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Wiener Morgenzeitung · 1924-07-29 · Heft 1959 (29.7.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1959 (29.7.1924)
Date
1924-07-29
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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.Seite 6 Men, L)ienStag LFieMr Morgeuzettung. 29. srr.isss »filme uitts fünf!, 1 Mteklmsena«de«PuhükuM. 8A Rkchln 8« Fahre alt. Der bedeutendste und bekannteste russische'Maler der Jetztzeit,^ Jlja Rjepin, hat in Kuokkala in Finnland, wo er fiit einigen Jahren in vollster Zürnckgezogcnheit lebt, den acht« -igsten Geburtstag gefeiert. Ein halbes Jahrhundert ist verflössen, seitdem er an die Spitze einer Bewegung trat, die eine Revolution in der? gesamten bildenden Kunst des Zarenreiches hervorM. Gegen den starten Akademismus, der in der Petersburger Akademie herrschte, predigte er dorr Realismus in der Kunst, dessen Leitmotive Leben, Wahrheit und ' Bewegung sind. Nach den Wanderausstellungen, die er in fast sämtlichen großen Städten Rußlands veranstaltete, nannte man ihn und seine Freunde „die Wanderer". Aus seiner Frühzeit ist besonders das Bild ,,Hiob und feine Freunde" bemerkenswert, das sich durch die Eindringlichkeit Und Schärfe der Charakteristik auszeichnet. In der Folge versuchte er, die russische Malerei ganz auf nationalen Bchön zu stellen und vertiefte sich in die russische Sagenwelt. Sein berühmtes Bild, das die „Burlaki", die Barkenzicher an der Wölga, daxsicllt, wurde in der Zeit der ersten Revolution geradezu als Symbol der Knechtung Rußlands angesehen. Jlja Rjepin hat die hervorragendsten Zeitgenossen in Porträts festgehalten; wir verdanken ihm eine Reihe der besten Bilder Tolstois. Unübertroffen sind auch seine Historienbilder. Die Darstellung der Saporoger Kosaken, die aus dem Lager einen Brief an Sultan Mohammed den Vierten schreiben, gehört zu den nnveraanaluüen Leistungen der russischen Historien in me''?:. Aus den Hestern. Bolksoper. Heute „T a n n h 5 u s e r". Morgen ,H o f f m a n n s Erzählungen". Raimund-Theater. Heute ,Ser Kreuzwegstürme r". Morgen Erstaufführung der ländlichen KotnSdie ,D aS Jungfernweh" von Rudolf Brix. (E x l - B ü h n e). — Samstag den 2. August Erstaufführung der Operette „D l e t o ll e L o l a" von Kadelburg und R « L n e r, Musik von H i rs ch. Im Carl - Th eater findet heute die letzte Mederholuug der Lustspiel- „DerSchmiedeSTöchter" von Perez H i r f ch b e i n durch das Ensemble des amerikanisch- Mischeu Kunsttheaters statt. Morgen wird daS Lebensbild e w j e d e r M i l ch m a n n" aufgeführt. Donnerstag den A.. d. wird ein „Bunter Abend" mit durchwegs neuem Programm gegeben. Freitag den 1. d. beginnt das Gastspiel deS bekannten Wischen Schauspielers Paul B a r a t o f f (Ben-Zwi). Im Johann Strauß-Theater gelangt als erste Novität der Winterspielzett am 1. September die musikalische Komödie in drei Akten „Das Phantom" von Robert Ga r a i, GesangStexie von HcmS Pflanzer, Musik von Max N i e d e r b e r g e r, mit Raoul A s l a n als Gast und Erika W a g n e r in der weiblichen Hauptrolle zur Ur- Mührung. Die Inszenierung wird Dr. Heinz Schulbau. besorgen. 