Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1968 (7.8.1924)
- Date
- 1924-08-07
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2979076-2980834-2981051--19988-3007179- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
/ Nr. 1968 Wien, Donnerstag .-Wiener Morgenzettung. 7. August 1924 Seit« V LesteWichische Natlonalbank. Zunahme des Notenumlaufes zvm Juliultimo. — Anwüchsen! »es Wechlelportefeuilles. " ifi '■ 1 <' . ■ ,< We ans idem heute pubWerten Bankausweis hervovgeht, hat die Oesierreichische Nationalbank zum Ultimo wiederum einen stärkeren Bedarf zu befriedigen. Von der Steigerung des effektiven Banknoten Umlaufes' per runb 659 Milliarden auf 7995 Milliarden sind 464 Milliarden auf Abhebungen von den Girokovtoguthaben zurückzuführen. Die Summe des effektiven und wirtüellen Notenumlaufes weift somit gegenüber dem-Stande am 'Schluffe der Bovtooche eine Zunahme um 195 Milliarden auf. Diese ist mit 88,6 Milliarden durch Devisenzuflüsse zum Barfchatz, mit 106,5 Milliarden durch eine neuerliche Steigerung des Eskonrpteportefeuillestandes zu erklären. Das Wechsä'portefeuille betrug zum ^nUultimo 3808 Mill'arden. Devisen- und Balntenlursc. (Mitgeteilt von der Oefterreichischen Nationalbank.) Vi8tL Amsterdam f. t holl. Gulden Agram 1 ]ug. Kronen ... Belgrad 1 Dlnalr ..... Berlin' 1 deutsche Reichsmark BrOssel I belgische Francs Budapest** 1 ungarische Kronen Bukarest 1 Lei. Chrlstlanla 1 nönveg. Kronen Kopenhagen 1 dänische Kronor London, 1 Pfund Sterling . , Madrid I Pesetas , , , , , Mailand 1 Lire ...... New York 1 Dollar, . . t , Paris 1 Francs ...... Prag 1 tschecho-slow. Kronen Sofia I Lewa ,. . . . . Stockholm 1 schwedlscheKronor Warschau*** 1 polnische Mark Zürich 1 schweizerische Francs , Noten Amerikan, Noten v. 5 Dollar aulw, _ « » kleinere . . . Belgische Noten 100 Francs . . Bulgarische Noten zu 1000 Leva . » » » 100 , , » « kleinere. . . Dänische Noten 100 Krönet , . Deutsche Noten*. ...... . . ■ .100 ... _ ■ ■, , kleinere* . . . Engl, Noten von 5 Llvrest, aufw, » i . . kleinere . -. . . . Französische Noten 100 Francs . Holländische Noten 100 Gulden . Italienische Noten, v. 100 Lire aufw. lclciticfo * Ingosl. Noten ungest. zu 1000 Dinar .... 100 . „ . ■■■ ■* kleinere . , Norwegische Noten 100 Krönet . Polnische Noten **' . . . . . . . kleinere . . . Rumänische Noten zulOOO u, 500Lel . . kleinere . . . Rnss, Noten (Roman.) zu 500 Rubel ... . . 10Ü . . » . kleinere , . Schwedische Noten ,100 Kronor , Schweizerische Noten 100 Francs, Spanische Noten. 100 Pesetas . , Tschecho-slow, Not, v.1000 aufw, „ „ kleinere .. Türkische Pfund-Noten . . ... Ungar. Noten** (n. Eni.) zu lOOOKr. . . zu 10.000 Kr, . . , . , kleinere. 6. August Geld Ware 27420.- 27520— m,— «72.— c68— «72.- 16750,- 16851.- 353 t.- 3541.- 90.75 92.75 313— 315— 9.13'.- 9020— 11330.- 11370.— S. A-iigost Geld Ware 27351— «53.— c58— 16«25.— 3394.- 90.75 8f9,- 948(1— 11330.— 27450.— «Ri.- . «62— 16975.- 340,5.- 92.75 311 — 9520— 11370.- 317000,- 318000,- 316300.— 317300— 933-7.- 9370.- 3134.- 3146.*- 70935.- 71185.— 3917.- 3933— 21' 1,— 2111.- 9380.- 3114.- 70935— 3817.— 2107.— 9420.- 3126— 71185.— 3833— 2117— 516.- 520,— 517— 521— 18720.- 18780.— 18720— 18780— 13550.— 13650.— 13550— 13650— 13385.- 13435.- 13355— 13405— 70460.- 70860.- 7C460— 70850— 70360.- 70760.- 70360— 70761— 3500. - 3530.- 3350— 3380— 500.- 503.— 500— 503— ' 48o!— 4881- 48o!— 488um— 11260.- 11180.— 11250— 16520.- 16640.— 16530. — 16651— 16420*.- 16540*— 16431— li>55o!— 315200.- 316800.