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Wiener Morgenzeitung · 1924-08-01 · Heft 1962 (1.8.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1962 (1.8.1924)
Date
1924-08-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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33 T GeKe 6 Wien. Freitag Vereine, Bortröge und BersnAMlungsn. B u k o w t tt ö c r- 3 e n 11 ß l ti e t fi (i « b. Hauvtversammluug Sonntag den 3. d., 9 Ubr vonMcigS, im, Hotel Stephani, 2. Bez., Taborstraße 12. Musterschair,^Rechtsschutz- und Steuerschudfragen, TiSkuisioit. 4 Uhr nachmittags gesellige Zu- ^ammenkrrnft im 1. Kaneebaus (Brater, Hauptallee) Veranda rechts, bei ungünstigem Wetter im Eafö Kristall, 1. Bez. Bühne Ae Sver in EowtetrußlonL. Vor dem Kriege braßen nur etwa zehn der größten russischen Städte ständige Qpern-cheater, welche sich a'cr. in mustergültigem Zustande befanden. Die Dpern in Petersburg, Moskau, Odessa, Charkow und Tiflis waren amsgezeichnet. Die übrige Provinz begnügte sich m'it Gastspielen. Nach der Revolution wuchs die Zchl der Oper-nÜheater in der Provinz, aber dafür weisen die alten Theater in ihren künstlerischen Loistuugcn einen Rückgang auf. Es fehlt allenthalben an Geld, um neue Dekorationen auZuschastfen, und der neue künstlerische Geist ist au sg ob lieben, der auf dom Gebiete der Regie mit den vorhandenen Mitteln vollwertige Arbeit leistet. Nur das Moskauer Z i m i n - Th ea ter brachte drei Neuaufsichrnr. gen zuwege: „F ü r st Serebrian y" von T r i o d i n, ,.R a l: e i s K l a g e" von Dndkewitsch und „X rilb 1" von I tt r a i o w i f i t. Bstnerkenswert ist, daß sich das Moskauer K ü n st l e rth e a t«.r mit Opernausiührungen befaßte. Unter DianislawLkijs Regie wurde „Eugen Onegin" gegeben, von der Kritik aber sehr ungünstig ausgenommen Es hieß, die AuWhrung zeige Stanislawskis in seiner ganzeir Große, nur sei er zu wenig Musiker, und sein Szenenaufbau nicht mit Dchaykowskif in Eiirklang zu bringen. Wl. N e mi r o w i t s ch - T a n ts ch e u ka gab im Künstlertihrater eine revolutionierte „Carmen": Cr änderte die Nummern, führte das Fisharmonium ins Orchester ein, strich Mioaela und ließ ihre Rolle von Joses Mutter febst singen. Sogar Vas Libretto wurde neu geschrieben. Tie Kritik bezerchnete den Versuch als mißlungen, und er ist nicht wiederholt worden. Bus den Theatern. - LslkSoper. Heute „Der Troubadour". Morgen „Boheme" mit Zseo I l a r i r vom Teatro Constanzt als Rudolf und Frau Claire Bor» von der Wiener StaatSoper als Mimi. Im C a r l-T h e a t e r findet heute mit Ben Zwi (Baratoff) in der Titelrolle als Gast die Uraufführung des Schauspiels „M eschke Chase r" statt. Beginn l/38 Uhr. Sonntag veranstaltet das amerikanisch-jüdische Kunsttheater eine WohltätigkeitSvorstellung zugunsten deS Vereines zur unentgeltlichen AuSspeisung jüdischer Notleidender Ohel Rachel. Zur Aufführung dar Lustspiel „DesSchmiedeS Töchter" vvM Die fünfte Festaufsühvung „Aida" auf morgen Perschoben. Infolge des schlechten Wetters mußte die füt gestern anberaumt gewesene fünfte FestaiUWHr uny der ,MIda" ans der Hohen Warte für Samstag den 2. d. verjschvben werdest. Die gelösten Karten! behalten für di^se Ersatzvorstellimg ihre Gültigkeit. Dirigent: Pietro Mascagni. Degchrn präzise dreiviertÄ 8 Uhr a-bends. Nach Schluß der Vorstellung