Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1969 (8.8.1924)
- Date
- 1924-08-08
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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V '--V'r Nr. IM Men, Freitag Wiener MorttenMrms. 8. August 1924 jeden KreiLag Wr. Morgenzeitnng" «ALUMY«- Peter Paul Felner nnd seine neuen Filme. /" Peter Paul Felner ist einer., der toenigen FilmreMeure, die nicht' aus dem' Schauspielepstande hervorgegangensind. Er hatte sich «schon Vov Jahren einen schr an- «eichenen RUf -als SchrWeller evworlben und war auch m . letzter Zeitder Autor seiner Eisten Filme. Ws Regisseur gewann er aber eigenAich seinen Weltruf erst durch m beiden Klassikerverfilmungen, „Der Graf von Essex" und „Der Kaufmann von Venedig". In dem letzteren hatte (r pn ersten Male Gelegenheit mit Henny Porten zusammen zu arbeiten Md auch für diese hochtalentierte und überaus ifWge Darstellerin war drese Zugmnnenarbeit von nicht geringem Nutzen und hier knüpften sich auch die Fäden für ein weiteres gemeinsamer Wirken, das nun in den beiden neuen Filmen der Westi, die sich „Das goldene Kalb" und „Prater" betiteln werden, zustande kam. Der elftere bretjcr beiden Filme entstammt einer Idee von Herczegs Wem „Die beiden Leben der Magdalena" und verjspriHt nach all dem, waS man bis jetzt zu schen und zu hören bekommt, ein wirklich literarischer Fllm zu werden, der psychologische Probleme in einer. allgemetn verstäMichen undleicht faßlichen Form löst. . Der zweite Film wich im Wiener Genre spielen und so einem schon langgchagten Wunsche Heamv Portens wenigstens teilweise Befriedigung bringen. Seit langem suchte diese Künstlerin Betättgung in «wem Wiener, Film, doch fand sich bis jetzt noch nie die rechte Gelegenheit dazu,, um so rnehr, als .sie eigentlich Meinen Wiener Koftüm/sMm dachte -M«n Biedermaier-Film- Da heute gber die.Filmindustvrellen von einem Mtümfilm absolut nichts wissen wollen, wurde daS Buch, das Feiner selbst schrieb, in die Gegenwart übertvagen und ist eine Geschichte, besser gesagt, ein Märchen von heute im Genre des .VMSMSeS. Erfreulich ist es, daß Feiner. Wien nicht irgendwie in BeMn ziu bauen versucht, sondern die Aufnahmen hier in der Stadt Nestroys selbst.macht. Man wird dann viellercht endlich deder aus Men als FiMstM zurÜÄommen und die Prodnktimsindirstrie, die auch in diesem Sommer kerne nennenswerte Ausdehnung erfahren hat, wird zu «kneo Renaissance kommen, die sie schon darum verdient, Werl sie zumindest 'Döirtzchland seine besten Filmrsgisssure gelteifert hat. - - . . Auch Peter Paul Feiner m Mer der Berliner Regisseure, -Wie Joe- May, Fritz Lang,-Richard Oswald und so viele .andere, die Wien den Rücken wagten, weil sie hier Niemand anevkennen wollte, niemand dieWWglichkeit gab., das zri werden, was sie in Berlin in kürzester Zeit und mit Leichtigkeit wurden. Hoffen wir, daß. - haS. .Deilfpi es - KMerS uns.auch noch «ychere unserer Regisseure, -T-.'lioerm auch.Wr MrdiWve Zeit, — wieder nach Wien zurüxöflühve-n wich. ' „&et Hmnpekmtmrt." Eine kleine, reizende Komödie ist dieser Film, die nichts anderes als nett und lustig lsein will. Und dies gelingt ihr auch mit Leichtigkeit. In flottem Terrivo rollt sich die harmlose Handlung ab, gibt dem Regisseur sehr viel Gelegenheit, hübsche Bilder und wnHame WM« zu erzielen, dieser auch sehr gstt fti «fassen versteht. Sehr gut P auch die Darstellung. Man muß allerdings bet daß hier Franzosen von Franzosen vürkörvert werden und mese attch im Spiel chve voMstÄmkrchen Giyenyoiden beibchalten, die Mer im Mm nicht immer, von der richtigen