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Wiener Morgenzeitung · 1924-07-27 · Heft 1957 (27.7.1924) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1957 (27.7.1924)
Date
1924-07-27
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Sk. 1957 Wien, Sonntag " Wiener Morgenzeitung. 27. Juli 1924 Seite 7 -4 Künstler und Kunstgewerbler, insbesondere des Litographen NieSler und eines Nürnberger Kupferstechers, seit 1876 etwg> — ein „vielbegehrter Handelsartikel". Eine amtliche Zählung im Jahre 1600 ergab, daß im deutschen Reichspostgebiet in sieben Tagen auf 20 Millionen Karten zehn Millionen mit Ansicht entfallen. Es ist ein Verdienst Wiener Verfeinerungstendenz, daß sie der Ansichtskarte künstlerisches Format gab, ohne ihr Format zu ändern. Wiener Verleger prägten aus ihr jene „kleinen Münzen der Volkskunst", wie Altenberg seine Ansichtskarten- . schwärmerei definierte. Mit den Reisegegenden erschienen die klischierten Bilder aus den Kunstausstellungen im Kleinformat, gewissermaßen als Kunst in der Westentasche, mit den Werken der besten Atelierkunst, die Köpfe der „Berühmten", der Schauspieler, Maler Gelehrten. Die Ansichtskarte, die hier ihren Namen nicht mehr ganz treffend trägt, popularisierte den .Ruhm, den der Modelle ebenso wie jenen der Photographien und Maler. Mit den harmlosen Saisonserien der Christbäume und Ostereier schüttete die Produktion Genrebilder und selbst scharfe satirische Zeichnungen aus. Die Ansichtskartensammlungen in den .dicken Albums wurden modern. Der Krieg brachte die ganze Heldenbild- und Schützengrabenszenerie in die vorderste Front der Papierhandlungen. Die letzten Novitäten der Ansichtskarte blühen aus dem grünen Rasen des Sports. Nach den Frontkämpfen Darstellungen des Fußballwettspiels und der Rennen. Nun steht die Ansichtskarte selbst wieder vor einer Kette von Hindernissen, die ihren weiteren Entwicklungsweg sperren. Wir sehen eine liebe, blonde, harmlose, mitunter unterschätzte und nicht nach Verdienst geachtete gute Freundin unserer Reisen entschwinden. Sie kürzte die Langweile, brachte etwas Schmuck guter, billiger Kunstqualität zu den Leuten, die sich keine Bilder kaufen konnten. Sie war — es soll nicht bezweifelt werden — Surrogat. Ersatz für den Brief, für Gemälde, für Reisen. Bedauerlich, daß sie in einer Zeit, in der )vir auf Ersatz angewiesen sind, zurückgeht. Ihre Farbenpracht Tt nur mehr eine verblassende Erinnerung an die Pracht der reisen. Zar Moseswmder am Wem. In der Londoner „Zeit" bringt D. W o l l i n aus Moskau einige krasse Beispiele dafür, wie in Rußland noch immer jeder Wunderglaube blinde Gefolgschaft findet. Einer sei angeführt: Schon zu Beginn des Sonuners ist es den Bauern des Dorfes Chatinovka im Gouvernement Podolien unzweifelhaft klar geworden, daß das Jahr nicht glatt verlaufen werde. Viele übernatürliche Zeichen kündigten das Unglück, das sich dein Dorfe naht, an. Zuerst wurde der Mond eines Nachts volle eineinhalb Stunden lang mit einer schwarzen Scheibe bedeckt, und das ist ja, wie man weiß, ein sicheres Zeichen der heranwahenden Seuche unter Menschen und Schweinen. Zweitens ist der jungen Witwe Anthasia plötzlich, so von der Luft, der Leib angeschwollen, bis sie einen Jungen mit zwei Nabeln zur Welt brachte. So versicherte wenigstens die weise Frau Lukeria, die bei diesem Wunder assistierte. Dann ist plötzlich, die 80jährrge Greisin Barbara, von der es schon lange bekannt war, daß fie von einem Wolf besessen