Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1957 (27.7.1924)
- Date
- 1924-07-27
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 16 Wien. Sonntag Kilogramm im 6t'iciui;au‘oci verteuert. Mar: vermutet, daß die Lagerbestände erschöpft sind. Rindfleisch ist im Vergleiche zum vorigen Samstag in den minderen Sorten um 2000 K. j pro Kilogramm billiger geworden.! Auf den Grünwarenmärkten ist die Beschickung ' so günstig, daß viele Artikel im Preise h e r u n t e r g e s e H t I werden mußten und trotzdem nur schleppenden Absatz fanden. . Kartoffeln wurden um durchschnittlich 100 bis 200 K. pro Kilo- 1 gramm billiger gehandelt. Auf den: Näschmarkt waren gestern! das erste Mal Gärtnerparadeiser zu sehen, die sich auf 8000 bis 10.000 K. pro Kilogramm stellten. Auf dem Obstmarkt sind größere Sendungen von :Aepfeln eingetroffen, die um 1000 K. pro Kilogramm billiger abgegeben wurden. Als Erstlingsware waren ungarische Zwetschken auf dem Naschmarkt zu sehen, die im Großhandel 8000 bis 10.000 K. Pro Kilogramm notierten. Wien, 27. Juli. * Sterbefall. Unser Freund. Zahnarzt Dr. - Isidor /iE Halit und seine Familie sind von einem schweren Schick- '.salsschlaa betroffen worden. Zn der Nacht auf gestern ist sein Sohn Theodor Schalit in dem jugendlichen Alter von kaum 19 Jahren gestorben. Der Iünckling. dessen reiche geistige Veranlagung die Hoffnung der Eltern und der Stolz der Geschwister war. litt seit lanaer Zeit an einer schweren Herzkrankheit. Die■ aufopferungsvollste Wege durch die Angehörigen und die sorgsamste ärztliche Behandlung konnte nur Linderung, aber keine Heilung bringen. Das Leichenbegängnis; finbet morgen um 11 Uhr vormittags aus dem Zentralfriedhos (drittes Tor) statt. * Von einem Automobil getötet. Gestern wollte die; 13jährige Eugenie Walzl knapp hinter einem gegen den; Gürtel fahrenden < Straßenbahnzug die Reinprechtsdorserstraße übersetzen; dabei lief sie in das Privatauto A16 505. Sie wurde zu Boden geschleudert, erlitt einen Bruch des Schädelgrundes und blieb auf der Steve tot. * Von einem _ Motorrad ersaßt. Gestern nachmittags wuÄe am Franz-Josefs-Kai der Juwelier Heinrich Z i m m e rmann beim Nebersetzen des Fahrdammes von einem Motorradfahrer erfaßt und verletzt. * Ein verschwundener Bürgerschüler. Seit dem 5. d. ist der IZsährige BüraerschUer Heinrich Maruna, Dißlergasse Nr. 6, aus dem Elternhaus verschwunden. Der Knabedürfte vermutlich aus Furcht vor Strafe wegen eines schlechten Schulzeugnisses vom Elternhaus weggelaufen sein und hält sich möglicherweise auf dem Lande auf. _ * Die gefährliche Sommerirische. Am 22. d. fuhr der Kaufmann Otto Pirker aus Eggeuberg bei Graz in seinem Auto nach Schladming in Obersteiermark. Das Auto war schadhaft. besonders die Bremse, funktionierte nicht. Trotzdem fuhr er eine abfallende Straße hinab und direkt in eine Gruppe von Spaziergängern.