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Wiener Morgenzeitung · 1924-08-07 · Heft 1968 (7.8.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1968 (7.8.1924)
Date
1924-08-07
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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KMe 8 Men, DoMeckKag__ Mhm und Kunst. Bolksoper. In einer sommerlichen Aufführung mit verhetzten Zeitnahen, mit geschlissenen Dekorationen uNd einer Regie, die in der szvnffchen Wiedergabe die klare musikalische Architektur nur trübte,' Hai Verdis „Rigoletto" doch wieder auf veil Laien und den Musiker mit der Wucht eines Elementirereignisses gewirkt. Diese Partitur bleibt ein Wunder, Sw vereinigt Sie Kraft eines Naturgewächses mit der'Kultiviertheit einer Treibhauspflanze. Von den Sängern ist noch am ehesten zu erwarten, daß sie in das tiefe Geheimnis dieser Kunst eindringen. Herr Jseo Jlari ist ein treuer Schüler der italienischen. Gesangslehre; vielleicht würde man sich an seine offene italienische Denorstimme gewöhnen, da die Höhe, auch wenn kie formiert wird, kraftvolle, leuchtende Töne aufweist, Mit der verbildeten, stumpf klingenden Mittellage kann man üch nicht befreunden. Den Herzog stattet er mit einem Naturburschentum aus, das man bei Trägern der Fürstenkrone an italienischen Höfen nicht erwartet. Herr Nowak in der Titelrolle ist für die voWoper ein großer Gewinn. Wenn auch in der Darstellung daäußere Narrentum die Vaterliebe zu lange in den Hintergrund drängt, so ist man doch von der starken Gesamtleistung und den tiefen dramatischen Akßenten ergriffen. Fran Gerö verfügt über ein hervorragendes Stimmaterial, das besonderim dritten Mt erfolgreich durchschlug. Von so manchem anderen schweigt des Sängers Höflichkeit. dt. ßtae Lheater-Srinnerung. Aon unserem Berliner Mitarbeiter.) Der- 4. August war ein Gedenktag in der Berliner Theatevgefchichte. Vor hundert Jahren wurde am Alexander- Platz „über der Spree" das später durch die Triumphe. Henriette Sontags und die glanzvollen Rossini-Aufführungen so berühmt gewordene Koni gstä dt is che Theater eröffnet, dar am SO. Juni 1951 geschlossen werden mußte und — in ein Lagerhaus verwandelt wurde. Er soll daran erinnert werden, daß am ersten Abend ein Wiener Stück, Bäuerles „Der Freund in der Not", in Szene ging und österreichische Musik, nämlich Haydns „Ochsenmenuett", anläßlich der Eröffnungsfeier auf dr sen Berliner Brettern erklangen. Als die Sontcrg Berlin verließ, endete die Glanzäva des KünigstWtischen Theaters. Später wurde noch mit Gluck die Berliner Note auf dieser Bühne angeschlagen. Friedrich Beckmann, der beliebte Berliner Humorist, lockte das Publikum. Ms schon das Theater unter der Konkurrenz neuyegründeter Privatbühnen litt, mühte sich daS KönWädtffche Theater verzweifelt um ernste Must, insbesondere um neue deutsche und italienische Opern, ging also in Ehren unter. Am de« Theatern. Bol k.js o p «r. Heute „Der fliegende Holk.i» d er*. — Morgen (Freitag) „Marth a". Im D e u s ch e n V o l k S t h e a t e r spiel die E x l- B ü h ft e heute zum ersterunock die Bauernposse Las In ngf e r n w e h*. — Morgen im Rahmen des Schönherr-Zyklus der Dichters „W e i b s t e«f e l*. Im Carl-Theater wiederholt das Amerikanischjüdische Kunsttheater heute Donnerstag und morgen Freitag