1 Im Neuen Wiener Stadttheater gelangt heute die Wiener Komödie „L e i ch t e r S i n n" von Hermine U r,b a n zur Uraufführung. ' . L u st s p i e l t h e a t e r. Infolge des sensationellen Er« folge» wurde das Gastspiel ' Karl K n a a ck r bis Mitte nächsten Monates verlängert. Der Künstter spielt täglich mit Maria Valdner „Die Kleine vom Variete". Eugen Klöpfer ans Raimund-Theater engagiert. Wie verlautet, hat.Direktor Dr. Beer den bedeutenden deutschen .Heldendarsteller Eugen Klöpfer für seine Bühnen als Mt« verpflichtet. Seine Antrittsrolle ist der Götz von rlichtngen im Raimund-Theater in der Inszenierung durch Karlheinz M a rfli n.' vierte Festaufführung „Aida". Heute findet auf der Hohen Warte die vierte Festaufführung „Aida" statt. Dirigent: Pietro. Mascagni. Beginn präzise dreiviertel 7 Uhr ÄmdS. Rach Schluß, der Vorstellung. direkter Straßenbahn- VtzÄchr nach allen Richtungen, Augel Guimera gestorben. Im Alter von 76 Jahren stmch in Barcelona der größte katalanische Dichter unserer Zett, AnaelG uimera. Er war einer der führenden Männer der katatonischen Renaissancebewegung und beteiligte sich in dieser Eigenschaft seinerzeit auch lebhaft an der regionalistifchen, Politik feiner Heimat-Provinz, doch liegt seine Bedeutung MchtsaHlich auf literarischem Gebiete. Neben einer großen WPchl von lyrffchen Gedichten, die in Katalonien überaus populär find, schrieb er mehr als 20 dramatische Werke. Außerhalb der engeren Heimat wurde er durch sein Drama JÜttt a Baixa" bekannt, das in mehrere fremde Sprachen Mersetzt wurde und d'Albert den Stoff zu seiner Oper Tiefland" bot. ftk Universität Erlangen für Fritz Mauthner. Um dar HauS in Mersburg am Bodensee, in dem Fritz Mauthdar große Berliner Kritiker und Philosoph, feine letzten Lichen-fahre verbrachte, dauernd zu erhalten, sammelt die Unsversttat Erlangen einen Mauchner-FondS, mit dessen Mitteikl dann das Haus als Fritz Mauthner-Museum d«Nachwelt gesichert werden soll. AvS i« Lübeck möglich Ist. Die Lübecker Oper flieht folgende beachtenswerte KrfwuffÄhrungen vor: Haeudl, „XerxeS"; Stravins-ky, ,Me Nachtigall"; Bu'soni, „Doktor Fa^si"; Striegler, ,^>er Thawaskantor" (Urauif- Wruna); D e b n s f h, „Pelleas und Mel'ifande"; ferner Ma«k-e. Sfi*andhagieiiliu$ejr IsrMfdt. Strandbad Klosterneuburj mit einem und mehreren RKuniui, Sommer. ' über bewphnbar, verkauft mit 20jährigem Pachtvertrag auf 4*n Grund., Wir liefern auch Holzhäuser nach auswärts RIosterneuburger Wagenfabrik A. G., Wien» 12. Bezirk, Grieshofgasse 16, Telephon 82-4-39 Ul Eerichtssaa?. M roher Shanffem. Zu sechs Aionaten verurteilt. Der Chauffeur Johann Strohmayer war am 15. Juni gegen Mitternacht über den fast menschenleeren, elektrisch beleuchteten Althanplatz gefahren, ohne Huvpenfignale zu gehen.. Infolgedessen konnte eine aus fünf Personen bestehende Gesellschaft, die den Platz übersetzte, den heronfahrentzen Wagen nicht bemerken. Das Auto fuhr mitten in die Gesellschaft hinein, riß drei Personen zu Boden und fauste weiter, ohne sich um die Hilferufe der Verletzten und die Haltezsichen eines sich.ihrn ent» gegenstellknden Wachmannes zu kümmern. Um besser gesehen zu werden, -rg der Wachmann Anton Pflanzer den Säbel und stellte sich dem Auto in den Weg, er wäre aber, da der Chauffeur nicht auswich und nicht hielt, gleichfalls überrannt worden, wenn er nicht im letzten Moment rasch zur Seite gesprungen wäre. Der Chauffeur hatte auch die L i ch t er ab geblendet, damit die Nummer des Wagens sticht abgelesen werden ,könne. DaS bemerkte ein Passant, er sprang auf den Wagen, zwang den Lenker, obgleich ihm dieser eigen Faustschlag versetzte, zum Halten. (Eine Person, die 20 Schritte weit geschleift wurde, wurde schwer, zwei andere Personen leicht verletzt.) Da der Angeklagte entgegen den Zeugenaussagen immer wieder beteuerte, Warnungssignale gegeben zu haben, sagt der Richter Hofrat Dr. Hotter: „CS wird schon so sein, wie die Zeugen sagen. Das kann man in Wien alle Tage beobachten, wie die Chauffeure über die Staßenkreuzungen in schnellstem Tempo ohne Huppensignale fahren und wie sie lachen, wenn diebedrohtenPassanten wieHeuschrecken auseinanderspringen." Der Angeklagte wurde wegen Vergehens gegen die Sicherheit des Lebens zu sechs Monaten strengen Arrests und zur Zahlung von zehn und drei Milli o n e n Kronen Entschädigung an die Verletzten ver- : urteilt. Der Führerschein wurde ihm aberkannt. * Das Bettgeherweseu als Folge der Erhöhung de, Miet» Me. Es wurde seinerzeit m amtlichen Berichten als er,freuliche Folge der niedrigen Mietzinse gewertet, daß daS Bett- .gcherwesen in Wien nahetzu vollständig awfjgchört hat. Seitdem ^aher die Miet-zinse beträchtlich echöht wurden, bvttt das Bett-' gcherwefen wieder in die Evscherwung, wie dies aus zahlreichen Gerichtsverhandlungen zu entnähmen ist. Ein charakteristischer . Fall diese-r Art bsschüftigte einen Fericklsenat des Zivillanldesgerichtes. Einer Untermietetin war das mdbliwte Käbinett, in dem sie mit ihrer Tochter wohnte, von der Viemiieterin wegen Eigenbedarfes .gskündigt worden, weil die klein« aus drei Räumen bestehende Wohnung, in welcher derzeit zusammen 18 Personen wohnen (auch dos Vorzimmer ist mehrfach mit Bettgehern belegt), in nnhygienischer Weife überfüllt . Ganz b^onders aber falle es ins Gewicht, daß in einem kleinen Zimmer eine Tochter mit ihrem Manne und sechs Kindern, zusammen also acht Personen, wohnen und schlafen. DaS B-e-ziMgericht LeopMstadt erklärte die Kündigung für wirksam, weil Uebertbelag vorliege. Bei der über Berufung der Gekündigten vor dem ZiviMudeZgevichte stattgchabten Der- Handlung machte der GeWagtenvertveter gütend, daß. eS «ich schon früher von Bettgchern in der Wohnung wimmelte. Wo setzt das Ehepaar mit sechs ändern wohnt, hat früher die glSiche Anzahl von Betigchern gewohnt, auch jetzt «och wchmn Äettgcher im Vorzimmer. GS sei also keine AenIdeMvg der Wohnverhältnisse iy dieser Familie siniget-vöten und die KüMgung daher ungereWsertigt. Der KlagSvertreter wieS darauf Hk«, chaß in dem Zimmer,- in dem die acht Personen schlafen, nur für Pier Schlajlstellen -Raum ist, so daß je Mi Personen in einem Bette Wasen müssen. Daß Sin solches Wchnen im höchsten Grade unhygienisch sei, Onne wohl nicht bestritten werden. . Der Beru!stmgs'senat gab der Berufung keine Folge -6 estätigte das epstvichteGiche Urteil, wSil in der Leinen Wchrürnig eine dsravt große Zahl von Personen zHanmerWUercht wohne, daß der Vigenbedarf der KlägeM anerÄmut werüen^ müsse. IdkchaÄ Strauß, „Tanze von Francois Couperin". Mir scheint, der Hund ist ein (. ^^^.ttreuzler. Alder Magazinsmeister Joses Matzek vor kurzem zu Mittag in We WohnEg ging, wurde er von einem Hunde eifttzr Mieip-rtei heftig angebellt, wobei Matzek die Bemerkung machte: ,Mir scheint, der Hund ist ein Hakenkreuz,ler." Kurze Zeit darauf erschienen in der Wohnung de- Herrn