Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1963 (2.8.1924)
- Date
- 1924-08-02
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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-UM M-M Nr. 1963 Wien, Mmstcrg Vorlel2te8 Aui1re1ende5 ^mei'ikZN.-jicic!. Kunsttheäters von NewYork Direktor Morris Schwartz Nachtvorstellung am Montag, 4. August, 10 Uhr, im Carltheater zugunsten des Keren Kajemeth izsi I'lsrael (Jüdischer Nationalfonds)_ Wiener Mor^stt/.eUun^. Komödie in drei Akten mit Prolog von Scholem Alejchem Sommerchaos. ES soll in Wien Wohnungen gelben, in denen sämtliche Tische aus ihren Fußen sichen. Fern sei es von mir, diese Daifache als unmöglich zu bezeichnen. Erstens weil die Wunder der Natur und des Leidens uneÄschvplflich sind, zweitens weil der erstaunliche Sachverhalt durch absolut glaubwürdige Zeugen (liieS: Tante Hermine) erhärtet ist. Wie immer das alber auch sei, schließlich wird man mir doch Recht geben, daß der Wunsch, Tische auf den Füßen stchen zu sehen ebenso schr aus Vorurteil beucht'wie jener andere, Wurlst, Käse und Butter nicht im Bücherschrank verwahrt zu wissen. Und warum — ich frage jeden freiheitlich denkenden Menschen — warum sollen die verdächtigen Fläschchen, die meinem Mann so eifrig in die OÄ ination gesendet werden, nicht chren vorläusigen Aufenthalt unter der Goethe-Büste finden, da besagte Büste doch hohl P und so zvemlick, den einigen gestcherten Ausenchaltsort in unserer Wohnung davstellt. Um aber aus den Tisch zuvückzukonvmen: man kann ihn genau so gut verwenden, wenn er (wie zum Beispiel gegenwärtig mein Tischchen) die Füße in die Lust streckt und mit der Platte aus dem KücheniVastel steht. Die Füße stören nicht weiter, ich finde sie solgar ganz praktisch, weil man daS Tintenfaßchen daran anlchnen kann. (Ueberlflüfstg zu sagen, daß das legitime Tintenfaß juttt Zwecke der Reinigung Erbrochen wurde, selbstverständlich erst nachidsm man den Inhalt sorgsam aus meines Mannes Plüschhut gegossen hatte.) Allerdings muß 'ch zugeben, daß ich hinsichtlich der Sessel doch noch ein wenig an der alten Tradition hänge und es vovzichen würde, sie in der hergebrachten Weise zu verwenden. Da jedoch der gesamte Sesselpark des Hauses aus dem Klavier (daß 's ma «mal zu waS gut is, äußerte sich die Volkkesstiimme) uu.b den oberen Flächen der Schränke verstaut ist, kann man auch ganz gut aus dem MikroskoplkListchen hocken. Wenigstens ist das koltbare Instrument vor dem Umgestürztwerden geschützt. Der Malerlehrling stößt Zwar jedesmal, wenn er den Eimer ausleeren gcht an mich, nnd meinen Thron, aber da er auch jedesmal.: öha! sagt, ist nichts dagegen einzuwenden. Scharfsinnige Beobachter werden vielleicht aus dem Ge- >'ag^en schon den Schluß gezogen halben, daß bei uns der Zimmermaler rast. C§ ist übrigens em Zimmermaler mit erschwerenden Umständen, dann er macht „Postarbvit". Wenn es h'-ro'sche Menschen gibt, die den Z'urmevmaler drei Wochen vcr ihrer Abreise bestellen und den Zahnarzt auissiuchep, noch bevor sie den Sommerkoffer gepackt haben, so häbe ich jedenfalls nie zu ihnen gehört. Betrete ich im J-uR das zahnärztliche Ordinationszimmer, so fragt der ZangenWnig: Reisen Sie morgen o er übermorgen?, worauf ich jedesmal mit Stolz antworte' Selbstverständlich, heute abeülds. Ich tue das aus pädagogischen