Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1950 (20.7.1924)
- Date
- 1924-07-20
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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W. 1S5S __Mtzn, «So-rmkas - ■ #itt MSmifches Wettrennen In nenefter Srtt. Unter dem Titel „Kuriositäten aus der tt-a- . - Maischen' Provinz" schildert „Corriere della .Sera" eine Wettfahrt zweirädriger Wagen, die nach.einem aus alten Zeiten stammenden Brauch in Paduv stattfand. Die Peoölkerung von Padua betrachtet die Wettfahrt dHL zwerrädrigen Wagen als eine uralte, aus der Römerzeit stimmende Tradition. So oft Padua historische Ereignisse zu feiern hatte, beim Empfange von Staatsoberhäuptern usw. wurde die Wettfahrt abgehalten. Diesmal wohnten mehr als 20.000 Personen diesem - eigenartigen Ereignissse bei, dtzs sich nach elfjähriger Pause wieder abspielte. Lange Tribünen, Logen, breite Treppen und Lehnen troffen von Leuten, die ihrerseits von Schweiß, troffen. Diesmal ist daS antike Wettrennen der Initiative eines Komitees für Wohlfahrt nnd bürgerliche Propaganda zu danken. Auch dev „Klub der Ignoranten" ist dabei. Bor etwa vierzig Jahren hatten sich einige Schmauser zusammengetan, um eine Brüderschaft zu gründen. Sie stritten lange um die Benennung und schimpften sich gegenseitig Ignoranten. Als sie Frieden schlossen, benützten sie dieses schmückende Beides Streites zur Namensgebung. Im Wappen hatten sie eine Gans und eilten Kürbis auf blauem Felde. Verflossenen Freitag — zwischen ein Uhr nachts und Morgengrauen — fand die Generalprobe der Wettfahrt statt. Als in der Stadt ruchbar wurde, was bevorstand, verwandelte sich der Platz mit einem Male in ein großes Nachtlager. Neugierige aller Klassen waren zu finden: verfeinerte Sportsleute, unbußfertige Nachtwandler, Unirersitäts- [tubenten; besonders zahlreich waren beim nächtlichen Stelldichein die Metzger und die Kutscher,zu finden; die einen me die anderen beschäftigten sich damit, festznstellen, welche Pferde an der Wettfahrt teilnehmen würde»!. Die Rosse narren natürlich alle „reinblütig". Zwei Tage später ging die Wettfahrt vor sich. Zunächst eine Schwadron leichter Reiter. Dann Zischen beim Erscheinen der Postillione, die Aufträge der Jur») entgegenjunehmen hatten. Die Postillione in roter Livree nnd Fyländerhut tummelten sich im Halbkreis auf Pferden, die zy mannigfachen Diensten verwendet .zu werden pflegen: bvr Hochzeiten und Leichenbegängnissen, bei Transporten bt8 Gefängnis und bei Ausflügen. Die zweirädrigen Wagen wurden inzwischen in ein Gebäude aus Hotz und Leinpand gebracht, das eigens für diesen Zweck errichtet wurde. Auf ein bestimmtes Zeichen öffneten sich, die Gitter und die Abfahrt der Wagen erfolgte tut selben Augenblicke. Das Publikum, das um den. Platz postiert war, erwartete den Böllerschuß, das Zeichen der Abfahrt. Man lächelte spöttisch,- als der Böller einige Sekunden nach der Abfahrt losging. Die Menge hatte diese Verspätung übrigens vorausziehen und sich durch Rufe verständigt, daß drei Wagen gestartet waren. Diese Wagen sind in Braun gehalten und tenou nach! antikem Muster gebaut, auf jedem steht der WagenZenker in altrömischer Tracht und Haltung und zügelt seine zwei Rosse. Am Ziel galoppierten die Pferde zügellos über die Zielschnur hinaus. Reitknechte in weißen Beinklieidern, gestreifter Jacke, gelber Binde suchten sie mit durch dje Fcchrbahn gespannten Stricken festzuhalten. Zwischen den zwei zuerst durchs Ziel gegangenen Gespannen bricht six Streit aus.. Der Lenker Taceoni, ernst wie ein alter Römer, beschuldigt feinen Rivalen Battilani, er hätte feine Pferde mit der Peitsche ans den Kopf geschlagen, deshalb seien sie nicht vorwärts gekommen. Zwei, inappellable Richter hielten Gericht. Das Urteil: 1000 Lire Strafe. Am dem Leben Isaak Roah Mannheimers. . 