Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1969 (8.8.1924)
- Date
- 1924-08-08
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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GeiLe I_Wien, Freitag_ Sitte Stznagoge Mr einen Besucher. Die. Jndian-erstadt Barbados ist die Stadt der kettler. ES ist «in geradezu furchtbares Gefühl, wenn man, die Stadt betritt und sieht, wie schrecklich die einstigen Beherrscher des amerikanischen Kontinents heruntergekommen sind. DaS Betteln m allen Formen bis zu schamloser Ent- ,-VVHmrg erotischer Art drängt sich den Besuchern der Jndiancr- - steckt auf. In Barbados wohnt nun, wie der .New-Jorker Theaterdirektor Tomaschevsky, den eine Sommcrreife hÄführte, erzählt, ein einziger Jude; er betreibt einen. Kramladen. .In der Stadt befindet sich auch eine Synagoge, was darauf hinweist, daß früher eine jüdische Gemeinde dort ansässig war. Mitten zwischen den schmalen Gassen mit ihren armseligen Hütten befindet sich hinter einer niedrigen Mauer ein weitläufiger Hof, der zu beiden Seiten von verstlllenen Häuschen flankiert wird. Im Mittelgründe steht ein gBbzetjinchtes, recht ansehnliches Gebäude; es ist die Synagoge von Barbados. Neben ihr ein Friedhof mit Misch«! Grabmälern, mehr als dreihundert an der Zahl. Die Grabinschriften, welche gut erhalten sind, lassen erkennen, daß dieser Friedhof über 800 Jahre alt ist. Auf meine Bitte — erzählt Tomaschevsky —, die Synagoge betreten zu dürfen, kam eine dunkelfarbige Jn-dianerfrau .mit ein«n großen Schlüssel; sie ist die Synagogendienerin. 'Sie öffnete die schweren Flügeltüren der Synagoge, die so alt ist wie der Friedhof. Zu meinem Erstaunen fand ist statt der« . Mener Ruinen einen kleinen, sauber gehaltenen, architektonisch schönen Tempel, der auch eine Frauengalerie hat. Die Sitze für die Männer sind mit rotem Samt ausgefchlagen. Eine altertümliche Thoralade, kostbare Vorhang« und ThoramäntÄ. In den schon getriebenen Leuchtern stecken frische Kerzen, doch keine angebrannt. Ein alter, ausgemergelter Indianer, der Großvater der Synagogendienerin, erzählt, daß Herr Kiesa, der einzige Jude der Stadt, die Jndianersrau reichlich dafür entlohnt, daß sie die Synagoge in Ordnung hält, tägliich Düren und Fenster öffnet und das Innere säubert. .AusiÄ Frage, ob die Synagoge besucht wird, erzählt der Alte, « erinnere sich aus seiner Kindheit, daß damals hie und da mehrere Juden einmal in der Woche in den Tempel kamen. Seither steht sie unbenutzt. Nur einmal im Jahre (wohl am Jam Kippur) kommt Herr Biesa am Abend; da würden für Hn alle Lichter entzündet und er blaibe bis zum nächsten Abend in der Synagoge; ebenso hätten es auch Biesas Eltern getan. So hat die Synagoge von Barbados einen einzigen Besucher, der. sie nur einmal im Jahre betritt. Einer 8er merkwürdigsten Disbstähle fft vor einiger Zeit m London begangen worden. Dort wurde m dem HrWurtzy,-PalaiS 'der Lady Lil-dilow, in der. Nähe von Z^eadelly, ein Einbruch verirbt, welcher, dom Räume galt, vt WÄichsrn Lady Ludlow ihren koftbaven Familiienf-chmuck im Werft von m-chr als zwei Millionen Pfund mrter ^strerWer Bewachung cmfbewahrt hält. Aus diesem Raume rmn Schntuck im Werte von etwa e iner Vi e >v ie lmrillion