hollywoods «Mestett Daten.'.Es . war auch ungtaubl-ich! Eine Mannschaft aus der AMiteK Liga, welche nie imstande gewesen war, mehr als/ eine- Han-dvoll Zuschauer anzuziehen! Es war nicht einmal -ganz ikorrekt! Eine 'Sensation jagte die andere. Die Niederlage der Birltcn - Idlers war eine bittere Pille für die Propheten, dort alle, ohne Ausnahme, 'hatten auf BirLton Idlers getipt, n-mfomehr als diese den Vorteil des Spieles auf dem eigenen Platz hatten'.' '; . Es ist unter 'allen Umständen schwor, Fußballprophet zu fein. Zu den vielen Nachteilen dieses Berufes gehört auch die Notwendigkeit, konseq-uent Weiben zu. nnüssen. Nachdem sie nun. in hundert ZeitungAartikeln Hollywc-od icde Chance abgesprochen. hatten, im Cup vor- 'wärik-zulommeir — warum eigerMH, konnten sie nicht Erklären —. -mußten sie jetzt auch bei dieser Ansicht bleiben. - Soweit ein FußbaMritike-r' Äberhaupt beten kaNn,' flehten die FußbaWriMer -der ganzu Sportpr-ffse zu ihrem Gott,, es möge ein Team erstchen -und Hollywood Echti-g Ver- -hauen, damit die Reputationder Fa-chleM im einzÄrveN uüd des'Siandes -im allge-memen wieder hergesMt -WeW-, Eine Chance in diesen R-ichdung sahen -sie, alsder' vierten Runde Hollywood gegen Worlburh Ranger's auS- Wlc-st wurde, eine ungemein sta-rke uud Me Mannschaft )der r.rsten Liga, welche 'selbst iu den ersten drei Rmchyt-. emge -markante Siege erfochten hatte. ' „Hollywood, die Merkwürdigerweise durch die ersten Rmlden des-Wettbewerbes kommen konnten, sollten jetzt endlich für -ihre Keckheit bestraft und in ihve SchyaMy .-' i .zurückverwiesen werden," ' i -schrieb ein Londoner Prophet i-n . e-i-ner Dorbespvechung' . dioses Spieles. ' „Ich kann wirklich nicht scheu, wie diese erstaunliche ' Elf noch' weiter kommen soll. Eine Fortsetzung dieser.. G'lücks-fälle, ist nicht zu-e-vivarten. Daran wird auch-die - Taffachc nichts ändern, daß Hollywood dies-rnal.auf. i eigenem Platz spielt." Hollywoods Antwort darauf war oin''wei-tever MMr-.-. Sich, Zwei zu- Mll war der Gchlutzsiand, wtzoe''.ÄerHat^ Finne-ga-n -in Form gewesen, so hafte sich,' dtz-r Evfo^z-. -Hahlenmüßig höher a-usgchvückt, " So aber fkörte , Pa-t einmal, vergab-dafüralber äuindeftens drei to-tsichere Ehanve». Marr erMte das M.-ie .". -Goal- -mit einem wundervollen Schutz, -welcher in -M " - Zeitung dcs ganzen Landes besprochen -wurde. - - (Fortsetzung folgt.)

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