1. . feie österreichische Polizei und Mannheimers Berufung «ach Men. Die Biographen*) des ersten Predigers der Wiener Geftretnde berichten, daß Mannheimer dank den Bemühungen des damaligen geistigen Führers der Wiener Judenhe-it, Michael Lazar Biedermann <1766 bis. 1843), am 26. Dezember!834 für die Stelle des verstorbenen ersten Lehrers an der bsfenMchen 'Religionsschule der. Wiener Judenschast, Salomon Herz, vorgeschlagen wurde. »In seiner letzthin erschienenen Monographie über Mannheimer meint Dr. M. Rosenmann, daß die Wiener Polizeidiroktion sich nicht beeilte, die.Wahl Mannheimers zu bchätigen, da man von Berlin aus denselben als Vertreter eines zu Deismus „neigenden , neuen jüdischen Kultus angeschwärzt zu haben" .scheint. In der Tat aber verhielt sich die Sache ans Grund der uns bekannt gewordenen Polizeikorrespondenz, die im hiesigen Staatsarchiv erliegt, folgendermaßen: Die aWstsrreichische Vormärzpolizei unter der Leitung deallmächtigen Polizeichefs Sedlu'itzkh hatte dank ihres breitverzweigten Jnforni-ationsdienstes über jeden neu angekommenen ^bedeutenderen. Mann stets. ausreichende Informationen über dessen politische Ansichten eingeholt. Als nuri die Wiener Judenschaft, deren Anerkennung als Gemeinde noch-nicht erfolgt war, Isaak Noah Mannheimer zum ersten' Lehrer ' nti' ihrer Religionsschüle berüfen und am 10. Mai 18W an die- Polizeibirektiön ein Gesuch Um"die Anerkennung bieiser Wahl' gerichtet hatte; sah. sich-Sadlnitzky veranlaßt, in einer - speziellen: Note die k. k. geheime Hof- und ' StaatskanM auf diese Tat- '" *) G. Wolf, Isaak Noah Mannheimer, eine biographische >Mzze. Wien.' 1863; Dr . M. R-hseärmann: Isaak Noah Mann- WW. mm, m, msttntt DroeaenzeWuys. Bei sind Dr. Hof»bau«r* > von besterWirküng, angenehmen Oeschmack, vollitändlg unschädlich; Kein Diätzwang oder Aenderung der Lebensweise, prompte OewicHtoabriahmt Keine Schilddrüse?os Kein Abführmittel Battilani und Tacconi fahren noch einmal. Battilani ist an der Seite des Tacconi, er schleift ihn fast. Die Vehikel scheinen miteinander verwachsen, das Publikum heult vor Aufregung. Tacconi schneidet dem Battilani den'Weg ab. Beide laugen bei der Wage an. Die Zuschauer übersteigen die Barrieren nnd steigen in die Fahrbahn. Je nach ihren Sympathien proklamieren sie zum Sieger den einen oder denanderen. Die Jury bestimmt die Fahne des ersten Preises und und einen Blumenstrauß als Präludium zu den 8000 Lire dem Tacconi, einem Paduaner. Der Bolognese Battilani stellt eines seiner ztvei Pferde mit blutenden Beinen vor: „So hat sie Tacconi zugerichtet". schreit er. Unter der Loge der Jury heult ein stürmischer ' Chor der Parteigänger. Gendarmen und Soldaten fassen Posto. Battilani sendet mit großer Geste der Jury die Fahne nird den Blumenstrauß des ztveiten Preises zurück: nicht angenommen. Die Jury entscheidet, den Betrag des ersten und zweiten Preises zwischen den Rivalen zu teilen.' 