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Wiener Morgenzeitung · 1924-08-03 · Heft 1964 (3.8.1924) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1964 (3.8.1924)
Date
1924-08-03
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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pelfe iö Wien, Sonnka- Re Autoraserei. Meder einige Todesopfer.. . Die Attacken toller Chauffeure entwickeln sich immer kttchr §u einer Gefahr für das Publikum. In den letzten Tagen find abermals einige Todesopfer dieser Piraten der Straße zu beklagen. Vorgestern gegen 10 Uhr nachts ivollte in der Dornbacherstraße die ^Mrige Blumenv'eMuferin Eleonore Hofmann, die'unter dem.Namen „Die Blumenlene von Dornbach" im Bezirke sehr bekanntist, die Fahrbahn übersetzen, als plötzlich ohne Hupensignale ein Auto blitzschnell dahergefahren kam und die alte Frau niederstieß. Der Chauffeur blendete die Lichter des Kraftwagens ab und fuhr davon. Die Greisin erlitt schwere Verletzungen, denen sie erlag. Es wurde festgestellt, daß als mutmaßlicher Täter der Chauffeur eines Lohnautos, Ignaz Bi sing er, in Betracht kommt. Seine Ausforschung wurde eingeleitet. In der Nacht zum 1. d. wurde in der Simmeringer Hauptstraße ein bisher noch unbekannter Dlomt von einem Auto tödlich verletzt. Der Chauffeur wurde in der Person des Josef D w o r s k y ermittelt. Gestern gegen 6 Uhr abends wurde in der Floridsdorfer Hauptstraße der 4jährige Franz Lang von einem Auto niedergestoßen und starb an den erlittenen Verletzungen. Me Klosterneuüurser Hakenkreuz!« auf freiem Fuße. Die Untersuchung geht weiter. Bekanntlich wurden nach dem Ueberfall der Hakenkreuzler auf das Arbeiterturnfest in Klosterneuburg 56 Mitglieder der Hakenkreuzlerbande, die den Ueberfall verübt hatte, verhaftet und dem Landesgericht 2 eingeliefert. Schon nach zwei Tagen wurde gegen 46. der Verhafteten das Verfahren eingestellt, weil sich kein Beweis für ihre'Teilnahme erbringen ließ. Zehn Leute wurden m Haft behalten, und zwar wurde die Hast mtt Verabredungsgefahr begründet. Sie wurden eingchenden Verhören unterzogen und dann der Reihe nach alle in Freiheit gesetzt. Die Untersuchung gegen sie gcht fort. Wiener Morrienzeifuriz._ Mitteilungen aus dem Publikum. 8. August IM Nr. 1964 Rostau nach Stallen geflüchtet. Es ist noch in allgemeiner Erinnerung, daß zwischen dem elsassischen Bankier Samuel August Schwöb und dem Wiener Finanzmann Leopold R o st a n, richtig Schatz, Divergenzen finanzieller Art bestanden, die zu einem aufsehenerregenden Zwischenfall im Grand Hotel führten, wobei der 73jährige Schwöb einen Rvolver zog und Rostau mtt dem Erschießen bedroht haben soll. Schwöb wurde verhaftet, wegen Mordversuches angeklagt, aber frei gesprochen, und nur aus Oesterreich ausgewiesen, die Ausweisung jedoch dann rückgängig gemacht. Nun hat Schwöb gegen R o st a u eine Strafanzeige wegen Fälschung von UntersHriften aus Wechseln in der Höhe von 40 Millionen Kronen erstattet. Außerdem wird Rostau von Schwöb beschuldigt, er habe während seines Wiener Aufenthaltes von jenem ungedeckte Schecks erhalten. Rostau ist vor einiger Zeit verschwunden. Man hat Grund zur Annahme, ' daß -sich Rostau nach Italien geflüchtet hat. Es wird gegen ihn wahrscheinlich «in Steckbrief erlassen werden. » Wie' die „Stunde" berichtet, arbeitet Rostau-Schatz in Rom an der Gründung, einer