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Wiener Morgenzeitung · 1924-08-03 · Heft 1964 (3.8.1924) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1964 (3.8.1924)
Date
1924-08-03
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Wien, Scküütckg Wiener Morgenzeitung. Ae Srganisation der HilfMustes. 11 Der Wiener kennt von seiner Rettnngsgesillschaft nicht viel mehr, als den eigentümlichen Ton der Signalpfeife, et zitiert sie im Scherz, toenn er seinem Mitmenschen beweisen will, -das; er auf den Steinhof gehörr, er weiß aber auch, daß Je im Ernstfälle sofort zur Stelle ist, ton frei llttglücksfälleN <rfte Hilfe zu leisten, und daß sie dazu immer Geld Und wieder Geld braucht. Wie sie aber arbeitet, mit welcher Exaktheit und Hingebung dort Dienst gem-acht wird, über welche modernen Hilfsmittel die Rettungsgesellschaft verfügt, das wissen die wcniasten. Einer unserer Mitarbeiter hatte Gelegenheit, unter sachkundiger Führung des diensthabenden Arztes die technischen Einzelheiten des ganzen Betriebes kennen zu lernen, die auch für die Ocffentnchkeit mit großem Interesse sein dürften. Die Rettungsgesellschast verfügt neben der Zentrale in der Radetzkysiraße über eine Filiale in Mariahilf, die für die westlichen Bezirke des Wiener Polizeirayons zuständig ist, über 19 Aerzte, 51 Sanitätsgehilfen und über 10 modernst eingerichtete Automobile mit dem dazu notwendigen Fahrpersonal. Zu einer Ausfahrt sind immer zwei cder drei Vollständig bemattnte Anlomobile bereit. Die früher gebräuchlichen Pferdewagen sind jetzt grmz außer Betrieb gesetzt. Es ist die Einrichtung gctrosien, daß neben dem Arzt auch Mcdizinstndenten der höheren Semester aussahren dürfen, für die dieses praktische Studium von großem Wert ist. Wie gelangt f eine Unfallsmeldung Zur Kenntnis der Rettungsgesellschast? Im Publikum ist die irrige Meinung verbreitet, daß nur Sicherheitswachorgane ober sonstige öffentliche Beamte berechtigt sind, die Rcttungsgesellschaft telephonisch zu berirfen. Das ist natürlich ganz unrichtig. Jeder hat das Recht, die Rettungsgesellschast,auch telephonisch zu rufen und jedem Anrufe wird Folge geleistet, sofern sich der Unglücksfall auf der Straße oder in einem öffentlichen Lokal ereignet. In Privatwohnungon wird gemäß der Statuten keine Hilfe geleistet, außer wenn es sich um lebensgefährliche Fälle handelt oder wenn ein Arzt nicht ansaetrieben werden kann. Es ist Umnerhin die Möglichkeit gegeben, daß bei solchen Anrufen M y st i f i k a t i o n e n, wie dies ja auch bei der Feuerwehr der Fall ist, Vorkommen. Ihre Zahl ist, wie der Arzt versichert, nicht sehr groß, denn es gehört wohl schon eine große Portion von Skrupellosigkeit dazu, mit solchen Dingen Scherz zu treiben. Ter diensthabende Arzt fragt in verdächtigen Fällen immer nach der Nummer, von der gesprochen wird, um sich nachher vergewissern zu können, doch ist dies natürlich bei Anrufen von öffentlichen Telephonautomaten aus Hnmöglich. Die Zentrale der Rettungsgesellschaft besitzt, vier Telephone, die Filiale in Mariahilf zwei. Außerdem sind die beiden Stationen durch eine eigene Leitung miteinander verbunden, so daß der Verkehr zwischen ihnen auch im Falle eines Telephonstreiks, wie dies ja in der letzten Zeit häufig dorkam, aufrecht erhalten bleibt. Hauptsächlich dient aber diese Leitung dazu, um Fälle, die in den Bereich der einen Station gehören, aber irrtümlich i jn iiii.i > -■ u!,■ hj jj. igjinn Drews stellt fest, daß seit dem Erscheinen feiner „Chrisiusmythe" im Jahve 1910, in welcher er als Bekä-mpser der Geschichtlichkeit Jesu auftritt, vor allem' der Erfolg zu verzeichnen ist, daß man auch im Lager der Positiv orientierten Theologie zugeben muß, daß hier ein sehr ernstes Problem vorliegt. Seme weiteren Schriften über diese:: Gegenstand und die inzwischen angewachsene Literatur über diese Frage haben selbst naMhaften Vertretern der traditionellen Ansicht, wie B o u f f e t, M. B r ü ck n e r, Bultmann, D i b e l i u s und S ch w e i tz e r, sehr bedeutsame Zugeständnisse abgerungen. Freilich sind die konservativen Theologen noch weit davon entfernt, die Nichtexistenz Jesu gelten zu lasten. Während aber, bisher -die a u ß e r k i r ch l i ch e n Zeugniste für Jesus als Hauptiirstanzen gegen die „Christus-Mythe" ins Treffen geführt wurden, sind diese derzeit bereits fallen gelassen und völlig ausgeschaltet. Meder Josephus, noch Suetvn, noch Tacitus kommen zugestandenermaßen als Beweisträger für die Geschichtlichkeit Jesu in Betracht. Auch auf die Einwände der Anschaulichkeit, „Einzigartigkeit" — „jeder Mensch. hat seinesgleichen und einzigartige Persönlichkeit m gibt es daher nicht" (Seeck) — und Uuerfindli chkeit der Jesusgestalt wird nachgerade verzichtet, und selbst _ KI o st ermann bezeichnet diese Dinge als „Phrasen". Andere konservative Theologen beschränken ihr Eintreten für bic Geschichtlichkeit Jesu auf die Behauptung, daß ein Jesus gelebt ihat, daß es sich aber in den Evangelien um eine bloße Kultlegende -handle. Tatsächlich wissen wir nichts von Jesus. Denn ,/alles, aber auch schlechthin alles", was wir in den Evangelien über ihrlesen, fließt ans zwei Quellen. Die eine ist die Dichtung auf Grund des Alten Testaments. Das Leben eines Mose, Elia, Elisa und ändere gibt ans der einen Seite den Stoff zum Leben Jesu her. Die andere ist der Sternenhimmel und seine Mythen. „Es ist nicht anders," ruft Drews ans, „entweder war der angebliche Stifter 'des Christentums eine so „gewaltige Persönlichkeit", wie die Theologen von ihm rühmen; dann könnten die Evangelien nicht nur Erdichtets von ihm mitteilen. Oder er war gar nicht so 'hervorragend, daß eine wirkliche Erinnerung an sein Leben sich erhalten hätte, dann konnte er das Chrisienlum nicht stiften..."Drews bezeichnet es als töricht, wenn jemand die Frage: .Hat Jesus gelebt? -durch 'den Hinweis darauf glaubt beantworten zu können, daß er „lebt". Denn nicht der geschichtliche Jesus lebt, sondern die an die ändert gemeldet wurden, diesir zrtzitwöisen. Der Telephonänsturm aus den diensthabenden Arzt ist bei den 70 Unglücksfällön, die sich durchschnittlich täglich ereignen, manchmal so groß,, büß ina:t, wie der Arzt versichert, ein wahrer „Tele-- phonakrobät" sein mich, ünt allen Wünschen gerecht zu werden. Im Falle einer Ausschaltung des stäätlichen Telephons wird die Unfallsmeldung durch die nächste Sicherheitswachstübe telegraphisch an eine der Rettungsstation nahegelegene Wachstube weiter-gegeben, die dann für die rasche Verständigung durch einen Wachebeamten Sorge trägt. An Tagen, an denen sich die Unglücksfälle sehr stark häufen, wie gum Beispiel bei großer Hitze oder Glatteis, kann es Vorkommen, daß alle Am'bulänzon auZgefahvcn sind, so daß für neu gemeldete Fälle keine Bereitschaft vorhanden ist. Da greift der Arzt einfach zu dem Mittel, daß er ein Mietauto