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Wiener Morgenzeitung · 1924-07-26 · Heft 1956 (26.7.1924) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1956 (26.7.1924)
Date
1924-07-26
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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i7.!nWWW'^ ** n \ i i r '* . v ■• f Nr. 1956 __ Wien. Samstag____ LageÄericht. Nie wieder Weg! An alle. lf an der Kundgebung gegen den Krieg nicht teilnehmen wolle». Gewiß, gnädige Frau, Sie bekümmern sich nicht um Politik. Sie vermeiden in Gespräch und Gedanken dieses leidige Thema und haben sich in stiller Selbstgenügsamkeit entschlossen, von Politik „nichts zu verstehen" und die Angelegenheit geruhig den Männern zu überlassen. Ob Sie mit dieser etwas unzeitgemäßen Bescheidenheit recht oder unrecht haben, bariiber werden wir uns nicht leicht einigen können, da Sie die Politik unkleidsam finden und die Stichhältigkeit dieser Annahme sich kaum entscheiden läßt. Aber das ist auch nicht notwendig. Denn die Demonstration „Nie wieder Krieg!" hat mit der lästigen Politik nicht das mindeste zu schaffen. Es geht nicht um politische Forderungen irgend welcher Art, nicht um schwarz, um rot, um schwarzgelb, nicht um Hakenkreuz oder Weihwedel, es handelt sich um rein menschliche, sogar um primitiv-menschliche'Fragen. Darum, ob verbrecherische Leichtfertigkeit, Herrschgier, dynastische und persönliche Selbstsucht einiger weniger wieder dazu führen dürfen, daß Hunderttausende den grauenhaften Tod des Krieges sterben, daß Hunderttausende, zerrissen, zerfetzt, zu Brei zerquetscht auf der Wahlstatt bleiben sollen, daß Millionen dem Hunger, der Verlotterung, der seelischen und körperlichen Not preisgegeben sein sollen, während die Verantwortlichen nichts verspüren als einen leichten Aerger über i>ie Fehlspekulationen, die sie gemacht. Keine politischen Ziele sollen vertreten werden, nur das eine Ziel: gesichert zu sein gegen den Wahnwitz des patriotischen Massenmordes. Die Zwecklosigkeit wenden Sie, Mann der praktischen Erfolge ein: Man hat uns 1914 nicht gefragt, ob wir Krieg führen wollen, man wird uns 1925 auch nicht um unseren Rat bitten. Gemach, mein werter Freund! Die Welt dreht sich nicht nur, sie kommt mitunter auch ein Stückhen weiter. Wir leben, gottlob, in einem Staate, in dem von der Kaisersemmel nur die bessere Hälfte zurückgekehrt ist, wir sind keine Untertanen mehr, sondern Bürger mit so viel Freiheit begnadet, als wir selbst uns nehmen wollen. Aber, selbst wenn es immer noch „Machthaber" gäbe —glauben Sie nicht, daß es sogar auf diese Eindruck machen müßte, den festen, den leidenschaftlichen und unbeugsamen. Willen des Volkes bekundet zu sehen, sich niemals und auf keine Weise wieder m das Verbrechen an Kultur und Menschenwürde, sich niemals wieder in den Krieg treiben zu lassen? Auch der Stumpfste unter den Herrschaften, auch der Listigste und Verschlagenste der Ränkeschmiede wird es begreifen, was es bedeutet, wenn Tausende und aber Tausende am Gedenktag des Krieges den Schwur zum Himmel schreien: nie wieder, nie wieder Krieg! Daß „wir zwei die Sache auch nicht ändern werden," das, mein geschätzter Herr, das glaube ich gerne. Aber wir beide wollen ja auch nicht heute, allein einen Spaz'er- . gang unternehmen. Glauben Sie mir, es wird sich noch eine Handvoll Gleichgesinnter bei der Gelegenheit einfiuden. Aber so viele werden und können es nicht sein, mein Herr Aesthet, daß es auf einen mehr oder weniger nicht denn jeder ist ein Mensch mehr, der zum Bewußtsein seiner einzelne bedeutet einen Kämpfer im Krieg gegen die Unkultur. Keiner ist zu schlecht und zu gering, um mitzuhelsen, denn Jeder ist ein Mensch mehr, der zum Bewußtsein seiner Menschenwürde gekommen ist. Keiner ist zu gut und zu bedeutend, denn keinem kann ein höheres Amt werden, als seine Stimme mit dem Chor der anderen ve.