- 314500— 316100— 315000.— 316600.— 31431.0.— 315900— 3910.- 3941.- ■1800— 3831- 27100.- 27300— 27051— 27251— 3140.- 3160.— 3120— 3140- 3110.- 3H0.— 3090— 31 in— 865.- 871— . 855— 861 — 855.— 861— 845— 851— 9460.— 9540— 9360— 9440— 1343C.— 13620— 13480— 13620— 13280.- 13420— 13230— 13421— 308.- 312— •303— 307— 298.- 302— 293— 297.- 18530*.- 18630— 18530— 18631— 13370,— 12450— 13340— 13420— . 9210.- 9290— 9260— 9340— 2C90.- 2106— 2092— 2108— 2085.- 2101— 2087— 21Ü3— 33800.— 34600— 33800- 34600.- 87.50 90 50 87.25 90.25 82,50 85.50 82! 25 85 25 *** * Für eine Billion Mark, für 1 Zloty aufwärts. ** für 100 ungarische Kronen. Der neue rnmSnWe zolliarls. Aus Bukarest wird uns gemeldet: Mit 1. August ist der rm „Monitorul Official" veröffentlichte neue Zolltarif in Kraft getreten. Die Regierungsverordnung über den neuen Zolltarif ändert in erster Linie die Zollverordnung des Jahres 1921 und stellt diH Zollgebühren in Goldlei fest. Das Ministerium veröffentlicht im. Zeit zu Zeit den UmrechuuugsMiissel der Goldlei in Papierlei. In den ersten drei Monaten, ^also bis ersten November, beträgt der Umrechnnngsischlüssel 30 Lei für einen Goldleu. Der Tarif enthält auch Minimalzölle für die Einfuhr aus jenen Ländern, mit denen Rumänien einen MeMsgünstigungsvertrag hat. Dieser Zoll beträgt ein Drittel des Maximalzolles. Die bestehenden Verbote ' und LnKUsgebühren bleiben Leiter aufrecht. Der Finanzmintster motivierte die Zollerhöhungen mit dem notwendigen Schutz der rumänischen Industrie. Dort wo die Interessen der Industrie nicht berücksichtigt wurden, wurden die Interessen der Konsumenten vor An gen gehalten. Die Durchführung der Schutzzolltendenz wurde in der Weise erzielt, ■ daß die der JnidustrieförlderuNg tvürdige Produktion in drei Gruppen eingeteilt wurde. In der ersten Gruppe sind die landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen und Petröleumprodukte, in der zweiten Gruppe Textilien, Leder, Schuhe, Zement, Glas und Patzierprcdukte, in der-dritten Gruppe sind Eisen, Metall, Mafchinenbestandteile und Eisenbaumaterialicn. In den beiden ersten Gruppen ist die Erhöhung nicht zu stark, in der dritten gegenüber dem gegenwärtigen Zustand bedeutend. Die wichtigsten Veränderungen gegenüber dem heutigen Zustand sind die folgenden: Die Erhöhungen betragen bei der rohen Schafwolle. von 10 auf.15 Lei pro. Kilogramm, bei gewaschener, gekämmter Wolle, statt 50 bzw. 80 bzw. 300 Lei, jetzt 120 bzw. 160 bzw. 600 Lei Pro 100 Kilogramm; Hüte statt 25 Lei 40 Lei,, statt 30 Lei 60 Lei pro Kilogramm, Hansleinwand Pro 100 Kilogramm 700 Lei, Papier statt 260 bzvtz WO Lei 600 bzw. 600 Lei. Bei schweren Maschinen ist der altr Tarif in Kraft geblieben. Bei Feldmasch'men ist der Tarif von 120 auf 260 Lei erhöht worden. Die Erhöhnug bei elektrischen Dynamo beträgt 700 Lei, früher 300, jetzt 1000 Lei. Bei Maschinen für die Textil- und -Papierindustrie, Druckerei-, Schreib- und Nähmaschinen ist der. Zollsatz unverändert geblieben. Bei Fahrzeugen ist die Steigerung unbedeutend. Bei den chemischen Produkten, pro 100 Kilogramm, bei Glyzerin früher 60 bzw. 125 Lei, setzt 600 bzw. 600 Lei, bei Karhid früher 120, jetzt 280 Lei. Der Zollsatz für geräuchertes Fleisch, Konser venfleisch wurde von 200 auf" 400 Lei verdoppelt. Der^ Topfen Vergebliche Sanierurrgsversuche der Kaufmännischen Bank. Die Bersu che, die O e st e r r e i ch i s ch e Kau st männische Bank zu sanieverr, werden ununterbrochen fortgesetzt. Doch zeigt sich unter der österreichischen Kaufmannschaft