Gründen, denn man soll Zahnärzten nicht auf schlechte Gedanken 5-r'ngen und ich Mn ubevzsugl davon, daß ich es nur dieser weisen TakÄ zu danken habe, daß mir noch nicht fünf Dutzend Zähne prombievl worden sind. So begnügt sich der wackere Mann damit, mich gelinde zu ,-putzen" und mir alles Scbönr und Erqn'ckliche für den Herbst zu verheißen, zu welcher Zsit ich natürlich nie bei chm erscheine. Auch d n Herrn Maler scheint die gelinde Putzung Vollauf zu beft::digen. Zwar ward mir mit feurigen Eiden. geschworen wordm. mcn würde „abscheren" daß ich meine helle Freude haben solle. Aber mir blühen , in diesen Tagen so viele Freuden, daß ich awsgchört habe, vengnügungsisüchtig zu sein. Auch habe ich wirklich vom „Abscheren" nur ziemlich nebelhalste Vorstellungen und muß mich dar-ans beschränken, mich teil» nehmend nach den Familienbevhältn'issen der Hauptäkteure im großen Drama „Ausmalen" zu erkundigen. Das Recht der Kritik bleibt an sich! eßl:ch meinem Manne gcüvlahrt, der zwar vom Zimmermaler auch nichts versteht, aber anscheinend das Vokabularovium dieser Tätigkeit besser inne hat, denn er sagt etwas darüber. Allabendlich hält der Doktor strenge Musterung und trägt ttu: auf, dem Maler und Tapezierer diesen und jenen Auftrag zu bestellen, was ich gehorsam verspreche und selbstverständlich nie rur Wie schon gchagt: ich bin kein prosesflonsmäßig'r Hel>. Auch ohne die Bestellung der Botschaften wird mit mir strenge genug 1:3 Gericht gegangen. Da ist zunächst der Maler. Er fragt nrich, wcS.ich mir denn gedacht hätte, als ich die beiden Kästen in die Mitte des Zimmers gestellt habe. Ob er d'rüber springen oder fliegen solle. Offen gesagt habe ich mir ga: nichts gedacht, zum mindesten nichts über die Fortbewegunaswel'e der Malergesellen. Ich war nur in aller Bescheider beit der Ansicht, genug geleistet zu haben, wenn ich ins Schlafzimmer neben seiner angestammten Einrlichtung noch den Schreibtisch meines Mannes, sein gesamtes ärztliches Mobilar, . ziver Tische, sämtliche Krüge und Waschbecken des Hauses und die Küchenkrtdenz umergebvacht hatte. U überdies hatte ich alle Ritzen mit Büchern ausgestopft, die vi erzig Bänden Nothnagel geschmackvoll unter beit Betten geordnet und Mehrings Lehrbuch der inneren Medizin faintt zwei Ohren- und einer Augenheilkunde unter meine Kopspolster gesteckt. Ich lud den Maler Die letzten Kurse. (Radiodienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 1. August. Devisenschlußkurse: Wien 312,500, New-?)ork 4.40»/,, Paris 87,30, Brüssel 95.62'/., Nom 101,68'/«, Zürich 23,68'/-. Madrid 33,02'^, Lissabon 1,50, Amsterdam ll,52'/„ Kopenhagen 27,37Ve, Christiauia 32,55*/*, Stockholm 16,54, Helsingfors 175.37'/,. Berlin 18,30 Billionen, Prag 148,75, Athen 2,57'/z, Bukarest 10,15. Paris. 1. August. Die heutigen Nachrichten aus London haben eine rasche Entspannung der Börse zufolge gehabt. Das Pfund, das gestern nachbörslich mit 88,45 gehandelt worden war. sank während der heutigen Börse bis auf 86,25, um mit 86,60 zu schließen. Dieses plötzliche Fallen der Devisen hat natürlich auf die Valutapapiere sehr empfindliche Rückwirkungen ausgeübt. So verloren Suez gegen den Vortag 230 Franken pro Aktie nnd alle anderen Valutapapiere folgten diesem Beispiele. Die Börsenlage kam in erster Linie den französischen Werten zugute. Französische Banken waren sehr fest. Petroleum- und Zuckerwerte folgten der allgemeinen Tendenz des Marktes und mußten die Kursgewinne der letzten Tage wieder einbüßen. In der Kulisse leisteten die meisten Arbitragepapiere großen Widerstand, Paris,. 