-einen. , Auch du, geschäftige Hausfrau, mit Sorgen, mit Arbeit, mit Plage überhäuft, auch du muht mitgehen in. dem. großen Zug. An diesem einen Tag muß für ein paar Stunden .das Uhrwerk des Haushaltes abgestellt werden. Sage nicht:.,es geht nicht, denn es muß gehen. Keine deiner Pflichten kann höher stehen, keine kann ernster sein als diese. Erinnerst, du dich noch, wie es vor dem Krieg gewesen? Gewiß, auch damals war nicht das goldene Zeitalter in Europa. Aber das rastlose Hasten und Jagen nach dem. Bissen Brot, der ivahnwitzige Luxus vor den Augen der Hungernden, die irre Angst der Alten vor der Not als Ende eines Lebens der Arbeit und Mäßigkeit, das hat es doch nicht immer gegeben. Hast dn vergessen, wie die Männer, die Brüder von friedlicher Arbeit ins Feld gerufen wurden? Hast du vergessen, wieviele von ihnen die Heimat nie wieder gesehen haben, hast du des Elends der Krüppel vergessen? Hast du vergessen, wie die Kinder verwahrlosten, wie die Töchter von der Not verkuppelt wurden, hast du vergcs'en, wie abgehärmte Frauen Nächte lang auf ein paar Bissen Brot, auf ein paar Löffel voll Fett warten mußten? Hast du die Demütigungen, Erniedrigungen, hast du die Würdelosigkeit vergessen, die der Krieg dem Hinterland aufgezwungen hat? Soll das alles wiederkommen köm eu? Deine Kinder waren noch zu jung, um in das Toben des. Weltkrieges gerissen zu werden — soll sie der nächste Krieg verschlingen? Nein, lege den Kochlöffel aus der Hand, wackere Frau, und flüchte dich nicht hinter die. Ausrede, der. Krieg sei „Männerfache". Wir haben es alle schaudernd er'ahreu, daß Kriege von den Männern gekämpft, aber von den Frauen und Müttern durchlitten werden. Auch die jüdische Frau geht es an. Kriege sind wahrhaftig eine Angelegenheit, die die Inden-ganz, besonders betrisst. Wir sind schon in Friedenszeiten der allgemeine Prügelknabe, Und wenn die Nationen in ihren Ansichten noch so weit von einander abgewichen sind, in.einem Punkt waren sie alle einig: fit dem Mißtrauen, der Verachtung,, dem Haß gegen den jüdischen Mitkämpfer. Daß uns am unmittelbaren Kriegsausbruch nichtchie Schuld gegeben wurde, ist das-reiuste Wunder. Für älles, was nachher kam, wurde ja doch „dar Inh" haftbar gemacht _Wiener Mür-eruelrimg. ______ Ae letzten Kurse. (Radiodienst der „Wiener Morgenzeitung".) London. 25. Juli. D e v i s e n l ch! u ß k u r s e: Wien 812,500, Prag 148, Nelv-Pork 4,40'/., Paris 85,97'/., Brüssel 87.50'/,, Nom 101,75, Zürich 23,92. Madrid 32.91, Amsterdam 11,k>0'/„ Kopenhagen 27,22'/,, Christiania 32,87'/,, Stockholm 16,53>/„ HelsingforS 176,50, Berlin 18,30, Bukarest, 10,10. London, 25. Juli. B a u m w o l l e. S ch l n ß. 42 bis 48 Punkte niedriger. Juli 17.92, August 17.01, Oktober 16,14, Jauner 15,68, März 16,80, New-Dork anfangs 11 Uhr stüh, Juli 34, Oktober 28,03, Dezember 27,10, Jänner 27,04. Die Börse war im allgemeinen umsatzlos und träge. ES zeigte sich jedoch eine starke Belebnüg in ausländischen Anleihen und starke Nervosität bezüglich