Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1969 (8.8.1924)
- Date
- 1924-08-08
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 10 Men, Freitag Wiener Morgenzeiluna. 8. August 1924 Nr. 1969 Fußball. Dir Borderettmtg des Professionattsmus. In der vorgestrigen Spielausschußsitzung her ersten Klasse wurden außer der Ablehnung der Höchstgagen, worüber wir berichteten, noch verschiedene, wichtige Punkte beraten. Herr B altaxe erstattete ein resumierewdes Referat über die bisherigen Ergebnisse der Beratungen über die Festsetzung der Professionalbestim- . münzen. Am längsten wEde über die Zusammensetzung des Kontrollkomitees und des Direktoriums verhandelt, da befürchtet wurde, daß die derzeitige Verbandsmajorität in diesen beiden wichtigen Körperschaften einen - zu großen Einfluß erlangen und diesen zum Nachteil der Professionalliga ausnützen könnte. Es wurde daher beschlossen, der Generalversammlung folgende Zusammensetzung des Direktoriums vorzuschlagen: Die Amateur- und die Professionalliga haben je zwei Vertreter zu entsenden, die sich dann einen Vorsitzenden, der aber nicht dem Derbandsvorstand angehören darf, wählen. Das KontrMomitee hat hauptsächlich die Einhaltung der Statuten zu überwachen. Ueber die Personen, die ins Direktorium entsendet werden sollen, beschloß die Spielabteilung, in einer gcheimen Sitzung zu beraten. Die Vereine sollen nicht gezwungen werden, die' rechtzeitige Auszahlung der Spielergagen durch Bürgen zu sichern, da das besonders kleineren -Vereinen sehr schwer fallen würde, dafür haftet aber vet ganze Verein mit all seinen Einnahmen. — Erklärungen, ob sich die Vereine zum Professionalismus bekennen, sind bis 28. d. abzugeben, Spieler haben mit ihren Erklärungen bis' .zum 19. September Zeit. Die Meisterschaft soll nicht nach dem 21. September beginnen. Schiedsrichtervesetzrmg für Sonntag. Rapid gegen Ostmark: Krejci. Wacker gegen ©Icftxm: Adensam. Rudolsshügel gegen Simmeringer Sportvereinigung: Großmann. Herchr gegen Mchollson: Adler. Slovan gegen Stadlan: Böhm. Jedlersdors gegen Rennweg: PM. Am Dienstag spielten die Simmeringer rn Biekitz gegen die-dortige Hakoah und siegten 4:9. KerteSz 2 hat das Training des Budapester Vivo übernommen. Zfigmmdh. der Tormann vom Brunner Makkabi, soll hni Herbst bei Rapid stücken. ' Vöslauer Somertejgm-^Perchtolsdorser Sommorteam 3:2. Schwer erkämpfter Sieg der Vöslauer, da Perchtoldsdors Verstärkungen vom II. A. C- Meustadl, Kohn, Gollerstepper) hinzuzog. Bei Viöslau wirkte, Wortmann Mckocch) mit, dessen Spiellweise großen Beifall im Publikum erweckte, In der VerteLngung des V. S. T. macht sich das Fehlen Böhmers unangenehm .bemerkbar, da der sonst vorzügliche Wasservogel mit einem uiWlärvgRchen Partner zu spielen hatte. In der Deckung goftel I. Freiseld und Birnbaum, der als MtteÄäufer viel Besieres leistet als aus seinem angestammten Flügelposten. Im Sturm gut S. Wortmann nick Hausknecht. Lore für VoÄau: Wortmann (2). Wolkenstein; für Perchtolsdors: Neustadl G). Touristik. Die Ziele des jüdischen Bergsports. Der antisemitische Alpenverein. — „Die Türen jüdischer Hütte« im Gebirge werden jedem offen sein..." Die Sektion Donauland des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins wurde nach Beschluß der Hauptversammlung des Alpenvereins, welche am 29. Juli in Rosenheim statt gefunden hat, ausgesordert, aus dem Verein auszutreten. Der Hauptausschuß, welcher bis jetzt