Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1959 (29.7.1924)
- Date
- 1924-07-29
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1959 Wien. D'ens^g TraAkre'ich und Rußland. / Eine Kommission studiert die Wiederaufnahme der Beziehungen. Paris, 28. Juli. Wie die „Information" meldet, hat sich im Aufträge des Ministerpräsidenten He r ri o t in London eine Kommission von Sachverständigen unter dem Vorsitz des Sektion-chefs Sehdoux gebildet, um die Wiederaufnahme der diplomatischen und kommerziellen Beziehungen zwischen Frankreich und Rußland zu studieren. Die Kommission werde die Ansichten der britischen Privatgläubiger und Industriellen einholen, deren Unternehmungen in Rußland nationalisiert oder beschlagnahmt worden sind. Hughes ln Paris. Paris, 28. Juli. Der amerikcm''5~'. "' ' ::iir lkugheS ist hier eingctroffen. Korfauth legt sein Mandat nieder. (Cigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 28. Juli. Der bekannte nationakdemoikratifche Abgeordnete und gewesene Minister Korfanth hat sem Sejmmandat niedergelrgt. Korfanth war letztens Gegenstand Zahlreicher Angriffe in der schlesischen Presse, die seinen Rücktritt verlangte. Gegenwärtig, mußte er diesem öffentlichen Drucke nachgeben und sein Mandat -niederlegen. __ Wie die HoM-Fnstir arbeitet. Budapest, 28. Juli. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung".) „Az Est" berichtet über eine sensationelle Wendung in der Kriminalaffäve der drei Brüder K o v a e s, Mitgliedern des ,.Blutbundes vom Doppelk r e u z", welche beschuldigt werden, Attentatsversuche gegen die Budapest er Synagoge, gegen den König von Rumänien und gegen das Leben einzelner freisinniger Politiker, namentlich gegen Karl Rassah und Wilhelm Bazsony, sowie schließlich einen Putschversuch zur Beseitigung der Regierung geplant zu haben. Der Untersuchungsrichter fand im Verlaufe der Untersuchung die Brüder Kovacs all dieser verbrecherischen Pläne schuldig, so daß die StaatsaMvaltschast die Anklage gegen die Brüder wegen Mordverschwörung und umstürzlerischer Versuche erhob. Dagegen faitb der Untersuchungsrichter keine genügenden Beweise über Mordpläne der Brüder Kovacs gegen die Abgeordneten Rassah und Vazsonhi und berichtete in diesem Sinne an die Staatsanwaltschaft. Die Abgeordneten Rassah und Vazsonhi schlossen sich indessen dem Strafverfahren gegen die Brüder Kovacs als Privatkläger an und betrauten den Abgeordneten Dr. Fabian mit ihrer Vertretung. Heute hat es sich nun, dem „Az Est" zufolge, herausgesiellt, daß die für die Brüder Kovacs am meisten belastenden Akten überhaupt nicht zum Untersuchungsrichter gelangt sind und daß der Untersuchungsrichter lediglich auf Grund dieses Fehlens der wichtigsten Akten die Untersuchung bezüglich des Mordplanes gegen Rassah und Vazsonhi fallen ließ. Schon seit geraumer Zeit war es um Busoni stiller Und stiller geworden. Immer mehr hatte er sich von der Oeffentlichtcit zurückgezogen, deren Beifall ihn bange machte, und längst hatte er sich selbst auf Herz und Nieren geprüft, bevor die Aerzte diese beiden Organe todeskrank befanden. Er selbst wußte wohl, daß er ein vom Tode gezeichneter Mann war, doch von immer größeren Plänen und immer neuem Ringen besessen, arbeitete er gleichwohl