geringe Neigung, tatsächlich auf die Sinterung in dem Maße einzngehen, wie es ihr von der Verwaltung >der Bank zugemntet wird. Hinter -der Bank steht bekanntlich zum größten Teil die ch r i st l i ch s o z i a l e Kau fmannfchaf.t. Sie hat ihre Einlagen ebenfalls bei der Bank hinterlegt, und da sie um diese fürchtet, hat sie kein Interesse >daran, wiederum größere Mtienzeichnungen zu übernehmen. In der Vorwoche hieß es, daß schon um die Mitte dieser Woche die Sammelaktion zur Rettung der Bank beendet sein dürste. Tatsächlich sind bis jetzt die Erfolge so minimal, daß von einer umfassenden Sanierung nicht iie Rede fein kann. Man will nunmehr versuchen, die Agitation auf breitere Grundlage zu stellen, um auf diese Weise doch die für die Sanierung notwendigen Mitteln zu erhalten. Es handelt sich um die Aufbringung von zehn Milliarden Kronen. Diese Summe ist nämlich notwendig, .wenn überhaupt mit einem fremden Konsortium in Ber- 'handlungen emgegangen werden soll. Bei der heutigen GeMalamität ist es aber Ang-emein schwer, eine ' solche Summe aufzubringen. Gestern abends fand eine neuerliche Verwaltungsratssitzung statt, welche sich mit der Situation der Bank befaßte. Es soll auch weiterhin versucht werden, unbedingt die tatsächliche Liquidierung der Oesterreichischen Kaufmännischen Bank z>n verhindern. Dies hauptsächlich ans dem Grunde, weil es sich hier ums Pre stige der christlichsozialen Partei handelt, welche in der österreichischen kaufmännischen Organisation ihren Rückhalt hat, und weil beim, tatsächlichen Zusammenbrn,ch der Bank auch -der Kaufmännische Zentralverein schwere Schäden erleiden würde, was zweifeUos auch seine politische Rück-. Wirkung haben dürfte. Die Situation kann nach'dem derzeitigen Stand der Dinge als trostlos angesehen werden. Das Ausgleichsverfahren der Gekawe. Die von der Kansmännischen Bank abhängige große Einkaufsgefellschaft, die Gekawe, Ebenfalls eine der christlich'sozialen Partei nahestehende Gründung, dürfte sich allem Anscheine nach zum Ansuchen um das Ausgleichsverfahren veranlaßt sehen, Es zeigt sich, -daß die bis jetzt unternommenen Versuche-eines-Anschlusses an die Zentralbank der deutschen Sparkassen oder an andere finanzielle Potenzen vollk-onimen erfolglos waren. Bis gestern ist das Ansuchen um das Ausgleichsverfahren vom Handelsgericht noch nicht eingeleitet worden, dies aber in erster Reihe deswegen, weil tatsächlich zoll von 900 Lei wurde ebenfalls aus 1800 Lei verdoppelt. Erhöht wurden gegerbtes Leder von 1600 auf 2500 Lei, bei Rindsleder ans 3000 Lei. Sehr stark ist die Zollechöhnng für Seide, ferner für Feingebäck und Zwieback. Der Kakaozoll wurde sogar verdreifacht, früher 600, jetzt 1800 Lei, Schokolade wurde von 2500 auf 3500 Lei erhöht. Unverändert blieb der Zoll für RassinadLzucker. Der Zoll für Möbel und Zement wurde nicht so stark erhöht. Zement stieg von 36 ans 50 Lei pro 100 Kilogramm. Der gestrige Privatverkehr. Der gestrige Privatverkehr gestaltete sich sehr freundlich. Es waren weitere Kaufaufträge sÄvohl aus Deutschland als auch aus Polen und Prag eingelangt. Der günstige Verlauf der Londoner Verhandlungen hat stimulierend auf alle Börsen gewirkt, was selbstverständlich auch auf dem Wiener Markt Rückwirkungen übte. In erster Reihe -waren österreichische Bankaktien namentlich Kreditak-tien, gesucht. Gleichstellung der ungarischen mit der österreichischen Krone? Ans Budap-st wird gemeldet: Wie „Magyarorfzag" aus den Kreisen der Nationalbank erfährt, schwebt der Bank als lctztes