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Wiener Morgenzeitung · 1924-08-01 · Heft 1962 (1.8.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1962 (1.8.1924)
Date
1924-08-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Är. 1S62 Wen, FMsg. Wiener Mornen-eitung. 1. An-gust 1924 Seite 8 Ae klettrisizierung der Stadtbahn. Die Vorarbeiten zur Elektrifizierung der Stadtbahn schreiten vorwärts. Hundert Mann arbeiten unter der Leitung eines J^rgerrieurs zum Teile auch nachts eifrig daran, die Station Heiligenstadt fertigzustellen, was bis Ende Oktober der Fall sein wird. Die Untermauerungsarbeiten sind bereits soweit gediehen, daß an den Bau der Riegelwand Md des Dachstuhles geschritten werden kann. In einem Monat können voraussichtlich schon die Geleise gelegt werden. Die bisher geleistete Arbeit geht schon daraus hervor, daß die beiden Betonmischmaschinen, von denen die eine elektrisch betriebene das Material für den Zugangstunnel liefert unb die andere mit Dampfantrieb versehene für die Bahnhofshalle arbeitet, bis jetzt 180 Waggons Donaubetonsand und 20 Waggons Portlandzement (fünf Eisenbahnzüge), verarbeitet haben. Verzögert wird der Bau dadurch, daß gewiffse Arbeiten, wie zum Beispiel die Tunnelarbeiten, nur des Nachts gemacht werden können^ weil der Fernbetrieb auf der Hauptstrecke, auf welcher täglich über 100 Züge verkehren, nicht gestört werden darf. Der Streit in der städtischen KraMensstrsorge« anstatt wird eingestellt. In der Arbeitevkammer fanden gestern unter den: Vorsitz ihres Präsidenten Mg. Domes Einigungsverhandlnngen zwischen den Vertrauensmännern der Angestellten der Krankenfürsorgeanstalt und dem Vorstand derselben sowie den Vertretern des ReichGvereins der Angestellten der sozialen Verficherungsinstitute statt. Die, Frage, ob die Angestellten der Krankenfüvsovgeanstalt in den Dienst der Gemeinde übergehen sollen, older ob die Anstalt den Kollektivvertrag der sozialen Versicherungsinstitute anerkennen solle, die die Ursache des Streiks ist, bildete den Gegenstand einer eingehertden, mehrstündigen Debatte. Es wurde unter anderen! der Vorschlag gemacht, unter den Angestellten hierüber eine Abstimmung vorzunehmen, die von keinem der beiden Streitteile beeinflußt werden dürfe. Der Anstaltsleitung, welche entschieden für die Uebernahme der Angestellten in den städtischen Dienst eintritt, wurde vorgehalten, daß sie auf die Abstimmung, die vor einiger Zeit stattfcmd und die eine kleine Majorität für die Uebernahme ergab, einen starken Druck ansgeübt habe. Da eine Einigung in diesen strittigen Fragen bei den Verhandlungen nicht erzielt' werden konnte, beantragte der Vorsitzende, alle schwebenden Streitfragen vorläufig auf drei Monate zu vertagen und den Streik einzustelllen. ^ach längerer Debatte wurde der Antrag Domes angenommen. , W i e n, 1. * Dr. Julius Ofner — Bürger dev Stadt Men. Aus Antrag des cmntsisührenden Stad trat es Richter hat der Gemetnderatscmssschuß für allig-emeine Ver>wM«ungsa>ngelhgenheiten am Mittwoch bchchlossen, dam früheren Reichsratsabigeordneten Dr. Julius Ofner das Bürgerrecht. der Stadt 8Hien zu verleihen. Dr. Julius Ofner wird in diesem Monat 80 Jcchve oft. Als hervorragender Jurist gehört Dr. Ofner dem Berwaltungsgerichtshof cm.. * Sonntagslinie „Z 8" der Straßenbahn. Die feit einiger Zeirt an Sonn- und Feiertagen nachmittags bei schönem Wetter nach Bedars eingelegte