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Wiener Morgenzeitung · 1924-07-20 · Heft 1950 (20.7.1924) · p. Seite 11

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1950 (20.7.1924)
Date
1924-07-20
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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I960 Wien, Sonmla'g- 'f?' . -V 'Wf ■ /*. . ^W^LneV Mövgeyxtitirng. SO. IM 1924 Veite 11! * Rothschild vor derBankstlrale. Dein-„Prager Tag- Katt" schreibt em Leser: Vor eim^en . Tagen M ich in Karls-. oann Ist' Rothschild wieder Rothschild? Dr. Alfons stand vor der Aus- ' sage der Böhmischen Unionbank-Filiale; hat Herr Rothschild noch nie eine ^Mlsdollarnote, noch leinen Hnndertfrcmkenschein gesehen, oder will er die Bank kaufen? Während die neuen Reichen jetzt furchtsam und schm an den Banken ' vorübeegehen, den Schmuck ihrer Fraum und die Autoreifen abmormeren, schaut Dr. Alstms Rothschild lange in die" Auslage der Bank, auch so nebenosi auf den HundertfrankenfchÄn... Die Börse kann/ruhig weiter schlafen, es werden zwar nicht die «Aktien, fottfcem höchstens die Briefmarken, im Preise' steigen — denn Herr Alfons Rockschild las' durch die Glasscheibe der Bank mit Interesse einen Zettel, auf dem der Tag und die Stunde einer Karlsbader Briefmarkenauktion angegeben war. * Ei» Millionär, der vor der Welt flüchtet. Einer Blättermeldurm aus London zufolge, hat der in Osaka wohnhafte Millionär Yamagutschi Geud seine ganzen Geschäfte an seine Angestellten übertragen und sich in eine kleine Hütte am Fuße eines. Berges zmückgezygen, wo er über die Vergänglichkeit, des menschlichen Reichtums Nachdenken will. Gleichzeitig hat er 3,5 Millionen Yen für soziale und wohltätige Zwecke gestiftet. Yama- ^utschi hat fern. Geschäft vor fünfzig Jahren mit zwei Yen vermögen" angefangen. Im Laufe der Jahre hat er bereits etwa drei Millionen Yen für Wohlfahrtszwecke gespendet, :i: Glückliche Oktvberkircker. Ein englijscher Argt hat zchlreiche Untersuchungen angestellt, zu welcher Zeit des. Jahres die intelligentesten Kinder geboren, werden. Die Versuchskaninchen waren .368 Kuaiben zwischen. 10 und . 16 Jahren. Sie wachen -allen JnteWgenzpvüstKwon unterworfen, die im Heer üblich sind nnld dabei ergab sich, folgendes: Die im Oktober gelbornen Knabensin-d die intelligentesten und die, die im Frühjahr zur Welt kommen, find im Kopfe weniger gut ausgevüstet, Ms Trost für die FrHWgslKnber fügt der Arzt indessen hinzu,. daß es auch von pieser Regel Ausnahmen gibt/ ' * Am Grobe. In Innig wo schlitz wurde kürzlich, wie das T-a-borer Lokalblatt Mitteilt, der Grnndbeisitzer Markus Lüftschitz betstattet. LMchitz war ein allgeniein geschätzter Mann und würde - unter impbsanteo Beteiligung aller Bevölkerungsischichten^ auf dem israelitischen Friedhof in. Zaluzi beerdigt. Ergreifend wirkte 'es, als nach den helbräifchen Zeremonien durch den Rabbiner dev k a t h o -I i is ch e Geistlich e, ein Freund des- Verblichenen, sich von dein Toten verabschiedete. Diese Rede des? katholischen Geistlichen auf dem Mischen Friedhof Lief ungchenren Cichrnck hervor. . . * Unterirdische Bauten in Berlin: Auf dem Vochof der altHen Berliner Synagoge in der Heidereutergasse ist vor einiger Zeit plötzlich das