Wirkung sind. Die SpieMnen werden oft durch die übergroße ÄMhaftiMit dev Darsteller verzerrt und machen den Eindruck der Uebertveihung. So in erster Linie das hier spielende Kind, das wohletwas zu stark den Typus des Wunderkindes vertritt und eine oft beängstigende Ältklugheit entwickelte ■ ':4 ’ lr Allgemein wird hier ein guter und oft sehr harmloser Humor entwickelt, der die Haupfforce diezsts Filmsausmacht. Ausgezeichnet ist der dicke Intriguant, der einen typischen Pvov'mzGon Jüan mit sehr viel Geschick auf die Beine stellt,' sein Gegenspieler gibt den schüchternen Liobhaiber mit sehr vielen gut herausgearbeiteten Pointen unlb die Heldin ist zwar nicht überragend, aber immerhin sehr erträglich und vor allem eine außerordentlich hübsche Person. Sehr gut sind auch die einzelnen Typen einer Hochzeits-i gesellschastt in der tiefsten Provinz besetzt und dargvstellr. Die Regie führt das sehr lebhafte Ensemble im allgemeinen gewiß schr >gnt, verficht es alber nicht, diesem öfters gclöotene Mäßigung in der Größe ihrer -GssMulation mit dem ganzen Körper awtzu erlegen. In Hinsicht der technischen Belange bietet dieser Film auch nur absolut Erfreuliches, obwohl sich Mängel m dev Beleuchtung oft unangenehm bemerkbar machen. Lesen Sie DIE FILMWELT IViüstrlei’fiö Klnorevue FIlm-Fachbiatt und -PuS»Hkuni8«Wochen«chrlft REDAKTION UND VERWALTUNO: Wien, VII. Hercr.anngosse Nr. S Telephon Nr. 38*a-85 Reise- und Sommeraufenthdt DAS SCH ISN STE SEEBAD AN DER ADRIA bei unmittelbar dm Meerufer dienen, herrliches Baden sandig, M Meter langer Strand, moderne« Hotel mit 200 Zimmern Ausgezeichnete Küche, eigene Eiafabiikation Konzerte. // Bar // Verschiedene Unterhaltungen // Spurt - Verpflegung 1. Kl. 65 Dinar täglich Zimmer von 30 Diner aufwärts KURÖlf I Gleichenberg HOTEL MAILAMP best empfohlenes Haus ersten Ranges, in schönste!-, zentralster Lage / Pension / Voraügl. Küche / Zivile Preise JOSEF MÖYZL, Hotelier ,,Die Tragödie in einem Pariser Hotel." WaS der Titel verspricht, hält auch der Film: Allerärgster Berliner „Kintopp" nach dem schönen Wlotto: „Immer feste druffl". Wenn nicht alles täuscht, werden nicht weniger äls vier Personen im Verlause der herzlich unmöglichen Handlung ihres Lebens verlustig, und wenn sie den Tod nur für ihre schlechte Darstelluna erlitten hätten, wären sie nicht unverdient verstorben und verdorben sind diese Bühne Helden vierter oder fünfter Garnitur für den Film — und das Theater wahrscheinlich auch —*• unbedingt. Böses Dilettantentum wird in Hinsicht .der Regie und auch der Darstellung bis auf wenige Ausnahmen hier nur entwickelt. Diese Ausnahmen sind in erster Linie Helene Maköwska, die ein böser „Zufall hierher geführt haben mag und ihr in letzter Zeit sehr häufiger Partner, Oskar Marion, der schöne Gleichgültigkeit gegen alles, was der Regisseur da mit ihm treibt, entwickelt. Bedauernswert ist eS, oaß eine so-große Künstlerin wie Frieda Richard hierher verschlagen wurde. Man könnte meinen, daß wir heute schon von den Amerikanern längst hätten lernen können, wie ein solches Thema, wenn es schon unbedingt aufs Tapet gebracht werden muß, ausgearbeitet wird. Aber dies war ein Irrtum. - Die BeÄiner- Filmindustrie will in dieser Art von Filmen Noch immer ihrer eigenen Wege gehen und wohin diese führen müssen,.. .geigt dieser-Film in erschrecklicher Deutlichkeit. Bor fünf Jahren hatte, man ihn noch mit einem Lächeln abtun können, heute aber dürfte ein derartiges Machwerk auch im Sommer nicht herauskommen. „Mit vollen segeln." Ein kleiner, sehr netter Svestska-Film, der scheinbar nach keiner