GonntagMnie — von der Ge- »e belvm Hesserderikmal Wer den Gürtel und Wer die ädtevstraße zum Nußldorferplatz — wird vom 8. d. an das Linieüzoichen „$8" führen. * Der Bau der Kinderiiöe-vnahmsstelle der Gemeinde. Im Jahre 1926 hat der Wiener GemeiWerat zwölf Milliarden Kronen als erste Baurate für die Errichtung einer MndeMernichmsstelle beüv'iMgt. Im Vorauschllag für das Jahr 1924 stnld für diesen Bau alls zweite Rate viergehn Milliarden Kronen vorgeschen. Mt den Arbeiten wurde noch im Herbst 1933 begonnen. Die neue, Anstakt wird abschließend an das von der Gemeinde Wien übernommene KaroMen-KinsderlslPital errichtet und durch einen eigens erbauten ged eckten Zugang mit dich am Spital in dir ekte Verbimdumjg gebracht. Die Kind ersuch ovgeanlstalt Wüste noch in diesem Jalhre eröffnet werden können. * Elektrischer Betrieb aus der Arlbergbahn. Mrs Innsbruck wird gemeldet: In der Rächt auf gestern wurde die echte probeweise .Befahrung der A r l b « r g st recke nrrt e l e k t r i s eh' e n L o k o m o t!i v e n von Landeck bis in den Arlbergtunnel und nach Landeck zurück mit gutem Erfolg unternommen. * Die Dankbarkeit des Hakenkrenzkers. Wie der ,Melt am Montag" aus Lauenburg (Pommern) geschrieen wird, hielt der bekannte Knüppel-Kunze in Laiuenburg einen Vortrag, in «dam er wie gewöhnlich ans die Juden schimpfte, und fuhr dann nach dem Badeort Leba, wo er beim Baden in eine tiefe Stelle geriet und zweisellilos ertrunken wäre, wenn ihn nicht der Bcidea^t Dr. P o s n e r ans dem Wasser gezogen hätte. Man stelle sich den Schrecken des berufsmäßigen Judenfressers vor, als er erfuhr, daß sein Lebensretter ein Jude ist! Aber schnell gewann er wieder fCtne Fassung und deutfcharische Würde: er vechchwand chne ein Wort des Dankes. * Me Todesstrahlen und ihr Opfer. Amerikanische Blätter melden, daß Grindell Matthews, der Entdecker der sensationellen Toldesstrahlen, der vor wenigen Tagen in New- York emgötroffen «ist, das echte Opfer seiner furchtbaren Entdeckung geworden ist. Er leidet an großen Angeiischmevzen, sein linkes Auge ist bereits nahezu stanz erblindet und auch die Sehkraft des rechten Auges wird täglich schwächer. Matthews, der die berichmtesten Auigenispetziialisten ZN Rate gezogen hat, Will sich jetzt einer. Knr unterzichen. deren Erlfolg von den Aerzten allerdings in Frage gestellt Wich. Nach einem: gestern eingetroffenen Bericht aus New-Aork hat Matthews bei der Operation ein Auge verloren. Seinen Assistenten, die in seinem Laboratorium «arbeiten, dr-cht gleichfalls die Geifahr des völligen Eoblindens, denn auch sie klagen über Augerrlschmenzen. : ' M 32 Irr Brot- und Mehlwucher. Ar Krach der Getreidespelulanten in gngoslawien. — Ae gehamsterten BorrAe l« Lesterreich. — Teures Mot mit billig gelaustem Mehl. Die „Tagespost" meldet aus Neusatzr Während noch gestern die Getreidepreise iu Jugoslawien im freien Verkehr im Steigen begriffen waren, kam es heute zu einem schnellen Umschwung und st a r k e n F a l l e n der Preise. Unter den Getreidehändlern y entstand eine großePanik. DieWare kam ingroßenMengenaufdtznMarkt, es fehlte aber an Käufern, da noch einweitererNückgang derPreiseerwartet wird. Vormittag wnrden die Getreidevorräte mit 3 8 0 D i n a r pro 100 Kilogramm cmgeboten, während Montag noch430Dinar bezahlt wurden. (Der Dinar steht jetzt ungefähr 848 Kronen, d. h. das Kilogramm Getreide kostet jetzt gegen 3222 Kronen