Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1950 (20.7.1924)
- Date
- 1924-07-20
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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8 : ' Wien, Sovrüa-g :v " : . Ernst Mer Wer Me Aast. Wie uns aus Berlin -gemeldet wich, lvohnte der nach verbüßter fünsjähriger Festungshäst in Freiheit -gesetzte Münchner Dichter Ernst Toller in Berlin einer.AMsührung seine? Schauspiels „Hiukemann" rm Residen^theater .bei. Er war aus diesem Anlaß Gegenstand 'lefolffaftei’ lionen, die wieder nur beweisen, daß die deutsche Oessent- 'tlchkevt, die schon seinerzeit die -größtes Aufsehen erregende Verurteilung Tollc.rs aufs schärfste mißbilligt. Es scheint aber, daß -die bayrischen Reaktionäre sich nicht tdamit -begnügten, den jungen deutschen Dichter uirschuldig zu verurteilen, sondvrn.es auch daraus abgesehen hatten, ihn im Kerker zu quälen. Lotter hat im Reichstag -vor einem «beschränkten Kreise von Abgeordneten des Reichs tags ausschusses für Rechtspflege einen Bortrag über seine Erlebnisse m «der Festungshaft in N iad-erschömnseld gehalten. Wie die ,£&: Z. am Mittag" berichtet, erhob Tollvr zahlreiche Klagen gege-n die bayrische Gefangn isVerwaltung und «behauptete, die neue Slrosvollzugsordnung Radbruchs werde in Nieder- 'chönenseld planmäßig sabotiert. Re GoldAMcher von Berlin. Zur Stunde ist es noch unmöglich, über die Arbeiten der Berliner Forscher Stammr-eich und Mietih-e zu einem endgültigen Urteil zu gelangen. Die bisher vorliegenden Berichte geben etwa folgendes Bild: Die beiden Forscher benützten eine Quecksilberdampflampe neuerer Konstruktion;uk Erzeugung .ultravioletter Strahlen. Solche Lampen werden feit mehreren fahren von Aerzten als sogenanntekünstliche Höhensonne vielfach benützt, um die chemisch sehr wirksamen kurzwelligen Lichtstrahlen, die auf viele Hautkrankheiten von günitigem Einfluß sind, herznstellen. Diese Lampen, die im übrigen manche Aehnlichkeit mit der vor Jahren in Amerika viel besprochenen M o o r c s ch e n Beleuchtung ausweisen, bestehen im wesentlichen aus einem luftleergepumpten Quarzglasgesäß (gewöhnliches Glas läßt ultraviolette Strahlen nicht durch, sondern verschluckt sie), iit Das zwei Kontakte ei'ngeschmolzen sind und das mit Quecksilber zum Teil gefüllt ist. Durch Neigen des Gefäßes bei eingeschaltetem, sehr hoch gespanntem Strom bildet man eine Verbindung zwischen den Polen; bringt man jetzt die Lampe in ihre ursprüngliche Lage, so geht der Strom durch das mit QuecksMevdampf erfüllte Vakuum, das dadurch ins Glühen gerät und Licht aussendet. Eine der Versuchslampen zeigte nach kurzem Gebrauch Störungen und wies einen schwarzen Niederschlag auf, der ans Quecksilberverbindungen (welchen, ist noch nicht mitgeteilt) und Goldspuren bestand. Zur Nachprüfung wurde eine Anzahl gleicher Lampen der schwersten Beanspruchung ausgesetz't und in allen zeigte sich Gold in Mengen zwischen einem Zehntel und einem Hundertstel Milligramm, das laut Analyse des bekannten CheckikerS Geheimrak Haber lder Nobel-Preisträger ist) vorher nicht darinnen war. Leider fehlt auch hier die Angabe des ÄnalYseNverfahrens, so daß sich eine weitere Unklarheit ergibt. An sich tväre die Abspaltung von. Gold, aus Quecksilber nach dem heutigen Stande der AtomphM keine Unmöglichkeit mehr. Als „Nebenprodukte" kamen aus anderen Ueberlegungen nur Wasserstoff oder Helium