Richtung hin den Anspruch erhebt, bedeutend zu sein. Regie und Darstellung sind, wie bererts erwähnt, jöyr Bad Reichenhall RESTAURANT UND PENSION streng -m MARKOVICS streng iED ‘ ■ --r Zommerhstrieb ab 1. Mai eröffnet! -■■■ Telephon Nr. 882 iÖ654 nett, aber nicht mehr. Das Buch ist noch unbedeutender und könnte aus einer Zeitschrift für Backs: sch ege nommen sein. Aber in das Ganze hinein sind wunderbare Meeresausnahmen, gemacht worden, die unbedingt «den wertvollsten Teil dieses kleinen Films vorstellen und wirklich nnstande sistd, den Baschmrer zu tesselu und dem Film ein Gepräge zu geben, das chn noch über manchen Berliner Film der lebten Zeit stellt,'der bedeutend größeren Austvand bietet. Dieser Film spncht m erster Linie von sehr sparsamen Leuten, die es verstanden, mit äußerst beschränkten Mitteln ein Werkchen gu. schaffen, das sich eigentlich trotz allem noch immer sehen lassen kaNn und das in seiner ganzen bescheidenen Aufmachung noch-immer' sehenswert ist. Der Film nennt keine Namen urch man kann daher nur vermuten, daß-hier ein Mfänger sich seine Sporen A verdienen suchte. Er hat sie sich Vevdvktth Der Film trägt immerhin die Merkmale wirklichen' Talents in der Jufzenievnüg und zeigt äußerdrm unverkennbare Originalität. Er ist eben Mr sehic bescheiden und man muß etwas länge" suchen, -bis. man hier etwas Gutes findet. Aber — urü» dies ist -die HauptifachV — man ftndet es'schlietzlicht-doch.7^ .... Me Fitmt der Woche. „Ihre romantische Ehe." « ZuckerlprinzMu." „Der Toni von der ZMPißr." -«^Liche rwd Karr««.* „Hasenlichter." — „Das Heldenmädchen von Tharon." -- „Kvrnevalsnacht." — „Der Hampelmann." „Das gefährliche Mer." M m breit WIE N. L. A OL E Hfl ASair«e 1lN*fcHlte7däL64» Copyright . JüdisHer Verlag, Berlin. Nachdruck verboten. 63. Fortsetzung. Bon ©öimtttf Gronemann. gleich dem Soldatenrat Jeder von Die, Mtteilunjg wurde weite r>gege den und dann Mrs -versuchte nun aus eigem. Faust den Heimweg. Mir - gelang es am Mittwoch, iW Menüberfüllten Zug m schlüpfen, uvchpem ich von me-Mtzn.WirM-euiten mich -fMl>N!dttch verabschietdet hcttte. Selbst Colotte?WiMe mir ^sösnnMch nach, wenn sie auch mich schon. Tage vorher Wvch,ÄusihaiNHLnder- ThrMwe W Ba'dtzKWMer» wie sie Oeintt, furchtbar geärgert, ha-tte. Zusammen nK Mstem Md nach einer an ZwrschensäÄn reichen Fährt kam ich dann am Sonntag den 17. Nope-m^r auf dsntscham Boden in Düsseldorf an.. Das letzte Bild. das . ich. in .Ärüssel sah, war der EineineS JnfarrtleoieibatäMous in GrupMUto^onuen 'im wttt und Tvitt -77 dev Hanptmann.M R^oß vorne'tvog e 'Musik fpNie -die Wachtam Rheip unK die Aeuts zögen so rrGig und sicher daiher,. als gäbe es.' keine Mevo- Wiöst -Mi aÜ Hatte sich seit 1914 uichÄ geäMevi. Mes,' 4«-'.Mchtzn /in all dem Timiult mrd der Kopftosigkeit -des -TveibenS am ÄrHnhos -w irktt M Götze ' Er'sDiMng dev Holvsttte erfWrMch mnd bevchigenid. Ich An ÄbelMgt, de r Haupbenann -hat seine Leute -in Fviedev uud OÄnuing nach Hause gebracht. Nachwort. - Habe ich nun nicht Recht gehabt mit meiner Warnung ihr, .die chr mich Kir^^ dieser NledevschrM gödräM ^dc.. 'itachgegeben, -weil 'ich. doch, gmUdt» und glaube, däß es schade iväre, wirlm öll' Ge Äernön.ObschW ten, die ich erlebt oder gesehen habe, mir im Trubel dieser wilden Avit.