Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1956 (26.7.1924)
- Date
- 1924-07-26
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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' (• > - l - ' , , - -, - -> - ^'* ~ ,* , ' " »' " "'r , Sekke 6 " Wien-, Samstag .. ' 'rmm‘ Mkener MsvLenzritunft. " ' ' Zs. IM 1924 dkr. 1S8S Bühne und Kunst. I freundliche Atmöspäre, 'in der des' llvnferrr.e ' Wort sich ungchindert auslebsn darf. i'Z Fr-ade am S. S. Stoeitet Bunter Abend de« Wischen Kunsttheaterr. Der zweite Bunte Abend, den die New-Dorker jüdische ,MnstlertruPpe zwischen ihre zum Ereignis dieses Theater-- .sommers (oder auch des Tcheaterwintcrs?) .gewordenen'Bor-.' stellungen im Carl-Theater einlegte, erhöhte noch die gute: Stimmung, die sein Vorgänger hervorgebracht hatte. Das bis aufs letzte Plätzchen gefüllte Hans nahm wieder mit verstehender Begeisterung die Proben jüdischen Kulturgeistcs in seinen; romantischen und realen Bildungen und Bindungen auf, die ihm von den New-Dorker Künstlern vermittelt wurden. Die Pvece de resistanee dieses Abends, der neben Neuem auch manches schon Gehörte brachte, war wieder Schalem A l e j ch e m, der in Elia Tennenholz einen glänzenden Interpreten gefunden hat. Die Schilderung der Frau mit „Nerven" aus der Jamm-erperspcktive ihres Mannes, die Herr Tennenholz diesmal aus dem Schalem Alejchemschen Ueberflutz gewählt hatte, entfesselte Lach- und Beifallsstürme. Scholcm Aleschems szenisch bearbeiteter Monolog „Die Gfz e", in Wien durch die Ausführungen der Freien jüdischen Volksbühne bereits bekannt, bildete den Abschluß des Abends. Der junge Mann vom. Lande, dessen Frage „Scheiden oder nichtscheiden" nie beantwortet werden kann, weil seine Freude an der Dialektik jeder Entscheidung die Gegengründe vorweg nimmt und daher nur yi einem Tobsuchtsanfall dessen führen kann, den er um Rat angeht, hatte in der Verkörperung durch Morris Schwartz einige köstliche Züge, besonders da Haltung Sprache das Elend eines diälektikkranken Logorrhoikers geradezu klinisch darstellten. Im ganzen mag freilich über, dem Bestreben, der Figur komödienhafte Bewegung zu geben, Schalem Alejchem selbst ein -wenig zu kurz gekommen sein. Als Darsteller mit Verständnis für theatralische Wirkung erwies sich Herr Schwartz wieder in der Szene aus Zukawskis Drama ,-Sabb'atai Zetvi"; diese Dichtung, welche die Gestalt des in der Messiasgeschichte des Judentums zu stärkster Auswirkung gelangten Schwärmers und Aben- .teurers aus dem Gesichtskreis des polnisch-christlichen Mystizismus zu erfassen sucht, war in Ncw-Dork ein großer Theatererfolg. Dessen äußere Ursache läßt die gestrige Wiedergabe der großen Szene des dritten Aktes erkennen, in der Morris Schwartz seine eindringliche, durch Zurückhaltung aus gute Theaterwirkung hinarbeitende Sprechweise zur Geltung bringen konnte und Berta G erstens Bildhaftigkeit schönen Rahmen gab. Starken Eindruck machte die geistig hochstehende Rezitation des Kiplingschen „Vampyr" durch Mark Sch Weid. Sympathisch der geschmackvolle Vortrag von Volksliedern und voKslisdhcrfter Musik durch Lazar Fried, der eine kleine, ansprechende Singstimme besitzt. Die ungezwungene, herzliche Art, mit der I. Keschier den Conferencier macht, schafft Wir». Dr. Paul Bargt off (Ben-Zwi). dessen