Brasiliaper wegen Mangels zuverlässiger Nachrichten. Deutsche Renten wiesen starke Steigerungen auf. Dreiprozentige 25,06, dreieinhalbprozentige 12, vierprozentige 14. Französische Renten waren fest, chinesische höher, türkische unifizierte ebenfalls höher. Das Disägio bei ungarischer' Anleihe betrug */4 Prozent. Heimische Anleihen laegen schwach. Petroleumwerte passierten. Lovitos erreichten auf amerikanische Käufe' einen Rekkordkurs von 10.625, Royal Dutsch fester, dagegen Mexican Eagles schwächer, Zinnaktien steigend, weil Zinn ebenfalls steigt. Oesterreichische Anleihe 90.75, tschechische 98, Vrager 89,50, Skoda 87, Bankverein 7.3, Bodenkredit 18, Centralmining 10,82'/,, Diamons 16,6, Debeers 11,17,6. Parts, 25. Juli. (Radio.) Effektenschlußkurse: Banqne de France —Pragobanka 414.—, Credit Lyonais 1600, Suez 14,360, Platine 817.—. Dabrowa 7,71. Banqne Ottomane 7,90, Central Mining 9,42, Rio Tinto 29,19, Le Ravhta nlsse 415, Succeried Egypte 1138, Cautschoues sin 158,—. Chartered 48,75, Debeers orbin. 132. GoldfieldS 78,75 HuanchakaS 345, Jägers Fontain 262,50, Malacca ordin. 157.—, Maltzoff 466, Mexican Eagle 79.50, Padang 875.—, Rand Fontain 88,—, Randmine 258,50, Silva plana 164,50. Tanganyika 165.60, Tubiee wie 635.—, Utah Cepver 1540. Shell 354.-, Royal Dutch 25,000, Burmah —Bakou 2680. Wechselkurse: London 85,25, New-Dork 19.49, Prag 58,40, Wien 27,62. Aew'BorK»25. Juli. E f f e k t e n b ö r s e. Canadian Pazifie 149, Union Pazifie 143.125, United Staates 101.25, Royal Dutch 25.125, Atchinson 104'/,, Baltimore 62,375, Greath Bari 34,50, Milwaukee 16,375, Greath Northern 67, Northern Pazifie 68, Southern Pazifie 95,125. New-Bork, 25. Juli. (Radio.) D e v i s e n s ch l u s; k u r l e r Taggeld 2%, Wechsel auf London 4,89,62, 60 Tage-Wechsel 4,36,62V, Paris 5,03'/„ Amsterdam 38.16, Berliner Schlußkurs 23V. bis 24. Silber 68. Prag 2.97. > ... ■ *■ * ..— ■' i .. .«inswa Die Reaktion umlauert unser Land. Sie wartet auf einen Augenblick der Schwäche, der Uneinigkeit. Gleichgültig wird es, neben dieser Feindschaft, wer mein Nachbar ist im großen Zuge. Es gilt eine Pflicht gegen die Menschheit zu erfüllen. Was uns auch trennt, von manchem, der neben uns einherschreitet, Neigung, Lebensanschauung, Nationalität, Sprache ynd Art — in diesem einen Punkte sind wir einig. Die Erinnerung an das grause Erlebnis des Weltkrie-es, die Hoffnung auf eine bessere, reine e Zukunft macht unsere Stimme beben. Demnach wollen wir es laut und fc“t fa-en: Nie wieder Krieg! ■ K. M. tzinstein kn der BSlkerbundkommMon. lEigendienst der ..Wiener Morgen',eitnna") Berlin, 25. Juli. Der Vertreter der sozialdemokratischen parlamentarischen Fraktion chatte dieser Tage in Genf mit Professor Einstein eine Unterredung. Einstein weilt augenblicklich in Gemeinschaft mit internationalen Wissenschaftlern in Genf, um an der Konferenz der internationalen Gemeinschaft geistiger Arbeiter teilznnehmen. Einstein sagte: „Mein seiuer-eitiger Austritt ans dem Völkerbund geschah unter dem Ein.druck ungünstiger Verhältnisse, weil sich der Völkerbund gegen europäische Probleme passiv verhielt. In der jüngsten Zeit aber habe ich mich vom realen Willen der Mitarbeit an: Merke des Völkerbundes überzeugt, dessen Streben tatsächlich dahingeht, die europäischen Verhältnisse einer Gesendung zuzuführen. Da mau mich trotz meines seinerzeitigen Austrittes erneut zur Mitarbeit arn Völkerbund aufgefordert hat, habe