Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1968 (7.8.1924)
- Date
- 1924-08-07
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Vekke 8 Gien. D'onwerZlag •; In Ungarn ist in der bisherigen nicht sehr günstigen Wtzuttkeine Veränderung eingetreten. In ,.W ü.r z bürg zeigte das Weingeschäft nur mäßiges Leben. In verschiedenen, unterftänkischen und pfälzischen Weinbauorten lagern noch größere Vorräte in 1922er- und 1923er-Weinen; aber. eS fehlt infolge Kapital- und Kreditnot allgemein Kauflust. Die Preise haben aber trotzdem etwas angezogen. Verlangt wurden für 1922er geringerer und mittlerer Lagen 60 bis 80 Mark, besserer und bester Lage 90 bis 120 Matk. 1023er geringerer und mittlerer Lagen SO bis 65 Mark, besserer und , bester Lagen 76 bis 95 Mark pro Hektoliter. Spiritus. Die Absatzverhältnisse in Oesterreich haben sich unbedeutend geändert und nur infolge Eingreifens seitens der Provinz ging eS bei der Spiritusstelle etwas flotter zu. Es notieren: Jnländerrum 40%ige Ware 20.400 bis 20.800 K., StaniSIauer 5l?/,ige Ware 27.000 K., Slibotvitz je nach Qualität 62.000 bis 70.000 K. pro Liter absolut. Wachholderdestillat 40% 46.000 bis 47.000 K. pro Liter, Weindestillat je nach Qualität 75.000 bis 80.000 K. pro Liter absolut, Jamaikarum Original zirka 70% 140.000 bis 100.000 ft., Kognak in Flaschen 42.000 ais 51.000 K., Liköre in Flaschen je nach Qualität 56.000 bis 75.000 K., Himbersaft I 19.000 bis 20.000 K. pro Kilogramm. Börse für landwirtschaftliche Produtte. (Eigenbericht -der „Mener Morgenzeitung") Der Wiener Mavkt verkchrt in -stetig ruhiger Haltung, da die Diühlen bei aller. Reserve gogsnüber den so rasch gestiegenen Getveiidepreiisen doch immer etwas Anschauungen zur Au,srrchterhaltung der Betriebe vornehmen müssen, welcher Umstand den Preiisen eine Stütze bietet. Die inländischen Produzenten sind mit der Fertigstellung der neuen Ware noch immer am Rückstände, wog-u das unbeiständi-ge Wetter seinen Dell boiträgt^ wenn das einheimische Prcdnkt nicht bald in stärkerem Maße zum Offerte gelangt, dürsten die Getreidepreise bäum eine stärkere Reaktion erfahren. Das Geschäft nahm heute rm allgemeinen einen sehr ruhigen und stillen Verlaus, obwohl man sowohl in Brotfrüchten wie in Futterstoffen zu billigeren Preisen ankommen Kannte. Im einzelnen sei erwähnt, daß Roggen etwas freundlicher lag wie Weizen, speziell für gute Qualitäten zeigte sich günstiger Begehr. OcisterreichiWer Merzen erzielte 8800 bis 3900 K. -äb Stawri, prima Korn 3477 bis 8559 K. üb Station. Die Braugerste sprach sich sehr fest aus, der Konsum bekundet günstiges Interesse und bewilligt Gr heimische Ware sehr hohe Preise, da das Offert in slowakischen Provenienzen fehlt. Die ei n geschränkte Gchchäststätigkeii erstreckt sich auch ans das Mehlgeschäst. wo nach -der stürmischen Nachfrage in den Vorwochen nun Ruhe eingekehrt fft. Die Notteruivgen verblieben wohl auif unveränidertsm Stande, doch konnte man i>m Wege der Zweiten Hand billiger anlkommen. Es notieren pro Kilogramm ab Wien