Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1964 (3.8.1924)
- Date
- 1924-08-03
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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-'VMA Wven, SMtNg ” *••7?r‘ *’ W——-;----— ------------- / Meffenem Abstand Ws Gefolge bev Ataha radscha Vasallen!>mtzd.--chiPr>d^en seines Hauses: Fünfhundert Reiter, die i i>»v Goldund Edelstsinen strotzen, jeder mit der Fahne! seines KlvD und der Standarte seines Hauses. -Mitten ) dem Platz pariert der Grotznabob sein Pferd, das ' sich unter beim eisernen Schenkeldruck des Reiters hoch aufbäumt, aber sofort niedergezwungen wird. Im selben Augenblick macht auch das Gefolge in gemessener-Entfernung hÄt. Lanzen und Winten fliegen in Präsentier" stellung. Von den Tribünen löst sich ein einKelner Reiter. Er galoppiert dem Souverän entgegen, in einfacher Khakiuniform gekleidet, die keinen Schmuck zeigt. Es ist Sir Archibald Sermy, Brigadegeneval und Kommandeur des britischen Tvuppenlager's von Sikandarabad. 'Im Abstand von zwanzig SchMen begrüßen sich der Degen Großbritanniens 'und das Schwert des Nizam. Die 'beiden Staatschefs halten sich in einem Abstand von zwanzig' Meter voneinander, das Gesicht den Truppen zugvwandt. Und nun beginnt der. Vorbeimarsch. Zunächst kommen die blauen Regimenter der Leibgarde. Fahne folgt auf Fahne und jede neigt sich vor dem Fügten. Souveräne und Statthalter bleibien unbeweglich und erwidern den Gruß der Fahnen nicht. Nur als die grüne Fahne des Pro- , pheten, der Mße ,Moharvam" der Moschee von Zummanä Mushid, vowoizicht, berührt die rrnggeschmückte Hand des. Monarchen und die fein behandschuhte des Statthalters einen Augenblick die 'Stirn. Beim Raffeln der Trommeln schreiten langsam und majestätisch wie mittelalterliche Be-. lageMNyKtcncks die 400 Elefanten vorbei. Ihnen folgen 3000 Kamels jedes von zwei Trommlern begleitet und einen hoch ausgerichteten König aus Magierland, im Sattel. Jetzt beginnt der ,Mnga^, das Wettrennen der 10.OYO Reiter, die große „Fantasia" Indiek. Eine Staubwolke, ein wiDes Gewirr wiehernder Pferde und heulender Ddenschen, ein Durcheinander von Schärpen und Mänteln, '.wehender Federn und fliegender Schabracken. Man glicmbt, dem Riesenfinifh eines großen - Wettrennens be-HNwvhnen, dem' Stnvmlaus von. lO^OOO Pferden mit Jockeis, die Äs Emire und Sultane verkleidet sind. Das Geheul der jubelnden Menge mischt sich mit dem dumpfen Stampfen der galoppiermden Pferde. Schon ist die Spitze des Zuges unter. dem Bogen der Moschee verschwunden, aber noch.immer, ist kein Edche der Gvloppade äbzusehen. Die. Staubwolke, ist jetzt so dick, daß man Pferd und Reiter nur noch durch einen Schleier siD. Eine Schar Greise -mit Propheten-- köpfen nndwallenden Bärten -fliegt mit wildem Geschrei vorbei,, gefolgt von einer Gruppe fast nackter Knaben, die ohne Sattel dahirHagen. In der rasenden SchneMMit vermischen sich die Gmippen und die Farben, die Mähnen , der Pferde fliegen im Wind, die' Hufeisen und die Waffen Leuchten blitzend auf. Auch das Vollblut des Souveräns ist unruhig geworden und bearbeitet nervös die Erde mit den Hufen der Vorderbeine, iwahrertd der Gaul des Statthalters so unbeweglich und ruhig bleibt wie sein Reiter. Zwanzig Minuten lang dröhnt der Boden unter dem Ge-' stampft der Rosse; dann erst kommt'das letzte Bataillon in einer GtcmbwrM unter Trompetengeschmetter vorbei.' Der ,Fangar" ist zu Ende. Das Gefolge de's MchüMscha- und der Prüfen ordnet stch in Halbmondaufstelklng -hinter dem GvohrvaLok und dem Statthalter, die nach der Residenz AuMtzMppieren. Las Wettrüsten in de» Men. Me aus-Rom gemeLet wird, hat dort unter dem Vorsitz Mussolinis eine Expertenkonferenz getagt, die sich mit dem Ausbau der italienischen Militär- und Zivil- Luftfahrt befaßte. Mt Rücksicht auf" die enormen Rüstungen Frankreichs in der Luft wurde beschlossen, die italienische Luftflotte in den Jahren 1924 bis 1926 zahlenmäßig um das Doppelte zu verstärken, und zwar, -nach englischem Muster, hauptsächlich mit größeren, in erster . Lime doppelsttzigen Kampfflugzeugen. Der' Zivil-Luftfahrt werden im nächsten Jahr bedeutende Mittel für -den Küsten verkehr zur Verfügung gestellt werden: Au Unfall des Wken-Budavester kllWffes. 18stündige Verspätung. — Keine Verletzten. Aus Budapest wird berichtet: Me Passagiere des - Eilsthiffes der Donau-Dampfschiffahrtsgesellschaft „W i-e.n" - erlebten Freitag ein unangenehmes Abenteuer. Das- Schiff fuhr in der Dämmerung mit dem Hinterdeck an dm Steindamm der Komorner Donaurnsel an, wobei das Steuer beim Anprall so stark vevbogen° wurde, daß das Schiss die Fahrt nach Wien nicht fortsetze« konnte. Der Dampfer wurde mit Mühe und Not in den ungarischen Hafen von Komorn dirigiert, -wo er biegen blieb und auf einen Hilfsdampfer wartete, der aber erst 18 Stunden später, gestern abends 8- Uhr, aüs Budapest eintraf. Die Passagiere -der,Mien" mußten'um st ei gen und konnten evst nach 18stündigem unfreiwilligen'Aufenthalt ihre Reise fortsetzen. WenbahnNnglüst in Ungarn. Aus B u d a p e st wird unterm 2. d. gemeldet: Heute. Nachts ist auf der Szolnoker Stracke ein Eillaftzug mit einer Verschubgarnitur zusammengestoßen, wpbei beide Äokornotiven sowie mehrere mit- Lobendvieh beladene Güterwagen entgleistem Ein. Arbeiter würde getötet.-Das Begleitpersonal'der-Viehsendungen und ein Eisenbahnangestellter wurden schwer und weitere vier Personen leicht verletzt. Das bei dem -Zusammenstoß nicht' umgeLommem Vieh mußte' sofor t ge s chla chte t 'werden- - mmt wtörämmwm* Eilmauffiihrung i» Baden! Der neue Pal äs ti na* Eil m des Keren Kajemeth l’lsrael (Jüdischer Nationalfonds) . ,EINE REISE DURCH EREZ ISRAEL IM JAHRE 1923‘ rollt in Baden im Doblhofpark-Kino am Montag, 4. August, Vi9 Uhr abends. — Der Erlös wird zum Arikauf von Grund und Boden in Palästina verwendet. — In Anbetracht des Zwecks wird um zahlreichen Besuch gebeten Bererbuns und Raffe. Von Dr. Adele Wiener. Wir haben das letztemal (27. Juli) über den Vererbungsmechanismus und das Bererbungsge-setz gesprochen. Heute wollen wir uns die Stätten besehen, an -denen die Vererbungsstoffe wirken. Damit die dazu nötige» Darlegungen verstanden werden können, sind einige'Vorkennnisse nötig, die ein Wissensgebiet betreffen, das erst durch die Erfindung des Mikroskops erschlossen werden konnte. Malpighi, der als einer!m ersten das Mikroskop anzuwenden wußte, hat im 17. Jahrhundert diese neue Provinz der Wissenschaft erobert, die er-als „Zellenlehre" bezeichnet. Heute ist der Begriff dieser Disziplin über ihren Wortsinn schon hinausgowachsen. Dem: was Malptghi als Zellen bezeichnen, sind keine Zellen, wenn man'-darunter kleine begrenzte Hohlräume versteht. Die von ihm mit diesem Worte bezeichnten Gebilde sind in belebtem Zustande nie hohl und nicht immer begrenzt.' Ihm