Master emgebrochen. Eine ein-, gehende Untersuchung chat ermge alte, bisher unbekannte, unter dem-Riveau liegende B aute n zutage gefördert/ So ergab sich' bti^ Nachprüfung das Vorhandensein einer offenen Zistern e' von etwa 2 Meter Durchmesser und 15 Meter Ti^e./Außer-, dem wurde ein weiterer 16 Meter, tiefer und 1,60 Meter breiter ' Werwölbter Brunnen festgestellt. Eine baugefchichtliche Nachprüfung dieser ünterrrmschen Bauten findet jetzt statt, M. T. A.) . . / * Wertvolle chinesische Attertnmsfunde. Der ameMaMche ArchLvloge .E. .M/ MDH.o.P v vpm KGM-nAn--Institute, WcMinMm der. zuWit in, Ehjn-a arbeitet, - wUVd^ . Nrzlich nach Wn^CheüÜ gerußem, wo wertvolle Morische Funde gemacht worden Mn. Als er dort eintvaf, fand er ein durch die' dort statwuLerte Soldateska olberflächtich - durchwühltes G r.a b /vor.- Diese hatte eine Menge Bronzesiguren und TWerchen Es Licht gebracht, d'ie zum größten Teil bereits verschwunden oder Aenchlaaen Waren. Nachträgliche Feststellungen ergaben, daß die TotenDnnmer mit über hundert' Brvnzdstguren, die zum -TeilvergMet - waren, - mit - Schmuck.- Wckem, einem teilwesie vergoldeten Wagen, Vasen, Töpfen' tteMchen Knochen veqchiedenster Art u. a. m. angefüllt war. An den meisten Stücken hatten aber die Soldaten den Goldbeschkag ab gerifsM, wertvolle Teile der Kleinodien los getrennt, die BrvMMlren mit PMHiMn zerschlagen und die Menschen- und- Dierknvchen zerstreut. . BHop datiert/das Grab Es d«e Zett von 400 bis 260 Jahve v: Ehr. Eene Anzahl Wirrere Stücke, die im Innern von größeren geborgen waren; sind Amrechtn den Plünderern entgangen. Der Be- Itaittungswagen, an dem alle GÄdörnanveniiievuugen säst' volltändig albgchoiben waven» scheint in seiner Form kaum von un in' wMichen Bromezertsuuden beigebrachten entsprechenden' Fahrzeugen verschMen zu sietn. Als wissenschaftlich wichtiges Ergebnis wird bezeichnet, daß der Fund kulturelle' BerwEtschastslbe-ichungw Nicht nur mit der' alten chinesischen ' Kultur desruittleven und unteren Yellow River, sondern auch mit der des alten Königreiches von Chu' answeist/ das eine Zeitlang das Ycmgtsebal beherrschte, -! / * Das pickte Licht. Der französische Physiker Dufsa-ud will eine neue Art von Strahlen eEeckt haben, vermöge der die Szenerie dr Bühne fortan nahezu gänzlich entfalten kämm. Die Strahlen des kalten Lichtes haben' angeblich die Eigenschaft, projizierte Prüder. plastisch erscheinen zu ' lassen. Ein Rundhorchont and eine Laterna mägica mit dein neuen Licht werde:: die einzigen Behelfe des Regisseurs sein und der Szenenwechsel, der bisher viÄ Zeit und' Arbeit in Anspruch' nahm, wird nicht länger, als den Bruchteil einer Sakund^ wahren. Auch für die Kinematographie dürste >diese Entdeckung eine große UMMgUng bedeuten. - Rüstungen. Die Pariser ,Metsch. M>smj>a" bringt folgende Angaben über die Rüstungen der Sowjets: Seit dem -vorigen HewW sind in Hvlla-nd und England^ 330 militärische Muigzeuige, FMer und' HavelE, bestellt worden. Die 'Mngzeu.ge wecken aus Rotterdam per. Wist, oder aus dem Luftwetze ülbe'v 'Dsutschland nach RuWEd gebracht. Mtßerdem wurden in Italien 200 Apparate,. darunter viele HydropllEe» - bestellt. Jedes Flugzeug kostet 8000 Goldruhtzl. Nach' der Uebernahme stellte es