inklusive der Warenumsatzsteuer: Weizen inländischer 3850 bis 3950 ft., ungarischer Theiß 4450 Lis 4550 K., jugoslawischer 4250 bis 4360 ft., Roggen inländischer 3475 bis 3575 ft., Gerste inländische 3900 bis 4400 ft., Futtergerste 3200 bis 8400 ft., Mais 3000 bis 3100 ft., Cinquantin 3500 bis 3600 ft., Hafer inländischer oder ungarischer 3150 bis 3250 ft., rumänischer 3000 bis 3100 ft., Hirse ungarische 2500 bis 2600 ft., Hirsebrein 4700 bis 5000 ft., He« niederösterreichisches lose halbsüß 750 bis 850 ft., süß 1000 bis 1100 ft., Roggenbundstroh gepreßt 900 bis 1000 ft. ab Station, Rapskuchen 3000 bis 3200 ft., ftürbiskernkuchen 3600 bis 8700 ft., Leinkuchen 3600 bis 3700 ft., Reps 2.65 bis 2.75 tsch. ft. ab Grenze, Weizengrieß inländischer 7000 bis 7100 ft., Weizenmehl Nuller inländisches 6900 bis 7000 ft., ungarisches doppelgriffig 6700 bis 7000 ft., griffiges 6300 bis 6600 ft., amerikanisches Vollpatent 7000 bis 7400 ft., Brotmehl inländisches Ia 4900 bis 5100 ft., Futtermehl Ia 3300 bis 8500 ft., Roggenmehl inländisches Ia 5350 bis 5450 ft., Weizenkleie 2100 bis 2200 ft.,- Roggenkleie 2050 bis 2250 ft. Wiener Holzbörse. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) An der gestrigen Holzbörse kamen verschiedene Holzgattungen Mm exekutiven Verkaufe, von denen sind bemerkenswert 1 Waggon Nußbaumbohlen zu 80 Schweizer Franken pro Kubikmeter, 1 Waggon Linde trocken zu 55 Schweizer Franken, 2 Waggons Kirsch zu 60 Schweizer Frauken, 1 Waggon Linde zu 60 Schweizer Franken, 2 Waggons Nuß zu 90 Schweizer Franken, 1 Waggon Kirsch zu 50 Schweizer Franken Frachtparität Salzburg. Ferner wurden exekutiv verkauft 1 Waggon Föhrenpfosten franko Wien zu 800.000 ft. sowie 1 Waggon Fichtenbretter zu 720.000 Kronen franko Wien. 6 . . Rür Bau- und Kistenware bestand Frage, jedoch nur zu gedrückten Preisen. AuSgeboten wurden von Laubholz-Schntttut a t e r i a l ungedämpfte Buche 26 Zentimeter trocken zu 580.000 K. ab nieoerösterreichischer Station, polnische Eiche von 2? Millimeter aufwärts lose Ware I und II zu 1,600.000 K. Wien, Nuß 53/110 Millimeter zu 2,300.000 K. Wien. Wiener Warenbörse. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung") Zum öffentlichen Verkaufe gelangen am 8. d., 11 Uhr, technische Artikel, wie Motoren, Porzellan-Armaturen usw. Baumwovmartt. Aerv-Bork, 5. August. Baumwollzusuhreu in den atlant. und Golfhäseu 8000, im' Innern 2000. Ausfuhr nach Großbritannien 7000, nach dem Kontinent 1000. Lokalmarkt wiäällng: 81.25 (lebt. Kurs 31.15). Tendenz: Stetig. — Termine: August 27.80, September 28.20, Oktober 28.27, November —Dezember 27.64, Jänner 27.53, Februar März 27.70, April 27.76. Mai 27.82. Juni Juli 27.52. Berliner Börse. Berlin, 6. August. Das Hauptinteresse der Börse konerirrte sich auch heute auf den Anleihemarkt. Die Autfwärtsegung ist aber «i-ner Abschwächung gewichen aus Grund einer van Zeitungen bekannt,gegebenen amtlichen Erklärung, wonach von keiner amtlichen Stelle direkt oder indirekt Auskäufe von Reichs- oder Staatsanleihen vorgenommen