das Drama „D a s r o t e L a ch e n" von Toller. — GamStag bleibt' das Theater geschlossen. — Sonntag den 10. d. findet als Abschiedsvorstellung ein Rezitattonsabend des Direktors M. .Schwartz statt, der nach seiner eigenen Austastung und Einrichtung sämtliche Rollen deS Volksstückes „Der Dybuk^ von An-skh darstollen wird. Die neuen Stücke des Raimund- und VolkstheaterS. Die gemenffame Leitung des Deutschen Volkstheaters und des RanttündÄheaters, die bekantlich Dr. Rudolf Beer innchat, hat unter anderem folgende Bühnenwerke *ut Aufführung erworben: Bronnen: „Die katalaunische Sohlacht"; Cap eck: „Aus dem Leben der Insekten"; Karl Haupt, mann: „Der abtrünnige Zar", ,Iobias Bundschuh"; Hutchinson: ,ßDas Recht, zu streiken"; Kaiser: „Kolportage"; Krasinskh: „Die un göttliche Komödie" (Bearbeitung von Csokor); Langer: „Das Kamel geht durch das Nadelöhr"; Lenz: „Die Soldaten"; Musil: „Vinzenz, oder die FreuMn bedeutender Männer"; Pirandello: ,/Jeder nach seiner Art", „So ist es — ist es so", „Die Wchliust der Anständigkeit"; Rehfisch: „Wer weint um Juckenack"; Rolland: „Der 14. Jul:"; Shaw: „Die Wlige Jlchanna"; Stucklen: „Eine ernschcrfte Komödie"; M art i n a Wied: „Der Spielberg". Im Burggarten (bei Regen im Festsaale) findet heute um 8 Uhr die letzte Aufführung von Shakespeares ,S o m m e rnachtsträum, Musck von Merrdelsohn, statt. Regie: Hans Sonnenchal. Dirrgent: Martin Spörr. Neunte Festaufführung „Aida". Heute findet die neunte FestaüWchrung „Aida" auf der Hoben Warte statt. Dirigent Pietro Mascaam. Beginn halb 8 Uhr abends. Nach Schluß direkter Stratzenbochnverkehr nach allen Richtungen. Die Direktion hat die Aufführung bis 17. d. verlängert, so daß die infoglge des ungünstigen Wetters abgesagten Vorstellungen nachgeholt. werden. Ueoerdies wird im Laufe der kommenden Woche sine Nachmittagsvorstellung der „Aida" für JugeMiche. zu bedeutend ermäßigten Preisen stattfinden. Die Wiener Philharmoniker in München. Die Süddeutsche KonizerMrektion hat das.Orchester des Wiener Operntheaters für ein Konzert -in München verpflichtet, das am 28. d. in der Tonhalle abgchälten werden wird. Seit der Richard Strauß-Woche im Jahre 1910 hat man die Wiener Philharmonliker in München nicht mehr gehört. Als Dirigent wurde Prchessor Bruno W a l t e r gewonnen. ' Gertrud Eysöldt als Regisseur. Marie Borchardt hat in Äeme'mschäft mit Evnst Laskowski das Theater des Westens in Berlin für die Vorstellungen der Schaubühne auf neun Monate gepachtet. Gertrud Eysold t wurde -als künstlerischer Beirat Mrdas Unternehmen gewonnen und wird im Laufe der Spielzeit in einigen Rollen auiftreten. Frau Eysoldt wird ferner die Ansszien iern n g zweier Stücke von Verharren und Shaw übernehmen. Moderne Bühnenkunst. Für das neugegründete Dramatische Theater in Berlin ist ein künstlerischer Beirat vorgesehen, dem außer Professor Max Pech stein d'e Wiener Morgenzettung. 