immer gegen eine Zwangsmaßnahme war, hat ebenfalls dafür Stellung genommen und begründet dies damit, daß die Einheit des Vereins in Gefahr wäre, wenn die Sektion Donauland weiter im Verein bleiben würde. Für uns volksbewußte jüdische Touristen hat dieses Vorgehen ganz besondere Bedeutung. Man wirft uns vor, daß wir eigentlich nur ein Gegenstück zu den arischen Vereinen sind, Werl wir nur Juden als Mitglieder aufnehmen. Wenn wir dies tun, so wollen wir uns bloß in einer Zeit, welche daraus ausgcht, unser Volk sowohl durch Assimilation als auch durch Gewalt zu vernichten, davor bewahren, unterzugchen. Wir wollen den verschreckten, ängstlichen, Spuren der jahrtausendelangen Knechtschaft an sich tragenden Juden zum aufrechten, sreiheitsl i e b e n d e n M e n s ch e n erziehen. Dies ist nur dann möglich, wenn wir ihn seinem bisherigen Kreise, in welchem er von Haß und Mißgunst verfolgt und gepeinigt war, entziehen und ihn in ein rein jüdisches Milieu versetzen, in welchem er wieder ausatmen kann. Hier in diesem Kreise, und nur hier, leg: er seine Schüchternheit und Zaghaftigkeit bald ab. Er braucht sein Judentum nicht mehr zu verstecken und braucht sich seines Judentums nicht mehr zu schämen, denn hier ist eine Auslese aufrechter, jüdischer Menschen, die sich ihres Judentums bewußt sind und die stolz aus die Kulturleistung sind, die d:s Judentum der Welt gegeben hat und immer noch gibt. Hier im Kreise starker, sportgeübter Männer erkennt er die Lächerlichkeit des Märchens von der körperlichen Minderwertigkeit. Seine Muskeln und Sebnen strafen sich und aus dem geistig aufrecht gewordenen Menschen wird mit der Zeit auch ein körperlich starker Mensch. So ist das Moment, das uns zum Zusammenschluß führt, e.nzig und allein der Wunsch, unserem Volke den Weg körperlicher Ausbildung zu zeigen, nicht aber — und das ist der Unterschied gegenüber >den hakenkreuzlerischen Vereinigungen — uns gegen Andersnationale abzuschließen und den Versuch zu machen, deren Bewegungsfreiheit zu hindern. (Schluß folgt.) Gegner für Dempsey abzugeben. Carpentier seinerseits hat eine Re'he von Offerten für weitere Kämpfe in Amerika erhalten. Er wird vorauksichtlich am 18. d. gegen Jimmy SIalter y in Buffalo antreten. Es ist allerdings auffallend, daß Carpentier sich gerade diesen Gegner ausgesucht har. der keineswegs unter die ersten Sterne am amerikanischen Boxhimmel gehört. ' __^ Leichtathlet«. Houben schlügt Paddock. 100 Meter in 10,8 Sekunde«. Vor 6000 Zuschauern fand in Berlin das Zusammentreffen zwischen Houben und Paddock statt. Ueber 199 Meter konnte der Deutsche den Sieg an sich reißen, während sich der Amerikaner über 200 Meter' revanchierte. ' Der Start Über 109 Meter ging gleich beim erstenmal glatt vor sich. Bei 60 Meter hatte sich Houben die Führung gesichert, dann begann Paddock auszurücken. Houben ließ, sichtlich matter, nach, besaß aber die Zähigkeit, sich mit Aufbietung aller Kväfte vor Paddock zu halten und kam in der Zeit von 19,8 Sekunden mit Brustbreite vor dem Amerikaner ins Ziel. Dritter war M u r ch r s o n und Vierter Appel. Houben wurde aus die Schultern Begeisterter genommen und herumgetragen. .Ueber 200 Meter wollte sich Houben wieder die Führung erobern, diesmal mußte er aber den Amerikanern Revanche geben. Paddock siegte in 21:4, eine Brustweite vor Murchrson; in 21:6 folgte Houben. — Ueber 309 Meter siegte der Amerikaner Helfrich in 1:56,2. — Die 110 