große tragische^ Bühnengestaltung während seiner kurzen Wirksamkeit an der Freien jüdischen Volksbühne in Wien'starke Wirkung übte, weilt, gegenwärtig hier und wird in kurzer Zeit wieder vor das Wiener! Pnbtikmw trsttzn. Der Künstler, der bekanntlich bis .zur'Re-' volutioN -eine' Zierde der russischen Bühne war, hat in Wie n den^Udbeririit. zum jüdi -s ch e n The a t e r vollzogen. In der letzten.Saison spielte er in Amerika, zuletzt am jüdischen Kunst-' theäter in New-Nork, wo er in Bramsons „Glück", Tollers „Hinkemann" und Hauptmanns „Fuhrmann Henschel" auftrat und von Publikum und Presse enthusiastisch gefeiert wuvde. Baratoff hat.sich für die nächste Saison dem New-Aorker jüdischen K u n st t h e a t e r verpflichtet und ' wird noch während des Wiener Gastspiels dieses Theaters in einer neuen Rolle austreten-, das Ensemble Morris Schwartz' probt gegenwärtig das Schauspiel „Mojsche Chaser" von B e r k o w i c;, in dem Baratoff die Hauptrolle spielt; die Ausführung ist, wie wir vernehmen, für den 2. August in Aussicht genommen. Wie uns mij-geieilt wird, will auch Direktor Geyer den Künstler für ein mehrmaliges Gastspiel in den Kammerspiclen gewinnen, das im Laufe des Monats August stattfinden soll; Baratoff soll in einer seiner Glanzrollen, in Schalom A s ch' „G o t t d e r Rach e", austreten. B u r q g a r t e n. Heute Wiederholung des Mirakelspieles. „M arischen von N y m w e g e n", Musik von Max B r a n d, in Szene gesetzt von Hans Rodenberg. Kamm.erspiele. Heute und die folgenden Tage, 8 Uhr abends, „Was Frauen träum e n". Volksoper. Heute neueinstndiert „Der Mikado". Morgen „Carmen". Im Carl-Theater bringt das amerikanisch-jüdische Kunsttheater heute H. LetwikS Schauspiel „Schmales" t..Abfälle") zur Wiederholung. Sonntag gelangt auf allgemeines Verlangen L. Andrefews soziales Drama „D i e s i e b e n Gehängten" zur Aufführung. Montag wird „Schwer zu sein ein I u d e", Dienstag „D e S S ch m i e d e s Töchter" und Mittwoch „T e w j e d e r M i l ch « a n n" zum letzten Male gegeben. Donnerstag B u n t e r A b e n d.! Aus dem Burgtheater. Wie verlautet, wurde Hans König als Regisseur an das Bnrgtheatcr engagiert. Er wirkte bisher als Oberrcgisseur in Bochum-Duisburg, wo er sich insbesondere durch Inszenierungen moderner Dramen einen , geachteten Namen machte. Ob er am Burgtheater das richtige- Betätigungsfeld findet, bleibt abzuwarten/ Das Metropoltheater. Der Deutschösterreichische Bühnenverein und die Union der Theater- und Kineperjonale haben mit dem Direktor des Metropoliheaters 'Müller einen beide Teile, befriedigenden Ausgleichgetroffen, dahingehend, daß Direktor Müller unter Garantie guter Bürgen sich verglich t e te, seine bis E n d e Aü g u st 1924 laufeniden Verpflichtungen durch' eine Abfertigung crbziMen, dö. ungefähr die Hälfte der Ansprüche de» Mt«guedet deckt. Die .Mtglielder beider Orgänifationett 'Ahrevseits Haber auf - -die.andere Hälfte.der Ansprüche verzichtet' unter' der Bv dingungj daß' Dirhktor-Müller ihre Dienste nicht mehr weiter in Anspruch nimmt wnd ihnen' bei' anderweitiger Petättgung kein-Hindernis bereitet. ' ' - Die Massenklage der Mitglieder der Robert-Bühne». Bekanntlich hat Doktor Dr.' Robbst der R en alsf-a n c e. bühne, da -ffnn die.Konzession zum Betriebe dieiser Bühne : verweigert wurde, seine sämtlichen Mitglieder gekündigt. Die Angehörigen dieser Bühne, welche ein Verschulden des Direktors. Robert darin, evbli.cken, daß er nicht rechtzeitig um die Ern-euerüng der Kontzcksion eingeschritten ist und derart die Mitglieder seiner Bühne vor die Gefahr der Stellenlosigkeit geibracht hat, haben nun eine Masse nkla g e be-im Wiener Gewevbegericht gegen den Direktor - eingebracht, in welcher sie die in .den Kollektiv-Verträgen -der Schauispieler geltenden Abfertigungen im Klagewege begeihren. Gestern fand.heim GeweNbegericht vor dem Oberlandesgerichtsrat 'Dr. 'Gtarck die . erste Tagfahrt über diese SchadeneNsaMage statt. Die Streit- Verhandlung wuvde für anfangs September angeordnet. Wiener Komponisten an der Berliner Staatsoper. Ernst Kreuels Oper „Die Zwingburg", die-im Nüvernber an der Berliner. S t a a t s o p e r zur Uraufführung gelangt, wird von Ho er th inszeniert und von EMll Pi.r ch a » ausgestattei. Die musikalische Leitung hat Erich Kleiber inne. Am gleichen Abend gelangt die Ball-et-tsymphonie „Die Nächtlichen" von M-ax T e r p -i s, der dos Wenk auch inszenieren wird, mit der Musik von Egon Wel-leß unter Szell zur Aufführung. Der Nachfolger Hanaks. Der Bildhauer E. S t e i n h o j wurde mit der Leitung des Bildhauerkurses in der K u n ftg e we rbe s ch u le betraut, wo er die Nachfolge Hanaks an- .tritt. Das Plakat zum Musik- und Theaterfest der Stadt Wien, das Steindorf entworfen, lobt nicht gerade den Meister. Ein Theater in Tel-Awiw. In Tel-Awiw hat sich «in« Gesellschaft unter dem Namen „Hisaion" gebildet, die sich die Erbauung eines Theaters für Dramen uni Opern zum Ziel gesetzt hat. Begründer sind der Stadtrat von Tel-Slwiw, ferner Ch. N. Bialik, I. Z. Goldberg, I. Rosoff und andere. Der „Rollh" vom Flohzirkus und der „Safaladi". Der im Flohzirkus im Prater angestellte Artist B. S., mit Künstlernamen „Roll y", war gestern wegen Verletzung i« Raufhandel angeklagt, weil er einem Fleischhauergehrlfen^ ein Bierkrügel derart ans den Kops geschlagen hatte, daß dieser eine blutige Verletzung an der Stirne davongetralgen hatte. Der Angeklagte erzählte dem Richter, daß der Fleischhauer ihn wiederholt beschimpft hatte und, als er im Wirtshaus an dem kritischen Tage mit seiner Frau fafe, sich gegen seine Frau ungebührlich benommen hübe, was er ihm verwies.^ Es sei darauf zu einem Streit gekommen, in dem der Fleischhauer ihn einen Rotzbuben nannte und auf ihn losging worauf er evlpt.derte:'h,Sapal ad t; seist i 11," was ddn anderen in große Aufregung versetzte. . In der. Hitze der Auseinandersetzung habe nun „Rolly" das Bierkrügel seinem Gegner „hinausgehaut", ohne die Absicht, ihn zu verletzen. Der Rich- ' ter verurteilte den Artisten zu 48 Stunden Arrests die der Angeklagte annahm un>d sich, nur beschwerte,, daß nicht auch der' Safaladi. der ihn auch blutig geschlagen,, angeklagt wuvde. Farben WICN.I^ADlERaASSC * » T«l«fo« H» 762JSA SEIDE STQEFE Copyright Nachdruck verboten. ZWischer Verlag, Berlin. 