in Betracht, über deren Auffindung in der'Röhre die Meldungen keine Angabe machen. Der Abbau eines Elementes zu einem anderen mit niedrigerem Atomgewicht ist durch die Radiumforscher Madame Curie, Ramsay und viele andere fichergestellt. So -gelang es auch vor einigen Jahren Rutherford, Stickstoff durch ein „Bombardement" mit von Radium ausgesandten November IM vermählte und ergebnislos um einen Posten rls Prediger angesucht habe. Bezüglich seines Berliner Aufmthaltes wird im Bericht ftstgestellt, 'daß Mannheimer nur Degen der Aushebung des deutsch-israelitischen Gottesdienstes, ohne sich jedoch diesbezüglich irgendwie etwas zuschulden kommen zu lassen, Weggehen mußte. Er habe dann, um seinen Lelbensunterhält zu fristen, in Leipzig während der Messm G a st predigten gehalten. -Allerdings versuchten seine Berliner Freunde, ihn an die Frey- Schule als Lchr-w zu berufen, was ihnen jödoch nicht gvlingen konnte. Er halbe auch mit Berlin keinen Vertrag auf fünf Jahre abgeschlossen, soirdern nur die Zusicherung schalten, für fünf Jahre Gehalt zu bekommen, falls der ismeWsch-dentsche Gottesdienst eine unvorhergesehene Störung erleiden sollte. Auch ans diesen Städten konnte nichts Nachteiliges über Mannheimers politische Gesinnung mit-getM werden. Aus Grund dieser Berichte konnte nun Sedlmtzky im November 18-23 mit ruhigem Gewissen feststellen, daß Mannheimer „für die Stelle des ersten ReligionÄehrerS bei der hiesigen jüdischen Gemeinde in jsd-er Hinsicht geeignet sey". Bei -der am 12. Dezember IHR erfolgten feierlichen Grundsteinlognnig des Tempels in den Dempfingevgasse (jetzt Geilten- - sisttengasse) hatte dann Graf Sedlnitzky auch Gelegenheit, periönlich die erste Predigt Mannheimers zu hören. 2. Eine hintertriebene Auszeichnung Mannheimers. . vw^upVlvv des 70. Geburtstages Mannheimers am ri. Oktober 1863 beantragte der Vorstand der Wiener GenliLrnde im April bei der Regierung eine Auszeichnung ihres Seelsorgers*). Keiner seiner Biographen hat es der ' *) M. Rosenmann, l. c. S. 09, stellt aus den Prot o. Sollen der Sitzungen des Vorstandes die Beantragüug einer .Auszeichnung fest, ohne jedoch der Sache näher ivaMi gehen. . Zu erwähnen ist hier, daß Rosenmamr in ßviner Mandgraphie das in hiesigen Staatsarchiven befindliche Mtenmat-erial, das saus Noah Mannheimer BeWg hat, unberücksichtigst läßt. "ÄrcchWid MasseWff und? HeUrm-'Ntz zerschlagen/ allerdings nur ijn Ueq^iMnWgerrMn Mengen.- -Püs) z„Drojvktrl" ktznnte nur ysnken,-tpenu. es gerade die Mitte des nur nach -Hundert mi-I.t$onstel-Millim e ter messenden,Atoms traf, was.die geringe Ausbeute erklärt. -> Doch da handelte es sich um Vevwandlun-gen, hei denen a ll^e Nebenprodukte. auszusinden waren und die . in , genau bestimmbaren:Zeiträumen. vor sich gehen, o.h n es durch die. VersuchsbedingUngen -gehemmt oder gefördert' weiden M können, -während S t a m m r e i ch und M i e -t h e den Zevfall erst durch ihr Experiment einleiteten. Es-sei daran erinnert, daß vor bald zwanzig Jahren der englische Radiumforscher William N o ms a.Y bei seinen Untere suchnngen über Radioaktivität das spontane- Auftreten der Metalle Lithium und Kupfer Nachweisen zu können glaubte; die Nachprüfung ergab, daß die -GesWvandungm diese Elemente in Spuren enthielten und bloß austreten..ließen. Wenn auch die Ergebnisse von Stammreich und Methe eine ähnliche Aufklärung fiüden sollten, so würde