Meter« Hürdenlaufen sielen an den Amerikaner Rrley in 15 :1.' Zwei Meter hinter ihm folgte Moore. — Im Hochsprung siegte Brown mit einer Leistung von IM Die beiden Deutschen kamen nur auf 1,80. — Die 4 mal 190 Meter-Stassel war eine sichere Beute der Amerikaner in der Aufstellung Riley, Moore,- Murchison und Paddock. Ihre Zeit von 43 ist besser als der deutsche Rekord. Boren. Jack Dempsey. der erst kürzlich einen Mtomobilunsall erlitt und dabei einige, allerdings nicht schwere Verletzungen davontrug, hat sich bereit erklärt, gegen Gene Tunney, »den letzten Gegner Carpentiers. anzutreten. Es .scheint aber, daß das Interesse für einen solchen Kampf in Amerika nicht besonders groß ist, da man immerhin der Ansicht ist, daß Dunneh sich im Kampfe nicht als so stark erwiesen. habe, um einen Der schwedische Rekord im Hürdenläufer! über 119 Meter wurde von Sten Pettcrson ‘ aus 14,8 Sekunden verbessert. Schwimmen. »» Die Wasserballmeisterfchaft. ~ Morgen Samstag finden i'm Mrlitävbade m der Alte» Donau bei freiem Eintritt folgende Meisterschaftswasserballkämpfe statt: W. A. S. 2—Hakoah 2; Schiedsrichter: Zehetmahr. 1. W. A. S. K. 2—Wae 2 Wertheimer). W. A. S. 1—-Vienna (Weiß). Hakoah 2 spielt in folgender Aufstellung: Klein, Kramer, Rosenblatt 1, Reiser, Weigler, Schlesinger, Rosenblatt 2; Ersatz: Chrenkranz. Für die nächste Olympiade hat die Schweiz heute schon einen Olhmpiafoüds gegriünvet, dem jährlich 2909 Franken'zugeführt werden sollen. Aus den Vereinen. Hak o ah (Louristensektion). Zusammenkünste jeden Freitag von 3 bis 10 Uhr Lt.L,7Z, Tclepyofl 33-2-69. Touren- Programm für Lonnig den ‘lC d.: a) Wlenerwald.- Zusammenkunft h-.ub 8 17he Südbahn Kaltenleulgeben—Höllenstein— Sparbach—Wassergspreng—Hinterbrühl.. Führer: War. Hakoah. Freitag der15. b. fnto'ei eine Vollversammlung der Rmg- und Doxsektion wegen Vorbesprechung ' der Gemrastoer-ammlttng des Vereins im Ringerlokal, 1. Bez., EliMethstraße 5. um 8 Uhr abends statt. Kadimah. Sonntag' den 10. d. Freundschaftsspiel gegen den erstklassigen Wi-ener-Noustädter Sportklub in Wiener-Neustadt. Aufftellung Freitag abendim KluVheim. Gemeinsame Abfahrt vom Südbahnhof. Treffpunkt: Halb 8 Uhr in der Halle des Bahnhofes. Schlachtenbummler herzlichst willkommen. Ehester von heute BKttgartettt Beethoven-Abend (bti Regen im Feysaal der Hofburg) vdlkrover: Martha . venttcder OolMeater (Exl-Bühne): Der Weibsteusel CdeattflR deraoiefjfaflt: Mutterliebe - Die Spieler —. Ein HeiratSantrag . Räl««»a.ryrättrr Die tolle Lola UJf. KannefipUK: Was Frauen träumen .. (Df. stadttl)tatet: Das vierte Gebot EMftspieHDcater: Die Kleine vom Variätö eaflweattf (Amerir.^idd. Äunsttheater): Dar rote Lachen CDeate? aa der Wie*: Gräfin Mariza 3rt.$tra»$i*Cbeater: Des Königs Nachbarin l/»8 Kolaad-Böbat: Diagnose 16! »/,8 Keastaatfablfitl (Prater) r Kapelle W. Gcmglberger, Künstlerduo Fritz und Dr. Lazarus V-8 V,8 Vs 8 H V.8 8 V.8 V.8 JftGER-LICHTSPIELE XX. MATHIL.DENPLATZ IS NUR HEUTE UND HORDEN! gelangt der grosse jüdische Film THEODOR HERZE | mit Mall Pleon, R.u.J. Sehlldkraut, Eugen - Neufeld in den Hauptrollen,' tut 'Aufführung Ab 15. August: Die Stadt ohne Juden Restaurant .WIENER* ytO Wien, II. Obere Donaustr. 91 Vorzügliche Küche «o Palästina-Weine ABENDS MILCHIGE KÜCHE flufTeilzaniuns Luxus- und Strapaz« SCHUHE strOmpfe, socken scMMiüsHabermaira I. Rauhenstelngaaae 10 Mezzan>n. 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