und ist in einem Tage um 425 Kronen im Preise gefallen.) Dieses unerwartete Fallen der Getreidepreise in Jugoslawien wird die Bevölkerung am besten darüber aufklären, was für ein Betrug an «nS von den B ä ck e r n und B r o t f a b r i k a n t e n begangen wird. In Oesterreich notiert nämlich: Inländisches Weizenmehl . . Amerikanisches . . - . . . Roggenmehl. Weizengetreide. Roggen 3650 ... . . . , pro Kilogramm in Kronen heute am 7. Juli noch 7000 5700 7400 6000 6600 4400 4200 3100 3650 2825 Auf Grund dieser hohen Preise «könnten natürlich die Bäcker und Brotfabrikanten'das Brot wicht billiger liefern und wäret: zur Erhöhung gezwungen. Mer nun ist ein Umstand zu erwägen, der bisher überhaupt nicht besprochen wurde. Unsere ' Brotwucherer haben BorrAe aus, der Zeit, wo sie b i I l ig eingekauft haben, zu einer Zeit, wo das Weizenmehl nicht e r it nt a I 5700 K. und und das Weizengetreide nicht einmal 3100 K. kostete. Und diese Ware/kalkulieren sie mit dem heutigen hohen Preis ein, obwohl sie die heute gekauften Mengen noch gar nicht verwenden, ja höch Istwahrsche: nl: ch gar n i ch t g r o ß e Mengen zu dem hohen Preise einkaufen, weil sie besser als wir wissen, daß die hohen Preise sich nicht hallten werden; «denn diese sind nur durch eine Ueberfpekulatiou hervorgerüfeii, durch das Hamstern mit der Ware, sein sollte. Dann würde das Angebot sehr groß, die Nachfrage sehr gering werden, und ein enormer Preissturz eintreten; «dem: diese ganze Brot- und Mehlpreisfrage ist nur von dem Angebot und der Nachfrage abhängig. Wir sind leider auf «den Import angewiesen und deshalb müssen wir uns von den Bäckern und Brotfabrikonten einreden lassen, daß sie gezwungen sind, auf Grund der schlechten Ernteaussichten die Preise zu erhöhen. Das ganze macht den Eindruck, als ob die Brot Wucherer. Weil sie nicht mehr an der Börse spekulieren können, nunmehr eine große Getreidespekulation «durchführen. Und diese Spekulation reicht von New-Nork bis Wien und ist leider nicht mit einem Frankensturz totzuschlagen. Es ist aber dafür gesorgt, «daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Der Getreidesturz in Jugoslawien ist für die treib ehamsterer eine Warnung und kann auch für den Wiener Markt erftrn!:che ^oHrn haben. Vom Erhabenen znm Lächerlichen ist nur ein Schritt: Die Brotverteuerer haben nämlich ausgerechnet, daß sie uns das Brot, das jetzt 7800 K. kostet, eigentlich schenken. Wir haben eingehende Recherchen eingeholt. Die Bäckergenossenschast kalkuliert die Ausgaben für einen Laib Brot wie folgt: 90 Dekagramm Mehl erforderlich 6000 K., Arbeitslohn 1550 K., Fuhrspesen für Brot, Mehl, Kohle 269 K., Strom, Licht 135 K., Rabatt für die Verschleißer 400 K., zusammen 8354 K. Wenn nun auch die BäckergehAfen 605.000 biZ 515.000 K. in der Woche erhalten, so wird kein Mensch glauben, daß «der Arbeitslohn bei einem Laib Brot 1650 K. beträgt. Auch die Kosten der Fuhrspesen, die von anderer Seite sogar mit 400 K. angegeben werden, sind unglaublich hoch. Es ist wahr, daß die Agrarier das Mehl gehamstdrt und aus den Augenblick gewartet haben, wo sie es zu höchsten Preisen losschlagen können; ebenso währ aber ist, daß die Brotfabriken Mehl zu dem heutigen teueren Preise nur in geringen Mengen haben und vielleicht schon in den nächsten Tagen wieder zu billigen Preisen kaufen können. Wir erleben eine wie es Mm Beispiel bei den Schillingen der Fall war. Der