unverdrossen bis in die letzte Zeit an seinem „Faust", dessen Uraufführung sich die Dresdner Staatsoper bereits gesichert hatte. Wie Faust und wie Goethe kennzeichnet Ferruccio Busoni ein unablässiger Drang nach Höherem, nach der Veredlung der eigenen Persönlichkeit, nach Erweiterung des geistigen Horizontes, und eine grenzenlose, hoheitsvolle Güte, die von ihm ausstrahlte. In der Goethe-Stadt Weimar hielt er seit dem Jahre 1900 Meisterkurse für P i a n i st e n, in denen er unentgeltlich und selblos seine Kunst in den Dienst der Jugend stellte Hier, wo auch Liszt gewirkt hatte und wo noch alle Erinnerungen an Liszt in dessen unverändert belassenem Musiksalon und Schlafzimmer in der „Hofgärtnerei" lebendig . sind, lehrte auch zeitweilig sein Jünger Busoni ■ im „Tempelherrenhaus". Täglich empfing er hier seine Schüler und spendete auch auf Spaziergängen im Park oder bei Zusammenkünften im „Erbprinzen" aus den: Füllhorn seiner künstlerischen und geistigen Erfahrung.- Wie Franz Liszt hing Busoni mit allen Fasern feines Herzens an der Jugend, von welcher er gelegentlich sagte: „Es gibt zu allen Zeiten Jugend und sie ist stets die nämliche — zuerst gl' nbig, begeistert, großmütig und folgend; dann, überlegen, selbstsüchtig und trennend —, bis eine neue Jugend ihren Platz einnimmt" uub bis zu seinem frühen Tode im neunundfünfzigsten Lebensjahre blieb Busoni, der Sohn eines italienischen Klarincttvirtuosen und einer deutschen Pianistin, der bei dem bekannten Grazer Müsiklehrer W. Mayer zugleich mit Weingartner und Reznicck seine musikalische Ausbildung erhalten hatte, jung und mit der Jugend im Bunde und bewahrte sich auct; einen wachen Sinn und ein empfängliches Herz für musikalische Moderne und die Erfordernisse der Gegenwart. Wiener M ovaie rchevtnnq. (Radiodienst der „Wiener Morgenzeitnnq".) von v on. 28. Juli. Wechselkurse! Wien 312,500, Praa 148, Netv-syork 4,39"/,«, Paris 86,20 Brüssel 97,87'/., Nom 101'/„ Zürich 23,91, Madrid 32,88'/., Amsterdam 11,51V,, Kopenhagen 27,22V2, Christiania 32,70'/., Stockholm 16,53,'/„ Helsingfors 175'/«, Berlin 18,60 Billionen, Bukarest 10.12. Metall markt! Kupfer fester. Stand auf Kassa 63,10 bis 63,12,5, dreimonatlich 64,10 bis 64,13,6. Elektrolyt 68 bis 68,10, Zinn Stand auf Kassa 244,7.6 bis 244,12,6, Blei fest, englisches 35. ausländisches 33,5 bis 32,2,6, Messing ausländisches 33 bis 32,55. Baumwolle! Liverpool: Full middling 19,06, amerikanische Terminware anfangs 60 bis 72 Punkte höher. Juli 18,67, Oktober 16,97, Jänner 16.40, März 16,37, 11 Uhr 71 bis 63 Punkte höher. Mittags 68 bis 78 Punkte höher, bei 4000 Ballen Umsatz. 13 Uhr 15 Minuten 68 bis 77 Punkte höher. 14 Uhr 15 Minuten 67 bis 77 Punkte höher. Juli 18,74, August 17,82, Oktober 17,65. Jänner 16,50, März 16,46. Oesterreichische Anleihe 90.75, tschechische 98, Prager 90,60, Skoda 87,50, Bankverein 7.3, Bodenkredit 17,6, Royal Dutch 29, Shell 4,1. Centralminning 10,8,125, Ful Midoling 11,6, Diamons 18,6, Rio Tinto 31,1'/«. Paris. 