direkter Straßenbcchnverkehr nach allen Richtungen. Preisausschreiben für Mener Märsche. Der Muiftövcrein der Uivge-stellten der stÄdtischen Straßenbahnen Wiens begcht am 14. September d. I. das Fest seines Zysächtitgen Bestandes. Aut diesem Anlasse schreibt der Verein drei Pre-ils« tm Betrage von fünf, drei und zw e i'Mi ll io ne n Kronen für die drei besten Marfchkompo-sit innen auS. Partituren, die bei ihrer sonstigen Eignung auch darauf berechnet sind, daß sie von kleineren Musiken <18 bis 24 Mann) aufführbar sind, erhalten den Vorzug. Die Partituren müssen rmt einem Keninwort (Motto) versehen sein. Es muß ihnen ein verschlossener Kuvert mit dem .gleichen KenMvort beiliegen, das den vollständigen Namen und die genaue Adresse deS Einsenders enthält. Das Autorrecht bleibt den Komponisten der preisgekrönten Kompositionen vollständig gewahrt. Der letzte Termin für die Ei-nsendung ist der 2 4. d. Dir Einsendungen ftnb zu richten an: Musikoerein der Angestellten der städtischen Straßenbahnen, 4. Betz., Favovitenstraße 9. Ei» unbekanntes Hamlet-Drama. Im Ams-ust wird William Poel, der bekannte Gründer und Leiter der Elszabethan Stage Society, im OxfoÄ» Playhouse das alte Schcrufpiel „Fratrieid« Pumtifhed" zur Aufführung bringen. Es handelt sich um sine Version der Hamlet-Sage, die sich durch einen Zufall vn Dmlschlarrd erhalten hat. Engiilsche Komödianten führten sie aus ihren Wanderungen im Repertoire und brachten sie wiederholt zur Darstellung. Es ist interessant, zu beobachten, wie der dramatische Entwicklungsprozeß verläuft, der in der großen Tragödie Shakespeares gipfelt. Ein Stendhal-Denkmal in Italien. In Anwesenheit des Unterrichts-Ministers, des Ssnatsprösidenten Tittoni und des französischen Botschafters, wurde in Civitaveechia ein Gedenkstein für den franMischen Dichter Henry Behle- Stendhal smgeweiht. Italien trägt so seine DaükesschM an einen Mann ab, der für den historischen Ruhm deS Landes, für seine interessante, künstlerisch« Vergangenheit in wertvollen Schriften eingetreten ist und selbst die Schwächen der römischen dle'ellschait in seinen Novellen beschönigt hat. Hamburg erwirbt ein Gemälde von Anselm Feuerbach. Die Hambnrge r K u n st h all« hat das große Bild der Bianca Capelle» r -n Anselm Feuerb a ch erlvorben, das in diesem Frühjahr au?' der Preßburger Sammlung Palsfy nach Teut-chland kam. Das große Werk stammt aus dem Jahre 1864 t:>td steht in der AuÄfi'chrung den Iphigenien des Meisters nahe. Für diese Eowerbung hat die Kunsthalle die leinen M oörenköp s e" Feuerb a ch s in Tausch gegeben. Mt dem großen ,.P a r i s - U r 1 e i l" . und der „H e roi s ch e n L ckn d s ch a s t" ist? er 9JJ eister in Hamburg nun Mt vertreten. Außeodem -erwarb die Knnschalle ein schönes Stück der Biedermeier-Kunst, das Bildnis Kaspar David Friedrichs von Georg Frie-dpich Ke r st i tt g. Aus dem farbig harren, olivgran gehaltenen KemMe sitzt- Friedrich vor -der OlaMei am Fenster, während hat ähstüche Friedrich-Bildnis Kerstings, das sich in der Berliner Mtivn<ästzstuie befindet, den M'>ster der rvn'-vtt'> ch»r Land'chast si'bc,,) b-i A'-beü rcta i Wiener Morgenzeitung. 1. August 1924 Nr. 19W uxaMSSXäk\'XJxr» niBCT Kommandite der Kroatischen Eskomptebank. Agram Wien» I. Seitzergaste 4 Alle Arten von Bankgeschäften Telephone? 60-4-82, 60-4*93, 63-4-85, 64-4-42, 68-4-78. 