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Wiener Morgenzeitung · 1924-07-27 · Heft 1957 (27.7.1924) · p. Seite 11

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1957 (27.7.1924)
Date
1924-07-27
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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'U^NWWMW Nr. IM W'eii, Svnntäg ^'" Versteigerungs - Einteilung T«gV Bis auf Weiteres Pretiosen nur . Dienstag bis Freitag; Joden Dl Silber und Chinasilber; joden Ml Btillartten- und Perleneohmuok im Franz-Saal. Joden Do: Soltünes Mobiliar, Persortepplohe, Luster, Klaviere, Pianioo, Gemälde, Arbeiten des Kunstgewerbes im Franz-Josef-Saat. Fr, den I. VIII. Violinen, Zithern, Mandolinen, Blasinstumente, Harmonikas. mechan. Musikinstrumente. Fr den 8. VIII. Jagdwaffen, Geweihe. Sportausrüstungen,Fahrräder, Reit- und Sattelzeuge, Pelze Im Ludwlgatorff-Saal. Täglich Gebrauchen Im Ludwigatorif-, Rossler- und Köloirrat-Saai; jeden Dl soliBne Wäiohe, Kleider, Pelze. Perserteppiche, Nähniasohlnen,Fahrräder. Ml den 6.VIII. Photoapparate,Operngläser, TrIBdor, Mikroskope, Reisszeuge, Sohrelbmasohlnon im Ludwlgitorff-Saai. Jeden Dl u. Fr Im Hooh-Saal: Kunstgewerbe, Gemälde, Reproduktionen, Antiquitäten, Topplohe. Jeden Dl u. Fr. im Glaehof: Möbel, Luster,Beleuohtungskörper.Bilder, Hausgeräte, Daiierbrandören. Jeden Mo BUeher. ausser Katalog l Im Deohau-Saal. Täglich Schaustellung von 1 Uhr an Beginn derVerstelgerungen (wo nichts anderes vermerkt) um 3 Uhr Näheres in den „Mitteilungen“ und „Nachrichtenblättern'*. H91 Mne und Kunst. „Schmales." Aufführung des Leiwikschen Schauspieles durch das New- Zorker jüdische Kunsttheater. Das Schauspiel „Schmale s" (Mfälle) des New- Horker jüdischen Dichters H. Leiwik — dem übrigens die dramatische Literatur eine der besten G o l e m-Dichtnngen verdankt, aus welche das jüdische und das deutsche Theater hrngewtesen seien — ist in Wien durch die „Freie jüdische Volksbühne" aufgeführt worden, sowohl das Stück, welches zu den besten des modernen jüdischen Theaters gehört, als auch die Aufführung erzielten vor zwei Jahren mächtigen Eindruck, der einen Serienerfolg schuf. Der Referent kann es sich also ersparen, näher auf den Inhalt dieser wertvollen Dichtung emzugehen und sich mit dem Hinweis darauf begnügen, daß das Schicksal des Abfallfortierers Mordche Mase und seiner Arbertsgenossen mit echtem dramatischem Schrei das in Amerika besonders unerbittliche Problem der Arbeit des Alters aufwirft, des Alters, welches sich nicht in der Jugend fortsetzen kann, da das beseelte Leben, welches die Alten über den Ozean brachten, von den Jungen als Abfall weggeworfen wird. Leiwiks Schauspiel ist ein Ruf aus furchtbarer sozialer Not, nicht im äußerlichen, sondern vor allem im menschlichseelischen Sinne. So ist das Stück auch zu spielen. Die Aufführung, welche die „Freie jüdische Volksbühne" vor zwÄ Jahren herausbrachte, hat in der Regie diese Stimmung festgehalten und so das Stück zu seinem großen verdienten Erfolg geführt. Uebdrdies stand ihr für die Gestalt des Mase eine schauspielerische Persönlichkeit großen Zuschnitts, wie es Paul Bavatoff ist, zur Verfügung. Morris Schwach, welcher-in der Aufführung des New-Aorker jüdischen Kunsttheaters den Mase spielt, hat dieser Figur zuviel Wachheit gegeben, so daß sie manchmal verschwommen wurde. Seine auf wirksame Dheaterdetailkunst gerichtete Regie bot manche fesselnde Einzelbilder; aber das Atemraubende, das in diesem Stück steckt, der Schrei, der es durchzittevt, war zu