ich mich entschlossen,, an den'Arbeiten des Völkerbundes wieder teilzunehmen, die der Versöhnung derVölker dienest sollen. Mein persönlicher Eindruck von der Arbeit der Kommission, der ich anaehöre. ist sehr g ü n st i g. Die Mitglieder sind wirklich gute Europäer, die nur der Schaffung einer neuen Internationale der geistigen Arbeiter dienen wollen. Ich muß hierbei besonders betonen, daß die Vertreter der deutschen Wissenschaft so behandelt werden, als ob Deutschland bereits ein vollgültiges Mitglied des Völkerbundes wäre." Der Prager Benrknproreß. Prag, 25. Juli. (Ts che ch.-stow. Preßbur.) In: B e n.; i n p r o z e ß wurde heute vormittags vom Divismnsaericht das Urteil gefällt. . Danach wurde Stabskapitän Boubela zu vier Jahren Kerker, der Oberst des Jnstizdienstcs Adam bedingt zu vier Monaten Kerker mit einer Bewährungsfrist von zwei Jahren, Stabskapitän D o st a l zu zwei Jahren Kerker, Kapitän Ku tl v a s r zu 13 Monaten Kerker, Kapitän M o t l bedingt zu sechs Monaten Kerker mit zweijähriger Bewährungsfrist und zum. Ersatz von 40.000 K. an -das Militärärar verurteilt. Sämtliche Angeklagten wurden degradiert und des Wahlrechtes verlustig erklärt. Freigespvochen wurden Oberstleutnant Ri eg er. Oberleutnant P o k o r n y und die Majore P r i b und Kaplan. Loratelli abgeflogen. Aus Rom wird uns unterm 25. d. gemeldet: Lo ca teilt ist heute früh von Pisa aufgestiegen um, seinen Ozeanslug zu beginnen. 29. Juni 1924 _ __ __ Seile 3 Der Mlamekongreß in Wembley. In der großen Conferenc Hall der Wunderstadt Wembley, wie die Reichsausstellung von England genannt wird, fand vor kurzem ein äußerst interessanter Kongreß statt, dessen Verlauf so großes Interesse erregte, daß der große Saal von elegant gekleideten Damen und Herren überfüllt war. Dieses Interesse galt nicht allein, )vie man annehmen möchte, dem Umstand, daß der Kongreß von seinem hohen Protektor, dem englischen Thronfolger eröffnet wurde, sondern hauptsächlich der Ueberzengung. daß es sich bei dieser Konferenz um eine lebenswichtige Frage her allgemeinen Wirtschaft, die Rekle,me, handelte. Wir wollen hier einige Auszüge aus den im Kongreß verklungenen Reden Wied ergeben. Lord Burnham führte unter anderem aus: „Was in den alten Zeiten der „beste Mann" war, ist in unseren Augen heute der Jnseratenagent. Der Jnseratenagent ist der Mann, dessen Tätigkeit die Produktion steigert, die Märkte erweitert und dem Konsumenten den billigen Einkauf ermöglicht. Würde die Erde plötzlich den Jnseratenagenten verschlingen, dann würden die Menschen -sofort spüren, daß sie ärmer, um vieles ärmer geworden sind. . Sir Charles High am: „Es ist ein schwerer Irrtum, zu glauben, daß das Zeitungsinserat durch irgend eine andersartige Annonce verdrängt werden könnte. Weder die Filmleinwand, noch die Mauerplakate oder die transportable Reklame, noch irgend eine andere Veröffentlichung vermag mit der Zeitung zu konkurrieren. Und zwar deshalb nicht, weil die Zeitung mit dem modernen Kulturmenschen überall mitgeht, ob er nun im Eisen'bahn>zug fährt oder am Familientisch sitzt, oder in die l Sommerfrische geht: überall, wo er sich befindet, ist auch die Zeitung und in der Zeitung ist das Inserat." ' Lord Lloyd Greame: „Nur in rückständigen und kulturlosen Ländern kann der Kaufmann oder der Fabrikant glauben, daß man die Annonce nur dann braucht, wenn man für irgend einen „abgelegten" Artikel einen möglichst hohen Preis erzielen