^ Frau Rosa T i n t n e r, ihr ffiirf Jahre altes Töchterchen Edith und beide Kinder des Finanzo'berkommissärs Steiner in Schladmina wurden 'hierbei schwer verletzt. Frau Tintner, die in Schladming auf Sommerfrische weilte und in Wien Lichtentalerftraße 7—9 wohnte, erlag vorgestern ihren Verletzungen $ Das Ende des Studiemcchres. Mit dem heutigen Tage haben an der Wiener Universität, an der Technischen Hochschule, an der Hochschule für Bodenkultur und an der Tierarzneihochschule die Ferien eingesetzt. Sie dauern bis an-, ffangs Oktober. * Die Defraudantin am Turf. Die als Comptoiristin mit einem Monatsgehalt von 1000 tschechischen Kronen bs: der. hiesigen Filiale der Prager Firma Wurm angestellte Maria 3ßinkler wurde wegen eines bei der Kafftukontrolle festgestellten Fehlbetrages von 80 Millionen verhaftet. Sie behauptet, es seien ihr von einem Diebe auf der Elektrischen 30 Millionen gestohlen worden. Einen Teil des Goldes batte sie für ihren Haushalt verwendet, mit dem Rest beim Turf gef vielt ln der Hoffnung, das Geld wieder gewinnen zu können. Sie war eine eifrige Besucherin der Rennplätze und wagte aus den.Geldern der Firma hohe Einsätze in: Betrage von einer bis drei Millionen Kronen, doch ohne Erfolg. * Schlangengift im Bier. In der Gemeinde Huszt ereignete sich dieser Tage ein tragischer Ungtücksfall unter ganz absonderlichen Umständen.'Der Gastwirt Michael Rom! er schlug in seiner Schank ein Faß Bier an und reichte das erste Glas einem im Lokal anwesenden Fincrnzbeamten, während er selbst das zweite Glas austrank. Nach wenigen Minuten stürzlen beide, von furchtbaren Krämpfen erfaßt, zusammen und starben in kurzer Zeit, ehe es möglich war, ihnen zur Hilfe zu kommen. Die Gendarmerie leitete sofort eine Untersuchung ein und sprengte vor allem das verhängnisvolle Bierfaß. Man fand in dem Bierfaß den Kadaver einer Viper, die offenbar vor der Füllung in das Faß gelangt und dor: erstickt woir. Die Obduktion der Leichen ergab Vergiftung durch Schlangengift. * Die Baseler Polizeimusik in Wien. Heute früh trifft die Polizeimusik der Stadt Basel hier ein, die als Gast der Wiener-Polizei deven Einrichtungen besichtigen und morgen ein Konzert veranstalten wird. - * Die Elektrifizierung der Salzkanunergutbahn. Die Generaldirektion der Oesterreichischen Bundesbahnen teilt mit: Der Tagesschnellzua ins Salzkammergnt, der vor 10 Uhr vormittags Wien verlaßt und um 5 Uhr nachmittags in Aussee eimriffr. wurde Donnerstag den 24. d. von Attnang- Puchheim an, zum erstenmal von einer elektri. schen Lokomo t i v e geführt. Hiermit ist die Aufnahme des elektrischen Betriebes auf der ganzen SaWammerautlinie von Stainach-Jrdning bis Attnang-Puchheim als vollzogen anzusehen. Die Elektrifizierung der Salzkammergutlinie hat eine Bauzeit von zwei Jahren beansprucht. * Minffter Rosenbanm übersiedelt nach Palästina. Der gewesene Minister für jüdische Angelegenheiten und Präsident des indischen Na-tionalrates in Litauen Dr. S. Ros e nb a u m reist demnächst.nach P a lä st i n a, wo er sich n i e d e rzuloffen gedenkt. In einem Interview erklärte er Pressevertretern, daß. er, enttäuscht durch den Kampf um die.nationalen Rechte in Litauen, den Entschluß gefaßt habe, Litauen für immer zu verlassen. Er wolle jedoch noch vor seiner Abreffe die Legalisierung des Nationalrates erwirken. .. < * Kampf mit einem Bären. Aus Sarajevo wird ge-, meldet: In das hiesige Krankenhaus wurden dieser. Tage drei Bauern mit schweren Verletzungen gebracht, die sieim Kampfe mit einem Bären erhalten haben. Die Verletzungen sind derart, daß an dem Aufkommen der Bauern gezweifelt wird. Der Bär zeigte sich plötzlich in dem von dichten Waldungen umgebenen Dorfe Tresenäca und griff dort einen jungen Burschen cm. Der Bursche warf dem Bären rasch