requiriert und mit dem nötigen Verbandzeug zur Unfallstelle fährt. Bei Einlauf der Meldung fragt der diensthabende Arzt sofort, um tvelche Art von Unglücksfall es sich handelt, damit man weiß, was außer dem ständigst:: Wagen vorhandenen Verbandsmaterial uttd den zwei Tragbahren noch mitzunehmen ist. Wird zum Beispiel eine B e r g i f t u u g gemeldet, so müssen Gegengifte, wird ein Selbstmord durch Erhängen gemeldet, so muß ein Sauerstoffapparat initgeführt werden. Der ausfahrende Arzt bekommt einen Zettel mit der genauen Tldreste des Unfallsortes und hat die Weisung, von der Unfallstelle oder dem Bestimmungsort, an den der Kranke gebracht wird, die Zentrale telephonisch anzurufen, um ettvaige neue Orders für eine weitere Ansfahrt entgegenzunchmen, eine Maßnahme, die wesentlich zur rascheren Abwicklung des Dienstes beiträgt. Nach der ersten Hilfeleistung entscheidet der Arzt, ob der Kranke spitalsbvdürftig ist oder ob er in seine Wohnung gebracht werden kann. In letzterem Falle kommt es sehr häufig vor, daß der Ambulanzwagen sehr lange ausbleibt, weil der Uttglücksfall sich beispielsweise in Stadlau ereignet, wahrend der Verunglückte in Simmering wohnt. Was hat nun der Arzt zu tun, wenn er die Spitalsbedürftigkeit des Patienten erkannt hat? Es haben sich bei der Unterbringung in ein Spital in der letzten Zeit unliebsame Fälle ereignet, itt denen der Kranke von Spital zu Spital geführt werden mußte, ohne daß er irgendwo hätte Unterkunft finden können. Abgesehetl von der schädlichen Wirkung auf den Patienten bedeutet dies auch für die Rettungsgefellschaft einen großen Zeit- und Materialverlust. Solche Falle find ja vereinzelt vorgvkommen, doch wäre es sehr ungerecht, wollte man sie verallgemeinern. Tenn auch hier ist ausreichend Vorsorge getrosten. In Wien existiert der sogenannte „Zentralbeitennachweis", an den sämtliche Wiener Spitäler täglich die Zahl ihrer verfügbaren Betten zu rapportieren haben. Diese Zentralstelle verständigt die beiden Stationen der Rettungsgesellschast, in denen die jeweils freien Belegstellen auf Tafeln verzeichnet werden. Jeder ausfahrende Arzt Hai 'sich vorher zu vergewissern, ob in den dem Unfallsort zunächst gelegenen Spitälern Betten frei sind. Außerdem sind täglich ein oder zwei Spitäler de- Borstellung von diesem als be-nt Erlöser der Menschheit „lebt". Es geht nicht an, sich weiterhin der Erkenntnis zu entziehen, daß die ganze Ausgabe der christlichen Theologie, bcu Glauben an Jesus zu begründen, von dem die Theologen ,/das Seelenheil im Diesseits wie im Jenseit's abhängig machen", mit der Geschichtlichkeit Jesu steht und fällt. Der hier zu Gebote stehende Rannt macht es unmöglich, auf die Fülle der in beiden Werken gebotener: neuen Erkenntnisse einzugehen. Es sei nur auf einige der Probleme verwiesen, um deren Lösung die Autoren sich bemühen. Hermann Naschte führt den Nachweis, daß das Markusevangelium aus der Gnosis Mark-ions, des häretischen, radikalen Pauliners, und seines doketischen Systems, der Leugnung des Menschen Jesu, hervorgegangen ist. Der „historischen Realität" Jesu, wie Tertnllian sie lehrt, setzten die -Mavkioniten eine „höhere Realität" mystisch-gnoftischer Art entgegen. Wenn Raschle nach unzähligen Beweisen die Gleichung MaMrs-Marki-on ausstellt, will er damit 'den geistigen- Urheber des Evangeliums bezeichnen, das sich ja selbst „nach Akrrkus", das heißt, im Gerste des Markus nennt. Methodisch