seien. Die Kurise setzten wsolgedeffen mit erheblichen Albschwächungen ein und konnten sich im weiteren Verlause trotz einiger Schwankungen^ nicht besonders erholen. Aus den übrigen UmsatzgeMten war die Ä.urs>be.wegunH -bei vorwiegender Zurückhaltung ungleichmäßig. Montanwerte setzten qrößtenteffs zu etwas gebesserten Kursen ein, konnten diese aber späterhin meist nicht ausri-chrechcllten. Für -Manncsm.inn führten Meinungskäiffe Zn einer Steigerung von drei Billionen Prozent. Auch Phonix- Mtien waren /begehrt und gewannen 1 Billion Prozent. Von MffchimnfübMsiaktien gäben R. Wo'ls von der gestrigen erheblichen Besierung 1 Bimott Prozent wi-edttr her. -Auslandilsche. Renten wurden >u-oder lcblhaster bei weiter an.zieihendeu Kursen der türkischen Anleihe -umgösetzt. Schiffahrts- und Banikalkten _~ Wiener MsryenAeklun^.^_ änderten sich wenig. Kanada-Aktien verloren im Anschluß an die Abschwachung der deutschen Anleihen, zwei Billionen Prozent. (Alles in Billionen von Mark.) - Schlußkurse: Türkische Lose 31.—. Oesterr. StaatSbahn 29.60, Nordd. Llolid 6.9, Ver. Elbeschiffahrt 3.—. Berliner Handelsgesellschaft 29.125. ftomnrerz. Privatbank 6.876, Darmstädter Bank 8.4, Deutsche Bank 9.76, Diskonto- Kommandit 11.7, Dresdner Bank 6.75, Nationalbank für Deutschland —.—, Oesterr. Kredit 0.45, Oesterr. Land erbank —♦—, Neichsbank 88.—, Wiener Bankverein 0.275, Wr. Unionbank —.—, Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 9.25, Bochumer Gußstahl 46.9, Daimler Motoren 3.2, Deutsch-Luxemburger 49.—, Deutsche Maschinen 6.6, Dynamit Nobel 7.25, Felten u. Guilleaume 23.5, Gelsenkirchener Berg 50.75, Th. Goldschmidt 12.75. Harpener Bergbau 60.5, Hirsch Kupfer 21.—. Höchster Farben 14.7, Hohenlohe-Werke 29.5, Laurahütte 7.—, Mannesman'!röhren 85—, Phönix Bergbau 88.8, Schlickert u. Eo. 35.—, Siemens u. Halste 43.—, Televhou Berliner 5.—, Goldanleihe 4.2, Lollarschatzanweisungen Prager Börse. . Prag. 6. August. Arbitrage- -und DsckrmgMufe führten zu einer Befestigung der von den «uMndischen Märkten v!bhällgigen Papiere, der sich auch einige hleistge Werte anschlossen. Auf dem Industrieaktienmarkte erhöhten sich namentlich Kohlen-, Textil-, Jnwald-, Petroleum- und Kroatische Zuckeraktten. In der Kulisse waren Skoda- und Brunner Maschinen fest. Für die übrigen Werte bestand kein Interesse. Bon Tramsportwerten sind Nordbahn-Mtien mit Steigerungen hervorzuhe«ben. Heimische Banken lagen unverändert, in den Mtäen der Wiener Banken fanden namentlich in Kredit-Aktien zahlreiche Umsätze aus Berliner Rechnung statt. Der An'lagsmarkt war zum Teil fester. Von Exoten tendierten Ipar, schwächer. Die beifestilgte Tendenz hielt bis zum Schluffe cm. S ch! n ß k u r s e: Türk. Eisenbahn-Anleihe —Franken —, Böbm. Nu ionbank 393.— . Böbm. Eskomptebank 386—, Böhm. Jndustrialbank 418.—, ZivnostenSka Banka 399.—, Anglobank 106.—, Oesterr. Kredit 87.60, Wiener Uuionbcmk 77.—, Wiener Bankverein 57.—, Buschtiebrader Eisenbahn Lit. A —.—. Lit. B —, FerdinandS-Nordbabn 5730.—, Prag-Duxer 148.