7. August 1924 Nr. 1968 mm iMgunnw—nti Alle Arten von Kommandite der Kroatischen Eskomptebank, Agram Kredit-una Bankgeschäften Wie», I. 4 Telephone s 60-4-82, 60-4-93, 63-4-85, 64-4-42, 68-4-78, 69-4-82 ,oi« Telegrammadresse« Fraptbank mm* Dichterin Else Las! er - Schüler angehören wird, die auch ihre ungewöhnliche Begabung für die Malerei in ausgezeichneten Porträtstudien bewiesen hat. Ein Wunderkind als Maler. In den Kunftkreisen von M o s ka u erregt zurzeit der 15jährige Peter M i r o n o w, der als künstlerisches Wunder gepriesen wird, allgemeines Aussehen. Der junge Mann entstammt einer Bauernfamilie aus dem Ural und wurde durch Zufall von einem Ingenieur entdeckt, der dort bei Eisenbahnbauten beschäftigt ist. Uüberrascht durch die Zeichnungen, brachte er den Knaben nach Moskau uyd vertraute ihn zur Ausbildung dem Maler Malta witsch an. Dieser erklärte, nachdem er ihn kurze Zeit unterrichtet hatte, daß er ihm nichts mehr letzten könne, und sandte einige Arbeiten seines Schülers zur Begutachtung nach Paris und London. Der englische Porträtmaler Orpen hat sich in begeisterten Ausdrücken über die Bilder des 15jährigen Malers geäußert. Die Kündigungen an der RenaiffanrMhne. Direktor Robert verurteilt. Gestern fand vor dem Gewerbegericht die Verhandlung über 14 Klagen von Entlassenen der Wiener Renaissanvelbühne gegen deren Direktor Dr. Robert wagen Zahlung der den Gekündigten nach dem Kollektivvertrage gustehenden einjährigen Abfertigungen im Gesamtbeträge vor: 332,3 Millionen statt. Die Mitglieder der Bühne machten in der Klage geltend, daß der Direktor zu ihrer Entlassung nicht berechtigt gewesen s>ei. Wenn die Konzession wegen nicht persönlicher Führung des Theaters und Verpachtung derselben während der Sommermonate an Direktor Oester reich er nicht weiter erteAt wunde, sei dies aus dem Verschulden des Direktors Robert geschehen. Er sei nicht berechtigt gewesen, binnen 14 Tagen zu kündigen. Weiters führte der Klagevertreter aus, daß der Fall einer Vis majorkeine Anwendung finden könne, zumal sämtliche Mitglieder sowohl an der Renaisssancebühne wie an der Neuen Wiener Bühne verpflichtet seien. Die MiiMder beanspruchen daher ihre Gage bis 31. Juli 1825. Der Vertreter des nicht erschienenen Direktors Robert macht den Mangel der passiven Klagelegitimation geltend, da dielKlage gegen die RenaissaneeWhne G. mb. H. und nicht gegen Direktor Robert zu richten gewesen wäre. Nach Ablehnung einer Reihe von Beweisanträgen wurde nach fünlWündiiger Verhandlung das Urteil dahin geifällt, daß die 'beklagte Gesellschaft im ganzen Umfange sämtlicher Klagen verurteilt wurde. In der Beigründung erklärte der Vorsitzende, daß die Einwendung des Mangels der passiven Klagelegitimation nicht vorliege, weil Direktor Robert als alleiniger Leiter und Geschäftsführer der, Renaissaneebühne-gesellschaift die Verträge mit den Angestellten und Schauspielern abgeschlossen und dadurch die Geisellschaift Migiert habe. Der Vorsitzende führte aus, daß der tz 35 des Schauspielergesetzes aus die vorliegenden Kündigungen keine Anwendung zu finden habe, weil eine behördliche Schließung der Bühne überhaupt nicht erfolgt sei und der § 36 nur für Fälle einer Vis major Geltung halben könne, daß aber die Verweigerung der Verlängerung der Konzession keinesfalls als eine Vis major anzuschen sei. Außerdem war das Gericht zur Ueiberzeugung gekommen, daß die Verweigerung der Verlängerung der Konzession durch ein Verschulden des Direktors Rolbert selbst verursacht wurde., Gegen dieses Urteil wird Direktor Rolbert die Berufung an das Landesgericht ergreifen. Das Recht auf den Haustorschlüssel. Im Gegensätze zu einem Urteile des Landesals Berufungsgerichtes, wonach nur