wenig zu spüren. Eine Anzahl gut gesehener und gut in szenischer Wirkung gebrachter Typen bot Farbigkeit; aber es war, als fehlte die Grundfarbe. Jakob Me fiel, Lazar Fried, Isidor Keschier, Elias Tennen Holz und Wolf Goldfaden zeichneten gute Charakterepisoden. Mark Sch Weid Ivar die dichterisch stärkste Figur des Stückes anvertraut; er schuf eine mit Intelligenz und in geistvoller Arbeit geschaffene pathologische Studie des Alters, doch scheint es, daß dabei der Figur die Seele abhanden kam. Die Frauen, des Stückes schwächster Teil, waren in dieser Aufführung sein beseelterer. Es ist nicht wiederzugebeu, wieviel weit über das Theater hinausgehende Innigkeit jedes Wort durchzieht, jede Bewegung adelt, die Bine Abramowitsch formt. Anna Appel bewies in einer Stichwortrolle ihre starke Gestaltungskraft und Berta Gersten war, bildhaft wie vorgeschrieben, New-Aorker neue Vornehmheit. Das Publikum freute sich der eindringlichen Thpenzvichnungen und lohnte sie mit reichem Beifall. S. S. _^ wiener Mortten-eftunA. Mitteilungen aus deck PublMck. 27. F»N 1924 ©ftl« 11 ik J- Feilte M» M. U. MWM I—i Wohnungseinrichtungen. ' (Ecke Karl Schweighofergasse) HHmwBBiwrd« AusiSnder Exporteure kaufen atii vorteilhaftesten 588 lumiiilmäntel erstklassige Gummierung und Ausführung bei RE GM AN» äummlmäntelffäbrlk Wien, III., Heumarkt 7, Beatrlxgasee 26. Telephon 585 I BHAUje-llMONÄDe Große Okkaiion u | i herrliche Sommerkleider, Kostüme und Mäntel mddenpalais^ VJIKA-ISERSTRASSE 111-113*115 Telephon 32-4-62- 333 50°|o ermäßigte Preise „Sie Manische Puppe." Schönbrunner Schloßtheater. Immer, wenn das PM'ikum gescheiter ist als die Hauptb'ieil'igten der Bühne, freut es sich und ist vom Anfang an mit Wohlwollen geladen. ,/Die javanische Puppe" von Rudolf Lothar und Hans Bachwitz gab reichlich Gelegenheit zu dieser Genugtnnng. Man weiß alles vom ersten Gespräch der beiden Neiivermäihlten, alles, was war und was sein wird. - Dieser Schrvffimr der Zichörerschaft muß nicht allzu sehr bewundert werden, denn es ist die alte Geschichte von der unbekannten Maske. Dresesmal war es eine als Javanerin verkleidete junge Dame aus „allererster Familie", die sich auf einem Gartenfest verirrt, dem jungen Assessor in die Arme läuft, mit dem sie ein entzückendes Schäfvrstündch'n im chinesischen Pavillon hält, um dann auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Nachdem der Bezauberte ihr vergeblich nachgeforscht hat, entschließt er sich, zu heiraten, um die geheimnisvolle Fremde zu vergessen. SÄbstve-rständlich bet: at-it er — na, Sie wissen, schon, wen. Und-selbstverständlich besck'lteßl der junge Ehemann, als er erfährt, daß er schon einen „Vorgänger" gehabt hat, unter' Zitierung vieler Gesetzesparagraphen. sicki schoben zu lassen (vorsichtsweise erst nach drei Monaten, bjH rr Staatsanwalt geworden und die Karriere in Sich-.htit gebracht ist) und den „Lumpen" womöglich noch vorh.r u-tzuschi-eßen.. Es ist auch für jeden Lustsptecdesncher klar, dl (5 int Augenblick des Geständnisses im 'Staatsanwalt heiße Liebe zu seiner ihm gerade erst angetranten Gattin erwacht und sich im letzten Mt, nach der großen Aufklärung und dem Wiedererschsiurn der javanischen Puppe, alles in 'iüßester himmelblauester Seligkeit löst. Auch sonst ist für der. scharfsinnigen Zuichaner viel Befriedig» ngsstoff vorbereitet. Wenn der vermeintliche Liebhaber für eine kleine Gefälligkeit das Reht auf einen Kuß erhält, so reckt alles die Hätte, um den Gatten cintretcn zn sehen, der natürlich pünktlich erscheint. Dazu