einen Kotzen über den Kopf und schlug ihn auf die Nase. Und zwar, da er nichts anderes bei sich hatte, bediente ersich der Torba, ..das ist die große Hängetasche, als Schlaginstrument. Das Tier, schleuderte aber den Kotzen fort und zerfetzte dem Burschen die'Hand.. Stof, Mierrer Morftenzeitnns. den Hilferuf des Burschen eilten mehrere Bauern mit Gewehren, Heugabeln und Knüppeln herbei, doch gelang es dem Bären, <noch zwei Bauern erheblich zu verletzen. Nach längerem Kampfe konnte der Bär endlich getötet werden.' . / ' Kleine Chronik. * Neue jüdische Mitglieder der Ehrenlegion. Aus Paris meldet I, T: A.: Unter den neu ernannten Mitgliedern der Ehrenlegion befinden sich folgende Juden: die Herren Van B-o od. Bankier in Paris, und Isivore L e v " a - n. der Direktor der Banque Nationale de Credit. .Auf Vorschlag, des ArbeltsiNittisters'ist außerdem Herr Cdmoud Bloch, Doktor der Medizin in N-euilly-jur-Geine zum Ritt».? der E'>renlcg'on ermannt worden. * Prämiierung jüdischer Siedlungen in Rußland. Die Gesellschaft Ort in Rußland hat-ein. Preisausschreiben für die bestverwalteten jüdischen landwirtschaftlichen Kollektivgenossenschaften erlasien. Den ersten Preis erhielt die Genossenschaft Räßwset, den Meilen die Genossenschaft Hadieschda, den dritten die Union Dwartschestwo. Mehrere ander Siedlungen wurden lobend'erwähnt. Die Genossenschaft Raßwset wurde im Jahre 1919 gegründet. Sie zählt 11-Familien (64 Selen), die ein sumpfiges Bodenareal von 89 Deßsatmen in au s g e ze i chn et e u Ackerboden vevivandelt haben. Auch die' anderen preisgekrönten Siedlungen sind erst irr den allerletzten Jahren entstanden und haben 'sich rasch zu M u st e:r w i r t sch a f t e n -. entwickelt.' . (I. T.. Ä.) * Eine englische Geschichte der Friedenskonferenz. In . London ist vor kurzem über Auftrag des Institutes für Aus-, rvä.rtlge Angelgenhetien -der sechste Pand der Geschichte der Friedenskopfereuz.in Paris..(1918 bis 1919) erschienen. In diesen: Band ist ein größerer Abschnitt der Geschichte des Z i o.n ismus' und 'der Palä st i na -Frage - auf der Pariser Friedenskonferenz gewidmet. * Das furchtbarste Insekt. Ueber die ungeheuren Heuschreckenschwärme, die Südafrika heimsuchen, sind in letzter Zeit wieder viele. Nachrichten zu uns gelangt: Aber selbst wenn''wir'.'von mehreren 100 Kilometer langen Zügen-hören und von der Vernichtung riesiger Grasflächen und Felder, so können wir uns doch kaum eine Vorstellung davon machen, daß dieses bei uns so harmlose Insekt in jenen Ländern die grausigste Plage ist. die es überhaupt, gibt. Das Auftreten dieser ungeheuren Heuschreckenschwärme vollzieht sich während langer Trockenheitsperioden, und diese Schwärme verzehren alles Grün vom Gras und den Ernten bis zu den Blättern der Bäume. Sie lassen nur eine unbelebte Wüste zurück. Aber das ist nur ein Teil des Schadens, den diese pestilenzialffchen Tiere anrichten; sie sind zugleich die widerlichsten Kreaturen unter -der Sonne. Deshalb müssen alle Fenster geschlossen bleiben, so groß auch die Hitze ist, denn wenn ein Schwarm in einen Raum einfällt,, ist dieser infolge unglaublichsten Gestanksunbewohnbar. Jeder offene Brunnen muß sorgfältig bedeckt werden, denn sonst fallen die Heuschrecken zu taiffenden hinein, verfaulen und vergiften das Wasser. Ein solcher Brunnen muß