1. August. Wechselkurse: London 86.80' New-York 19,76, Men 27.87, Schweiz 3,64, Italien 84,90, Belgien 90,60, Prag 53,10. Paris, 1. August. (Radio.) Effekteüschlußkurse: Banque de France ' —.—, Pragobcmka 425.—, Credit Lyonais 1587, Suez —, Platine —, Dabrowä 707, Banque Ottomane 8,10, , Central Mining 9,60, Rio Tinto 877, Le Naphta rnsse 401, Succeried Egypte 1035, Cautschoues sin —, Chartcred 47.—, Debeers ordin. 1012, Goldfields 80,75 Huanckiakas —, Jägers Fotttain 261, Malacca ordin. 149,—, Maltzoff —, Mexican Eagle —.—, Padang 371,—, Rand Fontain Randmine 262.50, Silva plana 163.80. Tanganpika 167.—, Tubice soie 630.—, Utah Cepper 1585. Shell 358, Royal Dutch 25,350, Burmah —, Bakou 35,60. New-Dorlr, 1. August. (Radio.) Devisenschluß« kurte: Taggeld 2°/„ Wechsel auf London 4,41,25, 60 Tage- Wechsel 4,38,25, Paris 5.14'/,. Amsterdam 38.26, Berliner Schlußkurs 23V« bis 24. Silber 68'/«, Prag 2.96. also mir gerechtem Stolze ein, mir, wenn er es vermöchte, noch eine Spalte zu zeigen, in der drei Kasten mit Doppeltüren zwanglos Platz finden könnten, aber er verzichtete ans den Versuch und antwerte:^ mit einem Ausspruch, den ich fest entschlossen bin für ijc;,::';i,jd) zu halten und nicht zu verstehen. Neben dem Maler arbeitet der Tapezierer. Der Maler ist beleidigt, weil das Ortüuatiousziimimer tapeziert, der Tapezierer, weil die Küche geuralt wird. Einig sinld beide darin, daß ich eine Bißgurn bin. Das erhellt schon» ans mainer „Caprice" (nur drei tz geschrieben) gerade aus das eitle Tapetemnuster. Das andere, das der Tapezierer mitgebracht hat, ist Mindestens obenw schön Es ist zwar knallrot, während nur ein gobeliMaues gewählt hatten, aber ein Oberlandesgerichtsrat hat es neulich ' bestellt. Also wird's für uns auch noch gut sein. Da ich ans meinem Schein bestehe, erklärt der Tapezierer, erst „so in a drei, vier Täg" wieder kommen zu können. Ich denke an das Gesicht meines Mannes, wenn er, nach einem langen Arbeitstag heintkehrend, immer noch das hoffnungslose Ehaos findet, nnd kämpfe mit Löwemu"t. Der Sieg fällt mir zn, ein Lchrlirvg ivird um andere Dape-ttenrollen geschickt nnd ich muß zur Strafe Leim kochen. Leim, Leim, Leim, in Mengen, die ich nie gesehen habe, Leim ohne Ende. Als dritter Richter über mein Tun und Treiben etabliert sich die Bedienerin. Sie ist in einem Doppelexemplar vorhaitden, konsumiert ebensoviel Kaffee wie der Meister Leim und bekundet eine Vorliebe für das feingeschliffene Wort. Man hält sich an die zehn Gebote und stellt fest, daß man nicht begehret weder meinen Mann, noch meine Wohnung, noch meine Lauge, noch meine Scheuertücher, noch meine .Reibbürste. Alles ist schlecht. Tie Bürste ist zu weich, das Tuch zu hart, die 'Türeu sind zu hoch, der Herr Doktor unterhält die Gäste wicht von den interessanten Fällen der Nachbarschaft. Und da ich überdies die schlechte Gewohnheit habe, ans der Wett zu sein und kein genügend geräumiges Mattseloch finden kann, in das ich mich zurückzichen könnte, ist es kein Wlnrder, weim meine Helferlinnen einnmtig eriklären, bei uns