ist, aus dem Dorf verschwunden. Und als erst sich im Dorf eine riesige Kreuzotter zeigte, da war kein Zweifel mehr zulässig, daß dem Dorf etwas Ungeheuerliches, ganz Böses bevorstehe. ittmlb bald war das Unglück da. Eines Morgens erschien im Dorf ein unbekannter Wanderer mit einem großen Folianten unter dem Arm. Das Buch war m Pergament gebunden und trug auf dem Einband das Bild des Grabes des Gründers der christlichen Religion in Jerusalem. Aus diesem. Buch las nun der Fremdling den versammelten Dmchbewohnern die Botschaft vor, daß das Eismeer bis auf 18 Arschin angeschwollen sei und daß in der kommenden Nacht, wenn der Mond mit schwarzen Wolken bedeckt sein wird, das Eismeer , aus seinen Ufern treten und das ganze orthodoxe Rußland mit seinen Fluten überschwemmen werde. Im Dorf entstand eine Panik, die Menschen weinten und ■ jammerten, denn keiner zweifelte auch nur einen Augenblick, daß das, was der Fremde mit dem großen Buch und dem Jesusbild verkündet hat, auch unabtvendbar eintreffen werde. Der Wanderer hatte jedoch auch einen Trost fiix die dem Untergang geweihten Bewohner von Chatinovka: Alles, was er prophezeit habe, beziehe sich bloß auf das rechte Ufer des Dnjeper, auf welch ein auch das Dorf Chatinavka liegt. Hingegen werde, wie es in diesem großen Buche geschrieben stehe, alles, was auf dem linken User des Dnjeper liegt, von der Katastrophe verschont bleiben. Aber.ebenso steht es in dem heiligen Buche geschrieben, daß der Uebergang über den Dnjeper vom rechten auf das linke Ufer auf normalem Weg über eine Brücke oder auf dem Eis keine Rettung vor dem Untergang bringe. Der Dnjeper müsse vielmehr auf dieselbe Weise übersetzt werden, wie die Juden einstens durch das Rote Meer zogen: auf dem Grunde des Flusses. Zum Glück sei ihm, dem Wanderer, vom Himmel die Kraft perliehen worden, den Dnjeper mit einem Ochsenziemer genau so gründlich zu spalten, wie Moses mit seinem Stab das Rote Meer gespalten hat . . . Wer nun von euch — schloß der Fremde — sich vom Tode retten will und an die Wunder Gottes glaubt, brmge . einen Rubel bar und ich werde euch mit Hilfe der göttlichen Kraft trocken durch den Dnjeper bringen. Selbstverständlich wollte das ganze Dorf gerettet werden, , nur der Preis der Rettung schien den Bauern ein wenig zu hoch. Es wurde hin und her gefeilscht, aber der heilige Mann wies immer von neuem daraus hin, daß ein Rubel pro Kopf noch immer billiger sei als das Ersaufen in deck Fluten des Eismeeres, und. daß er von diesem Lösegeld nichts Nachlassen weil es ihm von oben vorgeschrieben fei. Die Dorfältesten wendeten dagegen ein, daß auch der liebe Gott bei dieser Engrosrettung es billiger machen werde. Nach langem Handeln und Feilschen kam man schließlich überein, daß für die Manns- Wyr M MM Mo Bäuerinnen, die ja ohnehin nur halbe Menschen seien, ein halber Rubel pro Kopf zu zahlen sei, während Kinder und Rinder als Prämie gratis der Rettung teilhaftig werden sollen. Die ganze Nacht verbrachte der „Moses von Chatinovka" damit, sich durch reichlichen Genuß von „Samogon", eine Art selbstgebrannten Schnaps, in höhere Regionen zu versetzen, wobei er den jungen Bäuerinnen befahl, feine staubbedeckten Füße zu küssen, und benahm sich auch sonst wie in sonderbarer Heiliger. Die Nachricht vom bevorstehenden Austritt des Eismeeres verbreitet sich blitzschnell über die ganze Gegend, und am anderen Morgen erschienen Abgeordnete zweier Nachbardörfer, die den Fremdl ing mit tränenden Augen an