69-4-82 (Ecke Bognergasse beim Oraben) 10405 Kredituna Warengeschäfte Telegrammadresse > Frapobank mum "nKS%nef* Gerichtssaal. Sie Perlendiebkn von Graz verurteilt. Sechs Monate schweren Kerkers. Aus G r a; wir^> berichtet: Ti-e Verhandlung gegen die Perlendiebin Frau Alice Ki n r a d-K o nr a d sh ei m dauerte Donnerstag bis 4 Uhr nachts und endete mit der Verurteilung wegen beider Diebstähle zu sechs Monaten schweren Kerkers, verschärft durch einmaliges hartes Lager in jedem Monat. Den um-fangreichen Ausführungen des Professors Doktor Julius M a g g, die dahin lautete, daß das Verhalten der Angeklagten auf ihn alles andere eher als den Eindruck gemacht habe, daß sie normal sei, folgte das ge.richtsävztiiche Gutachten. Universitätsprofessor Zi.ngerle stellte fest, daß eine auffallende Anzahl von Ursachen auf die Baronin eingewirkt habe. Ihr Vater (der verstorbene Baurat Baron Lazzarini) war sehr nervös und ihre Mutter eine Morphinistin. Eine R-ü'hc vott chronischen Schäden, Brutalität des Schicksals haben auf sie eingewirkt. Besonders schwbr beeinflußte die syphilrlische Infektion die hereditäre Belastung der Frau. Durch ein Herzleiden und Zivkulationsstörnngen wird das Gehirn überdies sehr ungünstig beeinflußt. Seit zwei Jahren hckbe man im Wesen der bisher feinfühligen Frau Aenderungen wahrgenotnmen. Selbstüberschätzungen, Abnahme des Taktgefühles im Verkehr mit Frauen. Durch die Zeugenaussagen sei erwiesen, daß man es mit einer hochanständigen Frau zu tun habe, deren Handlungen mit ihrem früheren Charakter in Widerspruch stehen. Ohne Bedenken könne man sich dahin äußern,, daß ein solcher Zustand die volle L-ebensbestimmnng stlbsttätig ausschlirßt Der Staatsanwalt richtete einige Fragen an Dr. Zingerle. dte den Verteidiger veranlassen, sich gegen deren hypothetische Form zu verwahren. Der Verteidiger wies in einer VLrmögensaufstellung nach, daß das Ehepaar Konrad ein Palais in Grag und einige Häuser in Wien besitze und über aktive Bestände verfüge. Der Staatsanwalt Hofrat Dr. P t a k hob in feiner Rede hervor, daß sich der Richterspruch freizuhalten habe von der öffentlichen Meinung. Nach seiner Ueberzeugung, die sich mit drm gerichtsärztlichen Gutachten nicht decke, fei di« AngeNagte schuldig zu sprechen. Während des Plaidohers des Verteidigers Dr. Spiegel kam es zu einem Reeontre mit dem Staatsanwalt. Der Verteidiger legte dar, daß es sich um eine schwer krank« Frau handelt. Gei einer Greislerin oder Haurmeisterin hätb die Grazer Stac.tsanwostlchaft die Anklage auf Grund des gerichtsärztlichen Gutachtens gewiß nicht e r h o b « n. ES sei begreiflich, daß die Staatsanwaltschaft die Verantwortung auf ander« Schultern Werwälze, indem sie de-m Ansturm einer gewiffen Press« Rechnung trage. Der Staatsanwalt verwahrte sich aufentschiedenste gegen einen derartigen Anwurf, worauf Dr. Spiegel erklärt«, daß er sich nicht unterbrechen lasse. Der Vorsitzende ersuchte Dr. Spiegel, der Staatsanwaltschaft unlautere Beweggründe nicht zu unterschieben, Dr. Spiegel sagt darauf, daß man vm Sack!