—, Aussig-Tevlitzer Eisenbahn , Nestomitzer Znckerindnstrie —, Vereinigte Elektrizität Wien 112.—, Brosche 1085.—, Koliner Sviritus 1013.—, KönigSbofer Zement 945.—, Breitfeld-Danek 480.50, Ringboffer 685.—, Cimmerinaer 108—, Rothkosteletzer Textil 300—, Alvine Montan 181.—. Poldthlitte 296.— , Prager Eisen 868.—, Oesterr. Berg u. Hütten 2345.—, Skoda 629.—. Jnwald 279.—. Budatzester Börse. Budapest, 6. August. Die Haussetendenz, die in der gestrigen Nachbörse eipietzte, fand in der heutigen Börse ihre Fortsetzung, so Daß Kurssteigerungen von 4 Prozent die Regel bildeten. Auch der freundliche Wiener Pr'ivatverkchr trug zu allgemeiner Besserung wesentlich bei, öle bis zum Schluß' anhielt. Der Schluß war daher lebhaft und j-est." (Alles in Tausenden von Kronen.) Schluß! nrse: Britisch-Ung. Bank 48.—, Ung. Kredit 598, Oesterr. Kredit 197, Salgo Kohlen 590, Nimamuranher 123, Cüdbahn 60.—, Staatsbahn 510.—, Anglobank —. Grau- Szaszvarer 380.—, Oberung. Berg-Hütten 470.—, Drasche- Ziegel 210.—, Ung. allg. Kohlen 8285.-, Urikany Kohlen 1025, Koburg-, Spodium 147, Clotilde chem. Fabrik —.—. Ung. Eisenbahnverkehr, 195.—, Vereirr,. Holz —.—, Ad^ia 1000.—. Die Devisenkurse. Zürich, g. August. (Devisenkurse von 12.10 Uhr. Von der Schweizerischen Kreditanstalt mitgeteilte Mittellurse.) Berlin pro Milliarde —(—.—), Holland 205.25 (205.50), New-Pork 530.25 (531.75), London 23.66 (23.71), Paris 29.05 (28147), Mailand 23.35 (23.32), Brüssel 26.50 (25.65'/,), Kopenhagen 86.50 (86.50), Stockbolm 142.50 (142.25), Christiania 73.50 (79.-), Madrid 71.40 (71.90), Buenos Aires 176.50 (176.50), Prag 15.65 (15.77'/,'), Budapest 0.0069 (0.0069), Bukarest 2.35 (2.85), Belgrad 6.45 (6.45), Sofia 3.92 (8.95), Warschau — Wien 0.007487 (0.007525). Berlin, 6. August. (Tevisenkllrse.) (In Goldmark für 100 Einheiten mit Ausnahme von Buenos,New-Mork, London,Japan und Rio für 1 Einheit, Wien und Budapest fiir 100.000 Einheiten.) Amsterdam 161.99 (161.69), Belgien 21.50 (20.15), Christiania 57.71 (57.71), ftopenbagell 67.93 (68.13), Stockholm 111.52 (111.52), Italien 18.375 (18.40-, London 18.71 (18.685). New-Pork 4.19 (4.19), Baris 23.19 (22.64), Schweiz 79.- (78.80), Spanien 56.11 (56.34), Wien 5.92 (5.92), Prag 12.40 (12.44), Budapest 6.40 (5.41), Sofia 3.05 -.3.03), Belgrad 5.115 (5.115). Der!in, 6. August. (Notenkurse.) (In Goldmark für 100 Einheiten mit Ausnahme von Dollar und Pfund für 1 Einheit, österreichische für 100.000 Einheiten und - polnische für 100 Zloty.) — Roten: Dollar 4.19 (4.19), Pfund 18.65 (18.64), Italienische 18.39 (18.38), Oesterreichische 5.94 (5.93), Polnische 77.- (77.25), Tscheche slowakische 12.40 (12.49). Prag, 6. August. (Devisenkurse. — Mitgeteilt vom Bankamte des tsckecho-slowakischen Riirm,Ministeriums.) — Berlin*) 7.99'f, (8.00*/,), Zürich 640.60 (633.50), Paris 187.75 (182.25), London 151.55 (150.80), New-Aork 33.92'/, (33.92'/,), Belgrad 41.65 (41.20), Bukarest 14.80 (14.86), Wien 4.70'/, (4.70'/,), Warschaus) 652.- (654.—), Agram —(—.