1Ä Ans London wird berichtet: „Lloyds, wird seine Heimstätte,. die er seit gerade 150 Jahren ' inne hatte, bald verlasse:;, mn einen Nmran zu beziehen, der gegenwärtig mit einem Ko-stenauiswand von 30 Millionen Franken in der Errichtung begriffen ist." , Man weiß, daß das Wort „Lloyd" auf der ganzen Erde verbreitet und in säst alle Sprachen übcrgeaangcn ist. Hauptsächlich bringt -man es überall, namentlich.in England, mit Dingen in Verbindung, die sich auf K auffahr t e is ch i f f a h r t und Seeversicherungen beziehen. Wie viele Leser haben sich nicht schon gefragt, wer oder was „Lloyd" sei oder bedeute, und warum dieses Wort allen,thalben genannt werde, wo. von Marine-Assekuranz und maritimen, Neuigkeiten die Rede ist. Nur wenige wußten etwas Näheres über diesen Mann, dessen Name heute eine so weitgehende Berühmtheit besitzt. Er war nicht 'bloß der halb sa-gmhafte ,Mfseewirt", sondern er spielte eine verhältnis-mäßig bedeutende Roll«, besaß literarische Kenntnisse und kommerzielle Klugheit und führte ein vielbeschäftigtes, nützliches Leben. Edward Lloyd besaß unter Karl dem Ziveiten in London ein Kaffeehaus, war also einer jener Leute, die ihren neuen Berits der 'kurz vorher erfolgten Einführung des bohnigen Gewächses zu lverdanken . hatten, und welche von dern genannten Monarchen unter dem Vorwände, sie begünstigten aufrührerische Unternehrnungen, verfolgt wurden. Lloyds wahrscheinlich mit einem Gasthaus verbundene Kasfeewivbschaft lag in -der Mhe.der. Themse in. Tower-Street, die damals wie heute ein Labyrinth von abscheulichen Gäßchen dnrchschnitt, in deren düsteren Comptoirs die Reeder zu allen Zeiten, ihre Rechnungen geführt haben. Lloyd kredenzte nicht nur den edlen Bohnensaft, sondern auch einen 'guten Bordeaux — damals hatten noch nicht wie jetzt die spanischen und portugiasischen. Weine die Obexhantz in England —, und so war es leicht erklärlich, daß sein Haus viele Schiffsherren' zu seinen Gasten zählte. Einige Zeitungsanzeigen aus jener Zeit fache hinznweisen und über die Besetzung des Postens des ersten Religionslehrers mit Noah Mannheimer, „welcher im Ausland geboren und bisher zu Kopenhagen'in gleicher Eigenschaft angestellt' war", Bericht zu erstatten. Da es sich in diesem Falle um die Verwendung eines Ausländers zum Schul- und Religionsunterricht hMdeltc, mußte nach Sedlnitzkys Meinung vor allem die Sicherheit über die politische Zuverlässigkeit dieses Kandidaten erlangt werden. Denn es. Lag im Interesse des Staates, in Erfahrung zu bringen, wie „das moralische Benehmen und die religiös-politischen Grundsätze wie auch die sonstigen bemerkenswerten Verhältnisse Mannheimers in Kopenhagen" wahrgenommen wurden. Es sei daher notwendig, bei der österreichischen Gesandtschaft ans „stao.tspolizeilichen Gründen" verläßliche Erkundigungen über das Vorleben Mannheimers in Kopenhagen sowie in anderen Ortschaften, in denen er bisher gelebt hat, einzuziehen. Inzwischen hatte Sedlmtzky scheinbar ans -eigene Faust genaue Erkundigungen über Mannheimers Persönlichkeit eingeholt. Ans Grund dieser Ergebnisse berichtete er am 18 Juni 1825 der Hof- und Staatskanzlei, daß ihm Anstände zur Kenntnis gelangt seien, die Mannheimer für die Besetzung der Stelle eines Religionslehrers unwürdig machten. Mannheimer soll nämlich vor einiger Zeit „nach Berlin von den dortigen. Anhängern des modernen israelitischen Kultus auf fünf Jahre zum Prediger berufen, aber noch vor Verlauf der .Kontraktszeit Berlin zu verlassen genötigt worden sein, weil seine Innovationen im mosaischen.Kultus und seine Deklamationen gegen andere Glaubensbokenner so sehr ausgefallen sind, 'daß: die kgl. preußische Regierung nach reiflicher Untersuchung .sich', zur. Aufhebung-der neuen jüdischen-' gotteKdienstlich.'n Me- ithode des Mannheimer veranlaßt fand", i Sodann sollte-Mann-- heimeriu Hamburg .und - spater in Leipzig , mit den.