« hier Dienstbotenklatsch gehört habe. Dagantze Verfahren habe einwandfrei ergaben, daß eS sich tatsächlich um ein« schwerkranke Frau handle, die vcr der Paralyse stehe. Er plädiere für Freispruch. Der Staatsanwalt «ahm auf das entschiedenste gegen den Verteidiger wegen der Bemerkung Stellung, daß die Behörden deshalb die Anklage erhoben haben, weil die Angeklagte eine Baronin und nicht ein« Greislerin fei. Dies sei «in« Unterstellung. Dr. Spiegel verbietet sich diesen Ausspruch. Der Staatsanwalt erwiderte, daß er «S unter seiner Würde halte, ans ue Anwürtc w-iier eitczugehen. Der Verteidiger wisse ganz genau, daß von dem, was er sagte, nichts wahr fei. Dr. Spiegel erwidert«, daß er sich persönlich nicht belcidigen lass«. In diesetn Falle würde auch er persönlich werden. Hofrat Dr. Ptak: Wir sitzen hier nicht auf einer Bierbank. Er verwahre sich gegen derartige Anwürfe.. Da im Auditorium Beifall laut wird, ersucht der Vorsitzende die Zuhörer, sich ruhig zu verhalten. ' Dr. Spiegel bemerkte hierzu, es sei anznevkennen, daß sich der Siaatsattwalt in die Bresche stelle, es hätte aber n'chl . j,. Beleidigungen kommen müssen. Er trete nochmals für Freiiuc..ch ein. Nach halbftüttdiger Beratung erfolgt« die Verurteilung. In der Begründung erklärte der Vorsitz«übe, daß sich der 'Gerichtshof die volle Ueberzeugung von einer Smnesiverrückung .der Angeklagter: ztrr Zeit der Straftat nicht verschaffen konnte. Im Fall« Herberstein habe sie ja den Diebstahl vollkommen emgestanden. Von einer Trübung des Belwußtiseins für längere Zeit-könne nicht gesprochen wenden. De-nr stehen 'die sprunghaften Entschuldigungen im Falle Herberstein gegensiber. Es Waran nicht die nötigen Hemmungen >da, die durch >^ie El'^roN^tündernng veranloßtL Tct zu/hindern. Bolkswitt. Stießet Mttschaftsbetlcht. (Bon unserem Berichterstatter.) Triest, 28. Juli 1924. Triest entwickelt sich immer mehr zum HauPthandelSort der Mittelmeerländer. Der Warenverkchr des HafenS hat im Jahre 1923 40,714.067 Zentner erreicht, gegen 29,264.223 Zentner im Jahre 1922. An dieser starken Verkehrssteigerung sind Orient und Levante sehr erheblich beteiligt; der SWosten bezieht die benötigten Erzeugnisse mehr denn je aus und über Triest. Der stark gestiegene Triester Warenverkehr stellt begreiflicherweise an die Triester Hafeneinrichtungen ganz besondere Anforderungen. Bahnbetrieb, Lagerhäuser, Spedition und Schiffahrt in Triest sind bis jetzt dem Transit reibungslos gerecht geworden. Der Warenbedarf der T ü r k e i, deren Häfen vom Triester Lloyd nunmehr wöchentlich angelansen werden, ist jetzt wieder sehr groß. Heute sind di« wichtigsten Importartikel alle Arten landwirtschaftlicher Maschinen? AIS di« hauptsächlichsten Einkäufer kommen hierfür in Betracht: Commissariat du Commerce in Angora und die staatliche Banque Agricole in Angora und Smyrna. Weiters finden Absatz: eleStrische, Benzin-, Petroleum- und Wasserbampfmotoren für die kleinen Fahrzeuge und Werkstätten, Automolbile und Traktoren, Lokomobile und Lokomotiven, Waggons, Schienen und im allgemeinen alle Arten von Eisenbahnmaterial. Käufer sind die Drreetion General« deS Chemin de fer d'Anatolie" in Haidar Pascha (für demnächst zu vergebende große Reparaturausträge dieser Gesellschaft sind bereits 15 Millionen Ltq. bewilligt) und das Commissariat des Traveaux Public in Angora. Zahlreiche LieserungsauSschreiben sind anläßlich deS Baues der Strecke Angora —Siwas und anderer Strecken schon teils erfolgt, teils zu er-- warten. Weiters Werkzeuge und Schienen für die Tramways, die ebenfalls' gebraucht werden. AbsatzmöglickMten