52. Fortsetzung. -awdoloh Md Zchfenstreich. Bon Sammh Gronemann. Ich möchte zur Charaff-eristik des Mistes, der damals in der Wrlnaer Trupps herrschte, noch eine kennzeichnende ^ene ^berichten. Ter Erfolg des Warschauer Gastspieles war für die Leute eine Lebensfrage. Hier sollten sie sich zum ersten Male der ernsthaften jüdischen Kritik in einer alten Theaterstadt aussetzen, zum ersten Mabe den Wettbewerb mit den altbewährten Truppen der Frau Kaminski u-rvd de's Herrn Adler aufnehmen. Es war das große Examen, und von dem Bestehen hing auch ihre materielle -EMeng alb. jFch lwar mit hinüibergereist und faß mit Herzklopfen 'bei den eristen Vorstellungen. Der Beifall war riesig, die Kritik Lberbot sich in Ent'husias-msts, die Vorstellungen waren mehr als ausverkauft. So saß ich beglückt im Parke!t, als nach dem zweiten -Akt eines Hirschbeinschen Stückes das Publikum vor Beifall raste — aber zu meinem Erstaunen hob - sich der Borhang nicht, um den Künstlern Gelegenheit zu geben, sich vor -dem Parkett zu neigen. Ter Beifallssturm nahm zu — der Vorhang rührte sich nicht. Ich stürzte hinter - die Bühne, in die Garderobe und traf lauter verdrossene Gesichter. Nun wuvde ich ärgerlich, und ich begann mit den ' Leute zu schulten. „Nun habt ihr euer Ziel erreicht — habt den großen Warschauer Erfolg — den künstlerischen und materioltze-n — und wieder seid ihr unzufrieden!" Ta drehte sich der Regisseur um und sagte: „Es wäve besser, das Theater wäre leer und wir hätten besser gespielt! Der Beifall Zeigt, daß man in Warschau auch nichts versteht!" >Fch dachte-an mein kleines, betrübtes Mädchen vom Kownoer Gymnasium, die weinte, weil sie Erste-geworden -fr«*!.;' ,, k Der EWtz Web den Leuten treu — sdgar die Herren hom deutschen GeneMgouvernemeut führten ihre. EhveNsiäste aus Deutschland zu den Wilnaeru, und -nach dem Kriege konnte ich der Truppe den Weg zuru Westen bahnen. Die hat sich inzjtvtschen ^Men-europäischen NaMeN erworben. Aber damals gab es noch vie^!.Sch^d^ten ZU Weivwmden. Leicht auszukommrn war mit der Gesellschaft -Nicht,LMld'so ischr sie auf der Bühn« künstlerische Disziplin . hielten, so undiszipliniert waren sie sonst. Ihr Temperament offenbarte sich nicht nur \m Rampenlicht. So war es für mich eine wahre Erleichterung, als ich -meine Schutzbefohlenen der Sorge von Laze Barth übergeben konnte. Aber noch bevor ich Warschau verließ, kam er händeringrnd zu mir ünd bat mich, if/n zu befreien. So sehr er sich auf die neue Aufgabe gefreut hatte, die ihn in das bis dahin von fern so geliebte Kulissenleben führte, so wenig hatte er es sich vorgcstellt, daß es zu den Pflichten eines jüdischen Theaterintendanlen gehörte, mitten in der Nacht aus der Apotheke Brausepulver für mit Ohnmacht. drohende Künstlerinnen zu holen, in aller Herrgottsfrühe schluchzende Beichten oder Anklagen entgegenzunehmen, rollenverweigernde Heildenmntter liebreich.zu besänftigen und in ihrer Manneswü-vde tlejgeikränkten Regisseuren sich als Abladestelke für Zorn -und Schimpf ständig zur Verfügung zu halten. Ich entschwand und tauchte n-ur von Zeit zu Zeit auf, um Tränen trocknen z>u 'helfen und ffir allen ausgestandenen Jammer mich durch die 'künstlerischen Leistungen entschädigen zu lassen. Jene männermordende erste L'cbhaberin aber hat den ersten Helden geheiratet und dadurch sich in einen sicheren Hafen gerettet. Sie und er behaupten, ich fei der Ehestifter gewesen. Ich haben ihnen, die sich ständig herumstritten, nämlich einmal gesagt: Kinder, ihr zankt euch doch sowieso Tag und Nacht. Da ist es doch einfächer, ihr