flehten, das orthodoxe russische Volk vor dem Untergang zu retten und ihm gleichzeitig die Hälfte des Lösegeldes erlegten. Der Wundermann verhielt sich anfangs, ablehnend, ließ sich jedoch schließlich erweichen. Die Vorbereitungen zum Auszug aus dem gottverdammten Chatinovka wurden in größter Aufregung durchgefuhrt. Bäuerinnen packten große Bündel zusammen, steckten ihre grunzenden Ferkel in Säcke, banden Hühner und Enten aneinander, luden ihre Habseligkeiteu auf Schlitten und vergaßen auch an Speisevorrat nicht. Die Bauern legten inzwischen den zugefrorenen Dnjeper vom Schnee frei, hackten, laut Anweisung des Heiligen, einen Korridor an jener Stelle, an welcher der Dnjeper mit Hilfe des Ochsenziemers gespalten werden sollte, damit die Bewohner von Chatinovka trockenen Fußes ans andere User gelangen können. An unsere geehrten Abonnenten! Infolge der in den letzten Monaten wiederholt erfolgten Steigerung sämtlicher Regien sieht sich die Verwaltung genötigt, die Bezugsgebühr der ..Wiener Morgenzeitung“ für Oesterreich um ein Geringes zu erhöhen. Ab 1. August 1924 kostet ein Monatsabonnement . . . . K 40.000 ein Jahresabonnement . . . . K 480.000 Jeder Abonnent, der die Bezugsgebühr von K 480.000 und die Versendungsgebühr von K 15.000. zusammen K 405.000 im vorhinein entrichtet, erhält G r a e t s* „Geschichte der Juden" in drei eleganten Halbleinenbänden gratis i Der Bezug der „Wiener Morgenzeitung“ in Wien kann durch jede Trafik erfolgen. Die AusIandsbezugsgehUhren bleiben unverändert!!! Für diejenigen unserer Auslandsabonnenten, die auf die G r a e t z - Prämie reflektieren, gilt der zwölf-* fache auf dem Kopf des Blattes ersicntlichdMonats- Bezugspreis ihres Landes zuzüglich K 25.000 Versendungsgebühr. Ab heute Sonntag, 27. Juli 1924, kostet die Sonntagsnummer.. K 1800 die Wochentagsnummer . . . K 1400 Die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung“ Extreme berühren einander in der äußeren Natur ttitrt im Wesen des Menschen. Denn der Geist sucht alle Erschein nnngdn..sich zu assimilieren und ist daher bestrebt, zwischen Gegensätzen Beziehungen 'herzustellen und ihnen den Charakter der Gegensätzlichkeit zu nehmen. Dieser Gesichtspunkt erklärt manche scheinbaren Widersprüche, wie es zum Beispiel die öfter beobachtete Neigung' theologisch geschulter Männer zur Beschäftigung mit uatuvwissenschaftlichm Fragen ist. wodurch schon einige der 'bedeutsamsten Erkenntnisse auf naturwissenschaftlichem Gebiet gewonnen wurden; so die Darwinsche Entwicflunastheorie und das Mendelsche Vererbungsgesetz. Gregor M e u d e I hatte sich mit der Erforschung der quantitativen Gesetzmäßigkeit befaßt, die iu der Erbfolge der Arteigeuschaften herrschen. Im Jahre 1869 erfolgte die Publikation seiner Ergebnisse. Bevor wir darauf näher eingehen, ist ftstzUhalten: Unter organischer Vererbung ist keineswegs die Ue'bertragung fertig gebildeter Eigenschaften zu verstehen. Goldschmi'dt hat in: Jahre 1920 den ft« genannten Vere r b.n ngsvorga n g analysiert und fob gendermaßen erklärt: Was im Befruchtungsvorgang auf den Keim des jungen Wesens übertragen wird, sind Erbfaktorenenzyme, das sind Eiweißstoffe, die die -Fähigkeit haben, ge- Bei Einbruch der Nacht bewegte sich ein langer Prozessionszug unter Gesang heiliger Lieder zum Ufer des Flusses, und als Mitternacht kam, sah es dort wie ein großer Jahrmarkt aus. Die losgespannten Pferde irrten im tiefen Schnee umher, die Haustiere veranstalteten ein ohrenbetäubendes