dies der modernen Atomtheorie, die das einzelne Ätonr als ein kleines Planetensystem ansieht, nichts anhaben können. Die vorwiegend rechnerisch entwickelte Theorie (auch Albert Einstein schuf vor bald 29 Jahren in seinen Züricher Assistentenjahren nicht unbeträchtliche Bausteine hinzu) muß über kurz oder lang zu den bisherigen experimentellen Nachweisen neue bekommen. Der Traum der Alchimisten, der Ausbau des Goldes aus leichteren Bestandteilen, ist allerdings noch nicht geglückt. Ob es in sehr weiter Ferne einmal gelingen wird,- Atome zu neuen, schwereren Atome» znsammenzuschweißen, Das kann heute tveder bejaht noch verneint werden. Es wird gewiß interessieren, daß beim bewußten Vorhaben früherer Jahrhunderte, mit Hilfe des „Steines der Weisen" edle Metalle zu gewinnen, nranche wissenschaftliche Entdeckung gemacht, wurde. So entdeckte 1018 Brand in Hamburg beim Eindampfen von Harn den darin enthaltenen Phosphor und im 18. Jahrhundert schuf Böttger in Leipzig wohl nicht ein Verführen zur unmittelbaren Gewinnung von Gold, aber er fand einen fast ebenso wertvollen Stoff: das Porzellan. Wenn auch Miethe und Stammreich den „Stein der Weisen" des modernen Forschers, den Blick ffir das Wesentliche in jeder Erscheinung und beharrliche Zähigkeit zweifellos besitzen, muh doch die Nachprüfung ihrer Resultate durch -andere Forscher abgewartet werden. Robert D n l d n e r. Pietro Maseagm in Wie«. Ter Komponist der „Cavalleria" ist zu den Proben für die „Äidr", die er bekanntlich auf dem Sportplatz „Hohe Warte" leiten wird, bereits in Wien ein-getrosfen. Voll Frische und Elastizität, die durchaus nicht den Sechziger verrät, empfängt er den Besucher und'plaudert voll südlicher Lebendigkeit mit seinem norditalienischen. Dialekt Über Vergangenheit und Gegenwart der Musik, über seine Pläne und 'Erwartungen und über die Musikstadt Wien. Er erinnert sich mit Freude der herrlichen Aufführungen an der Staatsoper unter Wilhelm Jahn und Gustav Mahler, er erzählt von dem 38etbi»5ftequiem, das er anläßlich der Totenfeier für Verdi im Jahre 1901 im großen Musikvereinssaal leitete und fügte selbstverständlich hinzu, er wäre dam als . vom österreichischen Kaiser mit dem Adel und einem Orden aus- Anschriften an die Aedaltiov sowie tuwttlflttfll «lularrgenöerr Manuskripten wolle man stets Sllltkporto beileg««, üa sonst eine Beantwortung» be-iehungGweise Rücksendung nicht erfolgen kann. sy.MjiM ..feite».■ gezWries ^tvvrW SeitdW wÄe 'ex -lchhk:. MMrHinZHHl, auch nicht gekgentH''.».hrr Erstaufführung fernes" Marat" vor zwei -Jahren in der Bolksoper, der bekanntlick einen Mißerfolg hatte; M'asoagni schreibt diesen dev minderwertigen Wiener Aufführung zu und meint, überall dort, wo er selbst die Oper dirigiert hätte, wie etwa in Dresden, hätte sich ein starker Erfolg eingestellt. Ueber. seine Arbeite» äußert sich der Künstler, er sei durch seine Dirigententätigkeit derart in Anspruch genommen, daß er anS Komponieren nicht denken könne. Mit Wärme spricht er von Mozart, von Beethoven, dessen „Eroika" er in Mailand ich Freien dirigiert hätte, von Verdi und seiner Lieblingsoper „Aida^, die er auch hundetmal gerne dirigieren möchte. Mit größerer Reserve spricht er von der Musikmoderne, die wohl den Kopf, nicht aber das Herz am rechten Fleck hätten. Von Wien aus reist der Künstler über Cherbourg nach Nord-' und Südamerika, wo er auf «einer großen