Pfnnd entwendet. Ist es schon unerklärlich, wie der Dieb, von »dam bis jetzt noch, jode Spur fehlt, jitt den wohkbehüteten Raum gelangen konnte, so gewinnt der Diebstahl eine geradezu mysteriöse Seite durch den Unlstand, daß -hier ein Kenner an der Ar'boit gswesen sein muß. Denn es fehlen gerade die kostbarst e n und .eigenartigsten Stücke, .welche geradezu intevnatio- ÄÄerr Ruf und Ruhm genießen, darunter der .berühmte Ludilo -w* sche Diamant, "ein Stein, der von Ken-- neru als der 'schönste und reinste nach dem ^berühmten russtschen KroMäimanten „Qrloff" angesehen wird; der Wert dieses fernes dürste, soweit er sich in Jfffern ausdvücken IW, etwa zweihunderttansend Pfund betrogen. iUebevdies .fehlt eine durch ihre Schönheit 'berühmte Perlenschnur. Diese Stücke und auch noch andere besonders werkvolle antiDe Schmuckstücke können von dom Dieb gar nicht zur Veräußerung gebracht werden, da jeder Juwelier sie kennt und ihre Herkunft sofort ftststellen würde. Den Mmlantcn zerkleinern hieße ihn feines Wertes fast völlig berxmlaen. Ebenso würde der Stein in einer neuen Fassung erkannt werden. Es scheint also, daß hier ein Diebstahl aus Liebhaberei begangen wurde. Der Dieb muß es wohl auf dieJveude am Besitz dieser kostbaren Stücke abgesehen haben, deren Verwertung für ihn nahezu unmöglich ist. Bis heute hat man Leinen Anhaltspunkt dafür, wer den Diebstahl bedangen hoben Könnte. gm Blutraufch. Das Geständnis -es Mörders Premr. Ter in Wien verhaftete Mörder des auf der Brenner- Draße als Leiche aufgefundenen Egerer Krankenkassenarztes ^.Siegel, der 22jährige Handelsangestellte Wilhelm Kretzer aus Innsbruck, hat im Sicherheitsbureau. der sKolizeidirektion unter der Last von Indizien ein Geständnis iabgelegt und behauptet, daß er die Tat in einem plötzlichen BlutHrusch", nicht in räuberischer Absicht, begangen habe. Er hätw zuerst mit Dr. Siegel zusammen gegen Bäume geschossen und plötzlich sei in ihm der un- ^ach-weis bare Wunsch wachgeworden, den. Menschen an .feiner Seite niederzustrecken. Um einen Raub und sjBeuie sei es ihm nicht zu tun gewesen, nur die Freude am Mo rd an sich habe ihn hingerissen. ' .Bei den weiteren Einvernahmen, welche gestern vormittags stattfanden, blieb Preyer bei dieser Darstellung. Es 'M noch nicht genau festgestellt, was Preyer dem Ermordeten ^geraubt hat. Preyer behauptet, in der Brieftasche, die er 'lediglich zur Erschwerung der Agnoszicrung des Toten Aus dessen Brusttasche entwendete, außer dein Pas; nur 500.000 Kronen, den HinrerlcgiingSschein über das dann von chm am Innsbrucker Bahnhof behobene Gepäck des __Wiener MyvFenzeltung.__ Ermordeten und einige Milliarden deutscher Papiermarknoten gesunden zu haben. Es erscheint jedoch unglaubwürdig, daß Dr. Siegel sich mit fo gerinMil Barmitteln guf eine Auslandsreise begebe:; hat. Preyer wird morgendem Lgttdesgericht« eingelicfert werden, von wo er an die Jnpsbruckw Gerichtsbehörde ansgelieftrt werdenwftd. All zweiter Hgarmann. Aps Perlitt wrd uns berichtet: Die Hamburger DageSpresse beschäftigte sich letzthin Mt einem a-ngebMM Dr. Braune, der sich als RitteWUsbesitzer, bezichungswei-se als Besitzer eines Landg-wt-es bei Holtors und als Besitzer des Ri-cftnhofes bei Jppenstadt