KonMt, begleitet vom Schreien und Wimmern der Kinder, während die Hunde den Mond an'bellten und um die verschiedenen Lagerfeuer sich stierende Menschen wärmten. Die Dorfpopen verrichteten Gebete und der heilige Mann mit dem Ochsenziemer betrachtete unausgesetzt den Himmel und erklärte, daß es bald finster werden und der Jüngste Tag, das große Gericht hereinbrechen werde. Nun sei es Zeit, das rückständige Lösegeld einzuzahlen, damit nicht, Gott behüte, irgend ein Säumiger es dann mit seinein Leben büße. Der Dorfälteste, als Bevollmächtigter der ganzen Gemeinde, zählte treu und ehrlich die klingenden Münzen für lausend Menschen, Pferde, Vieh und Schweine und andere Geschöpfe in die Hand des Gottgesandten und bat nun, daß das Wunder seinen Anfang nehme. Der Mond aber wollte wie zum Trotz sich nicht verdunkeln. Wie gewöhnlich gießt er feinen vollen Si'lberschün auf die Erde und beleuchtet die Menschen, den Fluß und das im Schnee weiße Feld, die da drunten wie verzaubert aussehen. Der Wundertäter steht noch immer da, glotzt zum Himmel empor, murmelt etwas, wie wenn er mit Gott Zwiesprache hielte, und verkündete schließlich weithin hörbar, daß er soeben den Auftrag erhalten habe, sich von der Gemeinde abzusondern und ein. einsames Gebet zu verrichten. Die Versammelten mögen inzwischen in die Knie sinken und zum heiligen Cyprian, dem Beherrscher des Wassers, beten, -damit der Uebergang glücklich verlause. Und der Heilige verschwand. Viele Stunden knieten die Bauern im frierenden Schnee. Die Bäuerinnen begannen zu weinen, die Kinder erstarrten und wurden still, die Pferde wieherten im Frost, aber der heilige Mann kam nicht zurück. In der Versammlmrg stieg ein Verdacht auf/Drei resoime Bauern gingen in die Richtung, in welcher der Heilige verschwunden war und machten die Entdeckung, daß eines d-er besten, feurigsten Pferde mit dem Heiligen verschwunden ist. Nun erst'warfen sich die Bauern auf ihre Pferde und jagten dahm, um den falschen Messias zu erwischen. Aber vergebens. Der „Moses von Chatinovka" ist verschwunden, wie wenn er für sich allein den Dnjeper gespalten und das andere Ufer gewonnen hätte. Halbtot zog die betrogene Gemeinde wieder heim. Das ist nur eines von den vielen wunderlichen Ereignissen, die nicht etwa im 16. Jahrhundert mtb auch nicht in der Aera der zaristischen Popeuherrschast, sondern int Ämter des Jahres 1924, im siebenten Jahr der beit Geist befreienden Revolution sich zua-etragen b-chem 9 zeugen ... . , . . . wachsenden Individuums; und die Bedingung, unter denen sie dazu befähigt sind, werden durch die Produktion spezifischer Blutsäfie geschaffen, die -man Hormone nenntz und deren Entstehung vielfach von dein Milieu der Umwelt und der geistigen Einstellung zu ihr abhängt und beeinflußt wird. Das heißt: Mas vererbt wird, sind nur di« 'Anlagen zu den verschiedenen geistigen nnd körperlichen Eigenschaften in Form von Enzymen; was von diesen Anlagen zur Ausbildung gelangt, wird durch die jeweilige spezifische Hormonproduktion bestimmt, die von .Zwang und Willen gefördert o-drr gehemmt werden kann. Mit anderen Worten: Erbliche Belastung ist,nie so groß, als daß sie nicht durch naturgemäße Lebensweise und feste Erzieh u n g, vor allem S e l b st e r z i c h u n g, z n ni Z ch w i u d c n g e b r a ch 1 werden könnte — unbeugsamer Wille und fester Vorsatz sind fast allmächtig im Leben jedes einzelnen, sie reizen die errtsprechenden Drüsen zur Erzeugung jener Hormone, die nur