Mieter, nicht aber die von der Gemeinde Angewiesenen Hausbewohner ein Recht aus den Haustorschlüssel häben, hat nunmehr der oberste Gerichtshof entschieden, daß jede Hauspartei ein Recht aus Aussolgung des .Haustorsch'lüssels hat. Zwei Hausbesitzerinnen hatten e:ne in ihrem Hause wohnenden, von der Gemeinde Men zugewiesenen Buchb'lnldrgehiffen die Ausfolgung des Haustorschlüssels verweigert, weil nur ,Mie t er", nicht aber Angewiesene" ein Recht ans den Haüstorlschlüssel haben. Der „Zugewiesene" klagte nun die Hausbesitzermnen aus Aussolgun,g des Haustorlchlnssels beim BeiZirlksgerichte Neubau. Das Zivillandesgericht, an welches die Sache im Relkurswege gAngte ho>b das ganze Verfahren äls nichtig ausf und wies die Klage we'gen Ungulässliglkeit des Rechtsweges ab, weil zugewiessene Parteien! nicht ' als Mieter" iim Sinne der Verordnung des Bürgermeisters als Landesbauptm-annes vom 27. Jänner 1923 anzusehen feien und daher «er Haustorschlüssel nicht vom Hausbesitzer, sondern nur von der Gemeinde, die ihnen die Wohnung zugewielsen , hat, verlangen können. Gegen dieses Urteil brachte der Klagevertreter die Revision an den Obersten Gerichtshof ein, weil der Ausdruck „Mieter" nicht im wörtlichen, technischen Sinne, ' sondern nach dem Geiste des Gesetzes ausizulegen sei. Die Absicht ■ des Gesetzgebers ging aber Kweffelllos dahin„ daß der Hausbesitzer jeder in feinem Hause wohnenden Partei den Haus« torschlüssel auszusolgen habe. Zur Erlangung des verweigevten Haustorschlüssels sei daher der Rechtsweg zulässig. Dev Oberste Gerichtshof hat der Revision Folge gegeben, den Rechtsweg für zulässig erklärt und dem Landesgerichte aufgetragen, über die Berufung des Klägers neuerlich zu entscheiden. Arls Grund dicher vom 20. Mai datierten, den Parteien smrzlich zugeistellten oberstgerichtlichen Entscheidung hat nunmehr das Landesgericht die geklagten Hausbesitzerinnen kostenpMchtitz verurteilt, de>m Kläger den Haustorschlüssel gebühvfrei zur ^Verfügung zu stellen. Bollrwiü. Segen die mißbrUuchllche AnsnStzmg des Ausgleichs, »nd Konkursversahrms. Gerichtliche Untersuchung. — Strengere Praxis bei Auswahl der Ausgleichsverwalter. — Verfolgung des JufolvenzschwindelS. Gestern sprach eine Deputation des Ledergwßhandels beim Bundesminister Dr. Schürss vor^ um ihn/über die bereits im ungcheuren Umfang betriebeneir Mlauteren Mächenschasten im Ausgllerchs- und Konkursverfähpn zu informieren. In der Besprechung, der auch Mimsterialrat Dr. Weinezierl, Ministerialrat Soktionsmt Dr. August Hesse vom Bundesamt der Justiz und Polizeirat Dr. F r i e d van der. Wirtschaftspolizei beiwohnten, wurde ausgcführt, daß dieselben Personen, die während des Krieges unechörten Krieigsgewinn zu verdienen verstanden, sich in 'der Nachisriegslzeit mit dem Lebens- und Bedarssmitielwucher beifaßt und die Inflationsper-iode zur strupellosen VerschlechteMng der Wähmng ausgenützt hatten, es mm wiedenrm verstchen, aus der gegenwärtigen Krise das Insolvenzgewerbe zu machen, ohne aus die dadurch Vevursachte Schädigung des gesamten Privatkredites Rücksicht zu nehmen. S i e iolntrahiieren wahllos Schulden, schassen große Beträge beiseite, melden dann das gerichtliche Ausgleichsverisahren an. ziehen dasselbe monatelang in die Länge, so daß ihre Gläubiger um den .größten Teil, wenn