heiratet gleich! Die Eheschließung aber vollzog sich in der Weise, daß auf einer Eisenbahnsahrt,-von Lodz, wo sie gastiert hatten, nach Warschau der junge Mann -ohne lange Vorbereitung ihr einen «Ring ansteckte und jene schon erwähnte Formel aussprach — aber ohne ein Wort ouszulassen. Es gab nachher ein großes Halloh! Sie behauptete, es fei ntr ein Scherz gewesen, und -man fuhr von der Bahn zum Rabbiner. Der erklärte, daß die.Che vollzogen sei, und stellte Scheidung .anheinn Das wollte -man, nun. auch nicht und es ist eine.?.Dr gute und friedlichem Ehe .geworden!. i - - - B i a ly st o ke r Ki n or ' . Das Kino -spielte in Bialystok eine grüße Roste. Es gab zwei Lichtspieltheater, das Kiny- Modern sind -daS "große 'Äpöllo-Kino, und beide machten güte 'Geschäfte. Die großen 'Wohltätigkeitsdereine verstanden es nun, diesen Umstand auch für sich nutzbar zu machen. Sie pachteten -etwa für drei Tage in der Woche La's -eine «oder andere 'Etablissement! Tann fetzten sich einige Damen vom 'Vorstande an di« Kasse, machten wohl auch im Vorvaum ein Buffet aus, ließen besonders ausgestattete Programme drucken und er« zie-lten für ihre Zwecke sehr beträ-chtliche Einnahmen. Bisweilen, und zwar haupffächlich im A-pollo-Kino, suchte man noch für solche Abende durch besondere Attraktionen den Besuch.zu steigern. Im Modern war das unnötig. In der Person der reizenden Tochter des Besitzers besaß dieses Haus ein ganz nnerreichbares Anziehungs-Mittel, und Fräulein Bertel verstand es meisterlich, die große Schar ihrer Verehrer zu regelmäßgen Kontributionen für die guten Zwecke anzuhalten. Als sie sich verlobte, wandert« «in Teil der Intellektuellen ins Apollo ab. Dort fand einmal, auch zum Besten irgend eines guten Zweckes, ein. netter Wettbewerb statt: ein großes Filmürama wurde drei Tage hindurch ohne den Titel aufgeführt und die Besucher hatten einen passenden Namen zu finden. Ich gchörtck»-der Jury an und freute mich a-n den vielen geistvollen und zum Teil sehr witzigen Lösungen.. Das Allerseltsamste aber war folgendes Erlebnis, -das mich seinerzeit nicht wenig empörte. Eines Tages, und zwar auch gelegentlichei-mr solchen Veranstaltung zum Besten eines jüdischen Vereines, wurde — ein richtiggehendes Missions stück vorgeführt. Ein von der fanatischen Chassidimgomeinde wegen seiner Hinneigung zur europäischen Kultur verfolgter und ausgestoßener junger Jude findet seinen Frieden bei der allein feligmachendm Kirche und stirbt schließl'lch in. den Armen-des gütigen Priors im Kloster. Da8 war schon kurios genug, aber allenfalls damit. zu erklären, daß diese Theater keinen Einfluß auf die Wahl der Programme haben, . mit denen sie die Filmv-rrleA)- gesellschaftenversehen. . Aber nun kommt erst das Seltsamste: während des Todes im Kloster ertönte plötzlich ein «hebräilMr «Gpsaug! Der treffliche Chor der neuen Syna- 'goge ^brachte ernrN'-Grauevpsaknl zum Vortrag! Ich wachte in meiner Empörung dem Dirigenten, dean prächtigen, alten Herrn Äernmnn-, ' heftige Vorwürfe wegen dieser; grobeni Takt- und Ge«schinacklölsigkeit. Er begrfff meinen Zorn' überhaupt.nicht.,,Meg'en der Narrischkeit," sagte er, „wird sich 'bestlnimt kein Jude taufen lassen. Und so verdienen wir so viel, Latz wir am Schabbos in Schul Whig singen können." (Fortsetzung folgt.)