Ziel der Kronenstabilisieruag tie Gleichstellung der ungarischen Krone mit der österreihi'ch?n vor. Die Goldparität der ungarischen Krone, welche jetzt offiziell mit 17.000 festgeietzt ist, soll auf 14.400 herabgedrücht werden. D'^ Nationalbank hofft, den Ausgleich des Kursniveaus zwischen der österreichischen und ungarischen Krone schon in der nächsten Zeit erreichen zu können. Handelsvertragsverhandlung zwischen Deutschland und der Schweiz. Aus Bern wird gemeldet: Für die nächste Zeit sind zwischen dem Deutschen Reich und -der Schweiz Verhandlungen in Aussicht , genommen, um einen neuen Handelsvertrag abzuschließen. Von -deutscher Seite wurden beim schweizerischen Bundesrat in den setzten Monaten wiederholt Schritte unternonrmen, um einen Abbau der schweizerischen Einfuhrbeschränkungen. zu erlangen. Die deutschen Wünsche konnten aber vom schweizerischen Wirtschaftsdepartement nicht ohne weiteres berücksichtigt werden, weil Deutschland gegen eine Reihe wichtiger schweizerischer- Jndustvieprodukte Einfuhrverboteerlassen, beziehungsweise Prohibitivzölle eingeführt hat. Die Schweiz ist deshalb nach Ansicht des Bundesrates genötigt,., für die Freigabe des Exportes einzelner deutscher Erzeugnisse unbedingt von Deutschland-Gegeukonzessionen zu verlangen. In der nächsten Woche wird in Bern die erste Zusammenkunft der Sachverständigen stattfinden. ■ Es wird von beiden Seiten der Abschluß eines Handelsvertrages ans einer neuen, . soliden ©luiiDicjc vorbereitet. ber Status der Gekawe no-ch nicht sestgestellt ist. T-erselbi dürfte in kurzer Zeit fertig sein und nachher ist es. wahr» scheinlich, daß das A-iisglleichkVerfahren nicht zu vermeiden 'fern wird. Die Gekawe verfügt übe-r Realitäten, welche wohl bei langsamer Liquidierung größere Aktiven repräsentieren dürften. Sollte aber das Atisgleichrvcrsabren sehr rasch vor sich gehen, so ist es unwahrscheinlich, das; aus den Realitäten größere Summen hereing-ebracht werden können. Dir Schätzun-g des Warenlagers ist schwankend. Es wird behauptet, daß ungefähr 16 Milliarden tatsächlich aus dem Verkaufe der vorhandenen Waren erzielt werden könnten.. Sei dem wir auch immer, es ist bestenfalls mit einer Ausgleichsquote von höchstens 70 Prozent zn rechnen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß diese Ansaleichsquote noch eine Minderung erfahren wird, da eine Reihe von Ausständen vorNnsig noch als Aktiven gezählt wird, welche aber voransstchtlich nur teilweisr oder überhaupt nicht hereingebracht werden können, weil die Kauflcnte, welche diese größeren Summen schulden, nicht leicht in der . Law frn werden, diese zurückzuzahlen. Lombard- und Eskomptebank. Ausgleichsverfahren neben Sanierung. Vorgestern ist endlich der Stalins der Lombardnnd E'sko-mhtebanik -nach längerer Mühe sestgestellt worden. Die Aktiven betragen nach -dieser Schätzung 380 Milliarden, die Passiven dagegen belaufen sich , auf 530 Milliarden. Wohl dürften aber die Aktiven eine wesentliche Minderung erfahren. Tics deshalb, -weil-ein großer Teil der Aktiven, wie Wertpapiere und Realitäten, schon lange vor dem Zusammenbruch einzelnen Gläubigern zur Sicherung ü'bergeiben wurden und diese Gläubiger dadurch zu 100 Prozent gedeckt sind. Dadurch wird zweiseltlos die andere Masse der Gläubiger schwer geschädigt. Man versucht nunmehr, diese Gläubiger, welche zu 100 Prozent gedeckt find, dazu zu verlanlaßen, daß sie sich zur Minderung ihrer Sicherheit bequemen. Vorläufig sind in dieser Hinsicht keine Erfolge erzielt worden. Das