belstchen dann noch für Baumaterialien, Baumwolle, Bleche, chemisch« Produkte, Drahtstifte, Drogen, Eisen, eiserne Möbel, Emailwaren, Farben, Fes, Galalith, Glas und Glas-Waren, Gummiartikel, Kleineisenwaren, KurKvaren, Leder, Linoleum, Luxusartikel, Maschinen, Metalle, Möbelstoffe, optische JnftMmente Papier, Pforzheimer Schmuck, Schokolade, Seide, Silbevwaren, Spitzen, Textil- und Tuchwaren, Ähren, Werkzmge, Wirkwaren, Zigarettenpapier, Zucker und Zuckevwaren sowie Zünder. Seit die Türkei ein freier Staat geworden ist, und der Zwang, Fes oder Kalpack zu tragen, aufgehoben wurde, ist anzunehmen, daß die Einfuhr von Mützen oder Kappe» bald, einen größeren Umfang amrehmen wird. . Biel zu wenig wird auch Persien von der JndWrie bearbeitet. Zur Zeit werden dort, wie aus Berichten hervorgcht, die an amtlichen italienischen Stellen eingelangt sind, hauptsächlich gebraucht: Metall- und Jndustriewaren,' Maschinen aller Art (landwirtschaftliche), Automobile, Werkzeug«, Gewebe, Staff«, Tücher, Zucker, Kerzen, Zünder, chemische Produkte, Zement, Porzellan, und GlaSwaren, Drogerie, und Toilettewaren, Mode-, Leder« und Papierwaren. Der Tmnspovt dorthin ist allerdings schwieriger. Am kürzesten und leichtesten aber dirigiert man die Waren über Rußland, resp. über Kaukasien (Triest—Schwarze- Meer—Batum—Baku— Enzeli) nach Persien. Griechenland hat, wie -daS Bollettino deS Lloyd Triestino auS PyräuS meldet, augenblicklich Bedarf an Wecker, tchren, Phantasieschmuckstücken in Doublegold, Maschinen für di« Fabrikation von Dachziegeln, Ziegelsteinen und keramischen Kacheln, Preßwalzen für di« AuSbessevung von Gemeindestraßen nsw. AlS Auswandererplatz für Mitteleuropa hat Triest feine frühere Bedeutung nunmehr wieder erlangt. Das von Triest ausgehende Schiffsliniennetz ist in der letzten Zeit bedeutend beMchtet worden mrd von der maritimen Neuorganisation sind die Nord- Md Südamerikalimen der Cösulich, die Levantelimen des Lloyd und die westlichen Dienste der Tripeovich günstig berührt worden. Heute hat man von Triest aus jede Woche einmal einen modernen Amerikadampfer zur Verfügung. Wegen der bekannten strengen EinwandevttngSbestimmugen für NoÄtamerika wendet sich jetzt, wie auS den amtlichen Ausweisenhervovgeht, da8 Interesse m besonderem Maße Süd. amerika zu. Bssottders die aus Brasilien gekommenen günstigen NachrichtM haben stark verkchrSwerbend gewirkt. Triest hat «S mit besonderer Genugtuung erfüllt, daß auf der in Rom äbgchaltenen internationNen Auswandererkonferenz di« Feststellunig laut würbe, daß der ehemals österreichische Seeplatz von den zugunsten der Auswanderer vorgefchlagenen Maßregeln viele aus eigenem Antrieb schon längst durchgefühyt hat, so daS vorbildlich geworden« Answandererheim in Monsalcone, .die Erteilung hygienischer Ratschläge an die AuNyanderer, die ^SamtätSorganisationen auf den Schiffen, die gleichmäßig gute ^Behandlung der Auswanderer verschiedener Nationalitäten an Bord, die besondere Rücksichtnahme auf Frauen und Kinder auf den AuSwandererdamPfertt, die Regelung des Beschwerderechtes und so fort. Polen steht unter den Ländern, mit denen der Triester Platz in Verbindung P, an besonderer Stelle. Der polnische Triestiner Varenvepkehr läßt an Untfang wohl noch zu wün- 5981399549^85975

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