die gesunden, erhalürngsgemäßen Anlagen zur Reise bringen, so daß alle schlimmen Keime ans Hormonmangel verkümmern müssen. Das ist die moderne Erklärung des Vererbungsmechanismus. Das zahlenmäßige Be rer b n ngsg es -e tz hat Gregor Men de l gefunden. Es gelang chm dies durch planmäßige Erbfenkult-ur. Er Pflanzte E rhse n mit rote n und solchen mit weißen Blüten, umgab jede Blüte sorgfältig mit einem Gazesäckchen, damit keine.Biene an sie^ gelangen könne, deren Amt er selbst nacheinem vorgefaßten Plan versah. Mit einem kleinen Pinsel, nahm er.Blütenstaub aus ein-er roten Blüte und übertrug.chm auf die.Narbe einer weißen und -umgekehrt. Wenn er.an . einer Blüte die Bestäubung vorgenommen 'hatte, wurde sie sofort wieder ivt - das schützende Gazehäübchen gesteckt. Mendel betreute feine Beete, erntete die Schoten nnd säte die.Samen alle aus. Sämtliche Pflanzen, die daraus entstanden, waren, trugen rosa Blüten. Auch Ä-e Narbe jeder dieser Blüten wurde mit dem Blütenstaub einer anderen rosa.Blüte wahllos versehen und jede bestäubte Blüte -mit dem Gazehäübcheu umgeben. Nach Vollendung der Reisezeit wurden nun wieder sorglichst a l l e Samen geerntet und/ äusgesät —. und aus dieser Saat erwuchsen Pflanzen mit w e i ß e n. r o t e n und rosa Blüten. Ein Viertel aller Blüten war.weiß, ein anderes Viertel rot und die Hälfte rosa, dunkelrosa, so dunkel, daß sich diese rosa Blüten von 'den.roten Au-rN unterschieden. Nur in ihren Nachkommen verhielten st» sich anders. Die roten Blüten zeugten nach. Bestäubung mit dem Pollen (Blütenstaulb) anderer roter Blüten nur rot blühende Pflanzen, ebenso wie die Weißen Muten nach Bestäubung mit Pollen ans anderen weißen Blüten Samen lieferten, ans denen nur gleichartig -weißblühende Pflanzen entstanden. Aus den dunk-elvosa Blüten aber, entstanden wieder die drei verschirdenart-igen Pflanzen i-m gleichen Mengenverhältnis wie oben:. es -waren nach Bestäubung -mit Pollen aus vosa Blüten Samen entstanden, die wieder rot, weiß und rosa blühende Pflanzen lieferten. .Denn die rosa Farbe war eine Mischfarbe, durch das -Vorhandensein von rotem- und weißem Erbfaktoreuenzhtn entstanden. Wenn nämlich im Verlauf des auf die Bestäubung der rosa Blüten folgenden Befruchtungsaktes die Kerne von Pollen -und Eizelle miteinander verschmelzen, so sind vier. Möglichkeiten gegeben, die sich in zwei Gruppen scheiden lassen: entweder enthalten beide an der -Befruchtung beteiligte Kerne gleichartige. oder verschiedenartige Farbenzynte. Da die Wahr«- scheinlichke.it für Heide Fälle gleich groß ist, so müssen sie in gleicher Anzahl verwirklicht sein. In der ersten Gruppe entstehen, -w-enir die miteinander -verfchmelzeuden Kerne a-us den Keimen Leider Eltern das gleichsinnige Fa-rbenzhm besitzen, zur Hälfte Pflanzen mit Weißen und zur Hälfte solche- -nnt roten Blüten in reiner Rasse. In -der zweiten Gruppe entstehennur Mschformen. , Das oben angeführte Za-hl-enverhältnis ist. dantit erklärt und -daswon.M-endel ausgestellte .Beve-rbtuiMesetz da-rgelegt. Dieses Gesetz, das dttrch botanische Studiengewonnen wurde, gilt auch für Di e r und M e n s ch,- hätte aber durch' zoologische oder anthropologische Studien -nie gefunden werden können. Denn nur im' Pflanzenreich -rönnen, alle Vora-ussetzungen erfüllt sein, die die..Finduttg des Bererbungsgesetzes erst ermöglichen: Scharf de-fimerbare Mer>ktttßfe MM,, dk U g&ltwfc Wtz. h, L. viele Generationen;

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