J heutige Sturz m Jugoslawien beweist deutlicher als alles, daß i es sich um ein ganz ungehöriges Spekulationsmanöver handelt, das allerdings — und das ist der einzige Entschuldigungsgrund für die Herren Mendl und Konsorten — nicht auf Oesterreich beschränkt ist. Von Amerika kommen Nachrichten herüber, daß die amerikanische Ernte schlecht sein wird. Das ist ein Grund, die Preise zu erhöhen. Die Ernte in Amerika wird sicherlich nicht so schlecht sein, wie berichtet wird, «unb vielleicht überhaupt nicht schlecht fein. Dann werden die Amerikaner mit den «Preisen trotzdem nicht stark heruntergehen. Nur in einem Falle können die amerikanischen Getveidewncherer zu Schaden kommen, wenn nämlich die Ernte sehr gut Neuauflage des Dolksbetruges nach dem Umsturz. Die Bäckergenossen'sch«aft gibt in einer F e st st e l I u it & «die sich gegen unsere gestrige Behauptung wendet, daß. nicht so sehr die Bäcker, als vielmehr die Brotfabrikanten die Brotpreisevhöhung veranlaßt haben, der Hoffnung Ausdruck, daß die eingetretene bedeutende Steigerung der Brotmehlpreise vorübergehender Natur sein wird. Demgegenüber geben wir der Hoffnung Ausdruck, daß der aus Jugoslawien gemeldete Krach n i ch t v o r ü b e r g e h e n d e r Natur sein wird, sondern sich nächste Woche in den Brotpreisen ansdrücken wird. Denn von dem Zusammenhang zwischen BrotpreiH und G e t r e i d e p r e i s «darf nicht a b g e I ru k t wcrdentweder von «den Agrariern noch von anderer Seite. * Zusammenschluß der jüdischen Hmrdwerker in Polen. Aus Warschau berichtet I. T. A.: Nach, längeren Beratungen ' wurde dieser Tage die V e r ei n i g«u ng zwischen dem zentralen jüdischen-Handwerk«erv«erem und dem zentralen jüdischen Handwerkerrat vollzo«gen. Beide Organisationen entsenden je fünf Vertreter in das neue Exekutivkomitee/ * Armer Hund! Gin «Bettler, ge'foillgt von entern kleinen, unaichchiilichen zottigen Hund, überquert eine der Hauptstraßen der Großstadt. Plöylich kommt ein Auto hevangebriau«st, ein furchtbares Aufheulen, und der Hund ist überisalhren. Noch emmal winselt er leise, dann ist ertöt. Der alte Bettler geht einige Schritte zurück und streichelt den toten Hund. Untevd-esftn hat der Autobesitzer augchälten und kommt auf den alten Mann zu, dem er teilnehntend die Hand drächt. „Ich verstche Ihren Schmerz, «aber ich konnte beinr besten Willen nicht ausweichen." Hierauf schiebt er ihn: zehntausend Kronen in die Tasche und fahrt weiter. Der Bettler sicht nochmals den toten Htmd an, schüttelt den Kopf und sagt: ,/We.m mag das arme Dier ivohl gehört haben?" * Die Erforschung des Mount Everest. Die fünfte englische Mourvt-Gverüst-EApeditivn ist belkanntlich gescheitert und zwei Mitglieder der Expedition haben dabei das Leben büßt. Aber den Männern der Wissenischalft läßt dieses nnersorschte Gebiet keine Rühe und trotz aller FÄhrmisse halben sie eS sich zum Ziele gemacht, den Mount Everest besteigen. Wie Schweizer Blatter melden, werden gegenwärtig in der französischen Schweiz Voribereitungen für eine neue, aus Schweizern bestehende Expedition «getroffen. Der Wan stammt von dem Schweizer Alpinisten Dr. I. Jacot-Guiklarm od, «der im Jahre 1602 den Mount Godwin belagerte und damals eine Rekordhöhe von 7000 Meter erreicht hat. Im Jahre 1905 reiste der Gelahrte abermals nach Asien, um den dritthöchsten Himalajaberg, den Kanschinfunga in Neapel, zu bezwingen. Die tteitc