„israeliüsschen Neologen" — in denen Sedlnitzky. Revolutionäre;u sichen glaubte.— m engster Verbindung gestanden sein. Trotz seiner : größten .Bemühungen konnteer aber nach Sedlnitzkys Bericht ’i« keiner der genannten Gemeinden. Aufnähme' finden ünh nur dank dem' Umstände, daß ' er' von 'seinen Berliner Anhängern sfipanM.MtWktzt er. vor materieller.NK gelassen erAemten) daß dort schon vor 1638 Leute zHmvmttv kamen,, um icher Handel und Schiffaihrt gn stzrechm. Deti mit ausgeprägtem GeschaftSsiM Wabte Wvt tat alle-, mögliche, um ftintzn iKünden geMtz- Kü M Daher? stattete er ihnen auch, Her ihm chre Geschäfte atzzu-Meßen^ und wenn ein Sklave von einem Thenffeschiffe ftüchtete^ wurde .er, wenn Wieder eingsfautzen, zu ,MoYds^ grvvacht. ' . Daß es Lloyd, nicht schlecht ging, ist -daraus zu entnehmen, daß er 1691 oder 1692 in die.heutige Bövsen«- straße, Lom-'bard-Sü'eei'. die schon damals so hieß, ^über- - ^siedelte, neben das 'große City-Postamt. Daselbst bejünden sich noch mehrere große Kaffeehäuser, in denen Geschäfte gentächt wurden. 'Diese Etablissements wurden von den Re-- gierungm verfolgt und von -den Kaüsl-euten mancher Branchen mit schielen Augen angesehen; viele von ihnen erfichren Umgestaltungen -in literarische Zirkel, Modeklubs oder krnf.mäunnische- Rendezvous. Lloyds tvachsendes Unternehmen gehörte zur letzteren- Art; das neue Lokal wurde nunmehr nicht bloß' von Schiffern und Agenten, sondern von wirklichen City-Kaufleuten besilcht. Dabei war es -keine'sw-egs das vornehmste in Lombard-Street, sondern vielmehr von üntergeordneteni Range, und hatte sich der Verachtung der bedeuienderen Mffeehans'besitzer zll erfreuen; aber Llr>hd ließ isich das nicht ansechten, gedieh vortrefflich und begann allmählich zu zeigen, wozu Untcrnehm'UUgs-> geist selbst in so Ünzivilisierten Tagen imstande sei. 1696 gründete er die Leitung „Lloyd's News",-steil'ich ein schwächliches Geschöpf, wenn mit heutigem.Maße gemessen. Anfänglich sollte .sie wohl nur als Zirkular für des Herausgebers Gäste dienen, . aber die Schiffskapitäne hatten Neuigkeiten zu erzählen vo^i den verschiedenen Hafen zwischen London u-nd den Barbados-J'.lftln..vom Mitt.elländischen Meere und Oftasien, und derlei Nachrichten bildeten in Verbindung mit Marktberichten "und Anktionsauzeigen den Anhalt, jenes zweitältesten englischen Blattes (das erste war die no/). bestehende 'offizielle „London Gwzette", welches in.seinen Anfängen so seltengeworden rst, daß'-selbst die an solchen Dingen reichste' Bibliothek .der Welt^ die des. Britischen Museums, nur ein einziges Ex-mp^ar einer einzigen Nummer besitzt. , Mt seinen ,Mws" zog sich Lloyd IlltannehmlichkelLen zu, und das Blatt wurde nach einem. Bestände von 70 Wochen durch das Oberhaus des Parlamen-ts unterdrückt, tvahvscheinlich, weil es der offiziellen Zeitung durch größeren Jnhaltsreichtum zu erfolgreich Konkurrenz machte. Erft 30 Jahre später wurde es wieder veröffentli.bt, und