vollkommen ausgepumpt und gereinigt werden, bevor er-wieder benutzbar ist. Selbst wenn die Heuschreckenschwärme etwas Gras zurücklassen, so ist dieses vergiftet, so daß es kein Pferd anrühren lvürde. Die einzigen Geschöpfe, die den Besuch der Heuschrecken wohlgefällig aufnehmen, sind die Hühner und die Schweine. Aber wenn diese Tiere auch von der überreichlichen Nahrung dick und fett werden,. so hat doch der Besitzer keine Freude davon, denn das Fleffch. der Schweine und Hühner hat eine häßliche- Färbung und stinkt, und selbst die. Eier sind rot gefärbt und haben einen Geschmack, den höchstens ein Neger aushalten kann. * Ein Mann, der sich vor der Hochzeit fürchtet. In London erregt ein ziemlich komplizierter Prozeß das Interesse der Oeffentlichkeit: Robert Leb au dp, ein französischer Millionär, hatte einer einmalbereits geschiedenen und einmal verwitweten Amerikanerin seit Jahren in der deutlichsten Art die Ehe versprochen. Das Datum der Heirat war schon einmal vor Jahren festgesetzt, und sie sollte, um verschiedene Familienrücksichten nicht zu verletzen, in Amerika stattfinden. Damals kam es aber nicht dazu, weil Lebaudys Bruder in Amerika ermordet wurde und Lebaudy sich fürchtete, in die Bereinigten Staaten zu fahren. Nach dieser mißglückten Eheschließung verflossen wieder einige Jahre, in deren Verlaufe Lebaudh sich begnügte, seine Eheversprechen vor Zeugen wiederholt zu äußern, ohne etwas zu tun. um diese Versprechen zu verwicklichen. Endlich sollte im Oktober 1923 in London geheiratet werden. Hier soll sich aber — nach den Aussagen der Frau — mit einemmal das Benehmen des Millionärs merkwürdig verändert haben: Cr ging seiner Braut aus dem Wege und mied jede Möglichkeit, sie zu sehen oder zu sprechen. Auf der Straße von ihr zur Rede gestellt, äußerte er den Wunsch, alle Beziehungen ckbzubrechen. Die Frau verlangt nun einen . Schadenersatz von mehr als anderthalb Millionen Franken, da sie die Erbschaft ihres verstorbenen Mannes aus Zureden des Millionärs seinerzeit nicht angetreten hatte. Der merkwürdig veranlagte Millionär wollte zwar nicht, daß seine Frau allein nach Amerika fährt, brachte es aber doch nicht über sich, die Ehe mit der soviele Jahre. „Angebeteten" zu schließen. * Ein kostbarer Markenfund. Bei einer englischen Behörde, dem Londoner Record Office, ist zufällig ein kostbarer Markenfund gemacht worden. Man entdeckte nämlich in einem ' Aktenstück,' das Berichte des Gouverneurs von Neu-Südwales an das Kolonialamt enthält, Streifen von drei Briefmark en von,Neu-Südwales aus dem Jahre 1855, und zwar die Werte 1 Penny orange, 2 Penny blau, 3 Penny grün, 6 Penny purpnrgrau, 8 Penny gelb und 1 Penny rot. Diese Sammlung ist vollkommen einzigartig, besonders selten sind die . 8 Penny-Parken. Der Gesamtwert wird auf etwa 1000 Pfund geschätzt. Die Marken, die als Proben der neueingeführten Markensorten beigefügt waren, sind vorzüglich erhalten. , * Tine Auskunft. Das Prager Strafgericht hatte sich an den Vorsteher einer Gemeinde um Auskunft über das Vorleben unv die Namen der Eltern des wegen Diebstahls angeklagien Josef H. gewendet, worauf folgende Antwort einlangte: „Josef H., den ich persönlich nicht gerne kenne, hat sich, soweit ich es beurteilen kann, bisher zur Zufriedenheit in unserer löblich::: Gemeinde ausgeführt. Daß der Kerl fetzt solche Sachen macht, geht mich nichts an. Wie seine Eltern heißen, weiß ich nicht. "Sein verstorbener Vater wurde auch Josef H. und seine Mutter -Marie, genannt. .Welchen Namen diese als lediges Mädchen führte, könnte ich über gerichtlichen Befehl auch noch mitieilen. Ich-.bin.der.Ortsvorsteher K" . . Die „altgermanischen" Runenzeichen auf einem > Stratzenstein. - Aus: .