stützt Raschle seine Forschungen auf den geftaltgebenden Einfluß des Aramäischen als eines schöpferischen Elementes auf den griechischen Wortlaut des Evangelimrrtextes und auf das sogenannte Aopologische Prinzip. Den Grundriß des Evangeliums bilden die Missionsreisen Jesu. „Alle ans diesen Reisen'berührten Stationen, Städte und Landschaften haben mit ihrem Namen den Anlaß und den Stoff zu den verschiedenen Wmrdergeschrchten und die Themata zu der: Gesprächen, Reden und übrigen Handlungen gegeben." Der sehr ausführliche, mit großer Gründlichkeit geschriebene Kommentar führt diese Behauptung fast bis zur 'Gewißheit durch und enthält eine Menge überraschender Deutungen für fast alle Namen der Akteure der Handlungen drs Evangeliums und der absichtlich rätselhaft gehaltenen Symbolik der Ortsnamen. Zu .den. wesentlichsten Problemen, mit denen A. D r e w s sich befaßt,' zählt die Entstehung des jüdischen Gnostizismus, der philonifche Logos als Synthese von Macht -und Güte, das Verhältnis der Gnosis zur Heilserwartung u. v. a. Er zeigt, 'daß die Gestalt des gnostischen Erlösers aus dem Sanuenmychus der heidnischen Mystevienreligionen Md andererseits aus den 'Zügen des leiderchen s. August iM m,-mi: wy;.. . ■ . im '*■*"1 •' mi vrc-inr:-. --- \~iy~i' - -jt jturJfltt, die unbedingt fronte aichvchnmr Mssen. Sr p # immer iroch WM und Wege, um den Kraniktzn mSgyM rasch Spitälshilft ^riZedeihen zu lassen. In dev Zentralstation dev Rettungsgesellschast selbst sind für Verunglückte, die oft selbst in die Unfallstation kommen und meist nur einer kurzen MunK bedürfen oder bis zu ihrer Ueberfiihwng in ein Spttckl dort bleiben, drei Betien vochanden. Ist der Ambnlanzwagen von einer Jntervetoion zurückgekehrt, so hat der Arzt sofort über den Fall Meldung zu erstatten. Die genaue Zeitangabe der Ausfahrt und Rückkehr sowie eine kurze Beschreibung des Falles wich im Journal gebucht, so daß auch nach vielen Jahren darüber Auskunft eingeholt werden kann. Außerdem wich ein genauerer schriftlicher Bericht an die Polizei versendet und vongrößeren Unfällen auch eine Korrespondenz verständigt, die daun ihrerseits alle Tagesblätter benachrichtigt. Damit ist der Fall für die Rettungsgesellschast erledigt. Es ist wohl überflüssig, zu sagen, daß von keinem BernngMten für die Intervention auch nur ein Heller verlangt wird, es sei denn, daß er selbst eine freiwillige Spende macht, was er ja, wenn er nur halbwegs in der Lage ist,, meist tut.! Wie geht nuu die Rettungsgesellschast bei großen unvorhergesehenen Katastrophen vor? In einem solchen Falle ist der Chefarzt Dr. La mb erg, der jederzeit telephonisch erreichbar ist, sofort zu verständigen und er trifft persönlich die nötigen Anordnungen. Er hat das Recht, auch die städtischer: Krankenwagen anzusprechen und verständigt den Präsidenten und die ztvei Vizepräsidenten der Gesellschaft. Grundsätzlich hat die Rettungsgesellschast nur bei Unglücksfällen, die sich im Pvlizeirayon Wien ereignen, zu intervenieren, doch fährt sic auch über ausdrückliche Weisung des Chefarztes r:ach arlswärts. Man erinnert sich noch, daß eine Rettungsexpedition sogar bis nach Messina fuhr oder an die Hilfoleistungen b^i dem großen Brand in Preßburg oder bei der Explosionskatastrophe in B lu m a u. Für solche Rettungsexpeditionen steht in der Station Hauptzollamt ein kompletter, versiegelter Waggon mit allen notwendigen Behelfen bereit, der sofort an einen