28. Juli. Die Börse eröffnete heute in fester und fteundlicher Haltung. Es herrschte zu Beginn der Woche, wie gewöhnlich, größere Kauflust. Die Nachfrage konzentrierte sich auf den ganzen Markt, besonders aber auf Kuvferpapiere und Arbitragewerte. Die Börse war gekennzeichnet durch die weitere Befestigung des Pfundes und der englischen Werte. DaS Pfund stieg von 86.10 auf 86,52. Französische Werte waren widerstandsfähig, im Schranken herrschte ebenfalls feste Haltung. Fast alle Lüerte, darunter Diamons Goldmine, Kautschuk und russische Werte sind leicht im Steigen begriffen.. Wechselkurse: New-Pork 16,79, Löndon 68,84, Wien 27,75, Schweiz 3,63, Prag 58,75, Rumänien 8,60. Parts, 29. Juli. (Radio.) Effektenschlußkurse: Banque de France —, Pragobanka 415.—, Credit Lyonais 1650, Suez 14,470, Platine —, Dabrowa 7,76, Banque Ottomane 7,87, Central Mining —.—, Rio Tinto 29,14, Le Naphta ruffe 417, Sueceried Egypte 1140, Cautschoues fin —, Chartered 48,75, Debeers ordin. 1039, Goldfields 79.75 HuanchakaS 344, Jägers Fontain 264, Malacea ordin. 156,60, Maltzoff —, Mexican Eagle 80.25, Padanq 380,—, Rand Fontain —, Randmine 263,—, Silva vlcma 169,50 Tanganyika 164.50, Tubiee soie 634.-, Utah Ccpper 1593, Shell — Royal Dutch —, Burmah —Bakou —. New-Dork,28. Juli. Effektenbörse. Canadian Pazific 148,25, Union Pazific 143.87'/«, United Steels 101,87V«, Royal Dutch ex Dividende 45,25, Baltimore 64, Greath Northern 68'/«, Southern Pazific 95. New-Borfi. 28.Juli. (Radio.) Devise nlchlußkurie: Taggeld —,—, Wechsel auf London 4.36V«, 60 Tage-Wechsel 4.39'/«, Paris 5,09, Amsterdam 38,20, Berliner Schlußkurs 23V« bis 24, Silber —,—, Prag 2,96. Wie wir erfahren, werden d'e durch den Umsturz unterbrochenen diplomatischen Beziehungen mit der Türkei in kürzester Zeit wieder ausgenommen werden. Oesterreich hat bereits vor einiger Zeit einen (provisorischen) Vertreter - nach Angora entsendet, und nun will die Türkei auch den Wiener Ge sandten Posten neu besetzen. Zum ersten Gesandten ist der Ministerialrat im Angoraer Außenministerium Kiamil Bei ausrrsehen, ein Diplomat, der schon als Generalkonsul (in Triest) sich mit den österreichischen Vrrhü-t nissen vertraut gemacht hat. Kiamil Bei ist derzeit der diplomatischen Vertretung in Moskau zugeteilt. 29. Juli 1924 z Tagesbericht Ern Freund unseres Blattes schreibt uns Ern Freund unseres Blattes schreibt uns: Man kann nicht sagen, daß anläßlich der Wiederkehr de«. Tages, an welchem der berühmte Sohn eines berühmter Vaters vor hundert Jahren das Licht der Welt erblickte, di, Erinnerung an den Dichter der „Kameliendame" in Frankreich wieder geweckt worden sei. Tenn der Dichter hat durch seine Werke, von denen noch heute viele die lebendigste Wirkung von der Bühne ausüben, in der besten Weise selbst da. für gesorgt, daß er nicht zu jenen gehöre, die vergessen werden können. Wenn man aber die französischen Stimmen hört die anläßlich der Feier dieses Tages aus den Kolonnen de, französischen Zeitungen dringen, so kann mau sich nicht dem Eindruck entziehen, daß die Huldigungen, die dem Dichter seil einer Woche bereits als Vorfeier dargebracht werden, ' in einer gewissen Presse nur ein sehr, sehr gedämpftes Echo, finden. In dieser Presse wird es zwar nicht offen heransgesagt. aber doch deutlich verraten, daß man nicht verziehen und nicht vergessen hat, welche Stellung Alexander Dumas in der Indenfrage eingenommen hat. Alexander Dumas der Jüngere hatte den Mut, zu einer Zeit, wo der Klerikalismns in Frankreich in dem