aber, der noch mit unvollkommenen Instrumenten arbeiten mußte, erschienen diese Gebilde als Zellen, als begrenzte Hohlräume, und historische Rücksichten haben den Namen erhalten. Trotz dieser irrigen ersten Feststellung war durch Malpighis Entdeckung der Keim ganz ungeahnter Erkennmsse von höchstem Wert in die Menschheit gepflanzt worden. Denn erst dadurch konnte der Bau der Lebewesen'richtig verstanden und im Fall einer krankhaften Störung auch richtig beeinflußt werden. Malpighis Zellen erweisen sich nach modernen mikroskopischen Untersuchungen als ganz winzig kleine Bläschen, die erst nach ungefähr.SvOfacher Vergrößerung einen Durchmesser von wenigen Millimetern zeigen und in ungeheuer großer Anzahl zu Geweben zusammentreten, die in ganz spezifischer Vereinigung die einzelnen Lebewesen formen. Jede Zelle besteht aus dem „Protoplasma", dem „Urbilduügsstoss", der eine schleimige, eiweißreiche Masse darstellt und einen ebenfalls eiweißreichen ,Zellkern" enthalt. Organismen, die nur aus einer einzigen Zelle bestehen, wie z. B. die Ahnenwesen der ganzen Organismenlvelt, die Flagellaten, die man auch Infusorien oder Aufgußtierchen nennt (sie sind z. B. im Teeaufguß unter dem Mikroskop zu schen), die haben noch eine zarte Zellwand .ausgebildet, wie sie auch den Pflanzenzellen im Gewebe- Verband allgemöm eignet, dey -tierffchen Zellen aber fehlt. Jede lebende Zelle.empfindet Hunger und nährt sich, wächst 'infolgedessen und, wenn sie so sehr gewachsen ist, daß die zentralen Pvotoplasmapartien nicht mehr von der Nährflüssigkeit erreicht werden können, dann stirbt sie dort ab und zerfällt, teilt sich, nachdem sich auch der Zellkern schon vorher geteilt hat. Diese Kernteilung' erfolgt entweder durch einfache Einschnürung des Kerns oder aber, wie im Körper aller höheren Lebewesen, nach .sehr wichtiger, sehr interessanter Umlagerung des Stoffes. Wenn. man junges, in Teilung befindliches Gewebe vor der mikroskopischen Untersuchung färbt, um die Einzelheiten klarer uuterfchsiden zu können, so lassen sich die aufeinanderfolgenden Stadien dieser Umlagerung in den verschiedenen Zellen neben- - einander beobachten. Zuerst sieht man im Zellkern äußerst feine, durch -die künstliche - Färbung - besonders dunkel hervortretende Körnchen, die sich allmählich zu einem mannigfach verschlungenen Fädenknäuel aneinandersügen. Der Knäuel zerfällt in einzelne kurze Stücke, die man Kernschleifen" oder „Chromosomen" nennt, die „färbbaren Körperchen". Diese ordnen,sich - in-der Zellenmitte sternförmig an, nachdem sich die Kernhülle aufgelöst hat und die Zellpole durch feine Protoplasmafäden in spindelförmiger Anordnung titit dem Ehromosomenstern verbunden wurden. Nun erfolgt eine genau gleiche Längsteilung jedes Chromosoms, wodurch die Spindelsäden ihren Hält in der Mitte verlieren undzu den Polen hinaufschrumpfen, wobei jeder Spindelfaden eine Chromosomenhälfte mit sich zu seinem Zellpol zieht. Jede Hälfte eines einzigen Chromosoms ist auf -diese Weise an ben' anderen Zellpol gelangt, wo alle Hälften zusammen-wieder je einen Chromosomenstern bilden, während (in der Zellmitte eine Querwand entsteht. In jeder der beiden so entstandenen Zellen, deren jede nun einen genau gleich großen Anteil an dem Mutterkern besitzt, erfolgt die Rückbildung oer Kemmaffe, indem die Kernschleifen sich zu einem einzigen Faden vereinigen, der ein Knäuel bildet, das wieder