—), Budapest 4.16'/, (4.15), Jugoslawische 41.60 (41.05). Oesterreichische gestempelte Krone 4.69 (4.69), Polnisches-) 648.— (652.—). Ungarische 4.02'/, (4.02'/,). *) per Billion, f) für 100 polnische Gulden. Budapest, 6. August. (Kurse der Tevisenzentrale.) — Amsterdam 29.970 bis 30.120, Bukarest 342.- bis 345.-, Kopenhagen! 2.610 bis 12.680.Christiania 10.720 bis 10.760, London 345.000 bis 347.000. Berlin bis —Italien 8406- bis 3424.-, Paris 4237.— bis 4267.—, Prag 2275.- bis 2290.-, Stocklmlm 20.630 bis 20.740, Zürich 14.685 bis 14.660. Wien 1.0920 bis 1.0980. Sofia 569.— bis 672.—, Agram 9.44 bis 9.50, New-Nork 77.800 bis 77.700, Warschau bis Brüssel 3865.- bis 3885.—. Belgrad» 6. August. (Devisenkurse.) London 364.75 bis -.—, Baris 447.- bis , New-York 81.37 bis Genf 1540.25 bis Saloniki bis Mailand 359.25 bis —, Prag 241.87 bis Berlin —bis Wien 0.1154 bis Bukarest 36.37 bis Sofia —bis —, Budapest 0.108 bis —. Brüssel —.— bis , Amsterdam —bis —, Warschau bis —. Agram, 6. August. (Devisen.) Wien 0.1152 bis — Berlin —- bis —, Budapest 0.100, Bukarest — bis , Italien 358.— bis—, London 364.50 bis New-Pork 81.66 bis —Paris 445.— bis —, Prag 242.60 bis —. Sofia —bis —.—, Schweiz 1540.75 bis —. Brüssel —bis Marschau —bis — Amsterdam —bis —, Stockholm —dis —. Marschau»^. August. (Devisen.) Berlin —.— bis —- London 21.994>i8 22.21, Steiv-York 516 bis 521. Prag 15.33 bis 15.47. Wien 7.28 bis 7.85. 7. AuMt 1924' -v,*\..v*> Nr. 1968 Nachdruck Vorbehalten. 38. Fortsetzung. mm [j^N.RU&SßA LLr" RÖ M ANV O N_ SIDN PY^dai^Dl „So aber bin ich' ein Professionalfußballspieler, der sieben Pfund die Woche bekommt, mit der Aussicht, auf neun Pfund zu kommen! Jeder Mensch, auch wenn er keinen Sinn für Humor hat, muß die Absurdität meines sehnsüchtigen Wunsches erkennen! Verzeihen Sie mir meine Kühnheit!" Um des Fußballers' wohl,geformten Mund lag 'in bitteres, wehes Lächeln. „Was ich Ihnen aber nicht verzeihe, lieber Dick", antlvortete das jtlnge Mädchen, „das ist, daß Sie mich so kränken. Dummer, lieber Junge!" fügte sie hinzu und suchte seine Augen. „Glaubst du nicht, daß ich mich sehr, sehr freue über die Dinge, die du mir da sagst?" „Mein Liebling — du!" rief Marr aus. Im selben Augenblick aber gab es ihm einen Ruck und seine Äugen blickten feindlich herausfordernd; denn eben betraten Margerhs Tante und Fairfax Stopford den Raum und gingen auf die beiden zu. „Was will der Mann hier? Will er dich etwa besuchen?" fragte Marr scharf. „Ich . weiß cs nicht. Er weiß jedenfalls, daß ich ihn nie wieder zu sehen wünsche. Dieser Mensch muß die Haut eines Nilpferdes haben, daß er picht einsieht, wie ich 'hn verachte. Nimm keine Notiz von den beiden, Dick, bis sie tatsächlich hier sind." Der Zenterstürmer fand diese schauspielerische Aufgabe etwas schwierig, cs gelang ihm aber, Erstaunen zu heucheln, als er vom Stuhle ausstand und die Witiwe und ihren Begleiter anblickte. „Ich bin erstaunt, Margerh, dich in solcher Gesellschaft zu sehen", sagte die Witwe mit einer kaum merklichen Be- P-eg ung in der Richtung nach dem Fußballspieler. „Ich