werde man nerviieus. Ich darf mir dieseil Luxus allerdings, nicht erlauben. Mit Milde und Saosinntt um' ich in diesem Wirbel gellassen Schaken und walten, putzen, /ern, die Kornpinzctte aus dem hintersten Winkel des hintersten Kästchens hervorsuchen, weil es ein plötzlich erwachender Herzenswunsch meines Gatten ist, mit diosem ^'ebrnswürdigen Weisen ein Wiederschen zu feiern, mid muß den ganzen Dag in Bewuttderungsekstasen schweben. Wie eine blasse Erinnerung ist jene Zeit, da man ein Buch nicht nur zu . Abstauben in die Hand nahm und die Reiblbiürste nicht der Mittelpunkt unseres geistigen Lebens war. In das Kratzen des Malers, das Schaben des Tapezierers, das Scheuern de: Reiberinnen klingt fröhliches Telephongeläute. Ich klettere über die Fauteuilpyramide, zwänge mich durch zwei Engpässe, stürme sine Barrikade. „Wissen Sie, woher das Wort „Pasquill" kommt?" fragt Freund Max mit harntloser Liebenswürdigkeit. „Falsch verbunden.'" knurre ich in den Apparat >md hänge den Hörer an. Er ist wirklich falsch v-erbuuden. Die Leute, die sich für Wo.rtNblvitnn.gen, Sprachstudien usw. interessiert haben, wohnen nicht mehr da. Hier wird gemalt. , Klara Malltnvr. ' 2. Augrrst 1924 Seite 8 Mtlwirkende Damen: Anna Appel, Berta Gersten; I Herren: Lazar Fried, Eduard Goldfaden, Isidor Keschier, Jakob Mestel. Morris Schwartz, Josef Scliwarzberg, Mark Schweid, L. Seidenberg Der Qetamtertrao des Abends wird für den Ankauf von Grund und Boden für die jüdisohe Slodlunj In Palästina verwendet 1 Vorverkauf: Büro des Keren Kajemeth. II. Zirkusp 33 (Tel. 4S6C6, Sonnlag von 9—1 Uhr)Buchhandlung Lßwit, I Rotenturmstr.22; Bücherstube, II. Taborstrasse 20 a; Pot:nlurm-Barar; „Wiener Morgeazeitung*; Zionistische Sektion Praler (Qerstl», II. Jungstrasse 8, und an der Kasse des Carltheaters Für verlängerten Strassenbahnverkelir ist gesorgt! Dar Schulwesen PnMinas. Die Juden besuchen am längsten die Schulen. Der Bericht des palästinensischen Erzichungsdspartements enthält unter anderem folgende Daten: Das Departement beschäftigt 6 christliche, 9 mohammedanische und einen jüdischen Inspektor. Der Lehrerftab besteht aus 493 Moslems nnd 175 Christen. Die Zahl der. Schulen im Lande beträgt 357. Sie werden von 15.966* Knaben und 3229 MädLcn besucht. Außer diesen Regierungsschulen gibt es im Lande 397 private Schulen. Davon werben 187 Schulen von Juden, 172 von Ehristen und 38 von Mosl'Ms unterhalten. Sie werden von 2477 mohammedanischen, 18.311 jüdischen .und 33.348 christlichen Schülern besucht. Im ganzen Lande besuchen 0 8 mohammedanische und 28 christliche Schüler die jüdii ch e n Schulen.. Dagegen besuchen 307 jüdische Schüler die christlichen Schuten des Landes. Der Prozentsatz der die Schule besuchenden Kinder wird laut der Religionszugehörigkeit wie folgt angegeben: Im Alter von 5 bis 14 Jahren: Mohammedaner 17 Prozent, Juden 96 Prozent, Christen 81 Prozent. Im Alter von 15 bis 18 Jahren: Mohammedaner 3 Prozent, Inden 42 Prozent, Christen 37 Prozente Die palästinensischen Kurse für Rechtswissenschaften. Ans Jerusalem wird uns geschrieben: Vor einigen Tagen wurden den ersten Zöglingen der hiesigen Kurse für Rechtswissenschaften A d v o k a t e n d i p l o m e überreicht. Diplomiert wurden 45 Hörer, von denen der größte Teil Juden sind. Auf Grund dieser Diplome sind die