nlicht um ihre gesamten Forderu.ngen kommen. Vielfach geraten auch einzelne Gläubiger solcher Firmen durch dieses Vorgehen ihrer Schuldner selbst ' in Schwierigkeliten, zichen hiedurch wieder ihre eigenen Gläubiger in Mitleidenschaft, ein Prozeß, dessen Rückwirkungen und Schädigungen unabsehbare Folgen mii sich zu bringen droht. MS Auskunstsmittel gegen diese Mißbräuche wurde vorgeschlagen, daß das Handelsgericht!,nur nach Anhörung der Polizei, ob ein krinmineller Fall vorlieigt, . das Ausgleichsverfahren bewrltige, in sonstigen Fallen jedoch das Kowiknrsversahren anoiedne. Das Ausgleichsvevsahren sMst, soll in Hinkunft nach Möglichkeit abgekürzt werden und wahrend desselben dom Schuldner im Gegenifcch znv bisherigen Uebung nur der notwendige . und bescheidene Lebensunterhalt verbleliben. Bezüglich der AuSgleichsverwalter soll mm wie es in' der BesprechMrg auch als Wunsch der Ministerial.vertreter zum Ausdrucke kam, eine strengere Praxis Platz greisen, insbesondere di« Kumulierung mehrerer Ausgleiche iu der Hand eines AuSgleichsverwalters au.fhvven, die Entlohnung nur mit einem dem MühvaHwand angemessenen Betrage, nicht aber proyontuell von der Ausgleichssumme erfolgen. Das VevantwovMchkkeitSgeifühl der Ausgleichsverwalter, welche ja dem Sinne des Gesetzes nach zur Sicherstellung der Aktiven, nicht aber zur Verteidigung .deS Schuldners da sind, müsse im stärkeren Ausmaße als bisher .Wachgerusen werden und seine Stellung als BertrauenLpersön der Gläubiger, wie es dem Gesetze entspricht, nicht aber als Jnteresse'nvertreber des Schuldners oder vielleicht gar als eigenes Gewevbe, wie es auch von einigen Ausglei chsvevw alt er n aufgafaßt wird, sei entsprechend zu klären. Ferner wurde das Augenmerk des Handelsministeriums aus die sogenannten Ausgleicher, .das sind Perisouen, welche gewerbmäßig Ausgleiche vermitteln, gelenkt nnd die stränge gewerbobehördliche Beauffichtigung und Kontrolle dieser Personen verlangt. Auch eine schärfere strasgerichtliche Praxis wird in Hinkunft gegenüber den Insolvenzen Platz greisen und insbesondere der Kollusionsparagraph, wolchev bekanntlich zur Verhaftung des Insolventen ermächtigt^ schärfer zugunsten der Gläubiger gchandhabt werden. Auch etwaige Verschleppungen von Aktiven, Schenkungen an Familienangehörige, insbesondere der vielfach von Schuldnern gemachte Ginwand, das Vermögen (Villen, Autos, Antiquitäten) sei Eigentum der Frau oder Kirider, wird über Antrag der Gläubiger einer kriminalpolizeilichen .Ueberprüsung unterworfen sein, um die Anse ch t uNg' dieser Handlungen durch die Gläubiger, zu ermöglichen. Bundesminister Dr. Schürss stimmte ferner derfAnsicht der Deputa-'! tim zu, daß einzig und allem nur die s ch ä r s st e Verfolgung deS Jnsolvenzschwindels und hiebei die möglichst woitestgehende Berücksichtigung der Gläubigevinteressen : geeigmt sei, die aus der Menwärtigen Krise Oesterreich! drohenden Schädigungen des Privatkredites zu vermeiden. Bundesminister Dr.. Schür ff sagte schließlich auch seine direkte Fühlungnahme mit Vizekanzler Dr. Frank zu, um alles zur behöndlichen Bekämpfung einer betrügerischen Ausnützung der jetzigen Krise und zum Schutze des hiedurch bedrohten Kredites de-r österreichischen Privatwirtschast vovzukchren.

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