Aus-, glieiichstvevfahreu dürfte jetzt seinen ungehinderten Gang nehmen^, und es ist nicht unwahirfcheinlich, -daß eine A u 8g le i chs quot-e von 30 bis 36 Prozent erzielt werden dürfte. Erst wenn der Ausgleich mit den Gläubigern volltonümen perfekt sein wird, kann an di-e Sanierung der Bank geschritten werden. In dieser Hinsicht bemühen sich unter dem Drucke der Regierung sowolhl Heinvich. B r v n n e r als auch eine belgische F i n a n z-,-, gruppe um eine Weiterführung de's Institutes in. verringertem Rahmen. Wenn einmal die Gläubiger tatsächlich vollkommen glattgestellt sein werden, daun wird es möglich sein, die Sanierung auf der von den beiden Proponenten vorgeschlagenen Basis durchzusühren. Günstige amerikanische Beurteilung der deutschen Anleihe, Aus New-Port wird gemeldet: Das „Walstreet Journal" schreibt über die deutsche Anleihe, daß der Erfolg derselben in der Hauptsache von der Höhe des Zinsfußes abhängen werde, doch dürsten 7 Prozent genügen, um die Geldleiher zu interessieren. Schon jetzt seien Bestrebungen im Gange, mit ein Syndikat zu gründen, das in den Vereinigten Staaten die Ausgabe der Anleihe 'in die Hand nehmen werde. Das Syn-: dikat werde unter der Führung der hervorragendsten Großbaulken, insbesondere Mvrgans und Loews, stehen. Besserung der polnisch-russischen Wirtschastsbeziehmigen. In den letzten sechs Monaten haben sich die Handelsbeziehungen zwischen Polen und Rußland wesentlich gebessert. Die Sowftt- Handelsmission hat in diesem Zeitraum allein in Polen Waren im Werte von fünf Millionen Goldrubel, vorüviegend' Paraffin, Metallwerkzeuge, optische Instrumente, chemische Produkte, landwirtschaftliche Maschinen, Farben und Arzneimittel, eillgekauft. Einige polnische Firmen haben bereits in Moskau, Eharkrw und Minsk Filialen errichtet, nm an Ort und Stelle ihre Waren abznsetzen. Der ganze Handelsverkehr wickelt sich bar, nur in den seltensten Fällen als Wechselgeschäft ab. Die Sowjethandelsmission hat auch in Polen Waren im Werte von vier Millionen, voritviegend Eisen, Rauchwerk, Roßhaare, Terpentin, Gummischuhe und Obst verkauft. Der durch Polen sich abwickelnde russische Transit- Handel mit Deutschland, Oesterreich und der Tschechoslowakei belief sich in diesem Halbjahre auf 2600 Waggon Ware. Insolvenzen. Der Kreditoreuverein meldet folgende Zahlungseinstellungen : S ch e r z e r Anton, Kaufmann, 17. Bez., Hernalser Hauptstraße 45; Helene Kobe r, Holzhandel, 5. Bez. Fendigasse 13; Scheid! Alois, Inhaber der Firma Seewald, 6. Bez., Königseggasse 5; G ö r g l u. H ö g e r, 11. Bez., Simmeringer Hauptstraße 16; A n d e r i e t h Karl, Baden,. Theaterdirektor; Ludwig S m i t, Aicchaniker in Spitz an der Donau; „N i e d e r ö st e r r. H a n d e l s- 1t ndAvpr ovisionierungS-Ges. m. b. H.", Wiener-Aenstadt. Die Warenmärkte. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzektnng" i Mein. Es ist nicht zu leugnen, daß in den letzten Tagen seitens deS Konsums sich größeres Interesse knndgab, das hauptsächlich darauf zurückzuführen ist,, daß höhere Preise in Aussicht gestellt, werden. Bevor man-aber endgültig mit der angeblichen Mißernte abrechnet, ist es notwendig, die nächste Zeit abznivarten. Altweine 120/0tflc bezahlte man mit 11.500 K., 10V,tße mit 9800 K. und li%tßt mit 11.000 K. In den niederösterretchischen Produktionsgebieten dagegen wird allenthalben Reserve beobachtet; ob eS vorteilhaft ist, mit Ware znrückzuhalten, wird erst die Zukunft lehren. In der Netzer Gegend wurde mit 7500 bis 7800 K. MPSktit'.