ausgab, d u r ch Annoncen in Hamburger Blättern i n d e r f r ä u l e i n suchte und bie Bewerberinnen nach Bahnstationen in der Hantburger Umgebung bestellte. Zwei jll'Nge Mädchen, die von rhsir nach A s ha u s e n bestellt worden waren, sind spurlos vexschwtzMN. In einigen Fällen begleiteten die Ester;! vor,ichugerlvsise die Mädchen. Maren die Mädchen nicht allein, dann ließ sich der angebliche Dr. Braune nicht schön. Auf Grund der ZeitungSlnelduuÄen ist der Hamburger Kriminalpolizei nun auch unter! anderem angezeigt worden, daß angeblich Dr. Brauns Knaben und Mädchen über zwölf Jahren unentgeltlichen Ferienaufenthalt anßot. Em zwölfjähriges Mädchen, das daraufhin nach Hamburg gefahren ist, wurde von dem angeblichen Dr. Braune in einem dortigen Gersthof Mtergehracht und er -soll sich an diesem Kinde vergangen haben. Es besteht der dringende Verdacht, daß er unter solchen Vorspiegelungen auch andere Mädchen an sich gelockt und mißbraucht hat. Möglicherweise kommen such Knaben als Opfer in Frage. Die „Brüder" heim Heurigen. Dcutschland, Deutschland über alles! Seit Jahren wird in Wien et<n£ feiste, dicke Lüge genährt, die vom „Bruder aus dem Reich". In Wirklichkeit steht es so, daß der Wiener den Bruder aus dem Reichs der als solcher hier erzieherisch wirken will, nicht riechen kann. Schon dessen Dialektfäcbung geht ihm auf die Nervon. Während der Wiener Eigenart und <Atte fremder Völker mit wohlwollender, dann und wann etwas mißtrauischer Neugierde betrachtet, ist ihm alles, was chm von dieser Seite aufgedrängt wird, bis in den Grund seiner Seele widerlich. Ein Versuch; in Wien „deutsche Zucht und Sitte"- einzufüh reu, muß an dein geschlossenen Widerstand des Wieners, der aus tiefstem Kulturgefühl entspringt, scheitern. Die „Brüder", die bekanntlich sehr dickfellig sind, haben das nie begriffen und beglücken Wien immer wieder mit ihrer ' „Brüderlichkeit", deren widerlich herablassender Charakrer von vornherein lebhafte Ablehnung Hervorrufen muß. Wenn die Herrschaften von „drüben" sich mal in Wien umtnn, so machen sie in der abstoßenden Art, welche diese Kategorie von Deutschtum, das ganze Volk um die Sympathie der ganzen Welt gebracht hat, immer wieder den Versuch, den Wienern und Oesterreichern Zucht und Sitte beizubringen. Diesmal mußte der Wirrer Heurige dran glauben. Kamen da Brüder vom deutschen Ruderverband, die auf einer Donaufahrt begriffen sind, nach Wien. Nicht eine der schlechtesten Eigenschaften des Wieners ist, daß er selbst zu Leuten höflich ist, die er nicht aüöstehen kann. Sa wurden denn die Ruderer hier freundlich empfangen. Man veranstaltete ihnen auch einen Empfang im Rathaus. Am Abend wollten sie sich beim Wiener Herwigen umtun, und etwa 160 dieser Gäste zogen in die Heurigen schenke Rockenbauer ein. Dort begannen sie zu gröhlen und zu johlen, dann wurden sie patriotisch. Sie ließen das Deutschlandlied intonieren und sangen „Deutschland, Deutschland über altes". Die Wiener Gäsw der Hemigenfchenk«, denen diese Devise schrecklich gleichgültig ist, so sehr man ihsiM auch von völkischer und sozialdemokratischer Seite die Notwendigkeit des Anschlusses an die deutschen Brüder predigt, hatten, was begreiflich ist, nicht das Gefühl