Expedition, die int Frühjahr 1926 aufbrechen soll, soll aus den besten Schüveiger Berglführern bestehen, von denen feiner älter als 35 Jahre sein darf. Die neue Expedition will de:: Transport der schweren Sauerstoiffappawte vermeiden und die MM'ieder sollen mit kleinen Röhren ausgestattet werden, die komprimierten S «a u e r st «off enthalten, der nach Art von Morphiuminjektioneit mittels Stechspritzen in den Oberschenkel injiziert werden soll, wenn die natürliche Atmung nicht me.hr ausreicht. Das kliügt allerdiugs schr phantaistSsch. Auch sonst begegnet man diesem Plane mit mancherlei Zweifels dem: die Bewilligung und Mterstützung durch die englische Regierung fehlt. * Bluttat gegen Juden aus einem russischen Dampfer. Aus Riga läßt sich I. T. A. melden: Auf einen: Danrpfer des scbr lebhaften sogenannten „Diesna-Magistral", der auf .der.Strecke, zwffchen Makaschir: und Nowgorod-Grewersk, verkehrt, überfiel eine Bande, die offenbar schon früher zu diesem Zwecke den Dantpfcr bestiegen hatte, die jüdischen Passagiere, t ö tete mehrere von ihnen in grauenvoller Weise und warf die Leichen in den Strom. Die n i ch t i ü d i s ch e n Passagiere wurden von den Banditen u nb eh e ll: gt gelassen. Bisher wurden. 15 Leichen aus dem Strom gezogen. * Eine Rabbinerattion gegen die kurzen Kleider. Aus Lemberg wird uns geschrieben: In den hiesigen Bethäusern und, Synagogen wurde ein von 32 galizischen Rabbinern unterferiigber Aufruf veröffentlicht, in dem jene jüdischen Frauen und «Mä«dchen. die kurze Kleider und tief ausgeschnittene, ärmellostz Blusen tragen, schärsstens gerügt werden. Der Attsruf fordert alle Frommen auf, Verein«e zu gründen, die einen Kampf gegen solche Toilettenauswüchse aufuehmen sollen. * Der reichste Chinese gestorberr. In Sirtgapore ist der chinesische Multimillionär O e i T i o n a H a m gestorben. Wie merkwürdig viele Chinesen, litt er an einem Herzfehler, dem er nun erlegen ist. Für den ganzen Osten ist es überflüssig zu erklären, wer der Herr Oei Tiong war. Kein Name war so bekannt wie der seinige. Jedermann, der auch erst kurze Zeit in Ostasien war und von den Vermögen hörte, die dort verdient werden, «dem wurde auch der Name Oei Tiong Ham genannt, als des typischen reichen Chinesen. In der Tat war sein Vermögen beinahe legendenhaft und wurde von Tag zu Tag größer. Oei Tiong Ham wohnte in Samarang, wo der Sitz . verschiedener Gesellschaften war, die seine Interessen wahrzunehnlen -hatten. Später brachte er aber einen Teil seines Geldes im Ausland unter. Das Vermögen Oei Tiong Hants, das gute Kenner auf 120 bis 160 SJUfltoueu nach deutscher Währung schätzten,' stammte meist aus Zuckerspekulationen. Er besaß verschiedene Zuckersabrikett, die er zu einem Konzern vereinigt hatte. Ferner besaß er große Häuserblocks, Schiffe und Handelsu-nternehmungen, namentlich aus Java. In London und «in Sin-gapore hatte er Filialen. In den letzten drei Jahren ist Oei Tiong Ham tticht mehr aus Singapore herausgekommen. Er hatte eine sehr große Familie. Außer seiner gesetzmäßigen Frau, die jetzt zusammen mit einer Tochter -in London wohnt, hatte er zahlreiche Nebensranen und von diesen ebenfalls Kinder. * Tanziystitut Hermann Braun, 14. Bez., Reindorfgasse 42. (Entgeltlich.) ♦ 149 Zentimeter bttit K 148.000 ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ WiMM. Aqie it« as««^a

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