Matzek, der im Hanse wohnhafte K a r l L o b in Btzgltttung seines Freundes Franz Freiler und forderten Genugtuung, da Matzek durch die Bemerkung zu dem Hunde die Hakenkreuzler beleidigt habe. Herr Matzek wles die Herren kurz Mb bündig aus seiner Wohnung, was fir mit dem-.lstuf auf d-m Gange „Heil Hakenkreuz!" .quittierten. Alam Nachmittag Matzek ins Kaffeehaus gehen wollte wurde er von Freiler auf der Gasse gestellt, welche ihm erklärte: „Ich verbiete Ihnen die, abfälligen Bemerkungen über die t Haken« kreuzler!" In der .Kontroverse fuhr, Matzek dem Freiler,mit der Faust über die Nase l&b verletzte ihn,' worauf Freiler eilten Wachmann herbeirief, der beide Herren auf die Wachstube brachte, weil er sonst, wie er sich als Zeuge ausdrückte, dem Umfug nicht steuern, konnte. Als nun Herr Ma^k Wachtube verließ, kaut ihm Lob nach und fixierte ihn seiner Meinung nach, als ob er auf ihn losgehen wollte. Matzek, welcher gehört hatte, daß Lob einen Dolch bei sich haben soll, versetzt ihm darauf einen Faustjchlag, durch den er eilte Mßquetskywunde erlitt. Mmen dieser beiden Verletzungen war gestern Matzek vor dem Oberlanoesgerichtsrat Dr. Weiß wegen voratzlicher Verletzung im Raufhandel angeffagt. Der Angeklagte gab an, daß er angesichts der Provokationen der beiden Anzeiger, und ihrer offensichtlich drohenden Haltung in Notwehr zeyandelt habe. Der Richter verurteilte den Angeklagten wegen Verletzung im Raufhandel bedingt zu 24 Stunden Arrest» wobei er erklärte, daß nach der Ansicht des Obersten Gerichtshofes eine.tätliche Notwehr nur dann vorliegen könne, wenn kein anderes Mittel zur Abwehr 'gegeben sei, und daß chließlich der Deuter über die Nase keine Notwehrhandlung begründen könne. Mit RüÄsicht aus die Unbescholtenheit des Angeklagten und d je Stimmun g, in welcher er.angesichts der zutage getretenen Differenzen geraten sei, wurde von der bedingten Bestrafung Anwendung gemacht. Die Unterhaltungen der' Ottakringer Jugend. Bei der Jugend voit Ottakring führt ein 95jayr!ger Beugelverkaufer den Spitznamen der .Pe u g elj u d von Ottakrings. Lange genug ließ sich der Mann dies gefallen. Als wieder einmal «n Bursch ihm diesen Namen nachrief, erhielt er mehrere Schläge. Der Geschlagene, der Hilfsarbeiter Karl Ja bor n ik,' erstattete oie Anzeige. Bei ver gestrigen Verhandlung vor dem Bezirksrichter Dr. Delapina in FünfhauS gab der Angeklagte zu, dem Jabornrk einen, möglicheMerse auch mehrere Schläge versetzt zu haben. Der als Zeuge einvernommene Karl Jabyrnik gab an, daß er das Wort „Beugeljud" nicht gerufen habe. Der als Zeuge einvernommene Karl S ch i r mbück erklärte: „Ich habe den Vorfall mitangesehen und Mtangehört. Der Angeklagte ist ein ruhiger, harmloser Mensch. Die Ottakringer Jugend hat ihm den Spottnamen aufgebracht, den er wohl bis zu seinem Lebensende behalten wird. Er läßt sich viel zu viel gefallen von den großen und kleinen Buben; etst nur zum staunen und man muß sich nur wundern, daß er sich bis jetzt noch nicht hat zu Tätlichketten hinreißen'lassen. Ich habe gehört, daß der Karl Jabornik dem Angeklagten das Wort „Beugeljud. Beugeljud" zugerufen hat. Ein Irrtum ist ausgeschlossen, denn es war sonst niemand in der Nähe." Der Richter verliest das Parere. in welchem eS heißt, daß eine sichtbare Verletzung durch den Schlag nicht erfolgt ist. Er spricht den Angeklagten