att die Uitfallsstelle abgehcnven Zug angekoppelt^ werden kann. Außerdem verfügt die Rettungsgesellschast über drei sogenannte K ü ch e n w a g e n, die äber mehr historischen, als praktischen Wert haben. Sie stammen nämlich ans der Zeit der Be-, lagerung von Paris im Jahre 1871 und wurden daS letzte Mal beider schm: erwähnten Expedition nach Messina verwendet, um den Machlos Gewordenen durch Massenansspeisungen warme ALahlZeiten zu verabreichen. Man sieht also, daß Wien eine nach allen Regeln her modernen Technik und Wissenschaft ansgebaute Rettungsgesellschaft besitzt, die über alle erderuklichen Mittel verfügt, um rasch Hilfe zü leisten. Wenn es nmnchnral bei unvorhergesehenen Ereignissen vorkonrnren kann, daß sie nicht sofort -allen Anforderungen entsprechen kann, so ist das sicherlich nicht auf ihr Schuldkonto zu buchen. Die Wicn:er Rettungsgesellschast ist ein Musterinstitut, das sich bei jedermann ein vollberechtigtes Vertrauen evivorben hat und das mit Recht Unterstützung und Förderung verdient. Was man ihr zuwcndct, .das kommt der ganzen Bevölkerung ohne Ansehen, der Person und des Standes zugute. 1 R. S. .. i,."7 .. und. für die Sünden der übrigen Menschien sich opfernden Gottesknechtes, wie ihn Jesaia zeichnet, hervorgegangen ist. Besonderen Nachdruck legt er auf das -Jesusbild der Synoptiker ,im Gegensatz zu dem des JohannesevaWelium's und weist nach, daß die „Worte Jesu" nichts anderes als eine Sammlung von Worten und Gedanken sein können, die man für würdig HM, von Jesus gesprochen zu sein. Ebenso gehört >der gewaltige Eindruck" Jesn auf seine Umgebung in -das Gebiet 'bet; Phantasie. Dieser erklärt sich nur dadurch, daß er auf eine nicht geschichtliche Gestalt zurückgeht. In einer Kritik des C ha r a k t e r s Jesu, den Drews sehr scharf analysiert, findet er „Züge, die in dieser Gegensätzlichkeit schwerlich bei einem wirkliche« Mnschen. anzutreffen sind". . Die die Untersuchurlgen Drews abschließende Erörterung des Wesen's des Christentums gipfelt in folgenden Gödauken: Das Wesen des Christentums besieht nicht in einer neuen Gotteslehre; seim Gott ist der liebende ,^Vater" des Spätjudentums. Es -besteht auch nicht in einer neuen Sittlichkeit;, die SitteNsprüche Jesu sind ausnahmslos der jüdischen Ethik, wo nicht gar dem üPtoizismüs entlehitt. Es besteht auch nicht in einer neuen Weltanschauung; diese ist die gleiche 'wie in aller Mhstevienreligion des Altertums. Am wenigsten ist das Wesen -des Christentums in der „einzigartigen" und „alles .überivältigenden" Persönlichkeit des geschichtlichen Menschen Jesus zu finden; txnn nicht diesen, sondern den Gottmensch Jesus Christus kennt das 'Christentum. Vielmehr besteht sein Wesen /,einzig und allein darin, daß es die im Judentum nach der babyloNischen Gefangenschaft vorhandenen und durcheinander gärenden religiösen Ideen in einen einzigen Brennpunkt gesammelt und die mangelnde Heilsgewißhett dieser 'Ideen. . . durch sein . angeblich geschichtlicher Christnsbild in vermeintlich unerschütteMchex Weise begründet hat". Beide Bücher enchalten neben manchem Bhpothesischen eine Fülle von Gr-kenntnisien, denen man die Einbürgerung nicht wird versagen können, und sind -im höchsten Grade geeignet, das Wissen eines jeden modernen Menschen, der an der Geschichte mächtiger Jhetzn JMevHe hat, erheblich zu 'bereichern. : .. ' ^j. Dv. M. »fci“

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