Antisemitismus — mochte dieser noch so sehr die Lehren des Evangeliums verhöhnen — seine kräftigsten Helfer und Stützer erblickte, zu schreiben: ,;Jch habe per- ' sönlich von der Kirche weder etwas zu fürchten, noch etwas zu hoffen. Ihre Versprechungen locken mich nicht, ihre Drohungen schrecken mich nicht. Ihre Mißbräuche haben mich jeder Verpflichtung entbunden... Ich habe keine Führernötig, um die Quellen zu finden, die von Sinai und von Golgatha herabfließen." Aber der Dichter hat noch Schlinm-eres getan als die antisemitische Hetze in Wort und Schrift zu brandmarken; er hat auch durch die Tat bewiesen, daß er die Inden nicht als Menschen zweiter Klasse betrachte. Er hat seine Tochter einem Juden, einem ungetansten Juden zur Frau gegeben! Er hat es nicht nur geduldet, sondern mit Freuden begrüßt, als seine schöne, neunzehnjährige Tochter Colette, die im elterlichen Hause, in den Prinzipien ihres Vaters erzogen worden war, sich mit dem Juden L i p p m a n n v e r lo b t e. Die Nachricht, daß die Tochter Alexander Dumas' ohne Beiziehung eines Priesters zivilehelich, mit dem Segen ihrer Eltern ausgerüstet, einem Juden in die Ehe folgen werde, wirkte wie eine ungeheure Demonstration gegen die Judenhetze. Es wurden große Anstrengungen gemacht, im „Gaulois" wurde sogar ein offener Brief an die Braut veröffentlicht, in welchem sie, bei ihrer ewigen Seligkeit sie beschwörend, vor dem zivilehelichem Skandal gewarnt wurde. Es war vergebens. Die klerikal-antisemitischen Kreise hatten auch nicht einmal den mageren Trost, sagen zu dürfen, ein „armer" Dichter und seine Tochter seien eben den Verlockungen des „jüdischen" Geldes erlegen. Der Bräutigam war wahrhaftig kein „jüdischer" Kapitalist, denn er bekleidete nur die Stellung eines Direktors einer Fabrik, die ganz und gar nicht in jüdischen Händen war, während Alexander Dumas damals schon als ein vielfacher Millionär war, ein prachtvolles, mit den herrlichsten Kunstschätzen angefülltes Palais bewohnte, und daher wohl eher als sein jüdischer Schwiegersohn als Repräsentant des angeblich „jüdischen" Kapitals gellen konnte. > n. Man erinnert sich wohl noch des Pfitznerschen Federkrieges anläßlich des Erscheinens von Busonis „Neuer A e st h e t i k der T o n k u n st", welche er dem „Musiker in Worten" Rainer Maria Rilke widmete: Reich an Aphorismen und anregenden Ideen enthüllt sie einen Bruch mit der Vergangenheit der Musik. Busoni wendet . sich hier gegen jede Starrheit in Form und Ausdruck, er vergleicht das Motiv'als Musikkeim mit dem Pflanzenkeim und verlangt, daß jedes Motiv seine eigene Form haben müßte, gleich wie von verschiedenen Pflanzensamen verschiedene Pflanzenarten nach Form, Blüten, Früchten, Wuchs und Farben getrieben' werden. So liege schon in dem Motiv eine vollgcreifte Form vorbestimmt. Er sehnt sich nach einem Sieg des Geistes über die Materie. und meint, daß der musikalische Gedanke schon durch die starre Notation auf dem Papier seine Originalgestalt verliert. Begreiflicherweise ist er gegen jede Programmmnsik und läßt auch in der Oper nur das Notenbild als das Wesentliche gelten, wogegen Worte und Handlung zurücktrctcn müßten. Als moderner, stark intellektueller Musiker befaßt er sich auch mit den Gesetzen der