Äff'ch * wi-E uns Mchrievenr Me, saure Gurkenzoit und.die- Vovbyten der Hundstage,- di-e morgen beginnen, treiben auch in Westlböhmen originelle-'Blüten. Fand da ein wißbegieriger Mann in der Ascher Gegend einen Stein, auf dem verschiedene Zeichen.ein-gekratzt'waren.' Alsbald, fand sich auch ein Urgermane mit HängohreN,' die alles' hören, und begutachtete, daß dieser Stein'ein altaermanischer U-unLnstein fei. mfolgedesien ist dieser Stein eine Reliquie- und 27. Juli 1924 Nr. 1987 der Ort, wo sie aefuuden wurde, muß von heute an als Wallfahrtsort für alle Teutonen gelten. Dann kamen noch einige.; begnstierten den Stein und kamen darauf, daß er unbedingt von: Hinnml ges-allen, sein müsse,., geschlendert.von Gott Wotan. Endlich kan: auch''bin 'Bayer und "besah sich'diesen'Stein und wäre' dllbet vor Lachen beinahe erstickt, weil er -den Runenstein, diese 'Sendung Wotans aus^ den oberen -germanischen Stockein Spaßvogel Hierrog'lhphen eing-ekratzt hatte.. Der aufrichtige ' in der Oberpfalz verwendet werden und, ans welchen: irgend' ein Spaßvogel Hyrogly'phen eingekratzt hattei D:r anftichlrge Bayer tvurde von den anwesenden Wotänsbrüdern wegen seiner Entdeckung mit wütend.m Blicken üvergossen und di-,, verschiedenen Wotans des Ascher Bergviertels gehen allen Ernstes daran, das Kriegsbeil zwischen sich und Bayern anszuaräbcil. Zur höheren Feier der Tage, die dieses Ereignis mit sich brachten, werden Bieäbende veranstaltet, wo das- Bier nicht au.s Krügen, sondern aus Runen getrunken wird. Man. sieht, die saure' Gurkenz-eit ist eine sehr üble Erscheinung für. üianche'Köpfe, in welche sie Runen gräbt. * Der Kongreß von Weckbleh empfiehlt bas Inserieren. Die-internationale Inseratenvereiiiiguna eröffnet-e. wie w:r bereits berichteten, am Donnerstag in der Weltausstellung in. Wembley einen Kongreß der -:m Inseratenwesen interessierten Fachleute. Bei der Evoffniln-gssitzung hielt unter anderem auch der gewesene MinisterpräsidelNl Mr. Baldwin eine große Rede über das Inseratenwesen. Baldwin meint, daß Zeituligsinserate das stärkste und solid'ste Mittel sind, eine Mare einem Käufer näherziibriilgen. Heute haben die Inserenten schon begriffen, daß Anständigkeit im.Re.klameiuachen sehr nützlich ist und daß das Hinsehen von Ankündigungen an Orte, wo sie die Empfindlichkest des Publikums beleidigen, nur die Käufer abstößt. Nach ihm hielt eine große- Rede bet gewesene Schatzkanzler, des Kabinetts Baldwin, .Sir Robert Horne. .Das Leitniotiv seiner Rede war ..Tie'Wahrheit im Inserat". Sir Horne ist der Ansicht, daß nur die'Wahrheit auf die Dauer beim Inserieren Erfolge erzielt. Im Falle des Inserates sind bei einem ständigen und groß angelegten Inserieren die Vorzüge der Solidität so in die Augen fallend, daß die direkten Schwindelinscrate zumeist Versager bleiben. Ein bißchen Uebertreibung in: Inserieren schadet 'ia . manchmal nicht, weil die reine Wahvheit vielleicht doch nicht immer den vollen