dafür, daß man beim Deutschlandlied als guter Deutscher aufstchen Müsse. Da besannen sich aber die Herren Ruderer auf ihre Schulta an Schülta- Mission. Sie schlugen aus die ihnen zunächst sitzenden Gäste, die nicht aufgestanden waren, los. Einem Herrn wurden zweiZähneausgeschlagen. Die Heucigengäste waren wegen des Ueberfalles zunächst verdutzt. Dann aber setzten sie sich zur Mehr und es kam zn argeU Szeuejn. Es gab auch homerische Auseinandersetzungen, welche das Kampfspiel .froh begleiteten, und im Verlauft der Kampfdiskussion rief einer der Brüder aus dem Reiche, der offtnbar den Anschluß an Deutschland schon verwirklicht sah: ,/Wir sind hier in Deutschland und in Deutschland hat zu geschehen, was wir wollen!" Das Götz-Zitat antwortete ihm. Die Rauftreiien gingen weiter. Erst das Einschreiten der Wache konnte der Situation, die sehr bedrohlich zu werden anfing, ein Ende machen. Es gab hüben und drüben Verletzt Interessant ist übrigens, daß nach Angabe einer Lokalkorrespondenz einer der Provokateure, welche die Pflicht zum Aufstehen während des Deutschlandliedes beim Ziockenbauer demonstrierten, der Bundesbeamte Robert K., auf der Landstraße wohnhaft, war. (Ter Polizcibcrichl verschweigt schamhaft seinen vollen Znnainen.) Ter bundcsbeamtete Anhänger des Deutschlandgedankens und andere von der brüderlichen Invasion bekanien blutige Prügel. Auch einige Winter Gäste wurden verletzt. Es ist zu hoffen, daß die Wiener si:h diese Szene, merken, und gegen die Brüder, welche da^ Hakenkrcuzweftn , in Wien propagieren wollen, ihre Abneigung nicht mehr mit 8. AMst lW^..s.^ Nr. 1960\ Höflichkeit kaschieren werden. Der deutsche Wiener ist, umli ein chm vertrautes Wvpjt zp gebrauchen, viel zu „betamt", um die Klobigkeit des rüdesten Deutschtums zu „verkieftln". Das jüdische Milieu in Linz vevbsterr. We man unsaW Linz meldet, hat die Landes-, hanpkmgnnschg ft von Oberösterreich die ShtK fnhrnllg der Fftnre „Der Fluch" und „Die Stadt ohne, Juden." verboten. Begründung: Beide spielen im jüdi-' scheu Milieu. Herr Prälat Hauser entnückelt fft"' - wie nian sieht ... ., >.Wir haben kürzlich' berichtet, daß in dem deutschen^ Seebad Borkum, in welchem jüdische Sommergäste keine! Unterkunft finden, .ein antisemitisches Lied besteht, dessen! Abfpielei! hurch die Knrkapelle von dem Landrat von Einden,- Dr. Bubert, verboten wurde. Seither wird dieses Lied boitj den Badegästen bei jeder Gelegenheit gesungen. Dieses Stdv teilen wir hier mit, um das Unsrige zur richtigen Er-! ftnutnis der Hakenkreuzkultur beizutragen. Es lautet: „Wer sich naht mit platten Füßen, Mit Rase krumm und Haaren kraus, Der soll nicht deinen Strand genießen, Ter muß hinaus! Der muß hinaus! Hinaus!" i Das Verbot dieses Liedes gilt als Verletzung der Reichs-' Verfassung . . . __ Her Ausflug einer ZiebsSande. An Jnwylendiebstahl in Preßburg. Aus P reßbürg wird uns berichtet: Beim hiosigen., Juwelier W e i n st a b l wurde ein Einbruch verübt, bsii! dem Jitivelen im Werte von 600.000 K. gestohlen wnrdeiL! Man -mmmt qn, daß es sich um den Abstecher einer! in Wien hausenden intern ationale^ Di ehsbande handelt.