ein Detektiv, der alles verdreht anpackt, ein Parfümierter Franenliebling, wie er im Büchel steht — also alles, was das Vorkriegslustspiel (bie anfgeschminkte Mcderne kann über das Alter nicht hinwegtäüschen) .zu bieten Pflegte. .Gespielt wurde flott und vergnügt. Der witzige, stellenweise sogar geistreiche Dialog gab- Gelegenheit, Schl-agfertigkeit und Temperament zu bekunden, Qualitäten, die Hilda Wagen er und Herr Heim sicherlich in hohem Maße bennd Tempevament zn bekunden, Qualitäten, die Hilde Hu Episodenrollen. Stellenweise fielen allerdings die Repliken nicht mit der wünschenswerten Raschheit, wodurch manche störenden Lücken entstanden. Im ganzen war die Aufführrung, einschließlich der Bühnenbilder, wohlaelnngen und fand befriedigten Beifall. K. M. „Sie Kleine Pom Beriete." Erstaufführung im Lustspieltheater. Sonderbares Phänomen — ein Schwank, über den man lachen kann. Ehrlich und vergnügt lachen kann, ohite sich nachher vor sich und den anderen schämen zu müssen. Das Opus von Alfred Möller ist weder bedeutend noch tief, Wader geistreich, noch originell, aber es ist lustig und noch dazu lustig ohne Zotenreißerei. Es werden zwar die abgebrauchtesten Figuren, Situqtionen, Verwechslungen und Zwischenfälle auf die Bühne gebracht, da aber einx geschickte Hand mit diesen beka'.umu, allzu bekannten Größen operiert hat, kommt do^ dit Ergebnis heraus, dessen sich harinlo-se Zuhörer herzlich erftenen können. Ein hübscher szenischer Einfall brachte einer besonderen Beifallssturm: am Ende des zweiten Aktes er« starren alle Anwesenden in der Pose fassungslosen Staunens So oft der Borhang sich hebt, verharrt die Gruppe bewegungs« los in ihrer Stellung, Auch bei Beginn des dritten A-kteS (siehe: Deutsche Kleinstädter) ist das WachAfignrenikMnett noch versammelt, um unter dem Lachen des Publikums erst lang« sam wieder zum Leben zn erwachen. Der Gast, Herr Knaack, erwies sich neuerdings als vortrefflicher, wenn auch nicht gerade mit modernen Mitteln arbeitender Komiker. Frau Waldners herbe Grazie kam in Spiel und Erscheinung auf reizendste Weise zur Geltung. Vortrefflich die Herren Riedl und Kamm auf, auch Frau Joseffy bot eine wackere Leistung. lieber den zu wählenden Dialekt herrschte merkliche Uneinigkeit. Das PiMikum fand keine Zeit, um die Vorgänge kritisch zu erwägen, denn es kam nicht aus dem Lachen. > -.. , K. M. Alexander Sumas der Kngere. Das literarische Frankreich wird morgen in Reden nck Festartikeln den Tag feiern, an dem vor 100 Jahren Alexander Dumas d. I., der Schöpfer des romanischen realistischen Dramas, daS Tageslicht erblickt hat. Die berufensten Wortführer werden in historischen Rückblicken das Ende jener romantischen Epoche schildern, welcher der Dichter der „Kameliendame" den Todesstoß versetzt hat. Das Lob des flüssigen dramatischen Dialogs, der meisterhaften Bühnentechnik, die alle seine Theaterstücke auszeichnet, wird sich auch auf den Verkünder der sozialen Freiheit des Weibes erstrecken, die im Widerspruch zu den gesellschaftlichen Anschauungen der damaligen Zeit schrittweise der veralteten Gesetzgebung abgernngen werden mußte. Eines aber wird von den meisten Rednern verschwiegen werden: daß die freie Gesinnung des Dichters Dumas vor einem falschen, nationalistisch verseuchten Patriotismus Halt machte, der in der Ehe nichts anderes als die sicherste Garantie für die dauernde Vermehrung der Bevölkerung und für die Wehrfähigkeit des Staates erblickte. Deshalb ist er auch für die Gleichstellung des ehelichen und