Tournee überall Aida-Anffühmngen mit seinem Wiener Ensembl« leiten, wird. Vom Bankbeamten zum khanffenr. Wie wiv von der Genoenschaft der Wiener Lohnsuhr» werter erfahren, melden sich täglich abgobaute Bundes-- uird Bankbeamte bei der Genossenschaftsvorstchnng, die den Beruf eines sel-bständigen oder angostellten ChaaHeurs ergreifen wollen. Chauffeur zu werden ist allerdings leicht. Man kann, nach sechs- bis achtwöchiger Ausbildung bereits den poli-;eilichen Führerschein echälten, der den Bssitzev berechtigt, einen Kraftwagen zu leu-keu. Das Wiener Berlkchrsamt gcht 'bei dm Prüfungen zienrlich rigoros vor. Auf Grund intor'üat-ionaler Vereinbarungen hat der Führerschein in nahezu sämtlichen Staaten Europas Gültigkeit. WetseutÜch s ch w er e r. ist es, eine L-i-zen.z zum Betvisb eines Autodaxi zu er-langen- Der Ala gistrat als Gcweribebehörde steht auf dem Stand punkt, nur solchen Leuten Lizenzen zu erteilen, beziehungsweise zu. übertragen — denn neue werden schon dieile Jahve nicht mehr -erteilt —, die Nachweisen können, daß sie entweder das Lohnsuhrwerksgewevbe ausgeübt haben oder Angestellte eines Löhnfnhrwevkers waren. Ein weiteres Hin-derms bestcht in der Notwendigkeit eines größeren Kapitals. Der Kleinwagen, der jetzt mit Vorliebe vevwendet wird und unit 4000sacher Taxe fährt, kostet immerhin, wenn er österreichischer Proveuierrz ist, 70 bis 80 Millionen. Die bessere französische Boitu-uette erfordert infolge des hohen Zolles einen Kostenaufwand von 120 bis 140 Millionen, hat jedoch den'Vorteil längerer Dauerhaftigkeit. Die schweren Wagen kosten M Vielfaches, der oben angelführten Preise und habeir außerdem den Nachteil eines größeren Benzin- und PneumatiEverbrauches. Der Verdienst eines Kleinu-uiernchmers, hersein Auto. selbst lenkt, ist, wenn man die heutige uwIünftige Wirt-. schüftÄlage in Betracht zieht, gatrz anuvWbar. Die Brut toeinnahme eines Autcüaxi beträgt 6 bis 12 Millio- ' n.e >n. Die Ehauffenre, die in der Genossenschaftsschule gegen ein Honorar von einer M i l l «i o n K r o n e n ausg^bi lde t werden,^ erhalten keine feste Entlohnung, sondern bekam ine U 26 Prozent diejser Bruttoeiun-ähme. Wie uns Genossen- -schaftsvovsteher Prims mitteilt, ist der Verdienst des Chausfeurs fast ebenso groß wie der des Untermhmers, da letzterem ziemlich hohe Spesen vi-nlaWulieren muß. Jnsibeisoudere die Gavagmmieten, die städtische AutomolbillsteuW und dir Benzin Oel- und PneumatWost-en belasten den Unteru-chmer schwer, ganz abgesehen van der Amont-ffation des aüfgelvendeterl Kapital-s. für wert gchntden, f-estzustellen, ob Mamcheim-er tatsächlich eine Auszeichnung zuteil wurde. Auf Grund des Bovschla-ges -der Wiener Äenreinde hatte der damalige österreichische Mi-nrsterpräsident Erzherzog Rainer am 26. August 1803 aus Grund.der vom StaatNminister .eingszsgenen Erkundigungen dem Kaiser Franz Josef in einE ausführlichen Bericht die Auszeichnung Mannheimers empfohlen. Sowohl der Statthalter -in Niederösterreich als, auch die'Wienev Polizeidirektion bestätigten die vieltjährrge „verdienstliche Wirkfamkelr Mannheimers, sein tätiges Einwirken a-uf die -religiöse und geistige Heranbildung der Israeliten und dessen Würdigkeit für eine A. h. Anerkennung^ Allerdings bemerkte ds.