in ganz winzige Körnchen zerfällt. Der nun „ruhende" Kem hat' sich auch w.ieder mit einer Menchran, einem Häutchen, umgeben. Diese Chromatinmasse, die durch den eben geschilderten Teihrngsvorgang aus.alle neu entstehenden Körperzellen in haargenau gleicher Menge aufgeteilt wird, enthält die Erb-. faktorenenzynw, die, wie wir schon wissen, die vererbten Eigenschaftsanlagen darstellen und im Leben -des Individuums in Erscheinung treten, wenn sie durch entsprechenden Hormonzufluß aktiviert werden. (Siehe meine Artikel: Insulin und Vererbung in de»-Nummern vom 6. und 27. Juli.) Alle Körperzellen enthalten die gleiche Anzahl von Chromosomen, von Kernschleifen, die für jede Art konstant und charakteristisch ist. Es kommt wohl auch vor, daß mehrere in gar keiner Weise miteinander verwandte Arten dieselbe Chromosomenzahl in ihren Zellkernen zeigen, wie z B. merkwürdigerweise für Mensch und Lilie die Ehromosomenzahl-24 gilt. Anders ist es mit den Jortpflanzungszellen. Diese - besitzen nur halb so viel Chromosomen wie die Körperzellen. Diese Zellen ■ enthalten -jede Eigenschaft nicht in doppelter) nämlich in väter- .g. MMr ym ~ ." - M. tm \ licher und mütterlicher Anlage wie die Körperzellen, sonders einfach. Denn während jener Kernteilung, die zur Bildung bei Fortpflanzungszellen führt, unterbleibt die Längsteilung bei Chromosomen. Sie lagern sich vielmehr paarweise neben, einander, und zwar so, daß jene beiden Chromosomen, die vor Vater und Mutter her die gleichen Eigenschaften vertreten, j« ein Paar bilden, wölbet' aber" hintereinander ganz regellos Chromosomen von väterlicher und mütterlicher Abstanrnmn^ aufeinander-folgen. Wenn sie nun ungeteilt zu den beiden Zellpolen gezogen wetden/ so wird jede durch, diese „Reduktions. teilung" entstandene Tochterzelle, von denen eine zerfällt, nur die halbe .Anzahl der Chromosomen besitzen, für jede Eigenschaft nur eine Kernschleife, so daß die Eigenschaftsättlagen in den Fortpflanzungszellen wahllos väterliche oder mütterliche Merkmale tragen. Durch die Befruchtung, ,h.. h. die. .Verschmelzung der Kerne der beiden elterlichen Keimzellen, die beide nur die halbe Chromofomenzalhl besitzen, wird die Chromosomenzahl wieder auf die volle Höhe ergänzt und die beiden zur Erzeugung einer einzigen Eigenschaft nötigen elterlichen Erbanlagen sind wieder vorhanden. Was bedeutet nun in diesem Zusammenhänge der Begriff der Reinrassigkeit? Nichts anderes als die Entstchung aller Eigenschaften eines Individuums durch je zwei völlig gleichsinnig geartete elterliche Erbanlagen. Es ist ohneweiters klar, daß dieser Fall tvegen der ungeheuren Mall-, nrgfaltjgkeit der in Betracht konrmeliden Möglichkeitell vollkommen ausgeschlossen ist, daß alle au Tier und Mensch auf- -tretenden Merkmale durch das Zllsammellwirkeli zweier v e rschied euer Erbfaktorenenzyme entstände,^ und daher Mschsormell sind. Unter beit Pflanzen ist es möglich, durch Allwendnllg entsprechender Vorsichtsniaßnahmelt nach. Kultivierung vieler Generationen in jahrelaltger Arbeit,, wie cs Gregor Mendel getan hat, reinrassige Individuen zu gewinnen. Unter Ti-eren und Menschen aber gibt es keine vollkommen Teilten Rassen. Dies nur zur Auskläning an die Herren Rassenschützler. Jüdischer Sport im Altertum. Aus dem Bericht, den wir in der Mbel besitzen, erfahren wir so manches über sportliche Betätigung bei den Juden zur Zeit ihrer Selbständigkeit. Zu