unehelichen Kindes, und für die staatliche Ueberwachurrg der Prostitntiön und für einen leeren, durch äußere Gesellschaftsformen festgelegten Treuebegriff. Daß er in seinem Weltbild nicht bis zum Urgrund persönlicher Freiheit vordrang, hat seine Werke schneller der Vergangenheit überantwortet als e8 ihr künstlerischer Wert verdient. —dt. Ans den Theatern. V 0 lks 0 p t r. Heute „C a r m e n". Morgen „L fl T r a v i a t a". Im Carl-Theater bringt das N e w - A 0 t f e1 jüdische Kun sttheater heute, 7*8 Uhr abends, Andrejews Drama „Die s i e b e « G e h äugten" zur Darstellung. Donnerstag den 31. d. ist ein dritter Bunter A b e it d mit vollständig neuem Programm angesetzt. Konzerte im Burggarten. Im Burggarten trat deL Moskauer Studentenchor mit dem Balalaika-Orchester auf, dessen. Vorträge Martin Spörr mit der Wiedergabe einer Tschaikcws'ky - Symphonie einleitete. Edoardo G r a n e l l a brachte mit dem Wiener Symphome-Orchcster den ,-Sturm" von Tscha-ikwvsky, eine etwas lang geratene symphonische Dichtung nach Shakespeare, ferner Spenbiarows Skizzen ans -der Krim. Volkslieder der Tataren und Glinkas hinreißeitde Ouvertüre zn „Rußlan und Ludmilla" heraus und erntete für leine Leistung lebhaften Beifall. Eine Aufführung des „Barbiers von Sevilla" unter Ändert et h zeigte das Ensemble der Wiener Kammeroper, in erster Linie Klara Musil und Max Fis che r, im vorteiGaftesten Licht. Die Winterspielzeit des Burgtheaters. Im Herbst gelangt am B urgtheater Schnitzlers „Komödie der V e 1* sührun g" zur Aufführung Schönherrs „K 0 m ö d i a n t" .soll im Novewber in Szene gehen. Sil V a r a . kommt im Akadcrmietheater mit dem Lustspiel „Quartett O t h m a r" zn Wort, und das Schll-oßthoater bereitet für die kommende Saison Paillerons Lustspiel „Di e Mau s" vor. Von der jüdischen zur deutschen Bühne. Direktor Geyer hat Fräulein Dolly Mar ko wa, die ursprünglich an her russischen Bühne auiftrat. dayn zum jüdischen Theater übertrat und dem Ensemble der Freien jüdischen'Volksbühne angehörte. für die nächste Saison an die Kammerspiele verpflichtet. Auch der der Freien jüdischen Volksbühne angehörige Schauspieler Michael P r e i ß geht zum deutschen Theater über; er kommt ans Raimund-Lheater. Entdeckung einer «nverSffentlichten Offenbach-Partitnr. Bei Sichtung des Nachlasses von Richard Genee in Wien wurde die Partttur einer in deutscher Sprache bisher noch nicht gehörten Osfenbach-OPer entdeckt. Es ist dies die komische Oper „Fantasie", die Jacques Offenbach seinem Freunde Genee zur Uebersetzung nach Wien geschickt hatte. Genee hat aus unbekannter Ursache die Udbersetzung des Werkes nicht beendet. Die Oper wurde in den siebziger Jahren in Paris aufgefiihrt. Ein amerikanischer Kompositionspreis. Der K a nt m c rmnsitpreis von 1000 Dollar, welcher von Mrs. F. S. Coolidge jedes zweite Jahr in Verbindung mit dom jährlichen Kammermusiffest in Pittsseld (Massachusetts), ausgeschrieben wird, wird für das Jahr 1926 dem Komponisten der besten Sonate oder Suite für Violine und Klavier zuer. kannt. Die preisgekrönte Komposition wird bei dom Berkshire Kaminermusitfest 1926 in Pittsseld (Massachusetts) zur Uraufführung gebracht. Der Einsendungstermin schließt imt 1. April 1926. - . tttaUMMÜl Geschichte der Juden" eleganten Halbleinenbänden derWieyerMorgenzeWnD-derdieBezügStzeVühnstrMKrim^vDM^ 7^ , «V ♦ Außer de r I ah resgebühr sind fü r' B e r s a n d's p e s e n d e S „G r 0 e tt 0 ch S. K. 25.000 zu e n t r i ch t e u

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