Zöglinge zur Ausübung des R e ch t s a u w a l t s b e r u f e s befähigt. Zu erwähnen ist, daß die meisten Uiüerrichtsgegenstände in diesen Kursen, für die Juden in hebräischer, für Araber in arabischer Sprache vorgetragen werden. Für die jüdischen Zöglinge werden auch Kurse über jüdisches Recht, insbesondere Talmud, gehalten. Bei der Schlnßfticr hicit der Lehrer für Tälmudrecht, Tr. Elias, eine Ansprache, in der er seststellte, daß die Jerusalemer Rechtskurse, das einzige Institut der Welt sind, in dem jüdischen Schülern sämtliche Lehrfächer in hebräischer Sprache übermittelt werden. Ein arabischer Schüler betonte in einer Rede mit besonderer Befriedigung, daß zwischen den jüdischen und arabischen Hörern vollstes Einvernehmen und ein kollegiales Zusammenleben geherrscht habe. Lie Wische Kriegstotenseier m Berlin gestattet. Berlin, 31. Juli. Nach einer Meldung des „Berliner TaigMatt^ ist die Veranstaltung einer jüdischen G edenkfeier!bei den Gräbern der im Weltkriege Gefallenen aus dem Friedhof in Weißensee bei Berlin genehmigt Wochen. Hgarmanns Spfrr. Aus Berlin wich uns gemeldet: Die Eltern eines vermißten jungen Burschen aus Barmen, dessen Kleidungsstücke bei Haarmann vorgefunden wurden, beschreiben einem Mitarbeiter der „Vossischen Zeitung" ihre Begegnung mit Haarmann. Im Hose des Polizeipräsidiums iu Hannover, erzählt der Stiefvater des Verschwundenen, befindet sich eine 15 Meter lange Halle, in der vier Reihen von Tischeii ausgestellt sind, auf denen mit Nummern versehene Kleidungsstücke ausgebreitet sind. Es sind dies die Kleider der Vermißten, die ans die Aussordernng der Behörden abgeliefert .vurden. Unter den bei 'den Helfern Haarmanns gvfnnreuen Kleidungsstücken, die von den.Ellern der Vermißten als Eig'umm ihrer Kinder wiedererkannt wurden, befand sich auch ein Kinderfweater, der von einem zehnjährigen Knaben herrührte. Haarmann dürfte sich also auch an Kindern ver- , gangen haben. Als wir uns ans dem Korridor bcstmaen, erzählt das Eltcrnpaar, kamen noch inmrer w e i u e n b c F rauen und Angehörige von. Verschwundenen, dcachdenr wir die Kleidungsstücke unseres Sohnes agnosziert hatten, wurden wir.zmn Gefängnis Haarmamrs geführt. H a a v nt a .tut und sein Komplice Krantz wurden herausgebrach: "Oer Untersuchungsrichter zeigte ihm die Photographie unteres Kindes. Haarmann betrachtete sic mit Wohlgefallen und sagte: „Sehr hübscher Junge! Schade, wenn c r d a 6 e i : fr" Tw Untersuchungsrichter forderte ihn auf, sich das Bild nochmals genau attzuseheu, die Eltern seien betinruhigt. Haarmann meinte daraus: „Es kamt schon ntöglich sein", und wiederholte: „Schade um den Jungen! Wenn es die Mutier beruhigt, setzen Sie ihn ans die Liste." km siebenjähriger Lnftmörder. Aus Bukarest wird uns gemeldet: In der Stadt Ki« s ch i n ew in Beßarabiett hat sich ein furchtbarer Fall vvn Lustmord ereignet. Vor einigen Tagen wurde an dem niedrigsten Aste eines Baumes ein eincinhalbjähriger Knabe erbangt ausgesilttden. Der Polizei gelang es, sestzusiellen, daß der Mörder des kleinen Knaben der siebenjährige John Nepawa ist. Das Kind schilderte bei der Polizei ausführlich, wie cs eine Schlinge an d em Ast anband und dann ic-tt Opfer lötete. Die ärztliche Untersuchtutg des Mörders ergab, daß der siebenjährige Kn tbe s a d i st i s ch veranlagt ist.