sich aber heraus, daß, die Maschinen dev italienischen LieiferuM äußerst schlecht reguliert worden waren, was mchvere Havarien zur Folge hatte, so daß die Flieger sich weiigew in chnen. austzuiste-Wn. Menfalls in' Italien, hei Fiat, Warden 40. schwer^ Tanks des m' Italien üblichen Typs .bestellt. Siewetzen eine Neuevüng auf.: der Ra-upengang ist nicht Es' . Metall, sondern, aus KaM-schnk,. mit StchqÄatten durchsetzt. Di.e Neuerung ist.dm. russischen Tervaiinvechältnissen amgepaßt und sie soll auch.'dm Sprenggeschossen besser stanidhalten. — In Schweden..wuckm - 65-Motoren für PaMckährte Mellt, zmn Kampf gegen Unter-. seeLoote. — .Die JuMers-WeE, die russische• Anifträg^'^ihjsK: letzt in. Holland. EsstWoM.errichten jetzt zwei MlialvN'Hr'^ Rußland, m .FklY (hei Moskau) und in Twer/', ,y r-M J '■'» '* Hahnen- »ich Hnadekampfe. Eine argentinische Zai-' tnng »Met: In der HüWWg'ihow BmLnäs'M'.nesiMid^ nicht allein"die HtchnörWüpfe^ -sandevu' auch neüeckiugs o-ie' noch brutaleren HuMMmpfe zu einer mit Wetten verbundenen! Sportbelustitzun-g der unteren VoMsschichten gch?ovden, die leinen immer größeren Umfaug Enimmt, - RAÄNWWMS dem WhMum. beehrt .: sich hiemit, seinen Gesinnungsgenossen ' und Bekannten zur-Kenntnis zu bringen,- dass seine P r 6 m o t i o n zui» DOKTOR DER RECHTE am 15; d. M. fm. grossen Festsäale der Universität in Wien stättgefunden hat Wien,, im Juli 1924 I, Köllncrhofgasse 3/24. Möbelfabrik J. Spira 619 Eeinfe Wohnungseinrichtungen. Wien, Sll„ Siebenstsrngaise 1—3 (Ecke Karl Schweighofergasse) JlysSämdfep Ijgporteure kaufen ani vorteilhaftesten . sss UumniSEnäntei erstklassige Gummierung und Ausführung bei RE6M21N, QummSminlelfabrik Wien, Hl., Heu markt 7, Beatrlxgas*e 26, Telephon 535 i 1«.B. j Große Okkafion herrliche Zom m e rkl e i de r, mddenpaläis'- K o s t ü m e äntel DA ... 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Kulturgruppe der Z i o n i st i s ch e. n Bazi r k s f e k-'t i o n - B r i-g i t t e u a u. 20. Bez., .Karl Meißl- Straßv. 5. Heute, 'IJ, Uhr, ftüh, Abfahrt, der Sanunler zum Herzl-Grabggng, Uhr früh, der übrigen Teilnehmer. .6. Uhr abends, Vortrag: „D i e . Bedeutung H e r z l 8 f ü r dasJ u d. e n t u m". Anschließend- Diskussion. - Brot für die Hnnge Man schreibt un8: .Der %tx. ein Dt ach s i k e H a d ft f f); 2. Bez., Schisfämts'gasse 20. ist. in äußerster Not und laust Gefahr, Ivpaen des starken Znftröms von EMigranteir, Chaluzrm'und Unbemittelten kurz vor seinem 25j a h r i g eit . B e ft a n.d. feine Pforte .schließen zu .müsse«. Dies würde für ' Hunderte'von' Unglücklichen geradezu-katästrophäl sein.. Denn der Verein : Ma.ch.stke Sadgth ist das. . e..i n z i gie. JustiLrrt, welche? täglich etwa 350 arme Notleidende aus Polen, Ungarn, Rumänien, Dschöchö-Slowaketz'ZULöslchpien und PaläsMa. ansspeist- .Die PereinDtnn'g wendet..stMeshglb^W alle.Jtjde'n' .mit f'her. H a l tVf ■. B e r-e-i'n: M a'.ch f i t't -Udbath.'