Eindruck mackit. Er erinnert au einen Mann, dem ein Freund sagte, daß ein gewisser Mr. Johns Lügen über ihn erzähle und welcher antwortete: „Daran liegt nur nichts, aber tvenn er die Wahrheit über mich erzählt, werde^ ich ihm den Hals brechen". Er hatte also keinen Zweifel, daß die Inserenten das neue Motto der Ehrlichkeit im Insera^ mit einer gewissen Mäßigung anwenden würden. Aber wenn sie noch so heftig die Qualitäten und die Verdienste der Maren., die sie verkaufen wollten, rühmen würden, so müßten sie sich doch eine gewisse Zurückhaltung däbei anserleg.en, wenn sie. wünschen, daß der Käufer nach dem ersten Kauf zu ihneu zurückkehren soll. Der gewesene H-andelsminister. Sir Philipp L l o t: d Gream e. welcher dann sprach sagte, daß es kaum möglich wäre, den Wert u n d d i e Wichtigkeit des .Zeitungsinserates zu überschätzen Es wäre geaenwärtig der einzige Weg, den „Konsum zu heben und die B-eschästigungslosigkeit zurückzudrängen. Die Mehrzahl der Fachleute war der Ansicht, daß ein langandauerndes, ober nich: anfdrinaliches Inserieren ar«.*:ftvr s.:A rtu,;rtr.%n Austritte aus dem Fudentum. M e s s i n g c t Leopold, geb. 27. Juli 1899, Wien, In« genieur, 6. Bez., Estherhazhgasse 12. R a d s ch i tz k y Elisabethgeb. 31. Oktober 1908, Wien. Lehrmädchen, 6. Bez., Cornelius, gassei. Groß Alice, geb. 9. Februar 1898, Wien, Privat, 6. Bez., Webgasse 24. K r i s ch k e Franziska, geb. 31. Jänner 1884, Wien, 6. Bez., Corneliusgassei. D w o r a k Karoline, geb. 4. Oktober 1882, , Kobersdorf, 9. Bez., Glasergasse 10. Mattersdorfer Anna, geb. 16. Mai 1900. Wien, 9.Bez., Schwarzspanierstraße 16. A u s ch Franziska, . geb.' 19. September 1905, Wien, 15. Bez., Sechshauserstraße 15. N e u f e l-d Arnold, geb. 11. Avril 1885, Brand Laben, Chauffeur, 15. Bez., Sechshauserstraße 26. Schwarz Paula, geh. 16. Juni 1863, Pakau, Witwe, 6. Bez.,,Linke Wienzeile 62. Dr. Mintz Jsak, geb. 7. Dezember 1864, Brodh, Zahnarzt, 1., Bez., Wiesingerstraße 6. Löwin ger Frik, geb. 25. Mai -1901, Wien, Techniker, Dornbirn. Amon Ernst, geb. 26. April 1881, Kronstadt, , Bankdirektor, 1. Bez., Wipvlingerstraße 32. P o d o l s k y Benjamin, geb. 23. Juli 1903.' Jelisawetgrad, 3. Bez., Löwengasse 44. Dr. S o j k a Franz, geb. 8. Juni 1882, Smichow, Ingenieur, 8. Bez., Lenaugasse 5. Dr. W e r t h e i m e r Wilhelm, geb. 31. Juli 1866, Turnaü, Arzt, 8. Bez., Albertgasse 24. Mund Josef Georg, geb. 4. Juni 1909, Tisza Kalman Falva, Lehrling, 14. Bez., Oelweingasse 3. K o h n Rudolf, geb. 18. Februar 1906, Wien. Handelsakad., 9. Bez., Liechtensteinstraße 95. Dr. K o h n Berta, geb. 5. August 1896, Wien- Medizinerin, 9. Bez., Bleichergasse 13. Schönhauser Martha, geb. 24. September 1923, Wien, 7. Bez., Kandlgasie 36. S ch ö nb e r z Ernst, geb. 16. Oktober 1903, Wien, Angestellter, 9. Bez., Note Löwengasse 16. Grab Alfted, geb. 28. März 1905, Wien, Schülerin. 18. Bez., Klostergasse 6. N a j d a Jmre, geb. 24. Juli 1900, Budapest, Beamter, 9. Bez., Wasagassa 52. S t o r p e r Karl, geb. 12. März 1900, Czernowitz, Fabrikant. a {Ra* An lDie nachstehenden Ankündigungen find entgeltlich.) * Sonderangebot des Warenhauses Brüder Schifsmaun» 2. Bdz., Taborstraße 48. Prima Regenmäntel 176.000 K., französische Wafch-Voile pro Meter 17.900 K. 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