frei, da es sich nicht um eine, körperliche Verletzung, sondern eventuell um eme tätlich; Ghrenbeleidigung handelt. Der staatsanwalffchaftliche Funktionär erklärt, den Akt an die Staatsanwaltschaft;u leiten zum Zwecke der strafgerichtlichen Ver olaung gegen Karl Jabornik, da der Verdacht der falschen Zeugenaussage vorliegt. Die Heldenjugend von Ottakring wird es sich nunmehr wohl überlegen, die Leute zu belästigen, wenn das Verfahren gegen Jabornik wegen Meineides durchgeführt wird. Der Prozeß «m den Währinger Friedhof. Die Gemeind« Wien hatte mtt der Pfarrkirche Währing einen Vertrag abgcschlossen, wonach der Währinger OrtSfriedhof, auf dem bekanntlich Beethoven, Schubert. Grillparzer, Nestroy usw. begraben sind, für den Preis von 6 40.0 0 0 K„ vorbehaltlich her staatlichen und kirchenbehördlichen Genehmigung verkauft werde uttd die Müsfigmachung der Geldmittel in kürzester Zeit, lättg. stenS jedoch bis Mai MS oder 1914 erfolgen solle. Ter Kaufpreis war damals zur Erbauung einer neuen Kirche bestimmt. Die Zentralkommffsion für Denkmalpflege gab erst im April 1918 ihre Zustimmung. Sechs Jahre später erwirkte die Geminde Wien vom Ministerium ’ de8 Innern die kultusbehördliche Genehmigung des Kaufvertrages und ließ das Eigentumsrecht der Gemeinde Wien einverleiben. Die Pfarrkirche Währing betrachtet den Vertrag als null und nichtig und brachte die Anfechtungsklage unter Bewertung des Streitgeaenständeüber neun M lliarden ein und begehrte die An« aültigkeitsevklawng des Kaufvertrages. Da die Gemeinde b e i der ersten Tagsatzunü nicht vertreten war — di« Ladung war angebttch vom Bürgermeister Seitz persönlich unterschrteben —, wird das Versäumungsurteil aus schriftlichem Wege erfolgen. Es wurden seitens der Gemeind« Wien Schritte wegen Wiedereinsetzung in den vorigen Stand emgeleitet. Bin Teufelsaustreiber im Preßbürger Gefängnis. Aut Preßbura wird uns berichtet: Der in der Ortschaft Küche! wohnhafte Arbeiter Franz Benka ist bei der Gendarmerrr als stiller Narr und als gottesfürchttger Mann bekannt. Do sich seine Leidenschaft für mystisch« Dinge aber derart ver« trrte, daß er am 17. Juni eine alte Frau im Walde überfiel und sie mit zwei Stöcken so lange prügelte bis sie sich mit 20 St, loskaufte, wurde er verhaftet und in oas Preßbürger Ge, fängnis eingettefert. Hier stellte eS sich heraus, daß Benka di« beiden Stöcke vor der Tat durch den Kirchendiener in Küchel mit Weihwasser besprenge« ließ, weil er angeblich die Frau^ die seiner Ansicht nach vom Teufel besessen war, „kurieren" wollte. Am selben Tage verprügelte er auch «ine zweite Frau, die Theresia H.r tS ka, bei der er ebenfalls mit den „geweihten" Stöcken erschien mch von der Benka behauptete, baß sie mit dem bösen mrfU verbündet wäre. §m Untersuchungsamt erklärte Benka, daß diese Frau seine chwägerin verhext hatte, und daß er daher gemoungen war, sie vom bösen Geiste mtt seinen aowoihten P rügetstöcken zu befreien. Das Verfahren gegen den Teufelsaustreiber wurde eingeleitet. WM«« Graetz' ..Geschichte der Me»" in 3 eleganten Halbleinenbänden der „Wiener Morgenzeitung", der die Bezugsgebühr für l Jyhc im voraus bezahlt, erhält Außer d e r 8 a h r e s g e b ü h r s i « d für B e r s ch n d s p e s e it b e S „G r a etz" noch ö. K. 25.000 z u entrichteu 3119

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