« Polizeidirektion, daß sich Mannheimer, ,M der FwktipN'der israelitischen Reformer augehörig, als deren Gründer .er eigentlich zu betmchten sei, in einen schroffen -konfessionellen lGogensatz zu den orthodoxen Israeliten gebracht habe". Eine lAuszeichnu-ug Mannheimers lvürde daher bei den Orthodoxen auf Widerstand stoßen, zumal noch keimt „der israelitischen ältglÄulbigen Oberra bbiner" einer allerhöchsten - Auszeichnung teilhaftig geworden sei. Diese Bedenken hielt über der Staats- ' minister dadurch für behoben, da kurz vochin einer der hervorragendsten Repräsentanten der Orthodoxie, dev Hosiwechffer Ignaz Deutsch*) mit dem Ritterkreuz des Franz Joseifs- ^ovdenS ausigWichmt worden war. Schon anigOchts dieser Tatsache wäre es geboten, Mannheimer, «der stch um die Förderung des israelitischen Ku-ltus und vieler Wohltätigkeitsanstälten verdient -gemacht halbe, zumindest das Goldene Ber« dienstckve-Uz mit der Krone zu verleihen. Auch de>r Pölizvi» minister habe diesem Antra g des Staatsmi-wisterS zu gestimmt, da eine Würdigung „der 42jähvigen hu-mamtäven Wirksamkeit 'deS.greisen Predigers Mannheimer durch,'A. g. Derleihrmg ^der '/voreÄMn^ÄMrcttiön"^ gütdn Älcmben der Orthw«!dvM aus ihre politische Dechi-enlstlichlke.it nicht tveiiter berühren s könne", und ihr cherporvageudster Repräsentant bereits ohnehin ausgezeichnet Wochen sei. Wenn auch Manicheimex in .kyn- *) Uckber Ignaz Deutsch siche meine Studie in „Ms zM JahMndarten" S. 146 bis 177.: fessioneller Hinsicht durch rituelle'nnd sonstige Neuerungen bei den Orchodöxen in Ungarn und in Witzien^ di-e^,^ ^politischer B-eziehung als das streng konservative Element unter den Israeliten angesehen und deshalb von -der Regierung gegenüber den sogenannten rchormrevten Juden unterstützt werden wollen", Uuzusrisdenheit erregten, so wich seine Auszeichnung wohl. keine warme Teilnahme, sicherlich aber keinen Widerwillen hevvorruifen. - Trotzdem Erzherzog R-amer MannheÄuers Auszeichnung wärmftens befürwortet und dem Kaiser den Entwurf derA.H. Entschließung verlegte, hatte der Kaiser, der sich damals in Frankfurt a. M. aushielt, eigenhändig diesen Entwurf durch «gestrichen und die Bemerkung: ,^Jch finde, diesem Antrag keine Folge zu geben" beig^fü-gt. ES ist klar, daß diese Auszeichnung, die dem Kaiser 6on allen seinen m Betracht kommenden Ministern! wärmstenS empfohlen war, durch andere Personen hintertriehen wurde. An diesem Intrigenspiel nahm de« aus seine« zahlreichen Denunziationen und Berleumduwgeu brannte Hofwechsler Ignaz Deutsch teil. Ihm war es gelungen, den im Panne des Klerus sichenden Kaisev Franz Joses den Ersten voll und ganz für die Ziele der strengsten Orthodoxie, dve sMst füv die Tre-nnung der jüdischen Gemeinden eintrat, zu gewinnen. Aus seiner DeMchyift, die er im Jchve 1877 aus vertraulichem Wege dem Kaiser überreicht, hatte, und die wir unter den geheimen Men des Kabinettsarchivs gefunden haben, können wir erflehen, wie die österreichische Regievuug in den Jahren 1801 bis 1870 die Wische Orthodoxie in ihrem Kampfe gegen den Liberalismus und die Demökvatie mißbraucht hatte. Dank seinen Bezichungen zum Hofe «gelang es.. nun Deutsch, ’ die. AnsHsichnung seines größten Widersachers i Mannheimer/ bn welchem er den eAatantestön' BoMnpfer des Reform-udentums gegen die Orthodoxen Ich, m hlntertveiben iund auf diese Weise seinen or«chodoxen Anhängern den Beweis )zu. erbringendaß. der Kaiser noch irnwer eher-für-die.Orthodoxen als sitr die Meralen JOsn einzutreten gewillt M. ^.' i «' Lr. N. M Gelbef