mutz dir das Kompliment Aurückgeben, liebe Tante", antwortete das junge Mädchen in eisigem Ton. „Es ist Mr. Stopford bekannt, daß ich chn nicht zu sehen wünsche. Ich kann es nicht verstehen, warum er mir unter diesen Umständen seine Gegenwart aufdrängt." „Du weißt nicht, was du sprichst, Mädchen!" versetzte die Wüwe scharf. „Mr. Stopford hörte, daß ich nach Rockborough kommen wollte, um dich zu besuchen, und mit seiner gewohnten LiebenAwürdigikeit hat er sich erbötig gemacht, mich in seinem Auto hierher zu bringen. Wirklich, Margerh, wenn ich an dein sonderbares Verhalten^in letzter Zeit denke, muß ich annehmen, daß du deine fünf Sinne nicht recht beisammen hast. Darf ich übrigens fragen, was dieser junge Mann hier bei dir tut?" „Nun", antwortete das junge Mädchen mit heiterem Lachen, „er tut, ivas jeder normale junge Mann tut, wenn er verlobt ist. Er verbringt die wenigen freien Stunden, die er hat, bei seiner Braut." „Braut! Du kannst doch unmöglich meinen, daß du dich mit einem — Fußballer — verlobt hast!" Es lag so viel Entsetzen in der Stimme der Witwe, daß man klar erkennen konnte, daß dieser Schrecken nicht geheuchelt war. „Gerade das meine ich, liebe Tante. Dick und ich haben uns h->ute verlobt. Du bist gerade zurecht gekonrmen, um uns Glück zu wünschen. Natürlich wirst du so etwas nicht tun, aber es wäre unhöflich von uns, es von dir Nicht wenigstens zu erwarten! Mr. Stopford wollen wir gerne davon entbinden! Dick —" wandte sie sich dann an den jungen Mann, der Fairfax Stopford mit Blicken ansah, als ob er ihm jeden Augenblick an die Gurgel fahren wollte —, „Dick, meine Tante will mir nicht glauben, daß wir verlobt sind." „Ich hätte nie geglaubt, daß du dich so weg.versen könntest — pfui , einen Berufsfußballspieler, einen. gewöhnlichen, simplen Fußballer —1" Es kostete der Witwe Anstrengung, die Worte ausßusprechen. ,Minen simplen und sicherlich keinen gewöhnlichen Fußballer! Mein Dick ist einer der besten Spieler im ganzen Lande!" antwortete Margerh spöttisch. „Ich möchte wissen", rief die Witwe aus und wandte sich an Marr, „mit welchem Recht Sie es wagen konnten, meiner Nichte einen Heiratsantrag zu machen?" „Erstens, uw. sie vor den Belästigungen eines skrupellosen Schurken zu schützen, und zweitens, weil 'ch sie liebe", war die ruhige Antwort. „Da Sie aber eine Vorliebe für Fragen haben, werde ich mir erlauben, ebenfalls eine Frage an Sie und Ihren Begleiter zu richten. Was haben Sie mit den 3000 Pfund getan, die Ihnen von Mß Kirkbh anvertraut worden sind?" „Sie wurden Mr. Stopford übergeben, der das Geld für meine Nichte anlegen sollte." „Nun, da ich in Zukunft die Anlage von Miß Kirkbhs Geld besorgen werde,-muß ich Sie Litten, den Betrag in der kürzesten Zeit zurückzuerstatten." Es war eine unverkennbare Drohung in diesen Worten und den Blick, her sie begleitete, konnte auch Fairfax Stopford nicht ignorieren. „Ich weigere mich, das Geld auszufolgen, damit Sie es einem unwissenden jungen Mädchen l-ev^'sffhnoin^^n können." (,Fortsetzung folgt.)