den berühmtesten sportlichen Beschäftigungen gchörte das Bo g -e ns chietzen, welches nicht allein zu Kriegszwecken, sondern auch zu Zwecken von Leibesübungen betrie'ben würde. Schon König David ordnete an, daß ein jeder Jude sich in der Handhabung des Bogens üben soll. Das Bogenschießen, war bei den Juden, wie wir aus den verschiedenen technischen Ausdrücken in der Bibel ersehen, sehr hoch entwickelt.. Die alten Juden betrieben auch gerne den Sport, des Zweikampfes, wenn auch nicht in der Form wie die alten römischen Gladiatoren. Im Buch Samuel finden.wir. Spuren einer Schilderung eines regelrechten ZweikfluMs. mit Schwertern. Der R e-i te r'sPort war bei den Juden, schwächer vertreten, obivohl das alte jüdische Heer große. ReiterabteAnngen aufgewiesen hat. Lieber Widmeteil sich die Juden Lauf Übungen. Fußläufer (Razim) zählen' nicht zu den seltenen Erscheinungen des altjüdrschen Sportlebens. Oeifters -wurden Wettläufe veranstaltet, wobei Fußläufier Pferden nachjagten. Wenn auch ein jeder Jude, selbst Frauen und Kinder, reiten konnten, so hat sich dennoch kein ausgesprochener Reitsport entwickelt. Auch in der Schwimmkunst waren die Juden geübt. Die zahlreichen Flüsse und das Meer boten genügend Gelegenheit .zu einer Kunstfertigkeit darin. Ebenso hatte der Iagdfport viele Freunde, da die große Anzahl von Raub-' treren und Raubvögeln des öfteren Gelegenheit zum Jagen hot. Schon die Tatsache, daß sich die Propheten ' sehr oft in ihren Schilderungen perschiedenster Bilder aus dem Jagdleben bedienten,-weist dyrauf hin, wie stark dieser ' Sportzweig bei den Juden vertreten -war. Beinr Jagen kam eben die Kenntnis des Bogenschießens sehr zu statten.'' Besonders beliebt waren rhythmische Tänze: Es gab kein Fest und keine Unterhaltung, -bei dem nicht Tänze unter Musikbegleitung aufgesührt wurden, wobei vorwiegerw Massentänze vorgezogen wurden. Wenn auch diehier geschilderten Betätigungen nicht zum ausgesprochenen Sport zählen, so. sindsie doch als Sportübungen anzufehen, die zur physischen Erstarkung der ■ damaligen Geschlechter wesentlich beitrugen. Erst unterdem Mnfiusie der hellenistischen Kultur haben auch - in Evez Israel sich sportliche Uebungen im vollsten Sinne dieses Wortes eingenrstet. Olympische Spiele und sonstige Sportfeste waren zu dieser Zeit nicht selten aus der Tagesordnung. ' ‘ ' i i •; Sejmdevutierter Sr. Sanas gestorben. Aus Stanislau wird uns gemeldet: Der Deputieret -des polnischen Sej-m, Dr. Rubin Jona s, Mitglied des lIüdis-chen Sejmlklübs, ist soelben, 54 Jahre alt', gestorben. Seit 1890 in der zionistischen Bewegung tätig, zählte Dr. Jonas zu> den aktivsten Mitgliedern der Organisation - in Oftgalizien. Nach dem Zusammenbruch wurde er Präsident des Wischen Na-tioMrateS und nahm an der Ge-" staltung der damaligen politischen Eveignisse wichtigen Anteil, ©et der ersten Konferenz der jüdischen Natio-nalräte' Ostgaliz-ien^s, welche im Dezember 1918 stattfand, führte ' Dr. Jonas den . Vorsitz. Bei den letzten Parla>mentswahlen kam er auf der Reichshauptliste in den Sejm'; dort waren Eisenbahn- und WirLschastsfmgen sein Spezialgebiet 'Mid ' er wurde auch zmn V-yrs-itzenden des Eisenbahna u s s ch u s s e s im'Sejm gewählt. Schwere Krankheit -ent- > zog Dr. Jonas in dm -letzten Monaten, seiner parlamentari- . schen Tätigkeit. Als sein Nachfolger im Sejmmandat wird Dr. Koppel Schwarz Machduch) hezeiWet. ,