will. Das sind die sogenannten Golegenheits Inserenten, die von dem wahren Wesen des Inserats keinen Begriff haben. Jeder Kaufmann, Gewerbetreibende, Unternehmer und Fabrikant muß durch Inserate Reklame machen. Jeder, der irgend etwas absetzen oder sich irgend etwas anschafsen will; und zwar nicht nur einmal oder zweimal muß er seinen Wunsch annoncieren, sondern ständig! Das gehört genau so zur natürlichen normalen Tätigkeit des Geschäftes, wie etwa, daß man in der Früh die Geschäststüren öffnet. Die Annonce ist der Dampf, der die Maschinerie des Geschäftes antreibt. Selbst der letzte kleine Gveisler könnte höhere Einkünfte erzielen, wenn er in das Publikum tagtäglich fachmännisch und klug hinausschreien würde, daß dieses oder jenes lei ihm zu haben ist." - Viscount Leverhulme: ,ßk haben mich offenbar deshalb znm Redner bestimmt, weil Sie ganz genau )rmßten. daß Sie durch mich für sich Reklame machen können. Habe ich doch mein Vermögen, meine gesellschaftliche Stellung und alles, was ich erreicht habe, nur dem Umstand zu verdanken, daß ich annoncierte, annoncierte und inserierte. Fahrrehnte bindnrch habe ich Tag für Tag in hunderten und hunderten Zeitungen den Menschen unausgesetzt voraesagt, daß sie meine Waren kaufen sollen, weil sie gute Waren sind und daß, wer sie kauft, an ihnen nichts verlieren wird. Die Menschen schenkten den Inseraten Glauben und ich stiea m jener Stellung empor, in der ich mich gegenwärtig befinde. Ueberstüssig zu sagen, daß das Inserat nur die Wahrheit enthalten muß. Denn loche dem Kaufmann, der mit seinem Inserat den Käufer bloß für e i n mal in sein Geschäft locken will . . . Daß für solche Annoncen ausgcgebene Geld ist hinausgeworfenes Geld." B a l d w i n (ehemaliger Ministerpräsident): „Ich habe meine Karriere ganz von nuten angefangen und ich kann es'heute,sagen, drß ich niemals in die höheren Regionen ausgestieqen wäre, wenn es kein Zeitungsinserat gegeben hätte, mit dessen Hilfe ich 'u dem Vnbllknm sprechen konnte. Das Zeitungsinserat ist heute die Seele der Geschäftswelt. Ein Land, in welchem das Zeitungsinseratenwefen/keine entscheidende Rolle spielt, hat kein Geschästsle'ben, dessen Kan.slente und Unternehmer verdienen diese Namen gar nicht, sie sind bloß sogenannte .,Schuster", d>e ibr Metier nicht wirklich lieben und es bloß betreiben, um nicht Hungers zu sterben. Ettvas besonders Schönes und Elrenbrinaendes wird ein solcher Kaufmann niemals erreichen." Unter den Zuhörern befanden sich nicht nur Jnseratenager»'en. sondern auch viele hervorragende Kanflente, d>e diesen Reden sowie den fachmännischen Vorträgen über Reklame und Zeitungsinseratenwcsen mit Aufmerksamkeit folgten und man sah, w'e diese Kanflente sich eifrig Notizen machten,'um das Gehörte für ihre Unternehmuttgen nutzbar machen zu können. Sie zweite jLdWe kmiqrationLkkNserenz verkchoSen. . Wie I. T. A. aus Paris berichtet, fand am 19. und 20. «d. in Paris eine anßererdenilicke Pleuarsidung des Vereinigten Komitees f n r j ü dsi sche Auswanderung statt, in welcher beschlossen wurde, die. 'zweite allweltliche Jüdische Emigrationskonsere-nz. die . am 12. August in Prag statt finden sollte, vorläufig zu verschieben. Der Termin der Krn'serenz Wird endgültig festgesetzt werden, nachdem die Hias-Desegaüen -ihre Jnf'pektion'sreise in Europa zu Ende geführt und ihrer' Bericht in Amerika erstattet haben wird- 4 As:!

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