Tonalität, führt theoretisch und praktisch selbständige Dritteltöne lange vor Alois Haba ein und errechnet 113 verschiedene Skalen innerhalb der Oktave. Gegen dieses Bekenntnis wetterte bekanntlich Hans Pfitzner in seiner Streitschrift „Die neue Aesthetik der musikalischen Jtnpotenz, ein Verwesungssymptom?": „Wir sipd verkitscht, versaut, versumpft, und stecken tief bis über den Hals in Lüge, Dreck und Verwesung." Von alldem ist freilich in dem idealen Schaffen Busonis nichts zu fühlen. Wie Franz Liszt ist er nicht nur eine ganz faszinierende Pianistenpersönlichkeit, welche an Dynamik und Klangrcichtnm das Listtsche Vorbild womöglich noch übertrisft, sondern auch Komponist, Schriftsteller und vor allem Menschenfreund. Wie Liszt wurzelt auch Busoni als Komponist in der Vergangenheit, wie jeder Moderne hängt an Mozart („er ist bisher die vollkommenste Erscheinung musikalischer Begabung") und am nächsten steht er in seinem metaphysischen Drange dem Altmeister Bach („seit früher Kindheit habe ich Bach gespielt und Kontrapunkt geübt"), dessen Werk er uns durch seine gesammelten Bach-Studien nähergebracht hat. Präludien und Fugen, Tokkata und Chaconne, Variationen und Phantasien hat er für unser heutiges Klavier neu gesetzt und durch ökonomische Ausnützung aller Oktaven, durch entsprechende Jntervallverdoppelungen sowie durch die unerreichte Registrierkunst seines eigenen Bach-Spieles hat er das Gothisch-Mystische des . alten Bach mit der Klangkunst der Moderne, den majestätischen Orgelklang mit dem Klavierklang von heute vermählt. Wer vermochte noch so vollendet Bach zu spielen wie der verstorbene Künstler! Seiner lebensvollen Bach-Nachfühlung verdanken auch manche seiner eigenen Kompositionen, wie etwa die gigantische „Fantasia contrap u n t i st i c a", die geradezu an Bachs „Kunst der Fuge" gemahnt, ihre Entstehung. Wie Brahms, Reger und Eesar Franck kommt Busoni von der Bach-Renaissance her, doch daneben bekundet. er als zwiespältiger ruheloser Moderner auch einen starken Hang zum Erotischen (z. B. in seiner „Indianischen Phantaste", in seinen: „Indianischen Tagebuch" oder in seiner Musik zu Gozzis chinesischem Theatermärchen „T u r a n d o t") und zur Phantastik in seiner Oper „Die Braut w a h l" oder in seinem erst kürzlich in Dresden aufgcfübrten „Arlecchino". Uebergroß ist die Zahl seiner Werke von den Liedern, Chören und der Kammermusik, von den Klavier- und Orchesterstücken, den Konzerten und Ouvertüren bis zu den prachtvollen Neubearbeitungen und Paraphrasen nach alten M e i st e r n: Bach, Mozart, Beethoven, Liszt, Chopin, Wagner, Brahms usw. Diese seine umfassende Arbeit in der stillen Wcrkstätte blieb den: großen Publium verborgen: es kannte Busoni nur als den Meisterpianisten, welcher, wenn auch nicht so monumental wie d'Albert, doch in seinem Klangreichtum und in der wundervollen Klarheit seines Spieles am reinsten die Lisztsche Tradition verkörperte. Mit ihm ist eine geniale Persönlichkeit für immer dahingcgangen, die von der eigenen Flamme verzehrt wurde, durch und durch modernintellektucll und doch wieder weltfremd-phantastisch, auf die so recht die Worte Grillparzers passen: „Ihr Leben war ans Erlen nicht, sie ist znrückae'chrt zu den Ihren."! Dr. E r w i n Felber.