katholischen Weltlotterie. Es ist. ihm im Vatikan eine Wohnung von vier Zimmern eingeräumt . Wörden, die er mtt ferner' Gattin bewohntt Fe>°° wieg, Vll. MoMgaut 1—3 Wohnungseinrichtungen (Ecke Karl Schweighofergasse) Re LebensmlttelmSrNe. Sehr unangenehm machte sich in der abgelaufenen Woche das wettere Steigen der Fettpreise fühlbar. Alle Fettgattungen, Speck, Filz und, amerikanisches Schweinefett sind im Vergleich zur Vorwoche um 2000 Kronen pro Kilogramm im Preise gestiegen. Die Fleischpreise erfuhren im Laufe der Woche keine wesentliche Veränderung. -Der Verkehr in der Großmarkthalle gestaltete sich heute besonders lebhaft, wie gewöhnlich zu Beginn des Monats. Aus den Grünwaremnärkten sind große Mengen von Paradeisern und Gurken eingetrofsen, so daß Preisrückgänge zu verzeichnen waren. Kartoffeln kommen in genügenden Mengen auf die Märkte. Auf den Obstmärkten waren gestern Zwetschken und Birnen sehr stark vertreten. Letztere sind im Preise stark zurückgegangen. Wien, 3. August. * Selbstmord eines Bankbeamten. Gestern nachts bat sich sin Votivpark ein junger Mann erschossen. Nach Vorgefundenen Dokumenten dürste der Selbstmörder der 35jährige Bankbeamte B. B. sein. * Die heutige Sonntagsruhe. Heute herrscht volle Sonntagsruhe. nur die Milchgeschäfte dürfen von 7 bis 9 Uhr ge-, öffnet sein. * Ein Irrsinniger tötet einen Wärter. In der Nervenheilanstalt in Jnzersdorf 'bei Wien hat vorgestern früh eilt Irrsinniger seinen Wärter überfallen und getötet. Der Jrr- \ sinnige, ein Ungar, versetzte dem Wärter mit einem Brett einen Schlag auf den Kopf so daß der Unglückliche an. den. folgen der Verletzung in kurzer Zeit starb. Der getötete War-, ter heißt Leopold Coruba. TOAUJ£~JL!MQNÄD6 Ausländer Exporteure G- . kaufen am' vorteilhaftesten sss ummimäntel erstklassige Gummierung und Ausfahrung bei RE G H Ä N, Gummimäntelfabrik Wien, III., Heumarki 7, Beatrixgasse 26. Telephon 585 Agru m e n -Auktionen! Zitfonenj Frücht e, Süd.früch ter Gemüse etc. verauktioniert die erste Auktion^gesellschaft S A F O A, TRIEST, VIA TORRE BIANCA 21 (Gesellschaft gegründet unter der Aegide der C E N T R O P A. Societa Europa Centrale-di Spedizioni a. g. L. Triest via Torre Bianca. 19) Jeden Dienstag u. Freitag um ‘/a5 Uhr nachm. Telegramm-Adresse: SAFOA, Triest Aenderang der Telephon nummern. Die „WAWEL" Speditions- und Transport- Gesellschaft, Wien, III., Marxergasse 30, gibt bekannt, dass ab 20. Juli ihre Telephonnummer 3595 Serie lautet. B a s k' und G r.e s s h an d 1 un g sh aus BRUDER NOWAK I., Rauhensteingasse 5, Tel. 75126, 76384 HiiiiniimiiHiiiiiiiiiiwinimiimiiiiiimiiiiimmu KONZERN-INDUSTRIEN: Erdöle Bergbau^ und Industrie A.”G. Grubenwerke Boryslaw Tustanowice utjcz, Rumänien usw. usw. MALERSCHABLONENFABRIK C. KEIL, Wien, VII. Zieglerg. 74 PAPIERKONFEKTIONS'FABRIK MAX METZGER G. M. B. H. Wien, VII. Westbahnstrasse r6 * Phönix-Glühlampen» Industrie A,-G. Wien, VIII. Piaristengasse 17 * „Nabad“ Mobelerzeugungsgesellschaft m, b, H. Wien, X. Paltramplatz 6 * Zwei belgische Knaben gehen in die Mit. Am 80. Juni d. I. sind aus Roubaix in Belgien der 12jährige Raimund Wargnier. Sohn eines Zahnarztes, und der ^jährige Leon Boquet bisher spurlos verschwunden. Die Jungen sind sehr aufgeweckt und beabsichtigten, wie aus einer Eintragung in einem Geographiebuch des kleinen Wargnier hervorgcht, den Bosporus zu