zwar.'unter dem Titel „Lloyds List", als w-lches es noch heute floriert und das Organ des Londoner Lloyd ist.. Llo-rchs' Ansehen wuchs immer mehr und so entwickelte es sich allm-ahkich zu einer großartigen Anstättz die noch heute.den .Namen „Lloyds" führt -und-die trotz aller Vergrößerungen', nnd Aendevungen dem. Wesen nach die- 'selben Geschäfte macht,' /üe vor . zweieinviertel. Jahrhunderten in der etu>ftigen Winikelkaf-feewirtschäft betrieben wurden. Im Emporblühen von „Lloyds" lag die Ursache, -tvarum sich in England die Errichtungvon.Seeversicheru.ngKansbrl.ten auf Wtien. so lange, verzögert^ man hatte sich eben an die P.rivat.ve'rfi che rftug gewöhnt, deren Zentralstelle „Lloyds" geworden war. Nachdem b\c Aöarineqss-eküraNz W. 1774 ihre wichtigste He i m-stätte äm Lloydschen. Lokal gehabt hatte, taten sich die Ässeklrauten zu einem Beve-in.zusamme-n, .behreltew den Namen „Lloy^" be: und übersiedelten in das der Bank von England gegenüberliegende. pväWige iBörsengebäude Wohal Exchange), deren erstes Stychveckk sie noch heute, emwchmen. Doch beziehen sie allernächstens den Prachtbau, der jetzt für 1,260.000 Pfund errichtet wird. L.Ka tsche r, schützt. In seinem Bericht gelaugt der Polizeichef zu dem Schlüsse, daß die Polizei, falls die erwähnten Angaben „gegen den'Israeliten Mannheimer begründet sein sollten", niemals ihre Zustimmung' geben würde, Mannheimer in Wien anznstellen, damit er nicht- „in den Stand gesetzt werde, auf das Rcligionswesen der hiesigen Israeliten einen Einfluß ansznüben". Aus Grund dieses Berichtes sah sich nun. die Hoi- und ' StaatskanZlei veranlaßt, bei ihren diplomat.iischen Vertretern . in Berlin, Hamburg und Leipzig genaue. Informationen über Mannheimers Persönlichkeit und politische Gesinnung einzufordern. .Kurz darauf kam auch die Hof- und Staatskanzlei in 'den Besitz eingehender Berichte ihrer Gesandten. Der österreichisch:-Geschäftsträger in Kopenhagen, v. Langenau, erstattetin seinem. Schreiben vom 5. Juli einen ausführlichen Bericht über Mannheimers Tätigkeit und „Individualität". In diesen! Bericht wird auf Grund der vom Geschäftsträger beim Kopenhagener Vize-OVerpoliMirsktor, von Braestrup, eingezogenen Erkundigungen fest-gestellt, daß sich „alle St-iinmen in Kopenchagen zu Mannheimers Lobe vereinigten". Einzig und allein der orthodyx.e Teil der Kopenhagener Ju-denschast war gegen Mannheimer^ eingenommen, weil er „den Talmud beiseitelegen und das Alte Testament als GvuMagedes jüdischen Religionsunterrichtes annehrnen wollte",, fernem weil er die Konfirmation der jü-di-schen Kinder und..Religiynsvvrträge r« deutscher Sprache eingeführt -habe. Die Orthodoxie nahm ihm auch übel, daß er „die widrig lauten, schrei enden Gebete in der Synagoge abzuschyssen" und einen geregelten modernen Synagogendienst einznführen suchte. Die staatlichen Behörder! dagegen rühmten 'seinen, 'vochtlichen, durchaus moralischen Charäkre'r und sein gemäßigtes Benehmen. Seine Politischen Grnud- - sätze seien unbekannt, da sich Mannheimer tvährend. seines hiesigen Aufenthaltes keine: irgendwie auffallen-den politischen. Handlungen zuschulden kommen ließ. Er habe nicht? Nach- .teiliges. in dieser.Hinsicht erfahren können., . . * ■ : „ Der- Hamburger Geschäftsträger, Freiherr v. Bind er, -wußte nur zu berichten, daß Mannheimer mit. Hamburg kein« andere BerL-mdUng -äl8 seine Frau hatte^ mü'-der er sich ichi'