^,,,■;;;... •-•;;v..?;c"■ v;; :- Spenden ’fiub nit den Präsiderüen ves Vebesttes, .Herrn -Jakob 'M a r z, i. Bez., GölsMfgässe'2, oder-an-dte'VereinSleituug, 2. Bez., Schiffamtsgasse 20, zu richten und werden auch in der Administration der »Wierier Morgenzeitung'' entgegeugenommen. Austritte aus dem gudentum. v . G l a tz Rolf Olaf, geb. 25. September 1917, Vien. 13. Bez^ Mantlergaffe 4. Landsberger Alice, geb. 17. März 1898, Wien,. Märiahilfersttaße 58. Q u i t t it e t Franz, geb. 22. JE 1904, Wien, Student, 2. Bez., Hollandstraße 2. Fasal Paul,, geb. 9. Oktober 1904, Wien, Student, 1. Bez., Tegetthoffstraße 1-. M e tz t Josef, geb. 7. Juni 1888, Wien, 16. Bez., Blumberggaffe 24. L i ch t e n st e i n Herurann, geb. 22. Juli 1898,'Metalldrückergehtlfe) 16. Dez., Rankgasse 29. B r a n d e i? Alois, geb. i 17. Februar 1896, Hessin, Betriebsleiter, 2. Bez., Engertbstraße 235. - K o r i t s ch o n e r Moses, geb. 10. Dezember 1681, MkolSburg,-, Kaufmamt, 16. Bez., Gablergasse 31. P i n e l l Otto, geb. 0. Jänner 1892, Kaufmann, 6. Bez., Märiahilserstraße 107. S ch r e ck e r Karl, geb. 29. März 1899, Wien, Kaufmann, 2. Bez., Märinelligasse 7. Sch r.e ck e r Robert, geb. 16. September 1893, Wien, Kaufmann, 2. Bez., Marinelligasse 7. Porfaleone Irene, geb. 24. April 1912, Budapest, 10. Bez., Erlachgasse 9. Kalmar Johann, geh. 20. Oktober 1901, Wien, Kaufmann, 2.-Bez., Praterstraße 1. Friedman« Siegfried, geb. 7. Mai 1902, Wien, 2. Bez., Große' Pfarrgasse 3. Braun Ernestine, aeb. 24. August 1886, Wien, 2. Bez., Schiffamtsgasse 20. Grosser Hertha, geb. 15. Oktober 1903, Wien, 19. Bez., Eroikagafse8s. Z e iß l Stephan,geb.30.September 1905, Wien. Student, 1. Bez., Rathausstraße 2. Weil Gertrud, geb. 17. März 1888, Men, -Inhaberin eines Nebersetzungsbüreaus. 1. Bez., Fleischmarkt 18. D c nt Wanda, geb. 1. Jänner 1902, Lemberg, 0. Bez., Apostelgasse 13. Wind Hedwig, geb. 28. Jänner 1391, Rahenin, 5. Bez.. Schönbrunnerstraße 65. Dr. Eichenwald Jenny, geb. 12.' September 1892, Kremsier, Lehrerin, 1. Bez., Doblhoffgaffe 7. Dr. Sokal Josef, geb. 28. April 1677, Czernowitz, Rechtsanwalt. 1. Bez., Bartensteingasse 13. Grab Alice, geb. 3/ Juni 1904, Prag, Private. 1. Bez., Ring. L ö w y Agathe, geb. 13. August 1888, Hinterbrühl, 3. Bez., Vordere Zollamtsstraße 31. Eisler Martha-, geb. 16. Avril 1892, Wien, Schauspielerin, 4. Bez., Theresianumgasse 1. Beck Emma, geb. 27; August 1909, Wien, 18. Bez., Czermakgasse 4. SS3 f Vf? Rudolf, geb. 27. September 1887, Wien, Typograph, 18. j v, Marsanogasse 1. Lichtenberg OSkar, geb. 22. August \ Wien, Buchhalter, 3. Bez., Erdbergsttaße 170. Bühne und Kunst. Bunter Abend. — Zer sroßc Gewinst. Gastspiel des New-Yorker jüdischen Künstlertheaters im Carl-Theater. Ein „Bunter Zlben-d" der New-Yorker jüdischen Künstler hatte nach dem Zlusspruch seines Conferenciers - I. Keschier und des Direktors Morris Schwarz — die Ansprachen flössen vielleicht etwas Zu reichlich — den Zweck, Publikum und Darsteller einander näher zu bringen. Dies haben die Theaterabende der Schwartz-Leute trotz der von ihnen gawollten vierten Wand" Mischen Bühne mtb Zuschanerramn bisher schon erreichtdenn bei den Auffühvnngen der New- Yorker herrscht eine Atmosphäre herzlichen urck freudigen Einanderverstehens und es ist ein Vergnügen,' zu beobachten, wie sich die feinsten Schwingungen, die von der Bühne ansgehen, rasch und harmonisch in den Zuschauer raum übertragelt. Der ,Mnte Aberchlk' ür^.,Dönmr^tag< Hat -in dieser Hinsicht vollen Erfosg' gehabt. Das dichtgedrängte