erreichen, um nach Wen auszuwandern. Sie wollten nach Indien kommen. Festgesteltt ist, büß die beiden Jungen ganz Belgien durchquert haben, nach Holland gekommen sind und Amsterdam erreicht haben; dann haben sie'sich ostwärts gewendet und sind nach Oesterreich gekommen. Sie haben ihre abenteuerliche Reise teils zu Fuß,, teils'mit der Bahn zurückgelegt. Eine einzige Spur ist entdeckt. Kollegen der beiden Jungen aus dem Lyzeum bekamen von ihnen Postkarten, die am 19. Juli in Bisch ofshofen aufgegeben sind. Es ist erstaunlich, daß sich die beiden Jungen, die nur französisch sprechen und deutsch und englisch nur ein paar Worte verstehen, sich trotzdem allein durchschlagen konnten, ohne auftufallen. Ausgerüstet sind die kleinen Abenteurer mtt großen Messern, die' mit Schnappvorrichtung versehen sind. Bocqnet hat sich vor Kameraden auch gerühmt, daß er eine automatische Pistole mitnnnmt und daß er auf jeden schießen werde, der ihn zu arretieren versuchen sollte. Aus die Auffindung der beiden kleinen Ausreißer ist eine Belohung von 5000 belgischen Franken ausgesetzt. * Verkehrseinstellunge». Infolge Hochwasser und dadurch eingetretener Dammrutschungen wurde der Verkehr in der Strecke Lermoos—R eutte in Tirol teilweise eingestellt. Es unterbleiben in genannter Strecke bis auf weiteres die Züge 715 und 716. Der übrige Personenverkehr wird, an der zwischen Lermoos und Lahn nnfahrbar gewordenen Stelle durch Umsteigen aufrechterhalten. Reisegepäck und Eilstückgut bis zum Einzelgewicht von 50 Kilogramm wird übertragen. Beförderung von Frachtgütern aller Art, sowie Eilstückgütern über 50 Kilogramm Einzelgewicht über genannte Strecke bis auf weiteres ausgeschlossen. Gesamtberkehr zwischen den Bahnhöfen Kennelbach und Doren-Sulzberg der Bregenzer Waldbahn infolge Lehnenrutschung und Vermurung eingestellt. Zwischen Bregenz und Kennelbach einerseits, sowie Doren-Sulzberg und Bezau andererseits wurde ein Personenzugspendelverkehr eingerichtet. Die Annahme von Eil- und Frachtgütern für Strecke Bregenz—Bezau ist bis auf weiteres" gesperrt. * Die Schnellzüge Berlin—Wien. Als Ergebnis der Verhandlungen zwischen'der deutschen und der österreichischen, Eisenbahnvevwaltung werden die Schnellzüge Berlin—Wien über Pass au vom I.Oktober an um mehr als zwei Stunden beschleunigt werden. Die Abfahrt von Berlin soll 30 Minuten später als jetzt, die Ankünften Wien um 100 Minuten früher erfolgen. * Fahrpreisermäßigung auf den Bundesbahnen für die Besucher des Musik- und Theaterfestes. Den Besuchern des Musik- und Theatevfestes wird für eine einmalige Fahrt nach Wien und zurück eine Fahrpreisermäßigung in der Form gewährt werden, daß ihnen die Benützung von Schnell- und D-Zügen (ausgenommen Luxuszügen) gegen Entrichtung des Personenzugfahrpreises gestattet wird. Diese Begünstigung kann zur Fahrt von allen österreichischen Stationen oder Grenzstationen nach Wien vom 12. September 1924 einschließlich bis zum 15. Oktober 1924 einschließlich und zur Rückfahrt von Wien nach einer österreichischen Grenzstatton vom 16. September 1924 einschließlich bis zum 18. Oktober 1924 einschließlich in Anspruch genommen werden. * Ein Lehrstuhl für Hebräisch an der Bnkarester Universität. Wie I. T. A. aus Budapest berichtet, beabsichtigt die Bnkarester Universität, einen Lchrstuhl für die b e b r ä i s ch e Sprache zu schaffen. Es wurden