<mS dem Gedächtnis entschwänden. Bvn--ldem, was ich bei den Brüdern im- Osten gesehen habe, wollte iH sprechen» es sind aber viele andere Dinge dazwischen geraten — es ist eine ziemlich konfttfö AngÄegenhett ge- WMN. Nichtdazugehöviges hat sich «.ingeschlichen und viel Bedeutsames Wt. W ist vielleicht kein rechtes Buch» ssndern eher Material zu «inam Buch. Wie gern möchte ich dieses Buch einmal schreiben — m gehöriger Mutze —. drüben in Haifa auf 'der- Veranda eines Häuschens am Berghang'dtzS MtöM sitzend Äi-t dvNt Wck Wer d'tt. Stadt hip — auf das bläue Meer. — G-n großer, 'weißer Dampfer ivendet lkaüsam im Wen. und auf der Wrätze zieht eine Schar von Gasten aus Em-opa heran, gerade aus Mein Hans zu — um rechtzeitig abMlWn M Einsie'. t'lei von Hevmcm« Stmck! Brelleicht, wird mir dann der Sinn alles dessen ausgchen, was ich in -der Fremde gesehtzN habe — Vielleicht geht Ms ällött, geht dem deutschen Volke, geht der Memchheit dsrt in PalDiM die Lösung des großen Mtsels Jude aus, an dem nun seit Tk ' siuden -vM 'Jahren heÄHHetMN wird, -vön MchcklLett und Vi»n MaÄitett, Mn den BÄeuMrn mosasschsr iKöujesiiott Urw don den refpelktive GtüaiZibürgevn jüdischen GlanHens — nur nicht van Iudtst, den echten Hstden denen im Bech-Hamidrüsch. Die griPeln Wer allen mWchsN ProbNnen und Rätseln, nur Nicht über dem größten.. Da's Weint ihnen keines zu sein, nicht etwa in der 'bsMMmn Welfe nnsevet „Nckibigen^ Mr Kpnsessiörven, vemn M Wundliich^ ^Mgma gegev Mtt heschwerlichtztes Opstr aÄ das des AntzelleAs M UWehäglichketten. erspart. scheinen köiM G lä uhi ga n 'zu sein, sondern W i s se.n o e. Aber es ist ein Wissßn, das nicht durch 'das Haäiftern von KiMninissen eÄaNHt iver- .-de»'kann. . ---. Wisststde sind sie! Gie wissest. vköWcht nicht, welchen Weg sie tzHen Wd - zu welchönr AM aber sie wissen, daß. sie M dein Wege sind und in sicherer ADuntz ioünder». lliM -MS rechts und binH vom Wöge Mchicht, MWWrt s^ nicht, kaMr^ daß sie einen Blick hiMersen — ka^mr, dtzß, sie ausweichen, Mm ein Mbex MMt. der den Heg NM Mtt» MrMNck WpsMd^ flb- Kdrängti^ Sie gehen geruhig ihren Weg. lFch habe gewarnt! Wöcm wird aus disfött ^BWEem nichts gelernt -haben- Wer den Wög und über die Wandernden, aber vielleicht geht «S manchem wir mir» her «ich etüoas vvst dem -Ungeheuren ahne, das dort -dm Osten steckt — von den Schätzen/ die da u-ngehobest liegest von ^ei«-m uns so unerreichbar Md Mfatzbar fchrineMn Gbück, das /jette besitzen, dqS wir viellsicht -eiumal bsfesien hahrn und dessen einst alle Welt teilhas-tig werden,p. Dieses Gluck heißt: UnabhäuMsein von den Geschchuissen M MkW» KU wissen: es kann mir nichts geschehen! 7- Wir alle -hüben es an unserer Umwelt Md an uns ' in den letzten Jahren erlebt: Ume Aa-Nsare ertönt und alle unsere MovalbMiM, unsere Nnfchauung von Gut und Döse. Von Recht und Unrecht Wen über , den Haüsen. FrieMche BÜMr MMen von MdrdW/ Wester ftgnett die Küsttz Töten Auszichenden — landfvemde Michtlinge als Feinds M behandeln, Mt/als Tugend,—-..Wir sind Kuli urmen-schett ustr aus Widerruf und auf Zeit. Alle Wsere Moral, unseve Religion, mrfer ganzer Sittenkodex hWt Mr- Unter Wwissett Bedintzirstgen GÄtung. Cs M -niW BlechendsS ni-W Uuü^MrlichO in Ms Und für uns. Wir schwastistzn in j^m Mud Moden von jeder StMwng ÄdttgerissM ' ÜichD Gwigss isi da nichts 'HeNges — nichts, das stärker ist. M alles Zeitliche! Wenn wir erkannt habest werden, was die Starke jener -MchWjk Ätt -Osttzrk- P/ «— 'MW HviL üÄü-nnt -haben werden, ivas -im allen Judeuiüm ruht, der ewige Geist veriorpert ist jener heiligest Rolle — in der Thora, -daun -werden wir wissen gleich jenen, das Ewige vom Vergänglichen, das Wesentliche vo.M Unwesentlichen zu sche-ilden — mit den Worten der Hawdolchr gu unterscheiiden tz.wischen Heiliiyeim und Unheiligem, zwi.schsst Licht und Finsternis ... - - . > ^. -.lechaw dN beju kaude sch rUchaulj besn aur lechauschech... Ende.