- Erleichterung des Sieisens. Bom -Verein reisender Kauftente wird uns mitgeteilt:.: Um den Angehörigen -breiterer BevölkerungLschichten des,! eurapäffchen. AuKlandeS, insbesbndere aber den komnler-t Pellen Kreisen, die Einreise nach Oesterwich zu erleichtern^ gelangen an Stelle der bisherigen kons-ularamtlichen -Rerftn-j denabftrtigung nunmehr S i cht tz e r m e r f m <rr ke n zur;! allgemeinen Anwendung. 'Die' ösLürreichischen Gesandtschas-. ten Än Ausland« sind von der Regierung angewieseult worden, -den 'HandelÄamimern und sonstigen wiriischaftj lichen Körperschaften, Touristen- und Sportvereinen 'usw^t das Recht der Aufgabe von Sichtvermerikmabken KU über-.! tragen. \ Tieft SichtvevmerKmarken werden don den betreffen--- - den Organisationen an ihre Mitglieder zu-m Selbstverbrauchl gegen Barzahlung, abgegeben, werden in den- Paß ein geklebt und mit der GeschäftsstamPiAft der;! aiusgebelrden Organisation entwertet. Die Sichtvemrerck-: gebühr betxägt für eine einina-lige Einreise 5 Goldsvanken, \ für mehrmalige Reiftn 10 Gvldfmnken, -und für die Durch-! reift 1 «Goldfvanlken.! Es ist HU! hoffen, daß es in kürzester Zeit gelingen wird, i «unsere Nachbarstaaten zu einem gleichen Entgegenkommen! in der Behandlung österreichischer Reisender zu bewegen s und damit eine entscheidende Etappe auf dem Wege zur! Herstellung des freien Reis-ev erkehres zu er--; reichen. Ein eigenartiger tödlicher Unfall ereignete sich gestern^ nachmittags auf dem Flugfeld in Aspern. Die elfjährige Volksschülerin Anna Zimmer hatte einen 12 bis 18 Meter hohen Hangar der Flugzeuggesellschaft Avis erklettert und oben! gaspielt. Monteure, die sie ^rnerkten, wollten die Kleine scheuchen, um zu -verhüten, daß sie zu Schaden käme. Die! Zimmer flüchtete ängstlich vom Dache und benützte die an den Hangar angelehnte Sicheriheitsleiter. Als sie himmterkletterte,z kam sie durch Unachtsamkeit dem Stark st romkabel derf elektrischen Lichtanlage zu nahe und ein Strom von 220 Volt j ging durch ihren Körper. Das Kind verfiel sofort in Bewußtlosigkert und blieb in den Sprossen der Leiter hängen. Man! befreite die Kleine und berief die Rettungsgeftllschast, doch! konnte der Arzt nur mehr den Eintritt des Todes fest-s stellen. Die Leiche, die gerichtlich geöffnet werden wird, wiess nur eine zwei Zentimeter lange str-eiftuförmige Brand-' Wunde dritten Grades am Unlen Unterarm auf. Die Behörde» gegen die Welkiubs. Die Gendarmerie hat in Baden und V ö § l a n eine Razzia auf die Spiolklubs veranstaltet, in -denen Hasard irrt! wird. In Vöslau wurde im Hotel Bellevue cme Bakkarat-l gchellschaft, unter der sich m e'hrfach v o r b e st raste, ge- - werbsmäßige Hasardspieler befanden, ausgeh oben. In Baden; wurde gegen die dort schon feit lungem 'bestehenden Spielhöllen im Hotel Kurhaus und im Cafe Schopf cm geschritten. Es gab mehrere Verhaftungen. Zu dmnerken ist, daß es in Baden zurzeit etwa 15 Spiel-„Klubs" gibt. In Wien wird jetzt ztlineist Warte gespielt, das ein „erlaubtes" Spiel ist. Die Polizei hat daher keinen „Anlaß"/ einzuschreiten und hält die Ekartegesellschaften in den Stadtkaffechänfern bloß, wie es so schon heißt, „unter scharfer Beobachtung". Wozu hinzugefügt sei, -daß Wien als Dorado ücr Proftssionsspicler und -Falschspieler heute bereits erfolgreich mit Budapest konkurriert.