Halls. n<chm: willig und mit ästhetischem Vergnügen die auf hohem, kulturellem Niveau stehenden vielfältigen Darbietungen auf, welche die Künstler ihm vermittelten. Man spürte geradezu die Freude,. Mt welcher.die Dichter des jüdischen Volkes, Schalem Alejchem, Pe'rez, Pinski empfangen wurden. Das Erfreulichste an diesenr Abend war, daß die Borlesmrgen. und Vorträge nie literarisch . ästhetisierten, sondern eindringlich gestalteten. Wenn hier besonders Mark Schweids geradezu erschütternde Wiedergabe der Krplingschen Dichtung „Schuhe" erwähnt wird, so ist damit nur ungeheurer Eindruck auf den Schreiber dieser Zeilen festgestellt, dem SFweids Bortrag in kurzen zwei Minuten ein mächtiges Bild menschlichen Leides vorstellte; aber es soll hier keine Einzelhervorhebung gemacht wecken, welche Abstufullg . bedeuten würde; denn Bine Abramvwitsch, Morris Sch wartz, Alex Ten neu Holz und Berta Gersten gaben alle mehr als Dutzendeindrücke. Leider senkte das langweilige New-Yorkcr Äunstprodukt des Einakters „Landsleute", dessen Aust führuug den zweiten Teil des Abends bildete, trotz der köstlichen ruffischen Bauerntype, die Morris Schw'a^rtz auf die Beine stellte, die Stimmung, die der erste Teil des Abends hervorgebracht hatte. , Die. bisherigen. Vorstellungen der New-Yorker und der „Bunte Abend", haben schon gezeigt, mit welcher Liebe Morris Schivartz und seine ' Künstler Scholen: Alejche m, beit genialen Dichter der neuen jüdischen Literatur, immer wieder vermitteln. Nun haben, sie als dritte Bühnendarstellung Schalem Älejchemschen Werses eine Bearbeitungseiner Erzählung „Der groß.e G.ewinst" aufgesührt. Schalem Alejchems Humore sind nicht theatermäßig, so elementar sie, sind. Auch in dieser Komödie nicht, welche die Plage des. Reichtums, der über einen armen kleinen Mann kommt, illustrieren soll, und dabei das alte Motiv von: großen Los verwendet, welches der Arme angeblich gewinnt und dann doch zu seinem Gluck nicht gewinnt. Wenn man Scholem Alejchems Gedichte von diesem großen Los liest, so lassen die tauseudfättigen Nuancen seiner überqnellend reichen augenzwinkernden Schilderung das abgebrauchte Motiv vergessen. Sluf der Bühne, tritt es als Hauptelement der Aktion naturgemäß stärker hervor. Diese für das Theater notwendige Aktion ist aber zu langsam, dagegen fällt sehr viel von dem fort, was Scholem Älejchems köstlichste Gabe ist: das ins helle Licht gerückte Detail,, welches. durch seine Schattenlosigkeit in der Schilderung lachen macht'. Aber in diesem Stück gibt es eine Szene, die enthält den ganzen Scholem Alejchem: Der Schneider Schimele Soroker ist durch die Nachricht von seinem Hauptresfer ein geachteter Mann geworden; feiner neuen sozialen Würde eutfprechend braucht-er natürlich -einen neuen Rock; den messen ihln seine beiden Gehilfen an nnd — der- -Rvck.Mbt.-nichf;' dopftL feit Soroker ein - dtz ckes Reichtums geachteter Mann geworden,:' ist' der kleine- Bückel auf seinem Rücken verschwunden; eigept-' lich — umW^Scholchu AlDk^S'ißprache p bleiBett•— ist.bM Buckel nicht verschwunden, äber Schsmele Soroker fühl:, yit Buckel sei nicht mehr da. Am dieser einen Szene willen, verdient diese Komödie gespielt zu werden.

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