bereits Stritte unter-, nommen, daß der Lchrstuhl schon zu Beginn des neuen Universitätssemesters besetzt sxin soll. Wie verlautet, wird ein Professor ans Palästina eingeladen werden, .den Lehrstuhl ttuzunehmen. * Kreuze au religiösen jüdischen Stätten in Polen. Wie I. T. A. ans Warschau berichtet, werden in letzter Zeit vielfach von antisemitischen Provokateuren an religiösen, jüdischen Stätten Kreuze angebracht, in der Erwartung, daß die Juden von sich aus nicht wagen werden, ein Kreuz zu ent- * Falsche Behandlung des Tastertelephons. Di« Wiener Telegraphendirektton teilt mit: Beobachtungen der Telephonzentrale haben neuerdings ergeben, daß viele Teilnehmer den Ruftaster btt Autoteilnehmerstellen wicht.nur einmal,' sondern wiederholt drücken. Es wird deshalb aufmerksam gemacht, daß ein einmaliges Drücken vollkommen hinreicht, um den Anruf zu bewirken. * Die Bezirksvertr«t«ng Leopoldstadt hat die Gemeinde Wien um Uebernahme des Praters in die städtische Verwaltung angesucht. * Die Romreise des tckademifchen Komitees. Anläßlich der vom akademischen Komitee der Äuslandsferienreisen veranstalteten Romreise von mehr als 2000 Teilnehmern ereigneten sich, wie erinnerlich, bei der 'Rückfahrt in Tärvis und Villach turbulente Szenen. Wie der Bundesminister für' Handel und Bevkehr auf eine Anfrage erklärt, ist als Haupt Ursache der ausgetretenen Schwierigkeiten bei der. Rückbeförderung das gänzliche Versagen der Reifeleitung auzuschen. die Lubliner Welt-Jeschiwah erbaut wird, ein Kreuz angebracht. Die Polizei hat die Entfernung der Kreuze im Stillen veranlaßt. Kleine Gfjtottft. ♦ Die Selbstmörderbank. Natürlich ist sie in Amerika, und zwar im Z e n t r a l p a r k von New-York. Diesen Namen hat die Bank deshalb erhalten, weil auf ihr nicht weniger als 65 Menschen Selibstmord verübt haben — allerdings in einem Zeitraum von zwölf Jahren. Der erste. Lebensmüde machte auf der Bank im Frühjahr 1912 seinem Dasein ein freiwilliges Ende. Er war ein junger Mann und hatte beim Kartenspiel sttn ganzes Vermögen verloren. Einige Wochen später vergifttte sich ein alter Mann auf dieser Bank und im Sommer desselben Jahres verübten nicht weniger als sechs Personen auf dieser Bank Selbstmord. Nun riet man zum ersten Male, die Bank zu entser nen. Da die Polizei aber zu dem Borschlag -nicht ohne gewisse Berechtigung erklärte, daß die SeMmörder sich dann doch eine andere Stelle aussnchen würden, blickb sie stehen. Das Jahr 1903 fing böse an: ein junges, schönes Mädchen 'wurde auf der Bank tot aufgefunden. Das Merkwürdige war, daß der Vater der jugendlichen Selbstmörderin an die Polizei das Ersuchen richtete, die Bank von ihrem Platze zu entfernen, einem Ansuchen, dem aber nicht Folge gegeben wurde. Zwei Tage später ereignete sich auf der Zeichen Bank ein Doppelfelbstmord. Es handelte sich um zwei junge Eheleute, die, durch die Widerwärtigkeit des Lehens mutlos gemacht, beschlossen hatten, ihrem Leben ein Ende zu machen. Sie waren zu der Ansicht gekommen, -nur auf der Selbstmördevbank sterben zu wollen. Sie setzten sich wie -ein Liebespärchen auf die Bank und warteten so lange,. bis der Parkwächter vorbeigegangen war. Dann nahmen sie eine -große Dosis Strychnin, umschlangen sich und waren, als der im Park wachthalben.de Polizist eine Viertelstunde Mer den Ort

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